Seit dem 1. Juli 2025 haben alle Schüler und Schülerinnen in Schweden einen gesetzlichen Anspruch auf den Zugang zu einer Schulbibliothek sowie auf ausreichend qualifizierte Schulbibliothekarinnen. Ab 2026 stellt der Staat dafür jährlich 40 Millionen Euro zur Verfügung. Jede Schule bzw. jeder Schulträger ist verpflichtet, einen Bibliotheksplan zu entwickeln, in dem festgelegt wird, wie die Ziele der Schulbibliothek umgesetzt werden, wie deren Betrieb organisiert ist und welchen Beitrag sie zum Lernen der Schüler*innen leistet.
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Umfrage: E-Learning in Öffentlichen Bibliotheken
Im Rahmen ihrer Masterarbeit an der HAW Hamburg untersucht Jessica Korschewski von der HAW Hamburg das Thema E-Learning in Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland. Ziel der Arbeit ist es, eine Bestandsaufnahme des E-Learning-Angebots in Öffentlichen Bibliotheken zu erstellen und die aktuelle Situation sowie mögliche Entwicklungen zu untersuchen. Dafür braucht sie Ihre Unterstützung:
👉 Teilnehmen können alle Mitarbeitenden Öffentlicher Bibliotheken – unabhängig davon, ob Ihre Bibliothek E-Learning anbietet oder nicht, und egal wie groß sie ist.
👉 Die Umfrage dauert nur ca. 15 Minuten.
Hier geht’s direkt zur Umfrage: https://survey.lamapoll.de/E-Learning-in-oeffentlichen-Bibliotheken
Datenschutz: Die Teilnahme ist freiwillig und anonym. Die Daten werden ausschließlich für meine Masterarbeit genutzt, nicht an Dritte weitergegeben.
Schwedische Bibliotheken unter Druck: Zwischen Bildungsauftrag und sozialen Zusatzaufgaben
Bibliotheken in Skandinavien gelten seit langem als Vorreiter, insbesondere in den Bereichen Kundenorientierung und Informationskompetenz. In Schweden ist beispielsweise jede Kommune gesetzlich verpflichtet, eine kostenlose öffentliche Bibliothek anzubieten. Diese Einrichtungen unterstützen unter anderem Studierende im Fernstudium und beim E-Learning, auch in dünn besiedelten Regionen.
Eine aktuelle Untersuchung der Gewerkschaft DIK mit über 1.800 befragten Bibliotheksangestellten zeigt jedoch, dass ein erheblicher Teil der Arbeitszeit für soziale Dienstleistungen aufgewendet wird. Rund ein Drittel der Befragten schätzt, dass dies mehr als die Hälfte ihrer Tätigkeit ausmacht. Kritisiert wird dabei, dass Bibliotheken zunehmend Aufgaben übernehmen, die eigentlich in den Zuständigkeitsbereich von Behörden fallen, etwa die Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen.
Die Gewerkschaft bewertet diese Entwicklung als problematisch, da sie zu einer Verschiebung der Kernaufgaben der Bibliotheken führen könne.
Mehr Informationen auf dieser Website: https://www.deutschlandfunkkultur.de/gewerkschaft-nennt-lage-schwedischer-bibliotheken-alarmierend-102.html
Fragebögen der DBS für Öffentliche Bibliotheken Berichtsjahr 2025 veröffentlicht
Die Fragebögen für das Berichtsjahr 2025 stehen ab sofort unter folgendem Link zur Verfügung: https://service-wiki.hbz-nrw.de/x/IgAKBQ
Die Änderungen im Überblick:
- Virtuelle Medien:
- Feld 35 (Entleihungen E-Medien (Onleihe)): Hier zählen auch Entleihungen in der Onleihe/Overdrive integrierter Angebote (z.B. LinkedIn Learning).
- Feld 38 (Virtuelle Angebote): Hier werden weiterhin die neben Onleihe und Co. lizensierten virtuellen Angebote gezählt. Angebote, die nicht eigenständig lizensiert sind (siehe oben) zählen hier nicht. Ebenso zählen selbst erstellte Angebote oder der OPAC, Website etc. nicht.
- Personal
- Gebäudebezogene Stellen zählen grundsätzlich nicht mehr mit. Denken Sie bei Stellenplan und der Zahl der beschäftigten Personen daran. In den VZÄ zählten diese Stellen ohnehin nie mit. Damit hier ein Abgleich zwischen Plan und Besetzung in VZÄ möglich ist, werden die gebäudebezogenen Stellen nun generell nicht mehr berücksichtigt.
- Freundeskreis
- Feld 150 wurde neu hinzugefügt: Wird Ihre Bibliothek von einem Freundeskreis oder Förderverein unterstützt? Ein Freundeskreis oder Förderverein einer Bibliothek ist eine Gruppe von Personen, die sich freiwillig und meist ehrenamtlich für die ideelle, praktische und/oder finanzielle Unterstützung einer Bibliothek engagieren. Dies kann ein eingetragener Verein oder ein nicht eingetragener, aber dauerhaft organisierter Zusammenschluss sein.
Die Dateneingabe für das Berichtsjahr 2025 startet wie gewohnt am 01.01.2026.
Eine gesonderte Einladung mit allen weiteren Informationen erhalten Sie wie gewohnt zum Jahresende.
Kindersoftwarepreis Tommi beim Bürgerfest des Bundespräsidenten – Stadtbibliotheken Leverkusen und Düsseldorf mit dabei
Der Deutsche Kindersoftwarepreis TOMMI ist am 12. und 13. September 2025 beim Bürgerfest des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue vertreten. Am Stand des HanseMerkur Preises für Kinderschutz – mit dem der TOMMI 2023 für sein Engagement für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang von Kindern mit digitalen Medien ausgezeichnet wurde – präsentieren die Stadtbibliotheken Leverkusen und Düsseldorf ihre Arbeit mit der TOMMI-Kinderjury. In diesem Jahr wird der Preis bereits zum 24. Mal vergeben. Über die Auszeichnung entscheiden Kinderjurys, die im Herbst in rund 50 Bibliotheken die nominierten Spiele und digitalen Bildungsangebote testen und bewerten.
Mehr Informationen auf der Website des dbv: https://www.bibliotheksverband.de/tommi-deutscher-kindersoftwarepreis
Lesen verbindet – Buchclubs im Trend
Auch wenn Streamingdienste unzählige Filme und Serien bereithalten, entscheiden sich immer mehr Menschen für ein gutes Buch – und für das gemeinsame Gespräch darüber. Die Frankfurter Rundschau berichtet über dieses Phänomen: https://www.fr.de/ratgeber/medien/buchclubs-boomen-lesen-als-gemeinschaftsgefuehl-zr-93898956.html
SIM-Studie 2024: Medienumgang von Personen ab 60 Jahren in Deutschland
Digitale Teilhabe im Alter wächst – Chancen und Herausforderungen auch für Bibliotheken
Die im Mai 2025 veröffentlichte SIM-Studie 2024 (Seniorinnen und Senioren, Information, Medien) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs) in Kooperation mit der Katholischen Hochschule Freiburg zeigt: Immer mehr Menschen ab 60 Jahren sind digital ausgestattet, nutzen das Internet regelmäßig und empfinden digitale Angebote als bereichernd für ihren Alltag. Gleichzeitig werden aber deutliche Grenzen sichtbar – insbesondere bei den digitalen Kompetenzen und im Bereich der digitalen Gesundheitskompetenz. Unterschiede nach Alter, Bildung, Geschlecht und Einkommen verdeutlichen zudem den anhaltenden Unterstützungsbedarf für eine gerechte digitale Teilhabe.
Starker Anstieg im hohen Alter
Der Anteil der Internetnutzerinnen und -nutzer ab 60 Jahren liegt inzwischen bei 87 Prozent – sechs Prozentpunkte mehr als 2021. Besonders markant ist die Entwicklung bei den über 80-Jährigen: Hier stieg die Nutzung um elf Prozentpunkte auf nun 62 Prozent. Parallel dazu verbreiten sich digitale Geräte zunehmend in den Haushalten. So besitzen mittlerweile 83 Prozent der Befragten ein Smartphone (plus elf Prozentpunkte seit 2021); bei den über 80-Jährigen beträgt der Zuwachs sogar 18 Prozentpunkte. Auch als Informationsquelle wird das Internet wichtiger. Während beim aktuellen Weltgeschehen das Fernsehen mit 56 Prozent vorne liegt, folgt das Internet bereits mit 19 Prozent. In Fragen zu Gesundheit und Pflege ist es sogar die meistgenutzte Informationsquelle (33 Prozent).
Digitale Kompetenzen bleiben ein Engpass
Trotz wachsender Nutzung bestehen weiterhin deutliche Kompetenzlücken. Im Durchschnitt erreichen Menschen ab 60 Jahren nur die zweite von vier Kompetenzstufen. Besonders gering sind die Kenntnisse bei den über 80-Jährigen sowie bei sogenannten „Offlinern“. Unterschiede zeigen sich vor allem beim Umgang mit Desinformation: Während zwei Drittel der 60- bis 69-Jährigen angeben, Fake News erkennen zu können, trifft das bei den über 80-Jährigen nur auf ein Drittel zu. Noch deutlicher werden die Defizite im Bereich der digitalen Gesundheitskompetenz, also der Fähigkeit, Gesundheitsinformationen mithilfe digitaler Technologien zu finden, zu verstehen und anzuwenden. Zwei Drittel aller Befragten ab 60 Jahren weisen hier Einschränkungen auf, bei Hochaltrigen sogar 83 Prozent.
Bedeutung für Bibliotheken
Viele Bibliotheken engagieren sich bereits heute mit digitalen Beratungsangeboten für Seniorinnen und Senioren. Die SIM-Studie 2024 bietet ihnen wertvolle Hinweise, wie unterschiedliche Altersgruppen innerhalb der Generation 60+ gezielt angesprochen und unterstützt werden können. Doch auch für Bibliotheken ohne bisherige Angebote ist die Studie relevant: Die Auswirkungen des demografischen Wandels werden langfristig in allen Einrichtungen spürbar sein.
Link zur Studie: https://mpfs.de/studien/sim-studie/
Fortbildungsbedarf? – Jetzt Fördergelder für Inhouse- bzw. Regional-Schulungen bis 30.09. beantragen
Das Land NRW stellt auch für das Jahr 2026 Fördergelder für Teamfortbildungen (Inhouse-Schulungen) sowie Schulungen zu Fachthemen (Regionalschulungen) bereit. Die Inhouse-Schulungen richten sich an ganze Teams. Die antragsstellende Bibliothek kann diese in Kooperation mit maximal zwei weiteren Bibliotheksteams durchführen, wenn das Team aus weniger als 10 Personen (Mindesteilnehmerzahl) besteht. Regionalschulungen ermöglichen eine Fortbildung zu einem Fachthema aus mindestens vier Bibliotheken. Mindestteilnehmerzahl sind hier ebenfalls 10 Personen.
Das Thema können antragsstellende Bibliotheken bei beiden Fortbildungsarten frei wählen – es muss aber einen bibliotheksfachlichen Bezug haben. Fortbildungen gab es zum Beispiel zu Social-Media-Strategien, Nachhaltigkeit, Entwicklung eines Leitbilds, Strategieentwicklung, Demokratieförderung in Öffentlichen Bibliotheken oder Teamentwicklung.
Die Schulungen können in Präsenz oder Online stattfinden.
Gefördert werden ein- und zweitägige Fortbildungen mit einer finanziellen Bezuschussung von maximal 80%. Die antragsstellende Bibliothek übernimmt die Bereitstellung von Raum und Technik sowie die Verpflegung vor Ort. Schulungen, an denen Nicht-Bibliotheksangehörige teilnehmen, sind nicht zuschussfähig. Die Inhouse- und Regionalschulungen sind eine Kooperation der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und dem ZBIW der TH Köln. Die Bewerbungsfrist für neue Anträge ist der 30. September 2025.
Die Anträge müssen entweder postalisch oder als Fax eingehen. Bei Fragen oder Anregungen können Sie sich gerne an Sarah Potzkei-Sparla (Sarah.Potzkei-Sparla@brd.nrw.de/Tel. 0211 / 475-3667) oder Silke Keßler (Silke.Kessler@brd.nrw.de/Tel. 0211/475-4839 wenden. Alle Vordrucke für Anträge sowie weitere Hinweise zur Antragstellung unter: https://www.brd.nrw.de/themen/schule-bildung/oeffentliche-bibliotheken/personalqualifizierung
dbv: Spotlight zu Einsamkeit als Thema für die Bibliotheksarbeit
Bundesweit sind Millionen Menschen von Einsamkeit betroffen, unabhängig vom Alter. 2023 wurde die erste „Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit veröffentlicht“, die konkrete Ziele und Maßnahmen enthält, um Einsamkeit zu reduzieren. Bibliotheken können als niedrigschwellige Orte der Begegnung einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen und Isolation zu durchbrechen.
In einem neuen Spotlight auf dem Bibliotheksportal des dbv finden Sie Informationen zu bundesweiten Initiativen gegen Einsamkeit, Studien und Artikel zum Thema sowie Beispiele für Angebote von Bibliotheken im In- und Ausland: https://bibliotheksportal.de/einsamkeit-als-thema-fuer-die-bibliotheksarbeit/
DBS: Berichtsjahr 2024 veröffentlicht
Das Hochschulbibliothekszentrum NRW (hbz) hat die Gesamtauswertung der Deutschen Bibliotheksstatistik des Berichtsjahres 2024 veröffentlicht. Die Gesamtstatistiken stehen Ihnen wie gewohnt im Service-Wiki des hbz unter folgendem Link zur Verfügung:
https://service-wiki.hbz-nrw.de/x/GgAKBQ
Für das Berichtsjahr 2024 haben insgesamt 6.965 Bibliotheken (inkl. Zweigstellen: 8.769) Daten gemeldet. Darunter befinden sich:
– 238 Wissenschaftliche Bibliotheken (inkl. Zweigstellen: 703)
– 6.727 Öffentliche Bibliotheken (inkl. Zweigstellen: 8.066)
Weitere Informationen finden Sie unter : https://service-wiki.hbz-nrw.de/spaces/DBS/pages/84541466/Gesamtstatistiken

