In den bisherigen Räumen der Stadtbücherei Rösrath herrscht reger Betrieb. Die vorhandene Fläche stößt zunehmend an ihre Grenzen, da die Einrichtung stark genutzt wird und ein breites Angebot bereitstellt.
Die Stadtverwaltung schlägt deshalb vor, die Bücherei in einen Neubau in der Stadtmitte zu verlegen. Dort sollen deutlich größere Räumlichkeiten entstehen, die eine moderne Ausstattung, mehr Platz für Medienbestände, Veranstaltungen und Arbeitsplätze sowie eine höhere Aufenthaltsqualität ermöglichen.
In dem geplanten Gebäude sollen außerdem auch Räume für die Volkshochschule untergebracht werden. Damit verfolgt die Stadtverwaltung das Ziel, zentrale Bildungs- und Kultureinrichtungen in einem Haus zu bündeln und Synergien zu schaffen.
Bibliotheken in Skandinavien gelten seit langem als Vorreiter, insbesondere in den Bereichen Kundenorientierung und Informationskompetenz. In Schweden ist beispielsweise jede Kommune gesetzlich verpflichtet, eine kostenlose öffentliche Bibliothek anzubieten. Diese Einrichtungen unterstützen unter anderem Studierende im Fernstudium und beim E-Learning, auch in dünn besiedelten Regionen.
Eine aktuelle Untersuchung der Gewerkschaft DIK mit über 1.800 befragten Bibliotheksangestellten zeigt jedoch, dass ein erheblicher Teil der Arbeitszeit für soziale Dienstleistungen aufgewendet wird. Rund ein Drittel der Befragten schätzt, dass dies mehr als die Hälfte ihrer Tätigkeit ausmacht. Kritisiert wird dabei, dass Bibliotheken zunehmend Aufgaben übernehmen, die eigentlich in den Zuständigkeitsbereich von Behörden fallen, etwa die Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen.
Die Gewerkschaft bewertet diese Entwicklung als problematisch, da sie zu einer Verschiebung der Kernaufgaben der Bibliotheken führen könne.
Die Stadtbibliothek Herne startet Testphase der Open Library Nutzung. Enden wird diese Testphase am 31. Januar 2026. Mit der Einführung des Konzepts „Open Library“ werden die Stadtbibliotheken in Herne und Wanne-Eickel künftig deutlich längere Öffnungszeiten anbieten – und zum ersten Mal auch sonntags geöffnet sein.
Im ersten Halbjahr 2026 starten zwei erfolgreiche Zertifikatskurse in die nächste Runde. Unsere Zertifikatskurse „Fit für die Zukunft – Führung in Öffentlichen Bibliotheken“ (Start Januar 2026) und „XPRTN für das Lesen – Futures Literacy“ (Start Februar 2026) richten sich an Beschäftigte Öffentlicher Bibliotheken und werden zu 80 % vom Land NRW gefördert. Sie werden in Kooperation mit dem ZBIW der TH Köln angeboten. Weitere Infos und Anmeldung unter:
Die Balver Bücherei lädt Interessierte ein, an der nächsten Umbauphase des Hauses am St.-Johannes-Platz mitzuwirken. Mit Unterstützung des europäischen Förderprogramms LEADER können Bürgerinnen und Bürger Ideen und Wünsche einbringen, um die Bücherei zu einem modernen und vielfältigen Ort weiterzuentwickeln.
In zwei Workshops am 15. und 25. Oktober werden gemeinsam mit Innenarchitekt Timo Büchsenschütz Konzepte erarbeitet, die die Bedürfnisse der Gemeinschaft widerspiegeln. Die Teilnahme ist offen für alle, die sich für Kultur und die Entwicklung Balves interessieren.
Digitalisierung, veränderte Nutzungsgewohnheiten, Personalmangel und neue Erwartungen der Besucherinnen und Besucher stellen Öffentliche Bibliotheken vor große Herausforderungen. Innovative Lösungen sind gefragt – und eine Technologie rückt dabei immer stärker in den Fokus: die Künstliche Intelligenz (KI). In unserer neuen Beitragsreihe möchten wir beleuchten, warum KI im Bibliothekswesen relevant ist und welche Chancen und Herausforderungen sie mit sich bringt.
Was ist KI wirklich – und was nicht?
Andreas Langer, Medienpädagoge bei der Büchereizentrale Schleswig-Holstein und KI-Experte, ordnet den Begriff in der aktuellen ProLibris (25/1) treffend ein: Der englische Ausdruck Artificial Intelligence wird im Deutschen oft missverstanden, weil „Intelligenz“ stark mit menschlicher Kognition verknüpft ist. Tatsächlich geht es bei KI vor allem um die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten und Probleme zu lösen. Die deutsche Übersetzung führt daher häufig zu überhöhten Erwartungen – und zu Missverständnissen über die tatsächlichen Möglichkeiten von KI-Systemen, besonders bei Menschen, die den Anschluss an aktuelle Medien- und Kulturtechniken verloren haben.
Langer plädiert für einen pragmatischen, fachlich neutralen Einsatz von KI in Bibliotheken. Chancen sollen genutzt werden, ohne zentrale bibliothekarische Werte wie Datenschutz, Informationsfreiheit und kritische Medienkompetenz aus den Augen zu verlieren. Bibliotheken könnten künftig eine wichtige Rolle dabei übernehmen, ihre Nutzerinnen und Nutzer zu befähigen, KI-Technologien kompetent, reflektiert und selbstbestimmt einzusetzen. Hier geht es zum vollständigen Artikel: https://www.bibliotheken-nrw.de/wp-content/uploads/2025/04/Web-DS-250321_ProLibris_01-2025-1.pdf (Seite 8)
KI ist schon Realität in Bibliotheken
KI ist längst kein fernes Zukunftsthema mehr. Heute begegnet sie uns bereits in vielfältigen Anwendungen, zum Beispiel:
Chatbots für die Nutzerberatung
Tools zur Organisation von Veranstaltungen oder Arbeitsabläufen
Bild- oder Textgeneratoren für die Social-Media-Arbeit
KI-Kioske als frei zugängliche Terminals für Besucherinnen und Besucher
Diese Beispiele zeigen, dass KI den Bibliotheksalltag bereits bereichert – sowohl nach außen in der Nutzerkommunikation als auch nach innen in den internen Prozessen.
Ein Avatar beantwortet in der Stadtteilbücherei Unterbach die Fragen der Besucherinnen und Besucher und hilft bei der Orientierung (Foto: Stadt Düsseldorf)
Ein Ausblick auf unsere Reihe
Als Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW werden wir uns in den kommenden Beiträgen intensiver mit dem Thema KI beschäftigen. In kurzen und leicht verständlichen Einheiten geben wir Einblicke in:
Grundlagen der Künstlichen Intelligenz
aktuelle Tools und Projekte
praktische Beispiele für den Bibliotheksalltag
Damit möchten wir Bibliotheken einen praxisnahen Einstieg in das Thema bieten und Impulse für die eigene Arbeit setzen.
Was interessiert Sie besonders: Einsatzmöglichkeiten im Alltag, rechtliche Aspekte oder Praxisbeispiele aus anderen Bibliotheken? Teilen Sie Ihre Erwartungen und Fragen gerne mit uns!
Die Landesgruppe Nordrhein-Westfalen des BIB lädt zum diesjährigen FaMI-Tag am 3.11.2025 in die Mediothek in Krefeld ein. Unter dem Schwerpunktthema Demokratie stärken im täglichen Servicebetrieb – Umgang mit verhaltensoriginellen Benutzern hält Frank Szkakala vom Studieninstitut Niederrhein einen interaktiven Vortrag und Martin Kramer von der Stadt Krefeld wird das Thema für den virtuellen Umgang via Social Media aufgreifen. Ein ausführliches Programm wird Anfang Oktober veröffentlicht.
Anmeldungen sind bis zum 20. Oktober unter folgendem Link möglich:
Nachhaltigkeit mitzudenken, darum bemühen sich längst auch Nordrhein-Westfalens Bibliotheken. Einerseits wollen sie ihren CO2-Fußabdruck reduzieren, anderseits bringen sie das Thema ihren Besucher:innen in vielfältiger Weise nahe. Lassen Sie sich durch Beispiele aus Bochum, Herne, Bonn-Rhein-Sieg, Moers, Kamp-Lintfort, Paderborn, Bielefeld und Oberhausen anregen, darüber nachzudenken, welche Ideen Sie auch in Ihrer Bibliothek umsetzen können.
Außerdem gibt es einen Bericht zum Expertisenzirkel „Quereinstieg in Bibliotheken“ und einen Rückblick auf die Nacht der Bibliotheken.
Wenn Eltern nach sogenannten „Parental Control Apps“ (PCA) oder „Jugendschutz-Apps“ suchen, finden sie in den App-Stores eine große Bandbreite an Angeboten. Diese unterscheiden sich teils erheblich in ihren Funktionen, Wertvorstellungen und Zielsetzungen.
Das Projekt ACT ON! hat dazu ein Positionspapier veröffentlicht. Auf Grundlage aktueller Forschungsergebnisse werden darin sechs zentrale Bewertungsdimensionen vorgestellt, mit deren Hilfe sich PCA differenziert einordnen lassen. Das Papier soll sowohl pädagogischen Fachkräften als auch Eltern als Orientierung und Entscheidungshilfe bei Auswahl und Einsatz solcher Apps dienen: https://act-on.jff.de/positionspapier-zu-parental-control-apps/