Alle Artikel mit dem Schlagwort “Dritter Ort

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Büchereiverein Schleswig-Holstein entwickelt mit breiter Bürgerbeteiligung ein Zukunftskonzept für Fahrbüchereien – Film zum Start online

Erstmals soll die Idee eines „Dritten Ortes“ auf die Fahrbüchereien in Schleswig-Holstein als „Mobile Dritte Orte“ übertragen werden. Ziel ist es, die Sichtbarkeit der Fahrbücherei in den Gemeinden auch außerhalb der Haltezeiten zu erhöhen, die Alltagskultur mit einem vielfältigen Medien- und Informationsangebot zu bereichern und die Ortskerne zu beleben.

Gemeinsam mit den fünf Pilotgemeinden Christiansholm, Haale, Neuwittenbek, Sehestedt und Tetenhusen wird in Zukunftswerkstätten, Diskussionen und Umfragen an den Konzepten gearbeitet werden. Diese werden dann ab Sommer 2021 in der Praxis erprobt und umgesetzt. Das Projekt wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes im Fond von „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ und unterstützt vom Land Schleswig-Holstein. Zum Projektstart hat der Büchereiverein diesen Film veröffentlicht: https://youtu.be/AXNfAbps3KQ

Quelle: https://www.bz-sh.de/projekte-bestaende/fahrbuechereien-als-mobile-dritte-orte

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Mehr Raum für Begegnung – eine Bücherei wird zum Wohlfühlort

Die Stadtbücherei Olsberg ist ein Ort zum Wohlfühlen geworden. Sie hat sich von einem reinen Ausleih- zu einem Aufenthaltsort, einem Ort für Kultur und Begegnung gewandelt – und das für Einwohner, Besucher, Touristen und potenzielle Neubürger. Die Grundlage für diese Entwicklung bildete eine Bibliotheksstrategie, die die Leiterin der Bibliothek, Petra Böhler-Winterberg, im Fortbildungsseminar Roter Faden erarbeitete. In dem Weiterbildungsangebot der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken entwickeln die Teilnehmer in vier Workshop-Phasen eine Strategie für ihre Bibliothek für die nächsten Jahre. Warum hat sich die Bibliothek im Jahr 2017 entschieden, eine Strategie zu entwickeln? Welche Herausforderungen waren zu bewältigen? Lesen Sie hier den Bericht von Petra Böhler-Winterberg.


Wie viele andere ländliche Bibliotheken muss sich auch die Stadtbücherei Olsberg mit rückläufigen Ausleihzahlen und stark verändertem Mediennutzungsverhalten der Kunden auseinandersetzen. Das wirft Fragen nach der Zukunft auf. Wie muss eine Bücherei aufgestellt sein, um auch künftig eine Existenzberechtigung zu haben? Was kann sie für ihre Kommune tun, um die Attraktivität der Stadt zu steigern, die Bildungseinrichtungen in ihrem Tun nachhaltig zu unterstützen, das kulturelle Angebot zu bereichern und Olsberg damit zu einem noch lebenswerteren Ort auch für junge Familien zu machen?

Um die notwendigen Antworten zu erhalten, nahm Petra Böhler-Winterberg, die Leiterin der Stadtbibliothek Olsberg, am roten Faden teil.

Am Anfang stand die Umfeldanalyse. Lerne Deine Stadt kennen! Was gibt es, was braucht es, was wäre wünschenswert? Ein zäher Kampf mit unzähligen Statistiken beginnt. Belast-bare Zahlen finden, auswerten und ansprechend zu Papier bringen.
Zweite Aufgabe: Nabelschau! Sieh Dir Deine Bücherei an! Öffnungszeiten, Kundenstruktur, Ausleihzahlen, Bestandsstruktur, Effizienzen, finanzielle und personelle Ausstattung, Vergleich mit anderen Bibliotheken gleicher Größe über das DBS-Indikatorenraster, Kooperationspartner, Interpretation und Einordnung der zusammengetragenen Daten…

Damit haben wir das IST, fehlt noch das SOLL!

Was ist eigentlich grundsätzlich die Aufgabe von Bibliothek in der Gesellschaft? Welchen Auftrag hat sie? Was wird davon in Olsberg schon erfüllt? Was wurde aus unterschiedlichen Gründen vielleicht noch nicht angegangen (Raumsituation, Personalstruktur, fehlende technische Infrastruktur, finanzielle Ausstattung)? Wohin will sich Olsberg entwickeln? Was braucht die Stadt von ihrer Bibliothek, damit beide in die gleiche Richtung gehen?

In Olsberg ist jeder Konzeptteil in der Bearbeitungsphase nicht nur Fachstelle und Coach, sondern auch zeitgleich der Fachbereichsleitung vorgelegt worden. Anregungen und Kritik aus der Verwaltung sind auf diese Weise ebenfalls in die Strategie mit eingeflossen und haben diese mit geformt. Will man eine Chance auf die spätere Umsetzung des fertigen Konzeptes haben und nicht für den Papierkorb arbeiten, ist ein guter Kontakt zur Verwaltung und ein ständiger Austausch mindestens wünschenswert, wenn nicht gar unerlässlich.

Abschließend werden noch aus allen Auswertungen, den zusammengetragenen Daten sowie politischen und gesellschaftlichen Aufträgen konkrete Handlungsfelder definiert. Und daraus werden klar formulierte Ziele und Maßnahmen zur Erreichung der Ziele entwickelt.

Mitte 2017 ist es nach einem Jahr intensiver Arbeit tatsächlich geschafft! Entstanden ist eine 40-seitige Bibliotheksstrategie.

Der Anfang ist gemacht, aber „Der Anfang ist nur die Hälfte des Ganzen“ (Aristoteles)

Aber ein Strategiepapier, sei es noch so gut, fundiert und durchdacht, hat nur dann einen Wert und die Chance eine Veränderung zu bewirken, wenn es die Entscheidungsträger erreicht.

Im September 2017 stellt Petra Böhler-Winterberg ihre Bibliotheksstrategie im Ausschuss Bildung, Sport und Freizeit vors. Mit überwältigendem Erfolg! Statt der im Raum stehenden Etatkürzungen empfiehlt der Fachausschuss dem Rat der Stadt den Erwerbungsetat der Bücherei um 25 Prozent zur erhöhen und erstmals seit Bestehen der Bücherei einen eigenen Etat für Veranstaltungsarbeit einzurichten.

Es folgt eine Zeit des Experimentierens. Neue Veranstaltungsformate, wie eine regelmäßiges Kamishibai-Erzähltheater für Kinder, Robotik-Workshops in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, Familienspieleabende in Kooperation mit der Kolping-Familie etc. werden ausprobiert und so auch neue Kooperationspartner gewonnen. Für digitale Formate wie BI-PARCOURS-Rallyes mit Schülern fehlt es noch an technischer Ausstattung.

Ein neues Raumkonzept muss her

Schnell wird klar, um den widerstreitenden Interessen der unterschiedlichen Nutzergruppen gerecht werden zu können, muss ein neues Raumkonzept her. Die Stadtbücherei Olsberg ist eine 324qm-Ein-Raum-Wohnung. Spielende Kinder sind laut, arbeitende Menschen brauchen Ruhe.

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Neue Arbeitsplätze in der Stadtbücherei Olsberg

Die Innenarchitektin der Fachstelle, Anja Thimm, kommt zu Besuch, hört sich die Probleme und Ideen an und macht Vorschläge für die Umgestaltung des Raumes mit zunächst einfachen Mitteln. Veraltete Medien müssen massiv ausgesondert, die leeren Regale abgebaut werden, um so Flächen für neue Bereiche zu schaffen. Der Romanbereich soll künftig im Block stehen, das schafft Sichtachsen durch den ganzen Raum, wo die Sicht bislang von schräg stehenden Regalreihen blockiert ist. Das Kinderbuch tauscht seinen Platz mit dem Erwachsenensachbuch und wandert in die direkte Nachbarschaft des neu gedachten Jugendbereichs. Die Raummitte wird plötzlich frei für Ruheinseln.

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Sessel im neuen Jugendbereich

Die Ideen begeistern und passen bestens ins Konzept. Ein wichtiges Ziel der Bibliotheksstrategie heißt nämlich „Mehr Raum für Begegnung – vom Ausleih- zum Aufenthaltsort“. Medien aussondern, Regale abbauen, Regale verschieben und Blöcke tauschen – für all das braucht man (Wo-)Menpower, aber erstmal kein Geld.

Will sich die Bücherei wirklich zu einem Aufenthaltsort mit Wohlfühlcharakter entwickeln – zu einem „Dritten Ort“ also – müssen neben einer neuen Raumaufteilung auch neue Möbel und technische Ausstattung her.

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Der neue Klangsessel

 

 

Im September 2018 stellt die Leiterin ihre Pläne für die Umgestaltung der Bücherei dem Rat der Stadt Olsberg vor. Aus Eigenmitteln kann Olsberg eine solche Neugestaltung kaum stemmen, aber mit finanzieller Unterstützung durch das Land NRW könnte es gelingen.

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Gaming-Station

 

Der Förderantrag wird fristgerecht gestellt, jetzt heißt es warten. Kommt der Bewilligungsbescheid, kommt er nicht? Wie sagte schon Cäsar: „Die Menschen glauben fest an das, was sie wünschen“ und deshalb gilt es, bestmöglich vorbereitet zu sein. Die Zeit für die Projektumsetzung im Falle einer Förderung bis zum Ende des Jahres ist eh schon knapp genug.

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Neue Sitzpolster und Bilderbuchtröge in der Kinderbücherei

Die nötigen Arbeiten am Bestand beginnen deshalb schon Anfang des Jahres. Bestandssichtung, Makulierung veralteter Medien, Abbau von jetzt leeren Regalen. Parallel dazu erstmals die Teilnahme am Sommerleseclub nach neuem Konzept. Da gilt es zahlreiche Veranstaltungen zu organisieren, sich mit Onlineanmeldungen und -Logbüchern auseinanderzusetzen, sich via learning by doing in die Kunst des Green-Screen-Fotoshootings einzufuchsen, eine Abschlussveranstaltung zu organisieren und durchzuführen. Allein das ist für ein 1,59-Personalstellen-Team von dem 0,5 Personalstellen in den Sommerferien drei Wochen Urlaub haben, eine Herausforderung.

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Gemütliches Lese-Eck in der Kinderbücherei

Platz für die neuen Möbel haben die Vorarbeiten schon geschaffen. Jetzt folgt das muntere Bestandsrumschubsen. Das Erwachsenensach- und das Kinderbuch tauschen ihre Plätze. Der Romanbereich wird in einem Block aufgestellt. Leider passt jetzt die Ordnung in den Regalen so gar nicht mehr, also wird jedes Buch in liebevoller Handarbeit an seinen neuen Standort umgebettet.

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Neue Aufenthaltsqualität im Romanbereich

Toll, was allein die neue Ordnung mit dem Raum macht! Der komplette Mittelbereich ist frei, wenigstens bis die neuen Möbel kommen. Hier werden mit Hilfe von Sofas mit 1,40 m hohen Rücken- und Seitenteilen in Kombination mit mobilen Schallschutzwänden Arbeits- und Ruhebereiche entstehen.

 

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Flexible Raumtrenner und Sofas werden zu Arbeitskojen

Bis zum Jahresende verwandelt sich die Stadtbücherei Olsberg in eine Wohlfühloase und das Wohnzimmer der Stadt!

 

Dazu tragen zusätzlich zu den schon gelieferten Sitzmöbeln und neun Arbeitstischen (alle mit Stromtankstellen für das Laden der mobilen Kundenendgeräte versehen) bei: eine Medienpräsentationssäule, zwei Taschenbuchdrehständer, zwei AV-Medientröge, eine Gaming-Wall für die neue Play Station 4 pro inklusive VR-Brille und Monitor, zwei Beistelltische, fünf Steh- und drei Tischlampen, Bilderbuchtröge auf Rollen und Puzzlesitzkissen im Kinderbereich, zwei Opposessel und ein Audiosessel im Jugendbereich, eine mobile Kaffeebar mit Getränkekühlschrank, Kaffeemaschine und Geschirr.

 

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Neue Präsentationsmöbel im Eingangsbereich

Weil alle Arbeiten im laufenden Betrieb ohne Schließung gestemmt werden, wird am 21. Dezember 2019 nicht Neu- oder Wiedereröffnung gefeiert. Die Stadtbücherei Olsberg nimmt im Rahmen einer Feierstunde zunächst geladene Gäste aus Politik, Verwaltung und Bildung und später alle Interessierten und Kunden mit auf eine Entdeckungsreise durch die neu gestaltete Stadtbücherei.

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Der große Raum wurde geschickt unterteilt

Den festlichen Rahmen gestaltet die Gruppe LiteraMusico mit ihrem Programm „Leselust & Weihnachtsduft“. Erstmals kommen die neuen Stapelstühle zum Einsatz, verwandelt sich der Raum in einen Veranstaltungsort. Dieser Tag macht die zahlreichen schlaflosen Nächte, verschobenen Urlaube und unzähligen Überstunden, die zur Vollendung des Projektes nötig waren, schnell vergessen und ein wenig stolz auf das Erreichte. Die Idee der Bibliothek als „Dritter Ort“ ist nicht mehr neu, zahlreiche Großstadtbibliotheken haben diesen Wandel schon vollzogen. Unter den kleinen Bibliotheken ist Olsberg mit seinen 324 qm Fläche, 1,59 Personalstellen und 27 Öffnungsstunden die Erste, aber hoffentlich nicht die Letzte!

Ohne die Unterstützung durch das Land Nordrhein-Westfalen und die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken wäre nichts von dem Beschriebenen passiert. Es hätte keine Fortbildung, keine Strategie, keine Projektförderung und keine Verwandlung gegeben. Eine Verwandlung, die einen langen Atem gebraucht, sehr viel Kraft gekostet und sich so sehr gelohnt hat.

Aber „Der Anfang ist nur die Hälfte des Ganzen“! Jetzt müssen wir unsere vielfältigen neuen Möglichkeiten nutzen und unsere schöne Einraumwohnung mit Leben füllen. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!


Über die Stadtbücherei Olsberg:

Die Stadtbücherei Olsberg hat seit Gründung vor über 30 Jahren schon viele Veränderungen durchlebt. Nach zwei Umzügen befindet sich die Bücherei seit 2003 zusammen mit der Volkshochschule zentral in der Stadtmitte: geöffnet 27 Stunden in der Woche, personell besetzt mit einer Diplombibliothekarin in Vollzeit als Leitung und zwei nebenamtlichen Mitarbeiterinnen mit zusammen 0,59 Personalstellen. Die Bücherei bietet auf 324 qm Publikumsfläche neben dem üblichen Medienmix seit 2012 allen Kunden und Besuchern auch kostenloses W-LAN und die Ausleihe digitaler Medien über die Onleihe24.

Kontakt:
Petra Böhler-Winterberg
Stadtbücherei Olsberg
Hauptstr. 73 a
59939 Olsberg
email: stadtbuecherei[at]olsberg.de
http://www.stadtbuecherei-olsberg.de
https://www.facebook.com/Sauerlaender.Bib.M


Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt den Prozess der Stadtbücherei Olsberg von der Entwicklung einer Bibliotheksstrategie, über den daraus resultierenden Projektantrag bis zur Umsetzung und damit verbundenen Verwandlung vom Ausleihort zum Dritten Ort vor.

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Remscheid: Stadtbibliothek plant Umzug und Sonntagsöffnung

Die Stadtbücherei Remscheid steht vor einigen Veränderungen. Neben einem möglichen Umzug muss die Bibliothek in ein neues Selbstverbuchersystem investieren – für beide Projekte will sie laut einem Bericht in der Rheinischen Post online einen Förderantrag beim Land stellen. Außerdem will die Bücherei zu einem Dritten Ort werden. In einem ersten Schritt will sie sich bis Ende März für das Förderprogramm zur Sonntagsöffnung bewerben. Bereits in diesem Jahr möchte sie an vier Sonntagen öffnen und dazu die Bürger mit speziellen Veranstaltungen locken. Weitere Ideen gibt es bereits. So ist ein Makerspace, eine Ecke mit Sesseln und Sofas im Gespräch sowie eine Bühne mit moderner Technik.

Quelle: RP online: „Stadtbibliothek befindet sich im Umbruch“ (06.03.2020), online unter https://rp-online.de/nrw/staedte/remscheid/stadtbibliothek-remscheid-befindet-sich-im-umbruch_aid-49408405

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Förderoffensive für Kultur im ländlichen Raum startet in die zweite Phase

Mit einem Fördervolumen von rund 13 Millionen Euro geht das Programm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Stärkungsinitiative Kultur in die zweite Phase. In der laufenden ersten Programmphase werden bereits 17 Projekte bei der Entwicklung von Konzepten für Dritte Orte  im ländlichen Raum unterstützt.

Für die nun ausgeschriebene Umsetzungsphase für den Förderzeitraum 2021-2023 können sich sowohl die bereits in der ersten Phase geförderten Projektträger als auch weitere Projektinitiativen bis 31. August 2020 bewerben. Das maximale Fördervolumen pro Projekt beträgt 450.000 Euro.

Am 20. April 2020 findet in der Rohrmeisterei in Schwerte eine öffentliche Informationsveranstaltung zur zweiten Programmphase statt – Anmeldung über diese Seite: https://auftakt.dritteorte-nrw.de/anmeldung-kongress-dritte-orte.html

Mehr Informationen unter https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/foerderoffensive-fuer-kultur-im-laendlichen-raum-rund-13-millionen-euro-fuer-die  

Quelle: Pressemitteilung des Miniteriums für Kultur und Wissenschaft: „Förderoffensive für Kultur im ländlichen Raum“ (05.03.2020), Webseite, online unter https://www.land.nrw/de/pressemitteilung/foerderoffensive-fuer-kultur-im-laendlichen-raum-rund-13-millionen-euro-fuer-die

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Ausschreibung Förderprogramm Dritte Orte – erste Förderphase

Für das Förderprogramm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung im ländlichen Raum“ wurde jetzt die erste Förderphase mit 750.000 Euro ausgeschrieben.

Gefördert wird die Entwicklung von Konzepten für die (Weiter-)Entwicklung einer Kultureinrichtung zu einem Dritten Ort. Der Projektzeitraum ist von Oktober 2019 bis September 2020.

Alle Informationen zur Bewerbung, den Voraussetzungen und zum Förderprogramm stehen unter www.dritteorte.nrw zur Verfügung. Dort kann auch das entsprechende Antragsformular heruntergeladen werden.

Die Bewerbungsphase endet am 30. April 2019. Die zweite Förderphase, (Umsetzung von Konzepten), wird zu einem späteren Zeitpunkt gesondert ausgeschrieben.

Interessierte erhalten weitere Informationen beim Auftaktkongress am 27. Februar 2019 in der Rohrmeisterei in Schwerte. Dort wird das Förderprogramm ausführlich vorgestellt.

Quelle: Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW: „Ausschreibung: Neues Förderprogramm stärkt kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum“ (15.01.2019)https://www.mkw.nrw/presse/pressemeldungen/details/ausschreibung-neues-foerderprogramm-staerkt-kulturelle-infrastruktur-im-laendlichen-raum/

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Deutschlandfunk über Bibliotheken als Gemeindezentren

Der Deutschlandfunk hat einen Beitrag gesendet, welcher vom Wandel Öffentlicher Bibliotheken von Ausleihinstitutionen zu Gemeindezentren handelt. Der Audiobeitrag stellt dies insbesondere anhand von Szenen aus dem Alltag der Hamburger Bücherhallen dar. Zu den Entwicklungen äußern sich unter anderem Mitarbeiter, wie Bibliothekare oder Wachpersonal sowie Bibliotheksnutzer. Neue Aufgabenbereiche von Bibliotheken werden im Gespräch mit einem in der Stadtbibliothek Stuttgart tätigen Jugend- und Sozialarbeiter und dem Leiter der Abteilung für Publikumsdienste der ZLB Berlin thematisiert.

Den Beitrag können Sie hier nachhören oder eine Zusammenfassung lesen.

Quelle:
Deutschlandfunk- „Obdach Stadtbibliothek“ (06.06.2018), online verfügbar unter:  http://www.deutschlandfunk.de/mikrokosmos-031-obdach-stadtbibliothek.3381.de.html?dram:article_id=419336

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Wie bekomm ich Hygge in die Bibliothek?

Um die oben gestellte Frage zu beantworten, sollte ich für diejenigen von Ihnen, die ihn nicht kennen, den Begriff Hygge erklären.

Hygge beschreibt die dänische Glücksphilosophie, welche die Nation 2016 auf Platz 1 des World Happiness Report brachte und bedeutet so viel wie Gemütlichkeit. Es geht bei Hygge nicht um Gegenständlichkeiten und Dinge, sondern vielmehr um Atmosphäre und Erleben. Beides Dinge, die derzeit besonders wichtig sind für Öffentliche Bibliotheken. Ganz egal, ob man den Ort nutzt, um Zeit mit lieben Menschen zu verbringen oder sich alleine mit einem guten Buch in einen Sessel zu kuscheln. Hygge hat viele Seiten! Wollen wir nicht auch ein bisschen glücklicher sein, so wie die Menschen aus dem Norden? Und können wir dieses Lebensgefühl in unsere Bibliotheken holen und diese hyggelig machen?

Es gibt einige wichtige Aspekte bei Hygge, die man meiner Meinung in den Räumlichkeiten einer Bibliothek umsetzen kann.

Punkt 1: Licht

Maik Wiking beschreibt in seinem Buch „Hygge- eine Lebensgefühl, das einfach glücklich macht“, dass die einfachste Art und Weise Hygge zu erzeugen sei, eine Kerze anzuzünden. Aber nicht nur Kerzen, welche sich schwer für öffentliche Einrichtungen eignen, sondern auch künstliches Licht, sorgen für eine hyggelige Atmosphäre. Wichtig dabei ist die Lichttemperatur, welche nicht zu hoch sein darf. Unter grellen Neonröhren ist es nicht besonders gemütlich. Natürlich muss in einer Bibliothek für eine ausreichende Beleuchtung gesorgt werden. Aber in Bereichen, welche zum Klönen einladen sollen, oder dort, wo sich der Nutzer einfach gemütlich in einem Ohrensessel zurücklehnt, darf es gerne etwas gedämpfter und wärmer sein. Auch die Gestaltung der Leuchten ist entscheidend. Die Dänen haben einen Faible für Designerlampen. Diese werden strategisch eingesetzt, um kleine Lichtinseln zu schaffen.

Punkt 2: Hyggekrog

 

Hyggekrog

Ein kuscheliger Platz in der Raumecke kann wunderbar als Hyggekrog dienen.

Hyggekrog bezeichnet eine besonders gemütliche Ecke, in die man sich gerne zurückzieht und sich dort aufhält: Eine gepolsterte Fensterbank mit Kissen und Decke, ein gemütlicher Sessel mit einem Beistelltischchen mit dem Blick nach draußen… Hauptsache hyggelig.

Punkt 3: Gemeinschaft

Natürlich kann man auch alleine Hygge erleben, aber nicht umsonst verbringen 60 % der Europäer mindestens einen Abend pro Woche mit Familie, Freunden oder auch Kollegen. Bei den hyggenden Dänen sind es sogar 78 %. Wir sind soziale Wesen und menschliche Beziehungen sind ein Schlüsselelement zu unserem Glück. Schaffen wir also Orte, an denen man eine schöne Zeit mit anderen verbringen und schöne Dinge erleben kann.

Punkt 4: Nähe zur Natur

Kinderbibliothek Stadtbibliothek Hanau

Auf/in diesen Vogelnestern, können die Kinder in der Stadtbibliothek Hanau lesen.

Wir lieben die Natur und die Nähe zu ihr wirkt entspannend auf uns. Einfachheit, Langsamkeit und Rustikalität entschleunigen abseits vom urbanen Alltag. Wie also bringen wir die Natur in die Bibliothek? Gegenstände und Möbel aus Holz geben uns das Gefühl der Natur näher zu sein. Auch Felle und alles was aus dem Wald kommt, wie Zweige, Wurzeln und Blätter erschaffen eine entsprechende Atmosphäre. Vielleicht können wir Formen und Farben dieser Elemente ja an der einen oder anderen Stelle in den Räumen aufgreifen.

Punkt 5: Bücher

Laut Maik Wiking gehört eine Pause mit einem guten Buch definitiv zur Vorstellung von Hygge. Welches Buch spielt dabei keine Rolle, je nach Geschmack. Und Bücher finden wir in unseren Bibliotheken ja wohl zu genüge. Also ab mit dem Lieblingsbuch in die Hyggekrog.

Punkt 6: Essen und Trinken (Heiße Getränke, Kuchen und Teilchen)

Kaffee und Kuchen

Bei einem leckeren Heißgetränk und einem schönen Stück Kuchen können wir entspannen. Nur keine Flecken in die Medien machen …. 🙂

Kuchen und süßes Gebäck machen uns glücklich. Die Mischung aus Zucker und Fetten kurbelt die Insulinproduktion an, was dazu führt, dass das Glückhormon Serotonin produziert wird. Dieser Botenstoff vermittelt uns Glückgefühle, Zufriedenheit und Entspannung, was dabei hilft ein Stück Stress aus unserem Alltag zu nehmen. Alles in Maßen natürlich. Ebenso entspannen wir uns bei einer schöner Tasse Kaffee, Tee oder heißer Schokolade. Heiße Getränke vermitteln uns ein tröstliches, wohliges Gefühl.

Ein Lesecafé in dem man sich gemütlich in einem schönen Sessel mit einer Tasse Kaffee und einem Stückchen Kuchen zurücklehnen kann, dabei in einer Zeitschrift blätternd oder in ein nettes Gespräch vertieft kann also ein richtig hyggeliger Ort in einer Bibliothek sein.

Natürlich gehören noch weitere Punkte bei Hygge dazu. Viele Elemente sind gut dafür geeignet Hygge in die Bibliothek zu bringen. Dass das Thema Hygge in den Medien verbreitet wurde mag zwar schon ein bis zwei Jahre zurück liegen, aber fragen Sie doch mal einen Dänen, ob Hygge jemals „out“ sein kann. Ein bisschen mehr Gemütlichkeit und Glücklichsein können wir doch alle gut gebrauchen, immer! Und wenn wir über Orte sprechen, die Hygge für Jeden bieten, warum sprechen wir dann nicht einfach auch über Bibliotheken?