Alle Artikel in der Kategorie “Schwerpunktthema

In Form von Impulsbeiträgen greift die Fachstelle Themen aus den Arbeitsschwerpunkten auf, zu denen sie Bibliotheken vertiefende Informationen bereitstellen möchte. Die Beiträge sollen zum fachlichen Diskurs anregen oder über Neuigkeiten des jew. Themengebietes informieren. Die Schwerpunktthemen lauten:
->Bibliothek als realer Ort
->Bibliothek als digitaler Ort
->Lebenslanges Lernen in der digitalen Gesellschaft
->Bibliotheksmanagement

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Gastbeitrag: Wie digital sind Sie? Am Tag der Medienkompetenz geht der #DigitalCheckNRW in allen sechs Themenfeldern online

Ein Gastbeitrag der GMK-Geschäftsstelle.
Passend zum Tag der Medienkompetenz mit dem Motto „A Better Tomorrow – Visionen für eine digitalisierte Gesellschaft“ am 28. September 2020 steht der #DigitalCheckNRW mit allen sechs Themenfeldern zum Testen bereit.

Der digitale Selbsttest ist schnell und einfach. Als niederschwelliges Angebot hilft er den Bürger*innen, den eigenen Stand und das eigene Wissen rund um digitale Medien zu verorten. Interessierte können so herausfinden, wie fit sie im Umgang mit digitalen Medien sind. Neben den Antworten liefert der Test auch gleich die passenden Weiterbildungsangebote aus Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen und anderen Weiterbildungseinrichtungen – online oder vor Ort. Bereits über 400 Weiterbildungen finden sich in der Datenbank, davon sind 100 Online-Angebote. Ziel ist es, die Medienkompetenz der Bürger*innen zu stärken und lebensbegleitendes Lernen zu fördern.

Die Website www.digitalcheck.nrw bietet umfassende Informationen zum Projekt, zu Terminen, zu weiteren Online-Angeboten und unter anderem auch einen kurzen Film, der zeigt, wie der #DigitalCheckNRW funktioniert.

Ab sofort können Bibliotheken ihre medienpädagogischen und medienorientierten Bibliotheksangebote selbst einpflegen und verwalten. Eine Meldung an das Team des #DigitalCheckNRW ist nicht mehr nötig. Die Registrierung der Einrichtung kann einfach unter www.digitalcheck.nrw/anbieterregistrierung vorgenommen werden. Sobald ein persönliches Konto angelegt ist, können die Angebote schnell und einfach eingegeben werden. So werden die Angebote von Bibliotheken dort gefunden, wo nach ihnen gesucht wird.

Am Tag der Medienkompetenz am 28. September 2020 ist der #DigitalCheckNRW zudem mit einem Fortbildungsangebot für Weiterbilder*innen, und somit auch für Bibliotheken, vertreten. „Methoden und Visionen, den digitalen Wandel zu realisieren – digital weiterlernen, digital weiterlehren“ findet von 14:00 bis 15:00h im Themenforum 1 statt. Eine Anmeldung ist per E-Mail erforderlich. Genauere Informationen zum Ablauf und Inhalt des Online-Seminars finden Sie hier.

Kontakt:
GMK-Geschäftsstelle, Obernstr. 24A, 33602 Bielefeld
Tel. 0521 / 6 77 88 E-Mail: digitalcheck@medienpaed.de

Projektleitung: Anja Pielsticker a.pielsticker@medienpaed.de
Öffentlichkeitsarbeit: Saskia Wolter s.wolter@medienpaed.de

Ihre Ansprechpartnerin für Ihre Angebote ist Asbirg Griemert (a.griemert@medienpaed.de)

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5 Funktionen für eine digitale Gesellschaft: Bibliothek als kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort

Die Fachstelle hat als Hilfestellung zur strategischen Ausrichtung der Bibliothek das Kommunikationsmodell „Bibliotheksfunktionen für eine digitale Gesellschaft“ entwickelt. Der Funktionsrahmen umfasst 5 Funktionen und unterstützt Bibliotheken, Politik und Verwaltung dabei, das Bibliotheksprofil für ihre Kommune in der digitalen Gesellschaft zu schärfen. Diese Funktionen sind:

  • Ort für Wissen und Information
  • Digitales Kompetenzzentrum
  • Kultur- und Literaturort
  • Ort für Inspiration
  • Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort

In 5 Blog-Beiträgen stellen wir Ihnen die einzelnen Bibliotheksfunktionen vor. Dabei wird zunächst die gesellschaftliche Relevanz der Funktion beschrieben (warum?). Dann wird der Inhalt skizziert (was?). Und schließlich gibt es Hinweise auf die notwendigen Ressourcen, die zur Umsetzung der Funktion in den Blick genommen werden sollten (wie?). Hier werden Anforderungen an Raum, Bestand, Technik und Mitarbeiterkompetenzen beispielhaft aufgezählt.

Teil 5: Mein perfekter Fleck: Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort

Die gesellschaftliche Relevanz dieser Funktion

Das 21. Jahrhundert stellt die Gesellschaft vor große Herausforderungen. Immer mehr Fragestellungen, z.B. aus den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, Integration oder Migration, bedürfen der Zusammenarbeit vieler. Ohne Dialog und die Organisation von Partizipationsprozessen kann dies nicht gelingen. Das persönliche Gespräch und offene Diskussionen können dazu beitragen, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.
Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung weiter voran. In der Verwaltung werden viele Prozesse digitalisiert. Der persönliche Besuch im Rathaus wird immer seltener notwendig. Stattdessen können Anträge einschließlich der notwendigen Unterlagen über das Internet eingereicht werden.

In den letzten Jahren wird eine zunehmende urbane Vereinsamung beobachtet. Einige Ursachen dafür sind die schnelle Verstädterung, der demografische Wandel und die sich verändernden Familienstrukturen.

Die Bibliothek in ihrer Funktion als „Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort“ ist eine zentrale Anlaufstelle in der Kommune bzw. ihrem Stadtteil. Hier halten sich verschiedene Nutzergruppen auf und tauschen sich aus. Sie ist ein Ort der sozialen Interaktion und Integration. Sie unterstützt die Bürger ihrer Kommune einerseits bei der Nutzung von Bürgerdiensten und ermöglicht zum anderen die Partizipation bei kommunal- und gesellschaftspolitischen Themen.

Was umfasst dieser Funktion?

Die Bibliothek als „Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort “

  • ermöglicht den Zugriff für alle Bürger*innen auf alle Arten von Informationen, die das Gemein- wesen betreffen,
  • ist Informationsdienstleister für lokale Initiativen, Verbände und Interessensgruppen,
  • organisiert selbst Veranstaltungen zu kommunalen Themen,
  • stellt ihre Räumlichkeiten auch für Veranstaltungen kommunaler Gruppen, Vereine und Verbände zur Verfügung,
  • legt im Auskunftsdienst einen Schwerpunkt auf kommunale Themen,
  • bietet in ihren Räumen Dienstleistungen des Bürgerbüros/Bürgerservices an,
  • ist ein öffentlich zugänglicher Treffpunkt für Einzelpersonen und Gruppen.

Ressourcen: Anforderungen an Raum, Bestand, Technik und Mitarbeiterkompetenzen

Die aufgeführten Anforderungen an die Ressourcen dienen ausschließlich der Veranschaulichung und sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen. Zudem kann die konkrete Ausgestaltung einer Funktion für den jeweiligen Bibliotheksstandort nur unter Berücksichtigung der individuellen Rahmenbedingungen vor Ort erfolgen: dem jeweiligen Umfeld, dem politischen Gestaltungswillen und der Ressourcenverfügbarkeit.

Raum:

  • Die Bibliothek verfügt über großzügige Öffnungszeiten, die auch durch eine Open Library erweitert werden können.
  • Die Bibliothek bietet verschiedene Aufenthaltsmöglichkeiten (Leseecke, Gruppenplätze usw.), die zur Kommunikation anregen.
  • Die Bibliothek berücksichtigt bei der Möbelausstattung die Bedarfe aller Altersgruppen.
  • Die Bibliothek verfügt über geschlossene Veranstaltungs-/Gruppenräume.
  • Die Bibliothek verfügt über Rückzugsräume/einen Wartebereich für allgemeine Bürgerdienste.
  • Die Bibliothek verfügt über Ausstellungsflächen/ Schaukästen für lokale Informationen.
  • Sie verfügt über eine Cateringausstattung (z.B. Teeküche, Selbstbedienungscafé).
  • Es ist ein Stuhllager/Lager für Veranstaltungsmobiliar vorhanden.
  • Der Raum ist soweit möglich schallgedämpft.

Technik:

  • Es steht ein Raumbuchungssystem zur Verfügung.
  • Die Bibliothek verfügt über Veranstaltungstechnik.
  • Die Bibliothek verfügt in den Veranstaltungs-/Gruppenräumen über Präsentationstechnik.
  • Die Bibliothek ist ggf. mit Open Library-Technik aus- gestattet.
  • Eine auf den angebotenen Bürgerservice abgestimmte Technikausstattung steht zur Verfügung.

Bestand:

  • Ein ausgebauter Bestand zum Thema Heimatkunde ist vorhanden.
  • Die Bibliothek stellt Ratsinformationen bereit (angereichert, aufbereitet, gut präsentiert).
  • Die Bibliothek bereitet Presseinformationen zu aktuellen kommunalen Themen auf.
    Kompetenzen:
  • Die Mitarbeiter*innen verfügen über Gastgeberkompetenz (Etablierung einer Willkommenskultur).
  • Sie sind in der Lage, den Begegnungsort Bibliothek professionell zu vermarkten.
  • Mehrsprachigkeit im Team ist je nach Einzugsgebiet vorhanden.
  • Die Mitarbeiter*innen zeichnen sich durch hohe Vernetzungskompetenz aus.
  • Die Mitarbeiter*innen sind sicher im Projekt- und Organisationsmanagement.
  • Die Mitarbeiter*innen verfügen über die notwendigen Kenntnisse zur Abwicklung der angebotenen Bürgerdienste.

Den kompletten Funktionsrahmen können Sie auch hier als pdf downloaden.

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5 Funktionen für eine digitale Gesellschaft: Bibliothek als Ort für Inspiration

Die Fachstelle hat als Hilfestellung zur strategischen Ausrichtung der Bibliothek das Kommunikationsmodell „Bibliotheksfunktionen für eine digitale Gesellschaft“ entwickelt. Der Funktionsrahmen umfasst 5 Funktionen und unterstützt Bibliotheken, Politik und Verwaltung dabei, das Bibliotheksprofil für ihre Kommune in der digitalen Gesellschaft zu schärfen. Diese Funktionen sind:

  • Ort für Wissen und Information
  • Digitales Kompetenzzentrum
  • Kultur- und Literaturort
  • Ort für Inspiration
  • Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort

In 5 Blog-Beiträgen stellen wir Ihnen die einzelnen Bibliotheksfunktionen vor. Dabei wird zunächst die gesellschaftliche Relevanz der Funktion beschrieben (warum?). Dann wird der Inhalt skizziert (was?). Und schließlich gibt es Hinweise auf die notwendigen Ressourcen, die zur Umsetzung der Funktion in den Blick genommen werden sollten (wie?). Hier werden Anforderungen an Raum, Bestand, Technik und Mitarbeiterkompetenzen beispielhaft aufgezählt.

Teil 4: Macht (doch) was Ihr wollt: Bibliothek als Ort für Inspiration

Die gesellschaftliche Relevanz

In der Digitalen Gesellschaft verändert sich die Lernkultur. Neben dem schulischen Lernen rückt das lebensbegleitende Lernen und damit auch das individuelle und informelle Lernen immer mehr in den Fokus.

„….Lernen bedeutet Informationen zu teilen, zu kreieren, zu diskutieren und zu verknüpfen. Lernen bedeutet aktiv zu werden bzw. zu sein. Es setzt Neugier und Motivation beim Einzelnen voraus….“ Mit anderen Worten: Lernen braucht Inspiration und Anregung.
Bibliotheken sind seit jeher kommunale Lernorte. In ihrer Funktion als „Ort für Inspiration“ erweitern sie ihr Angebot als Lernort. Sie fördern Austausch, kreatives Gestalten und experimentelle Lernformen und leisten somit einen Beitrag zur kreativen Selbstentfaltung. Sie unterstützen das lebensbegleitende Lernen in all seinen Facetten und legen einen besonderen Fokus auf die Medienkompetenzförderung und das praktische Lernen.

Um der Schnelllebigkeit und dem steten Wandel, die die Digitalisierung mit sich bringt, erfolgreich zu begegnen, braucht es Kreativität und Spontanität. Mit ihren Angeboten als „Ort für Inspiration“ unterstützt die Bibliothek die Entwicklung kreativer Lernformen.


Was umfasst diese Funktion?

Die Bibliothek als „Ort für Inspiration“

  • bietet Raum und Ausstattung für das freie und kreative Arbeiten und zum Sammeln neuer Erfahrungen mit analoger und digitaler Technik,
  • führt regelmäßig Workshops und Einführungsveranstaltungen durch,
  • bietet selbstorganisierten Lerngruppen Raum für Erfahrungsaustausch und gemeinsame Lernerlebnisse,
  • ist mit ortsansässigen Akteuren und Bildungseinrichtungen vernetzt und arbeitet mit ihnen zusammen,
  • ergänzt ihr Angebot an Kreativmaterialien und Ausstattung durch klassische Lernmedien,
  • entwickelt ihr Angebot unter Beteiligung ihrer Nutzer*innen kontinuierlich weiter,
  • ermöglicht es ihren Nutzer*innen, eigene Angebote in ihren Räumen umzusetzen.

Ressourcen: Anforderungen an Raum, Bestand, Technik und Mitarbeiterkompetenzen

Die aufgeführten Anforderungen an die Ressourcen dienen ausschließlich der Veranschaulichung und sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen. Zudem kann die konkrete Ausgestaltung einer Funktion für den jeweiligen Bibliotheksstandort nur unter Berücksichtigung der individuellen Rahmenbedingungen vor Ort erfolgen: dem jeweiligen Umfeld, dem politischen Gestaltungswillen und der Ressourcenverfügbarkeit.

Raum:

  • Die Bibliothek verfügt über großzügige Öffnungszeiten, die auch durch eine Open Library erweitert werden können.
  • Die Atmosphäre in den Räumlichkeiten inspiriert zur
    kreativen Gestaltung.
  • Die Bibliothek verfügt über Ausstellungsmöglichkeiten für die in der Bibliothek hergestellten „Werke“.
  • Die Präsentation der vorhandenen Materialien und Ausstattung lädt zur selbstständigen Nutzung ein.
  • Die Bibliothek verfügt über genügend Unterbringungsmöglichkeiten (Schränke usw.) für Materialien
    sowie analoge und digitale Ausstattungsgegenstände.
  • Die Bibliothek verfügt über ausreichende Flächen für alternative Lernformen (z.B. Makerspace, Werk- stätten, Probenräume, Spiel- und Gamingbereiche).
  • Die Bibliothek verfügt über Nutzerplätze für verschiedene Funktionen.
  • Der Raum ist soweit möglich schallgedämpft.

Technik:

  • Die Kreativflächen verfügen über die auf die angebotenen Geräte abgestimmte technische Infrastruktur
    (z.B. Steckdosen).
  • Die Bibliothek verfügt über qualitativ hochwertiges WLAN.
  • Die Nutzerplätze verfügen über die für die jeweilige Anwendung erforderliche technische Infrastruktur.
  • Die Bibliothek ist ggf. mit Open-Library-Technik ausgestattet.

Bestand:

  • Ein Schwerpunkt des Medienbestandes liegt auf Literatur zur kreativen Gestaltung und spricht die vielfältigen Interessen der Bevölkerung an.
  • Print-Anleitungen, E-Learning Tutorials und der Zugang zu Erklärvideos u.ä. unterstützen das kreative Lernen.
  • Die „Bibliothek der Dinge“ kann Teil des Kreativangebotes sein.

Kompetenzen:

  • Die Mitarbeiter*innen zeichnen sich durch hohe Recherche-, Informations- und Kommunikations- kompetenz aus.
  • Die Mitarbeiter*innen sind in der Lage, Schulungsangebote selber zu entwickeln.
  • Die Mitarbeiter*innen verfügen über bibliotheks- pädagogische Grundkenntnisse.
  • Die Mitarbeiter*innen zeichnen sich durch hohe Vernetzungskompetenz aus.

Den kompletten Funktionsrahmen können Sie auch hier als pdf downloaden.

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Bad Oeynhausen: Ein Koffer voller Möglichkeiten – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 6)

Unser Themenkoffer zum „Audiovisuelles Lernen“ hat in diesem Jahr auch Station in Bad Oeynhausen gemacht. Vier Wochen lang konnten die Kolleg*innen der Stadtbücherei Geräte und Apps wie 360-Grad-Kamera, Videokamera, Tonie-Box, Aufnahmegerät und Songmaker-Kit testen. Jede Kollegin konnte so nach Interesse, Neigung und Neugierde für sich selbst auf Erkundungstour gehen und sich anschließend mit den anderen austauschen und beraten. Neben dem Arbeitsalltag sind dabei unter unter anderem 360°-Aufnahmen der Bücherei, Stop-Motion-Trickfilme, ein Hörspiel sowie Videos mit iMovie entstanden. Eine sehr beeindruckende Palette, die gleichzeitig einen tollen Einblick in die Bücherei gibt.

Zur Präsentation aller Ergebnisse haben sie sogar eine Website mit Adobe Spark gestaltet. Hier der Link: StB BO digital

Für Fragen zu den Medienprodukten stehen euch die Kolleginnen in Bad Oeynhausen sehr gerne zur Verfügung.

Die Website sowie die anderen Medienprodukte sind im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „In 30 Tagen um die Welt – Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entstanden. In dem Projekt erhalten die teilnehmenden Bibliotheken einen themenspezifischen Medienkoffer mit Geräten, die sie 30 Tage lang nutzen können. In dieser Zeit lernen die Bibliotheksmitarbeiter*innen, wie die Geräte funktionieren und wie man sie einsetzen kann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Formate – von How-to-Filmen über Lichtmalereien bis hin zu Podcasts. Einige ausgewählte Ergebnisse stellen wir in dieser Blog-Reihe vor.

Langfristiges Ziel des Programms ist es, Angebote zur Förderung von Medienkompetenz zu entwickeln. Zunächst steht aber die eigene Praxis im Vordergrund – mit dem Ziel zu einem beliebigen Thema etwas konkret Sichtbares herzustellen. Auf Reise waren bisher der Koffer „Audiovisuelles Lernen“ zur Erstellung von Audio- und Videoproduktionen und der Koffer „Bildwelten und Lernen“ für die Themen Fotografie, digitales Zeichnen und Bildbearbeitung.

Seit Mai ist auch ein Koffer zum Thema Robotik und Programmieren unterwegs. Bibliotheken, die einen Einblick in das Programmieren mithilfe von Apps und Robotern bekommen möchten, können ihr Interesse per Mail Frau Lachmann oder Frau Göring mitteilen.

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5 Funktionen für eine digitale Gesellschaft: Bibliothek als Kultur- und Literaturort

Die Fachstelle hat als Hilfestellung zur strategischen Ausrichtung der Bibliothek das Kommunikationsmodell „Bibliotheksfunktionen für eine digitale Gesellschaft“ entwickelt. Der Funktionsrahmen umfasst 5 Funktionen und unterstützt Bibliotheken, Politik und Verwaltung dabei, das Bibliotheksprofil für ihre Kommune in der digitalen Gesellschaft zu schärfen. Diese Funktionen sind:

  • Ort für Wissen und Information
  • Digitales Kompetenzzentrum
  • Kultur- und Literaturort
  • Ort für Inspiration
  • Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort

In 5 Blog-Beiträgen stellen wir Ihnen die einzelnen Bibliotheksfunktionen vor. Dabei wird zunächst die gesellschaftliche Relevanz der Funktion beschrieben (warum?). Dann wird der Inhalt skizziert (was?). Und schließlich gibt es Hinweise auf die notwendigen Ressourcen, die zur Umsetzung der Funktion in den Blick genommen werden sollten (wie?). Hier werden Anforderungen an Raum, Bestand, Technik und Mitarbeiterkompetenzen beispielhaft aufgezählt.

Teil 3: Szene statt Theater: Bibliothek als Kultur- und Literaturort

Die gesellschaftliche Relevanz dieser Funktion

Kunst und Kultur ermöglichen die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft, ihren Normen und Wertvorstellungen auf vielfältige Weise. Im allgemeinbildenden Schulsystem sammeln Kinder und Jugendliche erste Erfahrungen mit künstlerischer Bildung. In den Fächern Kunst, Musik, Deutsch und den fremdsprachlichen Unterrichtsfächern kommen sie im Laufe ihrer Schulzeit mit den vielfältigen Ausdrucksmöglichkeiten, die Literatur, Musik und die bildendenden Künste bieten, in Kontakt.

Viele außerschulische kulturelle Bildungseinrichtungen, wie Kunst- und Musikschulen oder Kunst- und Literaturvereine, wenden sich ebenfalls an Kinder und Jugendliche und ermöglichen ihnen, ihre individuellen künstlerischen Interessen zu entwickeln und zu vertiefen.
Kultureinrichtungen wie Theater, Orchester und Museen bieten den Zugang für alle Altersgruppen zu spartenspezifischen Angeboten.

Sowohl im ländlichen als auch im urbanen Raum gibt es jedoch nur wenige Orte, an denen man ohne ein zielgerichtetes Interesse (zufällig) mit den unterschiedlichen Kunst- und Kulturrichtungen in Kontakt kommen kann. Orte, an denen lokale Künstlerinnen ebenso wie Autorinnen mit ihrem Publikum und das interessierte Publikum untereinander in den Dialog treten, gewinnen jedoch in der digitalen Gesellschaft zunehmend an Bedeutung.

Als sogenannte „Dritte Orte“ vernetzen sich Bibliotheken zunehmend nicht nur mit der Literaturszene in ihrer Kommune, sondern knüpfen Kontakte zu den verschiedenen Kultureinrichtungen und -schaffenden in ihrem Einzugsgebiet. Sie sind nicht-kommerzielle Orte, an denen man ohne Konsumzwang, wohnortnah in einer kommunikativen Umgebung am kulturellen Leben teilnehmen kann. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Dialog und Zusammenhalt.

Was umfasst diese Funktion?

Die Bibliothek als Kultur- und Literaturort

  • bietet eine breite Auswahl an Literatur für das individuelle Lesen,
  • fördert durch vielseitige Angebote, wie z.B. Lesungen, Schreibwerkstätten, Bilderbuchkinos, Medienkisten, die Lust am Lesen,
  • eröffnet durch Ausstellungen, Musikveranstaltungen, Theatervorstellungen und andere Maßnahmen einen zwanglosen Zugang zu allen Kultur- und Kunstrichtungen,
  • ist für alle gesellschaftlichen Schichten ein niedrigschwelliges Portal zur örtliche Kultur und Literaturszene,
  • ist ein anerkannter Netzwerkpartner in der lokalen Kulturszene.

Ressourcen: Anforderungen an Raum, Bestand, Technik und Mitarbeiterkompetenzen

Die aufgeführten Anforderungen an die Ressourcen dienen ausschließlich der Veranschaulichung und sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen. Zudem kann die konkrete Ausgestaltung einer Funktion für den jeweiligen Bibliotheksstandort nur unter Berücksichtigung der individuellen Rahmenbedingungen vor Ort erfolgen: dem jeweiligen Umfeld, dem politischen Gestaltungswillen und der Ressourcenverfügbarkeit.

Raum:

  • Die Bibliothek ist eine „Location mit Event- Charakter“.
  • Die Bibliothek verfügt über eine angemessene Veranstaltungs- und Ausstellungsfläche einschließlich einer Bühne (flexibel und/oder fest installiert).
  • Ihr Veranstaltungsmobiliar ist auf die speziellen Anforderungen ihres Veranstaltungsangebotes abgestimmt.
  • Sie bietet unterschiedliche Aufenthaltsmöglichkeiten (Leseecke, Gruppen- und Einzelplätze usw.)
  • Sie verfügt über eine Cateringausstattung (z.B. Teeküche, Selbstbedienungscafé).
  • Der Raum ist soweit möglich schallgedämpft.
  • Es ist ein Stuhllager/Lager für Veranstaltungsmobiliar vorhanden.

Technik:

  • Die Bibliothek verfügt über Präsentationstechnik auf neustem Stand.
  • Eine auf die Veranstaltungsangebote angepasste Bühnen- und Tontechnik ist vorhanden.
  • Für Ausstellungen geeignete Beleuchtungstechnik ist installiert.
  • Die Bibliothek verfügt über qualitativ hochwertiges und kostenfreies WLAN.
  • Eine digitale Anzeigentafel verweist auf Kulturveranstaltungen in der Kommune.

Bestand:

  • Die Bibliothek verfügt über ein vielfältiges Literaturangebot für alle Altersgruppen.
  • Ein Schwerpunkt liegt auf dem Themenbereich Kunst und Kultur mit besonderem Augenmerk auf lokal relevante Themen.
  • Die Bereithaltung von Sonderbeständen (z.B. Artothek, Noten) ist auf den örtlichen Bedarf abgestimmt.
  • Es gibt ein umfassendes Informationsangebot über die Angebote anderer Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden vor Ort (z.B. Broschürensammlung).

Kompetenzen:

  • Die Mitarbeiter*innen zeichnen sich durch hohe Vernetzungskompetenz aus.
  • Die Mitarbeiter*innen sind sicher im Projekt- und Organisationsmanagement.

Den kompletten Funktionsrahmen können Sie auch hier als pdf downloaden.

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5 Funktionen für eine digitale Gesellschaft: Bibliothek als digitales Kompetenzzentrum

Die Fachstelle hat als Hilfestellung zur strategischen Ausrichtung der Bibliothek das Kommunikationsmodell „Bibliotheksfunktionen für eine digitale Gesellschaft“ entwickelt. Der Funktionsrahmen umfasst 5 Funktionen und unterstützt Bibliotheken, Politik und Verwaltung dabei, das Bibliotheksprofil für ihre Kommune in der digitalen Gesellschaft zu schärfen. Diese Funktionen sind:

  • Ort für Wissen und Information
  • Digitales Kompetenzzentrum
  • Kultur- und Literaturort
  • Ort für Inspiration
  • Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort

In 5 Blog-Beiträgen stellen wir Ihnen die einzelnen Bibliotheksfunktionen vor. Dabei wird zunächst die gesellschaftliche Relevanz der Funktion beschrieben (warum?). Dann wird der Inhalt skizziert (was?). Und schließlich gibt es Hinweise auf die notwendigen Ressourcen, die zur Umsetzung der Funktion in den Blick genommen werden sollten (wie?). Hier werden Anforderungen an Raum, Bestand, Technik und Mitarbeiterkompetenzen beispielhaft aufgezählt.

Teil 2: „Hey Robot, wer hat hier die Hosen an“: Die Bibliothek als digitales Kompetenzzentrum

Die gesellschaftliche Relevanz dieser Funktion

Die Digitalisierung verändert unsere Alltagswelt. In immer kürzeren Abständen stehen uns neue technische Entwicklungen zur Verfügung. Smart Home, Sprachassistenten und Drohnen sind nur einige Beispiele für die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten digitaler Technik. Inzwischen scheinen 3D-Drucker, Software-Programme zum Komponieren von Musik und VR-Brillen schon ein wenig in die Jahre gekommen zu sein. Ein nahezu unüberschaubares Angebot an Apps verspricht Hilfestellung für zahlreiche Alltagsprobleme.


Die „D21 Studie“ zeigt: Noch immer gehören 18% der Deutschen zu den „Digital Abseitsstehenden“. Gleichzeitig ist das Wissen um digitale Technologien bei vielen Menschen nicht vorhanden oder sogar falsch. So gaben nur 57% der Befragten in der „D21 Studie“ an, den Begriff „Cloud“ zu kennen, nur 33% können ihn jedoch anschließend auch erklären. Für die Teilhabe an der Gesellschaft ist dieses Wissen jedoch notwendig.


Die Bibliothek als „Digitales Kompetenzzentrum“ bietet die Möglichkeit, sich auf neutralem Boden mit neuen technischen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Hier kann man sich informieren, wie Technik funktioniert. In Workshops und Einführungsveranstaltungen besteht die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Umgang mit Geräten, Software und Apps zu sammeln. Dabei steht nicht nur das Bibliothekspersonal hilfreich zur Seite. Die Bibliothek kooperiert mit Vereinen, Institutionen und Einzelpersonen, um ein niedrigschwelliges und vielfältiges Veranstaltungsangebot zu ermöglichen.

Durch den Zugang zu neuer Technik trägt die Bibliothek als „Digitales Kompetenzzentrum“ dazu bei, die digitalen Anwenderkompetenzen ihrer Nutzer*innen zu erweitern.
Auf diese Weise leistet sie ihren Beitrag, um die gesellschaftliche Spaltung in einer digitalen Alltagswelt zu verringern.

Was umfasst diese Funktion?

Die Bibliothek als „Digitales Kompetenzzentrum“

  • verfügt über eine größere Sammlung an neuer digitaler Alltagstechnik und bietet so praktischen Zugang zu dieser Technik,
  • legt einen Schwerpunkt auf digitale bzw. „digital-angereicherte“ Medien (z.B. TipToi- Stifte)
    in allen Bereichen ihres Medienbestandes,
  • legt einen Schwerpunkt auf das Thema „digitale Technik“ in ihrem Veranstaltungsangebot (z.B. Informationsveranstaltung zum Thema Drohnen, aber auch Nutzung von Tablets und VR-Technologie bei Bibliotheksführungen),
  • bietet die Möglichkeit, den Umgang mit digitaler Alltagstechnik in ihren Räumlichkeiten auszuprobieren und zu testen.

Ressourcen: Anforderungen an Raum, Bestand, Technik und Mitarbeiterkompetenzen

Die aufgeführten Anforderungen an die Ressourcen dienen ausschließlich der Veranschaulichung und sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen. Zudem kann die konkrete Ausgestaltung einer Funktion für den jeweiligen Bibliotheksstandort nur unter Berücksichtigung der individuellen Rahmenbedingungen vor Ort erfolgen: dem jeweiligen Umfeld, dem politischen Gestaltungswillen und der Ressourcenverfügbarkeit.

Raum:

  • Die Bibliothek verfügt über ausreichend Nutzer- plätze, die für die Nutzung digitaler Endgeräte geeignet sind (s.a. Technik).
  • Die Bibliothek verfügt über eine großzügige Fläche zur Präsentation ihrer Techniksammlung, zur Durchführung von Workshops sowie anderen Veranstaltungen und zum selbst bestimmten Erproben der bereitgestellten Technik.
  • Die Bibliothek verfügt über geeignete Unterbringungsmöglichkeiten (Schränke etc.) für ihre Techniksammlung.
  • Ihr Veranstaltungsmobiliar ist auf die speziellen Anforderungen ihres Veranstaltungsangebotes abgestimmt.
  • Der Raum ist soweit möglich schallgedämpft.

Technik:

  • Die Bibliothek beobachtet kontinuierlich neue technische Entwicklungen für den Einsatz im Alltag und prüft diese auf Einsatzmöglichkeiten in der Bibliothek.
  • Sie nimmt die Rolle eines Early Adopters wahr und beschafft zu den von ihr festgelegten Schwerpunktthemen die neusten technischen Alltagsgeräte.
  • Die Bibliothek verfügt über qualitativ hochwertiges WLAN.
  • Nutzerplätze sind mit einer ausreichenden Anzahl an Steckdosen und Netzanschlüssen ausgestattet (s.a. Raum).

Bestand:

  • Die Bibliothek beobachtet neue Entwicklungen im Bereich digitaler bzw. „digitalangereicherter“ Medien (wie z.B. TipToi-Stifte) und schafft diese für alle Bestandsbereiche zeitnah nach Markteinführung an.
  • Die Bibliothek bietet umfassendes Informations- material zur Kompetenzerweiterung im Umgang mit
    digitaler Technik (z.B. Selbstlernkurse, Anleitungen zu Software und Hardware, die im Kompetenzzentrum angeboten werden).
    Kompetenzen:
  • Die Mitarbeiter*innen verfügen über EDV-Basis- wissen beispielsweise auf dem Niveau eines ECDL-Zertifkats.
  • Die Mitarbeiter*innen zeichnen sich durch hohe Recherche-, Informations- und Kommunikationskompetenz aus.
  • Die Mitarbeiter*innen sind in der Lage, sich in die Handhabung neuer technischer Alltagsgeräte schnell einzuarbeiten.
  • Die Mitarbeiter*innen sind sicher im Umgang mit der bereitgestellten Technik.
  • Sie können Schulungsangebote selber entwickeln.
  • Die Mitarbeiter*innen verfügen über bibliotheks- pädagogische Grundkenntnisse.
  • Die Mitarbeiter*innen zeichnen sich durch hohe Vernetzungskompetenz aus.

Den kompletten Funktionsrahmen können Sie auch hier als pdf downloaden.

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5 Funktionen für eine digitale Gesellschaft: Bibliothek als Ort für Wissen und Information

Bibliotheksfunktionen2

Bibliotheken haben durch die Digitalisierung und die zunehmende Vernetzung der Gesellschaft ihr Alleinstellungsmerkmal als öffentlich zugängliche Bezugsquelle für Informationen und Medien verloren. Gleichzeitig haben sich die Anforderungen der Bibliothekskunden an die Dienstleistungsqualität Öffentlicher Bibliotheken verändert. Öffentliche Bibliotheken müssen deshalb ihre Angebote an die sich verändernden Rahmenbedingungen anpassen. Es gilt, das aktuelle Angebotsportfolio mit Blick auf eine strategische Neuausrichtung zu hinterfragen und zu entscheiden, welche Angebote künftig weiter fortgeführt, eingestellt oder um neue ergänzt werden sollen.

Die Fachstelle hat deshalb als Hilfestellung zur strategischen Ausrichtung der Bibliothek das Kommunikationsmodell „Bibliotheksfunktionen für eine digitale Gesellschaft“ entwickelt. Der Funktionsrahmen umfasst 5 Funktionen und unterstützt Bibliotheken, Politik und Verwaltung dabei, das Bibliotheksprofil für ihre Kommune in der digitalen Gesellschaft zu schärfen. Diese Funktionen sind:

  • Ort für Wissen und Information
  • Digitales Kompetenzzentrum
  • Kultur- und Literaturort
  • Ort für Inspiration
  • Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort

In 5 Blog-Beiträgen stellen wir Ihnen die einzelnen Bibliotheksfunktionen vor. Dabei wird zunächst die gesellschaftliche Relevanz der Funktion beschrieben (warum?). Dann wird der Inhalt skizziert (was?). Und schließlich gibt es Hinweise auf die notwendigen Ressourcen, die zur Umsetzung der Funktion in den Blick genommen werden sollten (wie?). Hier werden Anforderungen an Raum, Bestand, Technik und Mitarbeiterkompetenzen beispielhaft aufgezählt.

OrtfürWissenundInformation_Wortwolke

Teil 1: Quellentauchen statt untergehen: Die Bibliothek als Ort für Wissen und Information

Ort für Wissen und Information_Logo

Die gesellschaftliche Relevanz

In der digitalen Gesellschaft werden wir täglich mit einer Vielzahl an Informationen auf unterschiedlichen Kanälen konfrontiert. Neben den klassischen Medien wie Rundfunk, Fernsehen und Printmedien bieten uns Soziale Netzwerke, Suchmaschinen, personifizierte Messenger-Dienste und andere digitale Angebote die Möglichkeit, Wissen ebenso passiv zu konsumieren wie aktiv zu generieren.

Die Bibliothek als „Ort für Wissen und Information“ trägt durch ihre Angebote spürbar dazu bei, Chancengleichheit in der digitalen Gesellschaft herzustellen. Dies ermöglicht sie nicht nur in ihrer Funktion als öffentlich zugängliche Anlaufstelle für Informationen jeglicher Art, sondern auch als Ort, an dem Informations- und Medienkompetenz vermittelt werden. Denn nur ein geübter Umgang mit den unterschiedlichen Medien ermöglicht es den Menschen, eigene Potentiale auszuschöpfen und aktiv an der Gesellschaft zu partizipieren. Die Bibliothek nutzt die Möglichkeiten der Digitalisierung, um ihren Nutzer*innen Wissen und Information zu vermitteln.

Was umfasst diese Funktion?

Eine Bibliothek als Ort für Wissen und Information

  • stellt einen bibliothekseigenen Bestand an Printmedien ebenso wie an lizenzierten digitalen Inhalten bereit. Der Schwerpunkt des Angebotes liegt auf dem Bereich Wissensvermittlung,
  • erlaubt aktive Unterstützung bei der Erschließung externer Informationsquellen. Neben einem qualifizierten Auskunftsdienst vor Ort ist sie auch auf digitalem Wege für ihre Kunden erreichbar,
  • unterstützt ihre Nutzer*innen bei der Entwicklung von Informations- und Medienkompetenz durch vielfältige Angebote,
  • bietet ein Veranstaltungsangebot, das die Auseinandersetzung mit aktuellen Sachthemen ermöglicht und den Schwerpunkt Informationskompetenz bedient,
  • arbeitet eng mit anderen Bildungsanbietern in der Kommune zusammen und bietet ihre Angebote auch außerhalb der Bibliotheksräume an,
  • ist ein gut ausgestatteter Lernraum.

 

Ressourcenhaus_OrtfürWissenundInformation

Ressourcen: Anforderungen an Raum, Bestand, Technik und Mitarbeiterkompetenzen

Die aufgeführten Anforderungen an die Ressourcen dienen ausschließlich der Veranschaulichung und sind nicht als abschließende Aufzählung zu verstehen. Zudem kann die konkrete Ausgestaltung einer Funktion für den jeweiligen Bibliotheksstandort nur unter Berücksichtigung der individuellen Rahmenbedingungen vor Ort erfolgen: dem jeweiligen Umfeld, dem politischen Gestaltungswillen und der Ressourcenverfügbarkeit.

Raum:

  • Die Bibliothek bietet großzügige, nutzerorientierte Servicezeiten. Bestenfalls setzt sie Open-Library-Technik ein, um die Öffnungszeiten zu erweitern.
  • Sie bietet ausreichend Platz und Funktionalitäten, um ihr umfassendes Informationsangebot vor Ort in einem gut ausgestatteten Lernraum nutzen zu können (Einzel- und Gruppenarbeitsplätze mit entsprechender technischer Ausstattung, sowohl für die Informationsrecherche als auch für die Informationsverarbeitung).

Technik:

  • Die Bibliothek verfügt über eine moderne, mindestens dem gehobenen Standard von Privathaushalten entsprechende technische Office-Ausstattung. Zusätzlich stellt sie Nutzern vielfältige und fortschrittliche Tools zur Informationsverarbeitung zur Verfügung.
  • Die Bibliothek verfügt über qualitativ hochwertiges WLAN.
  • Die Bibliothek ist ggf. mit Open-Library-Technik ausgestattet.

Bestand:

  • Es sind Medien zur Grundversorgung sowie Medien, welche über die Grundversorgung hinausgehen, vorhanden. Der Schwerpunkt liegt auf dem Sachmedienbestand.
  • Das Informationsangebot bietet Informationen für private, schulische oder berufliche Zwecke.
  • Es wird mindestens ein digitales Nachschlagewerk und ein E-Learning-Angebot bereitgestellt.
  • Mindestens 50% des Erwerbungsetats werden für die Bereitstellung von digitalen Sachmedien eingesetzt.

Kompetenzen:

  • Die Mitarbeiter*innen zeichnen sich durch hohe Recherche-, Informations- und Kommunikationskompetenz aus.
  • Die Mitarbeiter*innen sind in der Lage, Schulungsangebote selber zu entwickeln.
  • Die Mitarbeiter*innen verfügen über bibliothekspädagogische Grundkenntnisse.
  • Die Mitarbeiter*innen zeichnen sich durch hohe Vernetzungskompetenz aus.
  • Die Bibliothek stellt auf digitalem Wege (auch selbst erstellte) Schulungsmaterialien zur Verfügung (Tutorials, Webinare usw.).

 

Den kompletten Funktionsrahmen können Sie auch hier als pdf downloaden.

 

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Komponieren leicht gemacht – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 5)

Früher musste man noch selber Instrumente spielen, um ein eigenes Musikstück zu komponieren. Oder singen können. Wer eigene Ideen zum Leben erwecken will, hat es heutzutage viel leichter. Möglich machen das Tools wie der Songmaker Kit aus unserem „Bildwelten“-Koffer. Die Kolleg*innen der Stadtbibliothek Gütersloh haben das erfolgreich ausprobiert und damit  ein Musikstück komponiert.

Der Song ist im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „In 30 Tagen um die Welt – Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entstanden. In dem Projekt erhalten die teilnehmenden Bibliotheken einen themenspezifischen Medienkoffer mit Geräten, die sie 30 Tage lang nutzen können. In dieser Zeit lernen die Bibliotheksmitarbeiter*innen, wie die Geräte funktionieren und wie man sie einsetzen kann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Formate – von How-to-Filmen über Lichtmalereien bis hin zu Podcasts. Einige ausgewählte Ergebnisse stellen wir in dieser Blog-Reihe vor.

Langfristiges Ziel des Programms ist es, Angebote zur Förderung von Medienkompetenz zu entwickeln. Zunächst steht aber die eigene Praxis im Vordergrund – mit dem Ziel zu einem beliebigen Thema etwas konkret Sichtbares herzustellen. Auf Reise waren bisher der Koffer „Audiovisuelles Lernen“ zur Erstellung von Audio- und Videoproduktionen und der Koffer „Bildwelten und Lernen“ für die Themen Fotografie, digitales Zeichnen und Bildbearbeitung.

Seit Mai ist auch ein Koffer zum Thema Robotik und Programmieren unterwegs. Bibliotheken, die einen Einblick in das Programmieren mithilfe von Apps und Robotern bekommen möchten, können ihr Interesse per Mail Frau Lachmann oder Frau Göring mitteilen.

Bisher sind folgende Beiträge erschienen:

Unboxing: Stadtbibliothek Euskirchen packt aus – Start der Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“

Hilfe im Medien-Irrgarten – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 2)

Malen mit Licht – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 3)

Aus dem Leben eines Hörbuchs – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 4)

 

 

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Öffentliche Bibliotheken – wohin soll die Reise gehen? Bibliotheksfunktionen für eine digitale Gesellschaft

Öffentliche Bibliotheken stehen seit Jahren unter einem anhaltend hohen Veränderungsdruck. Viele Bibliotheken haben sich auf den Weg von einer Ausleihbibliothek zum Dritten Ort gemacht. Doch was genau ist ein Dritter Ort? Und gibt es nur den einen Dritten Ort? Welche Rolle spielt das Medienangebot, wie wirkt sich die Digitalisierung der Gesellschaft aus?

Die Corona-Krise hat die Frage nach dem wohin noch einmal verstärkt. Innerhalb kurzer Zeit wurden die Dienstleistungen der Bibliotheken wieder auf ihr Ausleihangebot reduziert – zunächst in digitaler Form, in der Zwischenzeit auch auf die Vor-Ort-Ausleihe. Angesichts fehlender Steuereinnahmen blicken die meisten Kommunen in der Corona-Krise pessimistisch auf das laufende Jahr und auch für 2021 rechnen die meisten Städte mit rückläufigen Einnahmen.

Es stellt sich also die Frage, ob die Bibliotheken wieder nahtlos an den Entwicklungsprozess vor der Corona-Krise anknüpfen können. Einmal mehr geht es darum, die „passgenaue“ Bibliothek für die Kommune zu finden und die verfügbaren Ressourcen zielgerichtet einzusetzen.

Um Bibliotheken, Politik und Verwaltung dabei zu unterstützen, eine für ihre Kommune „passende“ Bibliothek in der digitalen Gesellschaft zu entwickeln, hat die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW deshalb als Hilfestellung das Kommunikationsmodell „Bibliotheksfunktionen für eine digitale Gesellschaft“ entwickelt.

Der sogenannte Funktionsrahmen umfasst fünf Funktionen Öffentlicher Bibliotheken, die nach Ansicht der Fachstelle eine hohe Relevanz für die strategische Ausrichtung der Bibliothek im 21. Jahrhundert haben:

  • Ort für Wissen und Information
  • Digitales Kompetenzzentrum
  • Kultur- und Literaturort
  • Ort für Inspiration
  • Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort

Der  Funktionsrahmen stellt diese fünf Funktio­nen Öffentlicher Bibliotheken gleichberechtigt ne­beneinander und skizziert die mit ihnen verbundenen Aufgabenschwerpunkte sowie ihre gesellschaftliche Relevanz. Die Grundaufgabe einer Öffentlichen Bib­liothek, den Zugang zu Informationen und Medien zu ermöglichen, bleibt von diesen Funktionen unberührt. Sie bildet weiterhin das Fundament der Bibliotheksar­beit.

Die Fachstelle bietet mit dem Funktionsrahmen eine strukturierte Diskussionsgrundlage, die ein Arbeitsinstrument im Rahmen eines Strategieprozesses darstellt. Ausgehend von einer individuellen Bedarfsanalyse können mit Hilfe des Funktionsrahmens die Funktionen ausgewählt werden, die das künftige Profil der Bibliothek darstel­len sollen. Damit kann Transparenz und Klarheit über Aufgaben und Funktionen von Bibliotheken bei Bibliotheksleitung, -team, Kunden, Verwaltung und Politik hergestellt werden.

Aktuell wird der Funktionsrahmen im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken“ eingesetzt. Einen Bericht dazu gibt es im aktuellen Sonderheft „Bibliotheken“ des Digital Publishing Report auf Seite 21.

Hier finden Sie den Funktionsrahmen als pdf-Dokument zum Download.

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Aus dem Leben eines Hörbuchs – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 4)

In vielen Öffentlichen Bibliotheken sind Comics Türöffner, Publikumsmagnet – und ständig ausgeliehen. Das ist wenig verwunderlich. Bieten sie doch mit ihrer unschlagbaren Mischung aus Wort und Bild niedrigschwellige Lese- und Schreibanlässe. Und das Tolle: Mit Tablet und App kann jeder Interessierte Comics ganz einfach selbst gestalten und seine eigenen Ideen zum Leben erwecken. In unserer Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ zeigen wir euch einen Comic, den die Kolleg*innen der Stadtbibliothek Herten mit einem Tablet aus unserem „Bildwelten“-Koffer erstellt haben.

Hörbuch Comic Herten als pdf

Der Comic „Aus dem Leben eines Hörbuchs“ ist im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „In 30 Tagen um die Welt – Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entstanden. In dem Projekt erhalten die teilnehmenden Bibliotheken einen themenspezifischen Medienkoffer mit Geräten, die sie 30 Tage lang nutzen können. In dieser Zeit lernen die Bibliotheksmitarbeiter*innen, wie die Geräte funktionieren und wie man sie einsetzen kann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Formate – von How-to-Filmen über Lichtmalereien bis hin zu Podcasts. Einige ausgewählte Ergebnisse stellen wir in dieser Blog-Reihe vor.

Langfristiges Ziel des Programms ist es, Angebote zur Förderung von Medienkompetenz zu entwickeln. Zunächst steht aber die eigene Praxis im Vordergrund – mit dem Ziel zu einem beliebigen Thema etwas konkret Sichtbares herzustellen. Auf Reise waren bisher der Koffer „Audiovisuelles Lernen“ zur Erstellung von Audio- und Videoproduktionen und der Koffer „Bildwelten und Lernen“ für die Themen Fotografie, digitales Zeichnen und Bildbearbeitung.

Seit Mai ist auch ein Koffer zum Thema Robotik und Programmieren unterwegs. Bibliotheken, die einen Einblick in das Programmieren mithilfe von Apps und Robotern bekommen möchten, können ihr Interesse per Mail Frau Lachmann oder Frau Göring mitteilen.

Bisher sind folgende Beiträge erschienen:

Unboxing: Stadtbibliothek Euskirchen packt aus – Start der Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“

Hilfe im Medien-Irrgarten – Blogreihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 2)

Malen mit Licht – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 3)