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Japan: Bücher auf dem Handy lesen

Im Jahr 2006 stieg der Verkauf von E-Books über Handys in Japan um 331,3%. Auch für das laufende Jahr werden Rekordsteigerungen erwartet. Verantwortlich für diese Entwicklung sind die Mangas, bevorzugte und viel gelesene Lektüre vor allem junger Menschen, und hier besonders der Frauen. Millionen japanischer Handynutzer laden regelmäßig Teile von Mangas, Zeitschriften, Unterhaltungsromanen oder Sachbüchern auf ihre Handys, um sie insbesondere in den engen und vollbesetzten Vorortzügen auf den langen Anfahrtswegen zur Arbeit lesen zu können.
http://www.guardian.co.uk/media/2007/sep/24/mondaymediasection.advertising (englisch)

3 Kommentare

  1. Die Asiaten trauern eben nicht so „guten alten Technologien“ hinterher wie wir Deutschen. 😉 http://www.forrester.com/Research/Document/Excerpt/0,7211,41753,00.html
    Mobiles TV ist in Japan ja auch schon länger der Renner – es ist also völlig normal, dass ständig überall auf Handydisplays gestarrt wird, egal ob zum Fernsehen, Spielen oder eben Lesen.
    http://www.mobile-tech-today.com/story.xhtml?story_id=56350
    Ich bin gespannt wie und wann solche mobilen E-Books auch in Deutschland erfolgreich sein werden!

  2. Bei der Meldung sollte man allerdings nicht vergessen, dass Japan anders ist als Deutschland. Das hat nicht unbedingt was mit „High-Tech Wahn“ (auch wenn er positiv verstanden wird) zu tun, sondern mit einer anderen Form der Mediennutzung. Wie beispielsweise die de:bug im letzten Monat darstellte (z.B. hier: http://www.de-bug.de/texte/5218.html) ist in Japan dank besseren Handys und Internet-Flatrate-Verträgen für diese als Standard-Vertrag, das Telefon an sich das Gerät, um ins Internet zu gehen. Nicht, wie in Deutschland oder den USA der eigene Rechner oder halt in anderen Staaten, z.b. Namibia, das Internetcafé. Deshalb ist auch in Japan die SMS als Kommunikationsmittel unbekannt, da man einfach kostenlos Emails schreiben kann.
    Insoweit ist es nur konsequent, dass auch die ebooks hauptsächlich auf dem Handy gelesen werden. Alles andere wäre komisch.
    Doch das heißt nicht, dass sich dies in Deutschland demnächst durchsetzen würde. Wie gesagt: in Japan sind Internet-Flaterate-Verträge für Handys Standard und bis dahin wird es in Deutschland noch lange dauern. Und bis dann der Computer als Betrachtungsinstrument für elektronische Medien abgelöst wird, wird es dann auch noch seine Zeit brauchen.

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