Alle Artikel mit dem Schlagwort “Bibliothekskonzept

Bibliotheksmanagement

Kommentare 0

Bibliotheken im Ausland – „Biblo Tøyen“ – für Erwachsene verboten (Teil 5)

Biblo Tøyen in Olso wurde als erste Jugendbibliothek Norwegens im Dezember 2017 eröffnet. Eingerichtet hat sie der niederländische Architekt Aat Vos. Die Bilder, die wir im Internet sahen, weckten sofort unsere Neugierde und warfen gleichzeitig Fragen auf. Was hat die Deichmanske bibliotek dazu bewogen, diese Zweigstelle einzurichten? Grund genug, 2018 einen privaten Besuch in Norwegens Hauptstadt mit einem Besuch der Jugendbibliothek Biblo Tøyen zu verbinden.

Im Nachhinein hat es sich als großes Glück herausgestellt, dass meine Freundin vor Ort zum Telefonhörer griff und eine private Führung organisierte. Und so wurden wir sehr freundlich zur verabredeten Zeit empfangen. Das erste jedoch worauf wir hingewiesen wurden, war das „Stop-Schild“ auf dem Boden: bis hierher und nicht weiter! Diese Bibliothek gehört den Jugendlichen im Alter von 10 bis 15 Jahren! Zu normalen Öffnungszeiten hätten wir die Bibliothek überhaupt nicht betreten dürfen. Eltern, andere Erwachsene, jüngeren oder älteren Kindern wird der Zutritt konsequent verwehrt. Einfach einmal vorbeischauen und durchschlendern geht nicht. Es wurde uns versichert, dass man es ernst meine mit dieser Regel. Denn sie ist Teil eines ganz besonderen Konzepts.

Als nächstes hieß es „Schuhe ausziehen“. Für jeden, der in Norwegen schon einmal einen privaten Besuch gemacht hat, ist dies nicht ungewöhnlich. Automatisch zieht jeder die Schuhe aus, wenn er über die Türschwelle tritt. Und da die Kids die Bibliothek als ihren ganz speziellen Ort empfinden sollen, heißt es eben auch hier „Schuhe ausziehen“ – auch für zwei Besucherinnen, denen ausnahmsweise Zutritt gewährt wird.

Die übrigen Regeln waren schnell erklärt. „Wir erwarten einen respektvollen Umgang miteinander.“ Und – man höre und staune – es darf nicht laut werden (Ausnahmen bestätigen die Regel, wurde augenzwinkernd ergänzt. Zum Beispiel bei einer Klassenführung, wenn die Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal die Bibliothek erkunden. Dann dürfen sie 10 Minuten laut kreischend die unbekannten Räumlichkeiten durchstreifen). Jeder muss sich für die Bibliothek und ihre Einrichtung verantwortlich fühlen und pfleglich mit den Dingen umgehen. Womit man es allerdings nicht so genau nimmt, sind die Rückgabedaten für die entliehenen Medien. „Schließlich möchten wir, dass die Kinder sich wohl fühlen und sie nicht vertreiben. Die Bibliothek ist ihr Rückzugsgebiet, das nur ihnen zur Verfügung steht.“ Geduldig wird deshalb hinterher telefoniert, in der Regel mit Erfolg.

Dann wurde uns erläutert, wie es zu den Planungen dieser Bibliothek gekommen ist. Denn einen Katzensprung entfernt, gibt es noch eine Bibliothek. Ebenfalls von Aat Vos eingerichtet, übernimmt sie die „normale“ Funktion einer Stadtteilbibliothek.

Der Stadtteil gehört zu den Gebieten in Oslo, die als soziale Brennpunkte gelten. Die Gründung der Jugendbibliothek ist eine von vielen Maßnahmen, die zur Aufwertung der Lebensqualität ergriffen wurden. In Oslo ist die Nachmittags-Betreuung für Kinder bis 10 Jahre durch schulische Ergänzungsangebote sichergestellt. Doch ab 10 Jahre sind die Kinder nachmittags auf sich gestellt. Diese Lücke wollte man mit den Angeboten der Jugendbibliothek schließen. Die Bibliothek hat sieben Tage die Woche auf. An Wochentagen von 14 bis 19 Uhr, am Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr.

Dass das Konzept aufgeht zeigen die Besuchszahlen. Zwischen 70 und 80 Kinder suchen die Bibliothek an wenig frequentierten Tagen auf. Ab und zu kann es richtig voll werden, wenn sich an einem Nachmittag bis zu 250 Kinder in der Bibliothek aufhalten. Und am Wochenende kommen auch Kinder aus anderen Stadtteilen in die Bibliothek.

Auf unsere Frage nach dem Personal kommen wir aus dem Staunen nicht heraus. In der Bibliothek arbeiten fünf Vollzeitkräfte, die alle keine bibliothekarische Ausbildung haben. Vielmehr steht im weitesten Sinne eine künstlerische Ausbildung im Vordergrund. Mari Østby Kjøll, unsere Ansprechpartnerin, hat beispielsweise einen Abschluss im Bereich fine Arts. Zum Angebot gehört eine Hausaufgabenbetreuung an allen Werktagen von 14 bis 16 Uhr. Hier wird das Team von zwei ehrenamtlich tätigen Lehrkräften unterstützt. Überhaupt gibt es viele Ehrenamtliche, die sich freiwillig zur Mitarbeit melden. Jeder ist willkommen, so dass es ein umfangreiches Veranstaltungsangebot gibt.

Die fünf hauptamtlichen Kräfte bereiten in den Vormittagsstunden die Programmarbeit vor. Fünfmal pro Jahr gibt es einen Themenschwerpunkt. Bei unserem Besuch stand das Thema „BiblioBotanic“ im Mittelpunkt. Die Themen werden ganzheitlich aufbereitet. So haben die Kinder zunächst unterschiedliche Pflanzen ausgesät und lernen die Früchte kennen. Anhand einer Landkarte verfolgen sie den Weg vom Anbaugebiet nach Oslo. U.a. wurden auch Kartoffeln in einem „Hochbeet“ gepflanzt. Und wie zufällig findet man überall Bücher zum Thema, die die Kinder durchblättern und natürlich auch ausleihen können.

Kochen gehört zum festen Veranstaltungsangebot. Hier können Kinder, die in ihren Familien nicht selber kochen lernen, Erfahrungen mit Lebensmitteln machen. Und wer bekommt nicht Lust in dieser Bibliothek zu kochen? Die Unterbringung einer Küche in einem alten LKW sieht man ja nicht alle Tage! Passend zum aktuellen Themenschwerpunkt wurden natürlich viele Kartoffelgerichte gekocht.

Bücher und andere Medien sind nach Themenkreisen sortiert in der Bibliothek verteilt, stehen aber nicht im Mittelpunkt. Direkt in der Nähe des Eingangs gibt es Fächer, die verschiedene Kreativ-Materialien bereithalten. Ausleihen kann man sie ausschließlich zur Präsenznutzung ganz klassisch mit dem Bibliotheksausweis.

Und natürlich gibt es auch Rückzugsorte in der Bibliothek wie kuschelige Leseecken oder Gruppenräume zum Chillen. Und wer Lust auf Verwandlung hat, kann bei einem Besuch im Spiegelkabinett seine Gestalt schnell ändern – mal dick, mal dünn. Die PC-Arbeitsplätze stehen erst nach der Hausaufgabenzeit für Mindcraft und andere Computerspiele bereit. Und an der großen Lego-Wand kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Das Team hat außerdem die Aufgabe, das Erscheinungsbild der Bibliothek monatlich zu ändern. Dafür wird gerückt und geschoben. Deshalb wurden die Ski-Gondeln an einem Schienensystem unter der Decke befestigt. Wenn die Arretierung gelöst wird, können die Gondeln leicht an einen anderen Platz verschoben werden. Auch alle anderen Fahrzeuge werden dann innerhalb des Raumes verschoben.

Die Bibliothek verfügt über ein Grundbudget, um viele neue Ideen umzusetzen. Das Team ist jedoch auch angehalten, andere Finanzquellen wie beispielsweise Stiftungsgelder zu akquirieren.

 

Die Besichtigung der Bibliothek verging wie im Fluge. Hier wurde ein ganz neues Konzept umgesetzt, eng abgestimmt auf die Bedürfnisse des Stadtteils und der Zielgruppe. Herzlichen Dank an Mari Østby Kjøll für die vielen Informationen und Eindrücke und die Erlaubnis, die Fotos von der Biblio Tøyen veröffentlichen zu dürfen!

Weitere Beiträge dieser Reihe:

Bibliotheken im Ausland – Die Fachstelle auf Reisen (Teil 1)

Bibliotheken im Ausland – „School 7“ in Den Helder (Teil 2)

Bibliotheken im Ausland: Schiedam – die erste grüne Bibliothek der Niederlande (Teil 3)

Bibliotheken im Ausland – Oodi in Helsinki (Teil 4)


		
			
Kommentare 0

Erfolgsstory Roter Faden – Bibliotheken sind (wieder) Thema!

Freudiges Stimmengewirr liegt in der Luft. Die hohen Außentemperaturen tun der Wiedersehensfreude keinen Abbruch. Aufeinander treffen zehn Bibliotheksleitungen, die in den ersten zwei Durchgängen an der Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ unter Federführung von Sonja Bluhm und der fachlichen Begleitung der Fachstelle teilnahmen. Es fühlt sich ein bisschen wie ein Klassentreffen an; ein Treffen mit dem Ziel einen Blick zurück zu werfen.

Was bewirkte das Bibliothekskonzept nach ein bis zwei Jahren in den Bibliotheken vor Ort? Wissend der Tatsache, dass konzeptionelle Arbeit anspruchsvoll und zeitaufwendig ist, stellt sich die Frage: Lohnt sich die Mühe?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage kann und wird es nicht geben. Im Folgenden sind drei Facetten beleuchtet, auf die sich ein Konzept konkret auswirkt.

fachlich

Icon made by Payungkead from www.flaticon.com

Fachlich

In einem Punkt sind sich die meisten Anwesenden einig. Ein Konzept führte zu einer Professionalisierung. Nicht nur in der eigenen Arbeit, sondern auch in der Wahrnehmung von außen. Die Akzeptanz der Bibliothek ist Mancherorts „so hoch wie nie“. Andernorts ist der fachliche Inhalt der Konzeption so überzeugend, dass die Verwaltung die Bibliothek als Best-Practice Beispiel für andere Kultureinrichtungen heranzieht.

Auch der Eindruck in der Politik ändert sich. Auf Grundlage der Konzeption fordern Fraktionen eine zukunftsweisende Weiterentwicklung der Bibliothek.

Neue Bildungspartnerschaften und Veranstaltungsangebote entstehen, interne Abläufe neu gedacht. Dies führt dazu, dass die Bevölkerung ebenfalls auf die Veränderungen reagiert. Besucherzahlen und Ausleihzahlen steigen. Die Angebote der Bibliothek entwickeln sich so gut, dass die Nachfrage mit den vorhandenen Ressourcen nicht zu decken ist. Hier kann nun klar kommuniziert werden, was leistbar ist und wo das Angebot zwangsläufig Grenzen finden muss. „Es ist hilfreich, wenn die Kunden den Bedarf direkt an die Verwaltung herantragen“. So bleibt die Bibliothek in Bezug auf die notwendige Ausstattung präsent.

Die Entwicklungen von Kommune zu Kommune sind unterschiedlich. Aber eins ist geschafft – die Bibliothek ist (wieder) Thema!

persönlich_bunt

Icon made by Freepik from www.flaticon.com

Persönlich

Nicht nur fachlich lassen sich Veränderungen feststellen. Vielmehr führt der Weg der Konzepterstellung auch zu persönlichen Erkenntnissen. Wie weit diese um sich greifen ist ebenfalls unterschiedlich. Sie reichen von der Frage „Bin ich hier eigentlich noch richtig?“ bis hin zu neuem Mut und offensivem Auftreten.

Die Frage „Bin ich hier eigentlich noch richtig?“ soll nicht als Platzhalter für eine Sinnkrise stehen. Sie bildet vielmehr die Realität in Klein- und Mittelstadt Bibliotheken ab. Denn meistens stellt sich beim Blick auf die Analysen heraus, dass das IST dem SOLL weit hinterherhinkt. In der Regel liegt dies nicht am mangelnden Engagement der Bibliotheksleitungen, sondern an der zögerlichen Investitionsbereitschaft von Kommunen für Ihre Bibliotheken. Unter der Gesamtschau der Rahmenbedingungen ist die aufgeworfene Frage mitunter also zu recht zu stellen.

Auf der anderen Seite liefert ein Konzept die nötige Sicherheit, um souverän aufzutreten. Das Vorbringen von schwierigen Themen fällt leichter, wenn fachlich fundierte Tatsachen im Hintergrund stehen. Dies erleichtert eine klare Position zu einem Thema, dass auch im Diskurs vertretbar ist.

„NEIN sagen“ spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Fast alle Anwesenden sind sich darüber einig, dass das „NEIN sagen“ ein schwieriger Lernprozess ist, den die Konzepterstellung klar begünstigt. Zu wissen, dass es mit den vorhandenen Ressourcen nicht möglich ist „Alles für Alle“ anzubieten wirkt entlastend. Das Wissen darüber, was möglich ist gibt Sicherheit.

Das oftmals vorhandene Bauchgefühl wird durch Zahlen und Fakten untermauert, die nicht ohne Weiteres wegzuwischen sind. Das führt dazu, Entscheidungsträger von der Sache zu überzeugen.

finanziell

Icon made by monkik from www.flaticon.com

Finanziell

Überzeugte Entscheidungsträger finden sich in so mancher „Roter Faden- Kommune“.

In der Konsequenz wirkt sich das auf die finanzielle Lage der Bibliothek aus. Durchsetzen von Stellenentfristungen, Realisierung von Nachbesetzungen und Höhergruppierungen sowie Einrichtung von neuen Stellen sind Ergebnisse daraus.

Auch angepasste Etas sind die Folge. Manche einmalig, andere dauerhaft. So hat eine Mittelstadt ihren Medienetat von 20.000€ auf 60.000€ verdreifacht! An anderer Stelle gibt es erstmalig einen eigenen Etat für Veranstaltungen. Anderswo wirbt die Konzeption großzügige Spenden für die Neumöblierung ein.

Die Mittel zur RFID-Einführung und Umsetzung von Neumöblierungskonzepten stehen anstandslos bereit. Es gibt sogar erste konkrete Ideen bei Neubaufragen und Standortwechseln.

Ohne Frage ist der gangbare Weg der Konzepterstellung nicht ohne Fleiß, Mühe und Anstrengung zu gehen.

Der Eingangsfrage „Lohnt sich die Mühe?“ steht am Ende jedoch ein klares und strahlendes JA der Anwesenden gegenüber!

Kommentare 1

Nachts um halb drei – oder vom Nutzen von Bibliotheken für Kommunen

Und weiter geht es mit unserer Blogreihe, in denen wir Denkansätze und Methoden aus unserer Fortbildung „Den roten Faden finden- wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ mit Ihnen teilen möchten.

In diesem Beitrag geht es nicht – wie die Überschrift vielleicht vermuten lässt – um das Thema Open Library. Vielmehr kennen Sie vielleicht alle noch die Redewendung „Wenn ich dich Nachts um halb drei wecke, dann müsstest du…“ …z.B. die Vokabel kennen, die Matheaufgabe rückwärts lösen können, die Zuflüsse zur Donau kennen usw.

Ob einem diese Vorstellung behagt oder nicht, irgendwann stellt sich heraus, dass durch harte Arbeit erlangtes Wissen zu einer gewissen Sattelfestigkeit führt.

Und genau diese Sattelfestigkeit braucht es auch in einem Strategieprozess. Denn angenommen wir würden Bibliotheksmitarbeiter*innen nachts um halb drei wecken und die Frage stellen: „Welchen Nutzen hat deine Bibliothek für die Kommune?“ Welche Antworten würden wir wohl bekommen?

 

Roter Faden_17_18_Workshop 3_CC BY ND_lfd. Nr.153

CC BY-ND 3.0 DE by Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW

 

Auf dem Foto können Sie sehen, welche Antworten die Teilnehmer*innen unserer Fortbildung in einem kurzen Brainstorming,  auf diese Frage gegeben haben. Diese Aufzählung erhebt in keiner Weise Anspruch auf Vollständigkeit. Fühlen Sie sich also frei diese zu ergänzen 🙂 :

Bibliotheken sind:

  • Bausteine in der kommunalen Bildungslandschaft
  • Partner in Medienkompetenzvermittlung
  • Teil des kulturellen Lebens
  • Frequenzbringer
  • Weiche Standortfaktoren
  • Projekt- u. Kooperationspartner für kommunale Aktionen
  • Nicht kommerzielle Aufenthaltsorte
  • Ein Ort als sozialer Treffpunkt und gegen Vereinsamung
  • Niedrigschwellig und offen für alle

Bibliotheken leisten einen Beitrag zu/r:

  • Überwindung der digitalen Spaltung
  • Freiem und unkommerziellem Zugang zu Medien & Informationen

 

In unserer Beratungspraxis stellen wir immer wieder fest, dass auf diese Frage häufig erst einmal ein Innehalten und Überlegen folgt. Die Gedanken wollen sortiert und in Reihenfolge gebracht werden. Wir glauben fest daran, dass Bibliotheksmitarbeiter*innen sehr genau wissen, was ihre Arbeit in der jeweiligen Kommune bewirkt. Das in der bisherigen Berufstätigkeit erlernte Wissen wird hier nicht nur vorgehalten und abgerufen, sondern auch mit Herzblut gelebt. Die präzise Formulierung jedoch fällt schwer.

Dabei ist unsere Eingangsfrage weder neu noch ungewöhnlich.

Es geht darum, die vielen hervorragenden Angebote und Dienstleistungen von Öffentlichen Bibliotheken in einen Kontext zu setzen. Einen Rahmen zu schaffen, in dem sich die alltäglichen Bibliotheksarbeiten abbilden und Zusammenhänge erkennen lassen. Ein Bibliothekskonzept kann dabei helfen die Gedanken zu strukturieren und Argumentationssicherheit zu erlangen.

Eine Bibliothek zeigt nicht nur „WAS“ sie tut, sondern auch „WARUM“ sie es tut.

Hierzu ein Beispiel:

Bibliotheksauftrag Die Bibliothek steht allen Bürgerinnen und Bürgern offen

 

Handlungsfeld 1 Die Bibliothek als „Dritter Ort“ und Treffpunkt
Strategisches Ziel Steigerung der Aufenthaltsqualität
Operatives Ziel Innerhalb von 12 Monaten sind alle Arbeitsplätze zu 80% ausgelastet

 

Maßnahme Verbesserung der Arbeitsplatzausstattung mitentsprechender Technik und Infrastruktur wie z.B.: Tablets, Kopfhörer, Stromversorgung, WLAN

 

 

An dieser Stelle schließt sich der Kreis zu unserer Fortbildung „Den Roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“. Diese Fortbildung ist eine Möglichkeit durch die Analysen, die Festlegung von Handlungsfeldern, Zielgruppen, Zielen und Maßnahmen Antworten auf die Eingangsfrage zu geben. Die Teilnehmer*innen erarbeiten mit ihrem Konzept den oben benannten Rahmen. Diesen gilt es im Anschluss auch entsprechend zu kommunizieren. Und das bei Bedarf auch nachts um halb drei. 🙂

 

Weitere Artikel die in dieser Blogreihe bisher erschienen sind:

  1. „Von Visionen und der Schere im Kopf“
  2. „Ansätze für Strategische Planungen in Bibliotheken finden“
Kommentare 0

Langenfeld: Erste Ergebnisse des Design-Thinking-Prozesses

Die Stadtbibliothek Langenfeld erarbeitet aktuell anhand des Design-Thinking-Ansatzes ein neues Bibliothekskonzept. Die Bibliothek möchte sich zu einem „Wohnzimmer“ für die Kommune entwickeln. Im Rahmen von Vorgesprächen mit ihren Nutzern hat das Team den Fokus insbesondere auf Jugendliche und Senioren gelegt. Inzwischen liegen erste Ergebnisse vor, welche zeigen, dass sich die Senioren insbesondere einen informellen Treffpunkt für Kommunikation wünschen. Die Jugendlichen derweil hätten ein „starkes Bedürfnis, eingebunden zu werden“. Vielen mangele es aufgrund langer Schultage und Freizeitaktivitäten an Zeit und sie suchten einen Ort, wo sie einfach hinkommen und sich aufhalten könnten.

Quelle:
RP-Online- „Gesucht: Ideen für die Bücherei von morgen“ (07.06.2018), online verfügbar: https://rp-online.de/nrw/staedte/langenfeld/gesucht-ideen-fuer-die-buecherei-von-morgen_aid-23143033

 

Kommentare 0

Der „Rote Faden“ geht in die 3. Runde – Anmeldung erneut möglich

Die Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ geht in die 3. Runde.

Nach den erfolgreichen ersten beiden Durchläuf von 2016/2017 und 2017/2018 wird es von November 2018 bis September 2019 eine weitere Fortbildungsrunde geben.

Neu ist, dass sich nun Bibliotheken von 0,5-15 VZÄ für die Fortbildung bewerben können. In den ersten beiden Runden war die Teilnahme auf kleinere Bibliotheken beschränkt. Zusätzlich wird die Fortbildung in der 3. Runde durch 2 Kommunikationstrainer für ein Präsentationstraining unterstützt.

Insgesamt stehen 20 Plätze zur Verfügung. Jede Bibliothek kann mit maximal 2 Personen an der Fortbildung teilnehmen. Die Durchführung der Fortbildung erfolgt je nach Bibliotheksgröße in 2 Gruppen.

Wir freuen uns, dass wir Frau Sonja Bluhm und Herrn Andreas Mittrowann als Trainerin und Strategieberater für die Betreuung der Fortbildung gewinnen konnten. Frau Bluhm wird die Gruppe der kleineren Bibliotheken betreuen wohingegen Herr Mittrowann die Gruppe der mittelgroßen Bibliotheken begleiten wird.

Jede Bibliothek schreibt in der Fortbildung ein eigenes Bibliothekskonzept und wird dabei durch Frau Bluhm oder Herrn Mittrowann und uns unterstützt.

Mehr Informationen findet Ihr auf der Seite unseres Kooperationspartners ZBIW der TH Köln in der offiziellen Ausschreibung.

Bei Fragen zur Fortbildung könnt Ihr Euch gerne auch per Mail oder telefonisch an uns wenden:

Anja Hollmann
E-Mail: anja.hollmann[at]brd.nrw.de
Tel.: 0211/475-5862

Cornelia Pohl
E-Mail: cornelia.pohl[at]brd.nrw.de
Tel.: 0211/475-4656

Kommentare 0

Willich: Bücherei auf dem Prüfstand

Im Zuge sinkender Ausleihen und Nutzerzahlen sind in Willich unterschiedliche Optionen für die Zukunft der Bücherei im Gespräch. Die Verwaltung soll ein Konzept für die zukünftige Ausrichtung der Bücherei erarbeiten, auf dessen Grundlage im September eine Entscheidung getroffen werden soll. Angedacht sind neben einer Fortführung mit zeitgemäßem Konzept  und damit verbundenen Mehrkosten auch als Alternative die mittels Verteilungsschlüssel geregelte Vergabe einer festgelegten Summe für alle kirchlichen Büchereien der Kommune sowie eine sukzessive Schließung der Stadtbücherei.

Quelle:
Westdeutsche Zeitung- „Geht’s weiter mit der Bücherei?“ (29.01.2018), online verfügbar unter: http://www.wz.de/lokales/kreis-viersen/lokales-kreis-viersen-tonisvorst/geht-s-weiter-mit-der-buecherei-1.2604793

Kommentare 0

Fachstellenkonferenz: Begegnen – Lernen – Entdecken

Die Jahrestagung der Fachstellenkonferenz findet in diesem Jahr unter dem Motto „Begegnungen – Lernen – Entdecken: Bibliothekskonzepte für heute und morgen“ vom 11.- 12. September 2017 im Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz in Koblenz statt.

Bibliotheken befinden sich im Wandel: Lebenslanges Lernen, Digitalisierung, Migration sind nur einige Stichworte, die auch auf die Bibliotheken und ihre Angebote Auswirkungen haben. Moderne Bibliotheken erfüllen heute in ihren Kommunen eine zunehmend wichtiger werdende Funktion als nicht-kommerzielle Treffpunkte für alle Bevölkerungs- und Altersgruppen.

Programmvorschau für Montag, 11.09.2017

  • Dritter Ort für Alle: Über die Notwendigkeit, Öffentliche Bibliotheken in Dritte Orte zu verwandeln (Aat Vos)
  • Kreativität, Mitgestaltung, Inspiration – Die Planung einer neuen Stadtteilbibliothek der Stadtbücherei Würzburg mit ‚Design Thinking‘ (Anja Flicker, Stadtbücherei Würzburg)
  • Treffpunkt, Lernraum und Raum für Inspirationen – das neue Konzept der Stadtbibliothek Paderborn (Roland Dicke, Stadtbibliothek Paderborn)
  • Makerspace – Bibliotheksangebote für kreative Kunden (Christoph Höwekamp, Stadtbibliothek KÖB Georgsmarienhütte)
  • Iddenw3rk: gestalten | schaffen | spielen (Tanja Weißmann und Marco Teufel, Stadtbibliothek Ludwigshafen)
  • Die Bibliothek als zentraler Partner im Bildungsnetz der Stadt (Dr. Bernd Schmid-Ruhe und Bettina Harling, Stadtbibliothek Mannheim)

Programmvorschau für Dienstag, 12.09.2017

  • Lernort Bibliothek – Das Lernstudio der Stadtbibliothek Bayreuth (Bianka Hoffmann, Stadtbibliothek Bayreuth)
  • Lernen im virtuellen Klassenzimmer – Online-Deutschkurse für Flüchtlinge (Nadin Cicek, Ortsbücherei Nordheim und Vorsitzende der dbv-Kommission Interkulturelle Bibliotheksarbeit)

Die Tagung wird von der Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland in Kooperation mit dem Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz veranstaltet.

Die Anmeldung ist bis spätestens 31. August 2017 ausschließlich online möglich.

WeitereInformationen zum Tagungsprogramm und Anmeldung finden Sie hier

Kommentare 0

Langenfeld: Neues Konzept für die Stadtbibliothek

Martina Seuser, Leiterin der Stadtbibliothek Langenfeld hat dem Kulturausschuss Langenfeld neben den Zahlen 2016 ihrer Bibliothek auch den Plan für eine Entwicklung eines neuen Bibliothekskonzeptes vorgestellt. Dieses soll sich an die veränderten Bedürfnisse der Bibliotheksnutzer richten und das Konzept von 2002 ersetzen. So sanken im letzten Jahr zwar die Ausleihzahlen, jedoch stiegen die Nutzerzahlen. Das lässt darauf schließen, dass die Bibliothek als Aufenthaltsort immer wichtiger wird. Deswegen soll in dem neuen Konzept die Aufenthaltsqualität eine große Rolle spielen, ebenso wie das Veranstaltungsangebot. Für die Entwicklung wird sich Frau Seuser auch andere Bibliotheken, wie zum Beispiel die Openbare Bibliotheek Amsterdam ansehen.

Quelle:
Webseite der Rheinischen Post „Bibliothek wird stärker zum Treffpunkt“ (01.03.2017), online verfügbar unter http://www.rp-online.de/nrw/staedte/langenfeld/bibliothek-wird-staerker-zum-treffpunkt-aid-1.6645031

Kommentare 2

Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie

Haben Sie schon einen Blick in unser Fortbildungsprogramm für das 2. Halbjahr geworfen, welches wir in Kooperation mit dem ZBIW anbieten?  Dort werden Sie auf Frau Bluhm als Dozentin der Fortbildung „Den roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ stoßen. Wer mehr über die Fortbildung erfahren möchte, dem sei das nachfolgende Interview ans Herz gelegt.

Sonja Bluhm, Trainerin der Fortbildung

Sonja Bluhm, Trainerin in der Fortbildung

Fachstelle: Hallo Frau Bluhm, was machen Sie beruflich?

Sonja Bluhm: Als Diplom-Bibliothekarin, Gruppenpädagogin und Business Coach arbeite ich freiberuflich in der Erwachsenenbildung. Meine Hauptzielgruppe sind Bibliotheken und Fachstellen, aber auch Einzelpersonen und Non-Profit-Organisationen.

Meine Arbeit umfasst drei Themenfelder:

  1. Coaching & Beratung, z.B. von Bibliotheksteams
  2. Bibliothek & Literatur, z.B. Fortbildungen zum Bestandsmanagement oder Literaturgesprächskreisen
  3. Kommunikation & Didaktik, z.B. Train-the-Trainer-Kurse-für Fachstellenmitarbeiter.

Fachstelle: Frau Bluhm, Sie sind im Rahmen der Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ als Trainerin tätig. Worum geht es da?

Sonja Bluhm: Bei diesem Projekt geht es darum, dass Bibliotheken Handwerkszeug erhalten, mit dem sie ein individuelles Konzept für die eigene Bibliothek entwickeln können. Grundlage hierfür sind einerseits die Gegebenheiten vor Ort, die Mithilfe von Umfeldanalyse und Bibliotheksstatistik ermittelt werden. Und andererseits Visionen und Vorstellungen zur Bibliothek von morgen, die in messbare Ziele übersetzt werden.

Fachstelle: Was möchten Sie gemeinsam mit den Bibliotheken erreichen?

Sonja Bluhm: Die zahlreichen Veränderungen in Gesellschaft, Medienlandschaft und Bibliothekswelt erfordern von Bibliotheken Mut, Weitblick, Kreativität, Geduld und Ausdauer. Und dafür braucht es eine Strategie. Mein Ziel ist es, dass die teilnehmenden Bibliotheken sich ihrer Stärken bewusst werden und die Herausforderungen der nächsten Jahre mutig und selbstbewusst angehen können. Mir ist wichtig, dass sie zukunftsfähig bleiben bzw. werden und in ihrer Kommune fest verankert sind.

Fachstelle: Welche Bibliotheken sollten sich für diese Fortbildung bewerben?

Sonja Bluhm: Zielgruppe dieses Projekts sind die kleinen, hauptamtlich geleiteten Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen. Für jede dieser Bibliotheken macht es Sinn, Überlegungen zur Ausrichtung ihrer Einrichtung anzustellen. Wer sind jetzt und in den nächsten Jahren unsere Hauptzielgruppen? Mit welchen Angeboten können wir sie erreichen? Welche Einrichtungen vor Ort können wir als Kooperationspartner gewinnen? Wie stecken wir uns realistische Ziele? Welche Handlungsfelder möchten wir bespielen, welche nicht? Diese und weitere Fragen sind für jede Bibliothek interessant, die Planungssicherheit erreichen und ihre Zukunft aktiv mitgestalten will.

Fachstelle: Was verbindet Sie persönlich mit Bibliotheken?

Sonja Bluhm: Ehrlich gesagt kann ich mir eine Welt ohne Bibliothek überhaupt nicht vorstellen. Schon als Kind habe ich Unmengen von Medien aus der Gemeindebibliothek nach Hause geschleppt. Im Studium war die Bibliothek ein Lernort aber auch Rückzugsort für mich. Heute stürmen meine Kinder begeistert die Bibliothek und wir kommen nie unter zwei großen Taschen nach Hause.

Mir ist wichtig, dass die wichtigen Funktionen von Bibliotheken (Leselust wecken, Lesen fördern, lebenslanges Lernen begleiten, Ort für Freizeit, Bildung und Kultur, Medienvermittlung usw.) fest in unserer Gesellschaft verankert sind.

Die Bevölkerung muss durch attraktive Angebote noch mehr zur Bibliotheksnutzung verführt werden, die Träger und Verantwortlichen müssen den unbezahlbaren Wert erkennen und die notwendigen Ressourcen bereitstellen. Die Bibliotheksteams müssen sich weiterentwickeln und bereit für Veränderungen sein. Daran arbeite ich und diese Arbeit mit den Bibliotheken macht mir viel Freude.

Schön ist es, wenn diese Arbeit Früchte trägt, wie z.B. bei einem ähnlichen Projekt in Rheinland-Pfalz im letzten Jahr für ehrenamtlich geführte Bibliotheken. Ein Drittel der teilnehmenden Bibliotheken erreichte bereits während der Projektphase räumliche Verbesserungen für ihre Bibliothek. Andere konnten Ziele, die schon lange geplant waren, aber nie verwirklicht wurden, umsetzen. Wieder andere schafften es erstmals mit einem großen Artikel in die örtliche Presse und konnten die Bevölkerung wachrütteln.

Und trotz der vielen zusätzlichen Arbeit, die die Konzepterstellung mit sich brachte, waren alle der Meinung, dass sie einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gehen konnten.

Fachstelle: Vielen Dank für das nette Gespräch! Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

 

Wenn Sie jetzt neugierig auf die Fortbildung geworden sind freuen wir uns auf Ihre Anmeldung über das ZBIW bis zum 30.09.2016. Und wenn Sie noch Fragen haben – sprechen Sie uns einfach an!