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Japan: Öffentliche Bibliotheken florieren

Laut eines Berichts des Bildungsministeriums in Japan schnellte die Anzahl der Bücher, die von Grundschülern aus den 3.274 Öffentlichen Bibliotheken in Japan ausgeliehen wurden, von 18,8 im Jahr 2007 auf 26 Titel im Jahr 2010 nach oben. Auch die Anzahl der Bibliotheken erhöhte sich um 3,4 % im Vergleich zur letzten Studie. 11,3 % mehr Bibliothekspersonal wurde gezählt. Insgesamt wurden 2010 663,6 Mio Bücher ausgeliehen.

Der Anstieg ist zum einen durch die Wirtschaftskrise im Land zu erklären und zum anderen dadurch, dass die Begrenzung der Anzahl auszuleihender Bücher aufgehoben oder erhöht wurde. Es liegt aber auch daran, dass die Bibliotheken ihr Angebot erweitert haben, z.B. durch Mangas als Unterrichtsmaterial. Zudem setzen sich Bibliotheken immer stärker als Orte durch, in denen –außerhalb der strengen schulischen Zwänge – eigene Interessen gepflegt und nach eigenem Tempo gelernt werden kann. Auch die Funktion der Bibliothek als Treffpunkt für soziale Kontakte wird verstärkt erkannt.

Die ersten öffentlichen Bibliotheken wurden in den 1870er Jahren eröffnet. 1950 wurde ein Bibliotheksgesetz verabschiedet, das den Bibliotheken öffentliche Finanzierung und Gebührenfreiheit zusagt und sie beauftragt, entsprechend dem Bedarf der Gemeinden zu agieren. Nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 2011 haben viele Bibliotheken wichtige Aufgaben für die Menschen in den Notgebieten übernommen.

http://www.japantimes.co.jp/text/ed20121118a1.html

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