Die Mitglieder des Bundesverbands deutscher Bibliotheks-Freundeskreise e.V. (BdB) forderten auf ihrer Mitgliederversammlung im Oktober vom Gesetzgeber und den Unterhaltsträgern die Ermöglichung erweiterter Öffnungszeiten Öffentlicher Bibliotheken, um ihre Funktion als Orte der Bildung und Kultur für alle Bevölkerungsschichten zu stärken. Dazu gehöre auch die Ermöglichung der Sonntagsöffnung. Mehr Informationen unter https://www.bibliotheks-freundeskreise.de/aktivit%C3%A4ten/
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Handlungsempfehlungen zu Digitalität und digitaler Transformation im Kulturbereich
Die Kulturministerkonferenz hat Handlungsempfehlungen zu Digitalität und digitaler Transformation im Kulturbereich verabschiedet. Als eine der zentralen Herausforderungen der zukünftigen Prozesse sowohl für die Kulturverwaltung selbst wie für Kultureinrichtungen werden beispielsweise die Schaffung klar formulierter, konkreter und in Koordination mit allen Beteiligten entwickelter Digitalstrategien benannt.
Basierend auf einer über die Kulturstiftung der Länder an den Dienstleister Wider Sense in Auftrag gegebenen Studie wurden Empfehlungen zu den Handlungsfeldern Strategie und Ziele, Austausch und Vernetzung, Fördermaßnahmen, Personal und interne Kultur, Community Building und Audience Development, Digitale Infrastrukturen, Messung und Evaluation und Künstliche Intelligenz (KI) formuliert, die sich als Selbstverpflichtungen an die Länder, aber auch an kulturelle Einrichtungen sowie deren Träger wie Kommunen, Verbände und Stiftungen richten.
Für den Vorsitzenden der Kulturministerkonferenz und Minister für Wissenschaft und Kultur in Niedersachen, Falko Mohrs, machen die Handlungsempfehlungen deutlich, dass es darüber hinaus jedoch umfassender Leitbilder bedürfe, aus denen sich konsistente Digitalstrategien für Kulturverwaltung und Institutionen ableiten lassen.
Mehr Informationen unter https://www.kmk.org/aktuelles/artikelansicht/kultur-mk-verabschiedet-empfehlung-zur-digitalen-transformation-im-kulturbereich.html
EBLIDA: Direktionsstelle ausgeschrieben
Der europäische Bibliotheksverband EBLIDA sucht zum 01.01.2024 eine*n neue*n Direktor*in. Gesucht wird eine Persönlichkeit mit guten akademischen und beruflichen Erfahrungen, die mit den Institutionen und Verfahren der Europäischen Union sowie den aktuellen Entwicklungen im europäischen Bibliotheks- und Informationssektor vertraut ist. Bewerbungen sind bis zum 13.11.2023 möglich.
Mehr Informationen unter https://eblida.org/eblida-is-seeking-to-recruit-a-new-director/
IFLA-Weltkongress 2024: Dubai zieht Einladung zurück
Vom 19. bis 23. August 2024 sollte der 89. IFLA-Weltkongresses 2024 in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden. Dubai hat nun die Einladung zur Ausrichtung des IFLA-WLIC 2024 zurückgezogen, wie die „Emirates Library and Information Association“ der IFLA vor wenigen Tagen mitteilte.
Da Dubai die einzige realisierbare Bewerbung war, wird im Jahr 2024 kein IFLA-Weltkongress stattfinden.
Weitere Informationen auf der offiziellen IFLA-Website: https://www.ifla.org/de/news/wlic-2024-withdrawn/
dbv: Bibliotheken 2023 – Themen, Zahlen, Forderungen
Der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) legt Bericht zur Situation der Bibliotheken in Deutschland vor. Die Publikation „Bibliotheken 2023“ erläutert Hintergründe zu Themen wie Sonntagsöffnung, Finanzsituation, E-Lending, Ganztagsbildung und Forschungsdatengesetz und gibt Einblicke, welche politischen Forderungen sich daraus für den Deutschen Bibliotheksverband e.V. (dbv) ergeben.
Die Publikation „Bibliotheken 2023“ kann unter diesem Link als pdf heruntergeladen werden: https://www.bibliotheksverband.de/publikationen
Bayern: Neue Materialien für FaMI-Ausbilderinnen und Ausbilder
Die zuständige Stelle für die Berufsausbildung der Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) Fachrichtung Bibliothek in Bayern hat Ende 2022 und Anfang 2023 mehrere neue und aktualisierte Materialien für die FaMI-Ausbilderinnen und -Ausbilder veröffentlicht: u. a. einen neuen Materialordner, die neue Broschüre „FaMI Ausbildung: Gewusst wie!“ und die aktualisierte zweite Auflage des Praxisleitfadens. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, die Anforderungen der schon in die Jahre gekommenen Ausbildungsordnung mit aktuellen Inhalten zu füllen und deren Anwendbarkeit praxisnah zu gestalten.
Mehr Informationen in der Augustausgabe von „Bibliotheksforum Bayern“ ab Seite 44: https://www.bibliotheksforum-bayern.de/fileadmin/archiv/2023-3/BFB_Magazin_03_2023_barrierefrei_Metadaten.pdf
Offener Brief des dbv zur Sonntagsöffnung öffentlicher Bibliotheken: Über 500 Unterschriften
Opernhäuser, Museen und Theater sind sonntags selbstverständlich geöffnet, Schwimmbäder, Kinos und Konzerthäuser auch. Öffentlichen Bibliotheken ist es bislang gesetzlich verboten, ihre Informationsservices und kulturellen Bildungsangebote auch sonntags anzubieten, obwohl sonntags der Tag ist, an dem vor allem Familien und berufstätige Personen ihre Bibliothek gerne nutzen würden.
Nun haben über 500 Bibliotheksleitungen und -mitarbeitenden einen offenen Brief an die Bundesregierung unterzeichnet. Darin fordern sie eine Änderung des Bundesarbeitszeitgesetzes, das Bibliotheken im Vernehmen mit ihrer Kommune und ihrem Personalrat ermöglicht, sonntags mit Personal zu öffnen.
Dazu Volker Heller, Bundesvorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv): „Im Koalitionsvertrag hat sich die Bundesregierung darauf verständigt, die Sonntagsöffnung von öffentlichen Bibliotheken als ‚Dritte Orte‘ bundesweit zu ermöglichen. Bislang ist noch nichts passiert, obwohl eine gesetzliche Regelung zur Sonntagsöffnung insbesondere Menschen mit geringeren finanziellen und räumlichen Ressourcen zugutekäme. Der Bedarf nach niedrigschwelligen öffentlichen Orten, die der Bevölkerung Zugang zu Bildung, Kultur und Begegnung – auch und gerade an Sonntagen – ermöglichen, zeigt sich sehr deutlich an Pilotprojekten vieler Städte. Wir fordern daher die Bundesregierung auf, mit der Änderung des Bundesarbeitszeitgesetzes den Zugang zu den Dienstleistungen von öffentlichen Bibliotheken an sieben Tagen in der Woche zu ermöglichen.“
Die Forderung des dbv unterstützen zahlreiche Personen aus Politik, Kultur und Bildung. In Videostatements machen sie deutlich, warum sie sich für die Sonntagsöffnung öffentlicher Bibliotheken einsetzen.
Zum Hintergrund
Aktuell ist es öffentlichen Bibliotheken nicht erlaubt, sonntags mit Personal zu öffnen. Der dbv fordert daher eine bundeseinheitliche Regelung für die Möglichkeit der Sonntagsöffnung durch eine Änderung des Bundesarbeitszeitgesetzes. Dafür muss die Ausnahmeregelung vom Beschäftigungsverbot an Sonn- und Feiertagen im Bundesarbeitszeitgesetz auf alle Bibliotheken ausgeweitet werden. Für Bibliotheken soll damit lediglich die Möglichkeit, aber kein Zwang bestehen, an Sonn- und Feiertagen zu öffnen. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist jedoch die jeweilige Situation vor Ort entscheidend und eine ausreichende Personal- und Finanzausstattung in den Bibliotheken zentral.
Mehr Informationen zum Thema Sonntagsöffnung unter:
ZBIW: Neue Leitung – Impulse im Berufsfeld von Bibliotheken und im Bereich der Digitalisierung
Prof. Dr. Anke Petschenka, seit Herbst 2022 Professorin für Bibliotheksdidaktik am Institut für Informationswissenschaft der TH Köln, übernimmt ab dem 1. September 2023 die Leitung des ZBIW – Zentrum für Bibliotheks- und Informationswissenschaftliche Weiterbildung der TH Köln. Unter ihrer Führung soll sich das ZBIW künftig verstärkt mit den sich verändernden Anforderungen des Berufsfeldes „Bibliothek und Information“ und den Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung auseinandersetzen. Ihre Vorgängerin Prof. Dr. Ursula Georgy leitete das Zentrum zwölf Jahre lang. In ihren drei Amtszeiten hat Ursula Georgy starke strukturelle und inhaltliche Impulse gesetzt und so das ZBIW zu einem erfolgreichen bundesweiten Weiterbildungsanbieter gemacht. „Ich hatte eine sehr erfolgreiche Zeit als Leiterin des ZBIW und bin überzeugt, dass Frau Petschenka den eingeschlagenen Kurs fortführen und zudem eigene Akzente setzen wird. Die Bedeutung von Weiterqualifizierung nimmt zu, so dass auch der Bedarf an wissenschaftlicher Weiterbildung kontinuierlich wachsen wird“, sagt Ursula Georgy. Zur Pressemitteilung TH Köln:
https://www.th-koeln.de/hochschule/prof-dr-petschenka-uebernimmt-die-leitung-des-zbiw_106923.php
Wissenschaftliche Studie zum E-Lending
Die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien (BKM) hat das Institut DIW Econ mit der Erstellung einer wissenschaftlichen Studie beauftragt, die die wirtschaftlichen Auswirkungen des E-Lendings in Öffentlichen Bibliotheken auf den Buchmarkt im Vergleich zur Ausleihe von Print-Büchern analysieren soll. Die Anforderungen an die Studie resultieren aus den Beratungen des Runden Tisches E-Lending, den die BKM in der laufenden Legislatur aufgesetzt hat und an dem der dbv beteiligt ist. Ergebnisse werden nicht vor Ende des Jahres erwartet. Auf Grundlage der Erkenntnisse sollen die rechtlichen Rahmenbedingungen zum E-Lending und zum Windowing erörtert werden.
Quelle: dbv-Newsletter Nr. 253 vom 24.08.23
IFLA: Public Library of the Year 2023
Beim Kongress der Internationalen Vereinigung bibliothekarischer Verbände und Einrichtungen (IFLA) in Rotterdam wurde aus einer Vorauswahl die Bibliothek Gabriel Marcia Marquez in Barcelona zur Public Library of the Year 2023 gekürt. Die anderen Finalisten waren die Parramatta Library in Australien, die Shanghai Library East in China und die Janez Vajkard Valvasor Bibliothek in Slowenien. Insgesamt hatten sich 16 Bibliotheken aus 11 Ländern für den mit 5.000 US-Dollar dotierten Preis beworben. Mehr Informationen unter https://2023.ifla.org/ifla-systematic-public-library-of-the-year-award-2023-winner-announced/
