


Im digitalen Zeitalter werden Bibliotheken als Serviceeinrichtungen in immer kürzer werdenden Abständen von neuen Entwicklungen geprägt. Um auf dieses schnelllebige Umfeld vorausschauend reagieren zu können, entwickelt die Fachstelle für die Mitarbeitenden in öffentlichen Bibliotheken regelmäßig neue Qualifizierungsprogramme.
Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken
Die Digitalisierung der Gesellschaft hat in den vergangenen 10 Jahren einen umfassenden Veränderungsprozess in Öffentlichen Bibliotheken angestoßen. Aufgabenprofile und Angebote werden hinterfragt und an die sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst. Gleichzeitig entsteht eine Vielzahl an neuen Angeboten.
Dieser Veränderungsprozess betrifft Zentralbibliotheken ebenso wie Stadtteilbibliotheken. Während in vielen Bibliothekssystemen in den Zentralbibliotheken eine Neuausrichtung angestoßen wurde, befinden sich die Stadtteilbibliotheken häufig noch am Anfang dieses Prozesses. Dabei wird es immer wichtiger, das Bibliotheksprofil auf die spezifischen Bedürfnisse des jeweiligen Stadtteils auszurichten.
Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW hat daher 2019 das Projekt „Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken“ auf den Weg gebracht und als Pilot in 16 Stadtteilbibliotheken aus acht Großstadtsystemen in NRW durchgeführt. Teilgenommen haben Teams aus Dortmund (Aplerbeck, Huckarde), Düsseldorf (Oberkassel, Unterbach), Duisburg (Buchholz, Homberg-Hochheide, Rheinhausen), Hamm (Bockum-Hövel, Rhynern), Köln (Neubrück, Nippes), Leverkusen (Opladen), Münster (Coerde) und Wuppertal (Barmen, Vohwinkel, Am Rott).
Ziele des Qualifizierungsprogramms
- Die teilnehmenden Stadtteilbibliotheken sollen durch das Qualifizierungsprogramm angeregt werden, ihr aktuelles Profil zu überprüfen, dies auf die sich verändernden Rahmenbedingungen neu auszurichten und mit Blick auf die Bedarfe ihres Einzugsgebietes zu schärfen.
- In den teilnehmenden Stadtteilbibliotheken soll ein für das Gesamtsystem exemplarischer Veränderungsprozess initiiert werden, der in einem nachfolgenden Prozess auf das Gesamtsystem übertragen werden kann.
- Die im Rahmen des Prozesses erarbeiteten Angebote stellen Bausteine dar, die als Bestandteile in eine umfassende Stadtteilstrategie sowie in die Gesamtstrategie des Bibliothekssystems integriert werden können.
- Der in den beteiligten Stadtteilbibliotheken angestoßene Veränderungsprozess soll für alle am Programm Beteiligten transparent und kontinuierlich dokumentiert werden.
Der erste Durchgang des Programms ist abgeschlossen. Eine zweite Runde ist im Oktober 2022 gestartet.
Ihre Ansprechpartnerin:
Petra Büning
petra.buening[at]brd.nrw.de
0211 475 5515
„Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie„
Das Qualifizierungsprogramm „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ richtet sich an Bibliotheksleitende von Bibliotheken mit 0,5 bis zu 15 VZÄ (Vollzeitäquivalente Stellen). Zentrales Ziel der Fortbildung ist die Qualifizierung der Bibliotheksleitenden und die Entwicklung einer passgenauen Bibliotheksstrategie für die jeweiligen Bibliotheken. Die Verschriftlichung des Bibliothekskonzeptes erfolgt durch die Bibliotheksleitung und wird von der Fachstelle und den erfahrenen Dozenten Sonja Bluhm und Andreas Mittrowann eng begleitet.
Bereits 50 Bibliotheken haben seit 2016 erfolgreich an der Fortbildungsmaßnahme teilgenommen, die wir in Kooperation mit dem ZBIW der TH Köln anbieten.