Alle Artikel in der Kategorie “Hinweise, Tipps, Informationen

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Brauchen wir eine Zeitung zum Streicheln?

Das Zeitungswesen ist auch im digitalen Umbruch. Aber kaum ein Kulturgut wie die Zeitung wird so vielfältig genutzt. Da werden noch Schalenreste vom Kochen eingewickelt, Papierhütchen und -schiffchen gebastelt und mancher hat sich auch mal mit einer Zeitung zugedeckt.

Gerhard Steidl, Kunstbuchverleger aus Göttingen, denkt über die Zukunft der Zeitung im Interview mit der Süddeutschen Zeitung nach. Er beschwört das Haptische an den Printmedien. Bücher wollen gesehen, berührt und gerochen werden. Mit allen Sinnen erfasst werden.

Im Vergleich mit Bildern auf einem Tablet oder in einer Zeitung, verliert die Zeitung. Auf dem Tablet wirken die Bilder strahlender. Sind Zeitungen und Zeitschriften eigentlich für die Ewigkeit gedacht. Nein. Die Archivierung der Zeitungen und Zeitschriften findet heute in digitalen Speichern statt und nicht mehr in Archivkartons.

Welche Form der Zeitung wird überhaupt überleben? Nur die, die auf gutem Papier gedruckt ist mit großformatigen Bildern, ein hochwertiges Printprodukt, dass eine längere Verweildauer beim Leser hat. Den schnellen Massenkonsum übernimmt das Internet. „Digital is made to forget, analogue is made to remember.“

Quelle:

http://www.sueddeutsche.de/medien/2.220/gespraech-ueber-gedrucktes-gier-nach-papier-1.2507978

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Bibliotheken – der Zugang zu Information und Bildung für Flüchtlinge und Asylbewerber

Die Nachfrage nach Angeboten in Bibliotheken für Flüchtlinge und Asylbewerber, hat sich im letzten Jahr vervielfacht. Wenn die Anzahl der Asylerstanträge im 1. Quartal dieses Jahres in NRW als Vergleich herangezogen werden kann, hat sich der Bedarf schlichtweg verdoppelt. Da die Situation sich aktuell sehr verändert, gibt es auch in den Kommunen viele Veränderungen und ortsabhängige Lösungen, die derzeit erprobt werden.

Angebot mit Partnern:
Die Arbeit mit Partnern ist für viele Bibliotheken unerlässlich. Die Ansprache der Flüchtlinge muss direkt vor Ort im persönlichen Gespräch erfolgen. Oftmals sind die Personen der deutschen Schrift noch nicht mächtig oder trauen sich nicht von alleine zu kommen. Es ist also eine direkte Vermittlung der Angebote über Personen nötig. Da viele Bibliotheken es personell nicht stemmen können, direkt mit den einzelnen Flüchtlingen in Kontakt zu treten, sind Partner bei der Vermittlung unerlässlich.
Partner sind: z.B. Wohlfahrtsverbände, Kirchen oder die Flüchtlingsbeauftragen der Stadt. Wenn es um schulpflichtige Kinder/Jugendliche geht, sind die Schulen bzw. die Lehrer direkte Ansprechpartner. Auch Integrationskurse der VHS, Jugendzentren oder andere ehrenamtliche Organisationen in der Stadt könnten Kontaktpersonen sein.

Angebote der Bibliothek:
In der Bibliothek sollte die Qualifizierung der Mitarbeiter dieser Entwicklung angepasst werden. Mitarbeiter sollten Auskunft auf Englisch oder in anderen Fremdsprachen geben können. Die Sensibilität für andere Kulturen muss unter Umständen nochmals geschärft werden.
Oftmals besteht ein akuter Raumbedarf, wo ehrenamtliche Helfer sich mit ihrer Gruppe treffen können. Hier kann die Bibliothek als Aufenthaltsort dienen. Kostenloses WLAN ist hierfür hilfreich.
Ein angemessener Bestand an fremdsprachigen Medien und besonders auch an E-Medien ist nötig. Unter diesen Umständen ist die Vereinfachung des Weges von der Anmeldung in der Bibliothek bis zur Ausleihe noch einmal zu prüfen.

Möglicher Bestandsaufbau:

  • Hörbücher in deutscher Sprache um die Aussprache zu üben
  • Wimmelbilderbücher
  • Ting / TipToi Medien
  • Fremdsprachige /zweisprachige Zeitungen und Zeitschriften
  • Zweisprachige Comics
  • Aktuelle fremdsprachige Medien
  • fremdsprachige Medien über die Herkunftsländer (Aktuelles und Geschichte)
  • Medien in leichter Sprache

Einige Ideen bereits durchgeführter Angebote (ein paar sind vom dbv auf seiner Homepage bereits vorgestellt worden):

  • Medienboxen /-koffer in den Unterkünften (z.B. Stadtbibliothek Bremen)
  • Bibliotheksführungen für Flüchtlinge: zum Beispiel mit ehrenamtlichen Mentoren / Initiativen in der Stadt, die mit ihren Schützlingen zusammen die Bibliothek besuchen (Stadtbibliothek Köln), das Konzept für so eine Führung beschreibt die Stadtbibliothek Erlangen)
  • Lesestart-Sets der Stiftung Lesen an Flüchtlingsheime verteilen (z.B. Stadtbibliothek Köln)
  • Integrationskurse der VHS in der Stadt besuchen die Bibliothek
  • Willkommensspaziergänge von ehrenamtl. Helfern für Flüchtlinge in der Stadt besuchen auch die Bibliothek (Stadtbibliothek Frechen)
  • Bilderbuchkino für Flüchtlingsfamilien (auf deutsch) mit Hilfe von ehrenamtl. Helfern (geplant, Stadtbibliothek Frechen)
  • Zweisprachige Jugendliche aus Jugendzentren führen Bibliotheksführungen mit Jugendlichen aus Auffangklassen in der jeweiligen Muttersprache durch (Stadtbibliothek Minden)
  • Flüchtlinge selber als ehrenamtl. Helfer / Kulturvermittler einbinden (z.B. Asylothek).
  • Vernetzung mit anderen ehrenamtlichen Helfern zum Beispiel über Social Media Kanäle möglich

Ergänzung:

  • Bücherbus besucht Gemeinschaftsunterkunft und verschenkt Bücher, Spiele etc. Zusätzlich gibt es ein Bilderbuchkino, Vorlesen in mehreren Sprachen und eine Bastelaktion (z.B. Stadtbibliothek München)
  • UNICEF-Ausstellung und Dialogabend in der Bibliothek mit Flüchtlingen aus dem Integrationskurs der vhs und Menschen aus div. Organistionen (Stadtbücherei Erkrath)
  • Wöchentlich kostenloses Filmangebot im Vorführraum der Stadtbibliothek München. Es werden unterhaltsame (ältere) Kinofilme gezeigt (geplant ab September 2015) und die Zielgruppe wird speziell eingeladen.
  • PCs inkl. Headset mit Lizenzen für interaktive Sprachlern-Software (Rosetta Stone) in der Stadtbücherei Wermelskirchen
  • Lernpatenschaften von ehrenamtlichen Helfern: In der Stadtbücherei Erkrath werden Lernpaten mit den Materialien zum Deutschlernen vertraut gemacht und mit Tipps ausgestattet.
  • einige Verlage bieten inzwischen kostenlosen Zugang zu Sprachführern z.B. Reise Know-How, Langenscheidt Bibliotheken können auf diese Möglichkeit hinweisen.

Hat ihre Bibliothek Ideen, die Sie ausprobieren oder die sich bereits bewährt haben? Wir würden ihre Ideen gerne vorstellen, um andere Bibliotheken in ähnlicher Situation zu unterstützen.

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„Eigenlogik“ der Bibliotheken beachten

Frau Eva-Christina Edinger erläutert auf ihrem Blog Spaces of Knowledge den Begriff „Eigenlogik“ in Bezug auf Planungen von Bibliotheken:

Für die PlanerInnen und ArchitektInnen von Bibliotheken bedeutet das Vorangehende, dass eine der Planung vorausgehende, umfassende Analyse der Eigenlogik einer Bibliothek unerlässlich ist. Welche Eigenlogik liegt der Bibliothek und ihrer Umgebung zugrunde? Wer ist die Zielgruppe, wie lässt sich diese Zielgruppe charakterisieren, welche Bedarfe und Bedürfnisse macht diese Zielgruppe aus und wie können diese in der Konzeption einer Bibliothek berücksichtigt werden?“

Sie plädiert für ein „human centered urban space“.

Zum Artikel: http://spacesofknowledge.com/2015/06/11/eigenlogik-bibliothek/

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Rangar Yogeshwar: „Die digitale Revolution wird uns fundamental verändern“

Rangar Yogeshwar schreibt in seinem Essay über die digitale Revolution: „Wir erleben den Anfang der digitalen Revolution. Wohin er führt? Schwierig. Selbst Wissenschaftler irren häufig, wenn es um Zukunftsprognosen geht. Das ist ganz menschlich, denn wir betrachten das Neue mit alten Augen und unterschätzen, dass diese Entwicklung uns selbst verändert, unsere Sicht, unsere Haltung und unser Selbstbewusstsein.“

Der Druck der Selbstoptimierung wird durch die Digitalisierung größer. Wir sehen nur noch retuschierte Körper und Gesichter, die uns als normal erscheinen. Die Schönheitschirurgie boomt.

Daneben lösen sich gelernte Rituale, traditionelle Geschäftspraktiken und bekannte Arbeitsabläufe auf, was zu einer gewissen Orientierungslosigkeit führt.

Neben der Ausnutzung der Datentransparenz der einzelnen Internetbenutzer für die Wirtschaft kommt noch das Gesundheitswesen dazu. Über eine App wird der Lebensstil bezüglich Fitness und Ernährung erfasst und damit Krankenkassenbeiträge generiert. Der Druck wächst, sein Leben zu ändern.

Das Zeitalter der Digitalisierung ist vergleichbar mit der Industrialisierung durch Erfindung der Dampfkraft und der Erfindung der Elektrizität. Um uns in der neuen Welt zurechtzufinden benötigen wir neue Kompetenzen, so wie die Erfindung des Buchdrucks das Erlernen von Lesen und Schreiben nach sich zog. Die Sprache des 21. Jahrhunderts ist das Programmieren, damit werden neue Apps und digital gesteuerte Prozesse entwickelt. Wer daran teilnimmt, gestaltet mit und wird nicht von der digitalen Revolution getrieben.

Quelle:

mobil : das Magazin der Deutschen Bahn. 06.2015, S. 32-34

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Digitale Reisetagebücher

Bruchstückhaft setzt sich der Reiseverlauf im digitalen Zeitalter zusammen. Da werden Erlebnisse und Bilder auf Facebook gepostet, Geschichten von der Reise auf Whatsapp erzählt und Fotos auf einer Festplatte begraben.

Mit der App „MobilyTrip“ lässt sich alles zusammenführen. Sie zeichnet über GPS – nicht über Daten-Roaming, was ja vor allem im Ausland wichtig ist – die einzelnen Stationen eines Trips auf und markiert sie auf einer interaktiven Karte. Dazu kann man die einzelnen Wegpunkte mit Beschreibungen, Anekdoten und Bildern oder Videoclips versehen. Was MobilyTrip vergleichbaren Anwendungen voraus hat: Es ist möglich, nachträglich noch Fotos von einer externen Kamera in die Tag-für-Tag-Chronologie einzufügen. Dann nämlich, wenn man seine Reisedokumentation auf MobilyTrip.com als Blog veröffentlicht.

Aber auch die Apps „TripColor“,  „TrackMyTour“ und „Swemos“ bieten dieselben Funktionen. Es muss ja nicht immer die Dokumentation des dreimonatigen Andentrips sein, sondern kann auch eine schön aufbereitete Darstellung des letzten Betriebsausflugs der Bibliothek sein.

Quelle:

http://mobil.deutschebahn.com/leben/der-rote-reisefaden/

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Urlaubszeit – Reisezeit : Praktische Apps fürs Kofferpacken und Reiseplanung

Nicht nur für die Arbeit, sondern auch für die schönste Zeit des Jahres im Urlaub, wenn Smartphone, Computer und Facebook eigentlich ruhen sollten, gibt es praktische Apps. Wer die Hand auch in den Ferien nicht vom Smartphone lassen kann, sollte den digitalen Helfer dann auch für die Urlaubsvorbereitung und Reiseplanung nutzen.

Handy, packe meinen Koffer!
Für viele dürfte Kofferpacken zu den unliebsamsten Aufgaben im Vorfeld einer Reise gehören. “Pack the Bag” nimmt sowohl Chaos-Kandidaten als auch Organisations-Profis bei der Hand und erleichtert die Planung des Reisegepäcks. Mithilfe der iOs-App können Sie Packlisten erstellen und für spätere Reisen speichern, vermerken, was bereits im Koffer gelandet ist und sich rechtzeitig an die Dinge erinnern lassen, die noch fehlen. Ganz ähnlich funktioniert auch “Packing List” für Android.

Mobiler Wegweiser
Auf unbekanntem Terrain verliert man schnell mal die Orientierung. Mit “maps.me” sind Sie im Ausland weder auf einen soliden Internetzugang angewiesen, noch müssen Sie horrende Roaminggebühren fürchten – vorausgesetzt, Sie haben das benötigte Kartenmaterial vorher auf Ihr Smartphone geladen. Dann greift die Wegweiser-App nämlich offline auf die Straßenpläne zurück und zeigt Ihnen auf Wunsch sogar Hotels, Geldautomaten, Tankstellen, Lokale, WLAN-Spots und vieles mehr an.

Der “Google Übersetzer” hat das Vokabular von 90 Sprachen parat und spuckt gewünschte Wörter oder Sätze sowohl in Textform als auch im Audioformat aus. Bei ausgewählten Sprachen hat man dank der Kamerafunktion außerdem die Möglichkeit, Fotos von unverständlichen Straßenschildern, Menükarten oder Anleitungen einzuspeisen und sich das Geschriebene direkt übersetzen zu lassen. In der Theorie zumindest. Insgesamt sollten die Erwartungen an die Übersetzungsfähigkeiten der App nicht zu hoch sein: Bei längeren Sätzen sind die Formulierungen etwas holperig – und grammatikalisch ziemlich grenzwertig …

Darüber hinaus gibt es noch viele Apps zur Reiseroutenplanung. Aber mit diesen praktischen Apps sollte der Start in den Urlaub gelingen.

Quelle:

http://mobil.deutschebahn.com/leben/reise-apps-die-smarten-wegbegleiter/2/

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25. Jubiläum in Steinfurt

Gestern fand die Auftaktveranstaltung zum 25. bestehen der Stadtbücherei Steinfurt ihrem derzeitigen Standort statt. Die Bibliothek befindet sich seit 1990 im historischen Weinhaus am Markt.

Quelle und nähere Infos

http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Steinfurt/Steinfurt/2003449-Stadtbuecherei-Jubilaeum-in-spannender-Zeit

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Bibliotheksarchitektur der Zukunft

Andreas Mittrowann weist auf seinem Blog „Globolibro“ auf ein Interview mit dem Architekturbüro Rice+Lipka hin. Das Büro hat unter anderem das Hamilton Grange Library Teen Center in New York gestaltet – die erste Bibliothek in New York, die Kindern und Jugendlichen ein komplettes Stockwerk widmet. Die Website „Ottawa Citizen“ hat mit Rice ein Gespräch über die anstehende Planung in Ottawa und die Gestaltungsprinzipien für die Bibliotheksarchitektur der Zukunft geführt.

„Er betont darin insbesondere die Bedeutung der Bibliothek als „civic hub“ und unterstreicht, dass es von diesen öffentlichen Begegnungsräumen immer weniger gäbe. Teilweise hätten auf dem nordamerikanischen Kontinent Starbucks oder die Buchhandelskette Barnes and Noble diese Funktionen übernommen. Hinzu komme der nach wie vor große Bedarf nach zusätzlicher unterrichtsbezogener Betreuung, Programmen zur Leseförderung, Angeboten für ältere Menschen und einem Ort für Treffen der Gemeinschaft. Über das klassische medienbezogene Angebot hinaus sieht Rice Raum für die Unterstützung bei der Erforschung des Internets und Gaming.“

Weitere Informationen und Statements direkt im Interview:
http://ottawacitizen.com/news/local-news/q-and-a-shedding-light-on-the-library-of-the-future

Quelle: https://globolibro.wordpress.com/2015/04/13/kanada-interview-mit-dem-architekten-lyn-rice-uber-die-bibliothkarchitektur-der-zukunft/

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webinale 2015: Design, Digitales und Diversity (7. – 11.6.2015)

Die Webinale ist eine Konferenz für www-Macher und Trendsetter in Berlin. Wer sich das Programm anschaut, wird schnell feststellen, dass man hier bei der Wirtschaft und Internet angekommen ist. Auch witzige Beiträge wie „WTF – Bier per Smartphone“ zeigen, der Verkauf geht über das Internet. Meine Firma ist erfolgreich, wenn der Internet-Auftritt stimmt. Sehr interessante Themen auch für Bibliotheken werden dort vorgestellt, besonders „Responsive Webdesign“ ist Schwerpunktthema der Webinale und bezeichnet ein Verfahren,  die eigene Website auf unterschiedlichen mobilen Endgeräten abzubilden. Ein Problem für  Bibliotheken, denn viele Bibliothekshomepages lassen sich kaum auf dem Smartphone lesen geschweigen denn, dass sich Recherchen im Opac auf dem Smartphone vernüftig durchführen lassen.

Quelle:

https://webinale.de/2015/zeitplaner