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Saatgutbibliothek mit alten Sorten: Erfahrungsbericht aus Leopoldshöhe

Die Gemeindebücherei Leopoldshöhe hat sich im letzten Jahr dazu entschlossen, die Idee der „Saatgutbibliothek“ aufzugreifen. Sie hat hierfür mit dem VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V.) zusammengearbeitet. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, alte Nutzpflanzensorten in private Gärten zu bringen. In diesem Bericht schildert das Team der Bücherei seine Erfahrungen.

Pflanzen aus dem regulären Handel wurden durch Zucht oder Gentechnik stark verändert und sind nicht vermehrbar. Da man aus ihren Früchten keine neuen Pflanzen ziehen kann, könnte man sich mit ihnen nicht selbst mit Lebensmitteln versorgen. Die Vermehrung ist überdies wegen geistiger Eigentumsrechte der Hersteller untersagt.

Der VEN sieht Saatgut als Teil unseres Kulturguts, das die Menschheit seit Jahrtausenden begleitet. Dabei konzentriert er sich auf so genannte „samenfesten Sorten“, da diese wegen ihrer genetischen Vielfalt in der Lage sind, auf sich ändernde Umweltbedingungen und Stress wie Trockenheit zu reagieren. Außerdem werden sie mittels traditioneller Kreuzung und Auslese ohne technische Eingriffe in Zelle oder Gene gezüchtet. Das Wissen darum zu verbreiten und diese Vielfalt zu bewahren ist das Ansinnen des Vereins und unseres gemeinsamen Projekts. Nutzerinnen und Nutzer konnten im Rahmen von Veranstaltungen die Samen ausleihen und sollen am Ende der Saison neu gewonnene Samen zurückgeben.

Während des Projekts wurden wir via Video-Konferenzen mit anderen teilnehmenden Bibliotheken zusammengebracht. So konnten wir konkrete Ideen aus der Bibliothekspraxis austauschen. Frau Gura, Frau Neuendank sowie Frau Karp unterstützten uns mit ihrem Fachwissen zu dem anzubietenden Saatgut. Besonders glücklich war, dass über den VEN Saatgut bestellt werden konnte, das bereits in Tüten verpackt war. Außerdem waren die leeren Tüten für das neu gewonnene Saatgut sowie der Umschlag zur Verbuchung dabei.

Zur Ausleihe des Saatguts haben wir es katalogisiert. Wir haben eine neue Kategorie erstellt (Mediengruppe = Saatgut / Benutzergruppe = Saatgut) und die Ausleihfrist auf ein Jahr festgelegt. Auf diese Art erwarten wir zur neuen Saison die Rückläufer und können diese für die folgenden Ausleihen einarbeiten. Wichtig ist, dass das Saatgut in den entsprechenden, mit dem Sortennamen beschrifteten Tütchen, zurückgegeben wird.

Alles Insider-Wissen über die erhaltenswerten Sorten und den Unterschied zwischen Hybrid-Samen und nicht gelisteten Samen, haben wir durch den VEN erfahren (siehe Glossar am Ende dieses Artikels).

Das Team der Bibliothek freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Kita
(v.l. Frau Bertling, Frau Koppmann, Frau Proepper)

Als alles Organisatorische geklärt war, konnten wir in die nächste Phase gehen: Das Saatgut wurde verliehen! Wir haben für das erste Jahr eine Kooperation mit dem Familienzentrum KITA „Das Spatzennest“ geschlossen. Die Kita wird das Saatgut mit den Kindergartenkindern, deren Eltern und Großeltern aussäen und im besten Fall vermehren. Im Rahmen eines Festes können die Kinder dann ihr gewonnenes Saatgut gegen ein kleines Gartenbuch-Geschenk der Gemeindebücherei tauschen.

Abgerundet wurde unser Projekt durch einige Autorenlesungen und Autorenspaziergänge zu Umwelt-und Natur-Themen. Da hatten wir das große Glück eine Förderung für die Veranstaltungen durch das Projekt „Und seitab liegt die Stadt“¹ zu erhalten.

Hochbeete des Heimatvereins Leopoldshöhe mit Saatgut aus der Bücherei

Des Weiteren haben wir mit dem Heimatverein Leopoldshöhe e.V. Kontakte geknüpft, so dass auch dort einiges Saatgut des VEN in den Hochbeeten wächst. Nun hoffen wir auf eine reiche Ernte und viele Rückläufer der Samen von Bohnen, Erbsen, Tomaten, Melde und Salat.

Bei Fragen zu diesem Projekt und unserer Umsetzung können Sie sich gerne an die Gemeindebücherei Leopoldshöhe wenden.

Kerstin Koppmann
k.koppmann@leopoldshoehe.de
Tel: 05208 / 991 – 330   

¹ Und seitab liegt die Stadt« ist ein Projekt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin. Es wird gefördert im Rahmen des BKM-Förderprogramms »Kultur in ländlichen Räumen«. Die Mittel stammen aus dem Bundesprogramm »Ländliche Entwicklung« (BULE) des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft

„Saatgut leihen – Vielfalt ernten“ – Infos für Bibliotheken vom Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e.V. (VEN)

Was bedeutet Saatgutverleih?

Die Bibliotheken können das Saatgut genauso wie andere Medien in ihr Verleihsystem einpflegen. Mit der Ausleihverbuchung (Saatgut + 1 weitere leere Tüte für gewonnenes Saatgut/ Transporttüte mit Zugangsnummer – Sortenname und Barcode) wird der Kontakt zu den Nutzer:innen hergestellt. Der persönliche Kontakt bei der Ausleihe oder begleitenden Veranstaltungen ist eine wichtige Möglichkeit, neben dem Saatgut auch das nötige Wissen an die Nutzer:innen weiter zu geben. Ohne dieses Wissen kann die Vermehrung kaum gut gelingen. Mit einem großen Ausfall müssen sogar Profis rechnen. Daher ist eine Rückgabe von Saatgut zwar wünschenswert, jedoch nicht verpflichtend. Die Saatgutbibliothek sensibilisiert die Menschen für die Saatgutgewinnung und den Erhalt alter Sorten.

Bibliotheken können erfahrungsgemäß mit einem Saatgut-Rücklauf von 10 bis 20 % rechnen.

Dieses Projekt zwischen dem VEN und den kooperierenden Bibliotheken ist ein Bildungsprojekt und kann durch weitere Veranstaltungen wie Lesungen und Workshops ergänzt werden.

Was ist der Unterschied zu einer Saatgut-Tauschkiste?

Das Projekt bietet Saatgut nicht zum Tausch an, weil damit in der Regel das erforderliche Wissen über die Saatgutgewinnung bei Nutzpflanzen nicht weitergegeben werden kann. Außerdem wird bei einer freien Tauschkiste erfahrungsgemäß das Saatgut gerne mitgenommen, aber kaum neues Saatgut hineingelegt.

Warum beschränkt sich der Verleih auf fünf Gemüsesorten?

Tomaten, Bohnen, Erbsen, Salat und Gartenmelde sind selbstbefruchtend und unerwünschte Einkreuzungen zwischen den Sorten einer Gemüseart sind selten. Die Sorten eigenen sich – besonders mit den unterstützenden Newslettern des VEN – gut für Einsteiger:innen.

Für diese fünf Gemüsearten bietet das Projekt des VEN Bildungsmaterial an.

Empfehlenswert ist es nur eine Gemüsesorte von einer Art zu verleihen, um eine Verwechslungsquelle auszuschließen. Saatgut ohne Namen oder mit falschen Sortennamen ist für die Vielfaltserhaltung verloren.

Was bedeutet „Samenfest“ und „Hybrid“?

Beim VEN gibt es das samenfeste Saatgut. Dies kann selbst, im Gegensatz zu den Hybridsorten, sortenrein vermehrt werden. Mit ihrer genetischen Ausstattung können sie sich bei regelmäßigem Anbau gut an ihre Umwelt anpassen.

Hybridsaatgut ist dagegen „Einweg-Saatgut“. Es ist auf den Saatguttüten im Gartenhobbymarkt mit FL oder Hybrid gekennzeichnet. Hybridpflanzen sind gleichförmig und besonders ertragreich. Sie lassen sich aber nicht sortenrein vermehren, man muss für jede Aussaat Saatgut nachkaufen. Fast immer ist die Vermehrung wegen Geistiger Eigentumsrechte (vergleichbar mit Patent) untersagt.

Ist der Verleih rechtlich gestattet? Gibt es Haftungsfragen?

Sorten ohne Geistige Eigentumsrechte dürfen uneingeschränkt vermehrt und weitergegeben werden. Der VEN bietet nur solche Sorten an. Haftungsprobleme sind nicht bekannt. Durch die Vermehrung und die Weitergabe ist in den 35 Jahren, in denen der VEN tätig ist, kein Schaden entstanden.

Vernetzung vor Ort:

Kooperation mit Organisationen und Einzelpersonen vor Ort, beispielsweise Kindertagesstätten, Schulen, Kleingartenverein, Naturschutzbund, Volkshochschulen können das Projekt der Saatgutbibliothek abrunden und aufwerten.

Erfahrungsaustausch mit anderen Bibliotheken:

Das Saatgutverleih-Projekt des VEN veranstaltet Online-Treffen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des VEN: https://www.nutzpflanzenvielfalt.de/unser-selbstverst%C3%A4ndnis

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Greven: Aufbau einer Bibliothek der DINGE – Hilfsmittel für den Alltag verleihen

In der Stadtbibliothek Greven wurde 2021 mit Unterstützung durch Projektmittel des Landes Nordrhein-Westfalen eine Bibliothek der DINGE konzipiert und eingerichtet. Gegenstände, die im Alltag eher selten benötigt werden, können in der Bibliothek ausgeliehen und somit von vielen genutzt werden. Dies schont Ressourcen und trägt zum nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen bei.

Greven – eine Mittelstadtbibliothek im Münsterland 
Greven ist eine wachsende Stadt, ca. 15 km von Münster entfernt, mit 38.800 Einwohnern. Die kommunale Stadtbibliothek hat 5,1 Personalstellen. Sie zeichnet sich durch viele Besucher, enge Kontakte zu Schulen (2019: 450 Besuche von Klassen und Gruppen), gute EDV-Ausstattung und das Make IT-Konzept aus.

Eine „Bibliothek der DINGE“ bietet viele Vorteile. Die nötige Infrastruktur ist vorhanden: Öffnungszeiten, großer Kundenstamm, Verbuchungs- und Mahnsystem. Die Ausleihe sogenannter „DINGE“ ist nachhaltig, ökologisch und eröffnet über die klassische Ausleihe des Medienbestands die soziale Teilhabe im Alltag. Nutzerinnen und Nutzer aller Altersgruppen erhalten Zugang zu Hilfsmitteln für den Alltag, indem sie beispielsweise ein neues Gerät ausprobieren können. In unser Projekt wurden bereits vorhandene DINGE – Robotik und Tools für Veranstaltungen – integriert und durch ca. 60 neue DINGE im Wert von 4.750 Euro ergänzt. 3 Schließfachschränke mit Acrylglastüren dienen als Präsentationsmöbel.

Eingekauft wurden DINGE aus verschiedenen Bereichen, die man nur gelegentlich braucht oder ausprobieren möchte. Durchgeführt wurde das Projekt vom gesamten Team, insbesondere den beiden Auszubildenden.

Fazit
In 2022 wurden die DINGE in 3 Monaten durchschnittlich 2,4 mal entliehen. Damit wurde ein erstes Ziel übertroffen. Überwältigend war die positive Resonanz zu unserem Vorhaben, die wir in Gesprächen erfahren haben. Verbände, Schulen und andere Kooperationspartner zeigten sich interessiert und boten ihre Zusammenarbeit an (z.B. Hinweis bei Anfängerkursen in der Musikschule). Die Presse und die WDR Lokalzeit Münsterland berichteten. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist, dass die DINGE auch im Bibliotheksalltag, u.a. für Veranstaltungen und Workshops, genutzt werden können (Bollerwagen, Plotter, Karaokemaschine als Tonanlage, Diskokugel …).

So sind wir vorgegangen – eine Checkliste
Je nach Ausrichtung der Bibliothek kann eine Bibliothek der DINGE anders gefüllt werden. Zu Beginn hat das Team die Grenzen der Bibliothek der DINGE festgelegt:

  • Keine Anschaffung von handwerklichen DINGEN, die man auch kommerziell leihen kann.
  • Keine Anschaffung von DINGEN, die mit Lebensmitteln in Verbindung kommen (der Bibliothek steht keine Spülmaschine zur Verfügung).
  • DINGE über 300 Euro sind die Ausnahme

Welche DINGE?
Wir haben uns für eine breite Auswahl entschieden, orientiert an den Kundinnen und Kunden, die die Bibliothek nutzen.

  • Recherche: Brainstorming im Team und in Bekanntenkreisen / Umfrage digital und mit Flyern: viele unserer Ideen haben sich dort bestätigt, manche neue kamen hinzu / Angebot anderer Bibliotheken / Praxis-Erfahrungen
  • Einteilung in 5 Kategorien: Haushalt und Handwerk / Robotik / Medien und Kommunikation / Musikinstrumente / Spiel und Spaß

Auswahl und Einkauf
Kolleg*innen aus dem Team haben sich um die DINGE gekümmert, für die sie sich interessieren und bei denen sie über Vorkenntnisse verfügen. Bei der Auswahl von Marken und Bezugsquellen wurde auf Vorkenntnisse im Bibliotheksteam, Austausch mit Kolleg*innen und im Bekanntenkreis sowie Testberichte zurückgegriffen. Zwei Grundsatzentscheidungen wurden im Team getroffen:

  • Zusatzmaterial wird mit angeboten, da es den Kundinnen und Kunden die Nutzung der DINGE erleichtert (Spulen für Nähmaschine, Stimmgerät für Gitarre …).
  • Verbrauchsmaterial wird nicht gekauft! Wir haben entschieden, dass die Entleiher das Verbrauchsmaterial in der Regel selber kaufen müssen.

Verpackung / Präsentation
In Greven kann man nicht in der Nähe der Bibliothek parken. Deshalb musste der Transport mit dem Fahrrad oder zum 500 m weit entfernten PKW mit bedacht werden.

  • möglichst Originalverpackung (Stabil? Werbewirksam?)
  • Ersatzverpackung (z.B. Clickboxen, Transporttaschen …)
  • Anhänger wurden mithilfe des 3D-Druckers gedruckt (inkl. Logo der Bibliothek und Fläche für Barcode und RFID-Code)
  • Abschließbare Taschenschränke mit Acrylglastüren. Keine feste Zuordnung zu einem Fach, so können die Fächer für die DINGE besser ausgenutzt werden. Abgeschlossen werden nur Fächer in denen DINGE mit einem Wert über 300 Euro aufbewahrt werden.

Ausleihbedingungen
So einfach und so wenig reglementiert wie möglich. In der Regel im Rahmen der Selbstverbuchung ausleihbar.

  • Keine Versicherung. Schon vorher haben wir viele DINGE ausgeliehen und damit positive Erfahrungen gemacht. Beschädigungen kommen selten vor. Das deckt sich mit den Erfahrungen der von uns kontaktierten Bibliotheken.
  • Keine Altersbegrenzung. Ausnahmen: Beamer erst ab 18 Jahren ausleihbar (hoher Preis), VR-Brille (Jugendschutz)
  • 4 Wochen Leihfrist, Verlängerung und Vormerkung sind möglich. Reservierung zu einem Termin nur in Ausnahmefällen (z.B. Beamer).
  • RFID-Codes sind möglichst „auf dem Boden“ des Gegenstandes oder des Kartons aufgeklebt. So ist Selbstverbuchung bei fast allen DINGEN möglich. Rückgabe meist über die Theke.
  • Kontrolle nach Rückgabe: bei Rückgabe an der Theke wird Entleiher nach Schäden befragt, im Anschluss meist nur Sichtkontrolle. Ggf. Kontrolle auf Vollständigkeit, nur bei VR-Brille wird Funktionalität (aufgespielte Filme) geprüft.

Sichtbarkeit
Ein breit gefächertes Angebot muss kommuniziert werden. Die Kundinnen und Kunden müssen eine Idee davon bekommen, was sie bei uns entleihen können. Dies geht am einfachsten über Bilder.

Wir haben alle DINGE fotografiert und das Bild „freigestellt“ (ohne Hintergrund).

Die Fotos werden für das Produktblatt, den OPAC und vielfältige Werbemöglichkeiten genutzt.  

Produktblatt / Katalogisierung / Homepage / OPAC
Für die Medienbearbeitung wurde eine Checkliste erarbeitet.

  • Für jeden Gegenstand wird ein Produktblatt entwickelt und dem DING beigelegt. Die Produktblätter sind Quelle für die Katalogisierung. Sie beinhalten
    • Auflistung der Inhalte des Ausleihpaketes
    • Hinweis auf die Bedienungsanleitung
    • Angabe von Besonderheiten und Sicherheitshinweise
  • Die Produktblätter sind auf der Homepage verlinkt (inkl. Link im OPAC)
  • Katalogisierung erfolgt nach RDA, bei den DINGEN allerdings nach eigenen Regeln.
  • Im OPAC wurden die Bilder eingefügt. Die Verknüpfung erfolgt über einen EAN-Code (oder Fantasie-Code). Darüber hinaus sind alle DINGE über die Medientipps zu finden.  

Öffentlichkeitsarbeit / Werbung / Veranstaltungen
Die Fotos der DINGE sind frei kombinierbar. So kann über alle Medien immer wieder in neuen Kombinationen für die DINGE geworben werden. Zielgruppen: Kinder, Handwerker, Schule, Büro, etc.

Werbung vor Ort: 
Das Projekt stößt auf viel Interesse. Es gab eine Vorstellung im Kulturausschuss, Nachfragen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung und Kooperationseinladungen verschiedener Vereine und Institutionen. Darüber hinaus wurden Werbemaßnahmen umgesetzt:

  • Ein Rahmenplakat ermöglicht es Fotos mit wenig Aufwand in immer neuen Zusammenstellungen zu arrangieren.
  • Fotos in „Magnettaschen“ am Metallschrank und an einer Metallleiste im Treppenhaus. Vorteil: Es können immer wieder Fotos von DINGEN ergänzt bzw. ausgetauscht werden
  • DINGE in Schaufenstern und im Ausstellungsbereich sind Hingucker und lassen sich gut mit anderen Medien kombinieren.

Homepage / Social Media:

  • Internetauftritt auf der Homepage mit der Möglichkeit, Anschaffungswünsche für weitere DINGE abzugeben.
  • Fotos von der Bibliothek der DINGE eignen sehr gut für Social Media. Verschiedene Posts sind möglich: Anschaffungen, Saisonal passende Angebote / Adventskalender / DINGE „in Aktion“
  • Resonanz aus dem Team: Gegenstände eigenen sich besser als Bücher für Werbemaßnahmen.

Veranstaltungen:

  • Tag der DINGE geplant: in der ganzen Bibliothek kann man DINGE ausprobieren.
  • Workshops: Plotter, Robotik …
  • Make IT-Tage und Stationen mit verschiedenen Schwerpunkten der Bibliothek der DINGE
  • Veranstaltungen mit Schulklassen und Multiplikatoren

Aktualisierung der Bibliothek der DINGE

  • Die DINGE werden wie ein Lektorat behandelt: mit Budget, Bestandskontrolle, Aussonderung, Anschaffung von neuen DINGEN
  • Die von Kunden im Gespräch oder über ein Kontaktformular gesammelten Anschaffungsvorschläge werden ausgewertet und sind eine wichtige Quelle für den Neukauf

Ansprechpartnerin:

Sigrid Högemann

stadtbibliothek@stadt-greven.de

Stadtbibliothek Greven
Kirchstr. 3
48268 Greven

Projektzeitraum: Juni 2021 bis Dezember 2021
Das Projekt wird seit Anfang 2022 mit Eigenmitteln fortgeführt.

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Umfrage: Bibliotheken sehen in der Digitalisierung eine große Chance

Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft hat die Öffentlichen Bibliotheken in NRW schon lange erreicht. Ging es in der Anfangsphase um die Automatisierung von Arbeitsprozessen, so stehen Bibliotheken heute vor der Veränderung ihrer Angebote. Vorangegangene Projekte der Fachstelle haben gezeigt, dass diese neue Phase der Digitalisierung nur gemeinsam mit dem gesamten Bibliotheksteam gelingen kann. Die Fachstelle der Öffentlichen Bibliotheken NRW hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, ihre Aktivitäten noch passgenauer auf die aktuellen Erfordernisse auszurichten.

Zu diesem Zweck hat die Fachstelle zusammen mit der Firma Dialego aus Aachen eine quantitative Online-Befragung unter Bibliotheksmitarbeitenden und Führungskräften in NRW durchgeführt. Sie liefert Antworten auf folgende Fragen:

  • Welche Einstellungen zur Digitalisierung bestehen unter den Mitarbeitenden und Führungskräften in Bibliotheken? Was verstehen sie darunter? Was ist wichtig?
  • Welche Kompetenzen sind vorhanden? Und wo besteht Handlungsbedarf z.B. für Qualifizierungsmaßnahmen?

Die Umfrage bildet den Auftakt zu einer Initiative der Fachstelle, die wir in den kommenden vier Jahren mit den Bibliotheken in NRW entwickeln und umsetzen wollen.

Wer hat geantwortet?

Das Thema Digitalisierung scheint viele Beschäftigte in den Bibliotheken zu interessieren. Entsprechend hoch war die Beteiligung im Februar dieses Jahres. Das Team der Fachstelle bedankt sich bei allen 572 Teilnehmerinnen und Teilnehmern fürs Mitmachen. 81% der Befragten sind weiblich. 60% Führungskräfte. 55% der Antworten kommen aus kleineren Bibliotheken mit einer Größe von 1-20 MA, 20% aus Bibliotheken mittlerer Größe (21-50 MA) und 26% aus großen Bibliotheken (mehr als 50 MA). Prozentual am stärksten vertreten ist der Regierungsbezirk Düsseldorf mit 40%. Danach folgen Arnsberg mit 19%, Münster und Köln mit jeweils 15% und Detmold mit 12%. Die meisten Teilnehmenden (39%) sind zwischen 30 und 59 Jahren. 31% sind 60 Jahre und älter und 30% sind zwischen 18 und 29 Jahren alt.

1. Wie wird die Digitalisierung wahrgenommen?

Insgesamt sehen die Mitarbeitenden der Bibliotheken die Digitalisierung als Chance, sowohl auf die Bibliothek wie auch auf sich persönlich bezogen. Die jeweils kleinsten Bibliotheken (1-3 MA) sind jedoch vergleichsweise skeptischer, die größten Bibliotheken (50+ MA) dagegen optimistischer.

Die Befragten glauben, dass Bibliotheken mithilfe der Digitalisierung besser auf veränderte Kundenbedürfnisse reagieren, attraktivere Angebote machen und so mehr Kunden bzw. andere Zielgruppen gewinnen können. Digitalisierung unterstreicht zudem die Bedeutung der Bibliotheken als Bildungspartner – und damit ihre Rolle innerhalb der Kommune. Digitale Veränderungen können zudem die Arbeitsabläufe erleichtern und so helfen, mit knappem Personal besser die Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Die Mitarbeitenden erhoffen sich zudem die Möglichkeit, auch im Home-Office arbeiten zu können.

Es werden aber auch Risiken genannt. So wird ein erhöhter Aufwand bei der Einführung von Neuerungen befürchtet. Dies könnte zulasten begrenzter Ressourcen (Personal & Technik) und zu Überlastungen bei den Mitarbeitenden führen. Es besteht zudem die Angst, sich durch zu viel Digitalisierung selbst abzuschaffen, weil Kernfunktionen wegfallen und Standorte unnötig erscheinen könnten. Es wird ein erhöhter Druck zu ständiger Weiterbildung gesehen. Bei den Kunden könnten weniger digital affine Zielgruppen abgehängt werden. Zudem könnte eine instabile und unzureichende Technik die Umsetzung der Digitalisierung und die Arbeitsabläufe behindern.

Begrenzte Rahmenbedingungen hemmen am meisten

Als Barrieren bei der Umsetzung der Digitalisierung werden an erster Stelle (59%) nicht ausreichende zeitliche Kapazitäten angegeben. Weitere Hemmnisse sind fehlende finanzielle Mittel (55%) und eine unzureichende technische Infrastruktur (54%). Vor allem Mitarbeitende in kaum digitalisierten Bibliotheken sehen dies als Barriere für digitale Veränderungen. Als weitere Barrieren werden mit jeweils 38% die mangelnden Kenntnisse der Mitarbeitenden zum Thema digitale Veränderung sowie eine fehlende Strategie genannt. Außerdem fehlt es an Motivation (31%) und es gibt zu wenige bzw. nicht die richtigen Fortbildungsangebote (27%). Vor allem die jüngeren Personen in den großen Bibliotheken (meist Mitarbeitende mit mittlerer oder hoher Kompetenz) empfinden die Fortbildungsangebote als zu wenig oder nicht passend. 9% aller befragten Personen geben an, dass sie in einem „anderen Grund“ aktuell Schwierigkeiten für die Bibliotheken sehen. Hier wurde z.B. genannt, dass bei vielen Bibliotheken alle digitalen Angebote über die städtische IT laufen und dies als umständlich empfunden wird.

Übersicht Barrieren

Und wie sieht der Status Quo aus?

30 Prozent der Befragten schätzen den Digitalisierungsgrad ihrer Bibliothek als hoch ein – unabhängig ob Mitarbeitende oder Führungskräfte. Je größer die Bibliotheken, desto höher liegt dieser Wert: In kleinen Bibliotheken bis zu 20 Mitarbeitenden empfinden 20% den Digitalisierungsgrad als hoch, in Bibliotheken mittlerer Größe (21-50 Mitarbeitende) sind dies 35% und in großen Bibliotheken mit mehr als 50 Mitarbeitenden sogar 45%.

2. Wie soll die Bibliothek der Zukunft aufgestellt sein?

In einem weiteren Themenblock haben wir gefragt, wie die Bibliothek der Zukunft aufgestellt sein soll und welche digitalen Veränderungen man sich wünscht. Zunächst sollte die Bibliothek die aktuellen technischen Anforderungen zuverlässig erfüllen. Dazu gehört eine attraktive Homepage (94%) und ein Online-Katalog (91%). Außerdem wird eine ausreichend technische Ausstattung wie WLAN-Ausleuchtung (90%) und aktuelle Geräte (68%) erwartet. Bei den digitalen Veränderungen sind es vor allem digitale Angebote für die Kunden. Ganz oben auf der Wunschliste stehen mehr digitale Services Apps, für die der Kunde dann nicht mehr in die Bibliothek kommen muss (78%). 73% wünschen sich mehr digitale Medien wie E-Books oder E-Paper. Genannt wurden auch mehr proaktive Kommunikation über Social Media (71%) sowie mehr digitale Schulungsangebote (51%).

Angaben in Prozent

3. Welche persönliche Einstellung haben die Befragten zur Digitalisierung?

Eine große Mehrheit der Befragten (83%) hat eine positive Einstellung zur Digitalisierung und ist motiviert, die Bibliothek zukunftsfähig weiterzuentwickeln. Allerdings kommt die Motivation eher aus der Funktion der Bibliothek und dem Wunsch, diese zu erhalten, als aus einem individuellen inneren Interesse. Am motiviertesten sind Personen mit mittlerer und hoher digitaler Kompetenz sowie Jüngere. Die Mitarbeitenden sind eher in den kleinen, die Führungskräfte in den großen Bibliotheken motiviert.

Als individuelles Hindernis geben vor allem Führungskräfte (47%) Zeitmangel an – bei den Mitarbeitenden sind dies 32%. Fehlende Kompetenzen sind für 37% der Mitarbeitenden sowie für 32% der Führungskräfte eine weitere Barriere. Zudem fühlt sich ein Viertel der Mitarbeitenden nicht für digitale Veränderungen zuständig. Nur gut jede vierte Führungskraft und jeder fünfte Mitarbeitende empfindet keine Hindernisse.

Gefragt nach den Gefühlen hinsichtlich der digitalen Veränderungen, überwiegen die positiven. Es herrscht eine positive Anspannung, man fühlt sich neugierig (60%), herausgefordert (60%), motiviert (44%), nützlich. Demgegenüber empfindet ein kleinerer Teil der Befragten einen negativen Stillstand: Diese nennen Gefühle wie lahm (21%), abgehängt (17%), hilflos oder frustriert. Frustfaktoren sind zum Beispiel die Zusammenarbeit mit der Kommunalverwaltung und die Personalsituation. Wenig überraschend ist, dass Motivierte deutlich positiver eingestellt sind als nicht Motivierte. Sie empfinden sich eher als angespannt und lahm. Am positivsten eingestellt sind die unter 35-Jährigen. Je älter die Befragten desto negativer sind die genannten Gefühle. Hinsichtlich der Bibliotheksgröße gibt es keine Unterschiede.

4. Wie bewerten die Befragten ihre Kompetenzen?

Neben den Basiskompetenzen, die aus persönlichen und sozialen sowie Kompetenzen in Bezug auf die Arbeit in der Bibliothek bestehen, halten die Befragten zusätzliche Kenntnisse wie grundlegendes technisches Verständnis oder Medienkompetenz für unentbehrlich, um digitale Veränderungen voranzutreiben. Hier bewerten aber nur 34% der Führungskräfte und 24% der Mitarbeitenden ihre Kompetenzen für diese digitalen Veränderungen als gut. Relevanter Einfluss scheint das private Interesse daran zu sein: Wer privat aktiv ist (gerade Jüngere mit 72%), übernimmt auch in der Bibliothek eine aktive Rolle. Wer privat kein Interesse hat, sieht andere Kolleginnen und Kollegen in der Verantwortung.

Mitarbeitende sollten vor allem Kunden und Kollegen helfen sowie bekannte Anwendungen bedienen können. Beim kreativen Umgang mit digitalen Angeboten und bei der Produktion von Inhalten haben die Führungskräfte höhere Ansprüche an die Mitarbeitenden als die Mitarbeitenden an sich selbst. Nur wenige Mitarbeitende übernehmen diese Aufgaben gern, andere fühlen sich dafür nicht geeignet und schieben die Aufgabe an andere Kolleginnen und Kollegen. Ähnlich sieht es es bei den Schulungen für Kunden aus. Neben den fehlenden technischen Kompetenzen, fehlt hier zudem didaktisches Fachwissen. Auch bei der Schulung zu Fake News fehlt das nötige Wissen. Bei der Administration und Inbetriebnahme von Anwendungen und Geräten sehen die Mitarbeitenden die Fachabteilungen in der Verantwortung, nur wenige sind an einer Schulung interessiert.

Generell gibt es an die Führungskräfte höhere Ansprüche. Sie werden als Treiber der Digitalisierung gesehen. Bei den notwendigen Kompetenzen der Führungskräfte liegt der Hauptfokus auf der Mitarbeiter- und Teamführung. Hier sind laut den Befragten auch hohe Kompetenzen vorhanden. 84% der Führungskräfte haben den Anspruch, eine Digital-Strategie festzulegen – allerdings fällt die Entwicklung von konkreten Zielen oft dem stressigen Alltag zum Opfer. Auch das Erkennen digitaler Trends halten 83% der Vorgesetzten zwar für eine wichtige Kompetenz, ihre eigene Fähigkeit dafür schätzen sie aber geringer ein. Fortbildungen zu organisieren gilt zwar als relevant (84%), kommen aber oftmals nicht zustande (Verwaltung, Personal, Zeitmangel). Zudem sehen hier viele die Fachstelle in der Verantwortung. Den größten Defizit sehen die Befragten beim Umgang mit der Kommunalverwaltung. 80% glauben, dass Führungskräfte fähig sein sollten, Kommunalverwaltungen für die Digitalisierung von Bibliotheken zu überzeugen. Allerdings glauben nur wenige hierfür die notwendige Kompetenz zu besitzen.

Kompetenzen: Erwartungen an die Mitarbeitenden

Kompetenzen: Erwartungen an die Führungskräfte

Alles in allem schätzen Führungskräfte ihre eigenen Fähigkeiten, Eigenschaften und Kompetenzen, um digitale Veränderung in ihrer Bibliothek aktiv voranzubringen, höher ein als dies Mitarbeitende tun. Nur 24% der Mitarbeitenden sind der Auffassung, dass Sie über hohe Kompetenzen in diesem Bereich verfügen.

5. Welche Unterstützungen und Fortbildungen werden genutzt? Welche werden benötigt?

Die Bibliotheken wünschen sich vor allem bessere Rahmenbedingungen seitens der Kommunen, um weitere digitale Veränderungen anzugehen. Dazu gehört eine langfristige finanzielle Sicherheit, eine bessere technische Ausstattung für Kunden und Personal, mehr Personal, insbesondere IT-Fachkräfte, mehr Unabhängigkeit von den Kommunen sowie eine großzügige Finanzierung von Fortbildungen.

Insgesamt ist zudem der Wunsch nach mehr Wissen und Austausch sehr groß. Dazu gehören einfache Zugriffsmöglichkeiten auf bestehendes Wissen. Führungskräfte wünschen sich regelmäßige kurze Updates zu technischen Neuigkeiten, Trends und aktuellen Themen (79%). Genannt wird auch ein zentraler Ideenpool für alle Bibliotheken. 61% wünschen sich mehr Austausch mit anderen Bibliotheken. Und dies nicht nur zwischen Führungskräften, sondern auch unter den Mitarbeitenden. 38% benötigen mehr Unterstützung bei der Umsetzung des Wissens in den Arbeitsalltag.

Ein weiterer Wunsch ist der nach einem optimierten Fortbildungsangebot. Vor allem kleinere Bibliotheken wollen direkte und schnellere Informationen über Weiterbildungsangebote, eine passendere inhaltliche Ausrichtung sowie eine häufigere Durchführung. Interessant ist, dass aber nur 27% der Befragten bislang Fortbildungen der Fachstelle besucht haben.

Um digitale Veränderungen voranzutreiben sind Online-Schulungen und der Austausch mit anderen Bibliotheken für Führungskräfte eine viel genutzte Unterstützungsquelle. Mitarbeitende partizipieren deutlich weniger von externer Unterstützung. Interessant ist auch der Blick auf die Altersstruktur: Die 16- bis 35-Jährigen nehmen seltener an Vor-Ort-Schulungen und Workshops teil als die beiden älteren Zielgruppen. Die Motivierten haben bisher insgesamt schon mehr Unterstützung genutzt, um die digitalen Veränderungen voranzutreiben, als die weniger Motivierten. Kaum digitalisierte Bibliotheken nutzen am wenigsten Unterstützung. Der Austausch mit anderen Bibliotheken und Nutzung von Schulungen ist bei ihnen vergleichsweise gering. Egal wieviel Mitarbeitende eine Bibliothek hat, alle suchen zunächst den Austausch mit Personen im eigenen Haus. Kleinere Bibliotheken mit bis zu 20 MA nutzen im Vergleich zu Bibliotheken mittlerer Größe (21-50 MA) sowie großen Bibliotheken (mehr als 50 MA) vor allem auch Online-Angebote sowie den Austausch mit Personen aus anderen Bibliotheken.

Fortbildungen: Großer Wunsch nach kundenorientierten Schulungen
76% der Befragten wünschen sich Schulungen zu digitalen Angeboten, um diese auch an die Kundinnen und Kunden weitergeben zu können. Insgesamt haben Führungskräfte mehr Erwartungen an das Fortbildungsangebot. 79% würden regelmäßige kurze, thematische Einführungen zu aktuellen Themen begrüßen. Praxisnahe Austauschmöglichkeiten mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bibliotheken geben 75% der Führungskräfte an. Signifikant ist auch, dass sich vor allem kleinere Bibliotheken mit bis zu 20 MA Fortbildungen zur Entwicklung einer digitalen Strategie, zur Produktion digitaler Inhalte oder Austauschmöglichkeiten mit anderen wünschen.

Übersicht Fortbildungswünsche

Gefragt nach den Barrieren für die Teilnahme an den Qualifizierungsmöglichkeiten der Fachstelle, ist mit 26% die häufigste Antwort der Befragten, dass ihnen die Zeit fehle, an den Fortbildungen teilzunehmen. Vor allem auf Jüngere (31%) und kleinere Bibliotheken (43%) trifft dies zu. Für 17% der Mitarbeitenden passen einige Angebote nicht zum Arbeitsalltag. Vor allem jüngeren Mitarbeitenden (16-35 Jahre) sind die verschiedenen Schulungsmöglichkeiten der Fachstelle nicht bekannt. Bei den Führungskräften geben 12% an, dass ihnen die Organisation der Regionalschulungen zu kompliziert ist.

Fortbildungen der Fachstelle: Übersicht der Barrieren

Zur Verbesserung der Qualifizierungsmöglichkeiten der Fachstelle werden als häufigste Wünsche ein breiteres Angebot, eine größere Terminauswahl und ein Forum zum Austausch mit anderen Bibliotheken oder Mitarbeitenden genannt.

Fazit: Die Digitalisierung ist eine große Chance für die Bibliotheken

Die Umfrage zeigt, dass die Digitalisierung DIE Chance für Bibliotheken ist, am Puls der Zeit zu bleiben und ihre Daseinsberechtigung gegenüber den Kunden und der Verwaltung zu sichern. Bibliotheken können mithilfe der Digitalisierung besser auf veränderte Kundenbedürfnisse reagieren, attraktivere Angebote machen und so mehr Kunden bzw. andere Zielgruppen (z.B. Schulen, Menschen mit Behinderung, Jugendliche) gewinnen.

Deutlich wird auch, dass die Kunden im Fokus der Beschäftigten stehen: Ihretwegen macht die Arbeit Spaß. Sie motivieren auch zur Auseinandersetzung mit digitalen Themen – nämlich dann, wenn man darin einen Nutzen für die Kunden sieht. Die digitalen Veränderungen selbst motivieren die Beschäftigten kaum.

Als Hauptbarriere für digitale Veränderungen wird die aktuell mäßige Ausstattung der Bibliotheken bei Finanzen, Technik und (Fach)-Personal angegeben. Hier sehen die Bibliotheksmitarbeitenden vor allem die Kommunalverwaltungen in der Pflicht.

Die Kompetenzen des Personals sind ein weiteres Hemmnis, um zum Beispiel Schulungen für technische Anwendungen und digitale Angebote anzubieten. Das persönliche Interesse und Alter der Mitarbeitenden hat einen Einfluss auf ihr Engagement in den Bibliotheken.

Den Führungskräften fehlt es eher an Informationen zu technischen Neuigkeiten und Trends sowie an Ideen zur Umsetzung. Etwas hinter ihren Erwartungen liegen sie auch im Umgang mit den Kommunen sowie bei der Organisation von Fortbildungen zurück.

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Hands on die digitale Welt begreifen: DigiHub – MediaLab – MakerSpace

Angesichts des Herausforderungen der Digitalisierung und der Wandels zur Wissensgesellschaft kommt dem Zugang zu Information, technischer Infrastruktur und digital-medialer Kompetenz eine enorme Bedeutung zu. Bibliotheken reagieren seit Jahren sehr engagiert auf die Veränderungsnotwendigkeit durch die Digitalisierung und tragen so maßgeblich zur digitalen Teilhabe für alle Bevölkerungsschichten und Generationen bei. Das Projekt „DigiHub – MediaLab – MakerSpace“ der Stadtbibliothek Mönchengladbach zeigt, wie Bibliotheken niederschwellig die digitale Teilhabe der Stadt(gesellschaft) stärken können. Gefördert wurde das Projekt durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen.

Gestartet hat die Stadtbibliothek das neue Angebot im Sommer 2020 mit Eröffnung der Pop-Up-Bib, dem 600 qm großen Interimsquartier der Zentralbibliothek in Mönchengladbach. Die Interims-Bibliothek ist Labor und Werkstatt für die Zentralbibliothek der Zukunft zb+. Daher wurden trotz der sehr begrenzten Fläche 80 qm für den MakerSpace eingeplant.

Vielfältige technische Ausstattung

Auszustattende Bereiche waren laut Konzept „Roboting, Konstruktion und
Programmierung“, „Virtual und Augmented Reality“, „Kreativität Maker“ und „Mobiles
Arbeiten“. So wurde ein Lasercutter, ein Schneideplotter – ergänzt durch eine
Thermotransferpresse -, ein 3D-Drucker und -Scanner sowie ein Hochleistungs-Rechner
nebst Grafik-Tablet gekauft. Zusätzlich wurden Heißluftgeräte und 3D-Pens beschafft, die
vor allem für die Veranstaltungsarbeit genutzt werden.

Für das MakerMobil wurde ein weiterer, mobiler 3D-Drucker erworben. Ergänzt wird der MakerSpace durch das MedienLabor, das zahlreiche Robotik- und Coding-Tools bereithält. Tools wie die Sense Box ermöglichen die Verbindung von digitaler Bildung mit Bildung für nachhaltige Entwicklung. Viele Tools sind in Gruppen-/Klassenstärke vorhanden und ausleihbar.

Zu den Geräten für das mobile Arbeiten gehören unter anderem ein iPad Koffer mit Apple Pencils und Apple TV für die bibliotheks- und medienpädagogische als auch Veranstaltungs-Arbeit, sowie Laptops und ergänzende Monitore – zum Beispiel für Coding-Workshops. Im Bereich Virtual und Augmented Reality werden nicht nur VR-Brillen, Merge Cubes und AR-Globen angeboten, sondern auch die App Expeditions Pro.

Der Raum verfügt über flächendeckendes W-LAN und wurde mit Maker-Tischen und Steckdosen-Würfeln ausgestattet.

Nutzung und Vermittlung: Vor Ort und auf zwei Rädern

Im Rahmen des Projekts „Hands on die digitale Welt begreifen: DigiHub – MediaLab –
Makerspace“ wurden verschiedene Nutzungs- und Vermittlungskonzepte umgesetzt. So ist die
Nutzung nicht nur vor Ort möglich: Neben dem Verleih von Tools wirkt die Bibliothek mit
ihrem elektro-getriebenen MakerMobil auch im öffentlichen Raum – Medienkompetenz auf
zwei Rädern! Vor dem Hintergrund von Corona wurden Veranstaltungen auch hybrid oder
vollständig digital durchgeführt. Die im Projekt beschafften Tablets konnten dabei
Teilnehmenden zur Verfügung gestellt werden, die nicht über eigene Ausstattung verfügen.

Der Workshop „3D Druck meets Cosplay“, der durch seinen kreativen und technischen
Ansatz sowohl generationenübergreifend, als auch unabhängig von der geschlechtlichen Identität Anklang gefunden hat, konnte aufgrund von Corona leider nur hybrid stattfinden. Die
Workshopleiter*innen demonstrierten den Teilnehmenden Geräte wie den 3D-Drucker online
aus dem MakerSpace. Kooperationspartner war das Jugendclubhaus Westend. Die
Bedeutung der Maker-Angebote als niedrigschwelligen Einstieg in und Motivation für digitale
Bildung hob das Team der Jugendfreizeiteinrichtung hervor.

Lizenz-Workshops ermöglichen eigenständige Nutzung

Das Konzept sah auch vor, dass Bibliothekskund*innen und Multiplikator*innen die Geräte im MakerSpace vor Ort auch unabhängig von den Bibliotheksmitarbeitenden nutzen können. Möglich wurde dies durch Lizenz-Workshops. Nach Teilnahme dürfen Bibliothekskundinnen Lasercutter, Schneideplotter und 3D-Drucker eigenständig nutzen. Die Lizenz-Workshops finden regelmäßig zweimal wöchentlich statt, sodass viele Interessierte erreicht werden können.

Bisher hat sich das Modell als zielführend erwiesen. Dabei reicht das Spektrum von Privatpersonen – Großvater und Enkelin, 50-jährige Hobby-Schmuckdesignerin, Musiker – über Schülerinnen, die z.B. im Informatik-Unterricht erstellte 3D-Dateien ausdrucken bis zu Profis, die die technische Ausstattung etwa für die Erstellung von Schablonen oder Prototyping nutzen. Auch Multiplikatorinnen wurden geschult, die die Geräte wiederum einer weiteren Zielgruppe gezeigt und Projekte umgesetzt haben, z.B. ein örtliches Berufsbildungszentrum mit insgesamt 100 Teilnehmenden. Die Nutzung ist nach Buchung kostenfrei während der Öffnungszeiten möglich.

Coding-Workshops: Kultuhacker und Mach dein DigiDing

Da der Raum auch über Laptops nebst Zubehör verfügt, konnten auch mehrere mehrtägige
Coding-Workshops in der Pop-Up-Bib durchgeführt werden. Unter anderem die „Kulturhacker“ und „Mach dein DigiDing“. Bei dem ersten Projekt konnten Jugendliche ihren eigenen Lieblingshelden via Scratch Leben einhauchen. Der zweite Workshop war ein Upcycling-Projekt, bei dem sowohl Roboter als auch Alarmanlagen kreiert und programmiert wurden. Beide Projekte wurden mit dem Kooperationspartner zdi Mönchengladbach durchgeführt. Beim MakerDay mit dem zdi Mönchengladbach galt: eine Gesamtschulklasse, ein MakerSpace mit vielen Stationen von 3D-Druck bis Robotik gleich jede Menge lernen und MINT-Spaß. Der Clou: Alle Teilnehmenden konnten eine individuell gestaltete Lampe als Gadget mit nach Hause nehmen.

Der iPad Koffer nebst Zubehör wird bei der bibliothekspädagogischen Arbeit mit Schulen und
Institutionen genutzt, aber auch bei Zeichen-Workshops mit der App Procreate eingesetzt. Die Workshops sind bei Alt und Jung sowie auch unabhängig von der geschlechtlichen Identität sehr beliebt.

Der Raum eignet sich auch für partizipative Formate. So fand eine Bürgerbeteiligung zum Thema Smart City statt. Mit dem technischen Angebot und der Ausstattung im Bereich Robotik und Coding konnte die Stadtbibliothek praktisch und zum Anfassen zeigen, was es bedeutet digital zu sein und digitales, lebenslanges Lernen greifbar machen.

Das MakerMobil: Wissen und Technik to go

Mit dem MakerMobil kommt der MakerSpace in die Stadt und zu den Menschen. Während des ParkingDays im Rahmen der Mobilitätswoche im September 2021 hat die Stadtbibliothek Mönchengladbach etwa gezeigt, wie man mit einem vollgepackten Lastenfahrrad nachhaltig unterwegs ist, dank 3D-Drucker Ersatzteile to go produzieren und mit der SenseBox Umweltemissionen messen kann. Beim SmartCity Summit im November 2021 wurde deutlich, dass die Stadt Mönchengladbach mit ihrer Stadtbibliothek schon smart unterwegs ist und für digitale Teilhabe sorgt. Während der „Pausenplattform“ beim Kooperationspartner Jugendclubhaus Westend präsentieren Bibliotheksmitarbeitende kreative Maker-Ideen und brachten Gaming mit für Schülerinnen der benachbarten Realschule. Wenn das MakerMobil nicht unterwegs ist, wird es im MakerSpace vor Ort bei Workshops mobil im Raum eingesetzt.

Das MakerMobil auf einer Veranstaltung in der Stadt im Einsatz.


MakerSpace lebt von Kooperationen
Vernetzungen und Kooperationen wurden ausgebaut, neue Kooperationen kamen hinzu. Eine Auswahl von Partnerinnen: das zdi, die Hochschule Niederrhein, der Dorfcampus Wanlo e.V., Rockid e. V.. Die Bibliothek ist als assoziierte Partnerin aktiv im Verbundprojekt „MINT in Mind“ der Region Mittlerer Niederrhein. Das Projekt ist Teil der Maßnahme „Regionale Cluster für MINT-Bildung von Jugendlichen“ und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung für den Zeitraum von Dezember 2020 bis Dezember 2023 gefördert. Hier sollen vor allem junge Frauen mit Migrationshintergrund für das Thema MINT begeistert werden.

In Kooperation mit den Medienberatern und dem Kompetenzteam wurden Einführungsveranstaltungen und Workshops für Erzieherinnen und Lehrerinnen durchgeführt, soweit Corona das möglich machte. Das Interesse war und ist groß. Die Leitung des Fachbereichs Schule und Sport ist begeistert von den Möglichkeiten des MakerSpace, der die schulische Digitalausstattung sehr gut ergänzt.

Zielgerichteter Marketing-Mix macht MakerSpace zur Marke

Die Stadtbibliothek hat gezielte Marketing-Maßnahmen entwickelt, um die neuen Angebote bekannt zu machen und den MakerSpace der Stadtbibliothek als Marke in Mönchengladbach zu etablieren. Ein City-Light-Plakat war in der ganzen Stadt nicht zu übersehen. Das gilt übrigens auch für das im Design des MakerSpace gestaltete elektrogetriebene MakerMobil. Das Stadtmagazin Port01 sprach mit einem Bericht und einer Anzeige speziell junge Leute an. In auffälliger runder Form kamen Flyer und Aufkleber daher. Die werden vor allem vom jüngeren Publikum gern genutzt, um ihre mobilen Endgeräte zu labeln. Blöcke in ansprechender Dot-Optik dienen der ganz analogen Entwicklung neuer Ideen und dem Notieren wichtiger Infos. Erstmals setzte die Stadtbibliothek bei Social Media nicht nur auf eigene Posts, sondern schaltete bei Facebook auch Anzeigen. Die Werbung hat sich ausgezahlt und wird zukünftig häufiger eingesetzt. Das praktische Machen unterstützt der MakerSpace-Zollstock. Kamera-Abdeckungen, so genannte „Webcam-Cover“, verbinden intelligente Werbung mit Sensibilisierung für Datenschutz/Datensicherheit.

Fazit: MakerSpace macht Potenzial der Stadtbibliothek bei Bürgern, Institutionen und Politik sichtbar

Das Projekt-Ziel wurde trotz erschwerter Bedingungen erreicht. Nicht nur haben Bibliothekskundinnen die Stadtbibliothek neu entdeckt – es konnten auch neue Personen und Gruppen für die Bibliothek und das Thema Digitalisierung gewonnen werden. Das Projekt inspiriert sogar Menschen für digitale Bildung, die vormals gar kein Interesse daran hatten. Die Stadtbibliothek hat ihr Potenzial zu niedrigschwelliger, professioneller Vermittlung von Medienkompetenz und digitaler Bildung für die Stadtgesellschaft und die Bildungsinstitutionen der Stadt sichtbar gemacht. Der MakerSpace lädt sowohl zum Ausprobieren und Selbermachen ein als auch zur Vernetzung, da gemeinschaftlich experimentiert wird, Erfahrungen geteilt und Wissen geschaffen wird: explore.create.share. Und das nicht nur in der Bibliothek, sondern mit einem elektro-getriebenen MakerMobil auch in der Stadt. Mit dem DigiHub MediaLab – Makerspace kann die Stadtbibliothek zudem die Digitalisierungsstrategie der Kommune unterstützen, umso wichtiger, als ein „Smart Climate“ nicht einfach zu generieren ist. Daher ist sie auch am Smart City Prozess beteiligt. Das kommt in der Politik nicht nur beim Oberbürgermeister gut an.

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Neuausrichtung der Jugendbücherei Münster: Vom reinen Freizeittreff zum Bildungsort mit Wohlfühlcharakter

2014 wurde es eingerichtet – das JuWel, die junge Welt, die Jugendbücherei der Stadtbücherei Münster. Als Freizeittreff und attraktiver Wohlfühlort für junge Menschen gedacht, war sie eine der ersten Jugendbüchereien in Nordrhein-Westfalen. 2016 wurde das JuWel beim Bibliothekskongress in Leipzig mit dem Zukunftspreis ausgezeichnet. Doch nach sieben Jahren war es an der Zeit, dieses Angebot für junge Menschen auf den Prüfstand zu stellen. Die Entwicklungen sollten analysiert und reflektiert sowie Maßnahmen abgeleitet werden. Was hat gut funktioniert? Was soll in Zukunft anders werden? Die Stadtbibliothek Münster stellt in diesem Beitrag vor, wie sie mit Unterstützung einer externen Beratung die Situation der Jugendbücherei unter verschiedenen Gesichtspunkten analysiert und neu ausgerichtet hat. Das Projekt wurde im Rahmen der Landesförderung vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Das Team der Jugendbibliothek bei der Medienauswahl: Berge von Büchern mussten dort umgeräumt, gereinigt, neu signiert und aussortiert werden. (Copyright: Presseamt Stadt Münster / MünsterView / Witte)

Die Ausgangssituation: Ein Juwel mit Konfliktpotenzial

Die Betonung des Aufenthaltscharakters des JuWels machte im Laufe der Jahre einen Konflikt deutlich: Chillen, gamen, abhängen – dabei ging es durchaus auch laut, provokant und teilweise über griffig gegenüber Mitarbeitenden und anderen Bibliotheksbesucherinnen und -besuchern (besonders Lerngruppen) zu. Die Entwicklung zum offenen Jugendtreff hätte qualifizierte pädagogische Jugendarbeit gefordert und war mit einer halben medienpädagogischen Kraft nur unzureichend besetzt. Medienarbeit konnte daher über die Zeit nur noch im Ansatz stattfinden. Die Dominanz störender Gruppen schreckte andere Gruppen ab, so dass diese zunehmend fernblieben. Es hätte außerdem eigenständige, abgegrenzte Räume in angemessener Größe mit hoher Aufenthaltsqualität sowie neue technische Infrastruktur gebraucht. Die Stadtbücherei Münster ist aber ein durch vier Etagen offenes Haus. Dem Bildungs- und Vermittlungsanspruch konnte nicht mehr in angemessenem Maße Rechnung getragen werden.

Der Strategieprozess: Von der Analyse bis zum neuen Konzept

Mit Unterstützung einer externen Beratung fand ein umfangreicher Strategieprozess statt. Der Prozess untergliederte sich in 4 Workshops:

  • Ortstermin und Workshop: Stärken und Schwächen – Analyse
  • Bibliotheksinterner Workshop: Klärung der programmatischen Ideen
  • Videoworkshop: Varianten einer Lösung
  • Workshop: Fazit und Konzept
Auswertung des Strategieprozesses

Das Ergebnis: Fokus auf weniger Altersklassen und mehr konkrete Bildungsangebote

Waren zuvor die 12 – 20-jährigen angesprochen, fokussiert sich die neue Jugendbibliothek nun auf das Alter der 10 – 14-jährigen Kinder bzw. Jugendlichen.

Das Medienangebot, die Angebote vor Ort und die Veranstaltungsarbeit richten sich zukünftig danach aus. Gamen und chillen stehen nicht mehr im Vordergrund, stattdessen wird der Fokus auch in Anlehnung an das Bibliotheksstärkungsgesetz auf folgende Schwerpunkte gelegt:

  • Politische Bildung (Sachmedien, Veranstaltungen wie Debattierclub …)
  • „Lebenslanges Lernen“ (Digital Literacy, Medien- und Informationskompetenz)
  • Leseförderung und Lesekompetenz
  • Eingebunden werden diese Bereiche durch Formate und Konzepte in die sowohl durch jugendgerechte Chill- und Lernlandschaften als auch technisch aufgewertete Flächen.

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Die Stadtbücherei Münster stellt sich vor:

Münster, kreisfreie Stadt in Nordrhein-Westfalen, hat ca. 310.000 Einwohner. Die Stadtbücherei am Alten Steinweg, fünf Stadtteilbüchereien und ein Bücherbus eröffnen unabhängig von Alter und Herkunft allen Menschen den Zugang zu Wissen, Medien und Informationen. Sie gehören zur Bildungslandschaft der Stadt und tragen zur Lebendigkeit des städtischen Kulturangebots bei.

Weitere Informationen auf der Webseite der Bibliothek:

Kontakt:

Stefanie Dobberke
Andrea Kreuzheck
Stadtbücherei Münster
Alter Steinweg 11
48143 Münster
E-Mail:
DobberkeS[at]stadt-muenster.de
Kreuzheck[at]stadt-muenster.de

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Der Makerspace in der Stadtbibliothek Neuss: Ein Kreativraum zum Nähen, Programmieren, Spielen, Bauen und mehr

Die Entwicklung von Bibliotheken zum „Dritten Ort“ neben dem Zuhause und dem Arbeitsplatz oder der Schule wird immer wichtiger und eröffnet Bibliotheken Chancen, sich auf verschiedene Art und Weise neu zu erfinden, auf veränderte Erwartungshaltungen und Nutzungsgewohnheiten zu reagieren und dabei die eigene Position im kommunalen Gefüge zu stärken. Eine Möglichkeit, die Weiterentwicklung von Bibliotheken zu einem Ort der kulturellen Bildung, der gesellschaftlichen Teilhabe, des Lernens und zu einem generationsübergreifenden Treffpunkt voranzutreiben, besteht in der Einrichtung eines Makerspace. Der vorliegende Beitrag stellt das Konzept „Aufbau eines Makerspace in der Stadtbibliothek Neuss“ vor, das mit Hilfe der Landesförderung umgesetzt wurde.

Vorüberlegungen

Im Jahr 2019 stellte die Stadtbibliothek Neuss erste konkrete Überlegungen zu einer Einrichtung eines Makerspaces an, die als Grundlage für den im gleichen Jahr bei der Bezirksregierung eingereichten Projektantrag dienten. Das Ziel dieses Projekts war es, Menschen generationsübergreifend im neu einzurichtenden Makerspace zusammenzuführen.

Neben der Zieldefinition beinhalteten diese Vorüberlegungen verschiedene Aspekte, u.a. die Installation einer Arbeitsgruppe im Bibliotheksteam, aber auch die Marktsichtung von Medien, Möbeln und technischen Geräten. Besonderes Augenmerk wurde auf die Gespräche mit innerstädtischen Institutionen gelegt, die einerseits für eine mögliche Kooperation geeignet waren, andererseits aber auch im Hinblick auf die interne Weiterentwicklung des Veranstaltungskonzepts berücksichtigt werden mussten. So konnten bereits in der Definitionsphase Vorkehrungen getroffen werden, um zukünftige Überschneidungen zwischen den Veranstaltungen der Stadtbibliothek und beispielsweise den Programmen der VHS Neuss oder anderen Einrichtungen zu vermeiden. Auch wurden mögliche Nutzungsbedingungen beschrieben, die für eine zukünftige Benutzung des Makerspaces berücksichtigt werden müssen, die Themenfelder hinsichtlich des inhaltlichen Aufbaus definiert und geeignete Instrumente und Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit (Massenmails, Social-Media-Kanäle, Pressemitteilungen etc.) aufgeführt.

Abgerundet wurde die Projektbeschreibung mit einer groben zeitlichen Einteilung in Form einer Grafik, in der die Vorüberlegungen sowie die einzelnen Schritte in der ersten bzw. zweiten Hälfte des Jahres 2020 genannt wurden, die nach dem Vorliegen des Zuwendungsbescheides umgesetzt werden sollten. Für die offizielle Eröffnung und Inbetriebnahme des Makerspaces war der Herbst 2020 vorgesehen. Zum Zeitpunkt der Antragsstellung ahnte jedoch noch niemand etwas von den mit der bevorstehenden Corona-Pandemie einhergehenden Auswirkungen auf nahezu alle Lebensbereiche, in deren Folge auch der Aufbau des Makerspaces in der Stadtbibliothek Neuss zum Teil anders verlief, als ursprünglich geplant.

Aufbau des Makerpace

Nachdem die Vorüberlegungen weitestgehend abgeschlossen und der Zuwendungsbescheid erteilt wurde, wurde innerhalb des Bibliotheksteams eine Arbeitsgruppe gebildet, deren Mitglieder als Ansprechpersonen für verschiedene Aspekte rund um den Makerspace fungieren. Ein Mitglied dieser Arbeitsgruppe ist die hauptverantwortliche „Makerspace-Beauftragte“, die für die inhaltliche Ausrichtung des Makerspaces zuständig ist, den Makerspace nach außen aber auch nach innen repräsentiert und die Vorstellungen und Wünsche Interessierter bei der Weiterentwicklung berücksichtigt.

Im Anschluss daran rückte die Bestellung von Medien, technischen Gerätschaften und Möbeln in den Vordergrund. Von Sitzgelegenheiten, Tischen und Aufbewahrungsmöglichkeiten wie Schränken abgesehen, die zur Grundausstattung jedes Makerspaces gehören, waren die bereits angesprochenen Themenfelder bei der Beschaffung einer Vielzahl unterschiedlichster Gegenstände ausschlaggebend, die größtenteils in der zweiten Jahreshälfte 2020 angeschafft wurden.

Jeder dieser angeschafften Gegenstände lässt sich primär einem Themenfeld zuordnen. Bei der Auswahl wurde allerdings auch berücksichtigt, dass der Einsatz in anderen Bereichen möglich oder sogar erwünscht ist.

So wurde im Bereich Technische Angebote und Digitalisierung u.a. eine Digitalisierungsstation erworben und aufgebaut, mit der Interessierte die auf Musik-CDs, Schallplatten und VHS-Kassetten gespeicherten Daten in ein digitales Format konvertieren und so längerfristig sichern. Aber auch 3D-Drucker, die zusätzlich im Do-It-Yourself-Bereich Anwendung finden, sowie Notebooks und Tablets, die im Zusammenhang mit verschiedenen Veranstaltungen im Themenfeld Coding und Programmierung eingesetzt werden, gehörten zu den angeschafften technischen Gegenständen.

Speziell für den Do-It-Yourself-Bereich wurden Nähmaschinen und entsprechendes Zubehör erworben und bereitgestellt, mit denen Interessierte sowohl alleine als auch in Gruppen textile Handarbeiten durchführen. Mittels der verfügbaren UV-Lampen lässt sich spezielles Harz härten, das zur Herstellung von kleineren, farbenfrohen Objekten wie Schlüsselanhängern oder Schmuck geeignet ist. Ferner gehört auch eine Vielzahl an Experimentierkästen dazu, mit denen das Interesse von Kindern und Jugendlichen für den MINT-Bereich geweckt wird. Die beschafften Handschleifmaschinen finden auch im Bereich Urban Gardening Verwendung.

Für den Bereich Serious Games (dt.: Lernspiele) wurde der Fokus auf den Gaming-Aspekt gelegt, bei dem das spielerische Lernen einen zentralen Stellenwert innehat. Geplant war die Anschaffung aktueller Konsolen, VR-Brillen sowie der entsprechenden Spiele und Software, die schließlich in den vom Makerspace räumlich getrennten Gaming-Bereich der Stadtbibliothek Neuss, der „Spielunke“, integriert werden sollte.

Bedauerlicherweise ließ sich dieses Handlungsfeld coronabedingt jedoch nur teilweise realisieren. Einige der Spielekonsolen, etwa die PlayStation 5 und die Xbox Series X, konnten aufgrund von Lieferengpässen nicht erworben werden, sodass ein Änderungsantrag notwendig wurde. Auch konnte der Gaming-Bereich seit Beginn der Corona-Pandemie aufgrund der Hygieneschutzbestimmungen nicht genutzt werden, sodass ursprünglich geplante Veranstaltungen in modifizierter Form im Makerspace selbst durchgeführt wurden.

Im Handlungsfeld Coding und Programmierung steht ebenfalls das Lernen im Vordergrund: Es wurden diverse Lernroboter angeschafft, darunter mehrere Bee-Bots, Wireless Thymios und je ein Klassensatz Ozobot Bit und Ozobot Evo. Kinder, Jugendliche aber auch interessierte Erwachsene erlernen mithilfe dieser Roboter spielerisch die Grundlagen des Programmierens. Einige dieser Modelle können mit den bereitgestellten Notebooks und Tablets verknüpft werden, was weitere Funktionen eröffnet. Ergänzend dazu wurden verschiedene Raspberry Pi-Komponenten erworben, mit denen zusätzlich zum Erwerb von Programmierkenntnissen auch der Umgang mit Hardware erprobt wird.

Die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz genießen im gesellschaftlichen Diskurs aktuell einen besonders hohen Stellenwert und sind nicht zuletzt deshalb auch für Bibliotheken interessant. Infolgedessen wurden im Bereich Urban Gardening Möbelpaletten und Pflanzeinsätze angeschafft, die unter Verwendung der u.a. zum Do-It-Yourself-Bereich gehörigen Werkzeuge von Kindern unter Begleitung bearbeitet und gestaltet wurden und nun als mobile Regalbeete die Bibliothek zieren und gleichzeitig die Funktion von Raumtrennern innehaben.

Stolz präsentieren die Kinder ihr mobiles Regalbeet aus Paletten.

Hinsichtlich der Bibliothek der Dinge wurde ein neues Lektorat, „Makerspace“ geschaffen und in das Bibliothekssystem der Stadtbibliothek Neuss integriert. Damit einhergehend wurden diverse (technische) Gegenstände inventarisiert, deren Anschaffung für den Einzelnen aus verschiedenen Gründen eher nicht geeignet sind und die nun von Interessierten in der Stadtbibliothek entliehen werden.

Veranstaltungen im Makerspace

Die im Projektantrag skizzierte Zeitschiene sah eine offizielle Eröffnung des Makerspaces im Herbst 2020 vor, allerdings führten mehrere, auch mehrmonatige Schließungen der Bibliothek und die damit verbundene pandemiebedingte Umstrukturierung des Dienstleistungsspektrums hin zu überwiegend digitalen Ausprägungen zu einer allgemeinen Verzögerung des Zeitplans. Zwar erfolgte der Aufbau der Themenfelder im Jahr 2020, jedoch konnten die ersten Veranstaltungen erst im Frühjahr 2021 durchgeführt werden.

Zur Nacht der Bibliotheken am 19. März 2021 wurde der Makerspace erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. Da zu diesem Zeitpunkt ein Publikumsverkehr innerhalb der Bibliothek coronabedingt nicht möglich war, wurden einige Tutorial-Videos im Makerspace aufgezeichnet, um die verschiedenen Veranstaltungsformate, die in vergleichbarer Form im weiteren Verlauf des Jahres auch vor Ort realisiert wurden, vorzustellen. Diese Videos sind über den YouTube-Kanal der Stadtbibliothek Neuss abrufbar.[2] Einige der in den Videos dargestellten Personen konnten direkt als ehrenamtlich Interessierte für den Makerspace gewonnen werden.

Im weiteren Verlauf des Jahres wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Veranstaltungen im Makerspace durchgeführt. Unter Begleitung einer Werbekampagne, die über die Social-Media-Kanäle der Bibliothek, über Pressemitteilungen, Massenmails und über Aushänge an die Öffentlichkeit kommuniziert wurde, erfolgte die offizielle Eröffnung des Makerspaces im Herbst 2021. Zum Tag der Eröffnung wurden im Rahmen mehrerer Familienveranstaltungen und mit tatkräftiger ehrenamtlicher Mithilfe u.a. Schnuffelkissen für Tiere genäht, die 3D-Drucker vorgestellt, Lernroboter programmiert und das Wissen zum Bau einer eigenen Spielekonsole mittels Klemmbausteinen und Raspberry Pi-Komponenten vermittelt.

Die nachfolgenden Bilder gewähren einen Einblick in die bisher im Makerspace durchgeführten Veranstaltungen.

Schlussbetrachtung und Ausblick

Der ursprüngliche Zeitplan eine Eröffnung des Makerspaces im Herbst 2020 vor, was coronabedingt jedoch nicht realisiert werden konnte. Tatsächlich verschob sich die geplante Eröffnung um ein Jahr, sodass der Makerspace schließlich im Herbst 2021 offiziell eröffnet wurde. Die Inbetriebnahme hingegen konnte bereits ab dem Frühjahr 2021 erfolgen, zunächst wohl zuerst in einer digitalen Variante, im weiteren Verlauf des Jahres wurde jedoch die Durchführung von Veranstaltungen vor Ort endlich möglich.

Obschon die Nutzungszahlen von Veranstaltungsangeboten in der Corona-Pandemie bei allen Kultureinrichtungen generell spürbar zurückgingen, lässt sich inzwischen wieder ein leichter Anstieg verzeichnen, der Anlass zu verhaltenem Optimismus gibt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt, ein Jahr nach der ersten Nutzung des Makerspaces, finden mit steigender Tendenz ca. 1/3 aller Veranstaltungen der Stadtbibliothek Neuss im Makerspace statt. Der Makerspace ist somit zu einer tragenden Säule innerhalb des Veranstaltungsspektrums der Stadtbibliothek Neuss geworden und wird von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Familien rege genutzt.

Die Stadtbibliothek Neuss dankt dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen vielmals für die Bereitstellung der finanziellen Mittel im Rahmen der Bibliotheksförderung und den Ansprechpersonen der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW für die Beratung und Unterstützung hinsichtlich jeglicher die Förderung betreffender Fragestellungen. Insbesondere möchte sich die Stadtbibliothek Neuss für die Flexibilität unter Berücksichtigung der coronabedingten Umstände und die Bereitschaft zur Verlängerung des Durchführungszeitraumes bedanken, die einen erfolgreichen Abschluss des Projektes „Aufbau eines Makerspaces in der Stadtbibliothek Neuss“ erst ermöglichten.

Ansprechpartnerin:
Claudia Büchel (M.LIS)
Bibliotheksleitung
Stadtbibliothek Neuss
Neumarkt 10
41460 Neuss
Telefon: 02131 90-4200
Telefax: 02131 90-2471

www.stadtbibliothek-neuss.de

www.onleihe.de/neuss

de.wikipedia.org/wiki/Stadtbibliothek_Neuss

www.facebook.com/bibneuss

www.instagram.com/stadtbibliothekneuss/

www.twitter.com/stbneusswww.youtube.com/user/StadtbibliothekNeuss


[1] Das Urheberrecht aller Bilder liegt bei der Stadtbibliothek Neuss. Eine Weiterverwendung nach der Lizenz CC BY-SA 4.0 ist möglich.

[2] Vgl. https://www.youtube.com/channel/UCRnPHh50FG2WqGABNvjjQLA

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Bücherei Balve: Neues digital gestütztes Angebot verbindet Medienkompetenz mit Leseförderung

Zu den Aufgaben von Bibliotheken gehören die Schulung der Recherchefähigkeit, der Medien- und Informationskompetenz aller Altersgruppen sowie die Unterstützung der Kindertagesstätten und Schulen bei der Leseförderung. Unter dem Motto „Bücher machen schlau, Handys doof? Genial ist doch, wer beides nutzt!“ hat das Balver Büchereiteam dazu 14 Angebote entwickelt, die Schulen und Kitas ermutigen, neue und klassische Medien zu kombinieren. Das Projekt wurde im Rahmen der Landesförderung durch die Finanzierung von Tablet-PCs vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt.

Mit erheblicher Verzögerung durch Corona, aber tollen Ergebnissen und Rückmeldungen ist das Landesprojekt „Leseförderung trifft Medienkompetenz“ an der Öffentlichen Bücherei Balve gestartet. Die bestellten Tablets trafen leider erst im Frühjahr 2021 ein, da der Anbieter Lieferschwierigkeiten bei den Geräten hatte. Als die Geräte dann kamen, war Deutschland im Lockdown, und bis Ende Mai 2021 war der Betrieb der Öffentlichen Bücherei Balve bis auf die kontaktlose Medienausgabe eingestellt. Dennoch gingen im Juni Einladungen an die Schulklassen, an dem neuen Tablet-gestützten Führungsprogramm teilzunehmen, so dass im gleichen Monat erstmals drei zweite Klassen in der Balver Bücherei an eine der neuen Bibliotheksführungen teilnehmen konnten.

Dank der Landesförderung konnte das Team der Bücherei das gesamte Programm für Schüler und Kita-Kids neu aufstellen. Schulen und Kitas können nun aus 14 Angeboten auswählen – die Themen gehen von Harry Potter über eine Zukunftswerkstatt bis zu Astrid Lindgren.

Ein Angebot ist zum Beispiel „Märchen im Schuhkarton“. Hier wird zunächst ein Märchen vorgelesen. Danach bekommen die Kinder den Auftrag einen Rapunzel-Turm aus Pappe zu basteln. Anschließend fotografieren die Kinder ihr Kunstwerk mit dem Tablet und bearbeiten es mit der App „PicsArt“. In der abschließenden Erzählrunde präsentieren alle ihre Ergebnisse.

Aufgabe der Schüler war es dabei, die Tablets in Gruppen mit bis zu drei Kindern sicher zu bedienen, die Bearbeitung von Fotos zu planen und spielerisch die möglichen Effekte zu erkunden. Dabei erfuhren die Zweitklässler auch, dass Fotos mit Rechten verbunden sind und nicht irgendwelche Fotos verschickt und in den Medien gezeigt werden dürfen. Die Kinder waren so stolz auf ihr Kunstwerk, dass einige noch Wochen später in die Bücherei kamen, um ihren Eltern „ihren“ Rapunzelturm zu zeigen.

Schöner Nebeneffekt: Da die Kinder bei der Führung erstmals auch die Möglichkeit erhielten, sich einen Büchereiausweis ausstellen zu lassen, gab es bereits zum Berichtszeitpunkt 114 Neuanmeldungen (2020 waren es insgesamt 93 Neuanmeldungen). Auch die Teilnahme am Sommer-Lese-Club mit knapp 100 Nutzern in 2020 steigerte sich auf 140 im Sommer 2021 – trotz Corona-Bedingungen.

In den Herbstferien buchte auch die OGS-Betreuung ihr Programm, dieses Mal die „Zukunftswerkstatt Bibliothek“. Die Schüler erhielten ihre Arbeitsaufträge über selbst erstellte Erklär-Videos auf dem Youtube-Kanal der Balver Bücherei. Anschließend programmierten sie den Lego Education Hub, ließen einen Vulkan mit Backpulver sprudeln und eine Wolke mit Haarspray entstehen.

Dank der neuen Geräte ist der Balver Bücherei ein wichtiger Schritt gelungen, um attraktiv und zukunftsfähig zu bleiben. In der Planung ist nun die Erneuerung der bestehenden Bildungspartnerschaften. Darin soll vereinbart werden, dass jedes Grundschulkind die Bücherei im Zuge seiner Laufbahn mindestens zweimal besucht haben soll und jedes Kindergartenkind mindestens einmal. Mit Hilfe der digitalgestützten Führungen soll so auch künftig die Medienkompetenz der Kinder gestärkt und die Bücherei als moderner, lebendiger Ort von Bildungspartnern und Kunden wahrgenommen werden.

Kontakt:

Steffie Friske
Leitung Öffentliche Bücherei Balve
Stadt Balve
Widukindplatz 1
58802 Balve
Telefon 02375/666 • s.friske@balve.dewww.balve.de

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Dormagen: Bibliothek als Ort aktiver und kreativer Umweltbildung

Nachhaltigkeit ist eines der dringlichsten Themen unserer Gesellschaft. Als öffentliche Schlüsselinstitutionen für den Zugang zu Informationen und Bildung können Bibliotheken einen wichtigen Beitrag für das Gelingen der 2030 Agenda leisten und auch selbst zum wichtigen Akteur beim Klima- und Ressourcenschutz werden. Wie man Menschen aller Altersgruppen an sinnvolle und zielgerichtete Nutzung von Ressourcen heranzuführen kann, zeigen die Maßnahmen im Rahmen des Projekts Nachhaltigkeit der Stadtbibliothek Dormagen, das 2021 mit Hilfe der Landesförderung umgesetzt wurde.

Bibliotheken sind bereits nachhaltige Einrichtungen: Information, Wissen und digitale Infrastruktur werden hier langfristig, niederschwellig und konsum-frei für alle Bürger*innen zur Verfügung gestellt und geteilt. Durch den Zugang zu hochwertiger Bildung, Informations- und Kommunikationstechnologien, durch die Bewahrung des Kulturerbes oder die nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden…“.[1] tragen sie jeden Tag zu den 17 Nachhaltigkeitszielen bei.

Darüber hinaus bietet die Stadtbibliothek Dormagen bereits Medientechnik für Bildungseinrichtungen zur Ausleihe an, kooperiert mit verschiedenen Institutionen im Rahmen der Fairtrade-Town Dormagen[3] und beteiligte sich 2019 mit einem umfangreichen Programm am Projekt Weltbaustellen NRW[4], bei dem es darum ging, die 17 UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung u.a. durch die Gestaltung eines Wandbilds bekannter zu machen.


[1] Deutscher Bibliotheksverband: Bibliotheken und Nachhaltigkeit. 2020

[2] https://b-u-b.de/agenda-2030-nachhaltigkeit/

[3] https://dormagen.de/leben-in-dormagen/fairtrade-town-dormagen/

[4] https://dormagen.de/kunst-kultur/weltbaustellen/

Um aber noch stärker zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen und Menschen aller Altersgruppen an sinnvolle und zielgerichtete Nutzung von Ressourcen heranzuführen, hat das Team 2021 das Projekt „Nachhaltige Bibliothek“ mit einer ganzen Reihe von Maßnahmen umgesetzt.

Ausbau des Medienangebotes

Zum Thema Nachhaltigkeit und Ökologie gibt es auf dem Buchmarkt zahlreiche Medien und auch die Nachfrage seitens unserer Kund*innen aller Altersgruppen ist entsprechend hoch. Die Stadtbibliothek Dormagen hat daher ihren Medienbestand zu den Themen Nachhaltigkeit und Ökologie erheblich aktualisiert und erweitert.

Kooperationen mit lokalen Gruppen

In Kooperation mit verschiedenen örtlichen und überörtlichen Akteur*innen (z.B. dem Umweltteam der Stadt Dormagen, dem NABU, dem Eine-Welt-Laden, der Verbraucherzentrale, der Bürgerstiftung Dormagen, dem Repair-Café oder der Biologischen Station im Rhein-Kreis Neuss e.V.) hat die Bibliothek neue Aktions- und Veranstaltungsformate, z.B. Vorträge und Workshops, kulturelle Veranstaltungen oder Mitmach- und Kreativangebote, zum Thema Nachhaltigkeit entwickelt.

Während der Woche der Nachhaltigkeit im September 2021 bot beispielweise eine Imkerin Mitmachaktionen an. Es fand ein Online-Forum zum Thema „Weitergeben statt wegwerfen“ statt. Ein Diplom-Landschaftsökologe der Biologischen Station im Rhein-Kreis Neuss hielt einen Vortrag über die Bedeutung der Artenvielfalt.

Digitale Medien

Die Bibliothek hat ihr Equipment um eine digitale Spiegelreflexkamera sowie zwei iPads ergänzt. Damit kann sie nun vermehrt digitaler Inhalte im Rahmen von Veranstaltungen realisieren.

Refill-Station

Die Bibliothek hat im Lesecafé eine kostenlose Trinkwasserstation eingerichtet („Refill-Station“). Mitgebrachte Flaschen können dort kostenfrei mit Leitungswasser befüllt werden. Dies spart Einwegflaschen und schont die Umwelt.

Nachhaltige Bibliotheksverwaltung

Im Rahmen zweier Fortbildungen wurden auch die Bibliotheksmitarbeiter*innen noch stärker für das Thema sensibilisiert mit dem Ziel in der Bibliotheksverwaltung verstärkt auf den Einsatz nachhaltiger Materialien wie z.B. Stofftaschen, Folien, Recyclingpapier, Toner oder Quittungsbelege zu achten und den Energieverbrauch der Bibliothek z.B. durch energiesparendes Heizen, Umstellung auf LED-Beleuchtung, regelmäßiges Abschalten nicht verwendeter Geräte und Lampen sowie die Beschaffung energiesparender Geräte herabzusetzen.

Bienenfutterautomat und Pflanztröge

Im Rahmen einer Kooperation mit dem Umweltteam der Stadt Dormagen hat die Bibliothek auf der Terrasse der Bibliothek einen so genannten „Bienenfutterautomat“ angebracht, der aus einem alten Kaugummiautomaten hergestellt wurde.

An dem Automaten können für 50 Cent Krokusse oder regionales Saatgut gekauft werden. Die Aussaat bzw. Pflanzung soll das Angebot an lebensnotwendigen Futterpflanzen für Wild- und Honigbienen sowie Insekten in Dormagens Gärten erhöhen. Eine Rückgabe der Kapseln ist über einen angebrachten Sammelbehälter möglich. Ein entsprechendes Schild erläutert detailliert die Bedienung des Automaten und gibt hilfreiche Hinweise zum Ausbringen bzw. Setzen.

An diesem ehemaligen Kaugummiautomaten kann man nun Saatgut ziehen.

Die Bürgerstiftung Dormagen hat zudem auf dem Marktplatz vor der Bibliothek mehrere bienenfreundliche Pflanztröge aufgestellt, die von Freiwilligen regelmäßig gegossen und gepflegt werden.

Hochbeet mit bienenfreundlichen Pflanzen

Fazit: Ein Projekt mit nachhaltigem Erfolg

Die Realisierung des Projektes, vor allem im Veranstaltungsbereich, war wegen der Corona-Pandemie nicht immer einfach. Viele der geplanten Elemente mussten neu geplant und in deutlich anderem Rahmen umgesetzt werden. Der Aufwand hat sich gelohnt. Die Bibliothek Dormagen konnte mit den Maßnahmen neue Kundinnen und Kunden sowie Kooperationspartner gewinnen und die Zusammenarbeit mit den bisherigen Partnern intensivieren.

Die im Rahmen des Projekts angeschafften Medien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden sehr gut nachgefragt. Auch die Reaktionen auf die neuen eher ungewöhnlichen Angebote wie den Bienenfutterautomaten oder die Pflanztröge sind sehr positiv.

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Werne: Leseförderung mit digitalen Medien

Kinder und Jugendliche wachsen heute ganz selbstverständlich mit elektronischen Medien auf. Dies bedeutet für die Leseförderung in der Bibliothek: Digitale Medien müssen die bisherigen Angebote ergänzen und bereichern, um Kinder und Jugendliche zu erreichen. Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt Bibliotheken bei der Umsetzung von Projektideen zur Leseförderung mit digitalen Medien. Die Stadtbücherei Werne konnte dank finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen das Projekt „Leseförderung mit digitalen Medien“ realisieren.

Die Sprach- und Leseförderung ist schon lange eine Kernkompetenz der Stadtbücherei Werne, die sie im Rahmen ihrer 19 Bildungspartnerschaften regelmäßig unter Beweis stellt. Die Aktionen für Kinder und Jugendliche waren allerdings bisher deutlich buchzentriert.

Die positiven Erfahrungen mit dem Einsatz digitaler Medien im SommerLeseClub ermutigte das Büchereiteam, diese verstärkt zur Leseförderung einzusetzen – zunächst nur für Grundschulen. Mittelfristig ist geplant, die medienpädagogische Veranstaltungs- und Vermittlungsarbeit der Bibliothek neu auszurichten – auch im Hinblick auf den Medienkompetenzrahmen NRW. Wichtig ist dem Büchereiteam dabei sowohl der spielerische Umgang mit digitalen Medien als auch die Vermittlung von Wissens- und Informationskompetenz.

Den Schwerpunkt des Projekts „Leseförderung mit digitalen Medien“ bildeten 20 medienpädagogische Workshops für Dritt- und Viertklässler. Die finanzielle Förderung durch das Land NRW ermöglichte der Stadtbücherei Werne die Anschaffung von 20 iPads, geeigneten Apps und mobilen iPad-Koffern sowie eines mobilen interaktiven Displays. Für eine gute WLAN-Verbindung in den Büchereiräumen sorgen fünf Access Points.

Stolz präsentieren die Kinder ihr erstes E-Book.


Aufgrund der Bestimmungen der jeweils geltenden Corona-Schutzverordnungen mussten die Termine mit den Grundschulen mehrmals verschoben werden. Letztendlich führte dies zu einer Verlängerung des Projekt-Durchführungszeitraums. In den Workshops arbeiteten die Schülerinnen und Schüler mit der App „Book Creator“: Mädchen und Jungen lernten, wie sie ein eigenes E-Book erstellen und neben Texten auch Fotos, gemalte Bilder, Audiodateien oder Videos einfügen können. Die Inhalte der Workshops vermittelten Kompetenzen des Moduls 4 „Produzieren und Präsentieren“ des Medienkompetenzrahmens NRW.

Mit der App BookCreator lassen sich elektronische Bücher zu verschiedensten Themen erstellen. Einbinden können Sie Texte, Bilder, Töne Videos und Links zu Internetseiten.

Eine Fortbildung zur Durchführung kreativer Projekte mit digitalen Medien für das Büchereiteam bildete den Abschluss des Förderprojekts.

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Keiner sieht uns – digitale Medien in der Öffentlichen Bibliothek

Bibliotheken geben mittlerweile einen großen Teil ihres Medienbudgets für digitale Medien aus. Die Nutzung von Printmedien, insbesondere von Sachbüchern, nimmt immer weiter ab. Suchen Sie einen Geheimtipp, wie man ein für alle Mal auf die digitalen Angebote der Bibliothek aufmerksam machen kann? Wir auch! Aber den gibt es wohl nicht – stattdessen viele kleine Maßnahmen, die man möglichst alle nutzen sollte. Hier stellen wir Ideen vor, die wir in der Stadtbibliothek Euskirchen umsetzen:

1. Dranbleiben
Die Sichtbarmachung der digitalen Angebote ist nicht irgendwann erledigt. Sie ist ein dauerhafter Prozess.

2. Im Team fängt es an
Wenn wir möchten, dass unsere Besucher*innen unsere digitalen Medien und Informationsangebote nutzen, müssen wir sie zunächst selbst kennen, ausprobieren und am besten im Arbeitsalltag nutzen. Und das bezieht sich auf das ganze Team und nicht nur auf ein paar Spezialist*innen. Zumindest die grundlegenden Funktionen sollte jede*r Beschäftigte so gut kennen wie den Weg zu bestimmten Regalen oder den Umgang mit Signaturen. Das kann man auch von allen erwarten. Wie schafft man das? Neue Angebote sollten grundsätzlich ausführlich im Team vorgestellt werden. Es muss immer wieder ausdrücklich Zeit zum Ausprobieren eingeräumt werden. Man kann regelmäßig Übungsaufgaben stellen, kleine Inputs in Teambesprechungen geben oder richtige Teamschulungen anberaumen. Dazu benötigt man oft gar keine externen Referent*innen, sondern führt sie als kollegiale Weiterbildung mit dem im Team vorhandenen Expertenwissen durch.

3. Persönliche Ansprache
Im persönlichen Kontakt mit den Nutzer*innen kann man an verschiedenen Stellen auf die digitalen Angebote der Bibliothek hinweisen. Sie sollten beispielsweise obligatorischer Teil eines jeden Anmeldegesprächs sein. Man kann einzelne digitale Angebote aber auch bei Fragen nach bestimmten Büchern oder Inhalten immer wieder ins Spiel bringen. Die persönliche Ansprache ist eine der effektivsten Maßnahmen.

4. Im Raum
Glücklicherweise benötigen wir keine Regalfläche für die digitalen Medien und Informationen. Dadurch sind sie aber eben oft auch weniger präsent. Zur Sichtbarmachung können Ausstattungsgegenstände sehr beitragen. Wir haben uns beispielsweise für schicke Lese-Tablets an Sesseln und auf Tischen entschieden, auf denen die Angebote direkt auf der Startseite einfach anklickbar sind. Große Touch-Tables oder Bildschirme – gerne in Verbindung mit den OPACs – stellen die digitalen Angebote übersichtlich dar. An geeigneten Stellen stehen bunte Schilder im Regal, die auf die digitale Entsprechung zu den Büchern oder Medien hinweisen.

5. Online auffindbar machen
Wie lange muss man auf der Bibliotheks-Webseite suchen, bis man einen Überblick über alle digitalen Medien- und Informationsangebote findet? Meist muss man sich erst gezielt durch eine Menüstruktur klicken. Zufällig stößt kaum jemand darauf.
Warum nicht auch über den Kanal gehen, den alle Recherchierenden in jedem Fall nutzen – den WebOPAC? Hier gibt es sogar zwei Möglichkeiten: In Euskirchen haben wir Logos und Links zu allen digitalen Angeboten direkt unter dem Suchfeld auf der Startseite des OPACs aufgelistet. Außerdem werden bei der Suche nach bestimmten Themen oder Titeln auch digitale Angebote in der Trefferliste angezeigt. Wo das nicht per Fremddatenübernahme oder direkte Einbindung geht, kann man auch manuell Katalogisate erstellen, z.B. gängige Zeitschriftentitel (mit Cover) mit einem Hinweis auf PressReader einfügen.

Auf der Startseite des Online-Katalogs der Stadtbibliothek Euskirchen finden die Kunden Links und Logos zu allen digitalen Angeboten.

6. Klassische Werbemittel

Ein Gesamtflyer, der als Überblick erste Infos über alle digitalen Medien- und Informationsangebote gibt und mindestens bei jeder Anmeldung ausgehändigt wird, sollte selbstverständlich sein. Dieser kann durch ausführliche Erklär-Flyer zu den einzelnen Angeboten ergänzt werden. Über die (digitalen) Bilderrahmen in der Bibliothek, auf denen hauptsächlich für Veranstaltungen geworben wird, können immer wieder einzelne digitale Informationsangebote gezielt hervorgehoben werden. Je nach Platz und Anlass können auch Banner für die nötige Aufmerksamkeit sorgen. Warum nicht regelmäßig wechselnd?

7. Social Media
Über die verschiedenen Social Media Kanäle kann und sollte man auf unterschiedliche Art und Weise immer wieder auf die digitalen Angebote aufmerksam machen: Anlass-bezogene Blogartikel zur Werbung und Erklärung, Tutorials und How-To-Filmchen, Bewerbung einzelner digitaler Medien bei Facebook oder Instagram – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Über den Newsletter, die Webseite und Facebook wird außerdem für die unten genannten Veranstaltungen und neu eingeführte Angebote geworben.

8. Veranstaltungen
Nach Veranstaltungen rund um das Thema digitale Medienangebote ist jedes Mal ein deutlicher Anstieg bei der Nutzung zu verzeichnen. Bei den Einführungen in die Facharbeitsrecherche werden insbesondere Online-Lexika und Datenbanken wie Brockhaus, Munzinger oder DigiBib erläutert. Die Lexika können auch gut mit jüngeren Schülern, z.B. bei Fake News-Rallyes, genutzt werden. Die Kinderversion des Brockhaus eignet sich beispielsweise hervorragend zur Arbeit mit Grundschulen. Bei unseren monatlichen digitalen (Senioren-)Stammtischen stellen wir immer mal wieder Onleihe/Overdrive u. ä. vor. Insbesondere Angebote wie PressReader kommen hier sehr gut an.

Aber auch das Datenbankangebot ruft großes Interesse hervor, ist es doch den meisten Erwachsenen gänzlich unbekannt. Solche speziellen Veranstaltungen werden ergänzt durch eine wöchentliche offene digitale Beratungsstunde (die im besten Fall auch sichtbar im Raum ist und aktiv auf Besucher*innen) zugeht und individuelle spontane Beratungen von Bibliotheksnutzer*innen – persönlich, telefonisch oder per Mail. Damit man dabei einigermaßen kurzfristig reagieren kann und nicht auf die Anwesenheit von „Spezialistinnen“ warten muss, ist die Einbindung des gesamten Teams in die grundlegenden Angebote und Funktionen wichtig.

9. Kooperationspartner
Kennen alle in Frage kommenden Schulen die digitalen Informationsangebote, die mit Bibliotheksausweis auch direkt im Klassenzimmer genutzt werden können? Die meisten Schulen haben in der letzten Zeit eine größere Anzahl Tablets erhalten. Hier kann in Absprache mit der Schulverwaltung ein Button oder Link zu den digitalen Angeboten der Stadtbibliothek auf der Startseite installiert werden. Aus verschiedenen Anlässen können die Schul- oder Abteilungsleitungen per Mail über hilfreiche Angebote informiert werden. Und auch im Kontakt mit Lehrkräften ist die persönliche Ansprache bei Besuchen der Bibliothek am effektivsten, um für die digitalen Angebote zu werben. Im besten Fall kann man die Angebote bei einer Lehrerkonferenz gesammelt vorstellen.

Für PressReader mit seinem großen internationalen Magazin-Angebot kann man Organisationen interessieren, die sich für Geflüchtete engagieren. E-Books und E-Audios kann man aufgrund ihrer guten Nutzbarkeit für Mobilitätseingeschränkte oder Sehbehinderte im Beirat für Menschen mit Behinderung oder in Seniorenbroschüren bewerben. Je nach den spezifischen Angeboten der Bibliothek lassen sich hier sicher noch viele Möglichkeiten finden.

10. Und dann das ganze wieder von vorn: Dranbleiben!

Wie wir das in Euskirchen im Einzelnen machen, erläutern wir bei Interesse gerne auch persönlich und freuen uns auch über weitere Tipps und Ideen.
Kontakt: Julia Rittel, jrittel@euskirchen.de, Tel. 02251 65074-51


Weiterführende Links:

https://webopac.euskirchen.de/

https://www.kulturhof.de/bibliothek/buecher-medien-informationen/digitales-medienangebot

https://biblog.kulturhof.de/category/digitale-angebote/

https://www.kulturhof.de/fileadmin/kulturhof/bibiliothek/angebot/BRO_DIN_Lang_Digitale_Angebote_Fin_Neu_Screen.pdf