Kommentare 0

Lernort Bibliothek – zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Teil 21

Online Angebote der Stadtbücherei Kamp-Lintfort  (Teil B)

 2. Marketing im Web 2.0: Im Juni 2010 wurde der Büchereiblog mit der Adresse stadtbuechereikamplintfort.wordpress.com eröffnet. Ein Teil der Mitarbeiterinnen standen von Anfang an Blog, Facebook und Twitter sehr kritisch gegenüber. Auch durch die Module der Fortbildung konnten die Vorbehalte kaum ausgeräumt werden, die sich bei einigen auf die persönliche Abneigung öffentlich eine wenig „gehaltvolle Kommunikation“ zu führen, aufbauen. Anderen Mitarbeiterinnen, deren Arbeitsfeld sonst kaum die schriftliche Äußerung beinhaltet, fällt es sehr schwer, dies nun regelmäßig im Internet zu tun. Immer wieder wurde die knapp bemessene Zeit gerade in der Zeit der RFID-Einführung diskutiert. Doch gerade in Zeiten mit sehr hoher Arbeitsbelastung, müssen die Beiträge von allen wie in den Vereinbarungen dokumentiert, eingestellt werden, denn alle sind gleich stark belastet. Wie in den anderen Bibliotheken wurden Regeln erarbeitet, wie und wer wann „bloggt“. Um noch unsichere Teammitglieder zu schützen veröffentlichen in Kamp-Lintfort alle Mitarbeiterinnen unter einem gemeinsamen Namen. Weitere Regeln sind: Jeder veröffentlicht mindestens einmal in der Woche. Dies wird im Dienstplan festgehalten. Dazu kann die Planungsfunktion genutzt werden. Außerdem werden an diesem Tag die Kommentare beantwortet. Anfangs wurde zum Wochenbeginn eine Themensammlung erstellt. Trotzdem blieb bei einigen das Problem, ein Thema zu bearbeiten. Mittlerweile haben diese Mitarbeiterinnen nun eine Art Ressort, zu dem sie wöchentlich veröffentlichen. Von den anderen vieren hat jeder individuelle Arbeitsbereiche, Vorlieben und Interessen.

Der Blog findet viel Zustimmung bei den Kunden: Die Statistik auf die Beiträge des Azubis lässt uns übrige Bloggerinnen manchmal nur noch Staunen. Die schnellt regelmäßig auf die 120 bis 130 Zugriffe in wenigen Stunden nach Veröffentlichung. Er stellt neue Wii-Games mittels Verlags eigener Trailer vor; setzt Comics und Cartoon, oft auch Trickfilme über YouTube geladen, zum Tagesgeschehen. Das kommt eben an.

Die größte Kontinuität beim Zugriff haben hingegen typisch literarische Themen. Im Juni veröffentlicht gehört „Heinrich Böll vor 25 Jahren gestorben“ immer noch zu den fünf Top Posts der Woche. Das schön traurige Gedicht von Mascha Kaléko „Memento“ findet ebenfalls hier regelmäßig seinen Platz. Aktuelle Bibliotheksbelange, wie Beiträge zur derzeit ungesicherten Mietsituation der Stadtbücherei, werden gern gelesen.

Seit 2010 gehört zum Angebot der Stadtbücherei Kamp-Lintfort auch die Onleihe. Hierzu wurde wie zum Web-OPAC und zu Munzinger eine eigene Seite angelegt. Während die letzteren häufiger über die Homepage besucht werden, wird die Seite Wir4-Onleihe im Blog gerne besucht. Sie ist mit den aktuellen Beiträgen zur Kategorie verlinkt, so dass die Besucher alle Neuigkeiten von zwei Seiten her finden können. 

Ausblick: Im Netz präsent zu sein, bedeutet, „das Spektrum an bibliothekarischen Dienstleistungen zu erweitern, Kunden eine Plattform für Austausch und Beteiligung zu bieten und durch einen attraktiven virtuellen Auftritt neue Kunden zu gewinnen“[1]. Es bedeutet aber auch, Arbeitszeit für andere Arbeiten nicht mehr zur Verfügung zu haben. Daher setzte das Team seine ganze Hoffnung auf die Einführung der Selbstverbuchung. Momentan stellt sich der Wechsel aus den 30 jährigen Arbeitsstrukturen als sehr schwierig heraus. Das Verbuchungssystem hat nach den ersten 3 Wochen immer noch unglaublich viele Fehler und Macken, so dass keine Zeitressourcen übrig bleiben für neues im Web 2.0. Der Facebook-Auftritt, der schon für Juli 2010 geplant war und nach dem wir so oft gefragt werden, lässt also immer noch auf sich warten. Ebenso der Eingangs genannte Google-Calendar für Klassenführungen. So hoffen wir sowohl auf die Arbeitserleichterung durch die RFID als auch sehr auf Coaching -Termine durch die „Zukunftswerkstatt“ in diesem Jahr.

Stadtbücherei Kamp-Lintfort

Katharina Gebauer


[1] Aus dem Ergebnis der Web 2.0-Werkstatt der Stadtbücherei Münster

Schreibe eine Antwort