Im Rahmen des Programms „Start2Act“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung (BKJ) ist eine neue Arbeitshilfe erschienen. Sie zeigt, wie Kinder und Jugendliche aktiv in Projekte zur Gewaltprävention einbezogen werden können. Neben Praxisbeispielen sowie Interviews mit Fachkräften der Kulturellen Bildung und Expert*innen für die Prävention (sexualisierter) Gewalt enthält die Broschüre fachliche Hintergründe und konkrete Methoden für die praktische Umsetzung. Die Arbeitshilfe steht kostenfrei auf der BKJ-Website zum Download bereit: https://www.bkj.de/publikation/partizipation-und-praevention-gemeinsam-kinderschutz-staerken/
Alle Artikel in der Kategorie “Kinder und Jugendliche / Schule”
Initiative entwickelt Snackbox: Energie für Demokratie
Medienbildung spielt eine wichtige Rolle für die Orientierung in der digitalen Welt. Die Snackbox der Initiative „Aufwachsen mit Medien“ widmet sich dem Thema Demokratiegefährdung in sozialen Medien durch rechtsextreme Inhalte und Strategien. In kurzen, thematisch gegliederten „Snacks“ vermittelt sie Hintergrundinformationen, Orientierung sowie Anregungen und Methoden für die pädagogische Praxis. Sie unterstützt Fachkräfte dabei, das Thema im eigenen Arbeitsalltag sowie gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen aufzugreifen.
Mehr Informationen auf dieser Website https://www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de/energie-fuer-demokratie
KI-Chatbots im Alltag junger Menschen: Tipps für den Familienalltag
Schulstress, Liebeskummer, Einsamkeit oder Zukunftsängste: Immer mehr junge Menschen wenden sich mit persönlichen Fragen an KI-Chatbots. Diese sind jederzeit erreichbar, reagieren verständnisvoll und bewerten ihr Gegenüber nicht. Gerade in belastenden Situationen erscheinen sie daher oft als niedrigschwellige Anlaufstelle, die im Gegensatz zu Beratungs- oder Therapieangeboten rund um die Uhr verfügbar ist.
Ein Ersatz für zwischenmenschliche Gespräche oder professionelle Beratung sind KI-Chatbots jedoch nicht. Je nach Thema können ihre Antworten unvollständig, ungeeignet oder sogar problematisch sein und im ungünstigsten Fall eine schwierige Situation verschärfen. Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg hat aktuelle Studien ausgewertet und gibt auf seiner Website praktische Hinweise für den Familienalltag: https://www.lmz-bw.de/lmz-spotlights/me-myself-and-ai-ki-chatbots-im-alltag-von-kindern-und-jugendlichen
dbv: Handlungsempfehlungen zum Kinder- und Jugendmedienschutz in der digitalen Welt
Am 24. Juni 2026 hat die vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingesetzte unabhängige Expert*innenkommission ihre Handlungsempfehlungen zum Kinder- und Jugendmedienschutz in der digitalen Welt veröffentlicht.
Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) begrüßt in seiner Stellungnahme ausdrücklich, dass die Rechte und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt der Empfehlungen stehen und damit die Grundlage für ein sicheres Aufwachsen in der digitalen Welt bilden. Zugleich fordert der dbv, Bibliotheken als zentrale Orte der Medienbildung konsequent in die nationale Gesamtstrategie des Bundes einzubeziehen und ihre wichtige Arbeit nachhaltig zu stärken und zu fördern.
Mehr Informationen auf dieser Website https://www.bibliotheksverband.de/schutz-befaehigung-und-teilhabe-fuer-kinder-und-jugendliche-der-digitalen-welt-potenzial-von
Ministerium streicht Förderung für Lesestartprojekt
Das Lesefrühförderungsprojekt „Lesestart 1-2-3“ soll ab 2027 keine finanzielle Unterstützung durch das Bundesfamilienministerium mehr bekommen, läuft damit aus. Das wird von Verbänden und der Stiftung Lesen kritisiert.
Mehr Informationen auf dieser Website https://www.boersenblatt.net/home/programm-lesestart-1-2-3-soll-auslaufen-kritik-von-verbaenden-426973
Bildungsbericht 2026: Ungleichheit im Bildungssystem bleibt zentrale Herausforderung
Der aktuelle nationale Bildungsbericht „Bildung in Deutschland 2026“ zeigt weiterhin deutliche Herausforderungen im deutschen Bildungssystem. Dazu zählen sinkende Leistungen von Schülerinnen und Schülern, ein Mangel an qualifiziertem Personal sowie anhaltend große Bildungsungleichheiten.
Besonders deutlich wird der Einfluss der sozialen Herkunft auf den Bildungserfolg. Kinder aus Familien mit geringem Bildungsniveau oder aus Einwanderungsfamilien haben nach wie vor schlechtere Chancen im Bildungssystem. Auch der Zugang zu frühkindlicher Bildung ist ungleich verteilt: Kinder aus benachteiligten Familien besuchen deutlich seltener eine Kita, obwohl sie davon besonders profitieren würden.
Die Unterschiede setzen sich im weiteren Bildungsweg fort, etwa bei der Empfehlung für weiterführende Schulen oder beim Übergang in Ausbildung und Studium. Der Bericht macht zudem deutlich, dass viele junge Menschen grundlegende Kompetenzziele in Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften nicht erreichen.
Die Autorinnen und Autoren des Berichts sehen zahlreiche Einzelmaßnahmen von Bund und Ländern, betonen jedoch die Notwendigkeit eines stärker koordinierten Vorgehens mit klaren gemeinsamen Zielen, um Bildungsungleichheiten nachhaltig zu verringern.
Mehr Informationen auf dieser Website https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/bildung-prien-bildungsbericht-100.html
Digitale Kompetenzen: Soziale Unterschiede steigen
Die sozialen Unterschiede bei den digitalen Kompetenzen von Achtklässler:innen sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich größer geworden. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse des Leibniz-Instituts für Bildungsforschung und Bildungsinformation, der Goethe-Universität Frankfurt und der Universität Paderborn.
Mehr Informationen auf dieser Website https://bildungsklick.de/schule/detail/sozialen-unterschiede-digitale-kompetenzen
Vielfalt in (Vor-)Leseaktionen – Selbstlernkurs auf „Campus Stiftung Lesen“
Ein digitaler Selbstlernkurs auf dem Webportal „Campus Stiftung Lesen“ vermittelt Grundlagen für eine diversitätsbewusste Gestaltung von (Vor-)Leseaktionen.
Das Angebot richtet sich vor allem an freiwillig Engagierte, ist aber auch für hauptamtliche Kräfte im Bildungs- und Vermittlungsbereich interessant. Neben Hintergrundwissen liefert der Kurs praktische Anregungen, etwa zur diversitätssensiblen Auswahl von (Vor-)Lesetexten: https://campus.stiftunglesen.de/blocks/occoursemetaselect/detailpage.php?id=24
Leseförderung mit Sachtexten
Sachtexte sind ein zentraler Baustein der Leseförderung. Sie wecken Neugier und Interesse und können so Lesemotivation und Lesekompetenz nachhaltig stärken. Das Portal „Lesen in Deutschland“ bietet dazu eine Übersicht mit Informationen, Materialien und praktischen Tipps: https://www.lesen-in-deutschland.de/journal/2034
dbv-Studie „Junge Menschen in öffentlichen Bibliotheken“
Der dbv hat die Studie „Junge Menschen in öffentliche Bibliotheken“ veröffentlicht. Das vom Landesverband Baden-Württemberg im Deutschen Bibliotheksverband e. V. geförderte Forschungsprojekt „Jugendliche in Bibliotheken“ zielte darauf ab, die Hintergründe der Nutzung öffentlicher Bibliotheken der 14- bis 21-Jährigen genauer zu beleuchten.
Ausgewählt wurden die Modellstandorte Pforzheim, Freiburg, Mannheim und Reutlingen. Forschungsfeld waren jeweils die Stadtbibliotheken sowie in der Nähe befindliche
Jugendeinrichtungen. An diesen vier Modellstandorten wurden zwischen Herbst 2024
und Sommer 2025 Befragungen mit unterschiedlichen Personengruppen durchgeführt.
Für Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene lassen sich aus der Studie einige klare Empfehlungen ableiten: Wichtig sind eigene, klar erkennbare Bereiche für diese Zielgruppe. Sie helfen nicht nur, Konflikte mit anderen Nutzenden zu vermeiden, sondern ermöglichen auch eine jugendgerechte Gestaltung und teilweise lockerere Regeln, etwa für Essen oder informelle Aufenthaltsbereiche.
Die Aufenthaltsqualität steigt vor allem durch Jugendzonen, flexible Möbel und Räume, in denen Gespräche und auch etwas Lautstärke erlaubt sind. Gleichzeitig sollte das Angebot stärker an jugendkulturellen Interessen ausgerichtet werden, etwa durch Mangas, Gaming, kreative Workshops und eine passende technische Ausstattung wie schnelles WLAN, zusätzliche PCs oder Medienwerkstätten.
Mehr Sichtbarkeit und bessere Zugänge entstehen durch Social Media, Kooperationen mit Schulen und der Offenen Jugendarbeit sowie durch flexible Öffnungszeiten. Gemeinsame Projekte mit Schulen und Jugendeinrichtungen können zusätzlich neue Zielgruppen erreichen und bestehende Hemmschwellen abbauen.
Link zur kompletten Studie: https://bw.bibliotheksverband.de/fileadmin/Website/Dateien/Downloads/Junge_Menschen_in_%C3%B6ffentlichen_Bibliotheken.pdf

