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Ergebnisberichte zu Projekten, die mithilfe von Landesmitteln umgesetzt wurden.

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Konzept der Bibliothek Langenfeld: Mit Design Thinking zum neuen Wohn- und Arbeitszimmer der Stadt

Die Stadtbibliothek Langenfeld hat sich 2016 auf den Weg zum Dritten Ort gemacht. Seit September 2020 ist sie für viele Nutzerinnen und Nutzer neben dem Zuhause, der Schule oder der Arbeitsstelle ein weiterer Ort, um dort zu verweilen. Wo es vorher eher eng war und die Sicht durch Regale verstellt war, sorgen jetzt eine klare Struktur, breite Gänge, viel Licht und Sitzmöglichkeiten für ein völlig neues Erlebnis. Wie es mithilfe eines Design-Thinking-Prozesses und eines Design-Workshops gemeinsam mit Aat Voss gelungen ist, eine Bibliothek zu schaffen, die ein attraktiver außerschulischer Lernort ist und in der sich sowohl Jugendliche als auch Senioren wohl fühlen, zeigt der ausführliche Bericht der Bibliotheksleiterin Martina Seuser. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.

In diesem Artikel:

Die Ausgangssituation
Ziel der Neukonzeption
Herausforderungen
Idee und Vorgehensweise

Design-Thinking
Bedürfnisermittlung der Zielgruppe „Jugendliche 11-15 Jahre“
Bedürfnisermittlung aktive Senioren
Schulen
Berufstätige
In Gruppen Lernende
Makerspace

Design Workshop zur Planung der Stadtbibliothek als „Dritter Ort“
Zeit- und Maßnahmenplan
Ausstattung Kundentechnik
Möblierung

Alle Probleme gelöst?
Fazit
Fotos von der neuen Stadtbibliothek Langenfeld

Die Ausgangssituation

Im Zuge der Digitalisierung haben die haptischen Bestände der Bibliothek an Bedeutung verloren. Zwischen 2013 und 2017 sanken die Ausleihen in Langenfeld an haptischen Medien um ca. 16%. Gleichzeitig stieg die Nutzung digitaler Angebote von ca. 15.000 im Jahr 2013 auf ca. 37.000 im Jahr 2017. Dieser Anstieg um ca. 140% ist erfreulich.
Parallel zur Entwicklung des Medienmarktes und der Veränderung des Nutzerverhaltens macht sich eine andere Entwicklung bemerkbar. Die Zahl der Menschen, die Bibliotheken besuchen steigt seit Jahren an. Die Besuche betrugen 2017 deutschlandweit 220 Millionen. In der Stadtbibliothek Langenfeld sind die Besuche von 2013 auf 2017 um 19% gestiegen.

Was suchen die Menschen in der Bibliothek?

„Menschen suchen etwas anderes in der Bibliothek: einen Ort, an dem sie nicht nur Wissen finden, sondern auch Unterhaltung, Orientierung, Austausch. Sie wollen kostenlos im Internet surfen, sich verabreden, vielleicht eine Lesung besuchen, Diskussionsrunden verfolgen oder einfach nur Zeit totschlagen. Freiberufler können in Bibliotheken Arbeitsplätze finden, Geflüchtete kostenloses W-LAN und einen Aufenthaltsort, für den in überfüllten Notunterkünften oft kein Platz ist. Aber nicht nur Geflüchtete brauchen so einen Raum. Die Soziologie kennt den Begriff des „Dritten Ortes“. Öffentliche Plätze, die neben der eigenen Wohnung (erster Ort) und dem Arbeitsplatz (zweiter Ort) aufgesucht werden. Cafés, Vereine, Konzertsäle. Und Bibliotheken.“

Süddeutsche Zeitung (08.März 2018)

Ziel der Neukonzeption

Mit der Neukonzeption strebte die Stadtbibliothek Langenfeld an, ein „Dritter Ort“ zu werden. Es sollte ein nicht-kommerzieller Raum des Austauschs, der Unterhaltung, der Orientierung und des Wissens geschaffen werden: Die Stadtbibliothek als Wohn- und Arbeitszimmer der Stadt!

Herausforderungen

Der Raum
Die offene Bauweise der Stadtbibliothek führte zu Lärmbelästigung. Die Kinderbibliothek war im Erd- und Tiefgeschoss. Durch das Atrium schallte der Lärm nach oben. Wegen dieser Problematik war es schwierig während der Öffnungszeit Veranstaltungen mit Kindergruppen durchzuführen. Die Ausstattung war unflexibel. Alle Regale standen fest und waren wegen ihrer Bauweise auch nicht umzurüsten. Dies schränkte die Flexibilität bei der Bestandspräsentation und bei der Nutzung für Veranstaltungen ein. Der Veranstaltungsraum war mit 50qm für max. 25-30 Personen nutzbar. Die Lüftung entsprach nicht den Anforderungen. Es bestand ein Mangel an Staumöglichkeiten für Arbeitsmaterial und Veranstaltungsequipment.

Beleuchtung
Die Beleuchtung wurde 2007 eingeführt und ausdrücklich zur Beleuchtung der Buchregale konzipiert. Die Beleuchtung war gleichmäßig hell, so dass keine unterschiedlichen Funktionsbereiche kenntlich waren. Die Leuchtmittel waren-sehr pflegeintensiv. Wenn eine der beiden Röhren einer Lampe durchbrannte funktionierte die Lampe insgesamt nicht mehr. Die Leuchtmittel strahlten eine große Wärme ab.

Bestand
Der Regalbestand der Bibliothek wurde 1989 auf Zuwachs geplant, da man zum damaligen Zeitpunkt von einem wachsenden Buchbestand ausging. Alle Regale (mit Ausnahme der Kinderbibliothek) waren 2 Meter hoch und mit durchschnittlich 5 Brettern belegt. Die frei im Raum stehenden Regale blockierten die Durchsicht und führten zu einem Magazincharakter der Bibliothek. Im ursprünglichen Möbelsystem waren keine Multimedia-Regale vorhanden. Deshalb wurden nach Bedarf Möbel anderer Hersteller zugekauft. Dies führte zu einem Sammelsurium von verschiedenen Regalen und Präsentationsmöbeln. Alle PC-Möbel waren zu groß, da sie noch auf Computertower ausgelegt waren. Der virtuelle Bestand war für den Bibliotheksbesucher nicht sichtbar.

Technik
Die Ausstattung und die Positionierung der Personalarbeitsplätze waren nicht mehr sinnvoll. Sie waren zu unflexibel, um den veränderten Aufgaben im Kundenkontakt gerecht zu werden. Die Zahl der Internet-PCs war zu knapp bemessen. Es fehlte eine einheitliche Freischaltmöglichkeit für Internet-PCs, W-LAN Passwort und Gaming-Station. Die Sprachlern-PCs wurden nicht mehr benötigt. Die RFID-Geräte stammten aus dem Jahr 2013. Es fehlten Funktionen, die das Personal entlasten, wie Bezahlfunktion etc. Die W-LAN-Abdeckung durch den Hotspot war unzureichend. Die umfangreiche technische Ausstattung bedurfte dringend einer Erneuerung.

Veranstaltungen
Die Zahl der Veranstaltungen sollte steigen. Die damalige Raumgestaltung ließ keine flexiblen Veranstaltungsplätze und -zeiten zu. Es fehlte das technische Equipment, um an verschiedenen Stellen Angebote machen zu können. Der Bibliotheksraum war nicht zu verdunkeln. Es gab keine Fläche, auf der Veranstaltungen stattfinden konnten, die Feuchtigkeit aushielt und leicht zu reinigen war.

Nutzer
Die verschiedenen Nutzergruppen störten sich gegenseitig. Die Bereiche von Spiel und Unterhaltung, von Kommunikation und gemeinsamen Tun waren nicht getrennt von den Bereichen, wo Lernen und Lesen erfolgt.

Besonderheit Artothek
Der Artothekschrank schränkte die Nutzungsmöglichkeiten des kleinen Veranstaltungssaals erheblich ein. Die Ausstellungswände benötigten eine nicht unerhebliche Freifläche im Bibliotheksraum.

Idee und Vorgehensweise

„Eine Bibliothek muss sich in erster Linie mit den Menschen beschäftigen, nicht mit Büchern.“

Knud Schulz, Dokk1, Aarhus, Dänemark

Die Idee einen „Dritten Ort“ ein öffentliches Wohn- und Arbeitszimmer für die Bewohner der Kommune zu schaffen, machte es zwingend erforderlich, sich mit den Bedürfnissen der Menschen zu beschäftigen, die diesen öffentlichen Raum benutzen, bespielen und besetzen sollen.

Im Januar 2017 beschäftigten sich die Bibliotheksmitarbeiter in einem Inhouse-Seminar mit den neuesten Entwicklungen im Bibliothekswesen. Referentin Julia Bergmann stellte beispielhafte Bibliotheken in Skandinavien und den Niederlanden vor.
Im Juli 2017 reisten der Bürgermeister der Stadt Langenfeld und die Bibliotheksleitung in Begleitung von Julia Bergmann in die Niederlande und besichtigten 6 Bibliotheken. In Amsterdam begleitete sie der Designer Aat Vos, der für einige der interessantesten Innenraumgestaltungen niederländischer und skandinavischer Bibliotheken verantwortlich zeichnet. Durch die Reiseeindrücke verfestigte sich der Plan, die Stadtbibliothek Langenfeld in Form eines „Dritten Orts“ umzugestalten. Die Idee wurde Rat und Kulturausschuss präsentiert und im Januar 2018 erteilte der Kulturausschuss der Verwaltung den Auftrag mit der Planung zu beginnen.

Design-Thinking

Im Januar 2018 wurde das gesamte Team der Stadtbibliothek in einem Seminar für zwei Tage in der Methode „Design Thinking“ geschult. Es war und ist wichtig, in dem Veränderungsprozess alle Mitarbeiter einzubinden, da dieser auch Auswirkungen auf Arbeitsinhalte und Abläufe hat. Design Thinking ist eine Methode für kundenzentriertes Design. Das bedeutet, alle Überlegungen werden vom Kunden aus und mit dem Kunden zusammen durchgeführt, um deren Bedürfnisse zu erfassen und daraus ableitend, Ideen für die Konzeption zu entwickeln. Die Referentin Julia Bergmann begleitete den gesamten Prozess.
Das Team entschied sich, zuerst zwei Benutzergruppen in den Fokus zu nehmen, für die die Bibliothek noch nicht genügend Angebote macht (Jugendliche) oder die erkennbar noch erhebliches Potential haben (aktive Senioren).
Durch Interviews, Beobachtungen und Expertengespräche wurde im Frühjahr 2018 versucht, die besonderen Bedürfnisse dieser Benutzer zu ermitteln. In einem anderen Zusammenhang war die Bibliothek Teil eines Design Thinking Prozess, der die Zusammenarbeit der Bibliotheken mit Schulen und hier besonders die Bedürfnisse der Schulen zur Unterstützung bei der Umsetzung des Medienkompetenzrahmens in der Sekundarstufe I betrachtete.

Bedürfnisermittlung der Zielgruppe „Jugendliche 11-15 Jahre

Diese Zielgruppe wurde ausgewählt, weil es für sie kein Konzept gibt. Im Moment haben ca. 600 Jugendliche einen aktiven Bibliotheksausweis. Für diese Altersgruppe gibt es zwei Veranstaltungsangebote an den Schulen zur Vermittlung von Medienkompetenz in der Klasse 5 (Katalogrecherche) und in der Klasse 6/7 (Informationssuche/Datenbanken) mit Hilfe von Tablets. Beide Angebote sind spielerisch aufbereitet und dauern 2 Schulstunden. Die Resonanz ist immer positiv. Des Weiteren gibt es seit einigen Jahren eine Schreibwerkstatt in den Herbstferien, die sich an diese Altersgruppe richtet. Im Bestand sind ca. 2.000 Medieneinheiten für diese Altersgruppe, davon etwa 300 AV-Medien. Diese Altersgruppe nutzt die Gaming-Station (PS 4) am meisten.

Es wurden Interviews geführt, Experten befragt und Beobachtungen gemacht. Daraus ergaben sich nachfolgende Bedürfnisse:

Zeit:
Die Jugendlichen haben ein Bedürfnis nach unverplanter Freizeit als Verschnaufpause vom normalen Alltag, die sie gerne mit Freunden (ev. am Wochenende) an einem attraktiven öffentlichen Raum erleben wollen.

Tätigkeiten:
Die Jugendlichen sind auf der Suche nach nicht verpflichtenden, freiwilligen Angeboten, die spaßbetont und kreativ sind und in denen sie ihre Hauptinteressen Musik und analoges und digitales Spiel vertreten sehen. Selbst kreativ sein, seine Werke präsentieren zu können und Feedback zu erhalten, ist für einige auch wichtig.

Motivation:
Die Jugendlichen haben das Bedürfnis, sich einzubringen und mit zu entscheiden. Themen, die sie motivieren könnten, sind Zukunftsthemen, wie Umwelt und Natur. Zusammen mit Freunden möchten sie besondere Freizeiterlebnisse haben.

Emotionales
Jugendliche haben das Bedürfnis nach Bewegung. Das Gemeinschaftserlebnis mit Freunden ist enorm wichtig. Das Bedürfnis, sich in der Natur aufzuhalten und der Umgang mit (gut behandelten) Tieren ist für einige Jugendlichen zentrales Thema.

Raumgestaltung:
Jugendliche haben ein Bedürfnis nach attraktiven öffentlichen Räumen, die hell und gemütlich sind. Wichtig sind ihnen gemütliche Sitzgelegenheiten und die Möglichkeit, sich in einen Bereich zurückzuziehen, wo sie niemand stört.

Die Arbeitsgruppe stellte sich folgende zentrale Frage:
„Wie können wir einen attraktiven, hellen, bunten und naturnahen Raum für Jugendliche gestalten?“

Der Bereich für die Jugendlichen soll deutlich als eigener Bereich kenntlich sein. Gute Belüftung, angenehme Temperatur und flexibel einstellbare Beleuchtung ist wichtig. Warme Farben, viel Stoff und unterschiedliche Sitze/Sessel sollen den Raum gemütlich machen.

Der gesamte Bereich sollte so flexibel wie möglich möbliert werden, um den verschiedenen Bedürfnissen der Jugendlichen entgegenzukommen. Wichtig sind nachhaltig hergestellte helle Möbel aus Naturmaterialien mit bunten Kissen. Natur soll dazugehören, ev. in Form eines Aquariums, einer begrünten Wand oder auch durch Pflanzen und eingespielte Waldgeräusche. Der Raum sollte ein Rückzugsort sein. Gleichzeitig soll er den Zugang zu digitaler Technik bieten z. B. Lademöglichkeit für das Smartphone. Auf einem Display könnten Filme laufen, eine digitale Fotowand erlaubt das Zeigen eigener Fotos. Hörstation und Gaming-Station sind wichtig, um Musik und Spiel gemeinsam erleben zu können. Dem Bedürfnis der Jugendlichen nach Kreativität dient ei-ne digitale Graffiti-Wand. Dem Bedürfnis nach Bewegung könnte ein Kicker/Tischtennisplatte entgegenkommen. An einer Wandseite sollte nach Möglichkeit ein großes Display hängen. Mit Hilfe von VR-Brillen können die Besucher u.a. virtuell reisen

Im Weiteren entwickelte die Arbeitsgruppe einen „Erlebnis-Raum“ für die Jugendlichen:
– Dieser separate Raum könnte z. B. jeweils für einen Zeitraum von etwa 3-4 Monaten thematisch gestaltet werden. Beispielsweise geschichtliche Ereignisse oder wissenschaftliche Zusammenhänge bzw. Gegebenheiten aus Kunst, Sport oder Politik könnten hier praktisch erfahrbar gemacht werden.
– Andererseits könnten auch spezielle Aktionen wie z. B. Geo-Caching, Escape Room oder Steam-Punk angeboten werden.
– Die Ideen hierzu werden insbesondere bei jugendlichen Bibliotheks-Besuchern erfragt und abgestimmt. Dies könnte über Plakat-Aktion, Wunschzettel-Box oder via E-Partizipation / Online-Voting erfolgen.

Themen könnten zum Beispiel sein:

  • Anfänge der Elektrizität
  • Technik: Baukästen, Experimente, Lerntabletts
  • 70 Jahre Langenfeld – von gestern bis heute
  • LARP / Live Action-Role-Play
  • Bibliotheks- oder Langenfeld-Geocache
  • Digitales Stadtarchiv
  • Tiere der Welt entdecken
  • Digitale Weltreise: Wanderung durch ferne Länder (Wüste, Dschungel)
  • Virtuelle Kirmes: Karussell- und Achterbahn-Fahrt etc.

Experten könnten als Spielleiter für den Erlebnisraum agieren oder die Besucher können virtuell einer Person folgen. Als Kooperationspartner für die diversen Veranstaltungen könnten auch Wanderausstellungen bzw. Maker-Space, Junge VHS, Frühes Forschen, Museen etc. angefragt werden. Die Raumgestaltung sollte möglichst flexibel sein, ein großer Lagerort für Ausstellungs- und Deko-Artikel wäre erforderlich. In wie weit der Erlebnisraum in den Jugendbereich integriert wird, oder ob der Jugendbereich, der Erlebnisraum ist, muss sich in der weiteren Planung herausstellen.

Bedürfnisermittlung aktive Senioren

Die Gruppe der aktiven Senioren wurde ausgewählt, da hier die Mitarbeiterinnen der Bibliothek Potential zur Weiterentwicklung sehen. Ca. 15% der aktiven Ausweisinhaber sind 60+. Die Stadtbibliothek bietet seit Jahren einen Bestand an Romanen, Großdruckbüchern, einen großen Bestand an Hörbüchern und Bestände im Bereich Reisen und Hobby, die auch interessant für Ältere sind. Bei den Veranstaltungen richtet sich eine Reihe dezidiert an Ältere, aber alle Veranstaltungen für Erwachsene werden fast nur von Menschen 50+ wahrgenommen. Etwa 25 Einzelveranstaltungen mit etwa 800 Besuchern finden statt.

Mit der Methode des Design Thinkings wurde folgende Fragestellung erarbeitet:
Wie könnten wir die Bibliothek zu einem kommunikativen Treffpunkt zum Austausch für aktive Senioren machen?
Um diese Frage beantworten zu können führten die Bibliotheksmitarbeiter Interviews mit Bibliotheksnutzern und Nichtnutzern durch. Sie befragten Experten und stellten an analogen Plätzen Beobachtungen an.

Bei den Interviews spielte die Bibliothek keine Rolle, sondern es ging primär um die Tagesgestaltung, die Treffpunkte, die Zeiteinteilung und die Freizeitpartner der Senioren. Mit dem Freizeitverhalten wurde auch nach möglichen Hinderungsgründen für gewünschte Aktivitäten abgefragt. Bei der Expertenbefragung wurde konkret nach Erfahrungen gefragt. Hier spielten die Bedingungen eine Rolle, die ein Treffpunkt für Senioren erfüllen muss.
Beobachtungen wurden in der Bibliothek, in der Markthalle und in einem von Senioren stark frequentierten Café durchgeführt. Hier ging es um Aufenthaltsdauer, Gruppengröße, Verzehr etc.
Aus den Interviews, Befragungen und Beobachtungen gewann das Team folgende Erkenntnisse:

Bedürfnisse
– Senioren haben ein starkes Bedürfnis nach Gesellschaft, weil sie eine große Angst vor Einsamkeit haben.
– Kommunikation und Austausch spielen eine wichtige Rolle. Dabei bevorzugen die Senioren „Face to Face“ Kommunikation, auch wenn sie die digitale Variante nutzen.
– Senioren lieben das direkte Gespräch, haben aber Probleme mit störenden Umgebungsgeräuschen (z.B. Stühle rücken, Laute Nebengeräusche, Hintergrundmusik).
– Senioren haben ein starkes Bedürfnis, mobil zu bleiben, um weiter am Gesellschaftsleben teilnehmen zu können. Sie lieben lebendige Orte, solange das „Gewusel“ nicht direkt um sie herum ist.
– Senioren haben das starke Bedürfnis „up to Date“ zu bleiben (auch durch Nutzung digitaler Medien), aber sie machen sich ungern mit der Technik vertraut und möchten individuelle Hilfe in moderner Kommunikationstechnik.
– Ein gemütlicher Ort für Senioren bedenkt das leibliche Wohl, ist hell und hat altersgerechte, bequeme Sitzmöbel.

Was könnte Senioren davon abhalten einen Raum oder eine Veranstaltung zu besuchen?
– Mobilitätseinschränkungen führen dazu, dass manche Angebote nicht genützt werden können (Barrierefreiheit).
– Räume und Angebote, die laut sind, stellen Senioren vor akustische Probleme.
– Ebenso werden überfüllte Räume abgelehnt.
– Manche Senioren haben ihren Alltag durchgeplant und keine zeitliche Kapazität mehr frei.

Um die gewonnen Erkenntnisse zu vertiefen und abzusichern, wurden an einem Vormittag in der Bibliothek die Senioren um ihr Voting zu Veranstaltungsangeboten gebeten. Ca. 50 Personen beteiligten sich.
Sechszehn verschiedene Inhalte standen zur Auswahl. Die zehn meistgewählten sind:

  • Digitale Welt verstehen (Technikhilfe)
  • Klassik-Kino
  • Meine weite Welt (Gesprächskreis, Dias)
  • Sonntags-Café (Kommunikation)
  • Kochstunde
  • Mein Lieblingsbuch (Kommunikation)
  • Was blüht denn da? (Experten)
  • Mensch-ärgere-dich nicht & Co.(Spieletreff auch digital)
  • Nähkästchen (Erfahrungsaustausch, Experten)
  • Plauderstunde (Kommunikation)

Auf die Frage nach den Informationswegen steht ganz hoch im Kurs das persönliche Anschreiben / die persönliche Ansprache. Dann folgen die klassischen Werbemittel wie Plakate und Handzettel und Zeitung. Whats App, Facebook und YouTube spielen eine untergeordnete Rolle. Die Werbung/Informationen werden an den Infoständern (Bibliothek, Rathaus, VHS) wahrgenommen. Weitere Orte sind Arztpraxen, Seniorentreffs und die Kirchengemeinden.

Weitere Erkenntnisse zum Verhalten von Senioren:

– Sie scheuen lange Wege.
– Alles wird registriert, aber sie warten darauf aktiv angesprochen zu werden.
– Es besteht viel Redebedarf.

Schulen

Ist-Zustand
Die Stadtbibliothek ist durch das Projekt Bildungspartner Bibliothek und Schule seit 2003 mit vielen Langenfelder Schulen eng verbunden. Seit 2009 werden auch die Kindertageseinrichtungen in die Zusammenarbeit integriert. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind traditionell die Unterstützung der Schulen und Kitas mit Medien und Informationen, die Unterstützung im Bereich Leseförderung durch geeignete Veranstaltungen und die Vermittlung von Kompetenzen in der Informations- und Medienrecherche. Außerdem steht die Bibliothek Schülerinnen und Schülern als außerschulischer Lernraum zur Verfügung. Ausgeführt werden die oben genannten Punkte durch die folgenden Angebote:

AngebotZielgruppeOrt ZielePartner
BücherzwergeDreijährige + ElternBibliothekSpaß an Büchern, Spaß an SpracheKita
BüchereiführerscheinVorschulkinder + Eltern BibliothekAngebote kennenlernen, erste Regeln, Motivation der Eltern stärkenKita
Bücherei-Rallye2. oder 4. KlasseBibliothekKennenlernen Kinderbücher, Orientierung im Raum, Abbau von SchwellenangstGrundschulen, fest vereinbart mit 4 Grundschulen, der Rest auf Anfrage
Autorenlesungen3. KlasseBibliothekSpaß am Lesen wecken, Autor kennenlernenGrundschulen, alle Klassen 3 werden eingeladen
Rallye5. KlasseBibliothekHandhabung des Katalogs, Orientierung im Raum, Informationen findenweiterführende Schulen Sek 1
2 Gesamtschulen
1 Gymnasium
1 Realschule
Tablet-RallyeKlasse 6 ,7 Bibliothek Informationssuche vor Ort und in verschiedenen Datenbanken mithilfe von Tablets, Technik kennen und beherrschenweiterführende Schulen Sek 1
2 Gesamtschulen
1 Gymnasium
1 Realschule
FacharbeitstrainingKlasse 11, 12BibliothekRecherche lernen für wiss. relevante Informationen, Metakataloge
Recherche und Bewertung der Informationen im Netz
2 Gesamtschule
1 Gymnasium
1 Realschule
Bei den Formaten strebt die Stadtbibliothek eine 100% Abdeckung an, die sie bei Kitas und Grundschulen aus Kapazitätsgründen noch nicht erreicht.

Problematik
Im Rahmen eines Design Thinking Prozesses wurde nach den Bedürfnissen der Schulen und Lehrer geforscht. Der Schwerpunkt lag hier auf den Grundschulen und der Sek 1. Hierbei wurde deutlich, dass die Lehrkräfte im Bereich der digitalen Kompetenz den Bedarf an Unterstützung haben.

Die Schulen sind gehalten, den Medienpass NRW flächendeckend bis 2020 einzuführen. Die im Medienpass geforderten digitalen Kompetenzen spielen auch für die Bibliotheken eine zunehmend wichtigere Rolle. Im Prozess kristallisierten sich strukturelle Probleme bei der Vermittlung von digitalen Kompetenzen im Schulunterricht heraus.
– Mittelvergabe und Weiterbildung laufen oft am Thema Digitalisierung vorbei.
– Es fehlen leicht umsetzbare Praxisbeispiele.
– Knappe Unterrichtszeit führt dazu, dass die digitale Kompetenz in Konkurrenz zu anderen zu Inhalten steht.
– Mangelnde technische Ausstattung und Pflege derselben bremst die Motivation.
– Es fehlen Netzwerke, auf die die Lehrer zurückgreifen können.

Zusätzlich bestehen individuelle Bedürfnisse und Anforderungen der Lehrkräfte:
– Bedürfnis nach Kenntnis der geforderten Inhalte
– Bedürfnis nach Ideen zur Umsetzung
– Bedürfnis als Lehrer technisch kompetent zu sein
– Bedürfnis gewohnte Methoden und Arbeitsmittel einzusetzen
– Bedürfnis nach einem Mehrwert bei der Einbeziehung externer Partner

Im Hinblick auf die Schüler und Schülerinnen ergaben sich beachtenswerte Erkenntnisse:
– Kinder- und Jugendlichen erwerben durch die Nutzung digitaler Medien einen „digitalen Dialekt“, der das Erlernen der korrekten Schriftsprache erschwert.
– Die scheinbar ständige Verfügbarkeit und Zugreifbarkeit von Informationen führt dazu, dass die Motivation, etwas zu lernen, schwindet.
– Mangelnde Fähigkeiten zu Transferleistungen und analytischem Denken erschweren das eigenständige Lernen und das Lernen in Gruppen.
– Im Bereich der digitalen Kompetenzen gibt es eine Genderproblematik
o Buzzwords für Jungen
-Technik
-Computerspiele
-selbst Technik machen (programmieren, bauen, basteln)
o Buzzwords für Mädchen
-Gestalten
-Verschönern
-Geschichten

Zukünftige Entwicklung
Die Stadtbibliothek Langenfeld wird in Zukunft die Angebote in der Leseförderung und Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz beibehalten und strebt eine 100% Abdeckung an. Ergänzt wird dieses Angebot durch eine Zusammenarbeit mit Schulen (Grundschule und Sek1.) bei der Vermittlung von digitalen Kompetenzen:
– Die Stadtbibliothek wird zusammen mit den Schulen Angebote entwickeln, die dies unterstützen.
– In ihren Räumen wird die Bibliothek alters- und geschlechtsspezifische Veranstaltungsformate entwickeln, die die Kompetenz im Bereich des Digitalen befördern.
– Dazu werden in der Bibliothek räumliche und technische Möglichkeiten geschaffen, individuell oder in Gruppen, Dinge auszuprobieren.
– Die Bibliothek strebt eine Vernetzung mit Gruppen und Personen an, die im Bereich digitaler Angebote unterwegs sind.
– Die finanziellen Mittel für Material und Referenten werden der Bibliothek zur Verfügung gestellt.
– Die Stadtbibliothek unterstützt Schulen bei der Umsetzung des Medienkompetenzrahmens.

Berufstätige

Es ging hier in erster Linie um das Freizeitverhalten der Berufstätigen.

Was veranlasst / motiviert Sie, neben Ihrer Berufstätigkeit aktiv zu werden / etwas zu unternehmen / sich für etwas zu interessieren?
Es wurden Fragen nach dem Tagesablauf, nach dem Wert von Freizeit, nach der idealen Freizeitgestaltung, nach den Hindernissen etc. gestellt.
Wie könnten wir den Berufstätigen die Bibliothek als attraktiven Aufenthalts- und Veranstaltungsort zugänglich machen?


Erkenntnisse


Berufstätige schätzen Veranstaltungsorte, die unkompliziert zu erreichen sind.

Berufstätige wünschen sich Veranstaltungen, die nicht überfüllt sind.

Berufstätige setzen eindeutige Prioritäten und gehen ihren Leidenschaften nach, trotz eventueller Hindernisse

Berufstätige ordnen ihr Arbeitszeiten und ihre Freizeit nach klaren Prioritäten. Familie steht dabei klar an erster Stelle.

Anmeldung und Buchung für Veranstaltungen sollte unkompliziert, auch kurzfristig und ortsunabhängig möglich sein.

Berufstätige genießen in ihrer Freizeit Aktivitäten in gewachsenen, vertrauten Gruppen.

Berufstätige suchen in ihrer Freizeit einen Ausgleich zur beruflichen Tätigkeit.

Die Freizeittrends der Berufstätigen sind Sport, Musik und Natur, wobei Reisen die Lieblingstätigkeit für lange Freizeiten sind.

Berufstätige haben ein Gefühl des Mangels an unverplanter Zeit.

Berufstätige wünschen sich Planbarkeit in ihrer Freizeit, aber Flexibilität in der Verbindlichkeit.

Berufstätige (Väter) nutzen die Zeit nach der Arbeit für einen Bibliotheksbesuch mit Kindern.

Die Bibliothek wird den Berufstätigen Veranstaltungsangebote machen, die offene/unverbindliche Formate und spezielle Väter/Kinder-Formate enthält. Die Anschaffung einer Buchungs-App ist vorgesehen. Open Library ist für diese Benutzergruppe eine große Option.

In Gruppen Lernende

Eine weitere Benutzergruppe des zweiten Design-Thinking-Prozesses waren die „Lernenden“, insbesondere kommunikative Lerngruppen. Durch die Methodik der Befragung, als auch durch die Beobachtung, wurden die Bedürfnisse ermittelt und folgende Erkenntnissätze formuliert:
– Kommunikative Lernende brauchen große Tische, um Ihre Materialien ausbreiten zu können, aber dennoch eine kommunikative Nähe.
– Gruppenlernende brauchen eine gute technische Grundausstattung (W-LAN, Steckdosen, [Farb-] Drucker].
– Gruppenlernende wünschen sich Getränke und Snacks.
– Gruppenlernende schätzen Ordnung und Struktur des Raumes.
– Lernende wünschen sich einen ablenkungsarmen Ort, der die Konzentration weder durch Bewegung noch durch Handynutzung stört.
– Gruppenlernende suchen den Austausch und Hilfestellungen in Lerngruppen, bereiten diese aber in Einzelarbeit vor.
– Gruppenlernende schätzen helle Arbeitsplätze mit frischer Luft und einen Blick nach draußen.
– Gruppenlernende haben eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von 2-3 Stunden, wobei Sie den späten Nachmittag und Wochentage bevorzugen.
– Effizienz und Konzentration der Lerngruppe lässt bei mehr als 4 Personen signifikant nach.
– Lernen im privaten Umfeld lenkt ab. Daher schätzen Gruppenlernende das neutrale Umfeld der Bibliothek.
– Gruppenlernende organisieren sich oft spontan über WhatsApp und persönlichen Verabredungen.
– Um persönliche Lernziele zu erreichen, schätzen Oberstufenschüler*innen, die in Gruppen lernen die Zusammenarbeit mit Personen, mit gleichem Lerntempo und -niveau. Dabei agieren Sie sehr zielstrebig, fokussiert und organisiert.
– Gruppenlernende brauchen flexible Lernzeiten

Anhand dieser Erkenntnisse wurde mit einer Lernetage experimentiert. Hierfür wurden Standorte von Beständen verändert und dichter zusammengestellt, Regale abgebaut und mehrere Gruppenarbeitsplätze eingerichtet. Des Weiteren wurden den Lernenden Material wie Ohrstöpsel, Schere, Stifte, Lineal etc. und ein Farbdrucker bereitgestellt. Die hohe Frequentierung an allen Öffnungstagen, zeigte uns, dass die die Bedürfnisse der Lernenden getroffen wurden. Die Plätze auf der Lernetage reichten bei weitem nicht aus. Bei der Planung der neuen Bibliothek wurden die aus dem Experiment gewonnen Erkenntnisse eingebracht. Die Art und Position der Arbeitstische soll den Bedürfnissen der Gruppenlernenden entsprechen. In den Lernbereichen sollen zielgruppengerechte Medien präsentiert werden.

Makerspace

Allgemeines
Der Makerspace ist ein Ort des gemeinsamen Lernens und Ausprobierens, wo Menschen jeden Alters selbstständig neue Dinge kennenlernen und testen sowie an eigenen Projekten arbeiten können. Um die Kreativität der Nutzer möglichst nicht einzuschränken, bleibt der Begriff „Dinge“ unbestimmt. Die Dinge können analog oder digital sein.

Grundsätze
– Offener Zugang für alle
– Wissen und Informationen jeglicher Art ist die Kernkompetenz
– Bürgerinnen und Bürger sollen sich mit ihrem Wissen und ihren Kompetenzen im Makerspace beteiligen können [Dies wird aktiv von der Stadtbibliothek gefördert]
– Übernahme und Förderung von Verantwortung durch einzelner Bürger*innen
– Die Stadtbibliothek ist Netzwerker und Anbieter [von Raum, Material, Kontakten]

Zielsetzung
Der Makerspace der Stadtbibliothek Langenfeld verfolgt das Ziel der Kompetenzförderung der MINT-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik), welches durch unterschiedliche Workshops erreicht werden soll. Dabei finden die Workshops sowohl im schulischen als auch im außerschulischen Kontext statt. Die Inhalte orientieren sich hierbei am Medienkompetenzrahmen des Landes Nordrhein-Westfalen mit seinen 6 Kompetenzfeldern:

  1. Bedienen und Anwenden
  2. Informieren und Recherchieren
  3. Kommunizieren und Kooperieren
  4. Produzieren und Präsentieren
  5. Analysieren und Reflektieren
  6. Problemlösen und Modellieren
    Alle, durch Bibliothekspersonal, angebotenen Workshop-Formate verfolgen und beinhalten nachstehende Leitziele:
    – Die Vermittlung von Wissen
    – Förderung von Kreativität
    – Förderung von Kommunikation
    – Training sozialer Kompetenzen
    – Entdecken und Ausprobieren neuer Dinge sowie deren Zugang

Des Weiteren verfolgt der Makerspace das Ziel, Bürgerinnen und Bürgern einen attraktiven Raum zu bieten, wo eigene Kenntnisse, Fertigkeiten und Kompetenzen anderen Bürgerinnen und Bürger gezeigt und vermittelt werden können. Hierbei sind Bürgerbeteiligung und Partizipation von zentraler Bedeutung. Auch diese Veranstaltungsformate erhalten den Titel Workshop und finden primär in der Freizeit statt. Hier besteht die Gefahr, dass engagierte Bürgerinnen und Bürger Workshops nicht mehr anbieten können und möchten und somit aus dem Anbieterpool wegfallen. Die Betreuung der engagierten Bürgerinnen und Bürger sowie die Gewinnung von Nachwuchs fallen in die Aufgabenbereiche der Stadtbibliothek.
Für die Stadtbibliothek bedeutet die Etablierung der diversen Workshop-Formate eine Steigerung der angebotenen Veranstaltung sowie der Veranstaltungsbesucher. Dies betrifft insbesondere die Produktbereiche Bibliothekspädagogischer Dienst / Medienkompetenz sowie Kommunikationsort und Informationsversorgung aus dem Veranstaltungsbereich.

Raum und Ausstattung
Mit der Neukonzeption der Stadtbibliothek erhält der Makerspace im Tiefgeschoss einen eigenen, ausreichend großen Bereich innerhalb der Bibliothek. Möbliert wird der Bereich mit flexibel einsetzbaren und beweglichen Mobiliar. Es wird einen großen Community-Table geben, wo Workshops angeboten werden. Präsentationen können über eine Leinwand und einen Beamer gezeigt werden. Die Wandfläche erhält Medienregale. Im ganzen Bereich soll es einen W-LAN-Zugang geben und ausreichend Möglichkeiten zur Stromversorgung mitgebrachter Endgeräte.

Design Workshop zur Planung der Stadtbibliothek als „Dritter Ort“

Aat Vos beschäftigt sich mit Design, Innenarchitektur und Kommunikation im öffentlichen Bereich. Das Konzept des „Dritten Ortes“ ist zukunftweisend auch für Bibliotheken. Im Design Workshop vom 1. – 6. Juli 2018 wurde ein Grundgerüst für die neue Bibliothek gezeichnet. Dazu gehört die Zonenbildung, die Farbgebung, die Möblierung, die Materialien, die notwendige Technik etc. In den Workshop flossen die in Punkt 3 und 4 genannten Bedingungen und Probleme mit ein. Ebenso bildeten die Erkenntnisse des Design Thingking-Prozesses eine Grundlage für den Entwurf.

Die Bibliothek als dritter Ort ist inspirierend, ein offener Treffpunkt für die Stadtgesellschaft und hält neue Eindrücke und Erfahrungen für den Einzelnen bereit.
Ziel ist es einen Ort zu schaffen, wo Menschen
• sicher sind
• sich wohl fühlen
• sich auskennen
• willkommen sind, so lange sie wollen

Ziel ist es einen Ort zu schaffen,
• der Wiedererkennungswert hat
• der einen lokalem Bezug hat
• dessen Besuch ein Erlebnis ist
• der ein abwechslungsreiches Programm bietet
• dessen Technik auf der Höhe der Zeit ist
• der innovative Entwicklungen aufgreift
• an dem es möglich ist, Wissen zu erlangen
• der die Möglichkeit bietet, Wissen an andere weiterzugeben
• wo man die Möglichkeit hat, Dinge selber zu machen
• der frei zugänglich und leicht zu erreichen ist
• der für alle bezahlbar ist.

Die Funktionalität der Bibliothek braucht
• Technik / WI FI
• Benutzbarkeit
• Zugänglichkeit (behindertengerecht)
• Sichtbarkeit
• Aufenthaltsqualität

Die Aktivitäten der Bibliothek oder in der Bibliothek:
Im Grundriss der Bibliothek werden potentielle Räume bestimmt. Eine optische und akustische Trennung schirmt das „Wohnzimmer“ und die „Arbeitszimmer“ von den lärmintensiveren Bereichen wie die Kinderbibliothek und Jugendbibliothek sowie der Veranstaltungsbereich ab. Die Trennung wird durch ein Superregal auf allen Ebenen der Bibliothek erfolgen. Im Erdgeschoss wird es einen kommunikativen Bereich mit einem Lesecafé geben. Alle Elemente im Raum sind nicht höher als 1,40 m und damit ist der Durchblick in alle Bereiche der Bibliothek von fast jedem Punkt gegeben.

  • Gaming
  • Makerspace
  • Hospitality
  • Art Exposition
  • Meeting
  • Computer Workplace
  • Navigating
  • Media Library
  • Inspiration Area
  • Third Place
  • Workspace
  • Courses & Training
  • Living Room
  • Open Stage


Zeit- und Maßnahmenplan

• Im September 2018 wurde das Projekt im Rat der Stadt Langenfeld vorgestellt und die Verwaltung mit der weiteren Planung beauftragt.
• Frühjahr bis Sommer 2019 erfolgte die Detailplanung durch die Architekten und Fachingenieure.
• Sommer und Herbst 2019 wurden die Ausschreibung der einzelnen Gewerke vorbereitet.
• Baubeginn war ab April 2020. Für die Zeit der Renovierung wurden ca. 40% des Bestandes in zwei Ladenlokalen zur Ausleihe bereitgestellt. Der Rest wurde eingelagert.
• Der Fertigstellungstermin laut Ausschreibung war Ende August.
• Am 10. September 2020 konnte die Bibliothek den politischen Entscheidungsträgern und einem interessierten Publikum präsentiert werden.
• Ab dem 17. September war die Bibliothek für Kund*innen geöffnet, allerdings schon bald nur noch mit großen Einschränkungen, bis der Lockdown zu einer Schließung von drei Monaten zwang

Ausstattung Kundentechnik

Neben der Detailplanung zur Raumaufteilung und Möblierung, die 2019 stattfand, war auch die technische Ausstattung der Bibliothek von Interesse. Eine moderne Bibliothek muss den Nutzern alle Möglichkeiten bieten, Arbeit und Lernen sowie Freizeitaktivitäten sinnvoll durchzuführen. Es beginnt mit den Ausleihautomaten für die Selbstverbuchung, die alle Möglichkeiten der Kontoführung und des bar- und bargeldlosen Bezahlens können müssen. Durch den Wegfall der Theke werden die Bibliotheksmitarbeiter*innen eher Guides durch die Angebote der Bibliothek, Helfer bei der Benutzung der technischen Möglichkeiten und Vermittler neuer Kenntnisse sein. In den klar definierten Bereichen der Bibliothek gibt es verschiedene andere technische Geräte zur Benutzung durch die Kunden.

Verbuchung
– 4 Verbuchungsgeräte mit bargeldloser Bezahlfunktion
– davon 2 Geräte mit Bargeldzahlung
– 4 Telecache-Module für die Verbuchungsgeräte
– Smarter Ausleihschrank mit 11 Ausleihfächern und einem Tabletbutler
– 1 Windows-Laptop
– 1 MacBook
– 1 IPad
– 10 Android-Tablets

Veranstaltungsbereich
– Leinwand und Beamer
– Soundanlage

Makerspace
– Leinwand und Beamer
– 2 PCs für Programmierung und Bildbearbeitung
– Digitalisierungsstation mit Plattenspieler, Kassettendeck, Flachbrettscanner
– 2 Werkzeugwagen mit Werkzeug
– 3D-Drucker

Café-Betrieb
– Kaffeevollautomat mit Milchkühler
– Geschirr und Zubehör

Jugendbereich
– Bildschirm für Gaming, Switch Konsole
– Soundshower

Information und Werbung
– 2 Werbebildschirme hellbride für Außenwerbung
– 2 Werbebildschirme für innen mit Software
– 2 Tablets mit Tabletsständer als OPAC

Mifare-Benutzerkarten
– 5000 Mifare-Benutzerausweise
Die Stadt Langenfeld unternimmt große Anstrengungen in Richtung Digitalisierung. Ziel ist die Smart City mit einer digitalisierten Verwaltung, intelligenter Straßenbeleuchtung und einer Bürgerkarte, die verschieden Dienstleistungen der Kommune abdeckt. Die Mifare-Bibliothekskarten ermöglichen ein berührungsfreies Bedienen der Ausleihautomaten. Zukünftig können aber auch andere Funktionen z.B. die der Bürgerkarte, auf die Karte geladen werden. Die Stadtbibliothek ist interessiert, hier zu den Vorreitern zu gehören.

Möblierung

Die Möblierung der neuen Bibliothek besteht aus dem Superregal, das als optische und akustische Trennung die Bibliothek komplett durchzieht. Alle Wandflächen sind ebenfalls durch Regalflächen belegt. Ergänzend dazu kommen noch Funktionsmöbel für Sondermedien, wie CDs und DVDs, sowie für die Artothek und für den Makerspace. Ein weiterer Teil der Ausstattung sind die großen Arbeitstische für die beiden Arbeitsebenen und Einzeltische in den Bereichen Lesecafé, Wohnzimmer und Veranstaltungsbereich. Die Wandregale, der Schrank im Makerspace, Theke, Infopoint und das Superregal stehen fest. Alle anderen Möbel sind durch Rollen beweglich, um ein hohes Maß an flexibler Nutzung zu ermöglichen.

Wandregale
Im Design-Thinking haben mehrere Benutzergruppen Natur bzw. Natürlichkeit als wünschenswert angegeben. Die Ausführung der Wandregale in heller Eiche mit weißen Metallböden ist ansprechend und freundlich. 30cm hohe Podeste laden zum Sitzen ein. Die Wandregale dominieren die gesamten Außenwände besonders entlang der Fensterfronten. An den Fenstern sind zwischen den Regalen Sitzbänke oder Arbeitstische installiert.

Superregal
Das Superregal ist als durchgehender freistehender Block in allen Etagen zu sehen. Bewusst unterscheidet sich die Optik von den Wandregalen. Mattblau lackiertes Holz kombiniert mit anthrazitfarbenem Metall, nimmt sich das Regal bei aller Größe optisch zurück. Vorder- und Rückseite sind durch ein Metallgittergewebe getrennt, dass zwar trennt, aber latent durchsichtig ist.

Sondermöbel, Displays
Die meisten Sondermöbel wie die Lowrider und die Kästen für CDs und DVDs sind in dunklem Schichtholz mit offenen Kanten ausgeführt. Die Aufteilung der Lowrider durch verschiedene Einsätze wirkt informell und nicht streng. In der Kinderbibliothek gibt es drei Bilderbuchwägen in Kistenoptik. Alle Sondermöbel sind mit Rollen versehen.

Schrank Makerspace
Wie das Superregal unterscheidet sich der Schrank im Tiefgeschoss in der Gestaltung von den übrigen Regalen. Er ist rot und eine Kombination von of-enen und geschlossenen Flächen. Er umbaut den smarten Ausleihschrank, bietet Platz für die Werkzeugwägen und den 3D-Drucker.

Arbeitstische
Die Arbeitstische auf den beiden Ebenen für Lernende sind alle in Holz ausgeführt und haben Rollen. Die Tische sind für 6-8 Personen geeignet und können flexibel zusammengestellt werden. Die Tische an den Fenstern sind als Zweier- oder Vierertische ausgelegt.
Im Zeitschriftenbereich und im Wohnzimmer gibt es jeweils einen Tisch, der eine schwarze Oberfläche hat und mit bis zu 6 Personen nutzbar ist. Drei dieser Tische gibt es auch im Veranstaltungsbereich. Sie sind leichter als die Holztische und können bei Bedarf schnell fortgeräumt werden.

Artothek
Die 315 ausleihbaren Bilder der Artothek waren in einem Schrank und an den Wänden der alten Bibliothek untergebracht. Da die Wände inzwischen mit Regalen belegt sind, musste eine andere Lösung her. Die Artothek steht jetzt als Metallkonstruktion, Haus im Haus, prominent in der 2. Etage. Die alten Auszüge für die Hängung der Bilder konnten wiederverwandt werden.

Sitzmöbel/Bänke/Stühle
Dem Architekten war es sehr wichtig, unterschiedliche Sitzmöbel für die unter-schiedlichen Bedürfnisse zur Verfügung zu stellen. Auch im Design-Thinking waren von den verschiedenen Gruppen Wünsche für die Sitzgelegenheiten benannt worden. Alle Fensternischen, die nicht mit Arbeitsplätzen belegt sind, haben Sitzbänke bekommen. Besonders im Erdgeschoss sind diese sehr beliebt, da man einen freien Blick auf das Langenfelder Stadtleben hat. Im Le-se-Café im EG gibt es die klassische Sofaecke mit Sitzmöglichkeit für 5 Personen, eine Zweierkombination mit Sesseln, eine Sofagruppe mit 4 Sitzplätzen und zwei Bistrotische mit jeweils drei Thonet-Stühlen. Diese Möblierung erlaubt es Einzelpersonen und unterschiedlichen Gruppen die für sie passenden Sitzgelegenheiten zu wählen. Dieses Prinzip setzt sich auch in der zweiten Etage fort, wo das „Wohnzimmer der Stadt“ drei Sofaecken mit unterschiedlichen Sofas und Sesseln präsentiert. Vier gleiche Vintage-Sofas in Leder sorgen dafür, dass das Gesamtbild nicht zu unterschiedlich wird. Das gilt auch für einen Teil der Sessel, wo das gleiche Modell, aber unterschiedliche Farben eingesetzt werden. Die einzelnen Sitzgruppen werden durch verschiedene Teppiche als Bereiche definiert. Die Teppiche unterstreichen den Wohnzimmercharakter und helfen bei der Schalldämmung.
Die Sofas sind fest gepolstert, um das Aufstehen zu erleichtern. Für die Sessel gilt dasselbe. Sie haben zum überwiegenden Teil Lehnen.

An den Arbeitstischen stehen leichte Stühle der Firma Hay, die aus einem fragilen Stahlgestell mit Sitzauflagen und Rückenlehnen in Formholz bestehen. Es gibt 4 verschiedenen Farbvarianten mit jeweils hellen Holzkanten. Die leichten Stühle können bei Bedarf schnell umgestellt werden. Die Oberflächen der Stühle sind pflegeleicht. Für größere Veranstaltungen gibt es 90 Stühle auf Stuhlwagen. Auch bei diesen Stapelstühlen sind Sitz und Lehne aus Holz.

Podestlandschaften und Sitzsäcke
Die Kinderbibliothek in der 2. Etage und die Jugendbibliothek im EG sind als Podestlandschaften gestaltet. Zum restlichen Raum sind sie durch große Fenster abgeteilt, so dass sie gut einsehbar sind.
Die verschiedenen Sitzstufen sind mit pastellfarbigem Linoleum bezogen. Rampen ermöglichen den Zugang zu der oberen Ebene. Hier gibt es eine reiche Auswahl an Sitzsäcken im passenden Farbspektrum aus unterschiedlichen Materialien. Wieder ist Gestaltungsprinzip das informelle, spielerische und gemütliche. In der Jugendbibliothek gibt es zwei Cocoons. Das sind runde Sitznischen, die die Jugendlichen zum chillen animieren. In der Kinderbibliothek gibt es zusätzlich noch diverse Sitzkissen.
Die Kinderbibliothek und die Jugendbibliothek sind von einem Grafitti-Künstler gestaltet worden. Besonders im Jugendbereich ist durch das Bild eines Wake-Boarders und des historischen Gebäudes „Haus Arndt“ ein lokaler Bezug gegeben.

Beistellmöbel
Es gibt eine große Anzahl unterschiedlicher Beistelltische. Diese sind zum größten Teil leicht und können bei Bedarf von den Lesern einfach zum ge-wünschten Sitzplatz mitgenommen werden.

Alle Probleme gelöst?

Haben sich die Probleme der alten Bibliothek durch den Umbau gelöst?

Raum
Die offene Bauweise ist nach wie vor da. Aber dadurch, dass Kinderbibliothek und Jugendbibliothek hinter das Superregal gerückt sind und zur restlichen Bibliothek zum größten Teil abgeschlossen sind, hat sich der Spiellärm verringert. Dazu trägt auch die Deckengestaltung in der gesamten Bibliothek bei. Die offene Decke wurde mit 2,5 cm Akustikschaum belegt. Alle Möbel, die im Raum stehen sind mit Rollen versehen. Das steigert die Flexibilität der Raumgestaltung enorm.
Die Zwischenebenen sind jetzt ganz dem Lernen gewidmet. Ca. 60 Sitzplätze stehen zur Verfügung. Dieser Bereich wurde schon direkt nach der Eröffnung sehr gut genutzt. Die Community-Tables sind besonders für das Lernen in Gruppen beliebt.
Der Veranstaltungsraum wurde zugunsten eines Veranstaltungsbereichs aufgegeben. Der Veranstaltungsbereich ist normaler Teil der Bibliothek, kann aber auf zwei Größen mit Hilfe von Vorhängen abgetrennt werden und bietet entweder ca. 30 Personen oder bis 90 Personen Platz. Auch in der Kinderbibliothek und im Tiefgeschoss besteht jetzt die Möglichkeit kleinere Veranstaltungen durchzuführen. Die Lüftungsanlage wurde komplett erneuert und um eine Kühlung ergänzt.

Beleuchtung
Der Architekt hat sich für eine Beleuchtung mit einheitlichen Strahlern entschieden. Mit Hilfe der Strahler lassen sich Zonen bilden, an denen es hell sein muss und andere Zonen, wo das Licht eher gedämpft und gemütlich ist. Die Schaltung der Beleuchtung erfolgt über ein elektronisches System namens Dali. Hier sind verschiedene Szenarien voreingestellt und können nach Bedarf geschaltet werden. Alle Strahler sind LED-Strahler. Die Wärmeabstrahlung spielt keine Rolle mehr. Den Lokalbezug stellt eine Lampeninstallation im Luftraum der Bibliothek dar. Die Bürgerinnen und Bürger spendeten über 90 Glaslampen, von denen 60 Stück verwandt wurden.

Bestand
Der Bestand an Medien beträgt im Moment ca. 41.000 Medieneinheiten. Der größte Teil ist in den Wandregalen und im Superregal untergebracht. Des Weiteren gibt es die 5 Lowrider, die beidseitig belegt sind und die 5 Displays für die Non-Book-Medien sowie die 3 Bilderbuchwägen. Eine großzügige Theke, einen Info-Point mit Ablagemöglichkeiten und ein neu geschaffener Abstellraum neben der Jugendbibliothek sind gut gelungen. Sechs große runde Tische dienen der Bestandspräsentation und werden von den Beschäftigten mit viel Phantasie thematisch bestückt.

Technik
Die Benutzer-PCs sind an der Fensterfront entlang nebeneinander platziert mit All-in-one-Geräten ausgestattet. Drucker und Scanner sind selbstverständlich. Auf einen E-Circle wurde wegen des Platzbedarfs im Regal verzichtet. Als OPAC gibt es zwei Tablets auf Ständern. Das moderne Discovery-System zeigt auch die Online-Ressourcen.
Die vier modernen Selbstverbucher haben alle E-Cash-Funktion – zwei Geräte zusätzlich auch noch eine Bargeldfunktion. Ein Gerät ist höhenverstellbar um die Barrierefreiheit zu ermöglichen.
Die W-LAN-Abdeckung ist mit sechs Access-Points jetzt ausreichend.
Eine neue Gaming-Station in der Jugendbibliothek ist mit einer PS 4 und einer Nintendo Switch-Konsole bestückt. Eine Sound-Shower ermöglicht es den Jugendlichen beim Chillen Musik von ihrem eigenen Handy zu hören.
Es gibt im Tiefgeschoss im Maker-Space einen Ausleihschrank mit 11 Fächern, der mit Laptops, E-Book-Readern und den Controllern fürs Gaming bestückt ist. Dazu gehört ein Tabletbutler mit 10 Tablets für die Nutzung innerhalb des Hauses. Diese Tablets sind als Ergänzung der Kunden-PC vorgesehen, werden aber intern auch für Klassenführungen etc. genutzt.
Zum Maker-Space gehören drei 3D-Drucker, eine Digitalisierungsstation für Schall-platten, Kassetten und VHS-Kassetten und zwei PCs mit Bildbearbeitungsprogrammen. Im Maker-Space gibt es eine Leinwand und einen Beamer für Präsentationen.
In dem Veranstaltungsbereich ist eine professionelle Veranstaltungstechnik installiert worden. Beamer und Leinwand sind fest verbaut.
Besonderheiten.
Die Unterbringung der Artothek ist im Punkt Möblierung schon beschrieben worden. Es sind drei feststehende Wände für Ausstellungen vorhanden. Dies ist ein Kompromiss, damit wegen des Platzbedarfs nicht komplett auf die Ausstellungsfläche verzichtet werden muss. Es können jetzt nur noch max. 18 Bilder präsentiert werden.

Umsetzung der Ideen aus dem Design-Thinking
Die meisten der im Vorfeld erarbeiteten Inhalte konnten umgesetzt werden. Die von den Kunden gewünschten Funktionen sind alle vorhanden.

Theke und Arbeitsabläufe
Mit der neuen Theke und den neuen Geräten haben sich die Arbeitsabläufe geändert. Alle Arbeitsplätze im Kundenbereich sind von der Idee her Steharbeitsplätze.
Das bedeutet, dass die Kundinnen den Beschäftigten auf Augenhöhe begegnen. Da die zurückkommenden Medien neben den Selbstverbuchern im Regal abgelegt werden, bewegen sich die an der Theke Beschäftigten ununterbrochen in diesem Bereich, um vorbestellte Medien zu entnehmen oder Medien wegzuräumen. Die Erfahrung der ersten Monate zeigt, dass das trotz Corona und Abstand halten zu einem engeren Kontakt mit den Kundinnen führt.

Aufenthaltsqualität
Viele Ideen, die die Befragten im Design-Thinking-Prozess äußerten, bezogen sich auf die Aufenthaltsqualität der Bibliothek. Der angestrebte „Dritte Ort“ muss verschiedene Kriterien erfüllen, aber in jedem Fall ansprechend und gemütlich sein.
Dies ist in vollem Umfang gelungen. Die Reaktionen der Kundinnen sind alle positiv, sogar überschwänglich. Dazu trägt auch bei, dass die Kolleginnen Kaffee und Kaltgetränke an der Theke ausgeben. Dass dies durch die Kolleginnen geschieht, ist von diesen ausdrücklich als Teil der Willkommenskultur gewünscht. Ganz häufig wurden natürliche Materialien von den Befragten gewünscht. Dem hat der Architekt mit vielen unterschiedlichen Hölzern bei den Möbeln und dem Fußboden Rechnung getragen. Im Veranstaltungsbereich schafft eine Zedernholzdecke eine gute Akustik und schöne Atmosphäre. Veranstaltungen Im Design-Thinking-Prozess wurden von den Kundinnen auch eine Menge Ideen für Veranstaltungen geäußert. Manches davon konnte die Bibliothek in 2019 schon probeweise und mit viel Erfolg durchführen. Leider war dann in 2020 und bis Mitte 2021 keine Veranstaltungen möglich. Wie die Standardveranstaltungen zur Leseförderung und Vermittlung von Medienkompetenz in der neuen Bibliothek funktionieren, muss jetzt noch erprobt werden.

Sichtbarkeit
Durch die neue Raumgestaltung, die eine komplette Durchsicht durch das Gebäude gestattet und die Sitzbänke in den Fenstern ist die Bibliothek von außen besser wahrnehmbar. Als Wohn- und Arbeitszimmer ist die Bibliothek mit 34 Öffnungsstunden Anlaufpunkt für Menschen, die beim Lesen entspannen möchten, die alleine oder gemeinsam arbeiten möchten oder sich in einer schönen Umgebung treffen möchten.

Fazit

Die Renovierung der Stadtbibliothek Langenfeld ist in allen Punkten gelungen. Die Bibliothek ist nach wie vor Dienstleister für die Bereitstellung und Vermittlung von Medien und Information zum Zwecke der Information, des Lernens und der Freizeitgestaltung.

Sie ist aber noch deutlich mehr. Als außerschulischer Lernort hat sie enorm an Qualität und Möglichkeiten gewonnen. Die technische Ausstattung ermöglicht die Teilhabe von Menschen, die sich dieses Equipment privat nicht leisten können. Als Treffpunkt und Ort der Kommunikation ist sie offen für alle Bevölkerungsgruppen.

Die neu gestalteten Räumlichkeiten bieten Inspiration durch die Medien und durch Angebote und Veranstaltungen. Kooperationspartner nutzen das Equipment und die Räume der Bibliothek für eigene Angebote. Durch ihre Lage trägt die Bibliothek zur Belebung der Stadtmitte bei. Die Bibliothek ist damit eine Visitenkarte für eine moderne Kommune.

Das Konzept als pdf zum Download

Fotos von der neuen Stadtbibliothek Langenfeld

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Mehr Bibliothek für Vreden: Bücherei wird bundesweit erste kirchliche „Open Library“

Die Bücherei St. Georg in der 23.000 Einwohnerstadt Vreden ist die erste Bücherei in kirchlicher Trägerschaft, die seit Ende 2020 als „Open Library“ den Nutzern auch außerhalb der personell besetzten Öffnungszeiten zur Verfügung steht. Was dafür alles organisatorisch und technisch geklärt und vorbereitet werden musste, stellt Büchereileiter Michael Schürmann in diesem Beitrag vor. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.

„Schade, dass Sie über Mittag nicht offen haben!“ „Wenn ich Zeit habe, ist die Bücherei geschlossen!“ Diese und ähnliche Äußerungen kennen die Verantwortlichen in vielen Büchereien. Die Öffentliche Bücherei St. Georg Vreden hat sich 2019 intensiv mit allen Fragestellungen rund um das Thema Open Library beschäftigt. So musste unter anderem geklärt werden, ob in einer Kleinstadt mit 23.000 Einwohnern der Bedarf für so ein Serviceangebot besteht und gemeinsam mit dem Träger beschlossen, dieses zukunftsweisende Nutzungskonzept umzusetzen.

Die Vredener Bücherei wurde 1852 gegründet und gehört damit zu den ältesten Öffentlichen Büchereien im Bistum Münster.

Vorangegangen war eine intensive, sachorientierte Diskussion in den verschiedenen politischen Gremien[1]. Folgende Fragestellungen mussten vorab geklärt werden:

  • Besteht in einer Kleinstadt mit 23.000 Einwohnern der Bedarf für ein derartiges Serviceangebot?
  • Welche technischen Maßnahmen müssen vorgenommen werden, damit ein sicherer Betrieb der Bücherei im Rahmen der Open Library erfolgen kann?
  • Wie sieht es mit dem Thema Vandalismus aus?
  • Welche datenschutzrechtlichen Vorgaben und Anforderungen müssen erfüllt werden?
  • Welche finanziellen Auswirkungen auf die laufenden Kosten hat die Umsetzung und Einführung der Open Library?

Nachdem diese Frage geklärt und eine breite Zustimmung der zuständigen Gremien erfolgte, konnte im Herbst 2019 der für die Finanzierung notwendige Antrag auf Landesförderung eingereicht werden, der dann im Frühjahr 2020 bewilligt wurde.

Im Sommer 2020 wurden die für die Umwandlung der Bücherei in eine Open Library notwendigen Maßnahmen umgesetzt:

  • Installation eines Entry Panels, mit dem Bürger*innen mit gültigem Bibliotheksausweis und dazugehöriger PIN zu den festgelegten Zeiten selbstständig die Eingangstür öffnen und die personallose Bibliothek nutzen können
  • Installation von Kameras und des Imageservers mit dem das Kundenverhalten während der personallosen Zeiten erfasst und aufgezeichnet werden
  • ein Audiosystem für zeitgesteuerte Durchsagen zur Benutzerinformation;
  • Einbau der Lichtsteuerung
  • leichte Umbauten der Thekenmöbel, um eine schnelle Sicherung der Thekenmaterialien zu gewährleisten
  • Einbau von Türen im Thekenbereich sowie zu den Mitarbeiterbüros
  • Kleinere Umbauten der Theke für die Selbstverbucher
  • Punktuelle Ergänzung der Beschilderung und des Leitsystems

Parallel zu diesen technischen Maßnahmen wurde die Hausordnung überarbeitet, die Informationsflyer und Plakate gestaltet sowie notwendige Dienstanweisungen erarbeitet und mit den zuständigen Gremien abgestimmt.

Auf Grund der Corona-Krise musste die für Anfang Dezember 2020 geplante Freigabe der Open Library leider verschoben werden. Erst seit dem 01.06.2021 können alle Nutzerinnen und Nutzer die Open Library vollumfänglich nutzen. „Auch dann, wenn vom Team keiner da ist“, betont Leiter Michael Schürmann. Bundesweit als erste Bücherei in kirchlicher Trägerschaft konnte die Einrichtung in Vreden mit dem Ende des Corona-bedingten Lock-Downs die „Open Library“ freigeben, einer Bücherei, in der die Nutzerinnen und Nutzer mit Leserausweis und Pin auch zu ungewöhnlichen Zeiten Zutritt haben.

Bücherei ist 72 Stunden pro Woche geöffnet

Mit der Umsetzung des Projektes wird kein Personal eingespart. Ziel ist es, die Öffnungszeiten noch attraktiver und kundenorientierter zu machen. Insgesamt wurden diese um 44,50 Stunden pro Woche ausgeweitet. Besonders im Blick haben der Büchereileiter und das Team aus drei Haupt- und 13 Ehrenamtlichen, die Berufspendler. Sie können demnächst vor oder nach der Arbeit sowie in der Pause in die zentral am Kirchplatz gelegene Bücherei der münsterländischen Kleinstadt mit rund 23.000 Einwohnern gehen und dort die umfangreichen Medienangebote nutzen. Die zusätzlichen Öffnungszeiten orientieren sich an den Erfahrungen, die das Team in der Vergangenheit mit den Wünschen der Kundschaft gemacht hat:

ÖffnungszeitenOpen Library (ohne Personal)mit Personal
Montag07.00 – 14.00 Uhr 18.00 – 20.00 Uhr 
Dienstag07.00 – 09.00 Uhr 12.00 – 14.30 Uhr 18.00 – 20.00 Uhr09.00 – 12.00 Uhr 14.30 – 18.00 Uhr
Mittwoch07.00 – 09.00 Uhr 12.00 – 14.30 Uhr 18.00 – 20.00 Uhr09.00 – 12.00 Uhr 14.30 – 18.00 Uhr
Donnerstag07.00 – 09.00 Uhr 12.00 – 14.30 Uhr09.00 – 12.00 Uhr 14.30 – 18.00 Uhr
Freitag07.00 – 09.00 Uhr 12.00 – 14.30 Uhr 18.00 – 20.00 Uhr09.00 – 12.00 Uhr 14.30 – 18.00 Uhr
Samstag07.00 – 17.00 Uhr 18.30 – 20.00 Uhr17.00 – 18.30 Uhr

Insgesamt können die Angebote der Bücherei nun 72 Stunden pro Woche genutzt werden, ein Umfang, den sonst nur Großstadtbibliotheken anbieten können. Mit Ausnahme des Sonntages kann die Bücherei somit an allen Wochentagen genutzt werden. Sollten die Nutzerrückmeldungen ergeben, dass der Sonntag ebenfalls als Open Library Tag gewünscht ist, könnte dieser kurzfristig freigegeben werden.

Richtungsweisend war die parallele Einführung der RFID-Verbuchungstechnik mit einer 24-Stunden-Außenrückgabe – diese ist Voraussetzung für die „Open Library“.

Auch Verweilen und Stöbern ist möglich in der „Open Library“

In der Bücherei haben die Nutzerinnen und Nutzer alle Möglichkeiten: Bücher und viele andere Medien können ausgeliehen werden, in den Räumen dürfen die Kunden aber auch verweilen und beispielsweise in einer App den digitalen Lesezirkel „Sharemagazines“ mit Zeitschriften und Zeitungen aus dem In- und Ausland durchstöbern, Gesellschaftsspiele spielen, Lernen und Arbeiten. Ein gelebter „dritter Ort“, der zur Kommunikation und Begegnung einlädt.

Um etwaigen Vandalismus vorzubeugen, wurden die Räume mit sechs Kameras ausgestattet. Zum Ende der servicefreien Zeiten werden die Kunden per Durchsage auf die Schließung der Bücherei hingewiesen. Zudem gibt es einen Schließdienst, der nach Ende der „Open Library“ um 20 Uhr eine Runde dreht und nach dem Rechten schaut. 

Damit die Nutzerinnen und Nutzer Gebühren unkompliziert begleichen können, wurde im Rahmen des Projektes das epayment eingeführt. Gebühren können nun über den Web-Katalog „Open“ direkt im Leserkonto beglichen werden. Dieser Service wird über den Zahlungsdienstleister Payone abgewickelt.

Etwa 2.000 aktive Leserinnen und Leser sind in der Bücherei St. Georg registriert. Mit der Einführung der Open Library sollen insbesondere Berufstätige für die Angebote der Bücherei gewonnen werden, die entweder in Vreden arbeiten oder außerhalb Vredens ihrem Beruf nachgehen und erst nach den regulären Öffnungszeiten wieder in Vreden sind. Insgesamt stehen den Kunden rund 36.000 physische Medien sowie rund 100 Zeitschriftenabos zur Ausleihe und Präsenznutzung zur Verfügung. Über den Onleihe-Verbund „bibload“ bietet die Bücherei  Ihren Nutzern darüber hinaus knapp 20.000 e-Medien zum Download. Weitere digitale Medienangebote wie das Streaming-Portal „Filmfriend“ sowie die „TigerBooks“ runden das vielfältige Medienangebot ab.

Die Bücherei St. Georg, die in Trägerschaft der katholischen Kirchengemeinde ist und eine vertraglich festgelegte Unterstützung von der Stadt Vreden bekommt, ist mehr als nur eine Möglichkeit, an Lesestoff zu kommen. „Die Bücherei ist ein sozialer Treffpunkt, an dem auch zahlreiche Veranstaltungen für Jung und Alt stattfinden“, sagt Schürmann. Dazu gibt es ein gutes Netzwerk mit weiteren Initiativen vor Ort. 

Im Interesse der Nutzer drücken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Umsetzung neuer technischer Möglichkeiten aufs Tempo. Nach der Generalsanierung 2014/2015, bei der das in Teilen denkmalgeschützte Büchereigebäude entkernt und zwei Bauteile angesetzt wurden, ging es Schritt für Schritt. Richtungsweisend war die parallele Einführung der RFID-Verbuchungstechnik mit einer 24-Stunden-Außenrückgabe – Grundvoraussetzung für den Betrieb der nun eingeführten „Open Library“.

Fazit: Tradition und Moderne schließen sich nicht aus

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass mit der Einführung der Open Library ein weiterer Quantensprung zur Weiterentwicklung der Bücherei gemacht wurde. Die auf insgesamt 72 Wochenöffnungsstunden ausgedehnten Öffnungszeiten beseitigen Defizite im Bereich der Öffnungszeiten und machen die Bibliothek noch attraktiver und zukunftsfähiger. Die Rückmeldungen der bisherigen Nutzer sind durchweg positiv: „Mit einem solch tollen Angebot hätten wir hier auf dem Land nicht gerechnet!“, so der Kommentar von Neuzugezogenen.

Unerlässlich ist trotz einer soliden finanziellen Basis durch die gemeinsame Finanzierung der laufenden Kosten durch die Kirchengemeinde und die Stadt Vreden die Förderung solcher Leuchtturmprojekte durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW.

Zur Bücherei:

  • 36.000 Medien
  • 160.742 Ausleihen (2019)
  • 139 Veranstaltungen
  • 2,5 Stellen (2 Dipl.-Bibl., 1 Kirchl. Bücherei-Assistentin)

Kontakt:  
Michael Schürmann
Öffentliche Bücherei St. Georg Vreden
Kirchplatz 12
48691 Vreden
https://www.buecherei-vreden.de
https://www.facebook.com/BibVreden


[1] Bei der Öffentlichen Bücherei St. Georg handelt es sich um eine sogenannte Vertragsbücherei, die in der Stadt die Funktion der Stadtbibliothek übernimmt. Träger ist die Kirchengemeinde St. Georg. Mit der Stadt Vreden wurde ein Büchereivertrag geschlossen, der insbesondere die Finanzierung der Bücherei regelt. Im Rahmen dieses Prozesses wurde das Projekt im Büchereibeirat, dem Schul-, Sport- und Bildungsausschusses des Rates der Stadt Vreden sowie im Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St. Georg vorgestellt und diskutiert.

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Stadtbibliothek Bocholt nach Umbau „Fit für Open Library“

Die Stadtbibliothek Bocholt will sich zu einem „Dritten Ort“ entwickeln. Dazu gehört auch eine Ausweitung der Öffnungszeiten in die Abendstunden und am Wochenende. Dank einer Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW konnte die Stadt Bocholt nun die dafür notwendigen Modernisierungsmaßnahmen umsetzen.

Die umfassenden Renovierungsarbeiten wurden bereits im Herbst 2020 abgeschlossen. Die Stromversorgung wurde komplett erneuert und ein zeitgemäßes Beleuchtungssystem installiert. Mit einer innovativen Medien-Selbstverbucherzone wurde die modernisierte Bahnhofshalle in das neue Bibliothekskonzept integriert. Es empfängt die Kund*innen der Stadtbibliothek mit einer neuen Raumkultur. Neue Technik, moderne Bibliotheksmöblierung und eine übersichtliche Zonierung der einzelnen Bereiche sorgen für eine zusätzliche Aufenthaltsqualität im Eingangsbereich.

Neue Selbstverbucherzone in der alten Bahnhofshalle

Direkt am Eingang, noch in der ehemaligen Bahnhofshalle, befindet sich die neue Selbstverbucherzone. Bei den Selbstverbucherplätzen hat das Team der Stadtbibliothek Bocholt darauf geachtet, dass Kinder und Menschen mit Handicap einen einfachen Zugang sowohl zum Ausleihen als auch zur Rückgabe haben. Dort, wo früher der Thekenbereich war, ist nun eine kleine Leselounge mit bequemen Sesseln. Zwei Rechercheplätze, ein eCircle (digitales Informationssystem der Plattform „muensterload“ mit Touch-Funktion), an dem man auch direkt digitale Buchtitel downloaden kann sowie ein Bezahlautomat, der Bargeld, EC-Karten und Smartphones akzeptiert, runden den Foyerbereich ab. Ein modernes Lichtkonzept, das gemeinsam mit der Gebäudewirtschaft der Stadt Bocholt entwickelt wurde, setzt die Literatur in Szene. Wer nicht selbst verbuchen möchte, dem helfen die Kolleg*innen der Stadtbibliothek an der neu geschaffenen Info-Theke.

Dort, wo früher die Theke stand, befindet sich nun eine gemütliche Lese- und Wartelounge
Dort, wo früher die Theke stand, befindet sich nun eine gemütliche Lese- und Wartelounge.

Mit den Umbaumaßnahmen ist die Bibliothek ihrem Ziel zu einem sogenannten „Dritten Ort“ zu werden, ein Stück nähergekommen. Leider musste die feierliche Wiedereröffnung der Stadtbibliothek Anfang Dezember 2020 aufgrund der der aktuellen Corona-Situation so „klein“ wie möglich gehalten werden. Trotzdem waren die Bibliotheksbenutzer hocherfreut, „ihre“ Stadtbibliothek wieder besuchen zu können und in neuem Glanz erstrahlen zu sehen.

Ein neues Farb- und Lichtkonzept setzt die Literatur-Bestseller und Neuheiten im Eingangsbereich gekonnt in Szene.
Ein neues Farb- und Lichtkonzept setzt die Literatur-Bestseller und Neuheiten im Eingangsbereich der Stadtbibliothek Bocholt gekonnt in Szene.

Digitale Rundgänge zur Eröffnung

Auf einen echten Tag der offenen Tür musste die Stadtbibliothek angesichts des Corona-Lockdowns verzichten. Bei einem Pressetermin präsentierten Erster Stadtrat Thomas Wascki und Melanie Tenhumberg, fachliche Leiterin der Bibliothek, die zuletzt fertiggestellten Umbaumaßnahmen. Zusätzlich zur Berichterstattung in den Printmedien wurden auf den digitalen Kanälen der Stadtbibliothek (Facebook, Instagram, YouTube) alle Interessierten zu digitalen Rundgängen in Form von kurzen Videoclips eingeladen. So war die Stadtbibliothek mit der abgeschlossenen Modernisierungsmaßnahme am eigentlichen Tag der offenen Tür auf allen Kanälen vertreten, was zu vielen Neuanmeldungen geführt hat.

Weitere Umbaumaßnahmen in Planung

Im Jahr 2021 plant die Stadtbibliothek Bocholt die Neugestaltung der Romanabteilung. Die Umstellung des Beleuchtungskonzepts soll auch in diesem Bereich weiter fortgeführt werden, um den Standards nach Klimaneutralität und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Eine zeitgemäße Präsentation der Bestseller, variable Themenpodeste für Buchausstellungen und gemütliche Sitzgelegenheiten zum Schmökern, sollen die Aufenthaltsqualität in dieser Abteilung verbessern. 

Für die folgenden Jahre sind auch inhaltlich Projekte zur schrittweisen Neugestaltung und Modernisierung der gesamten Stadtbibliothek geplant. Digitale Medienprojekte in Kooperation mit der Jungen Uni oder der VHS im Bereich Makerspace sind in der Vorbereitung. Das Hauptziel der Modernisierungsmaßnahmen, im gesamten Haus mehr Aufenthaltsqualität und eine klarere Struktur zu schaffen, soll durch kreative Angebote zur Förderung der Medienkompetenz ergänzt werden. Das Prinzip, durch neue Zonierungen und zeitgemäße Veranstaltungsformate auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Benutzergruppen einzugehen und die Stadtbibliothek als einen dritten Ort für alle Bocholter Bürger*innen zu etablieren, soll weiter vorangetrieben werden.

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Praxisangebote aus dem Programm „Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken“

Sechzehn Stadtteilbibliotheken haben sich 2019 in unserem Programm „Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken“ erstmals auf den Weg gemacht, ihr aktuelles Profil zu überprüfen, dies auf die verändernden Rahmenbedingungen neu auszurichten und mit Blick auf die Bedarfe ihres Einzugsgebietes zu schärfen. Als Arbeitshilfe zur Strategieentwicklung diente der vom Team der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entwickelte Funktionsrahmen, der fünf Bibliotheksfunktionen für eine digitale Gesellschaft beschreibt. Mit diesem Instrument ist es allen Teams gelungen, ein einheitliches Verständnis über Aufgaben und Funktion der Zweigestelle herzustellen.

Im Rahmen des Prozesses hat jedes Zweigstellenteam mehrere Angebote zur Erprobung für die anderen Teams zur Verfügung gestellt. Die Teams sollten anhand der Angebote testen, ob die vereinbarten Funktionen und das Profil zur Bibliothek passen. Mit der Zustimmung aller Teilnehmer*innen stellen wir die erarbeiteten Angebote allen Interessierten zur Verfügung. Die Angebote beinhalten eine Verlaufsbeschreibung, die jeweilige Zielgruppe mit Altersangaben, eine Technik- und Materialliste, Zeitangaben und Hinweise über notwendige Kompetenzen zur Durchführung. Viele Beispiele verwenden digitale Medien wie Bee-Bots, Green Screen oder Tablets.

Ort für Wissen und Inspiration


Digitales Kompetenzzentrum

Kultur- und Literaturort


Ort für Inspiration


Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort

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Moers: Open Library als Meilenstein in der Modernisierung und Digitalisierung der Bibliothek

Die Stadtbibliothek Moers ist seit Januar 2020 eine Open Library. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken unterstützt. Auf insgesamt 69 Stunden konnte die Bibliothek durch die Umstellung ihre Öffnungszeiten erweitern und damit fast verdoppeln. Welche technischen und organisatorischen Maßnahmen dafür notwendig waren, zeigt dieser Bericht.

Hintergrund des Angebots war die Veränderung von einem reinen Ausleihbetrieb hin zu einem Lernort, einem Ort der Begegnung und der Informationsvermittlung. „Wir wollten hier einen Wohlfühlort schaffen, der zum Verweilen und zur Freizeitgestaltung einlädt und für alle Bevölkerungsteile ohne Konsumzwang zugänglich ist“, erklärt Bibliotheksleiterin Ursula Wiltsch.

In Zeiten der Open Library findet die Öffnung ohne Personal statt. Besucher*innen ab 16 Jahren können die Einrichtung dann mit gültigem Leseausweis betreten. Somit können die Bibliotheksräume auf allen drei Etagen sowie die meisten Dienstleistungen auch während der bisherigen Schließzeiten genutzt werden. Hierzu zählen die Ausleihe und Rückgabe von Medien, guter Internetzugang und die Nutzung der Bibliothek als informeller Treffpunkt. Voraussetzung dafür war die Einführung von RFID-Technologie sowie einer automatisierten Medienausleihe, eines Rückgabeautomaten sowie eines Kassenautomaten.

Die Erweiterung der Öffnungszeiten sollte vor allem die Bürger*innen ansprechen, die die Bibliothek bisher nicht genutzt oder nicht mehr genutzt hatten. Neben der Maximierung der Zugänglichkeit wurde auch ein Augenmerk auf die Aufenthaltsqualität gelegt. Neue Sitzmöbel laden nun zum Verweilen und Schmökern ein.

Die Öffnungszeiten wurden wie folgt realisiert:

TageBisherige Öffnungszeiten mit PersonalZusätzliche Öffnungszeiten ohne Personal (Open Library)
MontagGeschlossenGeschlossen
Dienstag10:30 – 18:30 Uhr18:30 – 22:00 Uhr
Mittwoch10:30 – 18:30 Uhr18:30 – 22:00 Uhr
Donnerstag10:30 – 18:30 Uhr18:30 – 22:00 Uhr
Freitag10:30 – 18:30 Uhr18:30 – 22:00 Uhr
Samstag10:30 – 13:30 Uhr13:30 – 22:00 Uhr
SonntagGeschlossen10:30 – 22:00 Uhr
Auf insgesamt 69 Stunden konnte die Bibliothek durch die Umstellung auf Open Library ihre Öffnungszeiten erweitern und damit fast verdoppeln

Technische Anforderung an eine Open Library
Die Einrichtung einer Open Library erfordert technische und organisatorische Maßnahmen, die zahlreiche Prozesse automatisiert und ohne Personaleinsatz unterstützen und in hohem Maße von den örtlichen und räumlichen Gegebenheiten abhängig sind. Folgende technische Elemente gehören zum Automatisierungsstandard einer „Open Library:

  • ein Türöffnungssystem, mit dem Bürger*innen mit gültigem Bibliotheksausweis zu den festgelegten Zeiten selbstständig die Eingangstür öffnen und die personallose Bibliothek nutzen können;
  • Kameras, die das Kundenverhalten während der festgelegten personallosen Zeiten aufzeichnen;
  • ein Audiosystem für zeitgesteuerte Durchsagen zur Benutzerinformation;
  • Elemente zur Lichtsteuerung mit Anbindung an die Steuereinheit der OL;
  • Integration von Informations-Touch-Points für eine eigenständige Informationsauskunft;
  • Umrüstung bestehender Telefone zu Notfalltelefonen für die Nutzenden. Zusätzlich:
  • Neue Sitzmöbel zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität

Zusätzlich wurden in Moers erforderlich:

  • Einbau einer Wand zum Rücksortierraum, um Unbefugten keinen Zugang zur Sortierstraße und zur Lichtsteuerung zu ermöglichen;
  • leichte Umbauten der Thekenmöbel, um eine schnelle Sicherung der Thekenmaterialien zu gewährleisten. 

Mit einem gültigen Bibliotheksausweis öffnet sich der Eingang und die Bibliothek kann selbstständig genutzt werden. Als Eingang zur Open Library wurde der ehemalige Notausgang im Windfang des Bildungszentrums genutzt und entsprechend umgebaut. Ein Zutrittsterminal ermöglicht eine Authentifizierung der Bibliotheksnutzenden und somit eine eindeutige Zugangsregelung. Zeitgleich überwachen 13 Kameras die Räumlichkeiten der Bibliothek. Durch ein Open Library-System werden diese gesteuert, ebenso folgende weitere technische Komponenten: Licht- und Lüftungssystem, Lautsprechersystem, Alarmanlage, Ausleih- und Rückgabeterminals sowie die Sicherheitsgates.

Um zu gewährleisten, dass sich nach der Schließung der Bibliothek keine Kunden mehr in den Bibliotheksräumen aufhalten, laufen über das Open Library-System gesteuerte Lautsprecherdurchsagen, die auf das Ende der Öffnungszeit hinweisen. Zusätzlich geht ein lokaler Wachdienst vor der Schließung durch das gesamte Gebäude und macht eine Abschlusskontrolle.

Fazit
Die Open-Library-Einführung stellt einen weiteren Meilenstein in der Modernisierung und Digitalisierung der Bibliothek Moers und der konsequenten Neuorientierung seit 167 Jahren dar, der nur mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW möglich werden konnte.

Erste Reaktionen von Nutzern waren sehr positiv und spiegeln große Begeisterung wider. Von Beginn an wurden die erweiterten Öffnungszeiten sehr gut angenommen und auch Neuanmeldungen konnten bereits verzeichnet werden.

Die Einführung moderner, zeitgemäßer Technik trägt zu einer Aufrechterhaltung und Verbesserung der Qualität der Bibliothek bei. Der Hauptnutzen besteht aus betriebswirtschaftlicher Sicht u.a. darin, dass ein – angesichts der Verdopplung der Öffnungszeiten – deutlich verringerter Personaleinsatz notwendig wird, bei parallel zu erwartenden steigenden Besucherzahlen. Das Gesamtsystem wird leistungsfähiger und kann ein verstärktes Nutzungsaufkommen bewältigen. Daraus ergibt sich – wie aus den Erfahrungen bisheriger OL-Bibliotheken bestätigt – ein klar zu erwartender beschleunigter Medienfluss, was zu einer Erhöhung des Medienumsatzes und insgesamt zu einer optimalen Ressourcenausschöpfung führt.

Insgesamt steigert sich qualitativ und quantitativ die Nutzung und Effizienz der Medien, aber auch der Bibliothek und des Gesamtgebäudes mit erheblichem Mehrwert für alle im Bildungszentrum ansässigen Institutionen.

Kontakt:
Ursula Wiltsch
Leiterin der Bibliothek Moers
E-Mail: bibliothek@moers.de

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„Neue“ Zentralbibliothek Paderborn überzeugt mit raumübergreifendem Konzept aus Lernraum, Treffpunkt und Inspiration

Im Zuge der Sanierung und Modernisierung des Gebäudes und der Ausstattung haben Stadt und Bibliothek in Paderborn die Chance genutzt, das Konzept der Zentralbibliothek funktional und gestalterisch optimal für heutige und künftige Nutzerbedürfnisse umzusetzen. Das Ergebnis überzeugt: Die raumübergreifenden Angebote Lernraum, Treffpunkt und Inspiration finden sich in der gesamten Umsetzung wieder. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken unterstützt. Einige Highlights der fast neuen Zentralbibliothek stellt dieser Bericht vor.

Die Zentralbibliothek Paderborn ist ein stark frequentierter Magnet am Rande der Innenstadt. Mit über 300.000 Besuchern ist die Bibliothek die meist genutzte Bildungseinrichtung Paderborns. 1976 wurde sie für Paderborn in der alten Domdechanei (erbaut 1676) konzipiert und realisiert und 1977 eröffnet. Das Gebäude ist unter Denkmalschutz gestellt und wunderschön gelegen, in einem historischen Umfeld, umgeben von Wasser. Ein kleiner Park, der Geißelsche Garten, führt zum Gebäude hin. Das Gebäude selber war allerdings dringend sanierungsbedürftig, die technische Ausstattung und das Mobiliar größtenteils veraltet, die Publikumsflächen in der jetzigen Gestaltung nicht optimal ausgenutzt.

Der Umbau in einem denkmalgeschützten Gebäude ist eine riesige Herausforderung. Diese Erfahrung hat auch die Stadtbibliothek Paderborn gemacht. Geschlossen werden sollte die Zentralbibliothek eigentlich nur von Ende Oktober 2019 bis Ende des Jahres. Leider wurden in dem Gebäude wesentlich mehr Schadstoffe gefunden, die umfangreich beseitigt werden mussten. Da sich die Sanierung der Bibliothek dadurch zeitlich sehr verzögert hat, wurde kurzfristig ein kleines Übergangsquartier in der Innenstadt aufgebaut. Allerdings konnten dort nur 100qm mit Medien bestückt werden. Nach Fertigstellung der Zentralbibliothek kam dann die Corona-Pandemie – so mussten die Kunden noch länger auf die neugestaltete Bibliothek warten.

Kreativetage mit Fokus auf Aufenthalt, Kommunikation und Interaktion
Nach dem Umbau bietet der Bereich #Be Inspired in der Zentralbibliothek, zusammen mit dem Bestand und den Angeboten aus Freizeit & Hobby, den Schwerpunkt für inspirierende und kreative Angebote in der Bibliothek. Ergänzend dazu gibt es technische Geräte, die vor dem Umbau in der gesamten Bibliothek verteilt waren.

Im Zuge der Neugestaltung der Zentralbibliothek ist nun eine Kreativetage geschaffen worden, die als zentrale Interaktionsfläche der Zentralbibliothek dient. Der Fokus liegt auf Aufenthalt, Kommunikation und Interaktion. Farbenfroh gestaltet hebt sich dieser Bereich vom Rest der Bibliothek ab. Platz ist geschaffen worden für Workshops und die tägliche Nutzung von technischen Angeboten wie 3D-Druck, HP-Sprout oder E-Piano.

Die neue Kreativetage bietet viel Platz.

Mehr Raum für Gaming
Auch Gaming spielt in der Zentralbibliothek nun eine größere Rolle. Hochwertige Gaming-PCs, VR-Angebote und analoge Spiele laden zum gemeinschaftlichen Spielen ein. Kooperationen mit den Jugendzentren vor Ort runden das Angebot ab.

Refill-Station und Fairverteiler fördern nachhaltigen Konsum
Viele Bereiche der Bibliothek haben ein eigenes Gesicht bekommen. So hat der Bereich Kochen und Backen nun den Charakter eines Speisezimmers. Neu ist auch die digitale Präsentation von Rezeptideen und Tipps zum nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln. An der Refill-Station können Kunden ihre eigenen Flaschen mit frischem Wasser auffüllen. Auch der Fairverteiler fördert nachhaltigen Konsum: Hier können Paderborner nicht mehr benötigte Lebensmittel anderen Paderbornern zur Verfügung stellen.

Flugsimulator: Analoges Training im virtuellen Umfeld
Im Bereich Körper & Geist gab es bisher nur das Angebot Medien aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie, Philosophie und Medizin auszuleihen. Hinzugekommen sind nun Medien aus dem Bereich Sport und auch aktive Elemente wie Trimmräder, mit denen Bewegung während des Lesens oder Lernens möglich ist.

Die Medienpräsentation ist in den Hintergrund gerückt – wichtiger war hier die Gestaltung eines aktiven Bewegungsbereiches, auch durch den Einsatz eines Icaros-Aktiv-Gerätes. Bei dem Icaros handelt es sich um ein Fluggerät aus Metall und Aluminium. Das Gestell ist auf zwei Achsen beweglich: Grundsätzlich lässt sich so durch Gewichtsverlagerungen die Position in ein Virtual-Reality-Spiel übertragen. Analoges Training wird hier im virtuellen Umfeld angeboten. Als Kontrapunkt im Bereich Sport & Gesundheit hat die Stadtbibliothek einen Raum für Entspannung, Muße und Meditation geschaffen.

Der Icaros verleiht dem Spielendem Flügel.

Lernraum Bibliothek mit mehr Arbeitsplätzen auch für Gruppen
In der Zentralbibliothek Paderborn gibt es ein Lerncafé, das ungezwungenes Lernen in Gemeinschaft erlaubt. Große Tische laden zum Lernen ein. Von den Kunden ist aber immer wieder gewünscht worden, dass weitere Arbeitsplätze angeboten werden, bei denen Lernen in Gruppen oder in Ruhe möglich ist. Daher gibt es nun Lernkabinen, mehr Lernarbeitsplätze (25) und ein treppenförmiges Möbelstück, auf dem Schulklassen sitzen und etwas über die Recherche in Datenbänken erfahren können.

Hinzugekommen ist auch ein Whiteboard-Raum, der kreatives Denken und Arbeiten in der Gruppe ermöglicht. Medien aus den klassischen Schulbereichen Naturwissenschaften, Sprache und Literatur ergänzen diesen Bereich.

Digitales Leit- und Orientierungssystem sorgt für Orientierung und Information
Die Wegeführung ist mit dem Umbau so gestaltet, dass die Kunden das doch recht unübersichtliche Gebäude problemlos erkunden können. Ein digitales Leit- und Orientierungssystem sorgt nun nicht nur für Orientierung, sondern dient auch als Informationssystem, um aktuelle Informationen (beispielsweise Hinweise zu Corona-Hygiene-Bestimmungen) optisch ansprechend zu präsentieren.

Fazit: Mit wenig Geld das Optimum erreicht
Bei der Umsetzung ging es in erster Linie darum, vorhandene Defizite auszuräumen und die Bibliothek zukunftsfähig zu machen. Leider sind in einem Bestandsgebäude auch die Möglichkeiten zur Umsetzung aller Kundenwünsche begrenzt. Auch die finanziellen Mittel waren eingeschränkt. Die Auswahl der Möbel erfolgte daher nicht nur nach modischen Trends, sondern vorwiegend nach langlebigen und nachhaltigen Aspekten – trotzdem sind sie einladend und gemütlich.

Die bewusste Zonierung und Inszenierung der Themen spricht die unterschiedlichen Zielgruppen der Bibliothek an – die Kunden sind von dem Ergebnis begeistert.

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Das Projekt „Lernraum“ in Solingen: Mehr Raum zum Austauschen, Arbeiten und Ausprobieren

Die Stadtbibliothek Solingen hat im Zuge des Projekts „Lernraum in der Stadtbibliothek Solingen“ die Bibliothek in thematische Bereiche gegliedert. Das Ergebnis ist eine Bibliothek, die seit März 2019 nun neben der Kinder- und Jugendbibliothek über die Bereiche lern/Raum, lese/Raum, licht/Raum und frei/Raum verfügt. In diesem Bericht geben uns die Beteiligten einen Einblick in das Projekt, das vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken unterstützt wurde.

Basis für die Umsetzung des Projekts war das 2017 entstandene Konzept „learn & work“. Kernpunkt des Konzeptes: die Informationskompetenz der Bibliothek zu erhalten, zu erweitern und den neuen technologischen Entwicklungen anzupassen und ihr vielfältiges multimediales Angebot nicht nur vorzuhalten und auf Nachfrage bereitzustellen, sondern ihre Kundinnen und Kunden auch zur Nutzung dieser Vielfalt anzuregen.

lern/Raum: Individuell lernen – gemeinsam arbeiten
Im lern/Raum befinden sich sämtliche Sachmedien für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 und für Erwachsene. An den Arbeitsplätzen kann allein oder in Gruppen gearbeitet werden. Hierfür stehen Trennwände sowie moderne Sitzmöbel zur Verfügung. Ferner gibt es zwei räumlich und akustisch abgeschirmte „Arbeitsstationen“: das so genannte Raum-in-Raum-System „The Hut“. Zentraler Punkt im lern/Raum ist ein frei verfügbarer Tablet-PC, an dem verschiedene Datenbanken und Apps sowie der Online-Katalog allen Besucherinnen und Besuchern frei zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es zwei reine Office-Computer sowie mehrere Internetarbeitsplätze. Im gesamten Bereich ist WLAN frei verfügbar.

licht/Raum für Veranstaltungen und Besprechungen
Der angrenzende licht/Raum bietet im täglichen Betrieb weitere (Gruppen-) Arbeitsplätze. Daneben wird er stark für Veranstaltungen genutzt. Im Rahmen von Klassenführungen bietet der Lichtraum dank fest installierter Technik mit Beamer und Projektionsfläche den Start- und Endpunkt von Bibliotheksführungen. Er dient außerdem als Besprechungsraum, der mittels Raumteilern auch vom lern/Raum abgetrennt werden kann.

lese/Raum: Die Ruhezone der Bibliothek
Im lese/Raum mit Belletristik, Hörbüchern, Musik für Erwachsene und Lesegarten befindet sich die Ruhezone der Stadtbibliothek mit gemütlichen Sitzgruppen sowie dem Lesecafé mit den Zeitungs- und Zeitschriftenangebot.

frei/Raum: Digitale Erlebniswelt inklusive Café
Der Bereich mit den meisten neuen Angeboten ist der frei/Raum. Alle Angebote im frei/Raum können von jeder Besucherin und jedem Besucher benutzt werden, unabhängig davon, ob sie bzw. er einen Bibliotheksausweis besitzt. Im frei/Raum befindet sich das „co-working-space“ mit festinstallierten Laptops an modernen Arbeitstischen. Außerdem gibt es hier einen Gamingbereich mit verschiedenen Konsolen und den VR-Brillen HTC Vive sowie Playstation-VR. Ein Hingucker ist der sonic chair, der ein besonderes akustisches Erlebnis bietet.

Als weitere Neuerung befindet sich im frei/Raum auch das 3D-Angebot der Stadtbibliothek Solingen, und zwar ein Ultimaker 3D-Drucker inclusive Scanner, der von allen Interessierten genutzt werden kann. Im frei/Raum können die Besucher zudem Fotos, Negative und Dias digitalisieren. Gleiches ist mittels eines Plattenspielers mit Vinylschallplatten möglich. Zudem ist hier das Café (bisher: Internetcafé) mit dem bewährten Angebot an Warm- und Kaltgetränken, kleinen Snacks und Kuchen untergebracht.

Außerdem wurde die Ausstattung der Kinder- und Jugendbibliothek aus Projektmitteln sinnvoll und attraktiv erweitert. So kann der 32-Zoll-Touchtable-Tisch bei Führungen oder Projekten auch mobil eingesetzt werden. Ebenfalls angeschafft wurde ein iPad-Butler, so dass alle Besucher und Besucherinnen vor Ort iPads im freien WLAN zur Arbeit oder Freizeitgestaltung nutzen können. Der iPad-Butler versetzt die iPads nach ihrer Nutzung wieder in den Ursprungszustand. Kopfhörer zur Ausleihe stehen ebenfalls zur Verfügung.

Eröffnung bei „Nacht der Bibliotheken“
Die „neue“ Stadtbibliothek wurde der Öffentlichkeit in einer von den Medien ausführlich begleiteten Veranstaltung im Rahmen der „Nacht der Bibliotheken“ am 15.03.2019 präsentiert. Dazu hatte das Bibliotheksteam ein buntes Programm zusammengestellt. Ein DJ-Team legte gut gelaunt Musik auf, und die Besucher konnten an einer Rallye durch die Räume teilnehmen. Gut besucht war zudem der Vortrag von Holger Volland über den aktuellen Stand der künstlichen Intelligenz mit anschließender Diskussion.

Neue Räume ermöglichen breit gefächertes Veranstaltungsangebot
Im Folgenden eine Übersicht der bisher im Rahmen des Projekts „Lernraum in der Stadtbibliothek Solingen“ durchgeführten Veranstaltungen, Workshops und Projekten.

Für den Einsatz bei Workshops, Führungen und auch zur Unterstützung der Schulen innerhalb des Medienkompetenzrahmens hat die Stadtbibliothek Kooperationspartner wie das ZDI Zentrum BeST (Bergisches Schul- und Technikzentrum) gewonnen, die die Veranstaltungsarbeit im Bereich von Robotik und Programmierung bereichern. Zudem konnten auch Technologien wie Bee-Bots, Ozobots, iPads, Augmented Reality, Makey, Rasberry Pi oder Lego Mindstorms EV 3 angeschafft werden, die, je nach Altersklasse, in mehr oder weniger spielerischer Form eingesetzt werden. So wurden innerhalb des Projektes „Youth4Culture“ spielerisch Programmiergrundlagen mit Ozobots und Bee-Bots angeboten.

Des Weiteren bietet die Stadtbibliothek mit dem „Gaming Update“ eine Informations- und Spieleveranstaltung für Eltern an, um ihnen anhand aktueller Konsolenspiele, wie z. B. Fortnite oder Apex Legends, zu vermitteln, was die eigenen Kinder eigentlich so spielen.

Für Lehrkräfte werden Angebote ins Programm aufgenommen, mit denen sie Unterstützung für ihren Unterricht erhalten, z. B. der Workshop Biparcours mit entsprechenden Einsatzmöglichkeiten zur Vermittlung von unterschiedlichen Medienkompetenzen, wie Bedienen und Anwenden, Informieren und Recherchieren, Analysieren und Reflektieren sowie Produzieren und Präsentieren.

VR-Brillen, Games und Digitalisierungsgeräte stehen den Besucherinnen und Besuchern der Stadtbibliothek während der üblichen Öffnungszeiten kostenfrei zur Verfügung. Sofern Unterstützung benötigt wird, gibt es die vom Personal.

Für Schülerinnen und Schüler von drei Solingen Schulen wurden Projekte mit unterschiedlichen Zielsetzungen veranstaltet. Mit 23 Schülerinnen und Schülern des Technischen Berufskollegs wurden an fünf Tagen Bewerbungstrainings durchgeführt, in denen Situationen eines Assesstment Centers und sicheres Präsentieren geübt wurden. Schülerinnen und Schülern von zwei Förderschulen wurden in Workshops, die sich über mehrere Tage erstreckten, die Gefahren, die im Internet lauern, die Probleme im Kontext mit digitaler Gewalt sowie die Suchtgefahr bei Ego-Shooter-Games vergegenwärtigt.

In Raspberry Pi Workshops erhielten die Teilnehmer einen leichten Einstieg in die Programmierung oder konnten ihre vorhandenen Kenntnisse vertiefen. Sie lernten, wie man auf dem Rasberry Pi mit Python programmiert und Peripherie, wie Dioden, Sensoren und Kameras anschließt und anspricht. Daraus entstanden spannende Projekte. Die Teilnehmer erfuhren, wie man den Raspberry Pi auch zu Hause für verschiedene Aufgaben einsetzen kann, um sich das Leben zu erleichtern, z. B um eine Alarmanlage, einen Bewegungsmelder oder die Helligkeitssteuerung von Lampen zu bauen.

In einem Workshop wurde den Teilnehmern die Bedienung und die Arbeitsweise des 3D-Druckers so ausführlich näher gebracht, dass sie anschließend ein entsprechendes Gerät selbständig bedienen können.

Am Virtual-Reality-Tag wurden die VR-Brillen und -Games der Stadtbibliothek Solingen vorgeführt und konnten anschließend von den Besuchern ausführlich getestet werden.

Bemerkenswerte Beachtung fand ein Vortrag, der sich mit der Historie, dem Aufbau und der Funktionsweise von Podcast befasst hat.

Demonstrationen der Digitalisierungsmöglichkeiten von Schallplatten, Dias, Negativen und Fo-tos sind ebenfalls mehrfach angeboten worden.

Mit dem Brick-Art-Künstler „Cole Blaq“ fand für 10 bis 14-jährige ein Workshop mit dem Titel „Das gebaute Buch“ statt. Hier ging es darum, kreativ mit Legosteinen Objekte rund um das Thema „Bücher“ zu bauen.

Für Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren wurden MINT-Workshops veranstaltet in denen Ozobots programmiert wurden und mit iPads der Stadtbibliothek mittels des Webprogramms Ozoblocky per drag and drop verschiedene Befehle ausgewählt und beliebig aneinandergebaut werden konnten.

Mehrfach wurde der zweistündige Workshop „Lust auf Roboter? Lust auf Programmieren? Lust auf Lego?“ für Jugendliche ab Klasse 8 aller allgemeinbildenden Schulen angeboten. In diesem Workshop wurden Roboter gebaut und programmiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen standen dabei das gemeinschaftliche Erlebnis und selbständige Entdecken digitaler und elektrotechnischer Grundprinzipien.

Bei der Veranstaltung „Das Bananen Piano“ handelte es sich um einen eintägigen Workshop für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 12 Jahren in den Sommerferien. Mit einem Makey Makey Set wurden Bananen in Touchpads verwandelt, mit Bleistiften aufgemalte Controller zum Leben erweckt und den Teilnehmern gezeigt, wie sie selbst Geschicklichkeitsspiele programmieren können.

Die Veranstaltungen der Reihe „Kultur trifft Digital“ zeigten wie mit digitaler Sprache ein Spiel designt wird, gaben Einblicke ins Innere von Smartphone und Co. und erklärten, wie mit Tablets digitale Musik geschaffen werden kann.

Unter fachlicher Anleitung konnten Seniorinnen und Senioren in virtuelle Welten eintauchen. Sie testeten die Virtual Reality mit VR-Brillen, Kopfhörern und Spielcontrollern an den beiden Virtual-Reality-Stationen im frei/Raum. Erkundet werden können hier 50 verschiedene Welten, zum Beispiel eine Kunstausstellung, eine abenteuerliche Achterbahnfahrt oder ein hochaufgelöstes 3D-Satellitenbild der Erde.

Viel Beachtung fand ein Vortrag zur Medienerziehung der Autorin Andrea Daun mit dem Titel „Der digitale Tsunami“. Zielgruppe für diese Veranstaltung waren Erziehungsberechtigte und Pädagogen. Ausgehend von der These, dass wir rundum erreichbar, bespielbar und verführbar sind, um uns unterhalten zu lassen, sprach Frau Daun darüber, wieviel Digitalität in welchem Alter angebracht und sinnvoll ist, wann der Suchtfaktor am größten ist, wie Grenzen gesetzt werden können und ob Smartphone und Co. als Erziehungsmittel tauglich sind. Vor dem Vortrag wurde den Besuchern und allen Interessierten das digitale Medienangebot der Stadtbibliothek präsentiert.

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„von jetzt auf gleich“: der Podcast der Stadtbüchereien Düsseldorf

Im Rahmen des Landesprojektes „Digitale Inhalte für die hybride Bibliothek und neue Wege der Vermittlung“ haben die Stadtbüchereien Düsseldorf einen Podcast entwickelt, der über aktuelle Angebote und Ereignisse und insbesondere über die im Rahmen des Landesprojektes neu angeschafften digitalen Angebote der Stadtbüchereien informiert. In diesem Bericht geben uns die Beteiligten einen Einblick in das Projekt, das vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken unterstützt wurde.

Die Stadtbüchereien Düsseldorf sind in der digitalen Kommunikation und Social Media bereits auf allen gängigen Plattformen vertreten und das mit Erfolg. Den Podcast haben wir als Chance gesehen im Bereich der digitalen Kommunikation noch einmal besonders die Zielgruppe der „digital affinen“ Bürgerinnen und Bürger für die neuen Angebote zu erreichen. Wir wollten mit dem Podcast einen aktuellen Trend aufgreifen und den Nutzer*innen von uns etwas „hören“ lassen. Erstaunlicherweise stellten wir bei der Recherche fest, dass es bislang sehr wenige Podcasts von Bibliotheken gibt.

Podcast? Was ist das überhaupt?
Wer noch kein Podcast-Hörer ist, weiß vielleicht nicht genau, was es ist. Einen Podcast kann man sich wie einen Audio-Blog vorstellen. Wir nehmen etwas auf und stellen es euch zum Anhören zur Verfügung. Und das nicht nur einmal, sondern regelmäßig. Dabei gibt es keine festen Sendezeiten wie beim Radio, sondern wir stellen die Audiodateien dauerhaft bereit. Man findet sie dann auf einer eigenen Seite auf unserem Blog (https://stadtbuechereienduesseldorf.wpcomstaging.com/podcast/) und der Homepage (https://www.duesseldorf.de/stadtbuechereien/alles-ueber-uns/podcast-der-stadtbuechereien.html) und auch auf Podcast-Portalen wie zum Beispiel iTunes, Spotify, Soundcloud und vielen anderen.

Namensfindung und Team
Für das Podcast-Sprecher-Team eigneten sich besonders die beiden Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste Tom und Sophia, die durch ihre tollen Sprechstimmen überzeugten. Gemeinsam mit dem Social Media Team wurde überlegt, wie denn nun der neue Podcast der Stadtbüchereien heißen könnte. Als im Brainstorming der Satz fiel „das kann man ja eigentlich nicht von jetzt auf gleich beschließen“ war der Name gefunden. „Von jetzt auf gleich“ steht für die Spontanität und Aktualität und ist auch der Tenor des Podcasts.

Tom und Sophia gehen mit ihrem Aufnahmegerät regelmäßig auf Tour, um mit Kolleg*innen ins Gespräch zu kommen.

Wie macht man einen Podcast?
Bevor jedoch die erste Aufnahme des Podcasts „Von jetzt auf gleich“ veröffentlicht werden konnte, haben sich das Social-Media-Team und die künftigen Podcaster Tom und Sophia intensiv vorbereitet, um den Hörer*innen ein gutes Podcast-Erlebnis bieten zu können. Neben der Technik, die wir zunächst anschaffen mussten – z.B. ein Aufnahmegerät und und ein Headset mit Mikrophon und Kopfhörer haben wir uns für die Umsetzung professionelle Hilfe geholt: Mit dem Journalisten Christian Möller haben wir einen ganztägigen Workshop durchgeführt,  er ist selbst erfahrener Podcaster mit seinem Podcast „Durch die Gegend“ und außerdem Radiojournalist und Moderator für WDR und Deutschlandfunk.  In dem Workshop hat er mit uns gemeinsam sowohl unser inhaltliches Konzept geschärft und ganz praktisch erste Aufnahmen geübt und die Technik und Sprechweise erprobt.

Inhalte: Arbeit und Aufgaben der Stadtbücherei mit persönlichen Einblicken  
Das inhaltliche Konzept wurde ganz grob gefasst und besteht immer aus mehreren Bestandteilen: einen Blick hinter die Kulissen und aktuelle Ereignisse der Stadtbüchereien, sowie Buch- und Medientipps.  Eine Vermittlung insbesondere der digitalen Dienste wurde auch gemäß dem Landesprojekt für jede Folge mitkonzipiert, da wir glauben, dass digital-affine Zuhörer*innen über den Podcast gut erreicht werden. Verbindendes Element ist die sympathische Moderation und Plauderei der beiden Podcaster Tom und Sophia, die als Protagonisten und „Stimmen“ der Stadtbüchereien bewusst auch persönliche Einblicke geben und in jeder Folge eine feste Größe als Moderatoren-Team und ein Indentifikationsfaktor für den Podcast sind. Sie widmen sich den unterschiedlichsten Themen und erarbeiten eigenständig das jeweilige Aufnahmeskript. Unterstützt werden sie dabei vom Social Media Team.

In „Von jetzt auf gleich“ sind auch viele andere Stimmen zu hören, denn es reden nicht nur die Podcaster selbst. Tom und Sophia gehen mit ihrem Aufnahmegerät regelmäßig auf Tour, um mit Kolleg*innen ins Gespräch zu kommen oder bei Veranstaltungen Stimmen einzufangen.

Der Podcast erscheint einmal im Monat und hat eine Länge von ca. 40 bis 60 Minuten. Mittlerweile sind seit Ende 2018 bereits 18 Folgen des Podcasts „Von jetzt auf gleich“ erstellt worden und verzeichnen 2.898 Downloads und Streams.

Technik & Veröffentlichung
Bewährt hat sich zur Veröffentlichung die Einrichtung eines Kontos bei Podigee.de. Dabei handelt es sich um ein Hosting-Angebot für Podcasts. Man muss hier im Grunde nur die Audiodatei hochladen und beschreiben. Das Übertragen auf die gängigen Plattformen zum Hören wie Spotify, iTunes, Soundcloud etc. übernimmt dann Podigee.

Ansprechpartner:
Stephan Schwering
Leiter Zentralbibliothek Düsseldorf
Bertha-von-Suttner Platz 1
40227 Düsseldorf
Tel. +49-211-89-94385
E-Mail: stephan.schwering@duesseldorf.de
https://www.duesseldorf.de/stadtbuechereien

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor.


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Make IT: Stadtbücherei Münster begleitet Lehrkräfte bei der Umsetzung des Medienkompetenzrahmens

Die Corona-Krise zeigt noch einmal deutlich, welch hohen Stellenwert dem Thema digitale Medienkompetenz in allen Bereichen der Bildung eingeräumt werden muss. Ziel ist es, dass alle Menschen die Chancen der Digitalisierung nutzen und den digitalen Wandel selbstbestimmt mitgestalten und verantwortungsvoll mit den Risiken umgehen können. Mit dem Medienkompetenzrahmen NRW werden bereits verbindliche Grundlagen für die Medienkonzeptentwicklung in der Schule in NRW definiert. Die Umsetzung des Medienkompetenzrahmens ist aber nur möglich, wenn Schulen mit den Organisationen und Institutionen ihrer Kommune wie zum Beispiel Öffentlichen Bibliotheken kooperieren. Wie Bibliotheken Schulen bei der Umsetzung des Medienkompetenzrahmens unterstützen können, zeigt das Konzept „Make IT“ der Stadtbücherei Münster. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken unterstützt.

Zunächst hat das Team eine ganze Reihe von Tools gesichtet und sich die Angebote der benachbarten Bibliotheken in Greven und Ibbenbüren angeschaut. Außerdem wurden die Erfahrungen der Medienberater für Grundschulen aus dem Kompetenzteam der Stadt zum Thema Lernroboter einbezogen. Dazu fand ein Inhouse-Workshop zum Thema „Makerspaces in Bibliotheken“ mit dem Coach Julia Bergmann statt. Um eine breite Akzeptanz des Themas Robotik und Coding innerhalb des Bibliotheksteams zu erreichen, nahmen auch Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Bereichen der Bibliothek teil, die nicht unmittelbar an dem Projekt beteiligt waren. Frau Bergmann stellte viele inspirierende Makerspace-Projekte aus anderen Bibliotheken vor, so dass vielfältige Ideen für Schul-Veranstaltungsformate entstanden.

Medienboxen mit Lernroboter, Maker-Tools und Begleitmaterial
Nach der Sichtung verschiedener Tools, entschied sich die Bibliothek 14 Boxen zu den Themen „Robotik, Coding und Digitale Erzähltechnik“ zusammenzustellen: Zwei Boxen zum Lernroboter BeeBot, 5 Boxen zum Ozobot Evo, 2 Boxen zum Dash sowie je eine Box der kreativen Lesestifte Tiptoi Create und Bookii. Plus 2 Boxen mit dem Osmo-Lernzubehör für iPads inklusive Osmo Coding Awbie und eine Trickfilmbox mit Materialien wie Playmobil-Figuren, Hintergründen und Begleitliteratur. Alle Boxen wurden mit didaktischem Begleitmaterial ausgestattet.

Für die Ozobots stellte Medienberaterin Katja Möhring aus dem Kreis Steinfurt ihre „Entdeckerkarten“ sowie ihre Vorlagen für Code-Aufkleber zur Verfügung. Das didaktische Material für die Lesestifte als Hilfestellung für Grundschullehrkräfte ist in Kooperation mit dem Germanistischen Institut der WWU Münster entstanden.

Die verschiedenen Lernroboter sind für unterschiedliche Altersgruppen im Bereich 6 des Medienkompetenzrahmens „Problemlösen und Modellieren“ einsetzbar. Der Dash eignet sich aufgrund seiner Größe nicht zum Verleih als Klassensatz, ist aber für Projekte oder AGs sehr gut geeignet, um anschaulich in die visuelle Programmiersprache Blockly einzuführen. Das „süße“ Aussehen und Sprechen des Dash spricht besonders Mädchen an, die oft weniger Interesse am Coding haben.

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Ozobot-Einführung erleichtert Einstieg für Schulklassen
Ein deutlicher Fokus wurde auf die Ozobots gelegt. Sie sind aufgrund ihrer Größe gut im Klassensatz (je 15 Stück pro Box) verleihbar und auch aus pädagogischer Sicht der Medienberater für den Einsatz in der Schule sehr gut geeignet, da sie vielseitig einsetzbar und modular aufbauend nutzbar sind. Im ersten Schritte erfolgt die Programmierung über Linien und Farbcodes. Später lernen die Schüler*innen wie man den Ozobot mittels der visuellen Programmiersprache Blockly über eine App am Tablet oder Smartphone steuern kann.

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Um den Einstieg mit den Ozobots im Unterricht für Lehrkräfte zu erleichtern, hat die Stadtbücherei Münster im engen Austausch mit den Medienberatern eine Ozobot-Einführung für Schulklassen entwickelt. Dazu wurde zunächst eine Einführung in einer Grundschule getestet und im Anschluss ausgewertet und angepasst.

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Viel Aufmerksamkeit für „Make IT“ dank Marketingkonzept
Für das neue „Make IT-Angebot“ wurde ein eigenes Logo mit hohem Wiedererkennungseffekt entwickelt sowie ein Flyer zu den Boxen erstellt, die zur Ausleihe zur Verfügung stehen.

Zudem gibt es einen Film zum Make-IT-Angebot, den die Bibliotheksmitarbeiterin Sigune Kussek im Rahmen ihres MALIS-Studiums an der TH Köln gemeinsam mit mehreren Studienkolleg*innen erstellt hat.

Zur Präsentation des neuen Angebots fand als Auftakt ein Make-IT-Veranstaltungstag statt. Eingeladen waren neben Kindern und Erwachsenen explizit auch Lehrer*innen. Beispielhaft und spielerisch wurde an das Thema „Coding“ (Programmieren) herangeführt. Die Lehrkräfte konnten sich in einem Vortrag zum Thema „Wie kann die Stadtbücherei bei der Umsetzung des Medienkompetenzrahmes unterstützen“ über die Make-IT-Boxen informieren und alle Lernroboter und sonstigen Tools ausprobieren.

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Das Make-IT-Angebot wurde auf vielen weiteren Veranstaltungen vorgestellt: Zum Beispiel bei verschiedenen stadtweiten Informationsveranstaltungen zum Medienkompetenzrahmen, an der u.a. die IT-Beauftragten der Grundschulen teilnahmen. Darüber hinaus fand eine Schulleiterkonferenz zum Digitalpakt statt, auf der die Teilnehmer das Make-IT-Angebot ausprobieren und sich über einen möglichen Einsatz informieren konnten. Das Angebot wurde auch auf Fortbildungen des Kompetenzteams Münster mit dem Thema „iPad-Nutzung im Zusammenhang mit dem Medienkompetenzrahmen“ vorgestellt.

Auch intern fanden mehrere Schulungstermine statt, an denen alle Mitarbeiter*innen die Gelegenheit hatten, Roboter und Tools aus den Make-IT-Boxen unter Anleitung auszuprobieren.

Direkt im Anschluss an den Make-IT-Tag startete die Ausleihe der Boxen. Sie sind analog zu den Thementaschen und Bilderbuchboxen für Bildungseinrichtungen in der Kinderbücherei ausleihbar. Nach einigen Wochen wurde der Verleih auf die Zweigstellen erweitert, um so auch Lehrer*innen eine Abholung der Make-IT-Boxen in den Stadtteilen zu ermöglichen. Im Durchschnitt sind 9 der 14 Boxen verliehen.

Fazit: Bibliothek ist gefragter außerschulischer Bildungspartner
Das Konzept der Stadtbücherei für Klassenführungen kommt bei Münsters Schulen an. Mit den flexibel aufgebauten Bausteinen von der ersten Grundschulklasse bis zur Oberstufe ist die Bibliothek ein gefragter außerschulischer Bildungspartner. Über Feedbackbögen erreichen uns auch konstruktive Optimierungsvorschläge. Diese prüfen wir und nehmen gegebenenfalls Änderungen der Boxinhalte vor. Einige Tools eignen sich bereits zum Einsatz in der KiTa.

Besonders beliebt und häufig reserviert sind die Ozobot-Boxen. Das führt aber auch dazu, dass Ozobot-Klassenführungen nicht so häufig angeboten werden können wie von den Schulen angefragt. Zudem können wir sie den Schulgruppen im Anschluss an die Veranstaltung oft nicht zur weiteren Nutzung in der Schule mitgeben. Da die Erfahrungen zeigen, dass dies sehr sinnvoll ist, prüfen wir, ob der Besuch unserer Ozobot-Einführungsveranstaltung als Voraussetzung für die Ausleihe der Box festgelegt wird.

Vom Make-IT-Projekt konnte insbesondere auch das Ferien-Veranstaltungsprogramm profitieren, sodass während der Sommer- und Weihnachtsferien zahlreiche Workshops mit Lernrobotern für verschiedene Altersgruppen stattgefunden haben.

Durch das Projekt „Makerspace für Schulen“ ( „Make IT“) konnte die Stadtbücherei Münster ihre Zusammenarbeit mit den Schulen festigen und ist für Lehrer*innen bei den Herausforderungen der Digitalisierung eine kompetente Ansprechpartnerin geworden. Und: Die Zusammenarbeit mit den Medienberatern des Kompetenzteams der Stadt konnte deutlich intensiviert werden.

Ansprechpartnerin:
Stefanie Dobberke
buecherei@stadt-muenster.de
0251/492-4242
Stadtbücherei Münster
Alter Steinweg 11
48143 Münster

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Stadtbibliothek Minden: COLLABS – das Medienlabor für Coding, Making und mehr

Bibliotheken als Digitales Kompetenzzentrum“ bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, sich auf neutralem Boden mit neuen technischen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Hier kann man sich informieren, wie Technik funktioniert. In Workshops und Einführungsveranstaltungen besteht die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Umgang mit Geräten, Software und Apps zu sammeln. Die Stadtbibliothek Minden hat dazu ein Medienlabor eröffnet und kooperiert hier mit Vereinen, Institutionen und Einzelpersonen, um ein niedrigschwelliges und vielfältiges Veranstaltungsangebot zu ermöglichen. Die Ausstattung dieses neuen Raumes wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.

Von Beginn an stand fest: Das Medienlabor muss so konzipiert und ausgestattet sein, dass dort die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate stattfinden können. Deshalb war es wichtig, dass sowohl die Möbel als auch die Geräte eine flexible Umgestaltung des Raums erlauben. Statt eines Beamers mit Leinwand hat sich die Bibliothek daher für ein großes TV-Gerät auf einem Rollwagen entschieden. Zur neuen Ausstattung gehört ein ausfahrbarer Green Screen sowie Softboxen zum Ausleuchten. Statt fester PCs gibt es Tablets. Insgesamt entschied sich die Bibliothek für acht Geräte, so dass zum Beispiel bei einem Schulklassenworkshop 16 Teilnehmer*innen in Zweiergruppen kleine digitale Spiele entwickeln können.

Collabs TV-Wagen

Zur technischen Ausstattung gehört auch eine VR-Brille, die bereits in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt wurde. Die Spieletester*innen (in Kooperation mit dem Spieleratgeber NRW) nutzen die Brille regelmäßig, um VR-Anwendungen zu testen. Außerdem wurde die Brille bereits auf Veranstaltungen wie der Nachtfrequenz (Nacht der Jugendkultur der LKJ) und dem Gamescamp on Tour (Jugendbarcamp zum Thema Digitale Spiele) als Anwendung vorgestellt und ausprobiert.

Seit Herbst 2019 fanden bereits eine Vielzahl von Veranstaltungen im neuen Medienlabor statt. In einem zweitägigen Programmierworkshop hat beispielsweise der Spieleentwickler Michael Schäfer von Spiderwork mit zehn Jugendlichen Games programmiert. Es gab zwei Kryptopartys mit dem Titel „Digitale Selbstverteidigung“, die in Kooperation mit dem freien Webentwicker Björn Hase von Tentakelfabrik stattfanden.

Zu den vielen weiteren Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Projektpartnerinnen  zählen z.B. ein Cosplay-Workshop mit der Stiftung Digitale Spielekultur unter dem Bundesprojekt „Kultur macht stark“, ein Roboter-Wettbewerb mit dem ZDI-NRW, ein zweitägiges Fortbildungsangebot zum Thema Ethik & Games mit dem städtischen Fachbereich Jugendarbeit/Jugendschutz, sowie zwei Multiplikatorenfortbildungen für Bibliotheksmitarbeiterinnen, eine Roboter AG mit einer Mindener Schule und die Spieletester*innengruppe der Stadtbibliothek.

Zur Vermarktung des neuen Medienlabors hat die Stadtbibliothek statt einer klassischen Werbekampagne in Kooperation mit der lokalen (an die Stadt gekoppelten) Werbeagentur Com.on einen Partizipationsworkshop mit Akteurinnen des Medienlabors im Frühjahr 2020 umgesetzt. In diesem Workshop haben Workshop-Leiterinnen und Teilnehmerinnen aus anderen Veranstaltungen gemeinsam mit Mitarbeiterinnen der Werbefirma einen Namen und ein Logo sowie räumliche Konzeptionen für das Medienlabor entwickelt. Hierbei ist der neue Name des Medienlabors „COLLABS“ sowie folgendes Logo entstanden:

Logo Collabs