Unsere Kollegin Karin Lachmann ist in ihrem Sabbathalbjahr auf dem nördlichsten Abschnitt des europäischen Fernwanderwegs E1 unterwegs. Als Bibliothekarin interessiert sie sich dabei auch für Bibliotheken in anderen Ländern und dafür, wie sie gestaltet und ausgestattet sind. Auf den norwegischen Lofoten hat sie zwei Bibliotheken besucht und schildert hier ihre Eindrücke.
Svolvaer: Bibliothek mit langer Geschichte
Auf meiner Wanderung über die Lofoten durfte natürlich auch ein Bibliotheksbesuch nicht fehlen. Mein Weg führte mich nach Svolvær, der größten Stadt der Inselgruppe. Obwohl die Bibliothek eher klein ist, hat sie mich mit einigen Besonderheiten überrascht.
Besonders aufgefallen sind mir drei Dinge. Zum einen die gelungene Kombination aus moderner Technik und zeitgemäßer Ausstattung mit vielen liebevoll ausgewählten Vintage-Möbeln. Das schafft eine angenehme Atmosphäre und erinnerte mich ein wenig an die Stadtbücherei Menden.
Spannend war auch ein Blick in den historischen Bereich der Bibliothek. Dort ist dokumentiert, dass die Bibliothek bereits vor rund 100 Jahren bis 20 Uhr geöffnet hatte. Lange Öffnungszeiten sind hier also keine neue Entwicklung.
Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Bibliothek der Dinge. Ausgeliehen werden kann alles, was man für Aktivitäten in der Natur benötigt: Gummistiefel, Isomatten, Zelte, Wanderstöcke, Skier oder Skateboards. Das zeigt sehr schön, wie sich das Angebot einer Bibliothek an den Bedürfnissen ihrer Region und ihrer Nutzerinnen und Nutzer orientiert.
Leknes: „Die schönste Bibliothek der Welt“
Meine zweite Bibliotheksstation auf den Lofoten war die Bibliothek in Leknes. Gleich am Empfang fällt ein leuchtender Schriftzug ins Auge: „Die schönste Bibliothek der Welt“. Das ist zwar mit einem Augenzwinkern gemeint, aber die Bibliothek hat durchaus einiges zu bieten.
Wie schon in Svolvær ist sie Teil eines Kulturzentrums. Bibliothek, Kino, Theater und Restaurant gehen fließend ineinander über und schaffen einen lebendigen Treffpunkt. Besonders gut gefallen haben mir der großzügige Makerspace und die vielen gemütlichen Aufenthaltsbereiche.
Eine Idee fand ich besonders sympathisch: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter präsentiert eigene Buchempfehlungen. Schließlich sind Geschmäcker verschieden und genau das macht persönliche Empfehlungen oft so interessant.
Willkommen zum #DesignDienstag. In dieser Reihe wirft unsere Innenarchitektin Anja Thimm einen praxisnahen Blick auf Gestaltung in Bibliotheken. Diesmal widmet sie sich den Gamingbereichen. Gamingbereiche in öffentlichen Bibliotheken sind längst mehr als ein kurzfristiger Trend. Sie stehen exemplarisch für den Wandel der Bibliothek hin zu einem offenen, vielfältigen Aufenthaltsort, der unterschiedliche Interessen zusammenbringt. Richtig geplant, können sie neue Zielgruppen erschließen, bestehende Nutzer stärker binden und die Bibliothek als sozialen Raum stärken. Entscheidend ist jedoch, dass Gaming nicht als isoliertes Zusatzangebot gedacht wird, sondern als integraler Bestandteil der räumlichen und konzeptionellen Gesamtstrategie. Daher bringt die Einrichtung von Gamingbereichen einige planerische und organisatorische Fragen mit sich, die frühzeitig bedacht werden sollten.
Nutzergruppen im Blick behalten
Ein sinnvoller Einstieg in die Planung ist der Blick auf die unterschiedlichen Nutzergruppen und ihre Bedürfnisse. Gaming spricht eine erstaunlich breite Zielgruppe an: Kinder, Jugendliche und zunehmend auch Erwachsene, die spielerische Formate für sich entdecken. Dabei unterscheiden sich die Erwartungen deutlich. Während jüngere Nutzer häufig in Gruppen spielen, sich austauschen und auch laut sein dürfen, suchen andere eher ruhigere, kooperative oder kreative Spielerfahrungen. Ein gut konzipierter Bereich trägt dieser Vielfalt Rechnung, indem er unterschiedliche Nutzungsformen ermöglicht, ohne dass sie sich gegenseitig stören.
Der passende Standort
Diese Überlegungen führen unmittelbar zur Frage nach der geeigneten räumlichen Einbindung eines Gaming-Angebots. Gaming bringt Bewegung, Geräusche und Aufmerksamkeit mit sich – Eigenschaften, die bewusst in die Bibliotheksgestaltung einbezogen werden sollten. Eine Platzierung direkt im Eingangsbereich kann zwar Neugier wecken und Sichtbarkeit schaffen, führt jedoch häufig zu Nutzungskonflikten. Bewährt haben sich Bereiche, die gut erreichbar sind, zugleich aber ausreichend Abstand zu klassischen Ruhe- und Arbeitszonen bieten. Übergänge zwischen Kinder- und Jugendbereich oder Flächen mit Aufenthaltsqualität eignen sich dafür oft besonders gut. Offene Raumstrukturen oder transparente Abtrennungen können dazu beitragen, den Gaming-Bereich sichtbar und einladend zu gestalten, ohne dass sich Geräusche oder Aktivitäten ungehindert auf die gesamte Bibliothek auswirken.
Akustik als Schlüsselthema
Besonders sensibel ist in diesem Zusammenhang das Thema Akustik. Gaming ist mit Geräuschen verbunden – durch Gespräche, Reaktionen und die Spiele selbst. Ohne gezielte Maßnahmen kann dies schnell zu Spannungen führen. Eine durchdachte akustische Gestaltung ist daher keine Kür, sondern Voraussetzung. Schallabsorbierende Materialien an Decken und Wänden, textile Oberflächen oder entsprechend gestaltete Möbel tragen wesentlich dazu bei, die Geräuschkulisse zu dämpfen. Auch die räumliche Struktur spielt eine Rolle: Teilweise abgeschirmte Bereiche oder Raum-in-Raum-Lösungen können helfen, den Schall zu bündeln, ohne den offenen Charakter vollständig aufzugeben.
Inhalt und Gestaltung
Neben funktionalen Aspekten lohnt sich ein genauer Blick auf die inhaltliche und gestalterische Ausrichtung. Ein Gamingbereich wirkt dann überzeugend, wenn er ein erkennbares Thema oder eine klare Idee transportiert. Das kann von kompetitivem Gaming über kreative Anwendungen bis hin zu Retro-Ansätzen reichen. Dieses Thema beeinflusst nicht nur die Auswahl der Inhalte, sondern auch die Gestaltung des Raums. Farben, Materialien und Licht tragen dazu bei, eine eigene Atmosphäre zu schaffen, die sich vom restlichen Bibliotheksraum abhebt, ohne sich völlig davon zu lösen. So entsteht ein Ort mit eigenem Charakter, der dennoch Teil des Ganzen bleibt.
Möblierung und Funktionalität
Die Möblierung übernimmt dabei eine zentrale Rolle. Sie muss unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden: Komfort bei längeren Nutzungszeiten, Robustheit im Alltag und Flexibilität für verschiedene Szenarien. Sitzmöbel sollten ergonomisch sein und gleichzeitig eine gewisse Lässigkeit vermitteln, die zum informellen Charakter des Spielens passt. Modulare Elemente ermöglichen es, den Raum schnell an unterschiedliche Nutzungen anzupassen, etwa für Einzelspiel, Gruppenangebote oder kleine Veranstaltungen. Auch technische Aspekte sollten von Anfang an mitgedacht werden. Eine saubere Integration von Bildschirmen, Konsolen und Kabeln sorgt nicht nur für Sicherheit, sondern auch für eine aufgeräumte, hochwertige Anmutung.
Atmosphäre durch Licht und Material
Nicht zu unterschätzen ist die Wirkung von Licht und Materialität. Bildschirmarbeit stellt besondere Anforderungen an die Beleuchtung: Blendfreiheit und eine ausgewogene Grundhelligkeit sind entscheidend. Ergänzend können gezielte Lichtakzente eingesetzt werden, um den Bereich atmosphärisch aufzuwerten. Materialien sollten sowohl funktional als auch gestalterisch überzeugen, also langlebig, pflegeleicht und zugleich akustisch wirksam sein.
Ein neuer Baustein der Bibliothek
Ein gut gestalteter Gamingbereich fügt sich so selbstverständlich in die Bibliothek ein, dass er nicht als Sonderfläche wahrgenommen wird, sondern als ein weiterer, zeitgemäßer Baustein des Angebots. Er schafft Räume für Begegnung, Austausch und gemeinsames Erleben – und erweitert damit das klassische Verständnis von Bibliothek auf überzeugende Weise.
Beispiele aus NRW
Zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass es viele gute Lösungen gibt. Hier ein paar Beispiele:
Bergheim
In der Stadtbibliothek Bergheim bildet der Gamingbereich das Zentrum des Zwischengeschosses zwischen dem Erdgeschoss und der Jugendbibliothek im ersten Obergeschoss. Dank der Sitzmöbel mit hohen Rückenlehnen und seiner räumlichen Anordnung ist der Bereich klar abgegrenzt. So entsteht ein geschützter Spielbereich, in dem der Durchgangsverkehr kaum als störend wahrgenommen wird.
Kamp-Lintfort
In der Mediathek Kamp-Lintfort befindet sich das „Zockerzimmer“ in direkter Nachbarschaft zum Kinder- und Jugendbereich innerhalb der Open Library. Als abgeschlossener Raum lässt sich seine Zugänglichkeit auch während der personalfreien Öffnungszeiten gezielt steuern. Gleichzeitig können die Spielenden ungestört spielen, ohne dass Geräusche in die übrigen Bibliotheksbereiche dringen. Die folierten Glaswände ermöglichen Einblicke von außen, schaffen zugleich aber eine geschützte Atmosphäre und ausreichend Privatsphäre.
Kreuztal
In der Stadtbibliothek Kreuztal befindet sich ein separater Gamingraum im Obergeschoss, der akustisch von der ansonsten offen gestalteten Bibliotheksfläche getrennt ist. Glaswände schaffen Sichtbeziehungen zwischen dem Raum und der Bibliothek, sodass die Spielenden die übrige Bibliotheksfläche einsehen können und umgekehrt. Ein Graffiti am Eingang macht die Nutzung des Raumes als Gamingbereich bereits auf den ersten Blick erkennbar.
Lünen
In der Stadtbücherei Lünen befindet sich der Gamingbereich in einem zentral gelegenen, ovalen Raum. Von außen ist seine Funktion nicht unmittelbar erkennbar. Gerade diese zurückhaltende Gestaltung weckt jedoch die Neugier der Bibliotheksnutzenden und lädt dazu ein, den Bereich zu entdecken.
Minden/Selm
In den Stadtbibliotheken Minden und Selm besteht der Gamingbereich aus zwei unterschiedlichen Elementen. Zum einen gibt es einen offenen Spielbereich mit einem an der Wand montierten Bildschirm und der dazugehörigen Konsole, der sich insbesondere für das gemeinsame Spielen in größeren Gruppen eignet. Ergänzt wird dieser durch ein halboffenes, mobiles Gamingmöbel, das bis zu vier Personen Platz bietet und einen innenliegenden Bildschirm für gemeinsames Spielen integriert.
In der Stadtbibliothek Minden befindet sich unmittelbar daneben ein weiteres Möbel desselben Typs, das jedoch nicht zum Gaming, sondern als Hörstation konzipiert ist. Mithilfe einer Sounddusche ermöglicht es das ungestörte Hören von Audioinhalten, ohne die übrigen Bibliotheksbereiche akustisch zu beeinträchtigen.
Minden
Selm
Arnsberg-Neheim
In der Bibliothek Neheim (Arnsberg) können Nutzende an mehreren nebeneinander installierten Bildschirmen parallel spielen. Der Gamingbereich lässt sich durch einen hinter den Sitzplätzen angebrachten Vorhang optisch und in begrenztem Maße auch akustisch von der übrigen Bibliotheksfläche abtrennen. Seit Kurzem sorgt ein LED-Lichtband mit variabler Farbgestaltung für eine stimmungsvolle Atmosphäre und unterstreicht den Charakter des Bereichs.
Velbert
In der Bibliothek Velbert wurde der Gamingbereich unter einer Treppe eingerichtet und nutzt den vorhandenen Raum auf effiziente Weise. Dadurch entsteht ein halbgeschützter Bereich, der sich deutlich von der übrigen Bibliotheksfläche abhebt. Die integrierte Sitzlandschaft ermöglicht sowohl gemeinsames Spielen als auch das Zuschauen. Farb- und Materialgestaltung sowie die geschwungene Formensprache schaffen eine einladende Atmosphäre und verleihen dem Bereich zugleich eine moderne Anmutung.
Dorsten (Pen and Paper)
In der Stadtbibliothek Dorsten wurde mit der „Zwischenwelt“ ein Gamingbereich geschaffen, der einen anderen Schwerpunkt setzt. Die auf einer Zwischenebene eingerichtete Fläche ist nicht dem digitalen, sondern dem analogen Spielen gewidmet. Statt klassischer Brettspiele steht hier ein umfangreicher Bestand an Pen-and-Paper-Rollenspielen im Mittelpunkt. Neben der Ausleihe bietet der Bereich auch die Möglichkeit, die Spiele direkt vor Ort in Gruppen auszuprobieren.
Öffentliche Bibliotheken sind Orte der Bildung, Information und Begegnung. Sie stehen allen offen und fördern gesellschaftlichen Austausch. Gleichzeitig spiegeln sich gesellschaftliche Konflikte zunehmend auch in Bibliotheken wider: Mitarbeitende sehen sich etwa mit diskriminierenden Äußerungen, Verschwörungserzählungen oder demokratiefeindlichen Positionen konfrontiert. Auch Fragen zur Raumvergabe und zur Rolle der Bibliothek als öffentliche Einrichtung gewinnen an Bedeutung. Wir stellen Handlungsleitfäden für Kommunen, öffentliche Einrichtungen und Vereine sowie Praxishilfen bei der Durchführung von Veranstaltungen und der Nutzung bzw. Vermietung von Bibliotheksräumen vor.
Hinweis Die folgenden Empfehlungen ersetzen keine Rechtsberatung. Sie sollen Bibliotheken dabei unterstützen, ihre Rolle als demokratische Bildungs- und Begegnungsorte zu reflektieren und mehr Handlungssicherheit im Umgang mit diskriminierenden oder demokratiefeindlichen Vorfällen zu gewinnen. Je nach Einzelfall sind kommunale Satzungen, Haus- und Benutzungsordnungen sowie weitere rechtliche Vorgaben zu beachten.
Grundlegende Handreichung des vhs-Verbandes
Die Handreichung „Volkshochschule als Ort der Demokratie – Hilfestellungen zum Umgang mit antidemokratischen Äußerungen und Gruppierungen“ des Deutschen Volkshochschul-Verbandes richtet sich an Volkshochschulen, behandelt aber zahlreiche Fragestellungen, die auch Bibliotheken aus ihrem Alltag kennen. Besonders hervorzuheben sind Musterformulierungen für Honorarverträge und Vereinbarungen zur Raumnutzung.
Die Veröffentlichung gibt unter anderem Hinweise dazu,
wie demokratiefeindliche und diskriminierende Argumentationsmuster erkannt werden können,
wie Mitarbeitende auf entsprechende Äußerungen reagieren können,
warum Diskriminierungen nicht unwidersprochen bleiben sollten,
wie Gespräche sachlich geführt werden können, ohne Konflikte unnötig zu verschärfen,
welche Bedeutung Hausrecht, Benutzungsordnungen und Veranstaltungsregeln haben,
wie Podiumsdiskussionen und Veranstaltungen demokratisch und verantwortungsvoll gestaltet werden können,
wie demokratische Grundwerte in Dienstvereinbarungen, Arbeits- oder Honorarverträgen verankert werden können,
welche Möglichkeiten bei Kooperationen bestehen,
und worauf Einrichtungen achten sollten, wenn sie Räume an Dritte vergeben.
Verwaltung mit Haltung: Tipps zum Umgang mit dem Neutralitätsgebot
Die Broschüre „Verwaltung mit Haltung“ der Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München setzt einen anderen Schwerpunkt. Sie geht der Frage nach, wie öffentliche Einrichtungen mit dem häufig geäußerten Vorwurf umgehen können, gegenüber allen politischen Positionen neutral bleiben zu müssen.
Dabei wird deutlich: Das Neutralitätsgebot ist nicht mit Wertneutralität gleichzusetzen. Öffentliche Einrichtungen sind an die Werte des Grundgesetzes gebunden. Demokratie, Menschenwürde, Gleichberechtigung und der Schutz vor Diskriminierung sind keine parteipolitischen Positionen, sondern grundlegende Prinzipien des demokratischen Gemeinwesens.
Die Veröffentlichung zeigt unter anderem,
was das Neutralitätsgebot tatsächlich bedeutet,
welche rechtlichen Grundlagen eine demokratische Haltung tragen,
wie Mitarbeitende mit Neutralitätsvorwürfen umgehen können,
wie Organisationen Handlungssicherheit schaffen können,
und warum die Verteidigung demokratischer Grundwerte nicht im Widerspruch zur parteipolitischen Neutralität steht.
Gerade für Bibliotheken als öffentliche Räume mit vielfältigen Nutzergruppen bietet die Broschüre damit eine hilfreiche Orientierung für den Umgang mit entsprechenden Anforderungen und Konflikten.
Weiterführende Praxishilfen und Materialien zu Einzelthemen
Bibliotheksfreundeskreise und – fördervereine
Vereinsrechtliche Leitfäden helfen bei der Gestaltung der Satzung, wenn Vereine keine Mitglieder mit demokatie- oder menschenfeindlichen Haltungen aufnehmen bzw. Mitglieder bei nachgewiesenem Fehlverhalten ausschließen möchten.
„Verein(t) gegen Rechtsextremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ – Broschüre der Fachstelle Demokratie München
Bibliotheken organisieren regelmäßig Lesungen, Diskussionen, Vorträge und Beteiligungsformate. Die folgenden Materialien geben konkrete Hinweise für den Umgang mit Störungen und Einschüchterungsversuchen.
Sichere Räume für demokratische Debatten
Die Broschüre behandelt insbesondere die Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen sowie den Umgang mit gezielten Störungen durch demokratiefeindliche Akteure.
Schutz vor rechten YouTuberinnen, Bloggerinnen und Journalist*innen
Der Flyer erläutert typische Vorgehensweisen bei gezielten Aufnahmen, Provokationen oder Kampagnen gegen öffentliche Einrichtungen und gibt Handlungsempfehlungen für Veranstaltende.
Raumnutzungen und Vermietungen rechtssicher gestalten
Viele Bibliotheken stellen Veranstaltungsräume für externe Gruppen zur Verfügung. Gerade hier entstehen häufig Unsicherheiten im Umgang mit demokratiefeindlichen oder extremistischen Organisationen.
Stadt Köln: Leitfaden zum Umgang mit der Anmietung öffentlicher Räume durch extremistische Gruppen
Anmietungen durch Rechtsextreme – Schutz für Kommunen und Vermieter*innen
Herausgegeben vom Bundesverband Mobile Beratung. Die Broschüre fasst rechtliche Handlungsmöglichkeiten und praktische Erfahrungen aus Kommunen zusammen.
Bibliotheken müssen nicht für jedes denkbare Szenario eigene Konzepte entwickeln. Sinnvoll kann es jedoch sein, die genannten Materialien im Leitungsteam oder gemeinsam mit dem Träger zu sichten und insbesondere folgende Bereiche zu überprüfen:
Leitbild und demokratische Grundsätze
Haus- und Benutzungsordnung
Veranstaltungsrichtlinien
Raumnutzungs- und Vermietungsverträge
Krisen- und Eskalationsmanagement
Fortbildungsangebote für Mitarbeitende
Je klarer diese Grundlagen definiert sind, desto sicherer können Bibliotheken im Alltag auf diskriminierende, menschenfeindliche oder demokratiefeindliche Vorfälle reagieren.
Willkommen zum #DesignDienstag. In dieser Reihe wirft unsere Innenarchitektin Anja Thimm einen praxisnahen Blick auf Gestaltung in Bibliotheken. Diesmal stehen Jugendbibliotheken im Mittelpunkt.Jugendliche zählen zu den anspruchsvolleren, aber zugleich besonders wertvollen Zielgruppen öffentlicher Bibliotheken. Sie suchen Orte, die Freiraum bieten, Orientierung geben und ihre Lebensrealität ernst nehmen. Eine gut geplante Jugendbibliothek kann genau das leisten – vorausgesetzt, Lage, Ausstattung und Atmosphäre werden bewusst aufeinander abgestimmt.
Die richtige Lage
Die Position der Jugendbibliothek innerhalb des Hauses beeinflusst ihre Nutzung maßgeblich. Idealerweise ist der Bereich gut erreichbar und wirkt einladend. Gleichzeitig braucht es eine gewisse Abgrenzung, damit Jugendliche sich nicht permanent beobachtet fühlen. Auch die klare Trennung zur Kinderbibliothek spielt dabei eine wichtige Rolle.
In der Praxis zeigt sich: Jugendliche orientieren sich häufig eher in Richtung Erwachsenenbereich. Daraus ergeben sich sinnvolle Anschlussmöglichkeiten. Die Nähe zur Belletristik schafft Synergien – etwa, weil viele Jugendliche bereits Genres wie Fantasy lesen, die auch bei Erwachsenen beliebt sind, oder weil „Young Adult“-Titel beide Zielgruppen ansprechen. Alternativ kann ein Lernbereich in Verbindung mit dem Sachbuchbestand den Übergang in die Jugendbibliothek erleichtern. Welche Lösung passt, hängt letztlich stark vom Nutzungsverhalten vor Ort ab.
Bedürfnisse verstehen: Zwischen Rückzug und Begegnung
Jugendliche nutzen Bibliotheken anders als Kinder oder Erwachsene. Neben dem Lernen stehen auch Austausch, Treffen oder einfaches Verweilen im Vordergrund. Entsprechend sollte der Raum unterschiedliche Nutzungsformen ermöglichen:
Rückzugsorte für konzentriertes Arbeiten
Offene Flächen für Gruppenarbeit und Kommunikation
Informelle Sitzgelegenheiten zum Entspannen
Ein häufiger Planungsfehler ist ein zu starker Fokus auf reine Funktionalität. Für Jugendliche sind Atmosphäre und Authentizität entscheidend. Beteiligungsformate wie Workshops oder Umfragen im Vorfeld liefern wertvolle Einblicke und stärken gleichzeitig die Identifikation mit dem Raum.
Möblierung: Flexibel, robust, einladend
Die Möblierung sollte vielseitig und anpassbar sein. Starre Tischreihen wirken schnell schulisch und wenig attraktiv. Bewährt hat sich eine Mischung aus Loungemöbeln wie Sofas oder Sitzsäcken sowie mobilen Tischen und Stühlen, die sich flexibel kombinieren lassen.
So entsteht eine Umgebung, die eher Aufenthaltsqualität als reine Lernfunktion vermittelt. Wichtig ist dabei, im Blick zu behalten: Lernen findet nicht zwingend klassisch an Tisch und Stuhl statt.
Gleichzeitig muss die Ausstattung robust genug sein, um intensiver Nutzung standzuhalten. Ziel ist eine gelungene Balance aus Langlebigkeit und einem zeitgemäßen, jugendgerechten Design.
Licht: Funktional und atmosphärisch
Beleuchtung erfüllt mehr als nur einen praktischen Zweck – sie strukturiert Räume und prägt die Stimmung. Eine Kombination aus gleichmäßiger Grundbeleuchtung und gezielten Akzentlichtern, etwa in Sitzbereichen, schafft eine angenehme Atmosphäre.
Natürliches Tageslicht sollte möglichst umfassend genutzt werden, insbesondere in Aufenthaltszonen. An Arbeitsplätzen ist Blendfreiheit entscheidend, vor allem bei Bildschirmarbeit. Individuell steuerbare Lichtquellen können hier die Konzentration zusätzlich unterstützen.
Wird Gaming angeboten, sind Reflexionen und Blendungen gezielt zu vermeiden. In Fensternähe sind daher häufig Verdunklungsmöglichkeiten sinnvoll.
Akustik: Balance zwischen Leben und Ruhe
Jugendbereiche dürfen lebendig sein – das gehört zum Konzept. Gleichzeitig sollte der Geräuschpegel den übrigen Bibliotheksbetrieb nicht beeinträchtigen.
Eine gute Raumakustik ist daher zentral. Besonders wirksam sind Maßnahmen an der Decke, etwa durch Akustikdecken oder nachträglich installierte Paneele. Ergänzend tragen Teppiche, Polstermöbel, Kissen oder Vorhänge zur Schalldämpfung bei. Auch Möbel mit integrierter Akustikfunktion gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Ziel ist keine absolute Stille, sondern eine angenehme Geräuschkulisse, die Kommunikation ermöglicht, ohne störend zu wirken.
Technische Ausstattung: Selbstverständlich, nicht spektakulär
Für Jugendliche ist funktionierendes WLAN keine Besonderheit, sondern Grundvoraussetzung. Ergänzend sollten ausreichend Lade- und Anschlussmöglichkeiten vorhanden sein.
Technik sollte dabei intuitiv nutzbar und möglichst unauffällig integriert sein. Es geht nicht darum, Technik in den Vordergrund zu stellen, sondern sie zuverlässig und selbstverständlich verfügbar zu machen.
Fazit: Räume, die Jugendliche ernst nehmen
Wer Jugendlichen Raum gibt – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne – schafft Aufenthaltsqualität und stärkt langfristig die Bindung an die Bibliothek.
Eine überzeugende Jugendbibliothek entsteht nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern durch ein stimmiges Gesamtkonzept. Besonders erfolgreich sind Projekte, die Jugendliche aktiv einbeziehen – etwa durch Workshops, Befragungen oder Testphasen. So entstehen Räume, die nicht nur gut gemeint, sondern auch gut genutzt sind.
Beispiele aus NRW
Zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass es viele gute Lösungen gibt. Hier ein paar Beispiele:
Bergheim
In der Stadtbibliothek Bergheim liegt der Jugendbereich in einem Zwischengeschoss zwischen dem Erdgeschoss und dem ersten Obergeschoss. Die Medien befinden sich vor allem in den Regalen entlang der Fensterfront, während in der Mitte ein maßgefertigtes Gamingmöbel Platz findet. Trotz der offenen Durchgangslage bieten die Sitzmöbel mit ihren hohen Rückenlehnen den Jugendlichen Möglichkeiten zum Rückzug.
Duisburg
Die Gestaltung der Jugendbibliothek im Stadtfenster in Duisburg sticht durch das Graffiti an den Lernplätzen und die Traversen über dem Bereich heraus. Neben Lernplätzen bieten PC-Arbeitsplätze für ganze Gruppen, Loungemöbel und ein Gamingbereich die Möglichkeit zum Aufenthalt.
Köln-Kalk
In der Stadtteilbibliothek in Köln-Kalk finden die Jugendlichen im Obergeschoss ihren ganz eigenen Bereich. Die in die Fläche integrierten Sitzstufen und Tische bieten die Möglichkeit zu Lernen oder sich einfach hier zu treffen. Die bunten Kissen verleihen dem Ganzen Gemütlichkeit und die digitale Wand animiert zum Mitgestalten der Etage.
Langenfeld
In der Stadtbibliothek Langenfeld haben die Jugendlichen einen Raum seitlich der großen offenen Bibliotheksfläche. Hier kann auf den Podesten gechillt, gelesen oder gespielt werden. Ein beweglicher Bildschirm bietet die Möglichkeit zum Gaming. Die Medien befinden sich bis auf wenige Ausnahmen wie z.B. Comics und Mangas im „Superregal“, das sich vor dem Aufenthaltsbereich befindet und nicht auf der Fläche selbst.
Meerbusch
In der Stadtbibliothek Meerbusch steht Jugendlichen im Obergeschoss ein eigener geschlossener Raum zur Verfügung, in den sie sich zurückziehen können. Eine Sitzpolsterlandschaft lädt zum Entspannen oder Gamen ein. An den Tischen vor der Fensterfront kann gearbeitet und gelernt werden. Und gerade bei einem geschlossenen Raum für Jugendliche zeigt sich schnell: Regelmäßiges Lüften ist hier keine schlechte Idee 😉
Oberhausen-Sterkrade
In der Stadtteilbibliothek Oberhausen-Sterkrade befindet sich ein Einbau, der mit Teppich ausgelegt und mit Sitzsäcken ausgestattet ist und Jugendlichen als gemütlicher Rückzugsort zum Chillen dient.
Bibliotheken stehen für freien Zugang zu Informationen und Meinungsvielfalt. Gleichzeitig geraten sie immer wieder in Situationen, in denen diese Grundsätze auf die Probe gestellt werden. Buchanschaffungswünsche zu politisch, religiös, medizinisch oder ideologisch aufgeladenen Titeln, Diskussionen über Publikationen aus extremistischen Verlagen oder kritische Nachfragen von Nutzerinnen und Nutzern gehören inzwischen auch in vielen öffentlichen Bibliotheken zum Alltag.
Für Bibliotheken bedeutet das eine Gratwanderung. Einerseits sind sie Orte der Informationsfreiheit und sollen unterschiedliche Perspektiven zugänglich machen. Andererseits tragen sie Verantwortung für demokratische Werte und müssen sorgfältig abwägen, welche Medien sie in ihren Bestand aufnehmen und wie sie mit kontroversen Inhalten umgehen.
Gerade deshalb ist es hilfreich, sich im Team frühzeitig mit solchen Fragen auseinanderzusetzen und klare Kriterien für Entscheidungen zu entwickeln. In diesem Beitrag geben wir Tipps und Links zu weiteren Materialien.
Wenn Buchwünsche schwierig werden
Anschaffungsvorschläge von Nutzerinnen und Nutzern sind grundsätzlich willkommen. Sie helfen Bibliotheken, ihre Bestände bedarfsorientiert weiterzuentwickeln. Trotzdem kann oder sollte nicht jeder Vorschlag automatisch umgesetzt werden.
Bibliotheken orientieren sich bei der Auswahl von Medien in der Regel an festgelegten Kriterien, etwa:
Relevanz für die Zielgruppen der Bibliothek
Qualität und Einordnung des Inhalts
Aktualität und Nachfrage
Ausgewogenheit des Bestands
Einordnung in das Sammlungskonzept der Bibliothek
In manchen Fällen kommen auch zusätzliche Aspekte hinzu, etwa wenn ein Titel aus einem extremistischen Umfeld stammt, gezielt Desinformation verbreitet oder ausschließlich propagandistische Zwecke verfolgt.
Dann kann eine Bibliothek entscheiden, den Titel nicht anzuschaffen. Wichtig ist dabei eine transparente und sachliche Kommunikation.
Praxisbox
Viele Mitarbeitende empfinden es als unangenehm, Buchwünsche abzulehnen. Im Team abgestimmte neutrale Formulierungen können helfen.
Beispiel „Wir orientieren uns bei der Medienauswahl an unserem Bestandskonzept und an der Nachfrage unserer Nutzerinnen und Nutzer. Nach sorgfältiger Prüfung haben wir uns entschieden, den vorgeschlagenen Titel nicht anzuschaffen.“
Wichtig ist, dass solche Entscheidungen nicht spontan getroffen werden, sondern auf klaren und im Team abgestimmten Kriterien beruhen.
Umstrittene Werke im Bestand
Nicht immer geht es um eine Neuanschaffung. Manche kontroversen Titel befinden sich bereits im Bestand oder werden bewusst aufgenommen, um gesellschaftliche Entwicklungen dokumentieren zu können.
Bibliotheken verfolgen hier häufig ein Prinzip: Sammeln und einordnen.
Das bedeutet, dass problematische Inhalte nicht unkommentiert präsentiert werden, sondern in einen Kontext gestellt werden können. Beispiele dafür sind:
Ergänzende Literatur mit kritischer Perspektive
Thematische Medienausstellungen
Veranstaltungen oder Diskussionsformate
Hinweise auf weiterführende Informationen
Gerade bei extremistischen oder rechtspopulistischen Publikationen stellt sich oft die Frage, ob sie Teil des Bestandes sein sollten. Manche Bibliotheken entscheiden sich dafür, solche Titel aufzunehmen, wenn sie für Forschung, politische Bildung oder gesellschaftliche Debatten relevant sind. Andere verzichten bewusst darauf.
Entscheidend ist, dass diese Entscheidungen reflektiert getroffen werden und mit dem bibliothekarischen Auftrag vereinbar sind.
Vorbereitung hilft im Konfliktfall
Kontroversen entstehen häufig nicht erst bei der Anschaffung eines Mediums, sondern im Gespräch mit Nutzerinnen und Nutzern oder in öffentlichen Debatten.
Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein. Hilfreich sind zum Beispiel:
Ein schriftlich festgelegtes Bestandskonzept
Klare Zuständigkeiten für schwierige Entscheidungen
Schulungen oder Leitfäden für den Umgang mit Konfliktsituationen
Auch eine gute Krisenkommunikation kann helfen, schwierige Situationen zu bewältigen. Sie sorgt dafür, dass Bibliotheken auch unter Druck sachlich und transparent reagieren können.
Weiterführende Links
Die folgenden Materialien bieten vertiefende Informationen und praktische Unterstützung:
Triggerwarnung – Können Bücher wirklich gefährlich werden?: In diesem ARD-Podcast wird das Für und Wider von Triggerwarnung in Büchern diskutiert. Er geht dabei auch der Frage nach, ob die Freiheit der Kunst dadurch in Gefahr ist.
verdi: Handreichung: Wenn Bibliotheken zur Zielscheibe werden: Die Publikation informiert über arbeits- und dienstrechtliche Rahmenbedingungen, gibt Hinweise zum Umgang mit Drohungen, Beleidigungen und Vandalismus und stellt Unterstützungsangebote sowie präventive Handlungsmöglichkeiten vor.
Willkommen zu unserem #DesignDienstag. In dieser Reihe schaut unsere Innenarchitektin Anja Thimm genauer hin und nimmt Gestaltung in Bibliotheken ganz praktisch in den Blick. Diesmal geht es um Kinderbibliotheken. Gut gestaltet, sind es Erfahrungsräume, in denen Neugier, Selbstständigkeit und Lesefreude wachsen.
Kindgerechte Möblierung als Grundlage
Die Möblierung prägt, wie der Raum genutzt wird. Niedrige, robuste und kindgerechte Möbel sind dabei zentral. Unterschiedliche Sitzhöhen, weiche Elemente wie Kissen oder Podeste und kleine Rückzugsorte schaffen Vielfalt. Breite Sitzflächen oder Sofas ermöglichen gemeinsames Lesen von Kindern und Erwachsenen. Tische und Sitzgruppen laden zum Spielen ein.
Wichtig ist, dass Möbel nicht nur funktional sind, sondern zum Entdecken anregen. Gleichzeitig braucht es Flexibilität. Mobile Regale oder Büchertröge auf Rollen ermöglichen es, Flächen schnell umzunutzen – etwa für Gruppen oder Veranstaltungen direkt im Kinderbereich.
Erreichbarkeit und Präsentation von Medien
Kinder müssen Medien selbstständig erreichen können. Niedrige Regale (ca. 80–120 cm, je nach Altersgruppe) unterstützen das und verbessern gleichzeitig die Sichtachsen im Raum. Das erleichtert Orientierung und auch die Aufsicht.
Eine frontale Präsentation auf Augenhöhe erhöht die Aufmerksamkeit. Besonders Bilderbücher sollten in Trögen präsentiert werden, sodass Kinder sie selbst durchsehen können. Gerade bei jüngere Kindern erfolgt die Auswahl über das Cover, nicht über den Titel.
Lage im Gebäude
Die Position der Kinderbibliothek beeinflusst ihre Nutzung. Ein gut sichtbarer Bereich im Eingangs- oder Erdgeschoss wirkt einladend und senkt Hemmschwellen.
Gleichzeitig braucht es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Zugänglichkeit und Sicherheit. Die Nähe zu Ausgängen oder Treppen kann für kleinere Kinder problematisch sein. Auch Nutzungskonflikte sollten bedacht werden: Ein ausreichender Abstand zu ruhigen Arbeitsbereichen ist sinnvoll.
Praktisch ist die Nähe zu Sanitärbereichen, idealerweise mit kindgerechter Ausstattung. Ergänzend können ruhige Rückzugsorte für Familien entstehen, etwa Sitzmöglichkeiten zum Stillen.
Akustik mitdenken
Geräusche gehören zum Kinderbereich dazu. Ohne akustische Maßnahmen kann es schnell unangenehm werden. Harte Oberflächen verstärken den Lärm und können schnell zu einer belastenden Geräuschkulisse führen.
Weiche Materialien dämpfen Geräusche. Sitzpodeste sollten zum Beispiel mit Teppichböden bezogen sein und möglichst nicht von innen hohl. Insgesamt helfen akustisch wirksame Materialien wie Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel oder spezielle Wandpaneele den Schall zu dämpfen. Eine gute Geräuschkulisse trägt wesentlich zur Aufenthaltsqualität bei – für Kinder, Begleitpersonen und Mitarbeitende.
Gestaltung gibt Orientierung und Identität
Gestaltung gibt dem Raum Identität und unterstützt die Orientierung. Farben, grafische Elemente oder thematische Zonen können dabei helfen. Wichtig ist, dass diese Elemente klar eingesetzt werden und nicht überladen wirken.
Wiederkehrende Farbcodes können Medienbereiche oder Altersgruppen kennzeichnen. Entscheidend ist, dass Gestaltung und Orientierung zusammen gedacht werden – nicht als Dekoration, sondern als funktionaler Bestandteil des Raums.
Fazit: Funktion trifft Atmosphäre
Eine gut gestaltete Kinderbibliothek verbindet Funktionalität mit Atmosphäre. Sie ermöglicht eigenständige Nutzung, bietet Orientierung und lässt gleichzeitig Raum für Entdeckung. Wenn diese Aspekte zusammenspielen, entsteht ein Ort, der Kinder ernst nimmt und zum Verweilen einlädt.
Beispiele aus NRW
Zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass es viele gute Lösungen gibt. Hier ein paar Beispiele:
Duisburg
Im Stadtfenster in Duisburg besteht die Kinderbibliothek aus verschiedenen Häusern, die nach Altersklassen gestaffelt und dementsprechend gestaltet sind.
Düren
In Düren gibt es für Kinder viele verschiedene Spielelemente zu entdecken. Einige sind schon älter – andere hochmodern, wie die interaktive, digitale Spielfläche. Durch Vorhänge kann ein Veranstaltungsbereich abgetrennt werden und auch ein großer Tisch für kreative Angebote steht zur Verfügung.
Essen-Huttrop
In der Stadtteilbibliothek in Essen-Huttrop tauchen Kinder in ihre eigene Welt ein. Im Bilderbuchrondell können sie Medien in Ruhe lesen und entdecken. Speziell gestaltete Aufenthaltsbereiche bieten auch älteren Kindern Rückzugsmöglichkeiten.
Gütersloh
In der Liz-Mohn-Kinderbibliothek in Gütersloh können die Kinder im Bilderbuchpool in Geschichten aus den um den Pool herum präsentierten Bilderbüchern abtauchen, oder sich im Außenbereich in verschiedenen Sitzmöglichkeiten zurückziehen. Das Thema Natur und Baum ist in der Gestaltung raumprägend, sodass die offene Galerie im Obergeschoss aus mehreren Waben besteht, die Vogelnestern ähneln.
Hürth
In der Stadtbücherei Hürth liegen die meisten Aufenthaltsbereiche entlang der Außenwände. Ein Bauwagen zum Lesen und Spielen bildet als zentrales Element die Ausnahme. Die Bilderbuchtröge im Raum sind mobil und lassen sich für Veranstaltungen flexibel verschieben.
Kamp-Lintfort
In der Mediathek Kamp-Lintfort können die Kinder ein richtiges Klettergerüst erklimmen und dessen Netz zum Chillen oder Lesen nutzen. In den niedrig gehaltenen Regalen wird mit Schrägböden auf Augenhöhe der Kinder auf viel Frontalpräsentation geachtet. Auch in Bilderbuchtrögen, sie teilweise in Sitzmöbel integriert wurden, können sie Kinder nach spannenden Buchcovern stöbern.
Mönchengladbach
In der Stadtbibliothek Mönchengladbach gibt es im Kinderbereich viel Platz für Bewegung: Auf einer Fläche mit Turnmatten und an einer Kletterwand können sich Kinder aktiv austoben.
Velbert
Die Kinderbibliothek der Stadtbücherei Velbert ist nicht nur kindgerecht gestaltet, sie erzählt auch eine Geschichte: die der beiden Bibliotheksmaskottchen Polli und Olli. Der Raum greift dieses Motiv konsequent auf. Neben der von einer Grafikerin gestalteten Wandgestaltung findet sich ein von der Decke hängender „fliegender Koffer“, in dem Polli und Olli sitzen, sowie ein Vier-Jahreszeiten-Baum.
Für ältere Kinder schließt sich mit dem „Drachenwald“ ein eigener Bereich an. Dort ist unter anderem eine große, organisch geformte Sitzlandschaft in ein Podest integriert, die zum Verweilen und Zurückziehen einlädt.
Autorin
Anja Thimm studierte Innenarchitektur an der Hochschule Trier. Nach ihrem Abschluss und einem Ausflug in die Welt der Büroplanung gehört sie seit 2016 zum Team der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und berät Bibliotheken zu den Themen Bau und Einrichtung. Ebenfalls seit 2016 ist sie Mitglied der Facharbeitsgruppe Bau und Einrichtung der Fachstellenkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland.
Die neue Ausgabe ist da – und kommt im frischen Design daher. Aber auch inhaltlich gibt es Neues zu entdecken. Ab sofort fgibt es in jedem Heft eine Infografik mit spannenden Fakten zum Schwerpunktthema. Neu ist auch der „Hausbesuch“, bei dem wir Bibliotheken aus ganz NRW kurz vorstellen.
Im Fokus dieser Ausgabe steht das Thema „Führung“. Dafür haben wir u. a. mit Anna Jörissen und Anna Reehuis gesprochen, die die Stadtbibliothek Ahaus gemeinsam leiten. Außerdem geben Claudia Jostwerner (Senne Bücherei Hövelhof) und Jochen Johannsen (RWTH Aachen Universitätsbibliothek) Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Und: Wir schauen uns verschiedene Führungsansätze genauer an – von agil (mit Sven Strobel, TIB Hannover) bis partizipativ (mit Anja Flicker, Stadtbibliothek Köln).
Schreiben Sie uns gerne, wie Ihnen das Heft gefällt: prolibris@bibliotheken-nrw.de
Wann sind Bibliotheken „Orte gelebter Demokratie“? Können oder sollten sich Bibliotheken als politische und demokratische Bildungsorte positionieren? Welche Grenzen haben entsprechende Konzepte, mit welchen Herausforderungen ist zu rechnen und welche Lösungen gibt es?
Der Vortrag bietet einen Überblick über aktuelle Phänomene und Debatten, die in einem anschließenden Erfahrungsaustausch konkretisiert werden sollen. Referentin ist Dr. Helle Becker, Geschäftsführerin von Transfer für Bildung e.V. und Leiterin von Expertise & Kommunikation für Bildung – zwei Organisationen, die auf angewandte Forschung und deren Nutzbarmachung für die Praxis der politischen, kulturellen und internationalen Bildung spezialisiert sind.
Das Seminar führt Sie in vier Schritten durch den „Gartenzyklus“ der Netzwerkarbeit:
1. Das Saatgut pflanzen Ideen identifizieren und die Bibliothek als wichtigen Partner für innovative Projekte positionieren.
2. Die Setzlinge pflegen Rückhalt im eigenen Team sichern und Rollen mit Kooperationspartnern klar klären, damit niemand allein im Garten steht.
3. Die Ernte einfahren Projekte dokumentieren, Ergebnisse sichtbar machen und Erfolge gemeinsam feiern. So werden Partner zu Fürsprecherinnen und Fürsprechern Ihrer Bibliothek.
4. Den Garten ruhen lassen Bilanz ziehen, Erfahrungen auswerten und die nächsten Schritte langfristig planen.
Interesse daran haben, Ihre bisherige Kooperationspraxis unter die Lupe zu nehmen
und Ideen für neue Kooperationen entwickeln wollen,
dann sollten Sie an einem unserer eintägigen Präsenzseminare zur „beziehungsorientierten Bibliothek“ teilnehmen, die wir 2026 anbieten.
Die Fortbildung richtet sich an Bibliotheken aus NRW und ist für diese kostenfrei. Geleitet wird es von Egbert van Wyngaarden.
Egbert van Wyngaarden ist Professor für Film und arbeitet seit vielen Jahren als Berater, Coach und Mediator mit Schwerpunkt auf Teamzusammenarbeit und Dialog in Organisationen. Für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken konzipiert und leitet er Kurse zu Kommunikation, Storytelling und publikumswirksamer Vermittlung – von Präsentationen über Workshop-Formate bis hin zu digitalen Angeboten.
Sie wollen mit ihrem Bibliotheksteam an der Fortbildung teilnehmen? Dann können Sie sich über diesen Link bis zum 17.04.2026 für die Teilnahme bewerben: https://webspace-brd.nrw/index.php/266753?lang=de
Kontakt
Sie haben noch Fragen? Bitte wenden Sie sich an:
Eva Göring E-Mail: eva.goering(at)brd.nrw.de Tel.: 0211 475 5762
Christina Kromer E-Mail: christina.kromer(at)brd.nrw.de Tel.: 0211 475 3508
Willkommen zu unserem #DesignDienstag. In dieser Reihe schaut unsere Innenarchitektin Anja Thimm genauer hin und nimmt Gestaltung in Bibliotheken ganz praktisch in den Blick. Diesmal geht es um das Leitsystem. Oft wirkt es unscheinbar, fast selbstverständlich – dabei entscheidet es maßgeblich darüber, ob sich Menschen sicher bewegen, schnell zurechtfinden und sich gerne im Raum aufhalten.
Wenn man durch eine Bibliothek geht, merkt man ziemlich schnell: Funktioniert die Orientierung – oder eben nicht. Man läuft ein paar Schritte, zögert kurz, schaut sich um. Genau an diesen Momenten zeigt sich, wie gut ein Leitsystem wirklich ist.
Im Kern geht es dabei immer um drei Dinge: Orientierung, Sicherheit und Aufenthaltsqualität. Ein gutes Leitsystem hilft Nutzerinnen und Nutzern, sich selbstständig zurechtzufinden. Es reduziert Nachfragen an der Theke und sorgt ganz nebenbei dafür, dass sich die Bibliothek klar, offen und einladend anfühlt.
Damit das gelingt, müssen mehrere Ebenen zusammenspielen: Raum, Gestaltung und Barrierefreiheit.
Vom Stadtraum bis zum Regal
Ein Leitsystem beginnt nicht erst im Gebäude, sondern schon davor. Bereits im Stadtraum auf dem Weg zur Bibliothek kann gezielt durch Beschilderung auf den Standort hingewiesen werden.
Vor dem Gebäude setzt sich das fort: Klare Wegführung zum Eingang, gut sichtbare Hinweise und der Name der Bibliothek deutlich platziert an der Fassade oder den Glastüren. Der Zugang sollte gut beleuchtet und möglichst barrierefrei sein. Wege brauchen eine klare Struktur, Treppen werden idealerweise durch Rampen oder Aufzüge ergänzt.
Im Eingangsbereich braucht es einen zentralen Übersichtsplan. Dieser kann an Wandflächen oder Säulen in der Nähe des Thekenbereichs angebracht sein. Neben einem visuellen Plan kann auch ein taktiler Plan sinnvoll sein, der von Menschen mit Seheinschränkung genutzt werden kann.
Ein solcher Plan zeigt alle Etagen und unterstützt die erste Orientierung. Darauf abgebildet sind die verschiedenen Bereiche der Medienaufstellung, etwa Kinderbereich, Jugendbibliothek, Sachliteratur und Belletristik. Ebenso wichtig ist, dass Aufenthaltsbereiche wie ein Lesecafé, Arbeitsplätze, Servicebereiche wie Infotheken und Verbuchungsterminals, Sanitärbereiche und Veranstaltungsräume klar erkennbar und eindeutig benannt sind.
Neben der Beschilderung spielt auch die Architektur eine Rolle. Klare Sichtachsen und eine nachvollziehbare Wegeführung ermöglichen eine passive Orientierung im Raum. Wenn das Raumkonzept gut durchdacht ist, kann sich der Bedarf an zusätzlicher Beschilderung deutlich reduzieren.
Am Regal selbst ist das Leitsystem vor allem auf den Stirnseiten verortet. Dort wird angezeigt, welche Medien sich in dem jeweiligen Bereich befinden. Klarschrift, gut lesbare Signaturen und – wo sinnvoll – Piktogramme unterstützen die Orientierung zwischen den Regalen. Entscheidend ist dabei die Struktur der Beschriftung: von der groben Einteilung hin zu immer feineren Untergruppen.
Farbe gezielt einsetzen
Farbe ist ein wirksames Mittel im Leitsystem – kann aber schnell zu dominant werden. Deshalb gilt: lieber gezielt einsetzen als zu viel davon.
Farben eignen sich besonders, um Bereiche zu kennzeichnen. Eine Leitfarbe pro Medienbereich – etwa Kinderbibliothek, Sachliteratur, Belletristik oder Jugend – schafft Wiedererkennung. Diese Farbigkeit kann sich durch das gesamte Leitsystem ziehen: auf Regalschildern, in der Medienkennzeichnung, auf Übersichtsplänen und auch im Mobiliar. Auch Elemente wie Wände oder Säulen können bewusst einbezogen werden.
Wichtig für die Lesbarkeit sind starke Hell-Dunkel-Kontraste, zum Beispiel dunkle Schrift auf hellem Hintergrund. Solche Kontraste unterstützen nicht nur Menschen mit Seheinschränkungen, sondern verbessern auch die Lesbarkeit aus der Distanz.
Grundsätzlich gilt: so viel Farbe wie nötig, so wenig wie möglich. Farbe sollte immer der Orientierung dienen – nicht der Dekoration.
Für alle mitgedacht
Barrierefreiheit ist in öffentlichen Bibliotheken kein Zusatz, sondern eine Grundvoraussetzung. Gerade im Leitsystem lässt sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln viel erreichen.
Leichte Sprache und klare Symbole unterstützen Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Sprachbarrieren. Kurze, verständliche Begriffe ohne Fachsprache sorgen dafür, dass Inhalte für möglichst viele zugänglich sind. Deshalb ist Klarschrift oft sinnvoller als eine reine bibliothekssystematische Terminologie.
Auch die Typografie spielt eine wichtige Rolle: ausreichend große Schrift, gut lesbare serifenlose Schriften und klare Zeilenabstände erleichtern das Lesen.
Ergänzend können taktil erfassbare Elemente eingesetzt werden, etwa tastbare Pläne oder Brailleschrift an wichtigen Türen. Wo möglich, können auch akustische Hinweise den Zugang erweitern. Entscheidend ist, dass diese Elemente nicht isoliert stehen, sondern Teil eines durchgängigen Gesamtsystems sind.
Und zum Schluss: Ausprobieren
Ein hilfreicher Schritt ist es, die eigenen Räume mit „fremden Augen“ zu betrachten oder Testpersonen einzubeziehen. Besonders wertvoll ist es, wenn auch Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen typische Wege ausprobieren.
Dabei lohnt es sich, genau hinzuschauen: Wo wird gezögert, gefragt oder umgedreht? Diese Stellen zeigen, wo das Leitsystem noch nachgeschärft werden kann.
Und: Ein Leitsystem ist nie endgültig. Nutzungsgewohnheiten, Zielgruppen und Raumangebote verändern sich im Laufe der Zeit. Entsprechend sollte auch das Leitsystem regelmäßig überprüft und angepasst werden.
Beispiele aus NRW
Zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass es viele gute Lösungen gibt. Hier ein paar Beispiele:
Essen-Huttrop
In der Stadtteilbibliothek Essen-Huttrop sind einige Bereiche durch Leuchtbuchstaben gekennzeichnet.
Hamm
Das Leitsystem der Zentralbibliothek in Hamm beginnt bereits vor dem Gebäude: An den Glastüren sind der Name der Bibliothek sowie deren Öffnungszeiten und die der ebenfalls im Gebäude befindlichen VHS angebracht. In der Bibliothek finden Nutzerinnen und Nutzer dank der großformatigen Beschriftung schnell zur Ausleihe und Rückgabe. Auf jeder Etage befindet sich zudem in der Nähe von Treppe oder Aufzug ein Übersichtsplan des jeweiligen Geschosses.
Kamp-Lintfort
In der Mediothek Kamp-Lintfort ist die Regalbeschriftung im einheitlichen Schriftstil des Corporate Designs gestaltet. Sogar die Beleuchtung fügt sich dabei stimmig in das Leitsystem ein.
Langenfeld
Mit den Beschriftungsschildern im Tafeldesign ist das Leitsystem in der Stadtbibliothek Langenfeld sehr flexibel.
Mönchengladbach
In der Zentralbibliothek in Mönchengladbach findet sich das Leitsystem sowohl an den Stirnseiten der Regale als auch für die Orientierung auf den Regalen positioniert wieder. In der Kinderbibliothek unterstützt die Wandgestaltung die klare Zuordnung dieses Bereiches bereits aus der Entfernung.
Oberhausen-Sterkrade
In der Stadtteilbibliothek Oberhausen-Sterkrade wurde beim Leitsystem viel Wert auf die Barrierefreiheit gelegt. So führen taktile Leitsysteme zur ersten Anlaufstelle, der Theke. Hier befindet sich auch ein taktiler Übersichtsplan. Die Behinderten-Toilette ist durch ein großformatiges Piktogramm einfach zu finden.
Ochtrup
In der Bücherei St. Lamberti in Ochtrup werden auch raumbildende Elemente wie Wände und Säulen für die Beschriftung mit dem Leitsystem genutzt.
Autorin
Anja Thimm studierte Innenarchitektur an der Hochschule Trier. Nach ihrem Abschluss und einem Ausflug in die Welt der Büroplanung gehört sie seit 2016 zum Team der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und berät Bibliotheken zu den Themen Bau und Einrichtung. Ebenfalls seit 2016 ist sie Mitglied der Facharbeitsgruppe Bau und Einrichtung der Fachstellenkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland.