Alle Artikel in der Kategorie “Lebenslanges Lernen

Lebenslanges Lernen ist unabdingbar, um an der modernen Informationsgesellschaft sinnvoll teilhaben zu können. Dabei lernt jeder Mensch anders und findet auf unterschiedliche Weise und mit unterschiedlichen Medien Zugang zu Informationen und Kultur. Bibliotheken können hier einen wesentlichen Beitrag leisten, indem sie physische und virtuelle Medien ebenso wie den Zugang zu Informationen anbieten, die notwendige technische Infrastruktur bereitstellen und aktiv die Sprach-, Lese-, Informations- und Medienkompetenz fördern…
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Aus dem Leben eines Hörbuchs – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 4)

In vielen Öffentlichen Bibliotheken sind Comics Türöffner, Publikumsmagnet – und ständig ausgeliehen. Das ist wenig verwunderlich. Bieten sie doch mit ihrer unschlagbaren Mischung aus Wort und Bild niedrigschwellige Lese- und Schreibanlässe. Und das Tolle: Mit Tablet und App kann jeder Interessierte Comics ganz einfach selbst gestalten und seine eigenen Ideen zum Leben erwecken. In unserer Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ zeigen wir euch einen Comic, den die Kolleg*innen der Stadtbibliothek Herten mit einem Tablet aus unserem „Bildwelten“-Koffer erstellt haben.

Hörbuch Comic Herten als pdf

Der Comic „Aus dem Leben eines Hörbuchs“ ist im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „In 30 Tagen um die Welt – Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entstanden. In dem Projekt erhalten die teilnehmenden Bibliotheken einen themenspezifischen Medienkoffer mit Geräten, die sie 30 Tage lang nutzen können. In dieser Zeit lernen die Bibliotheksmitarbeiter*innen, wie die Geräte funktionieren und wie man sie einsetzen kann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Formate – von How-to-Filmen über Lichtmalereien bis hin zu Podcasts. Einige ausgewählte Ergebnisse stellen wir in dieser Blog-Reihe vor.

Langfristiges Ziel des Programms ist es, Angebote zur Förderung von Medienkompetenz zu entwickeln. Zunächst steht aber die eigene Praxis im Vordergrund – mit dem Ziel zu einem beliebigen Thema etwas konkret Sichtbares herzustellen. Auf Reise waren bisher der Koffer „Audiovisuelles Lernen“ zur Erstellung von Audio- und Videoproduktionen und der Koffer „Bildwelten und Lernen“ für die Themen Fotografie, digitales Zeichnen und Bildbearbeitung.

Seit Mai ist auch ein Koffer zum Thema Robotik und Programmieren unterwegs. Bibliotheken, die einen Einblick in das Programmieren mithilfe von Apps und Robotern bekommen möchten, können ihr Interesse per Mail Frau Lachmann oder Frau Göring mitteilen.

Bisher sind folgende Beiträge erschienen:

Unboxing: Stadtbibliothek Euskirchen packt aus – Start der Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“

Hilfe im Medien-Irrgarten – Blogreihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 2)

Malen mit Licht – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 3)

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Malen mit Licht – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 3)

In unserer Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ zeigen wir ein Beispiel der Stadtbücherei Hilden. Die Kolleg*innen haben mit der Digitalkamera aus dem Koffer „Bildwelten und Lernen“ unter anderem Lichtmalerei-Bilder erstellt. Die Kerze ist Teil einer Reihe von weihnachtlichen Motiven, die die Stadtbibliothek in der Adventszeit auf ihrer Facebookseite veröffentlicht hat.

Lichtmalerei ist im Grunde eine ganz normale Langzeitbelichtung, die sich mit einer Digitalkamera und Lichtquellen wie Taschenlampen oder Fingerlichtern relativ leicht auch in der Bibliothek umsetzen lässt. Es erfordert wohl etwas Fingerspitzengefühl, räumliches Vorstellungsvermögen, Zeit und einen Raum, der sich komplett abdunkeln lässt. Doch es lohnt sich auf jeden Fall. Denn das Malen mit Licht macht einfach eine Menge Spaß. Diese Erfahrung haben auch die Hildener Kolleg*innen gemacht.

Kofferprojekt_Medienprodukt_Hilden_Lichtkunst1

Die Lichtmalerei ist im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „In 30 Tagen um die Welt – Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entstanden. In dem Projekt erhalten die teilnehmenden Bibliotheken einen themenspezifischen Medienkoffer mit Geräten, die sie 30 Tage lang nutzen können. In dieser Zeit lernen die Bibliotheksmitarbeiter*innen, wie die Geräte funktionieren und wie man sie einsetzen kann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Formate – von How-to-Filmen über Lichtmalereien bis hin zu Podcasts. Einige ausgewählte Ergebnisse stellen wir in dieser Blog-Reihe vor.

Langfristiges Ziel des Programms ist es, Angebote zur Förderung von Medienkompetenz zu entwickeln. Zunächst steht aber die eigene Praxis im Vordergrund – mit dem Ziel zu einem beliebigen Thema etwas konkret Sichtbares herzustellen. Auf Reise waren bisher der Koffer „Audiovisuelles Lernen“ zur Erstellung von Audio- und Videoproduktionen und der Koffer „Bildwelten und Lernen“ für die Themen Fotografie, digitales Zeichnen und Bildbearbeitung.

Ab Mai wird der Koffer zum Thema Robotik und Programmieren auf die Reise geschickt. Bibliotheken, die einen Einblick in das Programmieren mithilfe von Apps und Robotern bekommen möchten, können ihr Interesse per Mail Frau Lachmann oder Frau Göring mitteilen.

Bisher sind folgende Beiträge erschienen:

Unboxing: Stadtbibliothek Euskirchen packt aus – Start der Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“

Hilfe im Medien-Irrgarten – Blogreihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 2)

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Hilfe im Medien-Irrgarten – Blogreihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 2)

In unserer Blog-Reihe Ergebnisse des Projekts „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ stellen wir euch das Ergebnis der Stadtbibliothek Dormagen vor. Der Film „Hilfe im Medien-Irrgarten“ zeigt sehr humorvoll, dass das freundliche Bibliothekspersonal einem immer gerne bei der richtigen Nutzung technischer Geräte hilft. Erkennt ihr euch da wieder?

https://youtu.be/7gqNWXouhVM

Der Film ist im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „In 30 Tagen um die Welt – Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entstanden. In dem Projekt erhalten die teilnehmenden Bibliotheken einen themenspezifischen Medienkoffer mit Geräten, die sie 30 Tage lang nutzen können. In dieser Zeit lernen die Bibliotheksmitarbeiter*innen, wie die Geräte funktionieren und wie man sie einsetzen kann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Formate – von How-to-Filmen über Lichtmalereien bis hin zu Podcasts. Einige ausgewählte Ergebnisse stellen wir in dieser Blog-Reihe vor.

Langfristiges Ziel des Programms ist es, Angebote zur Förderung von Medienkompetenz zu entwickeln. Zunächst steht aber die eigene Praxis im Vordergrund – mit dem Ziel zu einem beliebigen Thema etwas konkret Sichtbares herzustellen. Auf Reise waren bisher der Koffer „Audiovisuelles Lernen“ zur Erstellung von Audio- und Videoproduktionen und der Koffer „Bildwelten und Lernen“ für die Themen Fotografie, digitales Zeichnen und Bildbearbeitung.

Ab Mai wird der Koffer zum Thema Robotik und Programmieren auf die Reise geschickt. Bibliotheken, die einen Einblick in das Programmieren mithilfe von Apps und Robotern bekommen möchten, können ihr Interesse per Mail Frau Lachmann oder Frau Göring mitteilen.

Zu den anderen Beiträgen der Blog-Reihe:

Unboxing: Stadtbibliothek Euskirchen packt aus – Start der Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“

Malen mit Licht – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 3)

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Mein Weg in die Welt der Games – Erste Schritte auf unbekanntem Terrain

Wenn das Thema Gaming relevant wird, ist der Start schwer. Hier ein paar Tipps zu meinen ersten Schritten:

Selbst ein Gamer werden, ist das wirklich nötig?

Wer sich in das Thema Gaming einfinden will, muss nicht alle Konsolen und Spiele kennen (Die grundlegende Funktionalität der Konsolen sollte allerdings beherrscht werden). Um Angebote gezielt in den Bibliotheksalltag einfließen zu lassen, ist es wichtig zu verstehen was Nutzer am „Zocken“ reizt. Dazu ist ein wenig Zeitaufwand durch eigene Erfahrungen nötig. Wenn die Bibliothek einen Grundbestand an Spielen hat, ist hier ein guter Startpunkt. Dazu ein paar Tipps:

a) Spiele auswählen die Sie thematisch interessieren. Ich habe mich entschieden Pokemon Go zu spielen. Da es eines der großen Argumented Reality Spiele ist und ich die Serie aus meiner Kindheit kannte​, war das naheliegend. Wer einen Einstieg in die Thematik finden möchte, kann entweder durch die Spielebeschreibung oder durch Youtube-Videos von Mitschnitten anderer Spieler (Let’s Plays) einen ersten Einblick bekommen.  Hier ein Beispiel eines Let´s Play beim dem der klassische Einstieg gezeigt wird (Beobachtet den Chat an der Seite! 😉 ):

https://www.youtube.com/watch?v=T_jUvIP75Lg

b) Spiele auswählen die Freunde oder Verwandte spielen. Wenn keiner zu finden ist, fragen Sie evtl. Kollegen aus der Bibliothek oder Nutzer. Tipps von Anderen und der Austausch über das Spiel steigert den Spaß. 

c) Spiele auswählen die keine hohen Investitionen erfordern. Oft können Spiele in der eigenen Bibliothek getestet werden. So kann ein erster Eindruck vermittelt, die dauerhafte Spielerfahrung allerdings nicht erlebt werden. Es gibt ein großes Angebot an Spielen fürs Smartphone (wie bspw. Pokemon Go) oder für normale PCs (bspw. Browsergames wie Siedler) die kostenfrei sind. 

d) Spiele auswählen die kein Fachvokabular haben. Es gibt Spiele die für jede Figur verschiedene Attribute oder verschiedene Eigenschaften haben (z.B. League of Legends). Durch dieses Fachvokabular dauert die Einarbeitung sehr viel länger. Zu fast jedem Spiel gibt es Wikis oder Foren die bei einer vorab Information helfen können. Für den Anfang eignen sich Spiele, die wie Jump’n’Run Titel keine intensive Auseinandersetzung mit Charakteren, Strategien oder Mechaniken erfordern. Das ist aber kein Muss, es gilt weiterhin: Am besten gelingt es, wenn das eigene Interesse angesprochen wird. Die Grafik und das Thema sollte stimmen, damit es dauerhaft Spaß macht!

e) Sollten Konsolen im Umkreis vorhanden sein, kann hier getestet werden. Vorsicht, nicht jede Konsole ist für jeden Spieler die Richtige! Ich habe festgestellt, dass mir die Handhabung der klassischen Nintendo-Controller zu umständlich ist. Ich kann besser mit dem Controller der Playstation oder mit denen der Nintendo Wii spielen. Wenn Sie mit der falschen Konsole starten​​, ist das Zocken sehr mühsam und macht keinen Spaß. Ein kurzer Testlauf ist ratsam, bevor die Entscheidung für ein Spiel und damit für eine Konsole fällt.

Wieviel Zeit sollte investiert werden?

Es braucht Zeit bis durch regelmäßiges Spielen der Motivationsaspekt und Spaßfaktor erkannt wird und damit gearbeitet werden kann. Im Januar 2018 ist mein Selbstversuch gestartet und ich habe angefangen in meiner Freizeit in die Welt der Games einzusteigen. In den folgenden 6 Monaten habe ich Pokémon Go gespielt. Der Vorteil hier liegt darin, dass es auf den täglichen Wegen gespielt werden kann. Summoners War ist ebenfalls ein Spiel das immer gespielt werden kann. Dadurch ist es noch flexibler, weil keine Bewegung und GPS-Ortung nötig ist. Bei beiden Spielen habe ich nach der Anfangseuphorie gemerkt, dass ich mal eine Pause brauchte. Nach spätestens einer Woche täglichem Spielen habe ich wieder angefangen weil es mich in den Fingern gejuckt hat. 🙂 Trotz der Pausen kann ich jetzt eher nachvollziehen warum viele Gamer so viel Zeit in solche Spiele investieren.

Ein paar Gründe anhand der Beispiele von Pokemon Go und Summoners War:

  1. Es macht Spaß! Ich bin im Alltag nicht der Monsterjäger oder Kriegertyp, aber ja, es macht Spaß!
  2. Anfänglich kostet es nicht viel Zeit Erfolge zu erzielen, später wird weiter gespielt weil einen der Ehrgeiz gepackt hat.
  3. Die Geschichten und Erfahrungen im Spiel sind ähnlich wie im realen Leben: Es ist ein Gut das man nicht wegwerfen möchte. Manchmal ist man in Situationen in denen man aus seinen Fehlern gelernt hat und besser reagiert als vorher. Das sind Erfolgserlebnisse, die berechtigten Stolz hervorbringen.
  4. Die Multiplayerfunktion zeigt deutlich, dass man nicht alleine ist. In vielen Spielen gibt es Freundeslisten oder Gildensysteme, in denen Spieler sich gegenseitig unterstützen können. In Summoners War gibt es die Freunde und die Gilde. Sie unterstützen dich mit Attributen und werden dadurch selbst mit Attributen belohnt. Soziales Verhalten wird hier belohnt und in Gildenkämpfen Teamgeist gefördert. Häufiger springen die Mitspieler auch in das reale Leben. Bei Pokemon Go kann man auf der Straße angesprochen werden. In den Arenakämpfen trommeln die Spieler recht schnell auf dem  Bildschirm herum, dieses Verhalten erkennen andere Spieler schnell. Die ersten zwei Fragen sind dann häufig „Hast du die Arena gerade platt gemacht?“ oder „Welches Team?“. Die Vernetzung kann dann weitergehen oder die Wege trennen sich. Ein direkter Kontakt im Spiel ist seit Juni 2018 nur durch eine Weitergabe der eigenen Kennung möglich. Eine Chatfunktion gibt es nicht.
  5. Es hört sich seltsam an, aber es ist so: Die Monster, Spielfiguren und Charaktere wachsen einem ans Herz. Natürlich nicht jedes! Man verbringt Zeit mit Ihnen, kümmert sich um ihre Entwicklung und heilt ihre Wunden. Ähnlich wie bei einem Tamagotchi oder einer Puppe früher. Für einzelne Monster muss hart gearbeitet/gekämpft werden.

Wie viele Spiele sind nötig um einen Überblick zu erhalten?

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Mein erster Laserschwertkamp

Dauerhaft müssen nicht alle Spiele gespielt werden. Um auf dem Laufenden zu bleiben ist es wichtig,  interessiert zu sein und die Augen auf zu halten. Um einen umfangreicheren Überblick zu bekommen, kann ich alte Klassiker empfehlen wie bspw. Zelda oder auch Super Mario. Darüber hinaus bieten die AAA-Titel (Spiele die bei der Entwicklung ein besonders hohes Budget hatten) eine gute Orientierung. Was wichtig ist, wenn man einen engen Zeitplan hat: Mehr als ein Spiel spielen! Abwechslung in den Spielen bietet die Möglichkeit, sich auf die jeweilige eigene Gemütslage einzustellen. Ich habe festgestellt, dass ich nach einem anstrengenden Tag nicht mehr kämpfen möchte. Dann ist etwas entspannendes oder strategisches richtig.

Vernetzung in der Gaming Szene

Um auf dem neusten Stand zu bleiben, habe ich verschiedene Seiten auf Facebook geliked (Sehr hilfreich!). Besonders die Entwicklungen innerhalb der Gamingszene, rund um den Koalitionsvertrag war in diesem Zeitraum sehr spannend zu verfolgen. Unter meinen Quellen waren verschiedene Fachwebseiten und Facebook-Seiten: Gameswirtschaft, GamesMarkt, die GamesAcademy in Frankfurt und Berlin, der Deutsche Computerspielepreis und die Seiten der Gamescom. Diese Seiten bringen immer mehr Quellen und Informationen. Die Facebook Accounts laufen sehr gut und bieten viel Mehrwert.

Über die Facebookseite von GAME – Verband der deutschen Games-Branche wurde ich mit vielen neuen Informationen versorgt. Es wurden Persönlichkeiten aus der Gamingszene vorgestellt. Dazu zählen der Vorstand des Verbandes und andere Personen rund um das Fachgebiet Gaming. Die Facebookseiten und Profile sind gute Quellen für Informationen und aktuelle Entwicklungen. Ich war einfach so frei und habe diesen Personen Freundschaftsanfragen geschickt und es wurden fast alle angenommen! Die Gaming Szene ist sehr offen, wenn man den Kontakt sucht!​

​Wer im Team übernimmt das Thema Gaming?

Ich habe vor einer Zeit eine Unterhaltung zu dem Thema Freiwilligkeit als Voraussetzung für Gamification mit einer Bibliothekarin geführt. Sie hat die Freiwilligkeit als oberste Regel gesetzt. Zurückgeführt hat Sie dies auf eine der möglichen Definition des Spiels. Für ein Spiel ist nach Johan Huizinga (Kulturhistoriker und Verfasser einer der ersten Definitionen des „Spiels“) das freie Handeln die Grundlage. Wird es befohlen, ist es kein Spiel mehr. Besonders wenn die längere Einarbeitungsphase bevor steht ist Freiwilligkeit oberstes Gebot. Das Thema Gaming ist in vielen Bereichen so speziell, dass persönliches Engagement sehr wichtig ist. 

Wenn jemand im Team gefunden werden soll, der das Thema bearbeitet, ist ein Gamingabend mit allen Kollegen das einfachste Mittel. Wenn eine oder mehrere Personen Spaß an dem Thema entdecken und vielleicht ein besonderes Talent am Controller zeigen, hilft das sehr. Bei der Einarbeitung ist Talent enorm hilfreich und bringt auch später im Veranstaltungsalltag Glaubwürdigkeit innerhalb der Gamerszene. Wenn eine zweite Person im Team Interesse hat, ist es noch besser, da gegenseitige Unterstützung sehr hilfreich ist. Wichtig ist hierbei, dass alle Kollegen über Grundkenntnisse im Umgang mit Konsolen verfügen, sonst ist die Nachhaltigkeit nur begrenzt, wie Punkt 4 meiner Anfangsgründe erläutert.

Lernen und Gaming?!

In vielen Berichten und Umfragen bspw. „Monitor Digitale Bildung Schule“ der Bertelsmannstiftung, wird eines deutlich: Wenn es um die Digitalisierung in der Schule und die digitale Entwicklung der Kinder geht, ist das Engagement von Lehrern und Schulleitern entscheidend. Allerdings liegt bei vielen Lehrern die dauerhafte Nutzung von digitalen Medien im Unterricht bei gerade einmal 15%, da dieses Thema derzeit auch nur begrenzt in der Lehrerausbildung integriert ist. Das Zertifikat „Lehramt Plus #DigitaleBildung“ ist erst 2017 eingeführt worden. Dieses Defizit in der Lehrerausbildung kann in den meisten Fällen nur durch besonderes individuelles Engagement ausgeglichen werden. An dieser Stelle kann die Bibliothek als Wissensvermittler für die Lehrer als dauerhafter Kooperationspartner wirken. Fortbildungen für Lehrer zu digitalen Medien, Gamifizierung von Informationen und Lehrinhalten sind nur ein Anfang. Die eigenen Fortbildungen attraktiver zu gestalten und die Lernmotivation für die Wissensinhalte rund um die Bibliothek und Medien zu steigern, ist eines der grundlegenden Ziele moderner Bibliotheken. Das ist eine Bibliothek wie ich sie gerne sehen würde. Eine Bibliothek als Bildungsanbieter und Partner für alle Teile der Gesellschaft vor Ort!​

Dies ist ein Folgebeitrag in der Reihe „Mein Weg in die Welt der Games“.  Teil eins wurde zuvor unter dem Titel „Warum Gaming in Bibliotheken?“ veröffentlicht. In den nächsten Monaten startet unsere Fortbildungsreihe zum Thema Gaming, die besonders für Einsteiger sehr zu empfehlen ist!

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Mein Weg in die Welt der Games – Warum Gaming in Bibliotheken?

Als Bibliothekarin interessiert mich besonders unsere Nutzer für neue Wissensfelder zu begeistern und die Bibliotheken als Bildungsanbieter zu etablieren. Mit diesem Blogartikel zeige ich, dass die Welten von Lernen und Games nicht so weit voneinander entfernt sind wie viele denken. Mit Freude kulturelle Erfahrungen zu vermitteln ist hierbei eines der großen Ziele. Das andere Ziel ist mit Games gezielt die Medien und Informationskompetenz zu erweitern und neue innovative Lernmethoden zu entwickeln.

Dazu habe ich im Januar 2018 ein Einstieg in das Thema Gaming gewagt. Ich möchte meine Gründe und Erfahrungen in diesem Blogartikel ​festhalten und hoffe das es die ein oder anderen Kollegen dazu bewegt sich dem Thema gegenüber zu öffnen. Für alle interessierten gibt es eine Fortbildungsreihe die neben diesen Blogartikeln den Einstieg in das Thema erleichtert.

Meine persönliche „Gamer“-Biografie:

Mit 13 Jahren habe ich mit dem Simluationsspiel „Die Sims“ erste Schritte in der Gamingwelt gemacht. Der Spieler kann in verschiedene Rollen schlüpfen, Häuser bauen und das Leben der Sims (Spielfiguren) beeinflussen. Den Alltag neu zPOkemon Gou gestalten, einmal etwas auszuprobieren das man sich im realen Leben nicht vorstellen könnte, kann eine wirklich spaßige Herausforderung darstellen. Die neuste Version Sims 4 spiele ich ebenfalls, aber bei weitem nicht mehr so intensiv. Neben den Sims spiele ich erst seit ca. vier Jahren häufiger mal Mario Kart bei Freunden. Ich finde die Grafik von Spielen spannend. Selbst habe ich mich trotzdem nie als Gamer gesehen, sondern eher als Beobachterin oder Interessierte. Mit der Veröffentlichung von Pokemon Go kam 2016 das Thema im bibliothekarischen Kontext sehr häufig auf. Seit dem ließ es mich nicht mehr los. 

Warum Gaming in die Bibliotheken gehört

  1. In unserem Arbeitsschwerpunkt „Lebenslanges Lernen“ denken wir intensiv über die Möglichkeiten von Bibliotheken als Bildungsanbieter nach. Ein wichtiger Bereich dessen ist die Förderung von Lernmotivation. Für Bibliotheken ist das Thema Lernmotivation ein perfekter Anknüpfungspunkt. In der Schule gehört Lernen zum Alltag von Kindern. Leider besitzen Lehrer und Schulen nicht die finanziellen und zeitlichen Ressourcen um diesen Aspekt ausreichend zu würdigen. Bibliotheken können die Lernmotivation unterstützen und in Kooperationen mit Schulen die Lernentwicklung von Kinder fördern. Später mehr dazu!
    Ein Aspekt von Lernmotivation ist das Thema Gamification (Gamifizierung= spielerische Elemente im Unterricht einsetzen). Zur Gamification kam ich über das Lesen von Comics. In den klassischen workbooks im Englischunterricht werden Comicpanels genutzt um systematisch Wissen zu veranschaulichen.
  2. Durch die Entwürfe des Koalitionsvertrags (in dem Gaming thematisiert wurde), bekam die deutsche Gamingbranche neuen Aufwind. Digitale Spiele sind derzeit für die gesamte Kultur und Bildungsszene ein „Hot Topic“. Diese „Welle“ stellt eine große Chance für Bibliotheken dar. Das Thema und die gesamte Branche passt sehr gut zu Bibliotheken, als bspw. Veranstaltungsort und Kooperationspartner (Testumgebung) können Bibliotheken und Games sehr gut harmonieren. Der Deutsche Computerspielepreis oder der TOMMI Kinder-Softwarepreis sind gute Beispiele, wie Vernetzungseffekte mit der Games-Branche genutzt werden können.
  3. Jugendliche sind eine der schwierigeren Nutzergruppen für klassische Bibliotheken. Spiele und Konsolen können sich viele Jugendliche nicht leisten. Die Bibliothek stellt einen Ort, in dem der Freizeitspaß und das Lernen sehr gut harmonieren kann. In Jugendzentren zu Lernen ist oft nicht möglich, weil es an lautstarker Ablenkung nicht mangelt. In der Schule ist Lernspaß nur begrenzt und je nach Engagement der Lehrer möglich. Bibliotheken bieten einen Ort an dem Jugendliche unabhängig von Interessen fündig werden. Dazu gehört auch ein umfangreiches Gamingangebot. Jeder interessenskreis von Jugendlichen wird inzwischen durch Games abgedeckt. Von künstlerischen Spielen, über sportliche bishin zu Detektivspielen ist alles dabei.
  4. In den letzten Jahren wurde Gaming durch diese Entwicklungen zunehmend für Bibliotheken ein Thema. Es blieb bei vielen die Einzelveranstaltung und der Verleih von Spielen. Der dauerhafte Zugang und die Anzahl der Personen die mit Games arbeiten sind gering. Das Grundproblem ist altbekannt: Oft engagiert sich eine einzelne Person für das Thema. Wenn diese Kolleg*in eine neue Stelle antritt, bricht das Angebot auf unbestimmte Zeit weg. Wenn Gaming als ein gleichwertiges Angebot zählen soll, muss auch der dauerhaft Zugang gewährleistet sein. Nur dann wird das Angebot angenommen und dauerhaft genutzt.
  5. Der Bereich „Gaming und VR“ ist durch verschiedene geförderte Projekte in Bibliotheken fortgeschritten. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass verschiedene Nutzergruppen reges Interesse daran haben. Große Projekte wie das Library Lab in Düsseldorf sprechen alle Nutzergruppen an und werden erfolgreich. Ohne die Förderung mit externen Geldern ist es im Rahmen kleinerer Veranstaltungen möglich erfolgreich Gamingangebote umzusetzen. Ein Beispiel hierfür ist, der VR Horror in Minden. Hier wurden durch eine Horrorveranstaltung vorrangig Erwachsene angesprochen (aufgrund der Altersfreigabe). Die Veranstaltung war sehr gut besucht.

     

  6. Ein abschließender und sechster Grund ist die Zielgruppe der Erwachsenen. Hier sind für den Freizeitbereich meist nur begrenzte Angebote zu finden, sieht man von klassischen Abendveranstaltungen ab. GAME, der Verband der deutschen Games Branche veröffentlichte das Durchschnittsalter der deutschen Gamer: 36,4 Jahre. ​Für den kontinuierlichen Anstieg seit mehreren Jahren ist unteranderem die Altersgruppe der 50+ Generation verantwortlich. ​Nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene sind Fans von Games und zocken gerne!

Teil zwei…

und meine Tipps zur Einarbeitung in das Thema kommen morgen, gleicher Blog gleiche Zeit. Ich hoffe ihr seid dabei! „Mein Weg in die Welt der Games – Erste Schritte auf unbekanntem Terrain“

 

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Plettenberg

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). Dieser Beitrag ist der letzte in der Blogreihe, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorgestellt haben. Im folgenden Beitrag hat das Bündnis Plettenberg seine Arbeit zusammengefasst und einen Einblick gegeben. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

WO?
Plettenberg liegt im Märkischen Kreis in Südwestfalen und ist mit einer derzeitigen Einwohnerzahl von ca. 26.000 Einwohnern dem ländlichen Raum zuzuordnen.

WER?
Zum Bündnis gehören die Stadtbücherei Plettenberg, die DRK-Kita „Anneliese-Pfeiffer“, das Städt. Familienzentrum Oestertal und das Kommunale Integrationszentrum des Märkischen Kreises mit Sitz in der Kreisverwaltung in Lüdenscheid.

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DIE STADTBÜCHEREI

Die Stadtbücherei Plettenberg verfügt über 4,5 Planstellen, die auf sieben Mitarbeiterinnen verteilt sind. Mit ca. 36.000 Medieneinheiten werden ca. 100.000 Entleihungen pro Jahr erzielt. In das Projekt selbst sind fünf Kolleginnen eingebunden, wobei jeweils ein bis zwei Personen an der praktischen Umsetzung der Module beteiligt sind.

Seit vielen Jahren pflegt die Stadtbücherei die Zusammenarbeit mit Kitas, Familienzentren, Schulen und dem ortsansässigen Berufskolleg. Sie hat diverse  Projekte zu Themen wie Literacy und Sprach- und Leseförderung durchgeführt und die Ergebnisse für den Einsatz im Bibliotheks- und Kitaalltag weiterentwickelt.

Im Rahmen des Projektes „Lesen macht stark: Lesen und digitale Medien“ fand eine rege Zusammenarbeit zwischen Stadtbücherei, einem der städtischen Familienzentren und einem Verein für interkulturelle Förderung statt. Es kamen digitale Elemente und deren kreative Umsetzung zum Einsatz, die Kooperationen bestehen bis heute. Zudem bietet die Stadtbücherei über viele zweisprachige Medien in zahlreichen verschiedenen Sprachen an, die rege genutzt werden.

Ausschlaggebend für die Bewerbung war die vorherige Teilnahme am Projekt „#bibreise – Digitale Kommunikation in Öffentlichen Bibliotheken“, bei dem sich die Sicht auf digitale Medien, Social-Media-Plattformen und deren Nutzung im Bibliotheksalltag nachhaltig verändert hat und die Mitarbeiterinnen sich fit genug für das Projekt „Sprachschatz“ fühlten. Die Stadtbücherei verfügte im Vorfeld über tiptoi-/TING-Medien, über ein iPad, Beamer, Laptop und Fotoapparat und führte Bilderbuchkinos mit Kinder-Apps durch. WLAN und die aktive Nutzung eines Facebook- und Instagram-Accounts gehören seit mehreren Jahren selbstverständlich zum Arbeitsalltag.

DRK-KINDERTAGESEINRICHTUNG „Anneliese-Pfeiffer“:

Alle pädagogischen Mitarbeiterinnen sind am Projekt beteiligt (Leitung, 5 Fachkräfte, 1 Integrationskraft, 1 Kinderpflegerin). Für Fortbildungen und Veranstaltungen wird die Kita geschlossen. An den Qualifizierungsrunden und Treffen des Bündnisses nehmen nach Möglichkeit drei Personen teil (Leitung und aus jeder Gruppe eine Fachkraft). An der Auftaktveranstaltung sowie an der Abschlussveranstaltung beteiligt(e) sich die Geschäftsführerin.

Die Einrichtung betreut 45 Kinder im Alter von 2-6 Jahren aus 12 verschiedenen Nationen, davon wurden zu Beginn des Projekts vier integrativ betreut. Der Anteil an Kindern mit Zuwanderungsgeschichte liegt bei 60 %. Sie ist zertifizierte Literatur-KiTa NRW.

Vor dem Projekt beschränkte sich der Einsatz von digitalen Medien in der Nutzung eines Laptops und eines Tablets (Schlaumäuse) und des dienstlichen PCs. WLAN war vorhanden.

Die DRK-Kita begründet ihre Teilnahme an dem Projekt wie folgt:

  • Bereits bestehende Kooperation mit der Stadtbücherei Plettenberg als zertifizierte Literatur-Kita NRW
  • Erfüllung aller Voraussetzungen für die Teilnahme im Vorfeld
  • Noch bessere Kooperation mit der Stadtbücherei, Nutzen/Vorteil der Ressourcen sowie das Fachwissen der Büchereimitarbeiterinnen – Vorteil
  • Wir wollen uns beständig weiterentwickeln und unsere pädagogische Arbeit verbessern.
  • Digitalisierung ist in Südwestfalen ein aktuelles Thema. Wie können wir auch schon die Kleinsten darauf vorbereiten?
  • Wir wollen uns selbst medienpädagogisch weiterbilden.
  • Besonders sprach uns der Aspekt „vom Konsumenten zum Produzenten“ an. Kinder lernen aktiv mit den Medien umzugehen und nicht nur zu konsumieren. Kinder erfahren sich selbstwirksam.
  • Der Träger/die Geschäftsführung sieht dieses Projekt als „Leuchtturm“ an, positive Außendarstellung/Werbung/Marketing…
  • Wir versprachen uns neue Hilfen/Ideen für den Erwerb der deutschen Sprache für Kinder mit Zuwanderungsgeschichte.
  • Nutzung der digitalen Medien zur Einbeziehung und Wertschätzung der Familiensprache
  • Wir versprechen uns Nachhaltigkeit des Projekts, da es wissenschaftlich begleitet und ausgewertet wird.

Für das Projekt wurde die Lexi-Gruppe ausgewählt mit 7-8 Vorschulkindern, die sich jeden Mittwochnachmittag von 14-16 Uhr treffen. So kann im Laufe des Projektes mit einer kleineren Gruppe gearbeitet werden und es stehen Räumlichkeiten für die Gruppe zur Verfügung, welches im Vormittagsbereich nicht der Fall ist.

„Das Ziel als integrative Kindertageseinrichtung ist die Teilhabe aller Kinder an Bildung. Digitale Medien begleiten jetzt bereits die Kinder im Elternhaus. Den Erzieherinnen der DRK-Kita ist es wichtig, die Kinder in der Nutzung der neuen Medien zu unterstützen und fundierte Kenntnisse darüber zu erwerben, wie diese Arbeit pädagogisch sinnvoll gestaltet werden kann.“

STÄDT. FAMILIENZENTRUM OESTERTAL:

Das Familienzentrum verfügt über insgesamt 18 Mitarbeiterinnen und eine Praktikantin. Zwei Mitarbeiterinnen mit Zuwanderungsgeschichte sind in das Projekt eingebunden. Zurzeit gibt es 70 Kinder in der Einrichtung aus 25 verschiedenen Nationen, 70 % verfügen über eine Einwanderungsgeschichte. Regelmäßig werden Flüchtlingsfamilien betreut, zu Beginn des Projektes waren es fünf Familien. Seit Beginn des Projektes wechselten die Ansprechpartnerinnen zwei Mal aus Krankheits- bzw. personellen Gründen, so dass sich der Start in das Projekt ein wenig schwieriger gestaltete. Das Familienzentrum führt das Projekt mit der Waldgruppe durch, einer Gruppe von 13-15 Kindern im Alter von 3-6 Jahren, z.T. mit besonderem Förderbedarf. Räumlich ist das Familienzentrum gut aufgestellt, sodass der Gruppe für ihre Arbeit immer ein eigener Raum zur Verfügung steht.

Die Einrichtung nimmt am Programm „Rucksack KiTa“ teil, arbeitet seit Jahren inklusiv und legt sehr viel Wert auf interkulturelle Öffnung und inklusive Arbeit.

Der Einsatz von digitalen Medien beschränkte sich vorab auf den Einsatz von Beamer und Laptop und drei PCs für dienstliche Zwecke. Ein Fotoapparat war vorhanden. Für das Projekt wurde WLAN eingerichtet und ein Tablet angeschafft. Dem Familienzentrum war dieses Projekt wichtig „um die Vernetzung untereinander weiter auszuweiten und den sinnvollen Umgang mit digitalen Medien in der Einrichtung kennenzulernen und anzuwenden.“ Des Weiteren ist dem Team „die Sensibilisierung der Kinder, Eltern und Kolleginnen zu diesem Thema sehr wichtig. “

KOMMUNALES INTEGRATIONSZENTRUM DES MÄRKISCHEN KREISES:

Im Rahmen von Migration und Integration ist das Kommunale Integrationszentrum Märkischer Kreis seit Dezember 2012 zuständig für die fachliche Begleitung und Unterstützung sowie die diversitätsbewusste Entwicklung von Institutionen und Netzwerken der 15 kreisangehörigen Kommunen.

Der Bereich der Frühen Bildung des KI ist mit zwei Vollzeitstellen besetzt und koordiniert die strukturelle, diversitätsbewusste Entwicklung von frühkindlichen Bildungsinstitutionen. Dafür werden pädagogische Fachkräfte dafür sensibilisiert, die mehrsprachige Lebenswelt der Familien und Kinder als Ressource zu betrachten, die Familiensprachen anzuerkennen und wertzuschätzen. Denn erst, wenn sich Familien und Bildungsinstitutionen über Vorstellungen, Kenntnisse, Erfahrungen und Ressourcen auf Augenhöhe austauschen, kann ein gemeinsames Erziehungs- und Bildungsverständnis entwickelt werden. An diesem Punkt setzt das KI mit den NRW-Programmen „Griffbereit“ und „Rucksack KiTa“, welche nicht nur die mehrsprachige Sprachbildung, sondern ebenfalls die Elternbildung fokussieren, an.

Bereits vor Beginn des Sprachschatz-Projektes gab es punktuelle Kooperationen und Zusammenarbeit mit einigen Bündnispartnern, beispielsweise im Rahmen des erwähnten „Rucksack KiTa“-Programms. Mit dem „Sprachschatz-Projekt sah das KI die Möglichkeit starke Netzwerkpartner im Sozialraum zu gewinnen, die Menschen vor Ort im Bereich mehrsprachige Leseförderung, Sprach- und Elternbildung zu begleiten und Bildungs-und Erziehungspartnerschaften einzugehen. Die digitalen Medien stellen hierbei einen besonders interessanten Aspekt, aber auch eine Herausforderung in der Elternbildung dar. Hier möchte das KI mit Hilfe des Projekts ein ziel- und adressatengerechtes Bewusstsein für den Umgang mit digitalen Medien schaffen. Dabei können die vielfältigen und zum Teil jahrelangen Erfahrungen der KI-Mitarbeiterinnen in diesem Bereich als Impulse an die anderen Bündnispartner vermittelt werden und diese bei ihrer Arbeit unterstützen.

Vorherige Zusammenarbeit?

Seitens der Stadtbücherei Plettenberg bestanden mit beiden Kitas bereits Kooperationsvereinbarungen, die die Zusammenarbeit regeln wie z.B. Angebot von jährlichen Fortbildungsveranstaltungen für ErzieherInnen (zuletzt zum Thema „Kinderbuch-Apps“ mit Christina Kranz),  Angebote von Medienkisten zu verschiedenen Themen, jährlicher Besuch der Vorschulkinder im Rahmen einer „Rabenparty“ bzw. zur Erlangung des „Büchereiführerscheins“, Ausrichtung von Infoveranstaltungen für Eltern und von Eltern-/Kind-Nachmittagen zum Thema Vorlesen und altersgerechte Medien, Veranstaltung von Autorenbegegnungen zur frühkindlichen Leseförderung,  Bilderbuchkinos (auch zweisprachig), Vermittlung von Vorlesepaten, Bereitstellung von pädagogischer Fachliteratur bzw. Beschaffung durch den auswärtigen Leihverkehr, Besuch der Stadtbücherei von Müttern des FZ Oestertal in Zusammenhang des Programms „Rucksack KiTa“ etc.

Mit dem Kommunalen Integrationszentrum des Märkischen Kreises wurden bereits Kontakte durch verschiedene Treffen und gegenseitige Besuche von Veranstaltungen gepflegt (z.B. zu den Themengebieten „Rucksack KiTa“, „Rucksack Schule“ und „Griffbereit“). Zudem wurden für den Ausbau der Medienbestände des „Willkommensregals für Flüchtlingsfamilien“  im Rahmen des landesweiten Programms „KOMM-AN-NRW“ finanzielle Mittel abgerufen.

Was hat im Rahmen des „Sprachschatzes“ bereits stattgefunden?

  • Gegenseitiger Besuch der vier beteiligten Einrichtungen zum Kennenlernen der jeweiligen Arbeitsweisen und Räumlichkeiten
  • Vier von fünf geplanten Qualifizierungsrunden mit dem Medienpädagogen Johannes Wentzel und Janine Ditscheid als Moderatorin. Während bei den ersten beiden Qualifizierungsrunden vorwiegend verschiedenen digitale Medien und deren Einsatzmöglichkeiten vorgestellt wurden, stand beim dritten Termin die Kooperation und die weiterführende konzeptionelle Entwicklung und Einbindung der Eltern im Vordergrund.
  • Bei der Erarbeitung von Modulen wurde in den ersten Monaten der Fokus auf den Einsatz der digitalen Medien gelegt, damit alle beteiligten Mitarbeiterinnen auf einen Stand gebracht wurden und Sicherheit im Umgang mit den angeschafften Medien erlangen konnten (Tablets, Mikrofone, Bigpoints etc.).
  • Die ersten vier Module wurden in Zusammenarbeit mit Stadtbücherei und DRK-Kita bereits durchgeführt.
  • Es gab jeweils eine Einführungseinheit in Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei in Kita oder Stadtbücherei. In den folgenden Wochen wurden seitens der Kita die Themen vertieft und praktische Erfahrungen gesammelt.
  • Das schon bestehende Konzept des Büchereiführerscheins (Vorschulkinder kommen an drei Terminen in die Stadtbücherei und lernen so spielerisch die Bestand und die Räumlichkeiten kennen) für die Vorschulkinder der DRK-Kita wurde alltagstauglich um den Einsatz von digitalen Medien (Kinder fotografieren sich und drucken anschließend im nahegelegenen Drogeriemarkt die Fotos aus) ergänzt.
  • Die beiden zuständigen Mitarbeiterinnen des Familienzentrums Oestertal treffen sich mit der „Waldgruppe“ zweimal in der Woche, zu einem dreistündigen Gang in den örtlichen Wald, einmal zur Aufarbeitung des Erlebten in der Einrichtung. Ein Teil des Projektes wird somit regelmäßig draußen im Wald durchgeführt. Die verschiedenen digitalen Medien werden mitgenommen und kommen hier situativ zum Einsatz.
  • Mit den „großen Füchsen“ der ersten Waldgruppe war das Familienzentrum Oestertal im Frühjahr 2018 in der Stadtbücherei. Hier wurde mit den Kindern gemeinsam die Bilderbuch-App „Oh, wie schön ist Panama!“ erarbeitet und sie konnten die Räumlichkeiten kennenlernen.
  • Die zweite Waldgruppe war im November 2018 in der Stadtbücherei. Die Gruppe wurde geteilt. Einem Teil wurde das Kamishibai „Frederick“ von Leo Lionni in dialogischer Form vorgelesen, die andere Gruppe beschäftigte sich mit dem Fotografieren vor dem Greenscreen und dem Ausdruck der erstellten Bilder. Für den Hintergrund wurden Fotos verwendet, die die Kinder im Vorfeld während eines Waldspaziergangs aufgenommen hatten.
  • Bei der DRK-Kita „Anneliese-Pfeiffer“ ist die Einbindung des kompletten Teams möglich, da hier die Einrichtung für die Qualifizierungsrunden etc. geschlossen wird. Dies ist in einer so großen Einrichtung wie dem Familienzentrum nur bedingt möglich. Die Akzeptanz für das Projekt und das Verständnis für den erhöhten Arbeitsaufwand der beteiligten Mitarbeiterinnen konnte im Team erhöht werden, indem bei Teamsitzungen über den jeweiligen Stand informiert wurde und die entsprechenden Medien ausprobiert werden konnten. Im Dezember fand noch eine separate Team-Info mit verschiedenen Medienstationen statt. Anschließend wurde darüber gesprochen, wie und für welche Altersgruppe sich die ErzieherInnen den Einsatz der Medien im Familienzentrum vorstellen könnten.

Verschiedene gemeinsame Aktionen wie z.B.:

  • Gemeinsamer Stand bei der Bildungs- und Integrationskonferenz des Märkischen Kreises am 20.03.2018
  • Elternnachmittag für beide Einrichtungen und öffentlich in der Stadtbücherei mit Johannes Wentzel über die „Initiative Eltern und Medien“ am 26.09.2018. War mit 28 Personen gut besucht.
  • Gemeinsamer Stand mit Präsentation der jeweiligen Einrichtung, Greenscreen-Aktion mit sofortigem Ausdruck der Bilder und Elternakquise für ein mögliches Elternmodul am Familien- und Generationentag in Plettenberg am 06.10.2018

 

Was sind die Besonderheiten des Bündnisses?

  • Zu Beginn waren die technischen Voraussetzungen in den Einrichtungen und die persönlichen Voraussetzungen im Umgang mit digitalen Medien recht unterschiedlich. Beide Einrichtungen verfügen über langjährige Erfahrung im Umgang mit Kindern mit erhöhtem Sprachförderbedarf und Kindern mit Zuwanderungsgeschichte.
  • Da Familienzentrum und Kita unterschiedliche pädagogische Ansätze haben und die räumliche und personellen Voraussetzungen (Freiräume/Vorbereitungszeit/Krankenstand) sehr unterschiedlich gelagert sind, stellte sich schon recht bald heraus, dass individuelle Konzepte entwickelt werden müssen. Dies erfordert ein erhöhtes Maß an Absprachen und Kooperation, einen erhöhten Zeit- und Arbeitsaufwand sowie einen erhöhten personellen Einsatz. Das erschwert die kontinuierliche Auseinandersetzung mit dem Projekt.
  • Die Absprache von gemeinsamen Terminen gestaltet sich aufgrund des großen Bündnisses mit vier Einrichtungen und der vollen Terminkalender schwierig und müssen lange im Voraus getroffen werden, damit „alle unter einen Hut“ gebracht werden können. Um alle zu erreichen, werden verschiedene Kommunikationswege eingesetzt. Es werden Absprachen per Mail, per Telefon, per „Doodle“ und per WhatsApp getroffen. Es gibt eine interne WhatsApp-Gruppe, in der Fotos und sonstige Infos ausgetauscht werden.

 

Wie…

geht es weiter?

  • Die ersten vier Module wurden in Zusammenarbeit mit Stadtbücherei und DRK-Kita bereits durchgeführt und befinden sich derzeit im modifizierten erneuten Durchlauf mit den neuen „Lexis“. Diese finden nun alle drei Monate statt und es fällt bereits zu Beginn auf, dass die neue Kindergruppe durch den früheren Beginn jünger ist, zum Teil einen erhöhten Aufmerksamkeitsbedarf hat und daher das Konzept noch weiter modifiziert werden muss. Es bleibt die Erkenntnis, dass ein bestehendes Konzept immer wieder individuell angepasst werden muss, je nach Alter, Gruppengröße und Förderbedarf.
  • Im weiteren Verlauf des Projektes wird nun mehr darauf geachtet die digitalen Medien in einen thematisch orientierten Kontext einzubinden und die Mehrsprachigkeit der Kinder weiter in den Vordergrund zu stellen. Hierbei sollen immer wiederkehrende Themen aus dem Kitaalltag aufgegriffen werden, wie z.B. „Jahreszeiten“ oder „Wald“, damit die erarbeiteten Konzepte nachhaltig integriert werden können.
  • Im Familienzentrum Oestertal wird das bereits bestehende Thema „Wald“ weiter aufgegriffen und durch gemeinsame Module zu Unterthemen wie z.B. „Umwelterziehung“, „Tiere“, „Pflanzen“ erweitert. Diese gilt es nun gemeinsam weiterzuentwickeln.
  • Zudem sollen die Eltern mehr in das Projekt eingebunden werden, um die Akzeptanz und den sicheren, kreativen und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu erlernen bzw. zu vertiefen. Ein geplantes separates Elternmodul wurde vorerst hintenan gestellt. In diesem sollten Medienscouts ausgebildet werden, die dann in den Einrichtungen unterstützend bei der Vermittlung von Medienkompetenz an die Eltern eingesetzt werden sollten. In den Einrichtungen soll nun erst einmal niederschwellig das grundsätzliche Interesse der Eltern geweckt werden. Daher wurde in der DRK-Kita „Anneliese-Pfeiffer“ das bestehende Format „Abends bei Tante Anneliese“ dahingehend ergänzt, dass Eltern die im Rahmen des Projektes eingesetzten Medien kennen lernen können. Leider wurde dies von den Eltern nur bedingt und beim zweiten Treffen gar nicht angenommen. Im Februar 2019 findet ein Elterncafé im Familienzentrum Oestertal statt, in welchem die Eltern die im Projekt verwendeten digitalen Medien ausprobieren und darüber ins Gespräch kommen können. Die Einbindung der Eltern in das Projekt bleibt spannend.

Gemeinsame Veranstaltungen und Aktionen des Bündnisses:

Neben den beiden noch ausstehenden Qualifizierungsrunden und der Weiterentwicklung von Modulen stand im Februar 2019 der Besuch einer Fortbildung zum Thema „Sprachentwicklung und alltagsintegrierte mehrsprachige Sprachbildung“ der Landesweiten Koordinierungsstelle für Kommunale Integrationszentren an. Weiterhin hat ein Workshop zum kreativen Einsatz digitaler Medien in Kitas und Familienzentren bei der nächsten Bildungs- und Integrationskonferenz des Märkischen Kreises in Iserlohn stattgefunden. Zudem ist eine gemeinsame Präsentation des Projektes bei der Plettenberger Runde (ein Netzwerk mit Teilnehmern aus allen Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit) in der Stadtbücherei geplant.


Ansprechpartnerin Bündnis Plettenberg:

Brigitta Schulte
Stadtbücherei Plettenberg
Alter Markt 3
58840 Plettenberg
E-Mail: br.schulte[at]Plettenberg.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:Sprachschatz_Logo_Farbe_17_12_13

Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor!- Bündnis Oberhausen

Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor!- Bündnis Euskirchen

Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Krefeld

Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor!- Bündnis Euskirchen

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). Hier veröffentlichen wir regelmäßig verschiedene Gastbeiträge, in welchen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Team Euskirchen 


Motto „Action, Action, Action

Euskirchen ist eine Kreisstadt in der Eifel mit knapp 60.000 Einwohnern, einer modernen Stadtbibliothek und 37 Kindertagesstätten.
Im Pilotprojekt Sprachschatz arbeiten die Stadtbibliothek, die städtische Kita Nordstraße und das KoBIZ, das kommunale Bildungs- und Integrationszentrum des Kreises Euskirchen, zusammen.

Die Stadtbibliothek

Die Stadtbibliothek Euskirchen beschäftigt Diplom-Bibliothekarinnen, FAMIs, Bibliotheksassistentinnen, eine Auszubildende und Bundesfreiwillige und Praktikantinnen im Umfang von ca. 10 Vollzeitstellen. Das Haus befindet sich im 2012 neu gebauten Kulturhof und verfügt über eine moderne Einrichtung mit hoher Aufenthaltsqualität. Die Stadtbibliothek zeichnet sich besonders durch großzügige Öffnungszeiten, einige medienpädagogische Vorerfahrungen und eine hohe Zahl von Bildungspartner-Angeboten aus, die mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung vom gesamten Team betreut werden. Im Projekt Sprachschatz arbeiten drei Teilzeitkräfte aktiv mit, die sich bereits vorher hauptsächlich mit der Zielgruppe jüngere Kinder und der Kinderbibliothek beschäftigt haben. Zusätzlich sorgt die Bibliotheksleitung im Hintergrund als Projektleiterin des gesamten Sprachschatz-Teams u.a. für die Organisation, Koordination und Dokumentation.

Kita Nordstraße

Die KiTa Nordstraße befindet sich in 1,5 km Entfernung von der Bibliothek. Hier werden 67 Kinder im Alter von 2 bis 6 Jahren aus sehr unterschiedlichen Herkunftsfamilien in drei Gruppen betreut. Die Muttersprachen der Familien sind neben Deutsch zurzeit Türkisch, Polnisch, Russisch, Bulgarisch, Arabisch, Kurdisch, Albanisch, Farsi, Persisch, Mazedonisch und Tigrinya. Im Projekt Sprachschatz arbeitet eine Fachkraft der Kita dauerhaft mit, die je nach Bedarf von einer weiteren Kollegin bei der Durchführung der Praxiselemente unterstützt wird.

Kommunales Bildungs- und Integrationszentrum des Kreises Euskirchen (KoBIZ)

Das KoBIZ hat 20 Mitarbeiter*innen, die sich mit den Themen Vielfalt, Diversität, Rassismen, Mehrsprachigkeit und Migration beschäftigen. Es bietet keine klassischen Migrationsberatungen, sondern hilft bei Vernetzung und Unterstützungsstrukturen für Akteure im Handlungsfeld. Die für das Projekt Sprachschatz zuständige Kollegin hat außerdem folgende Tätigkeitsschwerpunkte: Mehrsprachigkeit, Sprachbildung, Elternpartizipation. Darüber hinaus arbeitet sie an einer diversitätssensiblen und vorurteilsbewussten Entwicklung von Systemen und Menschen in den Programmen Rucksack Schule und Kita.

Insgesamt besteht das Sprachschatz-Team Euskirchen demnach aus 5 Akteurinnen in der täglichen Praxis, sowie einer „Organisatorin“ im Hintergrund.
Die Bibliothek und das KoBIZ hatten bereits vorher Kontakt im Rahmen „Runder Tische“ zur Demographie und zur Flüchtlingsarbeit in Euskirchen. Der Kontakt wurde im Rahmen des Ausbaus von „Welcome“-Angeboten durch die Bibliothek intensiviert.
Bibliothek und KiTa hatten schon vor dem Einstieg in das Projekt sporadisch Kontakt bei Bilderbuchkinos und Bibliotheksbesuchen von KiTa-Gruppen. Bibliotheks- und KiTa-Mitarbeiterinnen sind außerdem Kolleginnen als Angestellte der Stadt Euskirchen.

Ziele

Alle Partner-Institutionen erhoffen sich eine tragfähige Vernetzungsstruktur, auch übergreifend zwischen Kommune und Kreis, und dadurch u.a. eine stärkere Wahrnehmbarkeit der Institutionen als Bildungsanbieter. Diese Vernetzung soll nicht nur von persönlichen Kontakten und „Zufällen“ abhängen, sondern auch für die Träger eine gewisse Verbindlichkeit erreichen.
Daneben bedarf es weiterer Qualifizierungen der Mitarbeiterinnen in den Bereichen Interkulturalität, Pädagogik und Medieneinsatz (je nach Institution mit unterschiedlichen Schwerpunkten). Die laufende Weiterqualifizierung kommt im Arbeitsalltag oft zu kurz. Teilweise wird die Dringlichkeit von Freiräumen für solche Maßnahmen auch von den Trägern nicht so hoch wie gewünscht bewertet. Die Teilnahme an einem Projekt soll durch die höhere Verbindlichkeit für alle Beteiligten hier Maßstäbe setzen.
Ziel der Bibliothek ist die strukturierte, verbindliche und langfristige Zusammenarbeit mit Kitas ähnlich wie im Rahmen der Bildungspartnerschaften „Bibliothek und Schule“. Außerdem sollen die „Welcome“-Angebote der Bibliothek für Migranten deutlich erweitert werden, wozu auch mehr Kompetenzen des Personals im Bereich Interkulturalität und Mehrsprachigkeit erforderlich sind.

Das KiTa-Personal soll insbesondere neue Impulse für den Bildungsbereich „Sprache“ durch die intensiven Schulungen erhalten. Der Sprachschatz der Kinder soll sich erweitern und sie sollen damit eine gute Basis für ihr Leben und den Start in die Schule erhalten. Hiervon sollen besonders die vielen Kinder mit Migrationshintergrund profitieren (in der KiTa verfügen ca. 85% aller Kinder über eine andere Muttersprache als Deutsch).

Für das KoBIZ ist die Förderung von Mehrsprachigkeit eines der zentralen Themen. Je früher diese Förderung ansetzt, umso besser vollzieht sich die sprachliche Entwicklung des Kindes sowohl in der Muttersprache als auch in der Zweit- oder Drittsprache. Das Kommunale Integrationszentrum (KI) spielt dabei eine wichtige Rolle bei der Vermittlung von Angeboten zur Entwicklung eines positiven Umgangs mit Mehrsprachigkeit. Diese sind angepasst an die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Einrichtung. Die engere Vernetzung mit der Stadtbibliothek Euskirchen sowie mit der KiTa Nordstraße soll tiefere Einblicke in die Akzeptanz und Wirkung des Einsatzes neuer Medien in der Kinder- und Elternbildungsarbeit geben. Ziel des KoBIZ ist es, die aus dem „Sprachschatz“ gewonnenen Kenntnisse zu multiplizieren und in bestehende Projekte wie z.B. „Rucksack-KiTa“ und „Rucksack-Grundschule“ einfließen zu lassen.

Umsetzung

Das Sprachschatz-Team Euskirchen hat sich auf Vorschulkinder „spezialisiert“. Jeweils ein Schuljahr lang kommt eine feste Gruppe von bis zu 16 Kindern regelmäßig in den Genuss neuer (medien-)pädagogischer Aktivitäten sowohl in der Kita als auch in der Bibliothek. Auch deren Eltern werden mindestens einmal pro Halbjahr eingeladen und einbezogen. Die Kinder werden zu Beginn verbindlich von ihren Eltern zu der Gruppe angemeldet. Das ist allein aufgrund der sehr unterschiedlichen Deutschkenntnisse der Familien schon sowohl bei der Erläuterung der Modalitäten eine Herausforderung, als auch bei Einladungen zu medienpädagogischen Elternnachmittagen in die Bibliothek. Auch die eingeschränkt zur Verfügung stehenden Personalkapazitäten der beteiligten Institutionen machen wechselseitige Besuche und regelmäßig benötigte Planungstreffen nicht einfach. Insgesamt ist der Organisationsaufwand sowohl für die Umsetzung vor Ort, als auch für die mit einem Pilotprojekt verbundenen Dokumentations- und Anwesenheitserfordernisse sehr hoch.
Trotzdem gilt für das Team Euskirchen: hier wird bei jeder Qualifizierungsrunde mit viel Lust Neues ausprobiert und in den Wochen danach sofort praktisch mit den Kindern umgesetzt. Es wurden bereits eine Vielzahl an Modulen durchgeführt: fotografieren und laminieren, Geräusche raten, Stop-Motion Filme erstellen, Kamishibai selbst gestalten, mehrsprachige Bilderbuchkinos erleben, Book Creator App nutzen, interaktive Bücher ausprobieren, Elternnachmittage und vieles mehr. Weitere unterschiedliche Module mit z.B. Schattentheater oder Lego Education sind in Arbeit.

 

Ausblick

Langsam kristallisieren sich aus Sicht der Bibliothek erste Ideen heraus, wie das Projekt in Zukunft trotz des relativ hohen Arbeitsaufwands nachhaltig auch anderen Kitas zugutekommen könnte. Sicher wird es für die Bibliothek weder personell noch räumlich möglich sein, alle Vorschulkinder aus den 37 Kitas vor Ort (neben den Bildungspartnerangeboten für 22 Schulen) regelmäßig zu „bespaßen“. Wir denken eher an Multiplikatorenschulungen für das Personal der Kitas und Bereitstellung von Technik, Medien und Knowhow. Mehr soll aber hier noch nicht verraten werden…

Stand September 2018 J. Rittel Stadtbibliothek Euskirchen

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Bergneustadt

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Bergneustadt

Das Bündnis Bergneustadt besteht aus drei Institutionen. Insgesamt fünf Personen arbeiten an dem Projekt Sprachschatz und gestalten es für Bergneustadt.

a) Stadtbücherei Bergneustadt

Wir sind eine kleine Stadtbücherei mit ca. 18.000 Medieneinheiten, 1,34 Personalstellen und 30 Öffnungsstunden. Seit zwei Jahren befindet sich die Stadtbücherei in einem Haus mit der Grundschule in Bergneustadt. Zahlreiche Aktionen zum Thema Sprach- und Leseförderung wie z.B. Lesetraining, Schülercenter, Büchereiführerschein, Bilderbuchpreis, Lesestart, Sommer- und JuniorLeseClub, Vorlesestunden, Ferienspaß, diverse Klassenführungen, Rallyes u.v.m. werden seit vielen Jahren in der Stadtbücherei angeboten. Die Zusammenarbeit mit allen Kindertagesstätten vor Ort ist sehr intensiv.

In unserer Bücherei begegnen wir – vor allen Dingen seit dem örtlichen Zusammenschluss mit der Grundschule – vielen Kindern mit Migrationshintergrund. Einige sprechen ein akzentfreies Deutsch, viele andere sprechen weder Deutsch noch können sie sich in ihrer Muttersprache einwandfrei artikulieren.

Das Projekt bedeutet eine große Herausforderung für uns, da es in diesem kleinen Betrieb definitiv „on top“ passieren muss. Eigentlich gibt es keine personellen Kapazitäten! Aber es passt hervorragend in unsere Zielsetzung, stellt die Stadtbücherei in einen positiven Kontext und zeigt, dass Büchereien mehr bieten als bloße Ausleihe. Außerdem gibt es uns die Möglichkeit, digitale Medien finanziert und deren Anwendung in Schulungen mit Medienpädagogen genau erklärt zu bekommen.

b) Johanniter Kindertagesstätte Talstrasse

Die KiTa Talstrasse ist mit 80 Plätzen für Kinder von 2-6 Jahren die zweitgrößte KiTa  in Bergneustadt. In vier Gruppen werden die Kinder von insgesamt 18 Fachkräften betreut. Neben drei Gruppen- und Nebenräumen steht für die Waldgruppe ein Aufenthaltswagen zur Verfügung, der sich auf einem Außengelände befindet.

Ein großer Anteil der Kinder kommt aus Familien mit Migrationshintergrund. Zudem gibt es einige Familien, die an der Armutsgrenze leben. Diesen Kindern soll eine Perspektive eröffnet werden und auf diesem Weg in Begleitung integrativ gefördert werden.

Dazu gehören auch der Besuch der Bücherei und der Umgang mit Medien. Da Partizipation einen hohen Stellenwert bei den Johannitern hat, kann dieses Projekt den Kindern helfen schneller integriert zu werden.

Der Kindergarten hat sich die spezielle Förderung von Kindern in diesen Altersgruppen zur Aufgabe gemacht. Dazu gehören Bewegungsförderung, Förderung der Feinmotorik und nicht zuletzt auch die Sprachförderung.

Die Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei ist seit vielen Jahren sehr eng. Die beiden Institutionen liegen fußläufig beieinander. So kann auf kurzem Weg vieles geklärt werden und die Kinder entwickeln eine enge Bindung zur Bücherei.

c) Kommunales Integrationszentrum Oberbergischer Kreis

Viele Menschen, die im Oberbergischen Kreis leben, verfügen über Zuwanderungserfahrung und bereichern seit vielen Generationen die gesellschaftliche Entwicklung in sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht.

Das Kommunale Integrationszentrum des Oberbergischen Kreises kann somit auf eine lange Integrationstradition vor Ort und auf einen großen Erfahrungsschatz im Zusammenleben und Arbeiten mit zugewanderten Menschen zurückgreifen.

Die Mitarbeiter*innen im KI sind auf aktuelle Fragen des interkulturellen Zusammenlebens und der Integration von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft fachlich spezialisiert. Wir setzen uns im gesamten Kreisgebiet dafür ein, dass Integration im Sinne von Chancengleichheit und Teilhabe sowie das Zusammenleben in Vielfalt gelingen.

Darüber hinaus ist es uns ein großes Anliegen Kinder in ihrer Mehrsprachigkeit zu fördern und Mehrsprachigkeit als Ressource zu sichern.

Was ist unser Ziel – weshalb haben wir uns beworben?

Jede Institution innerhalb unseres Bündnisses arbeitet an dem Ziel, Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen. Die Bevölkerung von Bergneustadt besteht zu 42 % aus Menschen, die einen Migrationshintergrund haben. Der Anteil der Eltern mit niedriger formaler Bildung ist in Bergneustadt sehr hoch und die Deutschkenntnisse der Kinder mit Migrationshintergrund werden insgesamt schlecht bewertet. Die Chancen dieser Kinder müssen daher verbessert werden und sie sollen die Möglichkeit erhalten intensiver am alltäglichen gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dafür ist eine frühe sprachliche Förderung unumgänglich.

Diese Faktoren waren ausschlaggebend für die Bewerbung an dem Projekt „Sprachschatz“. Die Förderung von Sprache in Kombination mit digitalen Medien erschien uns sowohl sinnvoll als auch nach ganz viel Spaß für die Kinder. Dieses Projekt ist genau der richtige Weg, um die Kinder dort abzuholen, wo sie sich begeistern lassen und sie an digitale Medien in einem sinnvollen Kontext heran zu führen.

Integration durch Bildung – das Ganze bitte mit hohem Spaßfaktor! Das klingt nach einem System, das funktionieren könnte!

Schwerpunkt – Vorgehensweise – Erfahrungen

Als das Bündnis Bergneustadt die Zusage bekam an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen war die Freude bei allen Beteiligten riesig groß! Die Auftaktveranstaltung in Essen lieferte uns einiges an Hintergrundwissen. Durch die Beteiligung an den unterschiedlichen Workshops erkannten wir die große Themenvielfalt der digitalen Medienlandschaft. Verstärkt wurde diese Freude durch die erste Qualifizierungsrunde, die nur drei Wochen nach der Auftaktveranstaltung stattfand: Es ist einfach unglaublich, wie viele Möglichkeiten es gibt mit den unterschiedlichsten Medien zu arbeiten!

Während der folgenden, monatlich stattfindenden, Bündnistreffen wurden diese Möglichkeiten analysiert, bewertet, ausprobiert und teilweise wieder verworfen. Es wurden immer wieder neue Ziele definiert, um dann irgendwann festzustellen, dass es für uns nur ein großes Ziel gibt: die Sprachförderung. Diese soll mit digitalen Medien erreicht werden und Mehrsprachigkeit beinhalten.

Im Februar 2018 fand die zweite Qualifizierungsrunde statt; leider mit nur drei Bündnisteilnehmern statt. Wir ließen uns wieder von Vorschlägen des projekteigenen Medienpädagogen Tom Birke begeistern. Aber erneut kamen Zweifel auf: vieles erschien uns zu schwierig, einiges zu umfangreich oder zu wenig sprachbezogen. Trotzdem wollten wir die Theorie endlich in die Praxis umsetzen und entwickelten einen Projektdurchlauf, der aus vielen unterschiedlichen Modulen bestand.

Die Kinder der Sprachfördergruppe hatten fünf Tage die Möglichkeit, die Bücherei kennenzulernen. Sie durften mit Tablets und Kameras fotografieren, bekamen ein Bilderbuchkino geboten und spielten die einzelnen Szenen des Buches „Papa kann fast alles“ nach. Dabei filmten sie sich gegenseitig. Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen waren mit Begeisterung bei der Sache! Innerhalb von einer Woche hatten die Kinder ein breites Medienangebot kennengelernt und ausprobiert.

Aber rechtfertigt der sprachliche Erfolg diesen extrem hohen Personalaufwand? Wir kamen zu dem Ergebnis, dass dieses Konzept nicht nachhaltig funktionieren kann, da es sowohl für eine kleine Stadtbücherei als auch für eine kleine KiTa zu personalintensiv ist. Neben der Personalkapazität kommt erschwerend hinzu das nur der Freifunk der Schule als WLAN genutzt werden kann. Mit der WLAN Situation ist intensive Arbeit mit dem Tablet und die verschiedene Arbeiten mit dem Kreativtonie nur mit erheblichem zeitlichen Aufwand umzusetzen. Es stellte sich schließlich heraus, dass die Konzepte, wenn sie dauerhaft funktionieren sollen, möglichst einfach gestaltet sein müssen. Auch weitere Institutionen sollen diese ohne großen Aufwand übernehmen können. Für Bibliotheken kann es zusätzlich sinnvoll sein, dieses Konzept mit mehreren KiTas durchzuführen. Nur so kann eine flächendeckende Sprachförderung möglich gemacht werden.

Dabei kam uns tatsächlich der Gedanke, ob die Sprachförderung auf der Basis von Wimmel- und Bilderbüchern nicht tatsächlich am einfachsten, schnellsten, preiswertesten wäre.

Im nächsten Durchgang ist geplant, dass die Module innerhalb eines Jahres mit der Sprachfördergruppe umgesetzt werden können. Die Kinder werden 5-6 Mal in die Stadtbücherei kommen und dürfen unterschiedliche Medien ausprobieren. Anschließend nehmen sie diese mit in die KiTa, um sie dort selbstständig zu nutzen und zusätzlich anderen erklären zu können. Die Sprachförderung erfolgt durch gezielte Kommunikation, in der Medien gezeigt und ausprobiert und Begriffe erklärt werden. Im nächsten Schritt sollen die Kinder ihr Wissen weitergeben: Sie sind die „Experten“ und kommunizieren mit ihren Freunden unter Verwendung der zuvor erlernten Begriffe. Auf diese Weise probieren sie vom Buch bis zum Tablet die unterschiedlichsten Medien aus und müssen (wollen!) im Anschluss darüber kommunizieren!

 


Ansprechpartner Bündnis Bergneustadt:

Brigitta Wenzel
Stadtbücherei Bergneustadt
Goethestr. 13
51702 Bergneustadt
E-Mail: info[at]stadtbuecherei-bergneustadt.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

Sprachschatz_Logo_Farbe_17_12_13Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Krefeld

Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Krefeld

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Als zweites stellt das Bündnis Krefeld seine Arbeit vor und einen Ausblick auf das nächste Jahr geben. Im Februar wird das nächste Bündnis folgen. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Krefeld

Das Projekt Sprachschatz begann für mich persönlich im Jahr 2017 mehr oder weniger in dem Moment, als ich die Zusage für meine Stelle in der Mediothek Krefeld erhielt. Denn schon kurz danach schrieb mir meine neue Chefin eine liebe Willkommens-Mail, in der sie unter anderem fragte, ob ich bereit wäre am Projekt teilzunehmen. Nachdem ich mir die Informationen angesehen hatte, war ich gleich begeistert, denn multimedial, multilingual und kreativ mit KiTa-Kindern zu arbeiten klang nach einer spannenden Kombination.

Für mich bedeutete das nun, dass ich ab dem ersten Arbeitstag in Krefeld im Projektteam mitarbeiten durfte. Unser Projektteam ist relativ groß, aus verschiedenen Fachrichtungen die sich sehr gut ergänzen. Zum einen die fabelhaften und gut organisierten Erzieherinnen aus der KiTa Kuhleshütte, die sprachlich begabten Mitarbeiter*innen des kommunalen Integrationszentrums (KI) und das Sprachschatz-Team der Mediothek. Bei uns in der Mediothek sind das Katja Wiefel (Bibliothekspädagogin), Petra Düro-Förster (Leiterin der Kinderbücherei), Simon Hoffmann (stellvertretender Bibliotheksleiter), Conny Klähn, Holger Reiners (Techniker im Team) und meine Wenigkeit, Annika Siever.

Unterstützt werden wir dabei  unteranderem von den Mitarbeitern der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken NRW, Medienpädagogen und unserem Kooperations-Coach Frau Ditscheid.

Viele Menschen – ein Team wächst.

Wir mussten uns erstmal alle kennenlernen und die ersten Schritte in Richtung Kooperation gehen. Dass dabei nicht immer alles rund läuft, ist kein Wunder. Alle beteiligten Personen und auch die Institutionen arbeiten verschieden, sodass zuerst ein gemeinsamer Nenner gefunden werden musste.

Das war auch zunächst nicht so leicht, denn das Projekt „Sprachschatz“ bietet sehr viel Freiraum für Ideen und hat nur sehr wenige Einschränkungen. Es gibt so gut wie keine praktischen Detailvorgaben, das heißt, einen Organisationsrahmen und Grundsätze für unsere Arbeit haben wir uns erst einmal selbst geschaffen.

In den ersten Meetings haben wir uns darauf geeinigt, zunächst eine Art „Testphase“ zu starten. Dazu legten wir mehrere, ca. monatlich stattfindende, Termine fest, an denen wir mit einer Gruppe von Kindern arbeiten wollten. Ganz bewusst wählten wir hierfür nicht die Vorschulkinder, da es für diese Altersgruppe bereits viel Programm allgemein und auch schon Aktionen gemeinsam mit der Mediothek gibt. Wir suchten uns also die „mittleren“ Kinder (Altersgruppe der Vier- bis Fünfjährigen) aus.

Der Gedanke war, die KiTa-Kinder an den festgelegten Terminen mit einem Koffer voller Medien, Geräte oder Materialien zu besuchen, um Verschiedenes spielerisch auszuprobieren bzw. zu erlernen. Dabei wollten wir auch sehen, welche Medien überhaupt interessant für die Kinder sind.

Wir haben uns natürlich neben unserem tollen Koffer auch noch was ganz besonderes für die Kinder ausgedacht: unsere Kollegin Frau Düro-Förster hat extra für den Sprachschatz zwei Lieder gedichtet, die wir auf bekannte Melodien am Anfang und Ende jedes Termins gesungen haben, um gewohntes und neues zu verbinden. Daher stammt auch der Name der Kindergruppe der KiTa „Sprachschatzfinder-Medienkinder“, mit der wir zusammenarbeiten.

Sprachschatzfinder-Medienkinder: Sprache und digitale Medien schließen sich nicht gegenseitig aus

Unsere Ziele

Mit dem Projekt wollen wir den Kindern Möglichkeiten geben, sich auf vielfältige, multimediale und multilinguale Weise eigenständig weiterzuentwickeln. Dazu gehört vor allem kreativ sinnvolles Arbeiten sowohl mit digitalen, als auch analogen Medien in einem spielerischen Rahmen. Damit möchten wir einen gesellschaftlichen Beitrag leisten, um Medienkompetenz, soziale Fähigkeiten, kreatives Interesse, Sprachgefühl und -vielfalt bei den Kindern zu stärken. Dazu gehört aber auch, dass wir Eltern über diese Themen informieren und dafür sensibilisieren wollen.

Eine Idee wächst zu einem Schmetterling

Zunächst begannen wir mit interaktiven Büchern (Tiptoi und Carlsen Clever), bei denen die Kinder in Kleingruppen von jeweils einem Erwachsenen betreut, mit Tiptoi-Stift und Smartphone-App zum Buch spielen durften. Dabei hatten die Kinder zwar Spaß, doch der Ablauf war noch relativ chaotisch, da die Gruppenverteilung nicht gut und der Rahmen nicht geeignet war, um eine Wohlfühl-Atmosphäre zu bieten.

Der zweite Termin mit dem Thema „Fotografieren“ wurde daher etwas strukturierter geplant und war für die Kinder ein gelungenes Erlebnis. Jedoch fehlte noch immer ein roter Faden.

Daher beschlossen wir den Ansatz zu verändern, was uns letztendlich zum Erfolg führte. Wir nahmen uns ein Thema vor („Die kleine Raupe Nimmersatt“), das wir längerfristig auf verschiedenen medialen und sprachlichen Ebenen mit den Kindern bearbeiten wollten. Das Modul, das wir erarbeiteten, dehnte sich über zwei unserer monatlichen Termine und mehrere kleinere wöchentlich stattfindende Aktionen aus. Beim ersten Termin wurde das Thema zunächst auf analoger Ebene mit dem Fokus auf Sprachbildung bearbeitet. Hierzu gehörten z.B. Fantasiereisen, gemeinsames Lesen des Bilderbuchs (in verschiedenen Sprachen), kreative Aspekte (Schmetterlinge malen, Raupen kneten etc.), eine Schminkaktion oder die Zubereitung eines eigenen Obstsalats. Beim zweiten Termin konnten die Kinder einen eigenen Stop-Motion-Film über die Raupe Nimmersatt erstellen. Auch weitere digitale Aspekte, wie z.B. digitales Malen auf dem Tablet oder Fotografieren mit dem Smartphone waren Bestandteile weiterer Aktionen. Ziel dabei war es, gleichzeitig Medienkompetenz zu fördern und geeignete Sprachanlässe zu geben.

Am Ende feierten wir mit den Kindern ein grandioses Abschlussfest mit Tanz, mehrsprachigem Gesang, Knabbereien und natürlich dem selbstgemachten Stop-Motion-Film.

Der Abschied fiel sehr schwer, da nun im neuen KiTa Jahr eine neue Gruppe gebildet wird, die ein ähnliches Modul erleben darf. Auch die Kinder waren traurig, dass die Sprachschatzfinder-AG vorbei ist. Ein Mädchen hat sogar geweint und war nur damit zu trösten, dass sie uns ja auch in der Mediothek besuchen kommen kann.

Auf dem Sommerfest der KiTa Kuhleshütte waren wir dann nochmal mit unserem Bookbike zu Besuch und haben einige unserer Sprachschatz-Kinder wiedergetroffen.

Das Gerüst steht, jetzt wird ausgebaut!

Im nächsten Planungsabschnitt wollen wir dann auch noch einmal die Eltern stärker von Anfang an mit einbinden, um über Mediennutzung, Medienerziehung und Sprachbildung zu informieren. Ein Elternnachmittag fand zwar schon statt, doch es gibt diesbezüglich noch deutlich mehr Möglichkeiten die Eltern auch in die Sprachschatzfinder-AG miteinzubeziehen.

Wir starten also mit einer guten Basis und vielen Möglichkeiten das Konzept im Detail zu verbessern in die nächste aktive Phase und freuen uns schon riesig auf die neuen Sprachschatzfinder.

Was wir innerhalb des Projekts noch machen, ist hier auf dem Blog der Fachstelle oder auch auf unserem Blog nachzulesen.

Annika Siever
Mediothek Krefeld



Ansprechpartner Bündnis Krefeld:

Simon Hoffmann
Mediothek Krefeld
Theaterplatz 2
47798 Krefeld
E-Mail: simon.hoffmann[at]krefeld.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

Sprachschatz_Logo_Farbe_17_12_13

Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Als erstes wird das Bündnis Ochtrup seine Arbeit vorstellen und einen Ausblick auf das nächste Jahr geben. Anfang Januar wird das nächste Bündnis folgen. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Ochtrup

Als Vertreter aus dem Münsterland ist Ochtrup beim Pilotprojekt „Sprachschatz“ dabei. Ochtrup liegt im Kreis Steinfurt im nordwestlichen Münsterland an der Grenze zu Niedersachsen und hat rund 20.000 Einwohner. Zum Bündnis gehören die Bücherei St. Lamberti Ochtrup, der Caritaskindergarten „Der kleine Prinz“ und das Kommunale Integrationszentrum für den Kreis Steinfurt.

Bücherei St. Lamberti Ochtrup:

Die Bücherei St. Lamberti ist eine der „Vertragsbüchereien“ im Bistum Münster. Das heißt, Träger ist die Kirchengemeinde St. Lambertus, aber die Bücherei erfüllt – vertraglich und finanziell mit der Stadt Ochtrup geregelt – die Aufgaben einer Stadtbücherei für Ochtrup. Die Bücherei hat rund 40.000 Medieneinheiten und rund 140.000 Ausleihen im Jahr 2017.

Die Bücherei ist hauptamtlich mit 2,0 Personalstellen ausgestattet, die mit einem Diplom-Bibliothekar als Leitung und zwei Fachangestellten mit je einer halben Stelle besetzt sind. Zum Team gehören zusätzlich rund 44 Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen.

Unmittelbar am Projekt Sprachschatz sind von der Bücherei die drei hauptamtlichen Mitarbeiter*innen beteiligt.

Im Jahr 2017 war die Bücherei St. Lamberti Ochtrup an dem Projekt „Digital Storytelling“ beteiligt, das mit einer Landesförderung zusammen mit den Büchereien in Borken, Geldern und Raesfeld durchgeführt wurde. Aufgrund der dort gemachten Erfahrungen war es für das Team schnell klar, dass sich das Projekt Sprachschatz unmittelbar an dieses Projekt anknüpfen lässt, zumal bereits ein Teil der technischen Ausstattung in der Bücherei zur Verfügung stand. Reizvoll ist vor allem die Umsetzung im Kindergartenbereich, die im Projekt von dem Medienpädagogen Johannes Wenzel begleitet wird.

Was wir bereits gemacht haben:

Neben der Nutzung des Tiptoi-Stiftes, der „Talker“ und eines iPads in der KiTa stand als erstes größeres Modul die Umgestaltung der Büchereiführungen für die Vorschulkinder auf dem Programm. Das bisherige Programm wurde um eine digitale Komponente erweitert. Weitere Änderungen sind bereits angedacht, jedoch noch nicht umgesetzt.

Sehr gut angenommen von den Kindern in der KiTa wurden auch die BeeBots der Bücherei.  Gerade stillere Kinder konnten hier ihr Können zeigen und anderen die Logik des Programmierens erklären.

Im September 2018 wurde eine Gesamtteam-Sitzung der KiTa in die Bücherei verlegt.  Ziel war es das gesamte Team der KiTa in dem Prozess einzubinden und mitzunehmen. Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Projektes stand vor allem das Ausprobieren aller Möglichkeiten für die Erzieherinnen der KiTa auf dem Programm. Dafür standen an mehreren Stationen BeeBots, Trickfilmstationen, ein Green Screen, Tiptoi-Stifte, Anybookreader, sprechende Riesenklammern und Tablets mit ausgewählten Kinderapps zur Verfügung.

Kommunales Integrationszentrum Kreis Steinfurt:

Das Kommunale Integrationszentrum (KI) Kreis Steinfurt ist Teil eines landesweiten und flächendeckenden Netzwerkes zur Förderung der Integration in den Kommunen. Die kommunalen Integrationszentren werden von einer landesweiten Koordinierungsstelle (LaKI) fachlich beraten und im Informationsaustausch mit anderen Kommunalen Integrationszentren begleitet.

Das Kommunale Integrationszentrum Kreis Steinfurt ist als Sachgebiet Teil der Stabstelle und damit direkt dem Landrat zugeordnet. Das Team des KI ist mit derzeit vierzehn Kolleg*innen multiprofessionell aufgestellt und arbeitet in unterschiedlichen Handlungsfeldern und Projekten, überwiegend im Bildungsbereich. Ein Bereich ist die Frühe Bildung, in dem auch das Projekt „Sprachschatz“ angesiedelt ist.

Am Sprachschatzprojekt beteiligt ist vom KI unmittelbar eine Person, die vernetzt ist mit den anderen KI Mitarbeiter*innen der anderen Sprachschatzbündnisse.

Bei den Bündnissen „Sprachschatz – Bibliothek und Kita Hand in Hand“ steht die Vermittlung von Sprachbildung und Medienkompetenz unter besonderer Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit von Familien und Kindern im Mittelpunkt. Das Projekt richtet sich an eine breite Zielgruppe mit besonderem Augenmerk auf Geflüchtete und Kinder mit Migrationshintergrund. Das KI bringt in die lokalen Workshops Impulse aus der Arbeit mit mehrsprachigen Materialien und Projektideen ein.

Caritaskindergarten „Der Kleine Prinz“:

Der Caritaskindergarten „Der Kleine Prinz“ betreut insgesamt 64 Kinder im Alter von 0-6 Jahren, davon zurzeit 9 Kinder mit einem heilpädagogischen Förderbedarf. Die Kinder werden in 4 altersähnlichen Gruppen von insgesamt 12 Erzieherinnen, mehreren Praktikant*innen und einer freigestellten Leiterin betreut, wobei Inklusion ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist. Deshalb gehören auch eine Motopädin und eine Logopädin zu unserem Team.

Das soziale Umfeld des Kindergartens ist geprägt von einem stabilen Wohngebiet mit vielen Einfamilien- und Doppelhäusern. Auch wenn wir wenige Kinder mit einem Migrationshintergrund betreuen, haben wir uns bewusst für die Kooperation mit der Bücherei im Projekt Sprachschatz entschieden. Sprachförderung findet nach unserem Selbstverständnis den ganzen Tag statt, sie mit digitalen Medien zu unterstützen fanden wir reizvoll auch wenn es komplettes Neuland war. Zudem ist das Thema digitale Medien in der KiTa recht umstritten.

Weil die Einrichtung keine einzelne Projektgruppe Sprachschatz bilden wollte, sondern die digitale Arbeit flächendeckend und altersübergreifend in ihre Arbeit einbeziehen möchte, nehmen nun 3 Kolleginnen aus drei verschiedenen Gruppen und die Leiterin an den Treffen teil. In den Teamsitzungen berichten wir laufend über den Fortschritt des Projektes. Damit alle übrigen Mitarbeiter*innen des Kindergartens wissen, wovon wir reden und selbst erleben, was mit digitaler Unterstützung möglich ist, schulten wird im Rahmen einer Teamsitzung auch das gesamte Team.  Dort konnten alle die Materialien ausprobieren. Wir zeigten gute Apps und sorgten so für viel Transparenz im Team.

Von Beginn an wurde geschaut, wie wir die digitalen Medien altersübergreifend in der KiTa einsetzen können. So zeigten sich durchaus auch Einsatzfelder im u3-Bereich, z.B. indem die Talker (Big Points) nicht mehr nur den Speiseplan, sondern auch Tiergeräusche oder eine Jesusgeschichte abspielten. Direkt nach dem Start des Sprachschatzprojektes gab es vom Caritasverband des Bistums Münster einen Wettbewerb zum Thema: „Die digitale Agenda der Caritas- wie digitales das Arbeitsfeld verändert“.

Der Kindergarten hatte die Idee, das Projekt im Kindergarten und die dahinterstehende Idee zu beschreiben und deutlich zu machen, dass schon im Kindergartenalter die digitalen Medien zum Alltag gehören. Die Aufgabe von Pädagogen*innen ist es, die Lebenswelt der Kinder aufzugreifen und diese Medien in der Arbeit ganz selbstverständlich zu integrieren. Zudem bieten viele digitale Dinge gerade Kindern mit Behinderung in unserer KiTa eine größere Chance an Teilnahme an der Gesellschaft. Unsere Bewerbung wurde sehr gelobt und mit dem 2. Platz belohnt, der mit 6000 Euro Preisgeld dotiert war.

Im Rahmen des Projektes nutzen wir die Gelegenheit viele digitale Medien, die im Besitz der Bücherei sind, zu testen, bevor selbst „eingekauft“ wurde: Tablets für jede Gruppe, ein digitales Mikrophon, ein digitales Mikroskop, Tiptoi Materialien und eine gute Kamera sind die ersten Dinge die wir für den Kindergarten von dem Preisgeld kaufen können. Der KiTa ist es zudem wichtig, dass zeitgleich mit der Anschaffung der Medien ein medienpädagogisches Konzept entwickelt wird, damit klar ist, was und warum wir mit welchem Ziel machen.

Um das Projekt tiefer in unsere alltägliche Arbeit einzubinden, veranstalteten wir im Frühjahr zusammen mit den Bündnispartnern einen Elternabend. Es wurde vor allem deutlich gemacht, wie sinnvoll digitale Medien von Kindern genutzt werden können und nicht immer nur die Bedrohung durch die digitalen Medien zum Thema hatte. Als zertifiziertes Familienzentrum liegt uns die Familienbildung sehr am Herzen. Deshalb ist auch eine digitale Mitmachaktion für Eltern und Kinder im nächsten Monat geplant. Dabei sollen gemeinsam die kreativen Möglichkeiten der digitalen Welt erlebt werden.

Eines steht zur Halbzeit des Projektes fest: Es gibt nur wenige KiTas, die sich mit digitalen Medien beschäftigen. Die Tatsache, dass „Der kleine Prinz“ es tut, bereichert ungemein und bringt uns eine große Öffentliche Wirkung und ein enormes Interesse weit über das Sprachschatzprojekt hinaus.

Das 2. Jahr Sprachschatz

In der nächsten Zeit beschäftigen wir uns als Bündnis mit dem Thema Audioaufnahmen, bspw. mit dem Kreativ-Tonie und dazu einen Eltern-Kind-Nachmittag. Besonders am Beispiel der Audioaufnahmen zum Kreativ-Tonie wird uns jetzt schon deutlich wie sinnvoll die Erarbeitung im Team ist. Hinweise zur Lösung von Problemen, bspw. durch die Nutzung einer Schnitt- bzw. Bearbeitungssoftware, und die Weiterentwicklung des Konzepts sind für das Erreichen unseres gemeinsamen Ziels wichtig.



Ansprechpartner Bündnis Ochtrup:

Olaf Lewejohann
Bücherei St. Lamberti
Marktstraße 8
48607 Ochtrup
E-Mail: lewejohann[at]bistum-muenster.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

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Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt