Am Mittwoch, den 16. September, laden wir von 10 bis 11 Uhr zu unserem monatlichen Austausch ein. Thema sind dieses Mal Lesecafés. Bibliotheksmitarbeitende sind eingeladen, zu diesem Thema ins Gespräch zu kommen.
Die Veranstaltung richtet sich an Mitarbeitende aus öffentlichen Bibliotheken aller Größen und ist als offenes, kollegiales Online-Format angelegt. Eine Teilnahme ist ohne Anmeldung unter diesem Link möglich: https://t1p.de/vonzehnbiself
Sie haben ein Thema, über das Sie sich gerne mit anderen Bibliotheksbeschäftigten austauschen möchten? Über Vorschläge freuen wir uns! Bitte per E-Mail an silke.kessler(at)brd.nrw.de
Am 27. Januar 2027 startet unser nächster Zertifikatskurs „Fit für die Zukunft – Führung in Öffentlichen Bibliotheken“ in Kooperation mit dem ZBIW der TH Köln. In fünf Modulen werden zentrale Aspekte zu Strategien, Finanzen, Personal, Marketing, Controlling, Leadership und Wandel vermittelt.
Für Beschäftigte Öffentlicher Bibliotheken, die Führungsaufgaben übernehmen oder ihre Leitungskompetenzen vertiefen möchten.
Die Teilnahme von Beschäftigten Öffentlicher Bibliotheken in NRW wird gefördert.
Wie können Bibliotheken mit kontroversen Themen umgehen? Wo liegen die Grenzen der Meinungsfreiheit und welche Verantwortung tragen Bibliotheken als öffentliche Orte des gesellschaftlichen Dialogs?
Antworten auf diese und weitere Fragen gibt unser neuer Kompaktkurs „Demokratiearbeit in Bibliotheken: Zwischen Meinungsfreiheit und Verantwortung“, den wir 2027 in Kooperation mit dem ZBIW der TH Köln anbieten.
Der Kurs vermittelt rechtliche und ethische Grundlagen und verbindet sie mit konkreten Fragen aus dem Bibliotheksalltag. Anhand von Praxisfällen können die Teilnehmenden unterschiedliche Perspektiven kennenlernen, gemeinsam Handlungsmöglichkeiten entwickeln und eine eigene Haltung zu herausfordernden Situationen erarbeiten. Dialogische Methoden unterstützen dabei, die Inhalte auf die eigene Bibliothek zu übertragen und konkrete Ansätze für die Praxis zu entwickeln. Dozentin ist Prof. Dr. Katja Bartlakowski.
Der Kompaktkurs richtet sich an Beschäftigte in öffentlichen Bibliotheken, die ihre Rolle in der Demokratiearbeit reflektieren und Handlungssicherheit im Umgang mit kontroversen Themen gewinnen möchten. Die Teilnahme von Beschäftigten Öffentlicher Bibliotheken in NRW ist kostenfrei.
Kurslaufzeit: 11.03.2027 bis 18.11.2027 Anmeldeschluss: 15.01.2027
Wie oft haben Sie sich schon gefragt: Wo soll es mit unserer Bibliothek eigentlich hingehen? Im fordernden Bibliotheksalltag bleibt oft kaum Zeit, die eigene Arbeit strategisch auszurichten – und doch ist genau das der Schlüssel, um die Zukunft Ihrer Bibliothek aktiv zu gestalten. Mit unserem Qualifizierungsprogramm „Den roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ unterstützen wir Sie dabei, Ihre eigene, passgenaue Bibliotheksstrategie zu entwickeln – praxisnah, fundiert und mit einem klaren Blick auf die Zukunft.
Das Programm startet im März 2027 und endet im November 2027. Begleitet werden Sie von Anne Jacobs sowie der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW. Gemeinsam analysieren Sie Ihr Umfeld, reflektieren die Stärken Ihrer Bibliothek, setzen sich mit gesellschaftlichen Trends auseinander und erarbeiten Ihre eigene Bibliotheksstrategie für die nächsten Jahre.
Das Programm richtet sich an hauptamtliche Leiter*innen kleinerer und mittelgroßer Öffentlicher Bibliotheken in NRW (0,5 bis 15 VZÄ). Zweigstellensysteme können ein Konzept für den Hauptstandort entwickeln. Standorte von Großstadtbibliothekssystemen sind nicht teilnahmeberechtigt.
Nutzen Sie die Gelegenheit, Ihrer Bibliothek eine klare strategische Richtung zu geben – zukunftsfähig, sichtbar und wirksam. Die Teilnahme von Beschäftigten Öffentlicher Bibliotheken in NRW ist kostenfrei.
Willkommen zum #DesignDienstag. In dieser Reihe wirft unsere Innenarchitektin Anja Thimm einen praxisnahen Blick auf Gestaltung in Bibliotheken. Diesmal widmet sie sich den Loungebereichen. Sie sind ein wichtiger Bestandteil moderner Bibliotheken und tragen dazu bei, diese als einladende „Dritte Orte“ zu gestalten. Hier können Menschen nicht nur lesen und lernen, sondern auch verweilen, sich austauschen oder einfach eine Pause vom Alltag machen. Damit Loungebereiche ihre Wirkung entfalten können, kommt es auf mehr an als auf bequeme Möbel. Eine durchdachte Gestaltung beeinflusst die Aufenthaltsqualität, die Nutzung und die Wahrnehmung der Bibliothek insgesamt. Welche Sitzgelegenheiten passen zu unterschiedlichen Bedürfnissen? Wie lassen sich Loungezonen sinnvoll im Raum platzieren? Und welche Rolle spielen Beleuchtung, Materialien und flexible Möbel? Im Folgenden gibt Anja Thimm praxisnahe Tipps zur Gestaltung und Möblierung von Loungebereichen und zeigt Beispiele aus NRW-Bibliotheken.
Nutzungsziele und Zonierung klar definieren
Bevor Möbel ausgewählt werden, lohnt es sich, gemeinsam im Team die gewünschten Nutzungsarten zu definieren. Typische Nutzungsszenarien für Bibliotheks-Lounges sind vor allem Ruhe und Lesen, Entspannung und Chillout sowie kleiner, leiser Austausch. Daraus ergeben sich verschiedene Zonen. Eine klare Zonierung hilft, Konflikte zu vermeiden, etwa zwischen Gesprächsgruppen und Ruhe suchenden Kunden.
In der Praxis bietet es sich an, die Lounge mit zwei bis drei klar unterscheidbaren Bereichen zu planen. Ein bewährtes Modell ist eine zentrale Lese- und Relaxzone mit Sesseln und Sofas, ein Gesprächsbereich mit höheren Rückenlehnen und gegebenenfalls ein abgesetzter Bereich mit „Liegemöbeln“ oder Sitzsäcken (besonders für Kinder und Jugendliche).
Möblierung: Vielfalt statt Einheit
Ein häufiger Fehler ist die Suche nach „der einen perfekten Bibliothekslounge“. Zeitgemäße Konzepte setzen auf Diversität der Möbel: unterschiedliche Sitzhöhen, Tiefen, Härtegrade und Formen, um verschiedene Nutzergruppen und Aktivitäten zu bedienen.
Leichte Armlehnstühle und kleine Tische eignen sich gut, um sie nach Bedarf umzustellen und informelle Gruppenplätze zu schaffen. Schwere Sessel und Mehrsitzer sind weniger flexibel, ermöglichen aber feste Sitzgruppen, die Ruhe und Abgrenzung bieten. Hocker sind besonders vielseitig: Sie dienen als Beistelltisch, zusätzlicher Sitzplatz oder mobile Ergänzung zu Sitzgruppen. Sofas und „Loveseats“ funktionieren gut in Bereichen, in denen Begleitpersonen zusammen sitzen, während sie in allgemeinen Zonen seltener gemeinsam von Fremden genutzt werden. Für Ruhezonen können Chaiselongues oder moderne Sitz-Liegemöbel eingesetzt werden.
Wichtig ist, dass die Möbel robust und pflegeleicht sind, da Bibliothekslounges oft stark frequentiert werden. Hochwertige, strapazierfähige Bezüge und stabile Konstruktionen sind hier ein Muss.
Kleine Couchtische und Beistelltische zwischen Sesseln und Sofas geben Nutzerinnen Ablageflächen für Bücher, Taschen oder Getränke. Ein zentraler Faktor, gerade bei kleineren Einrichtungen, ist die flexible Möblierung: Möbel, die leicht umgestellt, gestapelt oder kombiniert werden können, um die Fläche an unterschiedliche Nutzungen anzupassen. Stapelbare Stühle und modulare Sitzsysteme erlauben es, einen Loungebereich schnell umzunutzen – etwa für Lesungen oder kleine Veranstaltungen. Ein separates Stuhllager in der Nähe ist sinnvoll, um überzählige Stühle platzsparend zu verstauen.
Atmosphäre schaffen: Licht, Farbe, Material
Ein Loungebereich sollte sich bewusst vom restlichen Bibliotheksraum abheben – durch eine andere Beleuchtung, Farbgebung und Materialität.
Indirekte Beleuchtung, Stehlampen, Pendelleuchten oder wandflutende Lichtelemente erzeugen eine wohnliche, entspannte Atmosphäre. Leseleuchten neben Sesseln bieten individuelles Licht für konzentriertes Lesen. Wichtig ist, dass die Beleuchtung blendfrei und dimmbar ist, um unterschiedliche Tageszeiten, Nutzungen und verschiedene Nutzerbedürfnisse zu unterstützen.
Ein durchdachtes Farbkonzept kann Zonen visuell trennen: zum Beispiel ruhige Farbtöne für Lesebereiche und Relaxzonen, akzentuierte Farben für Kommunikationsbereiche. Natürliche Materialien wie Holz, Filz oder andere Stoffe erhöhen die Aufenthaltsqualität und wirken einladend. Teppichböden oder akustisch wirksame Elemente wie Deckensegel oder Wandpaneele reduzieren die Geräuschkulisse und steigern somit das Wohlbefinden.
Auch Pflanzen lockern die Atmosphäre auf und tragen nachweislich zu einem besseren Raumklima bei. Hierbei ist jedoch die Pflege der Pflanzen sicherzustellen, entweder über ein Bewässerungssystem oder das Personal.
Ergonomie und Komfort ernst nehmen
Besonders bei längeren Aufenthalten wird ergonomisches Sitzen zum entscheidenden Faktor. Da Loungemöbel in den meisten Fällen nicht flexibel verstellbar sind, sollte bei der Auswahl darauf geachtet werden, dass sie für unterschiedliche Körpergrößen geeignet sind. Gerade in stark frequentierten Bereichen empfiehlt es sich, auf stabil verarbeitete Möbel mit geprüften Standards zu setzen.
Akustik und Privatsphäre
Ein Loungebereich soll einladen, aber nicht überfordern. Gerade in offenen Bibliotheksflächen ist Akustik ein Schlüsselfaktor. Hohe Rückenlehnen, Pflanzen, Raumteiler oder Bücherregale können als Sicht- und Schallschutz dienen. Sitzgruppen sollten so angeordnet sein, dass sie nicht unmittelbar an Hauptlaufwegen liegen, um Störungen zu minimieren. Akustikpaneelen, Teppiche und textile Elemente schlucken Schall und verbessern damit den Raumhall.
Loungebereiche als strategisches Gestaltungsfeld
Loungebereiche sind mehr als „nette Ecken“. Sie sind ein zentrales Mittel, um Bibliotheken als attraktive, menschenzentrierte Räume zu gestalten. Eine gezielte Innenarchitektur und Möblierung, die auf klare Nutzungsziele wie Vielfalt, Flexibilität und Komfort setzt, macht den Unterschied zwischen einer Fläche, die „irgendwie gemütlich“ aussieht, und einer, die tatsächlich intensiv und gerne genutzt wird.
Beispiele aus NRW
Zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass es viele gute Lösungen gibt. Hier ein paar Beispiele:
Bocholt
In der Stadtbibliothek Bocholt sorgen verschiedene Sitzmöglichkeiten in unterschiedlichen Formen, von eckig bis geschwungen, für einen entspannten Aufenthalt. Die kräftigen Farben setzen dabei lebendige Akzente im Raum und machen die Sitzgelegenheiten zu echten Hinguckern.
Dülmen
In der Stadtbücherei Dülmen laden gepolsterte Sitzgelegenheiten an den hellen Fensterfronten zu einem ruhigen Aufenthalt ein. In einer Ecke sind Sessel auf einem Teppich zu einer kleinen Sitzgruppe zusammengestellt und schaffen so einen gemütlichen Ort für Austausch und Kommunikation. Eine Standleuchte unterstreicht den wohnlichen Charakter.
Kamp-Lintfort
In der Mediathek Kamp-Lintfort können sich Nutzerinnen und Nutzer zwischen den Bücherregalen in Sofas mit hohen Rückenlehnen zurückziehen. Alternativ stehen gepolsterte Sitzbänke zur Verfügung, die mit Stromanschlüssen für mobile Endgeräte ausgestattet sind. Als „Hörbar“ bieten sie außerdem die Möglichkeit, AV-Medien direkt vor Ort zu nutzen.
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Lünen
Die Stadtbücherei Lünen bietet einige bauliche Besonderheiten, darunter eine in die Wand eingelassene Sitznische. Auch die skulptural anmutende Treppe kann als Sitzplatz genutzt werden. Darüber hinaus gibt es sowohl im Erdgeschoss als auch auf der Galerie ruhigere Sitzbereiche.
Menden
Die Dorte-Hilleke-Stadtbibliothek Menden lockt die Nutzer mit dem Charme eines heimischen Wohnzimmers. Hier finden sich Loungemöbel, in Form verschiedener Sessel und Sofas, die kombiniert mit Vintage-Kommoden und Schränken und der warmen Farbgestaltung eine gemütliche Atmosphäre schaffen.
Velbert
Die Bibliothek Velbert nutzt ihre großzügige Fläche, um an verschiedenen Stellen gemütliche Loungebereiche zu schaffen. Ob einzelne Sessel, Sofas oder Sitzbänke an den Fensterfronten: Für unterschiedliche Bedürfnisse wurden passende Plätze zum Lesen, Verweilen oder Entspannen geschaffen. Ein besonderes Highlight sind die drehbaren Regale mit gepolsterten Rückseiten. In der richtigen Position lassen sie einen kleinen, abgeschirmten Raum entstehen, das sogenannte „James-Bond-Zimmer“.
Demokratie braucht Orte der Begegnung und des Austauschs. Der Vortrag stellt das Forschungsprojekt „Demokratische Räume“ vor und zeigt, wie Stadtentwicklung und öffentliche Einrichtungen zur Stärkung demokratischer Kultur beitragen können. Gemeinsam wird diskutiert, welche Impulse sich daraus für Bibliotheken als lebendige Orte des Miteinanders ergeben.
Referentin ist Anca Cârstean, wissenschaftliche Referentin am Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Ihre Arbeitsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle von Stadtentwicklung, Baukultur und gesellschaftlicher Teilhabe.
In der neuen Ausgabe von ProLibris dreht sich alles um das Thema „Verbindungen“. Lesen Sie in diesem Heft, wie unterschiedliche Bibliotheken ihre Kooperationspraxis gestalten und welche Erfolgsfaktoren dabei eine Rolle spielen. Die Praxisbeispiele aus Oberhausen, Bielefeld, Gütersloh oder Mettmann zeigen eine Bandbreite, die inspiriert und für eigene Vorhaben ermutigt. Viel Spaß beim Lesen! https://www.bibliotheken-nrw.de/projekte/prolibris/
Unsere Kollegin Karin Lachmann ist auf ihrer Reise durch den Norden Norwegens inzwischen in Tromsø angekommen. Die Stadt hat rund 74.000 Einwohner und eine besonders interessante Bibliothek.
Das Bibliotheksgebäude war ursprünglich ein Kino und wurde für die heutige Nutzung vollständig entkernt. Heute bietet die Bibliothek nicht nur viel Raum für ihre Besucher:innen, sondern auch einen tollen Blick über die Stadt.
Wie schon bei anderen Bibliotheken auf den Lofoten und in Nordnorwegen fällt auch in Tromsø die enge Verbindung verschiedener kultureller Einrichtungen auf. In dem mit der Bibliothek verbundenen Nebengebäude befinden sich ein Kino, ein Konzertsaal und das Rathaus. Bibliothek, Kultur und öffentliche Einrichtungen sind damit unter einem Dach beziehungsweise in unmittelbarer Nachbarschaft miteinander verbunden.
Eine Freizeitbibliothek der besonderen Art
Besonders beeindruckend ist die Größe der „Bibliothek der Dinge“, die hier als Freizeitbibliothek bezeichnet wird. Das Angebot geht weit über das hinaus, was man aus deutschen Bibliotheken kennt.
Ausgeliehen werden kann fast alles, was man für Freizeitaktivitäten in der nordischen Landschaft gebrauchen kann: Fahrräder, Skier, Zelte, Kocher und Schlafsäcke gehören ebenso zum Angebot wie zahlreiche Angelruten und weiteres Zubehör. Der Eindruck: ein halber Baumarkt in Bibliotheksregalen.
Besonders spannend ist die direkt angeschlossene Werkstatt. Hier werden die ausgeliehenen Gegenstände repariert, gereinigt und für den nächsten Einsatz vorbereitet.
Damit wird aus der klassischen Bibliothek der Dinge ein umfassendes Angebot rund um Freizeit, Bewegung und gemeinsames Nutzen: Statt Ausrüstung selbst zu kaufen, kann man sie ausleihen, ausprobieren und wieder zurückbringen.
Der Umfang des Angebots ist beeindruckend und zeigt, wie weit das Konzept einer Bibliothek als Ort des Teilens gedacht werden kann.
Unsere Kollegin Karin Lachmann ist in ihrem Sabbathalbjahr auf dem nördlichsten Abschnitt des europäischen Fernwanderwegs E1 unterwegs. Als Bibliothekarin interessiert sie sich dabei auch für Bibliotheken in anderen Ländern und dafür, wie sie gestaltet und ausgestattet sind. Auf den norwegischen Lofoten hat sie zwei Bibliotheken besucht und schildert hier ihre Eindrücke.
Svolvaer: Bibliothek mit langer Geschichte
Auf meiner Wanderung über die Lofoten durfte natürlich auch ein Bibliotheksbesuch nicht fehlen. Mein Weg führte mich nach Svolvær, der größten Stadt der Inselgruppe. Obwohl die Bibliothek eher klein ist, hat sie mich mit einigen Besonderheiten überrascht.
Besonders aufgefallen sind mir drei Dinge. Zum einen die gelungene Kombination aus moderner Technik und zeitgemäßer Ausstattung mit vielen liebevoll ausgewählten Vintage-Möbeln. Das schafft eine angenehme Atmosphäre und erinnerte mich ein wenig an die Stadtbücherei Menden.
Spannend war auch ein Blick in den historischen Bereich der Bibliothek. Dort ist dokumentiert, dass die Bibliothek bereits vor rund 100 Jahren bis 20 Uhr geöffnet hatte. Lange Öffnungszeiten sind hier also keine neue Entwicklung.
Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Bibliothek der Dinge. Ausgeliehen werden kann alles, was man für Aktivitäten in der Natur benötigt: Gummistiefel, Isomatten, Zelte, Wanderstöcke, Skier oder Skateboards. Das zeigt sehr schön, wie sich das Angebot einer Bibliothek an den Bedürfnissen ihrer Region und ihrer Nutzerinnen und Nutzer orientiert.
Leknes: „Die schönste Bibliothek der Welt“
Meine zweite Bibliotheksstation auf den Lofoten war die Bibliothek in Leknes. Gleich am Empfang fällt ein leuchtender Schriftzug ins Auge: „Die schönste Bibliothek der Welt“. Das ist zwar mit einem Augenzwinkern gemeint, aber die Bibliothek hat durchaus einiges zu bieten.
Wie schon in Svolvær ist sie Teil eines Kulturzentrums. Bibliothek, Kino, Theater und Restaurant gehen fließend ineinander über und schaffen einen lebendigen Treffpunkt. Besonders gut gefallen haben mir der großzügige Makerspace und die vielen gemütlichen Aufenthaltsbereiche.
Eine Idee fand ich besonders sympathisch: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter präsentiert eigene Buchempfehlungen. Schließlich sind Geschmäcker verschieden und genau das macht persönliche Empfehlungen oft so interessant.
Willkommen zum #DesignDienstag. In dieser Reihe wirft unsere Innenarchitektin Anja Thimm einen praxisnahen Blick auf Gestaltung in Bibliotheken. Diesmal widmet sie sich den Gamingbereichen. Gamingbereiche in öffentlichen Bibliotheken sind längst mehr als ein kurzfristiger Trend. Sie stehen exemplarisch für den Wandel der Bibliothek hin zu einem offenen, vielfältigen Aufenthaltsort, der unterschiedliche Interessen zusammenbringt. Richtig geplant, können sie neue Zielgruppen erschließen, bestehende Nutzer stärker binden und die Bibliothek als sozialen Raum stärken. Entscheidend ist jedoch, dass Gaming nicht als isoliertes Zusatzangebot gedacht wird, sondern als integraler Bestandteil der räumlichen und konzeptionellen Gesamtstrategie. Daher bringt die Einrichtung von Gamingbereichen einige planerische und organisatorische Fragen mit sich, die frühzeitig bedacht werden sollten.
Nutzergruppen im Blick behalten
Ein sinnvoller Einstieg in die Planung ist der Blick auf die unterschiedlichen Nutzergruppen und ihre Bedürfnisse. Gaming spricht eine erstaunlich breite Zielgruppe an: Kinder, Jugendliche und zunehmend auch Erwachsene, die spielerische Formate für sich entdecken. Dabei unterscheiden sich die Erwartungen deutlich. Während jüngere Nutzer häufig in Gruppen spielen, sich austauschen und auch laut sein dürfen, suchen andere eher ruhigere, kooperative oder kreative Spielerfahrungen. Ein gut konzipierter Bereich trägt dieser Vielfalt Rechnung, indem er unterschiedliche Nutzungsformen ermöglicht, ohne dass sie sich gegenseitig stören.
Der passende Standort
Diese Überlegungen führen unmittelbar zur Frage nach der geeigneten räumlichen Einbindung eines Gaming-Angebots. Gaming bringt Bewegung, Geräusche und Aufmerksamkeit mit sich – Eigenschaften, die bewusst in die Bibliotheksgestaltung einbezogen werden sollten. Eine Platzierung direkt im Eingangsbereich kann zwar Neugier wecken und Sichtbarkeit schaffen, führt jedoch häufig zu Nutzungskonflikten. Bewährt haben sich Bereiche, die gut erreichbar sind, zugleich aber ausreichend Abstand zu klassischen Ruhe- und Arbeitszonen bieten. Übergänge zwischen Kinder- und Jugendbereich oder Flächen mit Aufenthaltsqualität eignen sich dafür oft besonders gut. Offene Raumstrukturen oder transparente Abtrennungen können dazu beitragen, den Gaming-Bereich sichtbar und einladend zu gestalten, ohne dass sich Geräusche oder Aktivitäten ungehindert auf die gesamte Bibliothek auswirken.
Akustik als Schlüsselthema
Besonders sensibel ist in diesem Zusammenhang das Thema Akustik. Gaming ist mit Geräuschen verbunden – durch Gespräche, Reaktionen und die Spiele selbst. Ohne gezielte Maßnahmen kann dies schnell zu Spannungen führen. Eine durchdachte akustische Gestaltung ist daher keine Kür, sondern Voraussetzung. Schallabsorbierende Materialien an Decken und Wänden, textile Oberflächen oder entsprechend gestaltete Möbel tragen wesentlich dazu bei, die Geräuschkulisse zu dämpfen. Auch die räumliche Struktur spielt eine Rolle: Teilweise abgeschirmte Bereiche oder Raum-in-Raum-Lösungen können helfen, den Schall zu bündeln, ohne den offenen Charakter vollständig aufzugeben.
Inhalt und Gestaltung
Neben funktionalen Aspekten lohnt sich ein genauer Blick auf die inhaltliche und gestalterische Ausrichtung. Ein Gamingbereich wirkt dann überzeugend, wenn er ein erkennbares Thema oder eine klare Idee transportiert. Das kann von kompetitivem Gaming über kreative Anwendungen bis hin zu Retro-Ansätzen reichen. Dieses Thema beeinflusst nicht nur die Auswahl der Inhalte, sondern auch die Gestaltung des Raums. Farben, Materialien und Licht tragen dazu bei, eine eigene Atmosphäre zu schaffen, die sich vom restlichen Bibliotheksraum abhebt, ohne sich völlig davon zu lösen. So entsteht ein Ort mit eigenem Charakter, der dennoch Teil des Ganzen bleibt.
Möblierung und Funktionalität
Die Möblierung übernimmt dabei eine zentrale Rolle. Sie muss unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden: Komfort bei längeren Nutzungszeiten, Robustheit im Alltag und Flexibilität für verschiedene Szenarien. Sitzmöbel sollten ergonomisch sein und gleichzeitig eine gewisse Lässigkeit vermitteln, die zum informellen Charakter des Spielens passt. Modulare Elemente ermöglichen es, den Raum schnell an unterschiedliche Nutzungen anzupassen, etwa für Einzelspiel, Gruppenangebote oder kleine Veranstaltungen. Auch technische Aspekte sollten von Anfang an mitgedacht werden. Eine saubere Integration von Bildschirmen, Konsolen und Kabeln sorgt nicht nur für Sicherheit, sondern auch für eine aufgeräumte, hochwertige Anmutung.
Atmosphäre durch Licht und Material
Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung von Licht und Materialität. Bildschirmarbeit stellt besondere Anforderungen an die Beleuchtung: Blendfreiheit und eine ausgewogene Grundhelligkeit sind entscheidend. Ergänzend können gezielte Lichtakzente eingesetzt werden, um den Bereich atmosphärisch aufzuwerten. Materialien sollten sowohl funktional als auch gestalterisch überzeugen, also langlebig, pflegeleicht und zugleich akustisch wirksam sein.
Ein neuer Baustein der Bibliothek
Ein gut gestalteter Gamingbereich fügt sich so selbstverständlich in die Bibliothek ein, dass er nicht als Sonderfläche wahrgenommen wird, sondern als ein weiterer, zeitgemäßer Baustein des Angebots. Er schafft Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Erleben – und erweitert damit das klassische Verständnis von Bibliothek auf überzeugende Weise.
Beispiele aus NRW
Zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass es viele gute Lösungen gibt. Hier ein paar Beispiele:
Bergheim
In der Stadtbibliothek Bergheim bildet der Gamingbereich das Zentrum des Zwischengeschosses zwischen dem Erdgeschoss und der Jugendbibliothek im ersten Obergeschoss. Dank der Sitzmöbel mit hohen Rückenlehnen und seiner räumlichen Anordnung ist der Bereich klar abgegrenzt. So entsteht ein geschützter Spielbereich, in dem der Durchgangsverkehr kaum als störend wahrgenommen wird.
Kamp-Lintfort
In der Mediathek Kamp-Lintfort befindet sich das „Zockerzimmer“ in direkter Nachbarschaft zum Kinder- und Jugendbereich innerhalb der Open Library. Als abgeschlossener Raum lässt sich seine Zugänglichkeit auch während der personalfreien Öffnungszeiten gezielt steuern. Gleichzeitig können die Spielenden ungestört spielen, ohne dass Geräusche in die übrigen Bibliotheksbereiche dringen. Die folierten Glaswände ermöglichen Einblicke von außen, schaffen zugleich aber eine geschützte Atmosphäre und ausreichend Privatsphäre.
Kreuztal
In der Stadtbibliothek Kreuztal befindet sich ein separater Gamingraum im Obergeschoss, der akustisch von der ansonsten offen gestalteten Bibliotheksfläche getrennt ist. Glaswände schaffen Sichtbeziehungen zwischen dem Raum und der Bibliothek, sodass die Spielenden die übrige Bibliotheksfläche einsehen können und umgekehrt. Ein Graffiti am Eingang macht die Nutzung des Raumes als Gamingbereich bereits auf den ersten Blick erkennbar.
Lünen
In der Stadtbücherei Lünen befindet sich der Gamingbereich in einem zentral gelegenen, ovalen Raum. Von außen ist seine Funktion nicht unmittelbar erkennbar. Gerade diese zurückhaltende Gestaltung weckt jedoch die Neugier der Bibliotheksnutzenden und lädt dazu ein, den Bereich zu entdecken.
Minden/Selm
In den Stadtbibliotheken Minden und Selm besteht der Gamingbereich aus zwei unterschiedlichen Elementen. Zum einen gibt es einen offenen Spielbereich mit einem an der Wand montierten Bildschirm und der dazugehörigen Konsole, der sich insbesondere für das gemeinsame Spielen in größeren Gruppen eignet. Ergänzt wird dieser durch ein halboffenes, mobiles Gamingmöbel, das bis zu vier Personen Platz bietet und einen innenliegenden Bildschirm für gemeinsames Spielen integriert.
In der Stadtbibliothek Minden befindet sich unmittelbar daneben ein weiteres Möbel desselben Typs, das jedoch nicht zum Gaming, sondern als Hörstation konzipiert ist. Mithilfe einer Sounddusche ermöglicht es das ungestörte Hören von Audioinhalten, ohne die übrigen Bibliotheksbereiche akustisch zu beeinträchtigen.
Minden
Selm
Arnsberg-Neheim
In der Bibliothek Neheim (Arnsberg) können Nutzende an mehreren nebeneinander installierten Bildschirmen parallel spielen. Der Gamingbereich lässt sich durch einen hinter den Sitzplätzen angebrachten Vorhang optisch und in begrenztem Maße auch akustisch von der übrigen Bibliotheksfläche abtrennen. Seit Kurzem sorgt ein LED-Lichtband mit variabler Farbgestaltung für eine stimmungsvolle Atmosphäre und unterstreicht den Charakter des Bereichs.
Velbert
In der Bibliothek Velbert wurde der Gamingbereich unter einer Treppe eingerichtet und nutzt den vorhandenen Raum auf effiziente Weise. Dadurch entsteht ein halbgeschützter Bereich, der sich deutlich von der übrigen Bibliotheksfläche abhebt. Die integrierte Sitzlandschaft ermöglicht sowohl gemeinsames Spielen als auch das Zuschauen. Farb- und Materialgestaltung sowie die geschwungene Formensprache schaffen eine einladende Atmosphäre und verleihen dem Bereich zugleich eine moderne Anmutung.
Dorsten (Pen and Paper)
In der Stadtbibliothek Dorsten wurde mit der „Zwischenwelt“ ein Gamingbereich geschaffen, der einen anderen Schwerpunkt setzt. Die auf einer Zwischenebene eingerichtete Fläche ist nicht dem digitalen, sondern dem analogen Spielen gewidmet. Statt klassischer Brettspiele steht hier ein umfangreicher Bestand an Pen-and-Paper-Rollenspielen im Mittelpunkt. Neben der Ausleihe bietet der Bereich auch die Möglichkeit, die Spiele direkt vor Ort in Gruppen auszuprobieren.