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Großbritannien: Debatte um Bibliotheksschließungen geht weiter

dbv-International berichtete im Dezember-Newsletter, dass die Auseinandersetzung um Bibliotheksschließungen in Großbritannien weiter geht.

„Rund 400 Bibliotheken insbesondere in kleinen Gemeinden sollen durch Sparauflagen geschlossen oder stark verkleinert werden. Parlamentarische Mitglieder des Ausschusses für Kultur, Medien und Sport haben eine Umfrage zu den Schließungen öffentlicher Bibliotheken in England auf den Weg gebracht. Bis zum 12. Januar 2012wird zu Stellungnahmen zu den folgenden vier Punkten eingeladen: Was macht ein umfassendes und effizientes Bibliotheksangebot im 21. Jahrhundert aus? In welchem Maße sind die geplanten Bibliotheksschließungen vereinbar mit den Festlegungen des Gesetzes für Öffentliche Bibliotheken und Museen von 1964 und dem Charteris-Bericht? Welche Auswirkungen haben Bibliotheksschließungen für die Kommunen vor Ort? In welcher Weise sind die Machtbefugnisse des Ministeriums zur Intervention durch das Gesetz für Öffentliche Bibliotheken und Museen von 1964 wirksam?

Fachleute begrüßen die Aktion, fürchten jedoch, dass diese Umfrage zu spät kommt. Das Chartered Institute of Public Finance and Accountancy Data hat veröffentlicht, dass die Anzahl von Bibliotheksbesuchen in Großbritannien im Vergleich zum Vorjahr um 7,5 Millionen gefallen ist. 2,9 Prozent weniger Bücher wurden ausgeliehen, wo hingegen die Ausleihe von Kinderbüchern einen Anstieg von rund 300.000 erfuhr. Auch der Zugriff auf Bibliothekswebsites sank von 120,4 Mio. im Jahr 2009/10 auf 114,7 Mio. im Folgejahr. Viele insbesondere kleine Gemeinden sehen als Ausweg aus den drohenden Bibliotheksschließungen die Betreuung der Bibliotheken durch ehrenamtliche Mitarbeiter.“

Umfrage: http://www.guardian.co.uk/books/2011/nov/24/mps-library-cuts-select-committee?INTCMP=SRCH

Statistik: http://www.bbc.co.uk/news/entertainment-arts-15569890?print=true

Quelle: dbv-Newsletter International 2011/12

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