Das Land NRW stellt auch für das Jahr 2026 Fördergelder für Teamfortbildungen (Inhouse-Schulungen) sowie Schulungen zu Fachthemen (Regionalschulungen) bereit. Die Inhouse-Schulungen richten sich an ganze Teams. Die antragsstellende Bibliothek kann diese in Kooperation mit maximal zwei weiteren Bibliotheksteams durchführen, wenn das Team aus weniger als 10 Personen (Mindesteilnehmerzahl) besteht. Regionalschulungen ermöglichen eine Fortbildung zu einem Fachthema aus mindestens vier Bibliotheken. Mindestteilnehmerzahl sind hier ebenfalls 10 Personen.
Das Thema können antragsstellende Bibliotheken bei beiden Fortbildungsarten frei wählen – es muss aber einen bibliotheksfachlichen Bezug haben. Fortbildungen gab es zum Beispiel zu Social-Media-Strategien, Nachhaltigkeit, Entwicklung eines Leitbilds, Strategieentwicklung, Demokratieförderung in Öffentlichen Bibliotheken oder Teamentwicklung.
Die Schulungen können in Präsenz oder Online stattfinden.
Gefördert werden ein- und zweitägige Fortbildungen mit einer finanziellen Bezuschussung von maximal 80%. Die antragsstellende Bibliothek übernimmt die Bereitstellung von Raum und Technik sowie die Verpflegung vor Ort. Schulungen, an denen Nicht-Bibliotheksangehörige teilnehmen, sind nicht zuschussfähig. Die Inhouse- und Regionalschulungen sind eine Kooperation der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und dem ZBIW der TH Köln. Die Bewerbungsfrist für neue Anträge ist der 30. September 2025.
Die Anträge müssen entweder postalisch oder als Fax eingehen. Bei Fragen oder Anregungen können Sie sich gerne an Sarah Potzkei-Sparla (Sarah.Potzkei-Sparla@brd.nrw.de/Tel. 0211 / 475-3667) oder Silke Keßler (Silke.Kessler@brd.nrw.de/Tel. 0211/475-4839 wenden. Alle Vordrucke für Anträge sowie weitere Hinweise zur Antragstellung unter: https://www.brd.nrw.de/themen/schule-bildung/oeffentliche-bibliotheken/personalqualifizierung
Der Arbeitskreis für Jugendliteratur (AKJ) lädt vom 6. bis 8. November 2026 nach Remscheid ein: Gemeinsam mit der Akademie der Kulturellen Bildung des Bundes und des Landes NRW richtet er das Wochenendseminar „Literatur braucht Raum! Neue Impulse für die Vermittlung“ aus. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie durch innovative Ansätze eine lebendige Lesekultur für junge Menschen geschaffen und erlebbar gemacht werden kann. Das Programm soll Forschungsergebnisse, Modellprojekte und Praxiserfahrungen gleichermaßen verbinden. Beiträge können im Rahmen eines Call for Papers noch bis zum 20. Oktober 2025 eingereicht werden.
Der Bundesverband der deutschen Bibliotheksfreundeskreise e.V. lobt erneut den Titel „Freundeskreis des Jahres“ aus. Mit dem Hauptpreis, dotiert mit 2.000 Euro, wird die besondere Gesamtleistung eines Vereins in allen Tätigkeitsbereichen gewürdigt. Zusätzlich werden zwei Sonderpreise in Höhe von jeweils 500 Euro vergeben: einer für herausragende Projekte zur Lese- und Sprachförderung und einer für erfolgreiche Initiativen zur Mitgliedergewinnung oder Einbindung Ehrenamtlicher. Bewerbungen können bis zum 1. Oktober 2025 eingereicht werden.
ABI Technik schreibt zum dritten Mal den ABI Technik-Preis für nachhaltigen Archiv- und Bibliotheksbau aus. Nachhaltigkeit im Sinne des ABI Technik-Preises umfasst sowohl die Einfügung in die Stadt, die Gestaltung des Freiraums, das bauliche Konzept als auch den Bau als solchen (Energiebilanz, Materialeinsatz u. a.).
Die Anforderungen an Archiv- und Bibliotheksgebäude sowie die dazugehörige Technik und das Facility Management wandeln sich laufend. Die Herausgeberinnen und Herausgeber von ABI Technik und der Verlag de Gruyter wollen vorbildlich gestaltete Bauten mit nachhaltiger Architektur und Gebäudetechnik sowie interessantem und innovativem Innen-Design mit dem ABI Technik-Preis noch mehr Sichtbarkeit verschaffen.
Der ABI Technik-Preis honoriert die Flexibilität und Optimierungsfähigkeit von Archiv- und Bibliotheksgebäuden hinsichtlich veränderter Nutzungsszenarien sowie die Bereitschaft und Anstrengung von Einrichtungen, Architekt:innen sowie Bauträgern, Gebäude unter Nutzungsgesichtspunkten zu optimieren, Best-Practice-Beispiele zu teilen und aus Fehlern zu lernen.
Das Dieter-Baacke-Handbuch 20 präsentiert Ideen und Projekte, die aufzeigen, wie Kinder und Jugendliche mit medienpädagogischen Methoden für den Einsatz für Demokratie und Menschenrechte zu gewinnen sind, wie sie lernen, Desinformation zu durchschauen, Medien und mediale Darstellungen kritisch zu reflektieren und eine eigene mediale Stimme zu entwickeln und zu erheben. Die Beiträge bieten vielfältige Ansätze, junge Menschen dabei zu unterstützen, sich in der digital geprägten Gesellschaft einzubringen, mitzudebattieren und sich medienaktiv für Menschenrechte und Demokratie zu engagieren. Ob in Kita, Jugendzentrum oder im Rahmen von kultureller und politischer Medienbildung: Kreative und innovative Methoden, crossmediale und postdigitale Ansätze, auch das kleine, feine medienpädagogische Projekt – all dies wird in diesem Band vorgestellt. Außerdem enthalten ist das Positionspapier der GMK zur politischen Medienbildung, das die zentrale Rolle der Medienpädagogik bei der Stärkung demokratischer Strukturen und der Förderung einer mündigen Teilhabe an gesellschaftlichen Diskursen unterstreicht.
Wie wird Künstliche Intelligenz aktuell in deutschsprachigen Bibliotheken genutzt? Welche Kompetenzen bringen Mitarbeitende mit, und wo besteht Unterstützungsbedarf?
Diesen Fragen möchte das Fachreferat Informatik der Universitätsbibliothek Duisburg-Essen in einer aktuellen Studie nachgehen. Ziel ist es, Einstellungen, Erfahrungen und den Bedarf von Bibliotheksmitarbeitenden im Umgang mit KI im beruflichen Kontext zu erfassen. Die Ergebnisse sollen helfen, passgenaue Unterstützungsangebote zu entwickeln und Perspektiven für die zukünftige Bibliotheksarbeit aufzuzeigen.
Die Teilnahme ist noch bis Ende September möglich.
Am 24.09.2025 gibt Dorle Voigt, Medienpädagogin der Stadtbücherei Frankenthal und Mitglied im „Netzwerk Bibliothek Medienbildung“, in einem Online-Seminar Einblicke, wie Bibliotheken Grundschulkinder im kritischen Umgang mit Fake News unterstützen können. Sie präsentiert praxisorientierte Inhalte, Materialien und Methoden zur Vermittlung von Kompetenzen im Erkennen und Einordnen von Desinformation und zeigt, wie sich diese Bausteine kreativ in ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm für Kinder integrieren lassen.
Bundesweit sind Millionen Menschen von Einsamkeit betroffen, unabhängig vom Alter. 2023 wurde die erste „Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit veröffentlicht“, die konkrete Ziele und Maßnahmen enthält, um Einsamkeit zu reduzieren. Bibliotheken können als niedrigschwellige Orte der Begegnung einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und Isolation zu durchbrechen.
Mit dem Landesprojekt „Bühne frei für Mensch und KI – Bibliothek als Kultur- und Informationszentrum“ hat die Stadtbibliothek Hennef einen großen Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Neue Technik, gezielte Fortbildungen und kreative Workshopformate stärken nicht nur die digitale Kompetenz des Teams, sondern auch die Rolle der Bibliothek als Ort der Begegnung, Bildung und kulturellen Teilhabe.Der folgende Bericht gibt einen Überblick über die Projektziele, den Ablauf, Herausforderungen und Erfolge – und zeigt, wie Bibliotheken auch in Zeiten von Künstlicher Intelligenz gesellschaftlich relevant bleiben.Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.
Im Lesecafé wurde eine Bühne mit Vorhang, Scheinwerfern und Lautsprechern installiert. Vortragende profitieren nun von einer professionellen Tonanlage – ideal auch für musikalische Beiträge. Die Veranstaltungstechnik wurde in enger Abstimmung mit dem städtischen Techniker angeschafft. Außerdem gibt es nun einen Synthesizer, der individuell mit Kopfhörern als auch im Rahmen von Veranstaltungen genutzt werden kann.
Stärkung der Informationskompetenz
Das gesamte Bibliotheksteam erhielt eine Schulung zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Darüber hinaus bildete sich die Leitung zusätzlich fort und führte im Anschluss vier eigene Schulungen zu Künstlicher Intelligenz und Fake News durch. Die Stadtbibliothek wird seither stärker als Anlaufstelle für Informationskompetenz wahrgenommen.
Workshops für Jugendliche – gute Vorbereitung, geringe Teilnahme
Ein besonderer Fokus lag auf Angeboten für Jugendliche. Das Team wurde gezielt geschult, um entsprechende Workshops professionell vorzubereiten. Leider meldeten sich zu wenige Jugendliche an, sodass dieser Projektteil nicht die erhoffte Resonanz fand.
Kreatives Arbeiten im Team
Ein Workshop in Kooperation mit dem KKTheater Köln half dem Team, sich selbst neu zu entdecken: In gemeinsamer kreativer Arbeit wurden persönliche „Schätze“ gehoben und individuelle Stärken sichtbar gemacht. Das stärkte das Teamgefühl und schärfte den Blick für die eigene Rolle im digitalen Wandel.
Projektverlauf
Nach Projektgenehmigung Mitte des Jahres begann die Suche nach geeigneten Workshopangeboten.
Workshops & Veranstaltungen
29. August: Tobias Albers-Heinemann führte einen halbtägigen Workshop zur Künstlichen Intelligenz durch. Trotz der kurzen Zeit wurden zentrale Inhalte anschaulich vermittelt. Über die Plattform Erwachsenenbildung.digital konnte das Team anschließend weiterarbeiten.
18. & 19. September: Dr. Ruth zum Kley vom KKTheater besuchte die Bibliothek für jeweils vier Stunden. Gemeinsam mit dem Team entwickelte sie vier Workshopmodule, um Jugendlichen den Weg auf die Bühne mit eigenen Texten zu ermöglichen. Das Team schrieb eigene Texte und erprobte deren Präsentation auf der neuen Bühne.
Projektverlängerung & Umsetzung
Der Projektzeitraum wurde bis zum 28. Februar 2025 verlängert. In dieser Zeit lief die Öffentlichkeitsarbeit für:
Jugend-Workshops („Wortkunst“)
KI-Informationsveranstaltungen für Erwachsene
Leider nahmen am ersten „Wortkunst“-Termin nur zwei Jugendliche teil, weshalb die geplante vierteilige Workshop-Reihe nicht wie erhofft umgesetzt werden konnte.
Erfolgreiche KI-Schulungen für Erwachsene
Die KI-Einführungsveranstaltungen für Erwachsene fanden hingegen großen Anklang. Insgesamt gab es vier Termine: 22.01., 29.01., 05.02. und 26.02., mit jeweils 21 bis 28 Teilnehmenden, überwiegend über 60 Jahre alt.
Highlights der Veranstaltungen:
Ein Dash-Roboter begrüßte die Gäste und regte erste Gespräche an („Ist der Roboter intelligent?“).
Die Teilnehmenden schätzten analog ihre eigene KI-Kompetenz ein.
Anschließend arbeiteten sie in Kleingruppen mit neu angeschafften iPads:
Zeichnungen mit Quick, Draw!
Song-Komposition mit KI
Prompting mit ChatGPT
Bildgenerierung mit KI
Ein Deepfake-Video leitete zum Thema Fake News über. Ein Quiz forderte zum Erkennen echter vs. KI-generierter Fotos heraus.
Die Veranstaltungen wurden niedrigschwellig und interaktiv gestaltet – mit analoger Evaluation per Chip in Ampelkisten. Fast alle Chips landeten im grünen Bereich.
Viele Teilnehmende waren überrascht, dass die Veranstaltung direkt in der Bibliothek stattfand – in persönlicher Atmosphäre und nicht im großen Saal der benachbarten Meys Fabrik.
Die Referentin verschickte im Anschluss eine Linkliste mit weiterführenden Materialien. Ein Büchertisch mit Sachliteratur und Romanen zum Thema KI begleitete die Veranstaltung. Viele Gäste waren zum ersten Mal überhaupt in der Stadtbibliothek.
Fazit
Das Projekt hat nicht alle Erwartungen erfüllt – insbesondere die Beteiligung Jugendlicher blieb hinter den Hoffnungen zurück. Dennoch brachte es zahlreiche neue Impulse, sowohl nach innen (Team, Technik, Kompetenzen) als auch nach außen (Wahrnehmung, neue Zielgruppen, Netzwerke).
Die gezielte Einwerbung privater Fördermittel gewinnt für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken zunehmend strategische Bedeutung. Angesichts sich wandelnder Finanzierungslandschaften und wachsender Anforderungen an Flexibilität, Innovation und gesellschaftliche Wirkung eröffnet die Zusammenarbeit mit Stiftungen, Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren für öffentliche Bibliotheken neue Perspektiven. Die neue Veranstaltungsreihe des dbv führt in zentrale Aspekte privater Mittelakquise im Bibliothekskontext ein. Sie vermittelt einen Überblick über unterschiedliche Formen und Instrumente – von Spendenkampagnen über Freundeskreise bis hin zu Kooperationen mit Stiftungen oder Unternehmen. Die Auftaktveranstaltung am 02.09.25 gibt einen grundlegenden Überblick über das Themenfeld der privaten Mittelakquise im Bibliothekskontext.