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Lernort Bibliothek – zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Teil 19

Erfahrungen der Stadtbibliothek Dormagen mit dem Web 2.0 im Rahmen des Projekts „Lernort Bibliothek“

Im Jahr 2008 bewarb sich die Stadtbibliothek Dormagen für das Projekt „Lernort Bibliothek“, welches von der Bezirksregierung Düsseldorf ausgeschrieben wurde. Zusammen mit sieben weiteren Bibliotheken wurden im Jahr 2009 Ziele festgesetzt und die Kundinnen und Kunden in Form von Fokusgruppengesprächen in die Gestaltung des „Lernorts Bibliothek“ in die Planung miteinbezogen. Neben dem Lernort als öffentlichen Raum wurde beschlossen, dass die Projektbibliotheken ihre Online-Angebote ausbauen, verstärkt im Web 2.0 auftreten, sowie die Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter umfangreich in Puncto Web 2.0 zu schulen. Insgesamt fünf Web 2.0 Schulungen durch die Zukunftswerkstatt fanden über das Jahr 2010 statt. Bereits vor der ersten Schulung sammelte die Bibliothek die ersten Erfahrungen mit den Diensten Twitter und Facebook. Die Stadt selbst verfügt bereits seit 2009 über einen Twitter-Account (http://twitter.com/stadtdormagen), welchem sich die Bibliothek sehr bald anschloss und gemeinsam mit dem Kulturbüro Dormagen über neueste Informationen aus dem Kulturbereich „zwitscherte“. Das Facebook-Profil (http://www.facebook.com/stadtbibliothek.dormagen) ging in Absprache mit dem Fachbereich für Rat und Öffentlichkeitsarbeit Ende März 2010 online und sammelt seitdem stetig neue Fans. Nach nun fast einem Jahr freut sich die Stadtbibliothek über 256 Fans (Stand 28.02.11) und hofft natürlich auf mehr. Im Rahmen des dritten Moduls der Web 2.0 Schulungen eröffnete die Bibliothek ihren eigenen Blog (http://stadtbibliothekdormagen.wordpress.com/) und erstellte eine „virtuelle Bibliothek“ bei LibraryThing, womit zum Einen die Veranstaltungen stärker beworben werden, vor allem aber auf Neuerwerbungen aus dem Roman- und Jugendbuchbereich aufmerksam werden kann. Für die Betreuung der einzelnen Dienste wurden schnell kleine Teams bestehend aus zwei bis vier Personen gebildet.

Zunächst Skepsis…dann sogar Überarbeitung/Erweiterung der Homepage… und später…

Nachdem einige Missverständnis zwischen der Stadtbibliothek und dem Fachbereich für Öffentlichkeitsarbeit geklärt werden konnten, einigten wir uns darauf, dass die von uns dargestellten Informationen den Vorgaben der Stadt Dormagen in Hinblick auf das Corporate Design entsprechen und sich im gesetzlich vorgegebenen Rahmen (Jugendschutz, Urheberrecht, Datenschutz etc.) bewegen. Im Rahmen unseres Qualitätsmanagements haben wir uns darüber hinaus auf folgende interne Richtlinien zum Umgang mit dem Web 2.0 verständigt:

1. Inhalt

  • Bezug zur Bibliothek muss immer im Vordergrund stehen
  • Grunddaten (z.B. Öffnungszeiten, Kontaktdaten, Ansprechpartnern, Kontaktformular) müssen immer vorhanden sein
  • Kurze Umfragen, Abfragen
  • Wer schreibt worüber? 
  •  Redaktionelle Kontrolle
  • Professionalität

2. Form

  • Rechtschreibung 
  • Zeichensetzung
  • Farbgestaltung
  • Logos
  • Stil (nicht zu distanziert, aber trotzdem seriös)

3. Rechtliche Vorgaben

  • Urheberrecht
  • Datenschutz

Inzwischen ist die Stadt Dormagen auf den von der Stadtbibliothek angestoßenen Zug aufgesprungen: Die Homepage wurde überarbeitet und zum Teil attraktiver gestaltet, die Stadt verfügt nun sogar über einen eigenen Facebook-Account, ebenso das Kulturbüro, welches auch gleich die Idee eines eigenen Blogs übernommen hat.

Und wie geht es weiter?

In Zukunft möchte die Stadtbibliothek Dormagen noch eine Delicious-Linksammlung anlegen, in welcher ausgewählte, geprüfte Internetseiten hinterlegt und als Empfehlung an die Kundinnen und Kunden der Stadtbibliothek weiter gegeben sowie den Kolleginnen und Kollegen als Unterstützung im Auskunftsdienst dienen soll. Außerdem haben wir ab 2011 in den Stadtbibliotheken Erkrath und Neuss, mit denen wir bereits seit vielen Jahren im Rahmen unseres Qualitätsmanagement-Verbundes regelmäßig und gewinnbringend zusammenarbeiten, zwei verlässliche Partnerbibliotheken für das Projekt Lernort gewinnen können. Des Weiteren haben Erfahrung im vergangenen Jahr gezeigt, dass sowohl bei den Bürgerinnen und Bürgern sowie bei Unternehmerinnen und Unternehmern in Dormagen Aufklärungsbedarf zum richtigen Umgang mit Facebook besteht, weshalb die Stadtbibliothek zwei Vorträge (einen für Privatpersonen, einen für Unternehmer zur Erstellung einer eigenen Facebook-Page) zum Thema Facebook für Mai diesen Jahres plant, durchgeführt vom eigenen Bibliothekspersonal und somit die Idee des fünften Web 2.0-Moduls aufgreift und beginnt, selbst zum Vermittler zum Umgang mit den neuen Medien etc. zu werden. Ein weiterer Blog-Bericht über unsere Erfahrungen mit diesen Veranstaltungen soll zeitnah erfolgen.

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