Wir wünschen Ihnen und Ihren Liebsten ein schönes und erholsames Osterfest! Genießen Sie die Feiertage und die ersten Frühlingsmomente.
Nach Ostern sind wir wieder wie gewohnt für Sie da.
Herzliche Grüße,
Ihr Team der Fachstelle
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Nach Ostern sind wir wieder wie gewohnt für Sie da.
Herzliche Grüße,
Ihr Team der Fachstelle
Save-the-date! Am 20. Mai von 10 bis 11 Uhr ist es wieder Zeit für unseren monatlichen Austausch. Dieses Mal dreht sich alles um das Thema der sinkenden Budgets in den Kommunen.
Wir wollen bei diesem Treffen nicht (nur) jammern. Wir laden Bibliotheksmitarbeitende herzlich ein, ihre Ideen mitzubringen und vorzustellen, wie sie diese Budget-Durststrecke überwinden. Ob erprobt oder noch ganz frisch gedacht – alles ist willkommen.
Das Treffen ist als offenes, kollegiales Online-Format angelegt und richtet sich an Mitarbeitende aus öffentlichen Bibliotheken jeder Größe. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Teilnahme ist direkt über diesen Link möglich: https://t1p.de/vonzehnbiself
Willkommen zu unserem #DesignDienstag. In dieser Reihe schaut unsere Innenarchitektin Anja Thimm genauer hin und nimmt Gestaltung in Bibliotheken ganz praktisch in den Blick. Diesmal geht es um das Leitsystem. Oft wirkt es unscheinbar, fast selbstverständlich – dabei entscheidet es maßgeblich darüber, ob sich Menschen sicher bewegen, schnell zurechtfinden und sich gerne im Raum aufhalten.
Wenn man durch eine Bibliothek geht, merkt man ziemlich schnell: Funktioniert die Orientierung – oder eben nicht. Man läuft ein paar Schritte, zögert kurz, schaut sich um. Genau an diesen Momenten zeigt sich, wie gut ein Leitsystem wirklich ist.
Im Kern geht es dabei immer um drei Dinge: Orientierung, Sicherheit und Aufenthaltsqualität. Ein gutes Leitsystem hilft Nutzerinnen und Nutzern, sich selbstständig zurechtzufinden. Es reduziert Nachfragen an der Theke und sorgt ganz nebenbei dafür, dass sich die Bibliothek klar, offen und einladend anfühlt.
Damit das gelingt, müssen mehrere Ebenen zusammenspielen: Raum, Gestaltung und Barrierefreiheit.
Ein Leitsystem beginnt nicht erst im Gebäude, sondern schon davor. Bereits im Stadtraum auf dem Weg zur Bibliothek kann gezielt durch Beschilderung auf den Standort hingewiesen werden.
Vor dem Gebäude setzt sich das fort: Klare Wegführung zum Eingang, gut sichtbare Hinweise und der Name der Bibliothek deutlich platziert an der Fassade oder den Glastüren. Der Zugang sollte gut beleuchtet und möglichst barrierefrei sein. Wege brauchen eine klare Struktur, Treppen werden idealerweise durch Rampen oder Aufzüge ergänzt.
Im Eingangsbereich braucht es einen zentralen Übersichtsplan. Dieser kann an Wandflächen oder Säulen in der Nähe des Thekenbereichs angebracht sein. Neben einem visuellen Plan kann auch ein taktiler Plan sinnvoll sein, der von Menschen mit Seheinschränkung genutzt werden kann.
Ein solcher Plan zeigt alle Etagen und unterstützt die erste Orientierung. Darauf abgebildet sind die verschiedenen Bereiche der Medienaufstellung, etwa Kinderbereich, Jugendbibliothek, Sachliteratur und Belletristik. Ebenso wichtig ist, dass Aufenthaltsbereiche wie ein Lesecafé, Arbeitsplätze, Servicebereiche wie Infotheken und Verbuchungsterminals, Sanitärbereiche und Veranstaltungsräume klar erkennbar und eindeutig benannt sind.
Neben der Beschilderung spielt auch die Architektur eine Rolle. Klare Sichtachsen und eine nachvollziehbare Wegeführung ermöglichen eine passive Orientierung im Raum. Wenn das Raumkonzept gut durchdacht ist, kann sich der Bedarf an zusätzlicher Beschilderung deutlich reduzieren.
Am Regal selbst ist das Leitsystem vor allem auf den Stirnseiten verortet. Dort wird angezeigt, welche Medien sich in dem jeweiligen Bereich befinden. Klarschrift, gut lesbare Signaturen und – wo sinnvoll – Piktogramme unterstützen die Orientierung zwischen den Regalen. Entscheidend ist dabei die Struktur der Beschriftung: von der groben Einteilung hin zu immer feineren Untergruppen.
Farbe ist ein wirksames Mittel im Leitsystem – kann aber schnell zu dominant werden. Deshalb gilt: lieber gezielt einsetzen als zu viel davon.
Farben eignen sich besonders, um Bereiche zu kennzeichnen. Eine Leitfarbe pro Medienbereich – etwa Kinderbibliothek, Sachliteratur, Belletristik oder Jugend – schafft Wiedererkennung. Diese Farbigkeit kann sich durch das gesamte Leitsystem ziehen: auf Regalschildern, in der Medienkennzeichnung, auf Übersichtsplänen und auch im Mobiliar. Auch Elemente wie Wände oder Säulen können bewusst einbezogen werden.
Wichtig für die Lesbarkeit sind starke Hell-Dunkel-Kontraste, zum Beispiel dunkle Schrift auf hellem Hintergrund. Solche Kontraste unterstützen nicht nur Menschen mit Seheinschränkungen, sondern verbessern auch die Lesbarkeit aus der Distanz.
Grundsätzlich gilt: so viel Farbe wie nötig, so wenig wie möglich. Farbe sollte immer der Orientierung dienen – nicht der Dekoration.
Barrierefreiheit ist in öffentlichen Bibliotheken kein Zusatz, sondern eine Grundvoraussetzung. Gerade im Leitsystem lässt sich mit vergleichsweise einfachen Mitteln viel erreichen.
Leichte Sprache und klare Symbole unterstützen Menschen mit kognitiven Einschränkungen oder Sprachbarrieren. Kurze, verständliche Begriffe ohne Fachsprache sorgen dafür, dass Inhalte für möglichst viele zugänglich sind. Deshalb ist Klarschrift oft sinnvoller als eine reine bibliothekssystematische Terminologie.
Auch die Typografie spielt eine wichtige Rolle: ausreichend große Schrift, gut lesbare serifenlose Schriften und klare Zeilenabstände erleichtern das Lesen.
Ergänzend können taktil erfassbare Elemente eingesetzt werden, etwa tastbare Pläne oder Brailleschrift an wichtigen Türen. Wo möglich, können auch akustische Hinweise den Zugang erweitern. Entscheidend ist, dass diese Elemente nicht isoliert stehen, sondern Teil eines durchgängigen Gesamtsystems sind.
Ein hilfreicher Schritt ist es, die eigenen Räume mit „fremden Augen“ zu betrachten oder Testpersonen einzubeziehen. Besonders wertvoll ist es, wenn auch Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen typische Wege ausprobieren.
Dabei lohnt es sich, genau hinzuschauen: Wo wird gezögert, gefragt oder umgedreht? Diese Stellen zeigen, wo das Leitsystem noch nachgeschärft werden kann.
Und: Ein Leitsystem ist nie endgültig. Nutzungsgewohnheiten, Zielgruppen und Raumangebote verändern sich im Laufe der Zeit. Entsprechend sollte auch das Leitsystem regelmäßig überprüft und angepasst werden.
Zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass es viele gute Lösungen gibt. Hier ein paar Beispiele:
In der Stadtteilbibliothek Essen-Huttrop sind einige Bereiche durch Leuchtbuchstaben gekennzeichnet.
Das Leitsystem der Zentralbibliothek in Hamm beginnt bereits vor dem Gebäude: An den Glastüren sind der Name der Bibliothek sowie deren Öffnungszeiten und die der ebenfalls im Gebäude befindlichen VHS angebracht. In der Bibliothek finden Nutzerinnen und Nutzer dank der großformatigen Beschriftung schnell zur Ausleihe und Rückgabe. Auf jeder Etage befindet sich zudem in der Nähe von Treppe oder Aufzug ein Übersichtsplan des jeweiligen Geschosses.
In der Mediothek Kamp-Lintfort ist die Regalbeschriftung im einheitlichen Schriftstil des Corporate Designs gestaltet. Sogar die Beleuchtung fügt sich dabei stimmig in das Leitsystem ein.
Mit den Beschriftungsschildern im Tafeldesign ist das Leitsystem in der Stadtbibliothek Langenfeld sehr flexibel.

In der Zentralbibliothek in Mönchengladbach findet sich das Leitsystem sowohl an den Stirnseiten der Regale als auch für die Orientierung auf den Regalen positioniert wieder. In der Kinderbibliothek unterstützt die Wandgestaltung die klare Zuordnung dieses Bereiches bereits aus der Entfernung.
In der Stadtteilbibliothek Oberhausen-Sterkrade wurde beim Leitsystem viel Wert auf die Barrierefreiheit gelegt. So führen taktile Leitsysteme zur ersten Anlaufstelle, der Theke. Hier befindet sich auch ein taktiler Übersichtsplan. Die Behinderten-Toilette ist durch ein großformatiges Piktogramm einfach zu finden.
In der Bücherei St. Lamberti in Ochtrup werden auch raumbildende Elemente wie Wände und Säulen für die Beschriftung mit dem Leitsystem genutzt.
Anja Thimm studierte Innenarchitektur an der Hochschule Trier. Nach ihrem Abschluss und einem Ausflug in die Welt der Büroplanung gehört sie seit 2016 zum Team der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und berät Bibliotheken zu den Themen Bau und Einrichtung. Ebenfalls seit 2016 ist sie Mitglied der Facharbeitsgruppe Bau und Einrichtung der Fachstellenkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland.
Multifunktionales und geeignetes Mobiliar für ältere Menschen, Videos in Gebärdensprache, ein Audioguide zur leichteren Orientierung sowie gezielte Fortbildungen für das Team – all diese Bausteine haben dazu beigetragen, dass die Stadtbibliothek Neuss ihre Barrierefreiheit weiter verbessern konnte. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.
Gesellschaftliche Teilhabe für alle zu ermöglichen, ist ein zentrales Ziel der Stadtbibliothek Neuss. In den vergangenen Jahren konnten zahlreiche Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung der Barrierefreiheit erfolgreich umgesetzt werden. Allerdings gab es immer wieder Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden, dass die Möbel in der Bibliothek ihre Bedürfnisse nicht ausreichend erfüllen. Auch bei der Ausstattung des Veranstaltungsraumes galt es, unterschiedliche Bedarfe zu berücksichtigen.
Aus diesem Grund sollten im Rahmen des Projektes mit dem klingenden Titel „Wer Inklusion will, findet einen Weg – Weitere Schritte zur Barrierefreiheit in der Stadtbibliothek Neuss“ (angelehnt an einen Buchtitel von Raúl Aguayo-Krauthausen) die bestehenden barrierefreien Angebote erweitert werden, um für möglichst viele Menschen den Zugang zur Bibliothek sowie die Aufenthaltsqualität zu verbessern.
Das Projekt umfasste mehrere Ebenen:
Das Gesamtvolumen des Projektes betrug € 36.000, wovon 80% als Förderung bei der Bezirksregierung Düsseldorf beantragt wurden.
Nach Erhalt des Bewilligungsbescheides Anfang Juni 2025 erfolgte die Realisierung des Projektes. Bis zum Jahresende wurden verschiedene Möbel angeschafft:


In Zusammenarbeit mit einer Agentur wurden vier Videos in Gebärdensprache produziert (hier ein Beispiel).
Alle Videos sind über die Bibliothekswebsite sowie direkt über YouTube aufrufbar. Die Videos geben einen Überblick über die Angebote der Bibliothek und erläutern die Anmeldung, Ausleihe und Rückgabe von Medien sowie die Suche im Online-Katalog.
Mit einer weiteren Firma wurde ein Audioguide erstellt. Dieser kann mittels der gleichnamigen App kostenfrei auf Smartphones oder Tablets heruntergeladen werden. Die Inhalte und das Bildmaterial wurden vom Bibliotheksteam erstellt und der Firma zur Verfügung gestellt. Der Audioguide bietet zwei Tour-Varianten, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Kund*innen gerecht zu werden:

Über den QR-Code kann die App auch schon vorab installiert werden. Speziell darauf abgestimmte Lagepläne geben einen Überblick über die Stationen des Audioguides auf den jeweiligen Etagen. Die Lagepläne werden als Flyer zum Mitnehmen an der Servicetheke im Erdgeschoss angeboten und sind ebenfalls Bestandteil der Informationstafeln auf allen Stockwerken.
Um das Bibliotheksteam zu sensibilisieren, wurden zwei ganztägige Inhouse-Workshops mit der Kulturwissenschaftlerin Eeva Rantamo zu den Themen „Respektvolle und hilfsbereite Kommunikation mit allen Gästen“ und „Respektvoller Umgang mit Menschen mit Behinderungen“ durchgeführt. Diese Fortbildungen dienten einerseits als Auffrischung für ältere Mitarbeitende, andererseits konnten auch aktuelle Situationen im Publikumsdienst besprochen werden. Die Kolleginnen und Kollegen die neu ins Team gekommen sind, wurden durch die Workshops auf den gleichen Wissensstand gebracht.
Die neuen Möbel im Publikumsbereich werden bereits rege genutzt und sind ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Durch die neuen Ausstattungselemente im Veranstaltungsraum kann auf verschiedene Bedarfe bei Vortragenden und auch bei der Moderation reagiert werden. Die Bereitstellung von Videos in Gebärdensprache ermöglicht gehörlosen Menschen den Zugang zu wichtigen Informationen über die Bibliothek. Die Guide-App erleichtert die Orientierung innerhalb des Hauses – besonders in den servicefreien Zeiten, wenn kein Fachpersonal anwesend ist. Die Arbeit endet jedoch nicht mit dem Abschluss dieses Projekts. Die Stadtbibliothek wird sich weiterhin aktiv für Inklusion und Barrierefreiheit einsetzen und auch künftig neue Verbesserungen umsetzen, um noch mehr Menschen sowohl den Zugang als auch den Aufenthalt zu erleichtern.
Bei Fragen wenden Sie sich gern an:
Claudia Neufurth
E-Mail: Claudia.Neufurth@stadt.neuss.de
Tel.: 02131-904223
In unserer Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ erarbeiten sich die Teilnehmer*innen eine Bibliotheksstrategie für die nächsten Jahre. Hierbei kommen Methoden und Denkansätze zum Einsatz, die einem in dem Strategieprozess helfen können. Ein paar Beispiele stellen wir in unserer Blogreihe vor. Im aktuellen Beitrag geht es um die SWOT-Analyse.
Bereits veröffentlicht wurde der Artikel „Die Analyse der Bibliothek und des Umfelds“. Ein weiterer wichtiger Baustein zur strategischen Analyse und als Vorbereitung zur strategischen Positionierung ist die SWOT-Analyse. In dieser Methode werden die Stärken (Strength) und Schwächen (Weakness) einer Bibliothek, den Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats) des Umfeldes gegenübergestellt. Die Methode öffnet den Blick, da hierfür nicht nur intern die Stärken und Schwächen angesehen werden, sondern auch das Umfeld mit in den Blick genommen wird.
Wie sieht eine SWOT-Analyse aus?
Eine SWOT-Analyse ist eine Matrix, in der positive Aspekte den negativen gegenübergestellt werden. Dies wird einmal mit dem Blick auf die Bibliothek (intern) und einmal mit dem Blick auf das Umfeld gemacht.

Um diese Matrix ausfüllen zu können, ist es wichtig eine solide Analyse der Bibliothek (intern /extern) gemacht zu haben. An der Qualität der Vor-Analyse hängt nun auch die Aussagekraft der SWOT-Analyse. Es ist zu beachten, dass eine SWOT-Analyse Zustände und keine Strategien beschreibt. Strategien werden erst im Anschluss abgeleitet.
So könnte zum Beispiel eine fertige SWOT-Analyse einer Bibliothek aussehen:

Daraus ergeben sich in diesem Beispiel nun 4 mögliche Strategieplanungen bzw. Herangehensweisen:
Fazit:
Vorteile dieser Methode: Eine SWOT-Analyse ist einfach, sie gibt einen Überblick und offenbart Zusammenhänge und Lücken, die im Alltag sonst untergehen.
Nachteil dieser Methode: Die Qualität der Aussagen hängt von der Qualität der Voranalyse der Bibliothek und des Umfelds ab. Die Aussagen sind nicht mit Zahlen unterlegt.
(Der Beitrag ist in ähnlicher Form bereits am 30.05.2018 erschienen)
Über das Qualifizierungsprogramm „Den Roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“:
Strategisch denken und handeln und das Ziel vor Augen haben: Damit aus guten Ansätzen starke Bibliotheken werden, darf eines nicht fehlen, der rote Faden – die Bibliotheksstrategie! Mit diesem Weiterbildungsangebot der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken, bestehend aus vier Workshops, machen sich maximal zehn Bibliotheken auf den Weg und erarbeiten ihre eigene Bibliotheksstrategie für die nächsten Jahre. Die Verschriftlichung des Bibliothekskonzeptes erfolgt durch die Bibliotheksleitung und wird von der Fachstelle und der Dozentin eng begleitet. Mehr als 40 NRW-Bibliotheken haben diese Fortbildung in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich durchlaufen.
In unserer Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ erarbeiten die Teilnehmer*innen eine Bibliotheksstrategie für die nächsten Jahre. Über unseren Blog geben wir Ihnen in mehreren Beiträgen einen Einblick in die Themen dieser Veranstaltung und zeigen, welche Schritte bei der Konzepterstellung für Bibliotheken von Bedeutung sind.
Entscheidend für einen gelungenen Weg ist zunächst eine systematische Bestandsaufnahme der aktuellen Situation der Bibliothek. Dazu gehört die ausführliche Analyse der bisherigen Arbeit der Bibliothek und ihres Umfelds.
Den Status quo zu Beginn einer Strategie zu ermitteln ist extrem wichtig, weil er die Grundlage dafür bildet, wohin man überhaupt steuern will. Ohne ein klares Bild der Ausgangslage kann man weder realistische Ziele setzen noch sinnvolle Maßnahmen planen. Einige zentrale Punkte:
Kurz gesagt: Der Status quo ist wie der Startpunkt auf einer Landkarte. Ohne ihn weiß man nicht, wie weit oder in welche Richtung man sich bewegen muss. Zudem läuft man Gefahr, dass die Strategie unrealistisch, ineffizient oder nicht akzeptiert wird.
Unterschieden wird in diesem Teil zwischen zwei Bereichen. Zum einen geht es um die Basisdaten der Bibliothek. Zum anderen wird das Umfeld der Bibliothek – die Kommune und ihre Besonderheiten – genauer beleuchtet.

Die Basisdaten
Hinter den Basisdaten der Bibliothek verbergen sich viele Hinweise auf nötige Veränderungen, denen man anhand von Zahlen auf die Spur kommen kann. Hierzu ist es wichtig, die Zahlen nicht nur für sich zu betrachten, sondern in Bezug zueinander zu setzen. So sagt zum Beispiel die Bestandsgröße einer Sachgruppe alleine zunächst nicht viel aus. Wird diese Zahl ins Verhältnis zu den Ausleihen dieser Bestandsgruppe gesetzt, lässt sich eine Aussage über die Effizienz dieser Bestandsgruppe treffen. (Wie genau eine Effizienzanalyse funktioniert, zeigen wir in unserem Leitfaden.)
Gleiches gilt zum Beispiel auch bei für die Öffnungszeiten. Auch hier muss die Anzahl der Wochenöffnungsstunden in Relation zur Nutzung gesehen werden, um Aussagen zu künftig erforderlichen Öffnungszeiten treffen zu können. Analog dazu kann dieser Vergleich auch Bibliotheksübergreifend geschehen. Mit dem Bibliotheksmonitor des HBZ (Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW) haben die Bibliotheken ein starkes Instrument an der Hand, um sich mit Bibliotheken vergleichbarer Größe zu messen.
Angemerkt sei an dieser Stelle, dass der genaue Blick auf die Zahlen manchmal durchaus schmerzhaft sein kann. Nichts desto trotz ist dieser Blick für ein funktionierendes Konzept unabdingbar und offenbart auch „Hidden Champions“- also gut laufende Bereiche, die einem vorher nicht so bewusst gewesen sind.
Das Umfeld
In jeder Kommune sind die Voraussetzungen für die Bibliothek unterschiedlich. Es gilt auch hier herauszufinden, welche Aufgaben die Bibliothek in der Kommune übernimmt. Daher wird an diesem Punkt der Blick von der bestehenden Bibliotheksarbeit gelöst und geschaut, was in der Kommune vorhanden ist.
Es lohnt sich die anderen Akteure in der Kommune zu betrachten und herauszufinden, wo Kooperationen ausgebaut bzw. aufgebaut werden können, wo sich Angebotslücken auftun oder Konkurrenzangebote vermieden werden können.
Zudem werden hier grundsätzliche Entwicklungen in den Blick genommen: Wächst meine Kommune oder wird sie kleiner? Habe ich eine Flächenkommune oder ist alles sehr zentral orientiert? Welche Altersstruktur gibt es? Was sind kommunale Problemfelder, die sich auch auf die Bibliothek auswirken könnten oder in ihr wiederspiegeln? Gibt es kommunale Entwicklungsschwerpunkte? Diese und weitere Fragen gilt es je nach Bedarf zu beantworten, um dann die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Bei dieser Arbeit knirschen einige Teilnehmer*innen zwischenzeitlich ganz schön mit den Zähnen. Schließlich ist und bleibt das Zusammentragen des Datenmaterials und dessen Auswertung, auch in einem begleiteten Strategieprozess, immer noch Fleißarbeit.
Die Leistung, die zuvor erhobenen Daten ins Verhältnis zu setzen und ihre eigenen Daten mit den Daten der Kommune abzugleichen, erfordert einen geschärften Blick und führt leicht dazu, den roten Faden aus dem Blick zu verlieren. Hier hilft es, sich an folgenden Fragen zu orientieren: Welche Daten betreffen die Bibliothek? Und: Welche betreffen sie nicht?
(Der Beitrag ist in ähnlicher Form bereits am 26.07.2017 erschienen)
Über das Qualifizierungsprogramm „Den Roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“:
Strategisch denken und handeln und das Ziel vor Augen haben: Damit aus guten Ansätzen starke Bibliotheken werden, darf eines nicht fehlen, der rote Faden – die Bibliotheksstrategie! Mit diesem Weiterbildungsangebot der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken machen sich maximal zehn Bibliotheken auf den Weg und erarbeiten ihre eigene Bibliotheksstrategie für die nächsten Jahre. Die Verschriftlichung des Bibliothekskonzeptes erfolgt durch die Bibliotheksleitung und wird von der Fachstelle und einer Dozentin eng begleitet. Mehr als 40 NRW-Bibliotheken haben diese Fortbildung in den vergangenen bereits erfolgreich durchlaufen.
Willkommen zu unserem #DesignDienstag. In dieser Reihe schaut unsere Innenarchitektin Anja Thimm genauer hin und zeigt, wie aus durchdachter Planung echte Aufenthaltsorte entstehen. In diesem Beitrag geht es um das Lesecafé. Für viele Bibliotheken ist es längst mehr als eine nette Ergänzung. Es ist Treffpunkt, Rückzugsort und manchmal sogar kleine Veranstaltungsfläche in einem.
Wenn ich mir ein Lesecafé anschaue, schaue ich erst, wo es sich befindet. Mitten im Geschehen oder eher am Rand? Beides kann funktionieren. Entscheidend ist, dass der Bereich sichtbar und einladend wirkt.
Ein Platz mit Blick nach draußen oder mit Sichtbezug zum Bibliotheksraum bringt Lebendigkeit. Gleichzeitig braucht es eine gewisse Abgrenzung zu stark frequentierten Zonen. Niemand möchte seinen Kaffee direkt neben der laut klappernden Rückgabestation trinken.
Besonders spannend finde ich Standorte an großen Fensterfronten zur Straße oder zu einem Platz. Wer vorbeigeht, sieht Menschen lesen, arbeiten oder ins Gespräch vertieft. Das wirkt offen und zieht neue Besucherinnen und Besucher automatisch an.
Licht ist eines der zentralen Gestaltungsmittel und prägt maßgeblich den Charakter eines Lesecafés. Es entscheidet mit darüber, ob man sich wohlfühlt. Tageslicht ist natürlich ideal. Große Fenster, helle Materialien und eine freundliche Farbgestaltung unterstützen das.
Wo das natürliche Licht nicht ausreicht, sorgt eine abgestufte Lichtgestaltung für eine angenehme Atmosphäre: Eine gute Grundbeleuchtung sorgt für Orientierung. Pendelleuchten über Tischen schaffen Inseln. Individuelle Leseleuchten bieten gezieltes Licht für konzentriertes Arbeiten. Warmes Licht macht den Raum wohnlich, dimmbare Lösungen erlauben es, zwischen Tagesbetrieb und Abendveranstaltung zu wechseln.
Ein Lesecafé darf lebendig sein. Gespräche gehören dazu. Trotzdem sollte es keine Lärmquelle für die gesamte Bibliothek werden.
Teppiche, gepolsterte Möbel oder Akustikpaneele helfen, Geräusche zu dämpfen. Besonders wirksam ist eine gut geplante Akustikdecke. Sie nimmt Schall auf, bevor er sich im Raum ausbreitet. Auch bepflanzte Raumteiler (Achtung pflegeintensiv!) mindern Geräusche und schaffen eine angenehme Klangatmosphäre.
Die Möblierung gibt dem Lesecafé Identität, Komfort und Funktionalität zugleich. Ein ausgewogenes Konzept berücksichtigt die verschiedenen Nutzungsszenarien – vom konzentrierten Lesen über das Arbeiten am Laptop bis hin zu informellen Gesprächen und kleinen Veranstaltungen.
Wichtig ist Flexibilität. Mobile Möbel auf Rollen erlauben es, den Bereich schnell für Lesungen oder Workshops umzugestalten. Und ganz wichtig: ausreichend Steckdosen. Am besten direkt in den Möbeln integriert.
Materialien und Farben prägen die Stimmung. Holz und Textilien wirken warm, Metall und Glas eher sachlich. Pflanzen, Kissen und ein gutes Getränkeangebot können den wohnlichen Charakter verstärken.
Ein Lesecafé lebt auch von seinem Medienangebot. Tagesaktuelle Zeitungen, lokale und überregionale Titel, Zeitschriften oder Magazine passen hier besonders gut.
Viele Bibliotheken ergänzen das Angebot durch digitale Pressedienste. Mit Leihgeräten oder dem eigenen Smartphone lassen sich Inhalte direkt vor Ort nutzen, vorausgesetzt das WLAN ist stabil. Gerade Zeitschriften, die nur im Haus gelesen werden dürfen, sind im Lesecafé gut aufgehoben.
Ein gut gestaltetes Lesecafé ist mehr als ein Bereich mit Kaffeemaschine und Sesseln. Es verbindet Aufenthaltsqualität mit Bibliotheksidentität. Es schafft Raum für Begegnung und für Rückzug. Und es zeigt ganz nebenbei, dass Bibliotheken Orte sind, an denen man nicht nur Medien ausleiht, sondern gerne Zeit verbringt. Dass es viele gute Lösungen gibt, zeigen zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen. Hier ein paar Beispiele:
Auch in kleineren Bibliotheken, wie der Stadtbücherei Bad Berleburg finden sich Lesecafés, halt in etwas kleinerem Format. Gemütliche Sitzgelegenheiten an runden Tischen, ergänzt durch Tischleuchten und eine Kaffeemaschine, laden zum Verweilen ein.

Das Lesecafé der Stadtbibliothek Bergheim befindet sich vor einer raumhohen Fensterfront. An der Kaffee-Bar gibt es Heißgetränke, die man an den verschiedenen Sitzgelegenheiten genießen kann. Zum Beispiel an Tischen, die ein Schreiner aus ausgesonderten Büchern gebaut hat.
Das Lesecafé der Stadtteilbibliothek Essen-Huttrop überzeugt mit einem zeitgemäßen, offenen Ambiente. Wer mag, nimmt direkt an der Theke Platz und kommt unkompliziert ins Gespräch oder genießt einfach einen Kaffee mit Blick ins Geschehen. Darüber hinaus stehen in der Bibliothek weitere, unterschiedlich gestaltete Sitzmöglichkeiten zur Verfügung – vom ruhigen Leseplatz bis zur gemütlichen Ecke zum Verweilen.

In der Stadtbibliothek Hattingen befindet sich das Lesecafé auf der unteren Ebene im hinteren Bereich. Quadratische Tische, die sich flexibel zu größeren Gruppen zusammenstellen lassen, sowie Designerstühle, deren roter Farbton das Farbkonzept des angrenzenden Belletristikbereichs aufgreift, laden zum Verweilen ein.
Direkt daneben stehen großzügige Sofas zur Verfügung, ebenso wie der Zeitungs- und Zeitschriftenbestand. Eine integrierte Küchenzeile mit Kaffeeautomat erleichtert dem Bibliothekspersonal zudem den Umgang mit gebrauchtem Geschirr.
Das Lesecafé in der Mediathek Kamp-Lintfort, dessen Theke von einem externen Betreiber geführt wird, dient zugleich als flexible Veranstaltungsfläche. Durch die direkte Lage an der großen Fensterfront im Eingangsbereich entsteht ein Schaufenstereffekt, der Passantinnen und Passanten neugierig macht und in die Bibliothek hineinzieht.
Eine Sitzbank, gepolsterte Stühle und stimmungsvolle Pendelleuchten schaffen eine angenehme, einladende Atmosphäre.
In der Stadtbibliothek Kreuztal finden sich angrenzend an den Zeitschriftenbereich unterschiedliche Aufenthaltsmöglichkeiten. Gepolsterte Stühle an Bistrotischen an der Fensterfront, eine Theke mit Barhockern und Blick nach draußen sowie zentral angeordnete Sofas und Sessel bieten für jede Vorliebe die passende Sitzgelegenheit.
In der Stadtbibliothek Langenfeld ist das Lesecafé in den Belletristikbestand im Eingangsbereich integriert. Umgeben von Medien bietet es verschiedene Sitzmöglichkeiten: Bistrotische und Stühle im Stil eines kleinen Straßencafés sowie Sofas auf Teppichen mit Beistelltischen, die eine gemütliche Wohnzimmer-Atmosphäre schaffen, laden zum Verweilen ein.
Die große Theke dient sowohl als Anlaufstelle für Getränke als auch als Informationspunkt für die Besucherinnen und Besucher.
In der Stadtbibliothek Siegburg gibt es ein kleines Café, das zwar angrenzend an die Publikumsfläche liegt, aber separat eingerichtet ist. Direkt neben dem Zeitschriftenbestand finden sich auf der Bibliotheksfläche kleinere Sitzmöglichkeiten sowie ein markanter großer Tisch, über dem eine auffällige Leuchte hängt. Hier können Besucherinnen und Besucher sowohl in Ruhe Zeitungen lesen als auch Gespräche führen.
In der Bibliothek Witten ist ein zentrales Element des Lesecafés die große Lesetreppe, die sowohl zum Verweilen als auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Unterhalb der Treppe befinden sich mittig keine Tisch- und Stuhlgruppen, während an den Wänden der Zeitschriftenbestand angeordnet ist. Hohe Fenster sorgen für reichlich Tageslicht und den Blick nach draußen, der im Sommer durch eine angrenzende Terrasse erweitert wird.
Anja Thimm studierte Innenarchitektur an der Hochschule Trier. Nach ihrem Abschluss und einem Ausflug in die Welt der Büroplanung gehört sie seit 2016 zum Team der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und berät Bibliotheken zu den Themen Bau und Einrichtung. Ebenfalls seit 2016 ist sie Mitglied der Facharbeitsgruppe Bau und Einrichtung der Fachstellenkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland.
Willkommen zu unserem neuen #DesignDienstag. In dieser Serie nimmt euch unsere Innenarchitektin Anja Thimm mit in die Welt der Bibliotheksgestaltung. Sie zeigt, wie aus gut geplanten Räumen lebendige und einladende Orte werden, in denen man sich gerne aufhält. Ob Eingangsbereich, Kinder- oder Jugendbibliothek: Jede Zone erfüllt eine eigene Aufgabe und braucht ihre ganz eigene Atmosphäre. Zum Auftakt schauen wir uns den Eingangsbereich an. Denn der erste Eindruck zählt – auch in der Bibliothek.
Wenn ich eine Bibliothek betrete, sehe ich mir (logisch ;)) als Erstes immer den Eingangsbereich an. Nicht aus Neugier, sondern weil hier ganz viel entschieden wird. Der Eingang ist die Visitenkarte der Bibliothek. In den ersten Sekunden entsteht ein Eindruck, der bleibt. Fühle ich mich willkommen? Verstehe ich sofort, wo ich hinmuss? Oder bin ich erst einmal mit mir und dem Raum beschäftigt?
Gute Gestaltung bedeutet hier vor allem, Funktion und Atmosphäre zusammenzubringen. Besucherinnen und Besucher sollten ohne großes Nachdenken zur Informationstheke, zur Garderobe oder zur Medienverbuchung finden. Klare Wege, eine logische Zonierung, gut lesbare Beschilderung und eine offene Raumstruktur helfen enorm. Auch Licht spielt dabei eine große Rolle: Helle, gut ausgeleuchtete Bereiche geben Sicherheit und erleichtern die Orientierung.
Orientierung hört aber nicht bei Wegführung und Schildern auf. Für mich gehört Barrierefreiheit immer ganz selbstverständlich zur Gestaltung dazu. Rutschhemmende Böden, automatische Türen und ausreichend Bewegungsflächen für Rollstühle sind keine Extras, sondern Grundlagen.
Sehr bewährt haben sich taktile Bodenleitsysteme, die Menschen mit Seheinschränkungen direkt zur Informationstheke führen. Ergänzend können digitale Hilfen wie akustische Wegweiser oder niedrig platzierte Touchscreens den Zugang weiter erleichtern. Wichtig ist dabei immer, die Technik so einzusetzen, dass sie unterstützt und nicht überfordert.
Ein schönes Beispiel dafür ist die Stadtteilbibliothek Oberhausen-Sterkrade: Hier führt ein taktiles Leitsystem sicher zur Theke, die zudem barrierefrei unterfahrbar gestaltet ist.

Ein zentrales Thema im Eingangsbereich ist natürlich die Möblierung. Die Informationstheke ist meist das Herzstück. Sie muss für die Mitarbeitenden ergonomisch funktionieren und gleichzeitig niedrigere Bereiche für barrierefreie Kommunikation bieten.
Auch Selbstverbuchungs- und Rückgabesysteme sollten gut platziert sein. Ideal ist es, wenn sie vom Thekenbereich aus einsehbar bleiben. Die Medienrückgabe sollte möglichst direkt nach dem Betreten erreichbar sein. Eine zusätzliche Außenrückgabe schafft Flexibilität und wird von vielen Nutzenden sehr geschätzt.
Gleichzeitig bietet der Eingangsbereich großes Potenzial für mehr als reine Servicefunktionen. Niedrige Regale oder spezielle Präsentationsmöbel eignen sich hervorragend für Neuerscheinungen oder aktuelle Themen. Auch Zeitschriftenbereiche, kleine Lesecafés oder andere Kommunikationszonen funktionieren hier gut. Es ist ein lebendiger Bereich, in dem keine absolute Ruhe nötig ist und der durch große Fenster oft auch nach außen wirkt.
Bei Sitzmöbeln achte ich besonders auf Komfort, Pflegeleichtigkeit und Robustheit. Der Eingangsbereich ist stark frequentiert und genau das muss man den Möbeln auch zugestehen.
Ein oft unterschätzter Faktor ist die Beleuchtung. Dabei hat Licht enormen Einfluss auf Orientierung und Aufenthaltsqualität. Eine gute Lichtplanung nutzt Tageslicht, vermeidet Blendung und setzt gezielt Akzente. So entsteht eine freundliche Atmosphäre, die Besucherinnen und Besucher ganz automatisch weiter in die Bibliothek hineinzieht.
Ein gut gestalteter Eingangsbereich ist somit weit mehr als eine Durchgangszone: Er schafft Orientierung und legt den Grundstein für ein positives Nutzungserlebnis. Dass es viele gute Lösungen gibt, zeigen zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen. Hier ein paar Beispiele:
Hier empfangen wechselnde Farben und mehrsprachige Begrüßungen die Besucher*innen. Der Verbuchungsbereich liegt direkt neben dem Eingang und ist von der Servicetheke aus gut im Blick.
Die Bibliothek in Brühl teilt sich das Gebäude mit dem Rathaus. Das gemeinsame Foyer dient als Rückgabeort für Medien. Auf jeder Etage sorgt eine Theke für Orientierung und ist Anlaufstelle für Besucher.*innen.
In Essen-Huttrop liegt die Theke direkt im Eingangsbereich und dient sowohl als Informationstheke als auch als Café. Der Verbuchungsbereich ist dank farbiger Leuchtschrift sofort sichtbar.
In Kamp-Lintfort befindet sich das Lesecafé im Eingangsbereich der Bibliothek. Der eigentliche Empfangsbereich mit Informationstheke befindet sich etwas weiter hinten, abgetrennt durch den Open-Library-Bereich.
In Langenfeld gelangen die Besucher*innen beim Betreten der Bibliothek direkt zur Informationstheke, die gleichzeitig als Theke für das gegenüberliegende Lesecafé genutzt wird. Der Selbstverbuchungsbereich ist vor der Theke angeordnet und wurde in die Wand sowie das angrenzende „Superregal“ integriert.
Der Eingangsbereich in der Zentralbibliothek Mönchengladbach ist ein offenes Foyer über zwei Geschosse, das auch für Veranstaltungen genutzt wird. Neben Theke, Verbuchungsbereich und Garderobe gibt es auch ein Lesecafé auf der Ebene. Ein großer digitaler Infoscreen informiert die Besucher direkt beim Betreten.
Im Windfang in Oberhausen-Sterkrade gibt es E-Ladeplätze für Fahrräder. Besucher*innen werden über eine mehrsprachige Beschriftung auf der Glasschiebetür informiert. Ein taktiles Bodenleitsystem führt zur Theke, die barrierefrei unterfahrbar gestaltet ist.
Die Bibliothek in Velbert ist Teil des Forum Velbert und wird über ein gemeinsames Foyer betreten. Direkt beim Eingang der Bibliothek liegt der Verbuchungsbereich, ergänzt durch ansprechend gestaltete Präsentationsmöbel. Die Theke befindet sich nach einem kleinen Durchgang am Rand der offenen Fläche, die Sitzplätze und die Belletristik beherbergt.


Anja Thimm studierte Innenarchitektur an der Hochschule Trier. Nach ihrem Abschluss und einem Ausflug in die Welt der Büroplanung gehört sie seit 2016 zum Team der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und berät Bibliotheken zu den Themen Bau und Einrichtung. Ebenfalls seit 2016 ist sie Mitglied der Facharbeitsgruppe Bau und Einrichtung der Fachstellenkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland.
Die neueste Ausgabe von ProLibris befasst sich intensiv mit dem Spannungsfeld zwischen freiem Zugang zu Wissen und dem verantwortungsvollen Umgang mit umstrittener Literatur, insbesondere der Debatte um Warnhinweise auf Büchern in öffentlichen Bibliotheken. Katja Bartlakowski, Professorin für Bibliothekspolitik und Community Building, Cordula Gladrow, Leiterin der Stadtbibliothek Münster und Stephan Schwering, Direktor der Stadtbüchereien Düsseldorf, diskutieren über den Fall Münster, in dem die Stadtbibliothek Warnhinweise auf zwei Büchern anbrachte und damit einen Rechtsstreit auslöste.
Was Sie außerdem erwartet:
Link zur Ausgabe: https://www.bibliotheken-nrw.de/wp-content/uploads/2026/01/ProLibris-04_DS_WEB.pdf
Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an KI-Tools, die den Arbeitsalltag erleichtern oder kreative Prozesse unterstützen können – auch in Bibliotheken. Um einen praktischen Einblick zu geben, stellen wir zum Abschluss unserer KI-Reihe eines dieser Werkzeuge genauer vor: Napkin AI. Das Tool wandelt einfache Texteingaben in anschauliche Infografiken, Diagramme und visuelle Darstellungen um – ganz ohne Designkenntnisse. Unsere Kollegin Silke Keßler hat Napkin AI ausprobiert und zeigt in diesem Beitrag, wie Napkin AI funktioniert, wo es im Bibliothekskontext sinnvoll eingesetzt werden kann und welche Chancen und Grenzen die Nutzung mit sich bringt.
Napkin AI ist ein KI-gestütztes Tool, das aus Texteingaben Infografiken, Diagramme und visuelle Darstellungen erstellt. Ideen, Daten oder Konzepte können mit Napkin AI anschaulich visualisiert werden. Designkenntnisse der Nutzenden sind dafür nicht erforderlich.
Neben der Grafikerstellung kann Napkin auch erklärende Texte oder Zusammenfassungen zu den Visualisierungen generieren. Die erstellten Grafiken lassen sich individuell anpassen – etwa durch eigene Farben, Schriftarten oder Layouts. Zudem können mehrere Personen gemeinsam an einer Grafik arbeiten.
Für die Nutzung ist eine Anmeldung per E-Mail oder über Google erforderlich.
Für die Ermittlung der Vor- und Nachteile von Napkin habe ich das Tool selbst befragt. Den dafür verwendeten Prompt habe ich bewusst sehr einfach gehalten:
Hallo Napkin! Bitte zeige mir die Vor- und Nachteile in der Nutzung von Napkin AI auf. Die Zielgruppe sind Bibliotheksmitarbeitende in Öffentlichen Bibliotheken NRW. Bitte zeige mir auch auf, wo Bibliotheksmitarbeitende Napkin sinnvolleinsetzen können.
Napkin AI hat auf Basis dieses Prompts die Vor- und Nachteile ermittelt und beginnt die Auflistung mit einer kurzen Einleitung (siehe Abbildung 1). Auf der Abbildung ist zudem zu erkennen, dass das erstellte Dokument mit anderen Personen geteilt, eine neue Napkin-Anfrage direkt gestartet oder Kommentare für sich selbst beziehungsweise für Mitarbeitende hinzugefügt werden können.

(Abbildung 1)
Unter den Vorteilen stehen Effizienzsteigerung und Automatisierung, Verbesserte Benutzererfahrung, Datengestützte Entscheidungsfindung und die Unterstützung bei der Entscheidungsfindung.

(Abbildung 2)
Linksbündig vom ausgegebenen Text ist ein Blitz auf türkisem Grund erkenntlich. Anhand eines Mausklicks kann für einzelne Passagen dann eine Grafik erstellt werden.

(Abbildung 3)
Es kann entweder die ganze Überschrift visualisiert werden oder nur Teilaspekte der Vorteile. Im linken, türkisenen Kasten kann dann aus unterschiedlichen Stilen ausgewählt werden oder unter „Customize“ individuell angepasst werden. Der Text bleibt unverändert und wird nur von der Visualisierung ergänzt.
Bei den Nachteilen (Abbildung 4) weist Napkin überraschenderweise darauf hin, dass die Kosten ein Nachteil sein könnten. Tatsächlich sind die Starter- und Professional-Pakete von Napkin bislang kostenlos. Kosten entstehen lediglich im Enterprise-Paket, das für einfache Veranstaltungsarbeiten oder kleine Präsentationen nicht erforderlich ist. Im Enterprise-Paket können beispielsweise Firmen ihr eigenes Logo und Corporate Design einbinden.

(Abbildung 4)
Jeder Output in Napkin kann in eine Grafik umgewandelt werden. Der Text im Napkin-Dokument lässt sich jederzeit bearbeiten und kann anschließend mit der überarbeiteten Version erneut visualisiert werden. Eine solche Überarbeitung ist empfehlenswert, da die KI häufig Wörter verwendet, die schwer nachvollziehbar sind. Zudem sollte die Ansprache im Prompt klar und präzise formuliert werden.
Nach der Auswahl der Art der Grafik besteht anschließend die Möglichkeit, eine konkrete Variante auszuwählen (siehe Abbildung 5).

(Abbildung 5)
Napkin ist leicht zu bedienen und bietet eine praktische Alternative zu klassischen PowerPoint-Grafiken. Gerade bei Präsentationen gilt: „Das Auge isst mit“ – Napkin AI visualisiert Inhalte anschaulich und lässt Präsentationen professioneller wirken. Zudem lässt sich das Tool nutzen, um kreative Impulse für Veranstaltungen zu gewinnen. Visualisierungen unterstützen oft das gesprochene Wort und machen zum Beispiel Zahlen leichter verständlich.
Gleichzeitig sollte stets überprüft werden, ob der Output korrekt und passend ist. Es empfiehlt sich, den generierten Text nicht unverändert zu übernehmen, sondern sicherzustellen, dass er mit dem ursprünglich eingegebenen Prompt übereinstimmt. Auch beim Hochladen von Dateien ist Vorsicht geboten: Napkin AI verarbeitet DOC-, PDF-, PPT-, HTML- oder Markdown-Dateien und wandelt deren Inhalte in Visualisierungen um. Wie genau die Daten gespeichert oder verarbeitet werden, ist jedoch nicht transparent, weshalb sensible Informationen nur eingeschränkt genutzt werden sollten.
Das Team der Stadtbüchereien Düsseldorf hat sich zum Ziel gesetzt, KI strategisch und ganzheitlich in seine Arbeit zu integrieren. In diesem Gastartikel stellen Antonia Lüthgen und Dana Wingensiefen-Wosel das Projekt „BibliothekKI“ vor.
Künstliche Intelligenz (KI) ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern Teil unseres Alltags. Ob in der Spracherkennung von Smartphones, bei automatisierten Empfehlungen in Streaming-Diensten oder in der medizinischen Diagnostik. Als öffentliche Bibliothek stehen wir vor der Frage: Wollen wir diese Entwicklung nur beobachten, oder aktiv gestalten?
Für die Stadtbüchereien Düsseldorf war die Antwort klar: Wir wollen gestalten.
Mit dem Projekt „BibliotheKI“ haben wir uns auf den Weg gemacht, KI nicht nur punktuell einzusetzen, sondern strategisch und ganzheitlich in unsere Arbeit zu integrieren. Dabei betrachten wir KI nicht allein als technische Spielerei, sondern als Querschnittsthema, das Technik, Organisation, Weiterbildung und gesellschaftlichen Dialog verbindet. Dabei haben wir nicht mit fertigen Lösungen begonnen, sondern Schritt für Schritt ausprobiert, gelernt und uns weiterentwickelt. Dieses schrittweise Vorgehen hat uns ermöglicht, Erfolge sichtbar zu machen, sowie Nutzende und Mitarbeitende gleichermaßen einzubinden.
Zu Beginn unserer Arbeit haben wir unsere Nutzendenbefragung von 2023 zur Hand genommen und durch eine Mitarbeitendenbefragung ergänzt. Die Nutzendenbefragung von 2023 ergab, dass 73 % der rund 3.700 Befragten die Bibliothek mindestens zweimal im Monat besuchen. 24 % davon wollen sich inspirieren lassen, 20 % haben einen konkreten Informationsbedarf – ideale Voraussetzungen, um mit KI-gestützten Angeboten sowohl Orientierung als auch Überraschungsmomente zu schaffen. Parallel zeigte die interne Befragung von 2024 (im Rahmen der Bachelorarbeit von Davide Elia1), dass fast 90 % der 85 teilnehmenden Mitarbeitenden bereits privat mit KI gearbeitet haben, doch 44 % fühlten sich „wenig vorbereitet“ auf den professionellen Einsatz. Genau an diesen beiden Punkten wollten wir ansetzen: Interesse nutzen, Kompetenzen aufbauen, Berührungsängste abbauen, Lust auf Ausprobieren machen.
Im Juni 2024 gründeten wir die Projektgruppe „Künstliche Intelligenz“. Diese ist in drei Arbeitsgruppen aufgeteilt:
Um der Tragweite der Künstlichen Intelligenz gerecht zu werden stimmen wir alle größeren Projekte mit den städtischen Datenschutzstellen und Gremien ab. Stattfindende Veranstaltungen melden wir via eines Formblatts an die städtische KI-Verantwortliche. Ein internes Wiki das wir seit 2017 benutzen, bündelt unser gesammeltes Wissen, von Schulungsmaterialien bis zu technischen Spezifikationen. Über 30 Mitarbeitende engagieren sich derzeit in unterschiedlicher Intensität in der Projektgruppe und ihren AGs – dies ist nur möglich, weil die Leitung der Stadtbüchereien Düsseldorf unser Engagement von Anfang an unterstützt hat und dies auch noch tut.
Ein wichtiger Schritt waren unsere verbindlichen KI-Leitlinien (erstmals veröffentlicht in ProLibris 1/252). Sie gelten für alle Mitarbeitenden und legen fest, welcher Stellenwert Künstlicher Intelligenz in den Stadtbüchereien Düsseldorf zukommt und wie wir mit KI praktisch und strukturell verfahren wollen. Ergänzt werden die Leitlinien durch ein Formblatt das für jede KI-Veranstaltung oder die Anschaffung eines Tools genutzt wird. In dem Formblatt machen die verantwortlichen Personen unter anderem Angaben zu den Gerätschaften mit denen gearbeitet wird, zur Datenspeicherung, zum Anmeldeverfahren, zum Netzwerk-Login und zur Löschroutine. Damit gewährleisten wir eine datenschutzkonforme Anwendung von Künstlicher Intelligenz und erzielen gleichzeitig Effizienzgewinne. Zusätzlich klären Aushänge in den Räumlichkeiten, über die Datenspeicherung bei KI-Events auf. Diese Instrumente helfen uns somit, unsere eigenen Standards zu schaffen, Missverständnisse zu vermeiden und den rechtlichen Rahmen für Experimente klar abzustecken.
Vom 4. bis 11. April 2025 haben wir unsere erste KI-Woche veranstaltet. Sie begann mit der Langen Nacht der Bibliotheken und umfasste zwölf Veranstaltungen. Es ist uns dabei gelungen die großen Themenblöcke, die in Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz oft genannt werden, abzudecken. Darunter zum Beispiel „KI & Demokratie“, „KI & Rassismus“ und „KI & Nachhaltigkeit“. Mehr als 800 Menschen nahmen teil, ein klares Signal, dass das Thema auf großes Interesse stößt.
Ein Publikumsliebling war der „KI:osk“, ein niedrigschwelliger Ausprobierstand mit sechs KI-Tools, betreut von geschulten Mitarbeitenden. Hier konnten unsere Besuchenden selbst testen, wie KI funktioniert. Das Format kam so gut an, dass es regelmäßig als Pop-up-Angebot in der Zentralbibliothek angeboten wird. In den Zweigstellen wird das Angebot eigenverantwortlich via eines iPads realisiert. Als Konsequenz aus den Erfahrungen der KI-Woche und weil das Thema KI so sehr die Gemüter bewegt, achten wir bei der Gestaltung unseres Quartalsprogramms darauf, dass wir immer KI-Veranstaltungen im Programm haben.
Natürlich ist der Weg zu einer KI-gestützten Bibliothek kein Selbstläufer.
Technische Hürden, knappe Ressourcen, Investitionen in Infrastruktur und die Suche nach datenschutzkonformen Lösungen begleiten uns. Der kontinuierliche Kompetenzaufbau im Kollegium ist ebenfalls ein zentrales Ziel und Thema. Künftig auch mit Unterstützung externer Partner wie der örtlichen Hochschule. Wichtig war für uns, Herausforderungen nicht als Bremsklotz zu sehen, sondern als Teil des Lernprozesses, denn jedes Problem, das wir lösen, macht uns zukunftsfähiger.
Unsere weiteren Pläne: die Robotik-Integration ausbauen, das Avatar-System weiterentwickeln, interne Abläufe stärker automatisieren und neue Veranstaltungsformate wie zum Beispiel eine KI-Sprechstunde anbieten. Unser Ziel ist es, dass Künstliche Intelligenz in der Bibliothek so selbstverständlich genutzt wird wie ein Katalog oder ein Ausleihsystem, also offen für alle und mit Raum zum Ausprobieren.
Dazu wollen wir auch weiterhin Formate und Angebote schaffen, die Menschen befähigen, KI kritisch zu hinterfragen aber auch kreativ zu nutzen. Langfristig möchten wir so mit unserem Projekt „BibliotheKI“ einen Beitrag zur KI-Strategie der Landeshauptstadt Düsseldorf und zur Befähigung ihrer Bürger*innen leisten.
„BibliotheKI“ zeigt, dass Künstliche Intelligenz in öffentlichen Bibliotheken nicht nur möglich, sondern gestaltbar ist. Technik, Organisation, Bildung und Dialog greifen ineinander, um ein Modell zu schaffen, das über Düsseldorf hinaus Impulse geben kann. Unser Ziel: ein offener, partizipativer und zukunftsorientierter Raum, in dem Mensch und Maschine gemeinsam Neues schaffen. Andere Bibliotheken können von diesem Ansatz profitieren, indem sie klein anfangen, mutig experimentieren und gemeinsam mit ihren Nutzenden und Mitarbeitenden Schritt für Schritt in das Thema hineinwachsen.
Antonia Lüthgen studiert seit 2022 dual „Bibliothek und digitale Kommunikation“ an der Technischen Hochschule Köln. Im bibliothekarischen Kontext interessiert sie sich besonders für den Kinder- und Jugendbereich und die Veranstaltungsarbeit im Allgemeinen.
Dana Wingensiefen-Wosel leitet seit März 2024 das Sachgebiet Digitale Services in den Stadtbüchereien Düsseldorf – hier ist sie für die Vermittlung der Digitalen Angebote der Stadtbüchereien, das LibraryLab, den humanoiden Roboter Pepper und für das neue Digitalstudio verantwortlich. Seit Juni 2024 steht sie außerdem der KI-Projektgruppe der Stadtbüchereien Düsseldorf vor. Zuvor war Dana Wingensiefen-Wosel sieben Jahre in einer Unternehmensberatung (PR) tätig. Sie ist gelernte Buchhändlerin und hat einen Masterabschluss der LMU München in Buch- und Medienforschung.
Künstliche Intelligenz verändert die Art und Weise, wie Informationen entstehen, verbreitet und bewertet werden. KI-gestützte Systeme erleichtern zunehmend die Produktion von realistisch wirkenden Texten, Bildern und Videos – und damit neue Formen von Desinformation. Aber inwieweit bieten sie bereits die Möglichkeit, Falschmeldungen zu erkennen? Und was heißt das für Öffentliche Bibliotheken?
Mit dem Aufkommen von Sprach- und Bildgeneratoren wird die Erzeugung und Verbreitung von Fake News zunehmend einfacher verbreitet. KI kann realistisch wirkende Nachrichten, Bilder und Deepfake-Videos generieren. Dadurch steigt nicht nur die Quantität von Falschinformationen, diese sind mittlerweile oft schwieriger zu erkennen. Zudem verschwimmen die Grenzen zwischen Wahrheit und Falschinformation, auch wenn der Inhalt durch KI nur subtil verändert wird.
Neben den Schattenseiten kann eine KI auch dabei helfen, Fake News aufzudecken und einzudämmen. Algorithmen können Muster von Falschinformationen erkennen, Quellen verifizieren und dabei helfen, Desinformationen schneller zu entlarven. Die Technik ist somit nicht nur ein Teil des Problems, sondern auch potenziell Teil der Lösung.
Der Deepfake-o-Meter von der University at Buffalo kann Bilder und Videos Deepfake anhand von KI entdecken. Die Nutzung des Deepfake-o-Meters ist kostenlos und hilft dabei, aus Bild-, Video-, und Tondateien Deepfakes zu erkennen. Nach der Registrierung können Nutzende eine Mediendatei hochladen und durch verschiedene Open-Source-Algorithmen analysieren lassen. Innerhalb weniger Minuten liefert das Tool dann eine Einschätzung, ob die Datei Anzeichen für KI-Manipulation enthält. Dabei handelt es sich wie bereits um eine Einschätzung, die von einer KI selbst ausgegeben wird. Allerdings: Die Ergebnisse daraus sind nicht zu 100 Prozent zuverlässig, können aber eine Hilfe sein. Die Analyse von Deepfake-o-Meter ist rein technisch und muss von den Nutzenden interpretiert werden.
Sightengine ist ein KI-Tool, das Bilder, Videos und Texte analysiert und automatisch moderiert. Es wird von Plattformen genutzt, um unangemessene Inhalte zu erkennen und zu entfernen. Das Tool basiert auf ein Wissen aus echten und manipulierten Medieninhalten um Muster erkennen zu können, die auf problematische Inhalte hindeuten.
Das deutsche Forschungsprojekt NoFake setzte genau an der Ungenauigkeit bisheriger Möglichkeiten an, indem mit einer Kombination aus Automatisierung und journalistischer Expertise über eine Plattform für Faktenchecks.
Ziel des Projektes war es, ein digitales Assistenzsystem zu entwickeln, das Menschen dabei unterstützt, Falschinformationen im Internet schnell zu erkenne. Dabei geht es vor allem um Texte und Bilder, die über Online-Plattformen verbreitet werden. Das Assistenzsystem soll großen Mengen an Daten automatisch analysieren, verdächtige Inhalte herausfiltern und dabei zeigen, wie sich diese Inhalte verbreiten. Dafür untersucht das Forschungsteam, wie bestehende Methoden zur Analyse von Texten und Bildern verbessert werden können, damit sie Fake News zuverlässig erkennen. Zu dem System werden Schulungen und Lernmaterialien entwickelt, damit Crowdworker lernen, sicher mit dem System zu arbeiten. Die Materialien sollen ihnen auch dabei helfen, ohne journalistische Ausbildung, Fake News zu erkennen. Koordiniert wurde das Projekt von der Ruhr-Universität Bochum. Partner waren die Technische Universität Dortmund, CORRECTIV gGmbH Essen und die Technische Universität Berlin. Das Projekt lief von 2021 bis 2024 und wurde gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.
Das europäische Forschungsprojekt vera.ai entwickelte ebenfalls Tools, die nicht nur Fake News erkennen, sondern die Nutzenden nachvollziehbar aufklären, warum ein bestimmter Inhalt als manipuliert oder falsch eingestuft wird. Dabei werden Inhalte in verschiedenen Sprachen und Formaten analysiert, um Desinformationskampagnen zu erkennen. Dabei hat vera.ai als Zielgruppe nicht vulnerable Gruppen oder Behörden, sondern Forschende, Journalistinnen und Journalisten und andere Medienprofis. Beteiligt waren unter anderem das Fraunhofer IDMT, die Deutsche Welle und die University of Sheffield.
Im Forschungsprojekt NEBULA arbeiteten Hochschulen, Behörden und Unternehmen von Juli 2022 bis Juni 2025 gemeinsam daran, Fake News frühzeitig zu erkennen und ihre Wirkung zu entschärfen. Das Projekt hatte zwei Zielgruppen im Fokus.
Zum einen sollen besonders gefährdete Gruppen wie ältere Menschen oder Nutzende mit geringer Medienkompetenz durch verständliche und transparente Technologien unterstützt und gestärkt werden. Des Weiteren lag der Fokus auch auf Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben. Dazu wurden Smartphone-Apps und Browser-Plugins entwickelt, mit denen sich die Glaubwürdigkeit von Nachrichten prüfen lassen.
Das Projekt legt dabei großen Wert auf die Vermittlung. Die KI muss begründen können, warum ein Inhalt als potenziell falsch eingestuft wird. Die Ergebnisse aus NEBULA bestehen aus reinen Prototypen – es gibt dazu keine funktionsfähige App.
Ein wichtiges Fazit: eine genaue KI-Detektion ist derzeit noch nicht möglich, kann aber dabei helfen, vorzufiltern. Aus den Nutzerstudien zeigte sich außerdem, dass das Arbeiten mit Indikatorenanzeigen großes Potenzial beherbergt, da das kritische Denken der Nutzenden aktiv angeregt wird – in diese Richtung soll laut Dr.-Ing. Katrin Hartwig von der Technischen Universität Darmstadt, auch zukünftig weiter geforscht werden. Beteiligt waren unter anderem die Technische Universität Darmstadt, die Universität Siegen, die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, die Universität Paderborn und die NanoGiants GmbH als Verbundpartner.
Die Beispiele aus der Praxis und der Forschung zeigen: Es entstehen zunehmend mehr Werkzeuge, die Fake News erkennen und transparent machen. Jedoch sind diese Werkzeuge (noch) kein gutes Löschmittel.
Umso wichtiger wird die Förderung von Medien- und Informationskompetenz, nicht nur in Schulen oder Universitäten, sondern auch in Öffentlichen Bibliotheken. Sie können zu Orten werden, an denen Menschen lernen, KI nicht nur zu nutzen, sondern auch kritisch zu betrachten. Beispielsweise sind Workshops zur Erkennung von Fake News, Deepfakes möglich oder das Ausprobieren von KI-Erkennungstools im geschützten Rahmen.
Einige Bibliotheken wie zum Beispiel die Zentralbibliothek Duisburg boten ein Aktionslabor, konzipiert von der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS, an. An sowohl analogen als auch digitalen Mitmachstationen konnte man mit Virtual-Reality-Angeboten und interaktiven Spielen das eigene Informations- und Nachrichtenverhalten hinterfragen. Begleitend zu der Ausstellung gab es auch Veranstaltungen zu Themen wie „Was kann ich noch glauben? Desinformation, Fake News und KI-Manipulation besser verstehen“ oder „Nah und neutral? Die Kunst der journalistischen Berichterstattung“.
Auch durch niedrigschwellige Angebote, wie beispielsweise durch die KI-Kreativ-Werkstatt in der Stadtbibliothek Dormagen, können Kinder und Jugendliche spielerisch einen kritischen und verantwortungsbewussten mit KI erlernen. Der Workshop in der Stadtbibliothek Dormagen ermöglichte es Kindern im Alter zwischen 10 und 12 Jahren KI verstehen und einsetzen zu können. Es lag neben kindgerechter und praxisnaher Umsetzung auch der Fokus auf eine kritische Auseinandersetzung. Weitere beispielhafte Projekte in Bibliotheken zum Thema KI und Fake News gibt es auf der Website von Netzwerk Bibliothek Medienbildung.
Chatbots können heute bereits einfache Anfragen von Nutzer*innen beantworten – etwa zu Öffnungszeiten, Medienverfügbarkeit oder Veranstaltungsterminen, wie beim VÖBB-Chatbot der Bibliothek Berlin. Auch KI-gestützte Tools zum Schreiben von Pressemitteilungen oder zur Planung von Veranstaltungen können bei der Arbeit unterstützen. Aber kann man KI als Organisation einfach so verwenden? Ohne Schulung oder Kennzeichnung?
Seit 1. August 2024 gilt mit dem EU AI Act das weltweit erste umfassende Gesetz zur Regulierung von Künstlicher Intelligenz. Der Rat der 27 EU-Mitgliedstaaten hat damit einen verbindlichen Rahmen für den Einsatz von KI verabschiedet. Ziel ist es, Innovation zu fördern und gleichzeitig Risiken für Menschen und Gesellschaft zu begrenzen.
Der EU AI Act teilt KI-Tools in vier Risikokategorien ein:
| Kategorie | Symbol | Beispiele | Rechtliche Pflichten / Folgen |
| Minimales Risiko | 🟢 | Schreib- oder Übersetzungsassistenten, Spamfilter, KI in Videospielen | Keine speziellen Auflagen außer bestehenden Gesetzen |
| Begrenztes Risiko | 🟡 | Chatbots, Empfehlungssysteme, Deepfakes | Transparenzpflichten: Nutzer*innen müssen erkennen können, dass sie mit KI interagieren oder KI-Inhalte sehen |
| Hohes Risiko | 🟠 | KI in Medizinprodukten, Personalwesen (z. B. Bewerbungsscreening), Bildung (z. B. Prüfungsbewertung), Justiz, Migration, kritische Infrastrukturen | Strenge Anforderungen: Risikomanagement, hochwertige Daten, Dokumentation, menschliche Aufsicht, Robustheit, Genauigkeit, Transparenz |
| Inakzeptables Risiko | 🔴 | Social Scoring, manipulative Systeme, bestimmte biometrische Echtzeit-Überwachung | Verboten – Einsatz nicht zulässig |
Nationale Behörden überwachen die Einhaltung. Verstöße können zu hohen Geldbußen führen (bis zu 35 Mio. € oder 7 % des weltweiten Jahresumsatzes).
Der EU AI Act verpflichtet Anbieter und Verwender von KI-Systemen dazu, ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenzen („AI Literacy“) bei ihrem Personal sicherzustellen. Darunter versteht das Gesetz Fähigkeiten, Wissen und Verständnis, die es ermöglichen, KI-Systeme informiert zu nutzen, Chancen und Risiken einzuschätzen und sich möglicher Schäden bewusst zu sein. Das erforderliche Kompetenzniveau hängt dabei von den Aufgaben, dem Kontext und dem Einsatzbereich des jeweiligen KI-Systems ab.
Für Bibliotheken bedeutet dies: Mitarbeitende, die KI-Anwendungen einsetzen – etwa Chatbots, Empfehlungssysteme oder Planungstools – müssen in einem Umfang geschult werden, der ihnen eine verantwortungsvolle und transparente Nutzung dieser Systeme ermöglicht.
Aber was bedeutet das konkret?
Für Bibliotheken folgt daraus in der Praxis:
Mit dem EU AI Act liegt seit 2024 erstmals ein verbindlicher Rechtsrahmen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in Europa vor. Für Bibliotheken bedeutet das: Der Einsatz von KI ist möglich und sinnvoll, er muss aber im Einklang mit den Vorgaben erfolgen. Dazu gehört vor allem die Einhaltung von Transparenzpflichten, die Schulung von Mitarbeitenden im verantwortungsvollen Umgang mit KI-Systemen und die Berücksichtigung der jeweiligen Risikokategorie.
Digitalisierung, veränderte Nutzungsgewohnheiten, Personalmangel und neue Erwartungen der Besucherinnen und Besucher stellen Öffentliche Bibliotheken vor große Herausforderungen. Innovative Lösungen sind gefragt – und eine Technologie rückt dabei immer stärker in den Fokus: die Künstliche Intelligenz (KI). In unserer neuen Beitragsreihe möchten wir beleuchten, warum KI im Bibliothekswesen relevant ist und welche Chancen und Herausforderungen sie mit sich bringt.
Was ist KI wirklich – und was nicht?
Andreas Langer, Medienpädagoge bei der Büchereizentrale Schleswig-Holstein und KI-Experte, ordnet den Begriff in der aktuellen ProLibris (25/1) treffend ein: Der englische Ausdruck Artificial Intelligence wird im Deutschen oft missverstanden, weil „Intelligenz“ stark mit menschlicher Kognition verknüpft ist. Tatsächlich geht es bei KI vor allem um die Fähigkeit, Informationen zu verarbeiten und Probleme zu lösen. Die deutsche Übersetzung führt daher häufig zu überhöhten Erwartungen – und zu Missverständnissen über die tatsächlichen Möglichkeiten von KI-Systemen, besonders bei Menschen, die den Anschluss an aktuelle Medien- und Kulturtechniken verloren haben.
Langer plädiert für einen pragmatischen, fachlich neutralen Einsatz von KI in Bibliotheken. Chancen sollen genutzt werden, ohne zentrale bibliothekarische Werte wie Datenschutz, Informationsfreiheit und kritische Medienkompetenz aus den Augen zu verlieren. Bibliotheken könnten künftig eine wichtige Rolle dabei übernehmen, ihre Nutzerinnen und Nutzer zu befähigen, KI-Technologien kompetent, reflektiert und selbstbestimmt einzusetzen. Hier geht es zum vollständigen Artikel: https://www.bibliotheken-nrw.de/wp-content/uploads/2025/04/Web-DS-250321_ProLibris_01-2025-1.pdf (Seite 8)
KI ist schon Realität in Bibliotheken
KI ist längst kein fernes Zukunftsthema mehr. Heute begegnet sie uns bereits in vielfältigen Anwendungen, zum Beispiel:
Diese Beispiele zeigen, dass KI den Bibliotheksalltag bereits bereichert – sowohl nach außen in der Nutzerkommunikation als auch nach innen in den internen Prozessen.

Ein Ausblick auf unsere Reihe
Als Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW werden wir uns in den kommenden Beiträgen intensiver mit dem Thema KI beschäftigen. In kurzen und leicht verständlichen Einheiten geben wir Einblicke in:
Damit möchten wir Bibliotheken einen praxisnahen Einstieg in das Thema bieten und Impulse für die eigene Arbeit setzen.
Was interessiert Sie besonders: Einsatzmöglichkeiten im Alltag, rechtliche Aspekte oder Praxisbeispiele aus anderen Bibliotheken? Teilen Sie Ihre Erwartungen und Fragen gerne mit uns!
Wir haben die Daten der Deutschen Bibliotheksstatistik für NRW für das Jahr 2024 ausgewertet und auf unserem Blog veröffentlicht. Die Landesstatistik NRW umfasst alle kommunalen öffentlichen Bibliotheken. Die Daten machen deutlich: Bibliotheken in NRW befinden sich in einem Transformationsprozess. Welche Trends sich abzeichnen und welche Herausforderungen damit verbunden sind, erfahren Sie in unserer Auswertung: https://fachstelle-oeffentliche-bibliotheken.nrw/nrw-statistik-2024/
Mit dem Landesprojekt „Bühne frei für Mensch und KI – Bibliothek als Kultur- und Informationszentrum“ hat die Stadtbibliothek Hennef einen großen Schritt in Richtung Zukunft gemacht. Neue Technik, gezielte Fortbildungen und kreative Workshopformate stärken nicht nur die digitale Kompetenz des Teams, sondern auch die Rolle der Bibliothek als Ort der Begegnung, Bildung und kulturellen Teilhabe. Der folgende Bericht gibt einen Überblick über die Projektziele, den Ablauf, Herausforderungen und Erfolge – und zeigt, wie Bibliotheken auch in Zeiten von Künstlicher Intelligenz gesellschaftlich relevant bleiben. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.
Im Lesecafé wurde eine Bühne mit Vorhang, Scheinwerfern und Lautsprechern installiert. Vortragende profitieren nun von einer professionellen Tonanlage – ideal auch für musikalische Beiträge. Die Veranstaltungstechnik wurde in enger Abstimmung mit dem städtischen Techniker angeschafft. Außerdem gibt es nun einen Synthesizer, der individuell mit Kopfhörern als auch im Rahmen von Veranstaltungen genutzt werden kann.
Das gesamte Bibliotheksteam erhielt eine Schulung zum Thema Künstliche Intelligenz (KI). Darüber hinaus bildete sich die Leitung zusätzlich fort und führte im Anschluss vier eigene Schulungen zu Künstlicher Intelligenz und Fake News durch. Die Stadtbibliothek wird seither stärker als Anlaufstelle für Informationskompetenz wahrgenommen.
Ein besonderer Fokus lag auf Angeboten für Jugendliche. Das Team wurde gezielt geschult, um entsprechende Workshops professionell vorzubereiten. Leider meldeten sich zu wenige Jugendliche an, sodass dieser Projektteil nicht die erhoffte Resonanz fand.
Ein Workshop in Kooperation mit dem KKTheater Köln half dem Team, sich selbst neu zu entdecken: In gemeinsamer kreativer Arbeit wurden persönliche „Schätze“ gehoben und individuelle Stärken sichtbar gemacht. Das stärkte das Teamgefühl und schärfte den Blick für die eigene Rolle im digitalen Wandel.
Nach Projektgenehmigung Mitte des Jahres begann die Suche nach geeigneten Workshopangeboten.
Der Projektzeitraum wurde bis zum 28. Februar 2025 verlängert. In dieser Zeit lief die Öffentlichkeitsarbeit für:
Leider nahmen am ersten „Wortkunst“-Termin nur zwei Jugendliche teil, weshalb die geplante vierteilige Workshop-Reihe nicht wie erhofft umgesetzt werden konnte.

Die KI-Einführungsveranstaltungen für Erwachsene fanden hingegen großen Anklang. Insgesamt gab es vier Termine:
22.01., 29.01., 05.02. und 26.02., mit jeweils 21 bis 28 Teilnehmenden, überwiegend über 60 Jahre alt.

Highlights der Veranstaltungen:

Viele Teilnehmende waren überrascht, dass die Veranstaltung direkt in der Bibliothek stattfand – in persönlicher Atmosphäre und nicht im großen Saal der benachbarten Meys Fabrik.
Die Referentin verschickte im Anschluss eine Linkliste mit weiterführenden Materialien. Ein Büchertisch mit Sachliteratur und Romanen zum Thema KI begleitete die Veranstaltung. Viele Gäste waren zum ersten Mal überhaupt in der Stadtbibliothek.
Das Projekt hat nicht alle Erwartungen erfüllt – insbesondere die Beteiligung Jugendlicher blieb hinter den Hoffnungen zurück. Dennoch brachte es zahlreiche neue Impulse, sowohl nach innen (Team, Technik, Kompetenzen) als auch nach außen (Wahrnehmung, neue Zielgruppen, Netzwerke).
Der Fachkräftemangel macht auch vor Bibliotheken nicht Halt. Immer häufiger finden daher Menschen mit unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen ihren Weg in den Bibliotheksalltag – als sogenannte Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger. Das bringt frischen Wind, neue Perspektiven und wertvolle Kompetenzen. Doch um diese Potenziale bestmöglich zu entfalten, braucht es ein strukturiertes und wertschätzendes Onboarding.
Quereinsteiger*innen kommen oft mit viel Motivation, aber meist wenig Fachwissen in bibliotheksspezifische Abläufe. Ein gelungener Einstieg entscheidet darüber, wie schnell sie sich zurechtfinden, sich einbringen können – und ob sie langfristig bleiben. Denn Unsicherheit, fehlende Orientierung und ein unklarer Rollenrahmen führen schnell zu Frustration.
Ein gutes Onboarding ist daher mehr als eine kurze Einarbeitungsphase: Es ist eine strategische Investition in Bindung, Motivation und Qualität.
Stärken von Quereinsteiger*innen (individuell verschieden):
Herausforderungen:
Ein erfolgreiches Onboarding gleicht diese Unterschiede systematisch aus – und schafft Raum, die mitgebrachten Stärken einzubringen.
1. Begrüßung und Orientierung
Ein strukturierter erster Tag mit persönlicher Begrüßung, Rundgang, Vorstellung des Teams und einer Begrüßungsmappe hilft, sich willkommen zu fühlen. Ein klarer Ablaufplan für die ersten Wochen gibt Sicherheit.
2. Einführung in die Arbeitsbereiche
Schrittweise Einarbeitung in zentrale Prozesse: Ausleihe, Rückgabe, Recherche, Veranstaltungsplanung, Medienbearbeitung etc. Idealerweise mit einer erfahrenen Ansprechperson („Buddy“), die Wissen weitergibt und für Fragen erreichbar ist.
3. Schulung und Fortbildung
Quereinsteiger*innen profitieren von niedrigschwelligen Fortbildungsangeboten – z. B. zu Bibliothekssoftware, Recherchetechniken, Medienpädagogik oder Veranstaltungsplanung. Auch E-Learning-Formate oder Online-Tutorials sind hilfreich.
4. Feedback und Austausch
Regelmäßige Feedbackgespräche ermöglichen Rückmeldung, Klärung offener Fragen und Anpassung der Einarbeitung. Austausch mit anderen Quereinsteiger*innen (z. B. über Netzwerktreffen) schafft zusätzliche Unterstützung.
5. Perspektive und Integration
Einbezug in Teammeetings, Projektarbeit oder Weiterbildungsangebote signalisiert: Du gehörst dazu. Perspektivgespräche helfen, Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen und das eigene Profil weiter zu schärfen.
Quereinsteiger*innen sind eine wertvolle Ressource für Bibliotheksteams – wenn man sie gut abholt. Ein durchdachtes Onboarding schafft Vertrauen, Orientierung und Lernräume. Es fördert nicht nur die individuelle Entwicklung, sondern stärkt auch das ganze Team durch Vielfalt, neue Ideen und gegenseitiges Lernen.
Und nicht zuletzt: Wer sich willkommen fühlt, bleibt gerne.
Weiterführende Literatur und Quellen
Fachartikel und Studien:
Weitere hilfreiche Ressourcen:
Blog der FU Berlin: Onboarding in wissenschaftlichen Bibliotheken. blogs.fu-berlin.de
Die Nutzung von Bibliotheken ändert sich ebenso wie die an sie gerichteten Erwartungen: vom Ausleihort zum öffentlichen Lernort, Vernetzungsraum und Treffpunkt. Weniger Medien als vielmehr Menschen stehen im Mittelpunkt. Der Wandel erfordert Anpassungen. Qualität und Bedarfsgerechtigkeit der räumlichen und technischen Infrastruktur sind dabei Schlüsselmomente. Wie gut das gelingen kann, zeigt der Umbau der Zentralbibliothek Mönchengladbach. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.
Das Projekt „Zentralbibliothek der Zukunft zb+“ war mit der Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der Bibliothek eines der zentralen Projekte des von Land, Bund und EU geförderten Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzepts „Soziale Stadt Gladbach & Westend“. Basis für den architektonischen Realisierungswettbewerb 2018 war das innovative Bibliothekskonzept „Offene Bibliothek – hybrider Lernort, innovativer Vernetzungsraum, (inter)kultureller Treffpunkt“. Der Wettbewerbssieger Schrammel Architekten hat ihm mit einem spannenden Entwurf zwischen Denkmalschutz und Modernität erfolgreich Raum gegeben. Nach dreijähriger Bauzeit konnte die Zentralbibliothek Carl Brandts Haus im Juni 2023 wiedereröffnet werden. Das Konzept „Zentralbibliothek der Zukunft zb+“ auf einer fast doppelt so großen Publikumsfläche (3.000 qm) mit komplexer Raumstruktur, vielfältigen analogen und digitalen Angeboten und Funktionsbeziehungen sowie geplantem Open-Library-Betrieb erfolgreich umzusetzen, war eine Herausforderung.
Dabei muss die Bibliothek heute ihre virtuellen und physischen Räume effektiv und effizient, auf die Bedarfe und Erwartungen der Nutzer*innen abgestimmt, bespielen. Für die Umsetzung ihres Konzeptes „Zentralbibliothek der Zukunft zb+: Offene Bibliothek – hybrider Lernort, innovativer Vernetzungsraum und (inter)kultureller Treffpunkt“ und einen erfolgreichen Betrieb muss die Bibliothek eine einfache, sichere Orientierung gewährleisten, eine intuitive, selbstständige Nutzung ermöglichen sowie die Sichtbarkeit und Vermittlung der Angebote (Wissen und Informationen, Medien, Veranstaltungen …) verbessern. Das gilt im Netz wie vor Ort. Dabei ist der Bibliothek wichtig, dass das „Look and Feel“ digital wie analog die Bibliothek und den roten Gestaltungsleitfaden eindeutig erkennen lässt.
In der gesamten Bibliothek geht es darum, alle Zielgruppen niederschwellig anzusprechen, Digitales mit Haptischem zu verbinden, im physischen Raum inspirierend und sichtbar zu inszenieren und einfach nutzbar zu machen, Besucher*innen Information, Interaktion, Inspiration, Kommunikation, Kollaboration und Partizipation zu ermöglichen. Nicht zuletzt ihr geändertes Aufgabenprofil – Programmarbeit spielt quantitativ und qualitativ eine viel größere Rolle als früher – und der geplante Open-Library-Betrieb erfordern eine Optimierung der Kundenorientierung und Kundenkommunikation.
Die Entwicklung eines grafisch gestalteten, analogen Leit- und Orientierungssystems ist – nach Änderung – der Schwerpunkt des Projektes „Orientierung, Vermittlung, Zugang: Auf dem Weg zu einer smarten Zentralbibliothek der Zukunft“. Nur ein von Fachleuten professionell entwickeltes Leit- und Orientierungssystem, das die Perspektive der Bibliotheksbesucher*innen einnimmt und für ein breites Publikum leicht verständlich ist, kann niederschwelligen Zugang und selbstständige Nutzung der Bibliothek und ihrer Angebote ermöglichen. In einer hybriden Bibliothek muss dabei ganzheitlich digitale Orientierung mitgedacht werden. Seine Gestaltung kann nicht losgelöst vom Corporate Design der Bibliothek betrachtet werden. Mit seiner ästhetischen Funktion hat das System Einfluss auf die Wirkung des Raums, hat imagebildenden Charakter und ist somit Teil des Corporate Designs der Bibliothek.




Das Leit- und Orientierungssystem wurde multiprofessionell von einer Kommunikationsdesign-Agentur, den Architekten und der Bibliothek entwickelt. Barrierefreiheit wurde dabei systematisch mitgedacht. Wo möglich, z.B. beim unterfahrbaren Tastplan, wurde auf Design for all gesetzt. Die Entwicklung erfolgte iterativ. Der Einsatz von Personas sollte dabei eine bestmögliche Orientierung für verschiedene Zielgruppen sicherstellen. Eine Rolle spielte auch das Wording, das aus Besuchendenperspektive geprüft und optimiert wurde, um leichte Verständlichkeit und niedrigschwelligen Zugang zu gewährleisten. Um die optimale Position und Größe der Leitsystemelemente festzulegen, hat der Kommunikationsdesigner ein digitales 3D-Modell exemplarischer Bibliotheksbereiche gebaut.
Bei der Regalbeschriftung geht die Bibliothek neue Wege: Sie integriert sie gestalterisch in das Leit- und Orientierungssystem. Eingesetzt werden Topschilder und Würfel aus Pappe, die Stirnseiten sind mit Folie beschriftet. Gezieltes Auffinden wird mit eindeutigen Regalnummern, Browsen mit Klartextbezeichnung auf der Stirnseite unterstützt. Die Schließzeit hat die Bibliothek unter anderem dazu genutzt, Kindermedien und Belletristik vollständig auf eine Klartextsystematik umzustellen. Transparente Fachbodenbeschriftungen können vom Bibliotheksteam per mobilem Drucker im Corporate Design realisiert werden.
Um ein dem Entwurf entsprechendes, optimales Ergebnis – sowohl im Hinblick auf die Funktionalität wie Ästhetik – zu garantieren, ergab sich im Projektverlauf die Notwendigkeit, die Überwachung der Montage und Begleitung der Abnahme mit in den Leistungsumfang des beauftragten Kommunikationsdesign-Büros aufzunehmen. Des Weiteren notwendig wurde eine Art Direktion für eine Wandillustration in den Kinderwelten, damit sich die illustrierte Wand, die kindgerecht zum Entdecken einladen soll, in den Gestaltungskosmos des Leit- und Orientierungssystems integriert. Im Vorfeld hat die Mönchengladbacher Illustratorin Ruth Zadow, die das Bild kreiert hat, Kinder beteiligt: In Wort und/oder Bild konnten sie ihre Ideen einreichen.
Erste Schritte zu einem digitalen Strategieprozess wurden dennoch mit einem verwaltungsintern moderierten Workshop mit einem Teil des Bibliotheksteams realisiert. Im ursprünglichen Antrag als Desiderate benannte digitale Services konnten in der Zwischenzeit bereits ohne externe Begleitung umgesetzt werden, z.B. eine 24/7-Online-Anmeldung (Selbstregistrierung) für Erwachsene und die Gebührenbezahlung mit ePayment. Weiter steht inzwischen ein Veranstaltungskalender auf der Bibliotheks-Website und im Webportal Arena zur Verfügung. Die digitale Transformation in der Bibliothek konnte also durchaus vorangetrieben werden. Nicht zuletzt aufgrund der großzügigen Landesförderung im Projekt „Die smarte Zentralbibliothek“ ist die modernisierte Zentralbibliothek technisch zukunftsfähig ausgestattet.
Ein erster Schritt Richtung digitale Besucherinformation, Erhöhung der Sichtbarkeit und besseren Vermittlung – Informationen, Medien, Veranstaltungen – sowie Orientierung konnte im Projekt „Auf dem Weg zur smarten Zentralbibliothek“ mit den Screens realisiert werden, für die Templates entwickelt wurden. Wirklich smart wird die Zentralbibliothek aber erst mit digitaler Indoor-Navigation, etwa über mobile Endgeräte wie Smartphones und/oder Tablets. Die steht auf der Agenda ebenso wie ein 3D-Modell, in dem man sich – wo immer man ist – digital durch die Bibliothek bewegen kann.
Klicken Sie auf das Bild, um noch mehr Fotos der ZB zu sehen:
Aus Sicht der Stadtbibliothek hat das Projekt die zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll umzusetzenden Ziele vollständig erreicht. Das Leit- und Orientierungssystem ist unverzichtbar für den erfolgreichen, kundenzentrierten Betrieb der Zentralbibliothek als offene Bibliothek mit Öffnungszeiten ohne Bibliothekspersonal, als hybrider Lernort, innovativer Vernetzungsraum und (inter)kultureller Treffpunkt. Mit neuen Ansätzen wurde ein gestalterisch hochwertiges, innovatives, nachhaltiges, kundenorientiertes Ergebnis geschaffen. Die Lösung ist zudem wirtschaftlich mit begrenztem Budget zu realisieren.
(Stand: 2023)
Roboter, die durch die Bibliothek führen, Avatare auf Tablets, die Fragen beantworten – in Bergheim wird Robotik nicht als Zukunftsmusik, sondern als reale Unterstützung für Besucherinnen und Besucher gedacht. Das Projekt „Robotik kreativ einsetzen“ zeigt, wie Technologie und Kreativität zusammenkommen, um Serviceangebote in öffentlichen Einrichtungen neu zu denken. Dabei steht der Mensch stets im Mittelpunkt – nicht nur als Nutzer, sondern auch als Ideengeber. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.
Im Sommer 2022 entwickelten die Stadtbibliothek Bergheim und die Fachabteilung „BM-Digital“ der Stadt Bergheim gemeinsam erste Ideen für ein Roboterprojekt. Parallel lief im benachbarten Rathaus bereits ein Versuch mit der Universität Köln zum Einsatz eines „Social-Robots“ für die digitalen Angebote der Stadt. Dort informiert der „Furhat“ Besucherinnen und Besucher des Rathauses und nimmt erste Anfragen entgegen.
Nach einer Marktanalyse entschied sich das Bibliotheksteam für den Serviceroboter TEMI und die Programmiersprache Plural.io der Firma HUMANIZING TECHNOLOGIES. Ergänzend bietet die Firma sogenannte Avatare an – digitale Begleiter, die gemeinsam mit den Robotern die Besucher durch die Bibliothek führen und mit zusätzlichen Informationen versorgen können.
Insgesamt vier mobile Serviceassistenten – für jede Etage einer – unterstützen das Bergheimer Bibliotheksteam. Sie nehmen Besucherinnen und Besucher in Empfang, dienen als Orientierungshilfe und beantworten allgemeine Fragen. Ein integrierter Bildschirm ermöglicht es, Informationen visuell zu präsentieren und zu leiten. Ausgestattet mit Sensoren und Kameras bewegen sich die Roboter flüssig und sicher durch Räume und dynamische Umgebungen.
Auch bei Veranstaltungen wird TEMI verstärkt eingesetzt: Er begrüßt Gäste, begleitet sie vom Eingang zu den Veranstaltungsräumen und weist auf das Programm hin. Darüber hinaus kann er allgemeine Fragen beantworten, Inhalte und Aktionen bewerben und auch Feedback einholen. Dank der Funktion des autonomen Fahrens ist TEMI in der Lage, sich sicher im Raum zu bewegen – auch wenn Mitarbeitende einmal nicht direkt zur Verfügung stehen, um bei der Suche nach einem bestimmten Medium zu helfen.
Zusätzlich kommen sogenannte Avatare zum Einsatz, die auf an den Regalen befestigten Tablets installiert sind. Die Avatare selbst sind frei und individuell konfigurierbare „Software-Roboter“, die sich über einen Browser auf Tablets oder Smartphones darstellen lassen. Sie erkennen, ob eine Person vor ihnen steht, verfügen über Spracherkennung und Textausgabe und können über Schnittstellen sogar mit TEMI interagieren. Damit sollen zukünftig sein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Darstellung der Avatare sind seizt Mai 2024 teilautomatische Führungen durch die Bibliothek oder auch Schulführungen möglich.
Gemeinsam sorgen die TEMIS und die Avatare bei Veranstaltungen, Führungen oder Workshops einen echten Mehrwert.
In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern – ITQ aus Duisburg, Humanizing Technologies aus München und Dr. Roman Briker von der Universität Maastricht – wurden insgesamt sechs Kreativ-Workshops geplant. Ziel ist es, die Bergheimerinnen und Bergheimer einzubinden und gemeinsam kreative Ideen für weitere Einsatzmöglichkeiten zu entwickeln.
Den Auftakt bildete am 21. November 2023 das Symposium „Robotik kreativ einsetzen – Neue Service-Roboter in der Stadtbibliothek Bergheim“. Gemeinsam mit den Partnern stellte das Team das Projekt einer breiten Öffentlichkeit vor. Eingeladen waren Vertreter aus Lokalpolitik, Medien, Bildung und Forschung.
Einmal programmiert, sauste TEMI an diesem Abend gezielt zu den Getränken – nur gebremst durch virtuelle Wände und andere Hindernisse. „Keine Angst, der tut nichts“, stellte Bibliothekarin Christina Pantelidu ihren neuen flinken Kollegen vor. Seine digitale Begleitung „Holly“ – ein Avatar in Gestalt einer freundlichen Dame – lächelte vom großen Bildschirm herab und trat in Dialog mit den Teilnehmenden.
„Es geht gar nicht darum, unsere menschlichen Mitarbeiter zu ersetzen“, erklärte die stellvertretende Leiterin Lisa Joos. „Diese hätten dann mehr Zeit für andere Aufgaben.“ Gerade bei Fragen zur Orientierung oder zur Mediensuche kann TEMI eine Unterstützung sein, wenn nicht immer jemand vor Ort ist.
Bereits vor dem Symposium hatte Dr. Roman Briker in einem Workshop alle Mitarbeitenden auf das Projekt eingestimmt. Neben vielen Ideen wurden auch Sorgen angesprochen – etwa die Sorge um Arbeitsplätze. Diese Ängste wurden ernst genommen und flossen in die Projektgestaltung mit ein.
Am 23. Januar 2024 wurde die Workshop-Reihe mit einem „Co-Creation-Workshop“ fortgesetzt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden und den Projektpartnern wurde eine Roadmap für eine sinnvolle und nachhaltige Integration der Robotik in die Stadtbibliothek Bergheim entwickelt.
Der Workshop richtete sich nicht nur an Technikbegeisterte – auch für das Bibliotheksteam selbst war das Thema Neuland. Ein Student des Studiengangs „Bibliothek und digitale Kommunikation“ berichtete: „Die Roboter müssen vor allen Dingen auch Spaß machen!“ – ein Impuls, der das Projekt weiter inspirierte.
In zwei Gruppen wurden kreative Ideen gesammelt, diskutiert und geclustert: von interner Unterstützung und Veranstaltungsbegleitung über mögliche Kooperationen mit Bildungspartnern bis hin zu spezifischen Angeboten für einzelne Zielgruppen.

Anfang Juli lud das Bibliotheksteam gemeinsam mit den Projektpartnern motivierte Studierende, Schüler und Interessierte ein, eigene Ideen umzusetzen. Beim MAKEATHON kamen neben TEMI und den Avataren auch Microcontroller, 3D-Drucker sowie handwerkliche Werkzeuge wie Sägen und Bohrmaschinen zum Einsatz.
Von Projekten zur automatisierten Texterkennung für das Scannen von Medien bis hin zur „Fotobox“ von Henrik Flamm und Johannes Hillesheim – mit zwölf Jahren der jüngste Teilnehmer – reichte die Bandbreite der Ideen. Ziel war es, kreative Lösungen zu entwickeln, nicht fertige Produkte.
Auch Studierende der FH Aachen-Jülich und der Hochschule Rhein-Waal nahmen teil. Selbst die Viertelfinals der EM hielten die Teilnehmenden nicht von ihrer Arbeit ab – die Übernachtung mit Frühstück in der Bibliothek sorgte für Festivalstimmung. Alle lobten die tolle Atmosphäre und das liebevoll organisierte Catering. Besonders beeindruckte die starke Kooperation in den Teams, die zu schnellen und effektiven Lösungsansätzen führte.



Im November wurden abschließend Workshops für Schulklassen durchgeführt. In 90-minütigen Einheiten erhielten Schülerinnen und Schüler eine spielerische Einführung in die Programmiersprache „Plural.io“ und den Umgang mit Avataren – mit schnellen Lernerfolgen. Die Bibliothek profitierte erneut von der Unterstützung der Firma ITQ, die nicht nur Referentinnen und Referenten stellte, sondern auch das didaktische Konzept entwickelte.
Die Stadtbibliothek bleibt in regem Austausch mit potenziellen Projektpartnern – etwa dem KI-Village Hürth und der Firma Robolutions. Gemeinsam werden neue Konzepte und technische Innovationen entwickelt, die auch den Einsatz von TEMI betreffen.
Demnächst erhält TEMI ein Software-Update sowie ein technisches Upgrade, um seine Rolle im Unterricht – beispielsweise bei Führungen mit Schulklassen – weiter auszubauen. So sollen neue Zielgruppen angesprochen und das Interesse an Robotik und KI nachhaltig gefördert werden. TEMI und die Avatare leisten dabei auch einen Beitrag zur Integrationsarbeit, indem sie Besucherinnen und Besucher in verschiedenen Sprachen empfangen und begleiten.
Ein zentrales Projektziel für 2025 ist die Einführung eines digitalen Leitsystems in der Stadtbibliothek. Roboter, Avatare und digitale Info-Screens sollen Hand in Hand auf allen vier Etagen für Orientierung und umfassenden Service sorgen. Zudem wird an einer direkten Anbindung an die Bibliothekssoftware BIBLIOTECAnext gearbeitet. So könnten Besucherinnen und Besucher zukünftig direkt über einen Avatar im Katalog recherchieren und von TEMI gezielt zum gesuchten Medium begleitet werden.
Das Team der Bibliothek und seine Kooperationspartner blicken einem spannenden und zukunftsweisenden Weg entgegen!
Kontakt:
Werner Wieczorek, Bibliotheksleitung
Stadtbibliothek Bergheim
Konrad-Adenauer-Platz 1
50126 Bergheim
Die Fachstelle für öffentliche Bibliotheken NRW lädt alle Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen ein, am neuen Projekt BibliotheksExkursionenNRW teilzunehmen. Im Rahmen der DigitiativeNRW bietet dieses Projekt die Möglichkeit, sich unter Fachkolleginnen und -kollegen auszutauschen, Einblicke in die Arbeit anderer Bibliotheken zu gewinnen und Ihre eigenen Best Practices zu präsentieren.
Warum sollten Sie teilnehmen?
Teilnahmevoraussetzung
Eine Teilnahme ist nur möglich, wenn Ihre Bibliothek auch bereit ist, selbst Besuche anzubieten. Dies stellt sicher, dass alle Beteiligten aktiv zum Wissenstransfer und Austausch beitragen.
So melden Sie sich an
Besuchen Sie unsere Plattform BibliotheksExkursionenNRW:
https://t1p.de/bibliotheksexkursionen
Dort finden Sie alle wichtigen Informationen und können sich direkt als Gastgeber anmelden.
Werden Sie Teil dieser Initiative und fördern Sie den Austausch und die Weiterentwicklung der Bibliotheken in NRW!
Für weitere Fragen steht Ihnen unsere Kollegin Susanne Keyzers zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Die Stadtbibliothek Essen hat im Jahr 2023 einen entscheidenden Meilenstein in ihrer Weiterentwicklung erreicht. Unter dem Leitgedanken, ein moderner und lebendiger Ort für Lesen, Lernen und Austausch zu bleiben, wurde gemeinsam mit Mitarbeitenden, Bürger*innen und externen Berater*innen ein umfassender strategischer Entwicklungsprozess auf den Weg gebracht. Ziel war es, die Bibliothek langfristig als zeitgemäßen Bildungs- und Begegnungsort für alle in Essen lebenden Menschen zu gestalten. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.
Ausgehend von einer bereits vorliegenden Zukunftsvision wurden kurz-, mittel- und langfristige Ziele sowie konkrete Maßnahmen für das Gesamtsystem der Stadtbibliothek Essen definiert. Im Zentrum standen dabei:
Diese Gesamtkonzeption umfasste zentrale Themenbereiche wie die Zusammenarbeit zwischen Zentral- und Stadtteilbibliotheken, interne Organisation und Personalentwicklung, den Umgang mit analogen und digitalen Medien, Öffnungszeiten, Kooperationen sowie die Kommunikation nach innen und außen.
Ein zentrales Anliegen war die breite Beteiligung aller Mitarbeitenden sowie die Einbindung von Bürgerinnen und Kooperationspartnern. Dies diente nicht nur der Akzeptanz, sondern stärkte auch die gemeinsame Verantwortung für die Umsetzung der Vision. Externe Beraterinnen begleiteten den Prozess mit einem kontinuierlichen Projektmanagement und stellten sicher, dass Entwicklung und Umsetzung Hand in Hand gingen.
Im Laufe des Jahres wurden verschiedene Projektbausteine erarbeitet und umgesetzt, darunter:
April 2023: Arbeitsgruppen „Kommunikation“ und „Öffnung & Zugänge“
In diesen Gruppen wurde eine systematische Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt und gemeinsam mit Mitarbeitenden und Kund*innen zukünftige Chancen und Risiken identifiziert.
1. Analyse der Ist-Situation:
a) Über welche Stärken verfügt die Stadtbibliothek Essen im jeweiligen Arbeitsbereich?
b) Welche Schwächen sind zu benennen?


2. Blick in die Zukunft:
a) Welche Chancen sind für die Zukunft zu benennen?
b) Welche Risiken sind zu beachten?
3. Ableiten erster Handlungsbedarfe aus der Analyse:
a) Erarbeitung kurz-, mittel- und langfristiger Zielsetzungen sowie entsprechender Maßnahmen.
b) Die Ergebnisse wurden dem Ziel- und Maßnahmenkatalog hinzugefügt.


Mai 2023: Strategische Abstimmungen
In zwei Sitzungen fanden Abstimmungen zwischen dem Führungsteam der Stadtbibliothek sowie den Berater*innen zur Koordinierung der Gesamtergebnisse sowie zur Gestaltung des Strategiekonzeptes statt. Aus dem Zielkatalog wurden insgesamt neun Oberziele abgeleitet.
Juni 2023: Präsentation der Zwischenergebnisse
Die bisherigen Ergebnisse wurden dem Geschäftsbereichsleiter Jugend, Bildung und Kultur, Herrn Muchtar Al Ghusain, vorgestellt.
Juli bis Oktober 2023: Entwicklung des Strategiekonzepts
Die Berater*innen erarbeiteten ein umfassendes Strategiekonzept, das in enger Abstimmung mit der Bibliotheksleitung entstand.
November 2023: Abschluss und Übergabe
Am 3. November 2023 wurde das fertige Strategiekonzept an die Stadtbibliothek Essen übergeben – ein Meilenstein auf dem Weg in die bibliothekarische Zukunft.
Der Entwicklungsprozess der Stadtbibliothek Essen zeigt eindrucksvoll, wie mit partizipativen Methoden, klarer Zielorientierung und professioneller Prozessbegleitung eine zukunftsfähige Bibliothekskonzeption entstehen kann. 2023 war ein Jahr intensiver Zusammenarbeit, kreativer Ideenfindung und strategischer Weichenstellung. Die Ergebnisse bieten eine stabile Grundlage für die nächsten Schritte – auf dem Weg zur Bibliothek der Zukunft.
Unter Koordination der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW, dem ZBIW und der Medienpädagogin Janina Wiegand entwickelten Mitarbeiter:innen aus 14 nordrhein-westfälische Bibliotheken ein mobiles Escape Game zum Thema „Gaming“ für die Zielgruppen Jugendliche und Erwachsene. Mit dem Spiel sollen Jugendliche auf spannende Angebote in den Bibliotheken aufmerksam gemacht werden. Der Spielspaß und die Unterhaltung stehen bei diesem Format im Vordergrund.
Das Spiel ist nun für alle zugänglich. Auf folgender Taskcards erhalten Sie Zugriff auf die Spielanleitung und Spielmaterialien. https://brd.taskcards.app/…
Die Stadtbücherei Haltern am See hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Verwandlung durchlaufen. Von einer reinen Ausleihstation hat sie sich zu einer einladenden Familienbücherei entwickelt – einem Ort, an dem sich Jung und Alt gleichermaßen wohlfühlen und gerne verweilen. Mit der neuen Open Library können Besucherinnen und Besucher die Bücherei jetzt auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten nutzen. Erfahren Sie, wie die Bibliothek zum Treffpunkt für alle geworden ist. Das Projekt wurde im Rahmen der Landesförderung vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt.
Die Umgestaltung wurde in mehreren Etappen von 2019 bis 2022 durchgeführt, wobei nicht nur neue Möbel angeschafft wurden, sondern auch der gesamte Charakter der Bibliothek neu definiert wurde.
Der letzte entscheidende Schritt zur Modernisierung erfolgte 2023 mit dem bewilligten Landesprojekt „Treffpunkt Zukunft“. Ziel war es, die Stadtbücherei noch zugänglicher zu machen und die Nutzungsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger zu erweitern.
Herzstück des Projekts war die Einführung einer „Open Library“. Diese ermöglicht es den Besucherinnen und Besuchern, die Bücherei auch außerhalb der personell besetzten Zeiten zu nutzen. Mithilfe der RFID-Technologie können Nutzerinnen und Nutzer nun auch früh morgens oder am Abend in den Genuss der Bibliothek kommen – ein echter Gewinn für Berufstätige, Studierende und alle, die flexible Öffnungszeiten zu schätzen wissen.

Damit die Open Library sicher und reibungslos funktioniert, war eine umfangreiche technische Ausstattung nötig. Bereits in den Jahren zuvor hatte die Stadtbücherei mit Blick auf eine mögliche RFID-Einführung bereits vorausschauend in eine RFID-Verbuchung, eine automatische Lichtsteuerung, Lautsprechersysteme und eine Alarmanlage investiert.
Im Herbst 2023 wurden dann im Zuge des Landesprojekts die letzten technischen Maßnahmen umgesetzt: Kameras, RFID-Zutrittsterminals und eine passende Software wurden installiert und miteinander vernetzt. Ende Oktober traf die Hardware ein, im Dezember war das Projekt dann vollständig abgeschlossen. Besonders erfreulich: Von den bewilligten 28.500 Euro blieben sogar 332,86 Euro als Minderausgaben übrig.

Dank der Open Library hat sich die wöchentliche Öffnungszeit der Bücherei fast verdoppelt: Statt 28 Stunden ist sie nun 51 Stunden pro Woche geöffnet.
Diese Erweiterung wird von der Bevölkerung begeistert angenommen: Bereits jetzt haben sich über 280 Nutzerinnen und Nutzer für die Open Library freischalten lassen.
Mit der Einführung der Open Library hat Haltern am See einen großen Schritt in die Zukunft gemacht. Die Stadtbücherei ist längst mehr als nur ein Ort zum Ausleihen von Büchern – sie ist ein Treffpunkt, ein Lernort und ein Platz zum Verweilen geworden.
RFID (Radio Frequency Identification) revolutioniert den Bibliotheksalltag: Doch wie funktioniert die Technologie genau? Welche Vorteile bietet sie für Bibliotheken und Nutzende? Und welche Herausforderungen sind zu beachten? In unserem Blogbeitrag geben wir einen Überblick zum Thema RFID, räumen mit Missverständnissen auf und beleuchten die Vorteile sowie Herausforderungen einer RFID-Einführung.
RFID steht für „Radio Frequency Identification“, eine Technologie, die es ermöglicht, Daten drahtlos zu übertragen. In Bibliotheken werden spezielle RFID-Tags in den Medien integriert. Diese Tags enthalten Informationen wie Titel, Autor und Ausleihstatus.
In Bibliotheken erfolgt die Nutzung von RFID über Selbstverbuchungsterminals. Diese Terminals erlauben es den Nutzerinnen und Nutzern, ihre Medien eigenständig auszuleihen oder zurückzugeben. Ein RFID-Lesegerät erkennt die Tags auf den Medien und synchronisiert die Daten automatisch mit dem Bibliothekssystem. Im Gegensatz zu herkömmlichen Barcodes benötigt RFID keine direkte Sichtverbindung zum Lesegerät. Dadurch ist eine Verbuchung im Stapel möglich. Das macht die Ausleihe und Rückgabe effizienter und benutzerfreundlicher. Ergänzend dazu werden Diebstahlsicherungen integriert, die nur deaktiviert werden, wenn ein Medium ordnungsgemäß ausgeliehen wurde.
Auf RFID-Etiketten und -Ausweisen werden keine Daten gespeichert, die Rückschlüsse auf das Mediennutzungsverhalten zulassen. Medienausleihen nachzuverfolgen, Nutzerprofile anzulegen oder ähnliche Datenerhebungen sind gemäß Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) verboten.
Grundsätzlich besteht eine RFID-Ausstattung aus den folgenden Elementen:
Optionale Elemente:
Die Anzahl der benötigten RFID-Verbuchungsgeräte richtet sich nach den Ausleihen pro Stunde. In unserer Beratungspraxis hat sich folgende Vorgehensweise als praktisch erwiesen: Zuerst ermittelt man die physischen Entleihungen des letzten Jahres. Dann teilt man diese durch die Anzahl der Jahresöffnungsstunden. Auf diese Weise erhält man die Zahl der Ausleihen pro Stunde.
Ein Ausleihvorgang dauert in der Regel etwa eine Minute, da Nutzer oft auch ihr Konto einsehen möchten. Bei 60 Entleihungen pro Stunde würde ein Verbuchungsgerät ausreichen, um den Bedarf zu decken. Da jedoch davon auszugehen ist, dass im Durchschnitt zwei Medien gleichzeitig ausgeliehen werden, kann die Zahl der Ausleihen pro Stunde auf 120 erhöht werden. Wenn das Gerät auch für die Rückgabe genutzt werden soll, bleibt es bei 60 Ausleihen pro Stunde.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Anzahl und der Schnitt der Etagen. Es kann sinnvoll sein, auf jeder Etage die Möglichkeit zur Verbuchung anzubieten. Ebenso ist es üblich, ausleihstarke Bereiche wie den Kinderbereich mit einem eigenen RFID-Verbuchungsgerät auszustatten. Dadurch wird die Situation im Eingangsbereich entlastet. Hier kommt es auf Ihre individuelle Situation an, zu der wir Sie gerne beraten.
Für die Bibliothek
Für die Kundschaft
Trotz der vielen Vorteile gibt es auch Herausforderungen:
Grundsätzlich nein. In großen Bibliotheken gab es früher mehrere dauerhaft besetzte Verbuchungsplätze. Dort wurde das Personal von Routinetätigkeiten entlastet. Nun arbeitet es in anderen, arbeitsintensiven Bereichen, die bisher oft unterbesetzt waren. Zum Beispiel für die Planung von Veranstaltungen, Kooperationsmanagement, Öffentlichkeitsarbeit, Beratung oder in der Lese-, Informations- sowie Medienkompetenzförderung.
Einige Bibliotheken befürchten, dass der persönliche Kontakt zur Kundschaft durch die RFID-Selbstverbuchung abnehmen könnte. Die Erfahrung zeigt jedoch das Gegenteil: Da mehr Zeit für die Unterstützung bei Rechercheanfragen bleibt, steigt die Zufriedenheit langfristig. Die Bibliothek kann ihrem Anspruch als serviceorientierte Einrichtung besser gerecht werden
Sprechen Sie zuerst mit Ihrem Softwareanbieter, bevor Sie sich RFID-Installationen in anderen Bibliotheken anschauen. Nicht jede Bibliothekssoftware unterstützt alle technischen Lösungen. Wenn Sie die Möglichkeiten Ihrer Software kennen, sparen Sie sich aufwendige Recherchen.
Wenn Sie eine RFID-Umstellung in Betracht ziehen, kontaktieren Sie Ihre regionale Beraterin in der Fachstelle. Wir unterstützen Sie gerne beim Fördermittelantrag und geben vor Ort individuelle Tipps. Dabei achten wir auch auf die Anforderungen an die Räumlichkeiten. Vorab empfehlen wir Ihnen unser Fragen- und-Antwort-Dokument.
Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW konnte zur Einführung eines medienpädagogischen Angebotes für Kinder von vier bis sieben Jahren eine Kooperation mit dem WDR schließen.
Ziel der Kooperation ist es, möglichst viele Kinder und Eltern für das „Programmieren mit dem Elefanten“ zu begeistern: Die Spiele-App „Wenn-Dann-Maschine“ vermittelt erste Schritte des Programmierens und ist ein Bildungsangebot des WDR zur „Sendung mit dem Elefanten“. Weitere Informationen zu „Programmieren mit dem Elefanten“ finden Sie hier und unter programmieren.wdrelefant.de.
Der WDR bietet für das Personal Öffentlicher Bibliotheken in NRW Online-Schulungen an, um das Spiel sowie die App und deren Funktionsweise kennenzulernen. Die Bibliotheken wiederum können interessierte Erzieherinnen und Erzieher schulen und das Angebot in ihr eigenes Veranstaltungsprogramm für Kinder aufnehmen. Dazu wurden mit Unterstützung der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW medienpädagogische Begleitmaterialien entwickelt, die grundlegende Prinzipien des Programmierens mit Hilfe von analogen Spielen parallel zum Spiel „Wenn-Dann-Maschine“ vermitteln und vertiefen.
Das sind die verfügbaren Termine:
Für Bibliotheken in Kommunen mit bis zu 50.000 Einwohnern:
Für Bibliotheken in Kommunen mit über 50.000 Einwohnern:
Bei der Anmeldung können Sie angeben, welche Termine Ihnen am besten passen. Weitere Informationen und die Anmeldung finden Sie hier: Anmeldelink
Pro Bibliothek kann sich eine Person für einen Schulungstermin anmelden. Bibliotheken mit mehr als 20 Beschäftigten können zwei Personen anmelden. Die Schulungsmaterialien werden für den internen Gebrauch zur Verfügung gestellt werden, so dass jede Bibliothek weitere Mitarbeitende selber schulen kann.
Bitte beachten Sie, dass keine automatischen Anmeldebestätigungen versendet werden. Nach der Anmeldefrist erhalten Sie eine Rückmeldung sowie einen Link zum WebEx-Kursraum und eine Einverständniserklärung (weitere Informationen hierzu finden Sie auch in den FAQs). Diese Erklärung ist wichtig für die Projektevaluation, Kommunikation und Werbung. Den Link zur Toolbox mit Werbematerialien erhalten Sie nach Teilnahme der Schulung und Einreichung der unterschriebenen Einverständniserklärung.
Wir freuen uns sehr auf Ihre Teilnahme und darauf, gemeinsam elefantastische Angebote in NRWs Bibliotheken zu schaffen!
Am 14.01. hat Lea Stover im Rahmen eines Webinars des deutschen Bibliotheksverbands die EU-Drittmittelförderung vorgestellt, auf die sich auch Bibliotheken bewerben können. Lea Stover arbeitet beim Creative Europe Desk Kultur, das ist die Deutsche Beratungsstelle für EU-Förderung.
Insgesamt 2,44 Milliarden Euro stellt die Europäische Union innerhalb der aktuellen Förderperiode (2021 – 2027) im Rahmen des Aktionsprogramms „Kreatives Europa“ für kulturelle Vorhaben, die audiovisuellen Branchen sowie sektorübergreifende Projekte zur Verfügung. Ziel dabei ist es, die kulturelle Vielfalt sowie das europäische Kulturerbe zu wahren sowie Wettbewerbsfähigkeit und wirtschaftliche Potenziale des Kultur- und Kreativsektors, vor allem der audiovisuellen Branchen, zu unterstützen.
Welches Potenzial aber birgt die europäische Kulturförderung konkret für Bibliotheken? Wer genau ist unter welchen Voraussetzungen antragsberechtigt? Was gilt es bei einem Fördermittelantrag zu beachten? Diesen und ähnliche Fragen hat sich dieses Online-Seminar gewidmet, zu dem die nationale Kontaktstelle des Europäischen Kulturförderprogramms, der Creative Europe Desk KULTUR sowie das Kompetenznetzwerk für Bibliotheken (knb) des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) eingeladen haben.
Generell setzt die europäische Kulturförderung den internationalen Austausch in den Fokus.
Bei Culture Moves Europe können Reisekosten von Einzelpersonen gefördert werden, die Kulturinstitutionen über Grenzen hinweg zusammenbringen. Culture Moves Europe ist der Nachfolger von i-portunus und hat ein Gesamtbudget von 21 Millionen Euro.
Der größte Teil der Förderung entfällt auf Kooperationsprojekte im Rahmen von Creative Europe. Hier gibt es drei Formen der Förderung:
Weitere Informationen zu den Antragsfristen und dem Bewerbungsverfahren für die Förderung auf der Website des Programms: https://kultur.creative-europe-desk.de/foerderung/europaeische-kooperationsprojekte/
Wer noch nach Ideen für mögliche Kooperationsprojekte sucht, kann sich auf der europäischen Good practices-Sammlung inspirieren lassen: Nachmachen erlaubt!
Den Mitschnitt des Webinars finden Sie auf der Website des dbv.
Die neue Ausgabe der ProLibris hat den Schwerpunkt „Lesen fördern und Demokratie stärken“. Studien belegen, dass Menschen, die schlecht lesen können, seltener wählen gehen und sich seltener mit Politik beschäftigen. Der Umkehrschluss: Menschen, die gut lesen und sich eine Meinung bilden können, stärken die Demokratie. Beispiele aus Bielefeld, Neuss, Köln, Münster, Solingen, Dortmund, Düsseldorf, Spenge und Essen zeigen in diesem Heft, in wie vielfältiger Weise sich Bibliotheken um Sprach- und Leseförderung verdient machen.
Außerdem gibt es einen Bericht zur Mitgliederversammlung des vbnw und ein Porträt der Medienbox, ein kostenfreies Angebot der Landesanstalt für Medien NRW, das als praktische Werkzeugkiste die wichtigsten Grundlagen für die Medienproduktion vermittelt.
Link zur Ausgabe: https://www.bibliotheken-nrw.de/wp-content/uploads/2024-4-ProLibris-Web-DS.pdf
Der SommerLeseClub gehört zu den größten Leseförderprojekten Nordrhein-Westfalens und wird durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW gefördert. Von 2005 bis 2023 wurde er vom Kultursekretariat Gütersloh betreut, 2024 lag die Verantwortung erstmals bei der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW. Dort kümmerten sich Katrin Steuten und Melina Kortmann um die Koordination und die Kommunikation mit den teilnehmenden Bibliotheken. Hier ein Rückblick auf die Premiere.
Auch in 2024 präsentierten sich die Bibliotheken mit Lesungen sowie Veranstaltungen zu Making und Gaming oder medienpädagogischen Workshops als vielfältiger Kultur- und Freizeitort. Insgesamt boten 159 kommunale und kirchliche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen den SommerLeseClub an. Mit 29.320 Teilnehmenden setzte sich der Trend steigender Teilnehmendenzahlen der letzten Jahre fort. Damit nähern sich die Zahlen allmählich wieder dem Niveau vor der Corona-Pandemie an, als im Jahr 2019 insgesamt 33.783 Personen teilnahmen.

Die Teilnehmenden haben dieses Mal mehr als 166.000 Stempel gesammelt. Davon entfiel die deutliche Mehrheit von mehr als 125.000 Stempeln auf gelesene Bücher. Hinzu kamen 30.000 Stempel für gehörte Hörbücher und fast 10.000 Stempel für Veranstaltungsbesuche.
Es fanden rund 2.000 Veranstaltungen einschließlich der Abschlussfeiern statt. So veranstaltete die Stadtbücherei Altena beispielsweise eine Büchereiolympiade, während das Team der Stadtbücherei Bochum eine Detektivwoche anbot. Die Stadtbibliothek Gütersloh hat ihren SommerLeseClub unter dem Motto „Fußball“ gestaltet. Absolutes Highlight: Eine Lesung und Schnitzeljagd im Stadion des FC Gütersloh.

Interessant: Die Mehrheit der Teilnehmenden, nämlich 62 %, nahm in Teams teil – mit positiven Auswirkungen. Während 58 % der Einzelpersonen den SommerLeseClub erfolgreich abschlossen, lag die Erfolgsquote bei den Teams sogar bei 82 %.

Am stärksten vertreten waren die Altersgruppen zwischen 6 und 12 Jahren. Auch diese Verteilung entspricht in etwa jener der Vorjahre und zeigt, dass der SommerLeseClub vor allem Kinder von der ersten bis zur sechsten Schulklasse erreicht. Die hohen Teilnehmerraten in den Altersgruppen zwischen 30 und 49 Jahren sind wohl darauf zurückzuführen, dass viele Kinder gemeinsam mit ihren Eltern bzw. Familien am SommerLeseClub teilgenommen haben.

Bei den Schulformen ist die Verteilung fast identisch zu den Vorjahren: Etwa die Hälfte aller Teilnehmenden besucht eine Grundschule, gefolgt von Gymnasien und Gesamtschulen. Angesichts der Altersstruktur der Teilnehmenden ist der hohe Anteil von Grundschülerinnen und Grundschülern logisch.
„Es ist erfreulich, dass viele Bibliotheken nach Wegen suchen, um auch Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren aus Haupt-, Real- und Förderschulen stärker zu erreichen“, sagt Katrin Steuten von der Fachstelle.
Bei der Logbuch-Version zeichnet sich ein klarer Trend zum Analogen ab. Im Corona-Jahr 2021 boten noch 75 % der Bibliotheken das Online-Logbuch an, 2024 waren es nur noch 58 %. Folglich sank auch der Zahl der Teilnehmenden, die das Online-Logbuch wählten: 2021 nutzten rund 4.800 Personen das Online-Logbuch, was etwa 21 % der Gesamtanmeldungen entsprach – 2024 lag der Anteil nur noch bei 12 %. Trotzdem ist es vielen Bibliotheken wichtig, ihren Nutzenden auch in Zukunft beide Varianten anzubieten.
Im Herbst gab es auf mehreren Netzwerktreffen die Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen und Erfahrungen sowie Ideen zu teilen. Die Treffen fanden in der Stadtbücherei Bochum und in der Stadtbibliothek Gütersloh statt, ergänzt durch ein Online-Treffen. Neben der Präsentation der statistischen Auswertung durch die Fachstelle und interessanten Vorträgen verschiedener Bibliotheken hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich zu Themen wie Veranstaltungen (insbesondere Abschlussveranstaltungen), Sponsoring und Kooperationen sowie der Einbeziehung unterschiedlicher Altersgruppen auszutauschen. Dabei zeigte sich, dass viele Bibliotheken bereits ein kreatives und abwechslungsreiches Veranstaltungsangebot bieten – unabhängig von der Größe ihrer Kommune.

„Wir freuen uns, dass unsere Premiere des SLC so reibungslos geklappt hat. Das zeigen uns auch die Rückmeldungen: 96 % der Bibliotheken haben die Durchführung des SommerLeseClubs mit ‚Ausgezeichnet‘ bis ‚Gut‘ bewertet. Ebenso positiv: Die gleiche Anzahl plant, den SommerLeseClub auch 2025 wieder anzubieten“, sagt Melina Kortmann.
Bibliotheken in NRW, die 2024 nicht teilgenommen haben, aber Interesse haben, den SommerLeseClub 2025 selbst durchzuführen, können sich per Mail an sommerleseclub@brd.nrw.de für den Newsletter anmelden und erhalten alle erforderlichen Informationen. Eine Anmeldung für 2025 ist noch bis zum 27. Januar 2025 möglich. Teilnehmende Bibliotheken erhalten auf www.sommerleseclub.de eine persönliche Landing-Page mit Veranstaltungskalender sowie Printmaterialien wie Poster, analoge Logbücher, Flyer etc. mit individuellem Eindruck. Die Bibliotheken, die das Online-Logbuch anbieten möchten, erhalten zusätzlich einen Zugang und eine Anleitung zur Nutzung.
Die Ausgabe 03/2024 der ProLibris informiert in ihrem IM-FOKUS-Thema über Zukunftskompetenzen für die Arbeit in Bibliotheken. Außerdem gibt es unter anderem einen besonderen Tipp für die Barrierefreiheit Ihrer Bibliothekswebsite vom Team der Stadtbibliothek Gütersloh, einen Bericht der Stadtbibliothek Ahaus über ihr Literacy-Projekt sowie Tipps zur besseren Interpretation der Effizienzwertanalyse von unserer Kollegin Christina Kromer. https://www.bibliotheken-nrw.de/wp-content/uploads/2024-3-ProLibris-web_DS.pdf
Die Zeitschrift ProLibris informiert viermal im Jahr über aktuelle Entwicklungen aus und in öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken. Sie wird von der Fachstelle und dem Verband für Bibliotheken NRW (vbnw) herausgegeben. Der Schwerpunkt der Beiträge liegt auf Nordrhein-Westfalen.
Die Effizienzwertanalyse ist ein unverzichtbares Werkzeug für Bibliotheken, um ihre Bestände optimal an den Bedürfnissen und Interessen ihrer Nutzer*innen auszurichten. Durch die systematische Erfassung und Analyse von Ausleih- und Bestandsdaten können Bibliotheken die Effizienz einzelner Bestandsgruppen bewerten und fundierte Entscheidungen zur Bestandsentwicklung treffen. Diese Methode ermöglicht es, sowohl Überbestände als auch Lücken im Sortiment zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.
Die Fachstelle setzt im Rahmen ihrer Strategieentwicklungsprogramme auf eine Methode, bei der die statistische Auswertung der Daten um sogenannte spezifische Aktionsbeschreibungen ergänzt wird. Diese bieten praxisnahe Empfehlungen, die über die rein quantitative Analyse hinausgehen. Sie unterstützen Bibliotheken dabei, auch qualitative Aspekte wie Medienpräsentation, Aktualität und Zielgruppenrelevanz zu berücksichtigen. Dadurch wird die Effizienzwertanalyse zu einem umfassenden Werkzeug, das Bibliotheken in ihrer strategischen Bestandsplanung unterstützt.
Das Ziel der Effizienzwertanalyse ist es, anhand von Kennziffern den Aufbau der einzelnen Bestandsgruppen passgenau an der Nachfrage auszurichten. Dafür werden Bestandszahlen der jeweiligen Bestandsgruppe sowie des Gesamtbestandes mit den Ausleihzahlen ins Verhältnis gesetzt. Auf diese Weise lässt sich erkennen, in welchen Gruppen Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig lassen sich Konsequenzen für die künftige Verteilung des Medienetats ableiten.
Grundsätzlich gehört zur Pflege des Medienbestandes auch die Aussonderung von beschädigten bzw. nicht mehr genutzten Beständen. Beschädigte Medien werden i.d.R. weniger ausgeliehen und verursachen schlechte Effizienzwerte. Gleiches gilt für Medien, die über einen längeren Zeitraum nicht mehr ausgeliehen werden. Deshalb sollten mithilfe von Null-Listen (seit mindestens einem Jahr nicht ausgeliehene Medien) mindestens alle zwei Jahre die Bestände bereinigt werden. Spätestens im Vorfeld einer Effizienzwertanalyse empfiehlt es sich, den Bestand zu bereinigen.
Um einen Trend zu erfassen und evtl. Besonderheiten in einzelnen Jahren zu erkennen, empfehlen wir eine jährliche Durchführung der Effizienzwertanalyse. Für die Entscheidungsfindung sollte jeweils ein Zeitraum von drei Jahren in den Blick genommen werden. So können auch Veränderungen bei der Bestandsnutzung beispielsweise durch eine neue Medienpräsentation oder eine neue Anschaffungspolitik überprüft werden. Besonders vor Neueinrichtungsprojekten, der Einführung von RFID-Verbuchung o.ä. sollte eine Bereinigung des Bestands und die Überprüfung der Erwerbungsstrategie mithilfe der Effizienzwertanalyse erfolgen.
Eine Auswertung ist in Form einer Exceltabelle am einfachsten umzusetzen. Die folgende Tabelle wurde in unserer Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ bereits erfolgreich eingesetzt und steht zum Download zur Verfügung:

Zu beachten ist, dass nur physische Medien und deren Ausleihen in die Effizienzwertanalyse einfließen (DBS-Fragen 13 und 14.1). E-Medien können nicht mit einbezogen werden.
Die Effizienzwertanalyse ist unabhängig von der Art der Aufstellung des Bestandes zu nutzen (z.B. Allgemeine Systematik für Bibliotheken, Interessenskreise). Nach Bedarf können die Mediengruppen weiter untergliedert werden oder um weitere Gruppen wie zum Beispiel jahreszeitliche Literatur ergänzt werden.
Ggf. muss die Tabelle an die Systematik Ihrer Bibliothek angepasst werden. Zum Schutz vor Fehlern sollten die hinterlegten Formeln aber nicht verändert werden.
In der Tabelle hinterlegte Formeln:
– Ausleihe einer Sachgruppe x 100 / Gesamtausleihe = %-Anteil an der Gesamtausleihe
– Bestand einer Sachgruppe x 100 / Gesamtbestand = %-Anteil am Gesamtbestand
– Ausleihen / Bestand = Umsatz
– Ausleihanteil / Bestandsanteil = Effizienz
In Bibliothekssystemen sollten die Zentrale und jede Stadtteilbibliothek eine eigene Effizienzwertanalyse erstellen. Den Effizienzwert aller Standorte zu addieren ist nicht zu empfehlen. Ein direkter Vergleich zwischen Stadtteilbibliotheken ist möglich, sollte aber immer alle Faktoren (Lage, Barrierefreiheit, Zielgruppen, Öffnungszeiten etc.) berücksichtigen.
Nach Eintragen der Ausleih- und Bestandszahlen für jede Bestandsgruppe werden der %-Anteil an der Gesamtausleihe, der %-Anteil am Gesamtbestand, die Effizienz und der Umsatz automatisch anhand der hinterlegten Formeln berechnet.
Der Idealwert für die Effizienz liegt bei 1,0. In diesem Fall ist der Anteil der Bestandsgruppe am Gesamtbestand und ihr Anteil an der Gesamtausleihe identisch. Da dies nur selten der Fall ist, hat sich als Faustregel für die Bewertung des Ergebnisses in der Praxis folgende Einordnung bewährt:
Nach vorliegen der Effizienzwerte folgt die Analysephase. Für eine bessere Ergebnisbewertung wurde diese Tabelle um drei Prüfverfahren, sogenannte Aktionsbeschreibungen, ergänzt. Diese werden in der o.g. Tabelle automatisiert angezeigt:
„Analysieren und erweitern“ (Der Bestand ist im Verhältnis zur Nutzung zu klein): Die hohe Nutzung der Mediengruppe bestätigt die Wirksamkeit der aktuellen Erwerbungsstrategie, dennoch ist das bestehende Angebot derzeit nicht ausreichend, um die hohe Nachfrage zu decken. Dies bedeutet jedoch nicht, dass diese Bestandsgruppe in den folgenden Jahren zwingend weiter ausgebaut werden muss. Denn damit verbunden sind Auswirkungen auf den verfügbaren Etat für andere Bestandsgruppen, da der Gesamtetat i.d.R. nicht erhöht wird. Darüber hinaus ergeben sich Konsequenzen für die Bestandspräsentation. Falls neue Medien untergebracht werden müssen, könnte es erforderlich sein, auf die Frontalpräsentation zu verzichten oder zusätzliche Regale aufzustellen. Dies könnte jedoch zu einer weniger ansprechenden Präsentation der Medien führen, was sich möglicherweise negativ auf die Ausleihzahlen auswirken würde. Es empfiehlt sich daher, die Untergruppen der Bestandsgruppe genauer zu analysieren, um Ausleihschwerpunkte zu identifizieren und zunächst gezielt diese Bereiche auszubauen.
„OK“ (Bestandsgröße und Ausleihzahlen stehen in einem ausgewogen Verhältnis): Die Erwerbungsstrategie kann weiterverfolgt werden. An den Werbemaßnahmen und der Medienpräsentation muss nicht zwingend etwas verändert werden.
„Prüfen“ (Der Bestand ist im Verhältnis zur Nutzung zu groß): In diesem Fall empfehlen wir die Prüfung folgender Punkte:
Als Beispiel zeigen wir die Effizienzwertanalyse einer Kleinstadtbibliothek aus NRW. Wegen eines bevorstehenden Umzugs in den nächsten Jahren plant das Bibliotheksteam eine Neukonzeption und will daher auch den Bestand überarbeiten.

In diesem Beispiel ist die Ausleihquote der Sachliteratur gering. Da es sich um eine Kleinstadt handelt und auch nach dem Umzug keine zusätzliche Fläche zur Verfügung stehen wird, sollte das Team sorgfältig prüfen, welche Bestandsgruppen künftig beibehalten werden. Auch zur Verbesserung der Bestandspräsentation sollte das Team über eine Bestandsreduzierung nachdenken. Aktuell ist eine Frontalpräsentation mangels Platz in den Regalen nicht möglich.
Gerade für den Aufbau eines attraktiven Sachbuchangebotes ist es hilfreich, die spezifischen lokalen Interessengruppen zu kennen. Welche Vereine gibt es vor Ort, welche Themen werden in der Öffentlichkeit diskutiert? Welche inhaltlichen Schwerpunkte stehen im Fokus der Kommunalpolitik? Eine Bibliothek muss nicht zu jedem Sachgebiet einen ausgebauten Bestand anbieten, aber auf lokale Bedarfe reagieren. In diesem Beispiel weist die Gruppe „Te – Technik“ eine außergewöhnlich hohe Nutzung und einen guten Umsatz auf. Dies sollte bei der weiteren Bestandsplanung berücksichtigt werden. Auf diese Weise wird nach und nach ein auf das Einzugsgebiet zugeschnittenes Bestandsprofil entwickelt.
In unserem Beispiel werden die Bestandsgruppen „Re – Religion“, „Ph – Philosophie“ oder „Li – Literaturkunde“ kaum oder gar nicht nachgefragt. Wenn die angebotenen Medien aktuell und gut präsentiert und trotzdem nicht genutzt werden, sollte man in Erwägung ziehen, diese Bestandsgruppen künftig nicht mehr anzubieten. Der frei gewordene Regalplatz kann für eine bessere Präsentation anderer Bestandsgruppen genutzt werden. Beispielsweise könnte man testen, ob die Gruppen „Pr – Praxis-Ratgeber“, „Pä – Pädagogik“ und „Bi – Biografien“ durch eine bessere Frontalpräsentation der Medien höhere Effizienzwerte erzielen können. Im folgenden Jahr kann man die Wirkung der getroffenen Maßnahmen mittels der Effizienzwertanalyse überprüfen und auf diese Weise das Bestandsprofil weiter schärfen.
Die Mediengruppe „Zeitschriften“ sollte gesondert betrachtet werden. Hier kann die Aktionsbeschreibung „prüfen“ lauten, da die Ausleihe eher gering ist. In Bibliotheken mit hoher Aufenthaltsqualität, die zum Beispiel ein Lesecafé haben, kann die Vor-Ort-Nutzung von Zeitschriften jedoch hoch sein. In diesem Fall sollte die Nutzung der Zeitschriften in den Aufenthaltsbereichen beobachtet werden. Auf unsere Beispielbibliothek trifft dies nicht zu. Hier ist die Nutzung überdurchschnittlich hoch (Effizienzwert 2,66), obwohl nur wenige Sitzplätze zur Verfügung stehen.

Ähnlich wie bei Sachbüchern sollte auch bei „alten“ Medientypen wie Loseblattsammlungen, CDs und teilweise auch DVDs geprüft werden, ob sie den Bestand noch sinnvoll ergänzen. In unserem Beispiel könnten sie zugunsten von Konsolenspielen und Tonies/Hörfiguren aus dem Bestand genommen werden.
Prüfhinweise bzw. Aktionsbeschreibungen für eine gesamte Bestandsgruppe können lediglich einen allgemeinen Trend anzeigen. Um fundierte Bestandsentscheidungen treffen zu können, sollte die Nutzung der zugehörigen Untergruppen detailliert analysiert werden. In unserem Beispiel lautet die Aktionsbeschreibung für die Gesamtgruppe „Non-Books“ „OK“, jedoch sollten die untergeordneten Mediengruppen für die Entscheidungsfindung einzeln überprüft werden.
Bei einer so großen Gruppe wie die der Romane, die in keine weiteren Untergruppen aufgeteilt ist, muss die weitere Analyse auf Ebene der Einzelmedien durchgeführt werden. In unserem Fall ist der Bestand im Verhältnis zur Nutzung zu groß. Ein möglicher Ansatz wäre die Aussonderung anhand einer Null-Liste sowie die Aussonderung von beschädigten Medien.
Die Effizienzwertanalyse ist ein wertvolles Instrument zur Optimierung des Bestandsmanagements in Bibliotheken. Sie bietet eine objektive Grundlage, um die Effizienz von Bestandsgruppen zu bewerten und strategische Entscheidungen zu treffen. Durch regelmäßige Analysen können Bibliotheken den Aufbau ihrer Bestände besser an der Nachfrage ausrichten, Ressourcen effizienter einsetzen und ihre Angebote gezielt weiterentwickeln.
Die Entscheidungen sollten aber nicht nur auf Basis der Nutzungszahlen getroffen werden. Auch sogenannte „bibliothekspolitische Entscheidungen“, möglichst auf der Grundlage des Bibliothekskonzeptes, sollten in die Entscheidungsfindung mit einfließen. So kann beispielsweise die Heimatliteratur auch bei geringen Ausleihquoten weiter im Angebot bleiben, da die Bibliothek die Dokumentation der örtlichen Geschichte als zentrale Funktion festgelegt hat.
Die Effizienzwertanalyse ist besonders bei strukturellen Veränderungen, wie Umzügen oder Neumöblierungen, unverzichtbar. Sie hilft, veraltete oder wenig nachgefragte Medien zu erkennen und gegebenenfalls auszusortieren. Gleichzeitig trägt sie dazu bei, den verbleibenden Bestand attraktiv und aktuell zu präsentieren.
Effizienzwertanalyse Herunterladen
Sie haben Fragen zur Effizienzwertanalyse? Dann sprechen Sie uns gerne an.
Veränderungen sind in der modernen Arbeitswelt unvermeidlich, insbesondere in Organisationen wie Bibliotheken, die sich kontinuierlich an technologische Entwicklungen und veränderte Nutzerbedürfnisse anpassen müssen. Der Veränderungsprozess kann jedoch komplex und herausfordernd sein. Ein fundiertes Verständnis der verschiedenen Phasen, die Menschen in einem solchen Prozess durchlaufen können, ist daher entscheidend. In diesem Beitrag stützen wir uns auf das Change Management-Modell von Richard K. Streich.
Einführung in das Change Management-Modell von Richard K. Streich
Richard K. Streichs Modell des Change Managements umfasst sieben Phasen, die den Verlauf eines Veränderungsprozesses abbilden. Zu wissen, das es diese Phasen gibt, hilft, die emotionalen und praktischen Reaktionen auf Veränderungen zu verstehen und zu steuern. Die Teilnehmenden unseres Strategieprogramms „Der rote Faden“ werden das sicherlich bestätigen.
Phase 1: Schock / Euphorie
Die erste Reaktion auf eine Veränderung kann stark variieren und reicht von Schock bis hin zu Euphorie. Diese initiale Reaktion hängt davon ab, ob die Veränderung unvorhergesehen ist oder von der betroffenen Person selbst initiiert wurde.
Nehmen wir zum Beispiel die Einführung einer neuen Bibliothekssystems. Bibliotheksmitarbeitende könnten anfangs euphorisch reagieren, da das System die Effizienz steigert und den Nutzerinnen und Nutzern einen verbesserten Service bietet. Diese positiven Aspekte könnten die Mitarbeitenden motivieren und sie ermutigen, sich auf die neuen Technologien einzulassen.
Auf der anderen Seite könnte die Einführung neuer digitaler Technologien auch Schock auslösen, besonders bei Mitarbeitenden, die weniger technologieaffin sind oder Bedenken hinsichtlich ihrer Fähigkeit haben, sich an die neuen Systeme anzupassen. Der Schock könnte aus der Sorge resultieren, dass ihre bisherigen Fähigkeiten möglicherweise nicht ausreichen, um mit den neuen Anforderungen Schritt zu halten.
Diese Phase ist gekennzeichnet durch starke emotionale Reaktionen, die die Grundlage für den weiteren Verlauf des Veränderungsprozesses bilden.
In beiden Fällen zeigt sich, wie wichtig es ist, Veränderungen in Bibliotheken einfühlsam zu kommunizieren und die Mitarbeiter aktiv einzubinden, um ihre Sorgen und Ängste zu adressieren und sie auf die positiven Aspekte der Veränderung hinzuweisen.
Diese Phase der Schock oder Euphorie ist entscheidend, da sie den emotionalen Startpunkt für den gesamten Veränderungsprozess bildet und den Ton für die weiteren Phasen des Change Managements setzt.
Phase 2: Verneinung
Nach dem ersten Schock oder der Euphorie folgt oft die Phase der Verneinung. In dieser Phase lehnen die Betroffenen die tatsächlichen Auswirkungen der Veränderung ab. Sie könnten Schwierigkeiten haben zu akzeptieren, dass das alte System durch ein neues ersetzt wird, und könnten in ihrer Ablehnung verschiedene Gründe finden, sei es wegen der zusätzlichen Lernkurve, des Verlusts vertrauter Arbeitsabläufe oder der Befürchtung, dass ihre bisherigen Fähigkeiten nicht mehr ausreichen.
Phase 3: Einsicht
Die Mitarbeitenden erkennen, dass das neue Bibliothekssystem eingeführt wird, und beginnen, sich auf die Realität einzustellen, dass sie sich anpassen müssen. Diese Einsicht wird oft von einem emotionalen Auf und Ab begleitet, da die Betroffenen zwischen Widerstand und Akzeptanz schwanken.
Phase 4: Das Tal der Tränen
Die Erkenntnis der Unvermeidlichkeit der Veränderung kann zu Verzweiflung und einem Gefühl der Überforderung führen. Dies ist das sogenannte Tal der Tränen, der tiefste Punkt im Veränderungsprozess. Die Mitarbeitenden fühlen sich hilflos und unsicher darüber, wie sie mit der neuen Situation umgehen sollen. Diese Phase ist emotional sehr belastend, da sie mit starken negativen Gefühlen und der Frage einhergeht, wie es weitergehen soll.
Phase 5: Akzeptanz
Mit der Zeit setzt eine Phase der Akzeptanz ein. Die Mitarbeitenden erkennen, dass sie sich mit der neuen Situation arrangieren müssen. Diese Phase ist ein Wendepunkt, da sie die Bereitschaft signalisiert, die Veränderung anzunehmen und sich mit ihr auseinanderzusetzen. Die Akzeptanz erleichtert den Übergang zu den nächsten Phasen des Veränderungsprozesses.
Phase 6: Ausprobieren
In der Phase des Ausprobierens beginnen die Mitarbeitenden, sich aktiv mit dem neuen System vertraut zu machen. Sie testen verschiedene Funktionen und Möglichkeiten, um herauszufinden, was funktioniert und was nicht.
Phase 7: Integration
Die letzte Phase des Veränderungsprozesses ist die Integration. Erfolgreiche Strategien und Verhaltensweisen werden in den Alltag integriert und zur neuen Normalität. Die Betroffenen haben sich an die Veränderung angepasst und sie vollständig in ihr Leben und ihre Arbeit übernommen. Diese Phase markiert das Ende des aktiven Veränderungsprozesses und den Beginn eines neuen, stabilen Zustands.
Fazit: Der erfolgreiche Umgang mit Veränderung
Das Change Management-Modell von Richard K. Streich bietet eine klare und strukturierte Herangehensweise an Veränderungsprozesse. Jede Phase – von der initialen Reaktion über die Verneinung und Einsicht bis hin zur Akzeptanz, dem Ausprobieren und schließlich der Integration – hat ihre eigenen Herausforderungen und erfordert spezifische Maßnahmen und Ansätze. Natürlich kann die individuelle Erfahrung dieser Phasen stark variieren. Manche Menschen durchlaufen sie schneller oder langsamer, intensiver oder weniger intensiv als andere. Es kommt vor, dass einzelne Phasen nur oberflächlich berührt werden oder dass Personen in einer bestimmten Phase feststecken bleiben, ohne jemals den Punkt der Akzeptanz zu erreichen.
Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit Veränderungen gemacht? Was hat Ihnen geholfen, das Tal der Tränen zu überwinden?
Quellen und Literaturhinweise:
Allgemeines Change Management:
Veränderungsmanagement im Bibliothekswesen:
Die digitale Transformation, gesellschaftliche Entwicklungen und sich ändernde Nutzerbedürfnisse erfordern, sich ständig anzupassen und zu erneuern. Das gilt auch für Bibliotheken. Ob es sich um technologische Neuerungen, organisatorische Umstrukturierungen oder neue Serviceangebote handelt – Veränderungen können Herausforderungen und Chancen zugleich mit sich bringen. Eine erfolgreiche Kommunikation ist der Schlüssel, um Ihr Team auf diese Reise mitzunehmen und Widerstände zu minimieren. Doch wie kann dieser Wandel erfolgreich gestaltet werden? In diesem Beitrag geben wir Tipps, die Bibliotheken dabei helfen können, Veränderungen erfolgreich umzusetzen.
Aber warum empfinden viele Menschen Veränderungen als unangenehm? Veränderungen verursachen oft Unsicherheit und lösen Ängste aus. Viele Menschen ziehen es daher vor, bei dem zu bleiben, was ihnen vertraut ist und was sie einschätzen können – selbst wenn Veränderungen auch Chancen bieten. Es geht ihnen also um Risikovermeidung. Ziel sollte es daher sein, Gefühle wie Unsicherheit und Angst auf ein Minimum zu reduzieren. Nur dann können Veränderungsprozesse erfolgreich umgesetzt werden. Aber was bedeutet das nun konkret?
1. Die Notwendigkeit der Veränderung erklären: Es ist entscheidend, dass das Team versteht, warum die Veränderung notwendig ist. Erläutern Sie die Hintergründe und Ziele der Veränderung klar und transparent. Nutzen Sie Daten und Fakten, um die Dringlichkeit zu unterstreichen. Zeigen Sie auf, welche Vorteile die Veränderung für die Bibliothek, die Mitarbeitenden und die Nutzerinnen und Nutzer mit sich bringt.
2. Frühzeitig und regelmäßig kommunizieren: Veränderungen sollten frühzeitig kommuniziert werden, um Spekulationen und Unsicherheiten vorzubeugen. Nutzen Sie verschiedene Kommunikationskanäle wie Besprechungen, E-Mails und Intranetseiten, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeitenden informiert sind. Regelmäßige Updates und Fortschrittsberichte helfen, das Team auf dem Laufenden zu halten und Vertrauen aufzubauen.
3. Dialog und Feedback fördern: Ermutigen Sie Ihr Team, Fragen zu stellen und Feedback zu geben. Schaffen Sie Foren für offene Diskussionen, wie z.B. regelmäßige Teammeetings oder Workshops. Zeigen Sie, dass Sie das Feedback ernst nehmen und in den Veränderungsprozess einfließen lassen. Dies fördert die Akzeptanz und das Engagement der Mitarbeitenden.
4. Emotionale Unterstützung bieten: Veränderungen können Ängste und Unsicherheiten hervorrufen. Zeigen Sie Empathie und Verständnis für die Sorgen Ihres Teams. Bieten Sie Unterstützung durch Einzelgespräche, Mentoring oder externe Beratungsangebote an. Ein offenes Ohr und die Bereitschaft, auf individuelle Bedürfnisse einzugehen, sind in dieser Phase besonders wichtig.
5. Vorbild sein: Als Führungskraft spielen Sie eine entscheidende Rolle im Veränderungsprozess. Ihr Verhalten und Ihre Einstellung gegenüber der Veränderung werden vom Team genau beobachtet. Zeigen Sie Zuversicht und Entschlossenheit, aber auch Flexibilität und Offenheit für neue Ideen. Ihre positive Haltung kann die Akzeptanz und das Engagement im Team erheblich beeinflussen.
6. Experimentieren und lernen: Veränderung ist ein iterativer Prozess, der Experimentieren und Lernen erfordert. Ermutigen Sie Ihr Team, neue Ideen auszuprobieren, auch wenn sie möglicherweise nicht sofort erfolgreich sind. Wichtig ist, aus Fehlern zu lernen, Anpassungen vorzunehmen und sich kontinuierlich zu verbessern.
7. Schulungen und Weiterbildungen anbieten: Oft erfordern Veränderungen neue Fähigkeiten und Kenntnisse. Bieten Sie gezielte Schulungen und Weiterbildungen an, um Ihr Team auf die neuen Anforderungen vorzubereiten. Investieren Sie in die Entwicklung Ihrer Mitarbeitenden, um ihnen den Übergang zu erleichtern und ihre Kompetenzen zu stärken.
8. Erfolge feiern: Feiern Sie kleine und große Erfolge im Veränderungsprozess. Anerkennung und Wertschätzung motivieren das Team und stärken den Zusammenhalt. Markieren Sie Meilensteine und zeigen Sie auf, welche Fortschritte bereits erzielt wurden. Dies schafft positive Energie und unterstützt den Wandel.
Fazit: Eine effektive Kommunikation ist das Rückgrat eines erfolgreichen Veränderungsmanagements. Indem Sie die Notwendigkeit der Veränderung erklären, frühzeitig und regelmäßig kommunizieren, Dialog und Feedback fördern, emotionale Unterstützung bieten, als Vorbild agieren, Schulungen anbieten und Erfolge feiern, können Sie Ihr Bibliotheksteam erfolgreich durch den Veränderungsprozess führen. Denken Sie daran, dass Veränderung ein kontinuierlicher Prozess ist und Ihre Rolle als Führungskraft entscheidend für den Erfolg ist. Gemeinsam können Sie die Herausforderungen meistern und die Chancen nutzen, die Veränderungen mit sich bringen.
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wir freuen uns über Ihre Kommentare.
Quellen und weitere Literaturhinweise:
Allgemeines Change Management:
Veränderungsmanagement im Bibliothekswesen:
In einer zunehmend digitalen Welt ist es für Bibliotheken von entscheidender Bedeutung, online sichtbar zu sein, um ihre Dienstleistungen und Angebote erfolgreich zu kommunizieren. Hier sind einige Tipps, wie Ihre Bibliothek online ihre Reichweite ausbauen kann:
Webseite als digitale Visitenkarte: Eine Website ist das Aushängeschild im virtuellen Raum. Stellen Sie sicher, dass sie benutzerfreundlich, informativ und visuell ansprechend ist. Zudem sollte sie mobil optimiert und barrierefrei sein. Weisen Sie auf Angebote wie einen Newsletter und Ihre Social-Media-Kanäle hin. Und natürlich: Aktualisieren Sie regelmäßig Informationen zu Veranstaltungen, Öffnungszeiten und Services.
Soziale Medien geschickt nutzen: Seien Sie aktiv auf Plattformen wie Facebook, Instagram, YouTube oder TikTok. Vor allem Instagram, TikTok und YouTube sind wichtige Kanäle, um Jugendliche zu erreichen (siehe hierzu auch die JIM-Studie 2023). Teilen Sie nicht nur Neuigkeiten, Buchempfehlungen und Interessantes aus der Welt der Bücher. Versuchen Sie mehrmals die Woche auf die Angebote Ihrer Bibliothek aufmerksam zu machen. Zeigen Sie, wie Interessierte sich anmelden können, was eine Mitgliedschaft kostet und welche Angebote man damit nutzen kann. Nutzen Sie vor allem auf Instagram Hashtags, um die Reichweite zu erhöhen. Antworten Sie zügig auf Kommentare und Fragen. Teilen, kommentieren und Liken Sie auch Beiträge Ihrer Kooperationspartner.
Blogs für vertiefende Inhalte: Starten Sie einen Blog, um zielgruppenspezifische Inhalte zu präsentieren. Schreiben Sie Buchrezensionen, Hintergrundinformationen zu Autoren oder geben Sie Einblicke in die Bibliotheksarbeit. Das schafft Mehrwert und stärkt die Identifikation mit der Bibliothek.
Newsletter für regelmäßige Updates: Ein regelmäßiger Newsletter hält Ihre Nutzerinnen und Nutzer auf dem Laufenden. Teilen Sie darin Neuigkeiten, machen Sie auf kommende Veranstaltungen aufmerksam und stellen Sie neue Services vor. Machen Sie auf der Website und den sozialen Medien Werbung für den Newsletter, um mehr Abonnent*innen zu gewinnen.
Kreative Multimedia-Inhalte: Drehen Sie kurze Videos, um zum Beispiel neue Services zu vorzustellen. Auch Interviews mit Mitarbeitenden oder virtuelle Rundgänge durch die Bibliothek können das Interesse steigern.
Interaktive Elemente einbauen: Erstellen Sie Umfragen, Quizze oder Gewinnspiele, um die Interaktion mit Ihren Followern zu fördern. Das steigert die Bindung und schafft eine lebendige Online-Community. Übrigens bieten wir am 28. August einen Online-Austausch zum Thema Online-Adventskalender an.
Google My Business Account: Einrichten und pflegen eines Google My Business Accounts, um in lokalen Suchergebnissen und auf Google Maps sichtbar zu sein. Aktuelle Informationen wie Öffnungszeiten, Veranstaltungen und Kontaktinformationen sollten regelmäßig aktualisiert werden.
Suchmaschinenoptimierung (SEO): SEO-Maßnahmen wie die Optimierung von Metadaten, Alt-Tags bei Bildern und die Verwendung von relevanten Keywords können helfen, die Platzierung in Suchergebnissen zu verbessern. Zudem sollten regelmäßig Blogbeiträge oder News-Artikel veröffentlicht werden, die für die Zielgruppe interessant sind.
Werbung auf Social-Media-Kanälen: Mit Online-Werbeanzeigen können Bibliotheken bereits mit kleinem Budget auf ihre Angebote und Veranstaltungen aufmerksam machen und so die Reichweite erhöhen. Ein weiterer Vorteil: Der Streuverlust ist sehr gering, da man die Zielgruppe (Alter, Vorlieben, Standort) sehr genau bestimmen kann. Zudem lässt sich sehr genau feststellen, wie viele Klicks die Anzeige erreicht hat.
Das sind nur einige Tipps, wie Sie die Sichtbarkeit Ihrer Bibliothek online steigern können. Und natürlich muss jede Bibliothek zuerst mittels einer Social-Media-Strategie festlegen, welche Maßnahmen bzw. Kanäle Sinn machen. Das heißt, welche Ressourcen stehen zur Verfügung, welche Ziele sollen erreicht und welche Zielgruppen sollen angesprochen werden?
Haben Sie noch andere Tipps? Welche Kanäle nutzt Ihre Bibliothek und welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Wir freuen uns über Ihre Kommentare.
Weiterführende Informationen zum Thema Web 2.0-Anwendungen und Social Media Marketing für Bibliotheken bietet auch das Bibliotheksportal des dbv: https://bibliotheksportal.de/marketing-baukasten/operatives-marketing/social-media-kommunikation/
Lebendiger Treffpunkt für Menschen jeden Alters, ein Ort digitaler Medien und Angebote, der Digitalisierung erlebbar und erlernbar macht: Moderne Stadtbibliotheken können für Bürgerinnen, Bürger und kommunale Akteure wichtige Partner der digitalen Transformation sein. Während die beiden ersten NRW-Konferenzen dem bibliotheksfachlichen Austausch dienten, stellte die 3. und abschließende NRW-Konferenz im Rahmen der #DigitiativeNRW den Dialog zwischen Kommunalverwaltung und Bibliotheken in den Mittelpunkt. Und so reisten viele Teilnehmende im Tandem aus einer Kommune an. Gastgeber am 13. Mai waren die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Verband der Bibliotheken des Landes NRW.
„Bibliotheken werden in ihrer neuen Funktion und mit ihren digitalen Kompetenzen und Angeboten zu Treffpunkten, zu Orten der Begegnung und des Austauschs. Mit der #DigitiativeNRW unterstützen wir die Bibliotheken bei dieser Entwicklung. Neben Einzelhandel und Gastronomie können Bibliotheken in einer digital geprägten Welt für Kommunen ein wichtiger Bestandteil lebendiger Innenstädte und Stadtteile sein“, erklärte Regierungspräsident Thomas Schürmann zur Eröffnung. „Dabei geht es nicht darum, in den Bibliotheken, die neuesten technischen Spielereien zu präsentieren, sondern relevanten und ansprechenden Service anzubieten, der einen echten Nutzen stiftet und einen positiven Beitrag zur digitalen Teilhabe leistet“, betonte Christina Osei, Präsidentin des Verbandes der Bibliotheken des Landes NRW, in ihrer Begrüßung.
In ihrem Impulsvortrag skizzierte Cornelia Vonhof, Professorin an der Hochschule der Medien Stuttgart, den mehr als 100 Teilnehmenden im Plenarsaal der Bezirksregierung Düsseldorf die gesellschaftlichen Herausforderungen der Digitalisierung: Die digitalen Technologien schreiten rasant voran, doch nicht alle Menschen können oder wollen dieses Tempo mitgehen. Circa die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger stehen dem digitalen Wandel aufgeschlossen gegenüber und erwarten auch von Kommunen mehr digitalen Service. Die andere Hälfte sehen die zunehmende Digitalisierung skeptisch oder lehnen sie ab. Unter anderem, weil ihnen entsprechende Kenntnisse fehlen und sie unsicher im Umgang mit digitalen Anwendungen sind.

Ausgehend von diesen Erkenntnissen des D21-Digital-Index 23/24 stellt sich die Frage, was getan werden kann und muss, wenn künftig mehr und mehr (kommunale) Dienstleistungen digital angeboten werden? Die Schere zwischen den Menschen, die mehr digitale Services erwarten und denen, die digitalen Services ablehnend gegenüberstehen, darf dann nicht noch größer werden. Die Schließung des bestehenden „Digital Skills Gap“ ist von entscheidender Bedeutung. Gut ausgestattete Bibliotheken vor Ort können einen wichtigen Beitrag dazu leisten, Angebote für die Stärkung digitaler Kompetenzen verschiedener Zielgruppen zu entwickeln, so Vonhof.
Petra Büning, Leiterin der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW, gab einen Überblick über den zurückliegenden Prozess der DigitiativeNRW. Der in der DigitiativeNRW breit angelegte Diskurs zu den Herausforderungen der digitalen Transformation Öffentlicher Bibliotheken, der sowohl regional in den Regierungsbezirken als auch NRW-weit stattfand, macht deutlich, dass die digitale Transformation verschiedene Wirkungsebenen umfasst. Die digitalisierte Lebens- und Arbeitswelt sorgt bei den Menschen für neue Bedarfe und Erwartungen an Bibliotheken, auf die diese mit veränderten Angeboten reagieren müssen. Gleichzeitig verändert sich die Arbeitswelt der Beschäftigten in Bibliotheken. Neue Kompetenzen sind gefragt, einerseits bei der Weiterentwicklung der Angebote, andererseits an den Arbeitsplätzen selber. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen haben Bibliotheksbeschäftigte in 5 themenspezifischen Arbeitsgruppen eine Reihe von Maßnahmenvorschlägen entwickelt. Fünf davon werden nun konkret von der Fachstelle umgesetzt. Darunter ist ein Pilotprojekt zu neuen Organisations- und Arbeitszeitmodellen in Bibliotheken.

„Was diese Initiative so besonders macht, ist ihr partizipativer Ansatz“, betonte Silke Niermann, Leiterin der Stadtbibliothek Gütersloh und Mitglied des Beirats der DigitiativeNRW, beim Bühnengespräch. Statt zentral Maßnahmen zu beschließen, hat die Fachstelle die Bibliotheksbeschäftigten eingeladen, sich an den Diskussionen aber auch an der Entwicklung von Maßnahmen zur besseren Bewältigung der digitalen Transformation zu beteiligen. „Es macht mich stolz, zu sehen, dass nun die ersten Fortbildungen das Label DigitiativeNRW tragen“, erklärte Jutta Ludwig, Leiterin der Stadtbibliothek Arnsberg, Mitglied des Beirats und der AG Ressourcen der DigitiativeNRW.

Dann waren die Teilnehmenden eingeladen die Bedeutung von Bibliotheken für Kommunen miteinander zu erörtern. Im Mittelpunkt standen die Fragen:

Anschließend wurden die Ergebnisse mit einem digitalen Umfrageinstrument als gewichtete Wortwolke für alle sichtbar:
Was sind aktuelle und erwartete Herausforderungen in meiner (Stadt) Gesellschaft?

Welches sind Rolle/Aufgaben/Möglichkeiten der Bibliothek in diesen Entwicklungen?

Wie erlebe ich Bibliothek derzeit in meiner Kommune?

Angeregt durch Beispiele des Gelingens erkundeten die Teilnehmenden am Nachmittag in 9 Gruppen konkrete Möglichkeiten und Potenziale von Bibliotheken, einen Beitrag zur Abmilderung der Digitalen Spaltung in der Kommune zu leisten. So unterstützen etwa ehrenamtliche Digitalpaten in den Räumen der Bibliothek Hilden ältere Menschen bei der Nutzung von Laptops oder Smartphones. Sie führen in den Umgang mit den Geräten und diversen Apps ein und helfen bei der Lösung technischer Schwierigkeiten. In der Stadtbibliothek Köln gibt es Schnupperkurse für Erwachsene zum Thema Künstliche Intelligenz (KI), beispielsweise mit grundlegenden Informationen zu ChatGPT. Hier können erste Erfahrungen mit der Nutzung von ChatGPT gemacht werden. Gleichzeitig werden Grenzen und ethische Aspekte im Umgang mit KI angesprochen.

Gemeinsame Leitfragen für die Gruppendiskussionen:
Welche gesellschaftlichen Bedarfe sehen Sie in Ihren Kommunen, bei deren Lösung Bibliotheken einen Beitrag leisten können? Welche Ideen und Ansatzpunkte gibt es, um die Einbindung der Bibliotheken voranzubringen?
Zum Ende der Konferenz hatten die kommunalen Tandems Zeit, sich von den Diskussionsergebnissen der anderen Gesprächsrunden anregen zu lassen – und konkrete gemeinsame nächste Schritte zu vereinbaren. Exemplarisch teilten anschließend drei Tandems ihre Ideen und Vorhaben mit den anderen Teilnehmenden, die aus dem Konferenztag heraus entstanden sind:
Die ersten spontanen Rückmeldungen waren positiv. Hervorgehoben wurde die Freude am Austausch im Tandem und mit anderen Kommunen und die daraus entstandene Perspektiverweiterung. „Wir freuen uns, dass so viele Verantwortliche aus der Kommunalverwaltung und aus den Bibliotheken die Möglichkeit genutzt haben, um über die Entwicklungsmöglichkeiten Öffentlicher Bibliotheken zu diskutieren“, so Petra Büning. Christina Osei zog ebenfalls eine positive Bilanz: „Ich glaube, der persönliche Austausch hat viele motivierende Impulse für den Einbezug der Bibliotheken vor Ort gesetzt.“
Mehr Fotos von der Veranstaltung haben wir auf Flickr veröffentlicht:
Dieser Gastbeitrag gewährt Einblicke in das innovative Vorleseprojekt der Stadtbibliothek Ahaus und des Berufskollegs Lise Meitner. Erfahren Sie mehr über die Entstehung, den Projektablauf und den Erfolg des Literacy-Projekts. Diese Kooperation zwischen Bibliothek und Bildungseinrichtung setzt starke Impulse für die nachhaltige Förderung der Lesekompetenzbildung bei Kindern.
Die Kooperation mit dem ortsansässigen Berufskolleg Lise Meitner entstand 2021 während Corona. Da Ahaus vor allem Schulstandort, auch für unterschiedliche Ausbildungsberufe, ist, gab es erstmals im Frühjahr 2021 eine lose Anfrage welche Fachliteratur sich das Berufskolleg Lise Meitner in Ahaus wünscht. Für den Pädagogikbestand war die Expertise der Lehrkräfte ein ordentlicher Zugewinn. Über den bestehenden Kontakt konnte dann die Kooperation aufgebaut werden.
Der Impuls, enger mit berufsbildenden Schulen zusammenzuarbeiten, führte zur Entstehung des Vorleseprojekts. Ziel war es, die Bibliothek zu einem Ort zu machen, den Kinder wieder für sich entdecken können. Gleichzeitig sollten angehende Erzieher*innen die Möglichkeit erhalten, sich pädagogisch unter Anleitung auszuprobieren. Der erste Durchlauf des Projekts startete im Herbst 2021.
Teil der Kooperation ist eine Bibliotheksführung für Studierende der Unterstufe des Berufskollegs Lise Meitner. Besonderes Augenmerk liegt auf dem neu bearbeiteten Pädagogikbestand, der den Interessenskreis Ausbildung umfasst. Die Studierenden lernen verschiedene Vorlesemethoden sowie die Bedeutung des Vorlesens kennen. Ziel ist es, ein eigenes Vorleseangebot für Kinder aus umliegenden Kindertageseinrichtungen zu planen, zu organisieren und durchzuführen. Die Stadtbibliothek bietet dabei einen wertfreien Raum, in dem die Studierenden ihre pädagogischen Fähigkeiten unter Anleitung entwickeln können. Das jeweilige Thema wählen die Studierenden des BKLM in Absprache selbst aus.
Gemeinsam mit der Medienpädagogin der Stadtbibliothek Silke Keßler und ihrer Fachlehrerin Anne Schmitz befassen sich die jungen Frauen und Männer zunächst selbst mit dem Thema. Danach suchen sie im umfangreichen Bestand der Stadtbibliothek nach passenden Bilderbüchern für Kinder im Alter von 3-6 Jahren. Themen waren zum Beispiel Vorurteile und Nachhaltigkeit.

Danach planen die Studierenden im Rahmen des Unterrichts Deutsch/Kommunikation mithilfe einer digitalen Lerntheke in Kleingruppen passende Vorleseangebote. Diese finden dann in der Stadtbibliothek statt.
„Nach der durchweg positiven Bilanz aller Beteiligten nach der ersten Runde und der großen Zustimmung durch die teilnehmenden Kindergärten beim letzten Projekt, war uns sofort klar, dass wir die Kooperation fortführen wollen“, erklärt Silke Keßler, Medienpädagogin der Stadtbibliothek.
Das Kooperationsprojekt erzielte 2023 den dritten Platz im Best-Practice-Wettbewerb Informationskompetenz. Der Wettbewerb zum Thema „Mitten drin statt nur dabei. Best-Practice-Beispiele für partizipative Formate an Bibliotheken“ wurde von der gemeinsamen Kommission Informationskompetenz des Vereins Deutscher Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VDB) und des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) ausgeschrieben. Die Auszeichnung bestätigt den innovativen und erfolgreichen Ansatz des Projekts.

Die Zukunft des Projekts sieht vielversprechend aus. Das Ziel ist es, das Kooperationsprojekt fest in der didaktischen Jahresplanung des Berufskollegs zu verankern und die Kindertagesstätten noch stärker einzubinden. Sowohl die Stadtbibliothek als auch das Berufskolleg streben derzeit die offizielle Bildungspartnerschaft NRW an. Der dritte Durchlauf des Kooperationsprojekts ist bereits im Gange.
Weiterführende Links:
https://www.bklm-ahaus.de/mit-buechern-gegen-vorurteile/
https://www.bklm-ahaus.de/vorleseangebote-fuer-kindergartenkinder/
https://www.bibliotheksverband.de/best-practice-wettbewerb-informationskompetenz
https://www.presse-service.de/data.aspx/static/1132259.html
Ahaus im Westmünsterland bietet eine lebendige kulturelle Szene. Das Kulturquadrat, das Volkshochschule, Musikschule, Stadthalle und die Stadtbibliothek beherbergt, bildet das Herzstück der Stadt. Mit rund 115.000 analogen und digitalen Medieneinheiten auf 942 m² Nutzungsfläche und neun Angestellten bietet die Stadtbibliothek ihren Bürgerinnen und Bürgern eine breite Palette von Angeboten. In den letzten Jahren hat die Bibliothek erfolgreich neue Veranstaltungen initiiert und zahlreiche Kooperationspartner gewonnen.
Kontakt:
Stadt Ahaus
Silke Keßler
Medienpädagogin
Stadtbibliothek
Wüllener Str. 18
48683 Ahaus
Telefon: +49 2561 72 907
Fax: +49 2561 72 901
Mit dem Gemeinschaftsprojekt „Herten liest … besonders“ wollen die Freiwilligenagentur Herten und der Quadratkilometer Bildung Herten in diesem Jahr neue Wege der Leseförderung gehen. An jedem letzten Sonntag im Monat finden von 11 bis 13 Uhr Lesungen an wechselnden, teils ungewöhnlichen Orten im Stadtgebiet statt – unter anderem in der Umweltwerkstatt, bei der Vestischen, in Kapellen, bei der Freiwilligen Feuerwehr, auf den Wassertürmen in Scherlebeck oder im Freizeitbad Copa Ca Backum. Ziel ist es, insbesondere Kinder, Familien und junge Menschen für das Lesen zu gewinnen.
Kinder in Essen spielerisch fürs Lesen und Erzählen zu gewinnen – genau darum geht es bei der neuen Aktion „lies.mir.vor“ der Kinderstiftung Essen. Gesucht werden frische Ideen: ungewöhnliche Orte zum Vorlesen ebenso wie kreative Kooperationen, etwa mit Schulen oder Initiativen aus der Nachbarschaft.
Aus diesen Ansätzen soll ein stadtweites Netzwerk entstehen, das Kitas neue Impulse für ihre Arbeit liefert. Einrichtungen können sich ab sofort bewerben. Die 15 überzeugendsten Vorleseprojekte werden mit jeweils 1.000 Euro gefördert.
Mehr Informationen auf dieser Website https://www.radioessen.de/artikel/netzwerk-zur-lesefoerderung-in-essen-geplant-2559509
Die aktuelle Jugendstudie 2026 zeichnet ein deutlich angespanntes Bild der jungen Generation in Deutschland. Viele Jugendliche fühlen sich durch die Dauerkrisen der letzten Jahre stark belastet – dazu zählen vor allem Kriege, wirtschaftliche Unsicherheiten und steigende Wohnkosten.
Diese Situation wirkt sich spürbar auf das Lebensgefühl aus: Ein erheblicher Teil der jungen Menschen erlebt mentalen Stress, und rund 29 % glauben, dass ihnen psychologische Unterstützung helfen würde.
Auch der Blick auf die Zukunft ist kritisch. Viele sind unzufrieden mit der wirtschaftlichen Lage, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Politik in Deutschland. Jeder fünfte junge Mensch denkt darüber nach, Deutschland zu verlassen.
Die Studie „Jugend in Deutschland“ wurde von Jugendforscher Simon Schnetzer ins Leben gerufen und ist eine regelmäßige Trendstudie, die Einstellungen, Sorgen und Zukunftsperspektiven von 14- bis 29-Jährigen untersucht. Sie beleuchtet Themen wie Politik, Arbeit, psychische Gesundheit und Digitalisierung.
Mehr Informationen auf dieser Website: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/jugend-studie-2026-deutschland-100.html
Auf der diesjährigen didacta in Köln präsentierte der Verband der Bibliotheken des Landes NRW (vbnw) erfolgreiche Konzepte zur Stärkung von Schulbibliotheken. Unter dem Titel „Better together – Schulbibliotheken gründen und in der kommunalen Bildungslandschaft fest verankern“ gab Referentin Julia Borner (Teamleitung Schulmediotheken Stadtbibliothek Gütersloh / Vorsitzende AG Schulbibliotheken im vbnw) praxisnahe Einblicke in die Verknüpfung von Schule und öffentlicher Bibliothek.
Mehr Informationen auf der Website des vbnw: https://www.bibliotheken-nrw.de/didacta-2026-in-koeln/
Organisiert wird die Veranstaltung von der Fachstelle für Sexualität und Gesundheit der Aidshilfe Münster e.V. in Kooperation mit Livas. Die Drag-Lesung mit Saroxa richtet sich an Regenbogenfamilien, Kinder und alle Interessierten.
Im Rahmen der Veranstaltung liest Saroxa eine Geschichte vor. Anschließend haben die teilnehmenden Kinder die Gelegenheit, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Eine kreative Bastelaktion ergänzt das Programm und bietet die Möglichkeit, den Nachmittag gemeinsam ausklingen zu lassen.
Das Dortmunder Netzwerk Medienkompetenz (DoNeM) ist erneut von der Stiftung Digitale Chancen im Rahmen der Initiative „Gutes Aufwachsen mit Medien“ als lokales Netzwerk ausgezeichnet worden. Damit wird das langjährige Engagement gewürdigt, mit dem sich das Netzwerk für die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Fachkräften in Dortmund einsetzt.
Josephine Reußner vom Initiativbüro hebt besonders hervor, wie DoNeM mit seinen praxisnahen und kreativen Angeboten Orientierung in der digitalen Welt schafft und die Teilhabe stärkt.
Seit 2016 ist das Gesundheitsamt Dortmund an der Geschäftsführung beteiligt. Aktuell wird das Netzwerk von Jennifer Beck (Gesundheitsamt Dortmund), Claudia Wierz (Medienzentrum), Mirjam Gaffran (uzwei im Dortmunder U) und Inez Koestel (wam – Die Medienakademie) geleitet. Insgesamt engagieren sich rund 60 Akteurinnen und Akteure aus etwa 30 Einrichtungen, die gemeinsam ein breites Themenspektrum abdecken.
Mehr Informationen auf dieser Website https://www.wirindortmund.de/dortmund/dortmunder-netzwerk-medienkompetenz-erneut-als-lokales-netzwerk-gutes-aufwachsen-mit-medien-ausgezeichnet-304294
Auf dem Areal einer ehemaligen Papierfabrik entsteht in Bergisch Gladbach in den nächsten Jahren eine neue Bibliothek. In der aktuellen Planungsphase ruft die Stadt alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre Ideen und Erwartungen einzubringen.
Dafür ist ab sofort eine Online-Befragung gestartet, mit der die künftige Ausrichtung der Bibliothek gemeinsam mit der Stadtgesellschaft entwickelt werden soll.
Das Gelände hat für Bergisch Gladbach eine besondere Bedeutung: Über Jahrzehnte hinweg hat die Papierfabrik den Standort und das Selbstverständnis der Stadt geprägt. Mit der Neuentwicklung des Areals bietet sich nun die Chance, diesen historisch gewachsenen Ort neu zu gestalten.
Mehr Informationen auf dieser Website https://in-gl.de/2026/03/18/neue-bibliothek-auf-zanders-stadtbuecherei-startet-online-befragung/