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Stadtbibliothek Bocholt nach Umbau „Fit für Open Library“

Die Stadtbibliothek Bocholt will sich zu einem „Dritten Ort“ entwickeln. Dazu gehört auch eine Ausweitung der Öffnungszeiten in die Abendstunden und am Wochenende. Dank einer Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW konnte die Stadt Bocholt nun die dafür notwendigen Modernisierungsmaßnahmen umsetzen.

Die umfassenden Renovierungsarbeiten wurden bereits im Herbst 2020 abgeschlossen. Die Stromversorgung wurde komplett erneuert und ein zeitgemäßes Beleuchtungssystem installiert. Mit einer innovativen Medien-Selbstverbucherzone wurde die modernisierte Bahnhofshalle in das neue Bibliothekskonzept integriert. Es empfängt die Kund*innen der Stadtbibliothek mit einer neuen Raumkultur. Neue Technik, moderne Bibliotheksmöblierung und eine übersichtliche Zonierung der einzelnen Bereiche sorgen für eine zusätzliche Aufenthaltsqualität im Eingangsbereich.

Neue Selbstverbucherzone in der alten Bahnhofshalle

Direkt am Eingang, noch in der ehemaligen Bahnhofshalle, befindet sich die neue Selbstverbucherzone. Bei den Selbstverbucherplätzen hat das Team der Stadtbibliothek Bocholt darauf geachtet, dass Kinder und Menschen mit Handicap einen einfachen Zugang sowohl zum Ausleihen als auch zur Rückgabe haben. Dort, wo früher der Thekenbereich war, ist nun eine kleine Leselounge mit bequemen Sesseln. Zwei Rechercheplätze, ein eCircle (digitales Informationssystem der Plattform „muensterload“ mit Touch-Funktion), an dem man auch direkt digitale Buchtitel downloaden kann sowie ein Bezahlautomat, der Bargeld, EC-Karten und Smartphones akzeptiert, runden den Foyerbereich ab. Ein modernes Lichtkonzept, das gemeinsam mit der Gebäudewirtschaft der Stadt Bocholt entwickelt wurde, setzt die Literatur in Szene. Wer nicht selbst verbuchen möchte, dem helfen die Kolleg*innen der Stadtbibliothek an der neu geschaffenen Info-Theke.

Dort, wo früher die Theke stand, befindet sich nun eine gemütliche Lese- und Wartelounge
Dort, wo früher die Theke stand, befindet sich nun eine gemütliche Lese- und Wartelounge.

Mit den Umbaumaßnahmen ist die Bibliothek ihrem Ziel zu einem sogenannten „Dritten Ort“ zu werden, ein Stück nähergekommen. Leider musste die feierliche Wiedereröffnung der Stadtbibliothek Anfang Dezember 2020 aufgrund der der aktuellen Corona-Situation so „klein“ wie möglich gehalten werden. Trotzdem waren die Bibliotheksbenutzer hocherfreut, „ihre“ Stadtbibliothek wieder besuchen zu können und in neuem Glanz erstrahlen zu sehen.

Ein neues Farb- und Lichtkonzept setzt die Literatur-Bestseller und Neuheiten im Eingangsbereich gekonnt in Szene.
Ein neues Farb- und Lichtkonzept setzt die Literatur-Bestseller und Neuheiten im Eingangsbereich der Stadtbibliothek Bocholt gekonnt in Szene.

Digitale Rundgänge zur Eröffnung

Auf einen echten Tag der offenen Tür musste die Stadtbibliothek angesichts des Corona-Lockdowns verzichten. Bei einem Pressetermin präsentierten Erster Stadtrat Thomas Wascki und Melanie Tenhumberg, fachliche Leiterin der Bibliothek, die zuletzt fertiggestellten Umbaumaßnahmen. Zusätzlich zur Berichterstattung in den Printmedien wurden auf den digitalen Kanälen der Stadtbibliothek (Facebook, Instagram, YouTube) alle Interessierten zu digitalen Rundgängen in Form von kurzen Videoclips eingeladen. So war die Stadtbibliothek mit der abgeschlossenen Modernisierungsmaßnahme am eigentlichen Tag der offenen Tür auf allen Kanälen vertreten, was zu vielen Neuanmeldungen geführt hat.

Weitere Umbaumaßnahmen in Planung

Im Jahr 2021 plant die Stadtbibliothek Bocholt die Neugestaltung der Romanabteilung. Die Umstellung des Beleuchtungskonzepts soll auch in diesem Bereich weiter fortgeführt werden, um den Standards nach Klimaneutralität und Nachhaltigkeit gerecht zu werden. Eine zeitgemäße Präsentation der Bestseller, variable Themenpodeste für Buchausstellungen und gemütliche Sitzgelegenheiten zum Schmökern, sollen die Aufenthaltsqualität in dieser Abteilung verbessern. 

Für die folgenden Jahre sind auch inhaltlich Projekte zur schrittweisen Neugestaltung und Modernisierung der gesamten Stadtbibliothek geplant. Digitale Medienprojekte in Kooperation mit der Jungen Uni oder der VHS im Bereich Makerspace sind in der Vorbereitung. Das Hauptziel der Modernisierungsmaßnahmen, im gesamten Haus mehr Aufenthaltsqualität und eine klarere Struktur zu schaffen, soll durch kreative Angebote zur Förderung der Medienkompetenz ergänzt werden. Das Prinzip, durch neue Zonierungen und zeitgemäße Veranstaltungsformate auf die Bedürfnisse unterschiedlicher Benutzergruppen einzugehen und die Stadtbibliothek als einen dritten Ort für alle Bocholter Bürger*innen zu etablieren, soll weiter vorangetrieben werden.

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Praxisangebote aus dem Programm „Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken“

Sechzehn Stadtteilbibliotheken haben sich 2019 in unserem Programm „Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken“ erstmals auf den Weg gemacht, ihr aktuelles Profil zu überprüfen, dies auf die verändernden Rahmenbedingungen neu auszurichten und mit Blick auf die Bedarfe ihres Einzugsgebietes zu schärfen. Als Arbeitshilfe zur Strategieentwicklung diente der vom Team der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entwickelte Funktionsrahmen, der fünf Bibliotheksfunktionen für eine digitale Gesellschaft beschreibt. Mit diesem Instrument ist es allen Teams gelungen, ein einheitliches Verständnis über Aufgaben und Funktion der Zweigestelle herzustellen.

Im Rahmen des Prozesses hat jedes Zweigstellenteam mehrere Angebote zur Erprobung für die anderen Teams zur Verfügung gestellt. Die Teams sollten anhand der Angebote testen, ob die vereinbarten Funktionen und das Profil zur Bibliothek passen. Mit der Zustimmung aller Teilnehmer*innen stellen wir die erarbeiteten Angebote allen Interessierten zur Verfügung. Die Angebote beinhalten eine Verlaufsbeschreibung, die jeweilige Zielgruppe mit Altersangaben, eine Technik- und Materialliste, Zeitangaben und Hinweise über notwendige Kompetenzen zur Durchführung. Viele Beispiele verwenden digitale Medien wie Bee-Bots, Green Screen oder Tablets.

Ort für Wissen und Inspiration


Digitales Kompetenzzentrum

Kultur- und Literaturort


Ort für Inspiration


Kommunaler Begegnungs- und Kommunikationsort

dekoratives Bild
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Stadtbibliothek Siegen führt Online-Registrierung ein

Seit Mitte 2020 können die Kund*innen der Stadtbibliothek Siegen sich online in der Bibliothek registrieren, ihren Bibliotheksausweis verlängern und die damit verbundenen Gebühren online bezahlen. Das Angebot wird gut angenommen, insbesondere während der pandemiebedingten Schließung der Bibliothek. Wie das genau funktioniert, und was dafür im Vorfeld technisch und organisatorisch geklärt und vorbereitet werden musste, stellt Dana Jaschke von der Stadtbibliothek Siegen in diesem Gastbeitrag vor.   

Anmeldung beim Servicekonto.NRW

Wer in der Stadtbibliothek Siegen seinen Bibliotheksausweis verlängern bzw. sich neu anmelden möchte, muss sich einmalig beim Servicekonto.NRW registrieren. Das Servicekonto.NRW ist ein digitales Konto für alle Online-Anwendungen des Landes und der Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Die Anmeldung hat den Vorteil, dass die Daten beim Antrag automatisch ausgefüllt werden. Es gibt zwei Anmeldemöglichkeiten: Ein „normales“ Vertrauensniveau bei Registrierung mit Benutzername, Passwort und einer gültigen E-Mail-Adresse oder ein „hohes“ Vertrauensniveau mit der Online-Ausweisfunktion (eID) des Personalausweise und PIN.

Screenshot vom Onliine-Formular des Servicekonto.NRW

Nach einer erfolgreichen Anmeldung/Registrierung beim Servicekonto.NRW wird man auf das Portal der Stadt Siegen geleitet und kann den kompletten Online-Service nutzen.  

Beim Aufruf des Online-Services „Bibliotheksausweis“ werden zu Beginn die Voraussetzungen, die Gebühren und die Zahlungsarten erläutert.

Screenshot des Online-Services Bibliotheksausweis mit den Voraussetzungen für die Online-Anmeldung

Im nächsten Schritt kann man auswählen, ob man einen Bibliotheksausweis verlängern oder beantragen möchte. Durch die Anmeldung über das Servicekonto.NRW entfällt die Eingabe der Benutzerdaten, da die Daten bereits aus der Anmeldung übernommen worden sind (Eine nachträgliche Bearbeitung ist möglich). Nach Überprüfung auf Richtigkeit führt das System zur nächsten Seite.  Bei der Verlängerung eines Ausweises ist die Angabe der Benutzernummer verpflichtend (bzw. ein Pflichtfeld).

Screenshot vom Anmeldefenster

Dann wählt man die entsprechende Gebühr aus (Erwachsener/ Ermäßigt/Familienkarte oder die kostenfreie Nutzung). Bei der ermäßigten und kostenfreien Variante muss der Nutzer einen Nachweis hochladen, der im Nachhinein manuell überprüft wird. Die Beträge für die verschiedenen existierenden Ausweisformen sind hierbei voreingestellt. Mit einem Häkchen erkennt man die Benutzungs- und Gebührenordnung der Stadtbibliothek Siegen an. Die Benutzungs- und Gebührenordnung ist als PDF mit Link hinterlegt und kann so bequem eingesehen werden.

Screenshot der Folgeseite, auf der die Gebührenübersicht zusammengefasst ist

Auf der Folgeseite wird in der Gebührenübersicht zusammengefasst, in welcher Höhe Gebühren anfallen, bevor man zur Bezahlseite der Stadt Siegen weitergeleitet wird. Nachdem man sich für eine Zahlungsvariante (GiroPay, PayPal) entschieden hat, wird man entsprechend weitergeleitet.

Nach dem Bezahlvorgang wird automatisch eine E-Mail mit dem angehängten Formular an das E-Mail-Postfach der Stadtbibliothek geschickt. Eine Schnittstelle direkt zur Bibliothekssoftware gibt es aktuell nicht. Die weitere Bearbeitung erfolgt manuell durch die Mitarbeiter*innen der Bibliothek. Bei Verlängerungen findet eine Plausibilitätsprüfung in Hinblick auf aktuelle Adress- und Kontaktdaten sowie die Anpassung des Gültigkeitsdatums statt.

Bei einer Neuregistrierung werden die Nutzerdaten im Bibliothekssystem angelegt, das Formular aus dem Serviceportal ausgedruckt und inklusive Benutzerausweis an der Ausleihtheke zur Abholung hinterlegt.

Bei beiden Varianten erhalten die Nutzer nach Fertigstellung eine Bestätigungsmail mit den aktualisierten Daten. Hierfür sind im E-Mail-Programm Textbausteine hinterlegt.

Bei der Neuanmeldung bekommt der Kunde seine Benutzernummer und sein Passwort mitgeteilt, sodass er bereits die digitalen Angebote nutzen kann.

Screenshot der Bestätigungsmail mit den aktualisierten Daten

Wichtige Vorüberlegungen

Bevor die technische Umsetzung gewährleistet werden konnte, mussten im Vorfeld verschiedene Aspekte berücksichtigt werden:

  • Sollen nur Jahresentgelte bezahlt werden oder auch andere Gebühren, wie zum Beispiel Mahngebühren? Wie minimiert man die Fehlerquote durch Falschbeträge, sollte man sich auch für Mahngebühren entscheiden?
  • Welche Nachweise sind bei den verschiedenen Ausweisvarianten vonnöten?
  • Sollen sich auch Personen unter 18 Jahren anmelden können?
  • Sollen sich Personen mit Wohnsitz in ganz Deutschland online anmelden können? Wenn man sich dagegen entscheidet, kann man im Formular die zugelassenen Postleitzahlen einschränken.
  •  Soll der Ausweis in einem bestimmten Zeitrahmen abgeholt werden?  Wenn ja, muss dies möglichst sichtbar kommuniziert werden.
  • Sind die Voraussetzungen zur Berechtigung für einen Ausweis technisch umsetzbar? So ist in der Stadtbibliothek Siegen eine Vorrausetzung für die Familienkarte, dass die erwachsenen Personen, die angemeldet werden sollen, einen gemeinsamen Wohnsitz haben. Wählt man die Familienkarte aus, so kann man weitere Familienmitglieder hinzufügen, bei denen dann die Adressdaten bereits automatisch ausgefüllt sind.
  • Wo könnte es bei einzelnen Formulierungen zu Missverständnissen kommen? Es ist wichtig so präzise wie möglich zu sein, da die Rückerstattung fälschlich gezahlter Beträge aufwändig sein kann.

Die technische Basis

Die Bereitstellung des Serviceportals erfolgt über das Gebietsrechenzentrum Südwestfalen-IT (SIT), welches mit seinem Eigenprodukt citkoPortal auch die technische Basis entwickelt hat.

Der Online-Service (dynamisches Formular) wurde durch die E-Government-Stelle der Stadtverwaltung gemeinsam mit der Stadtbibliothek Siegen entwickelt.

Das Serviceportal bietet eine Anmeldemöglichkeit über das NRW-weit nutzbare „Servicekonto.NRW“. Die integrierte Zahlungsabwicklung (E-Payment) wird durch eine Anbindung an das Finanzverfahren „Infoma newsystem“ und dessen Modul „ePayment-Manager“ ermöglicht. Aktuell können Zahlungen via PayPal und Giropay geleistet werden. Die Zahlungen werden automatisch korrekt kontiert und verbucht, was den Arbeitsaufwand zusätzlich reduziert.

Kontakt:
Dana Jaschke
Stadtbibliothek Siegen
KrönchenCenter/Markt 25
57072 Siegen
Telefon: (0271) 404-3027
E-Mail: d.jaschke@siegen.de
www.siegen.de/stadtbibliothek

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Stadtbibliothek Wuppertal: Vor Ort und digital – Schreibwerkstatt in Corona-Zeiten

 „Weltraum, Wasser und Wunderländer – magische Reisen mit Stift und Papier“ war das Thema der Schreibwerkstatt Ende 2020 der Stadtbibliothek Wuppertal. Ricarda Gärtner schildert in diesem Gastbeitrag, wie die Bibliothek Corona bedingt die Schreibwerkstatt kurzfristig in den digitalen Raum verlegt hat. Fazit: Mit viel Engagement geht Schreibfreude wecken auch online. Unter der Leitung von Kinderbuchautorin Andrea Karimé haben Kinder zwischen neun und zwölf Jahren viel erlebt und tolle Gedichte und Geschichten geschrieben. Gefördert wurde das Projekt vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen von SchreibLand NRW, einer Initiative des Literaturbüros NRW und des Verbandes der Bibliotheken NRW.

Andrea Karimé ist Schriftstellerin, Geschichtenerzählerin und Pädagogin und entwarf ein ansprechendes und dem Zeitgeschehen angepasstes Konzept für die Zielgruppe. Wo Urlaubsreisen in Zeiten von Corona nicht möglich sind, sollten die Kinder doch erleben, wie man auch von zu Hause mit Hilfe von Wörtern verreisen und andere Welten entdecken kann.

Die Vorgaben zum Umfang der Schreibwerkstatt (insgesamt 15 Projektstunden + 1,5 Stunden Abschlussveranstaltung) waren recht eng, so dass wir fünf Termine á drei Zeitstunden im Oktober, November und Dezember planten. Am Ende der Schreibwerkstatt sollte diese mit einer anderthalb stündigen Feier in der Adventszeit bei Kakao und Waffeln abgeschlossen werden.

Da SchreibLand NRW die Honorarkosten für die Autor*innen in der Höhe von 1.200 € übernimmt und kostenlose Werbematerialien in Form von Plakaten und Flyern stellt, hält sich der finanzielle Aufwand für die Bibliothek gering. Einzig die Verpflegung der Kinder während der fünf Workshops und das Catering für die Teilnehmer*innen an der Abschlussveranstaltung sowie Kosten für Bastelmaterialien waren zu kalkulieren.

Die Mindestteilnehmerzahl an der Schreibwerkstatt ist mit sieben Teilnehmer*innen vorgegeben. Pro Teilnehmer*in muss als Förderkriterium für die Schreibwerkstatt eine Teilnehmergebühr in Höhe von 25 € an Schreibland gezahlt werden. Diese kann jedoch auch vom Förderverein übernommen werden. In Wuppertal war durch die Unterstützung der Vereinigung der Freunde der Stadtbibliothek Wuppertal e.V. die Teilnahme für die acht Kinder kostenlos.

Die Schreibwerkstatt wurde über individualisierte Plakate und Flyer von SchreibLand NRW in allen Stadteilbibliotheken, Weiterleitung von Presseinformationen an den Presseverteiler der Stadt sowie die Social-Media-Kanäle der Stadtbibliothek beworben. In den Bibliotheken erfolgte zudem eine persönliche Ansprache von Kindern im Alter zwischen 9 -12 Jahren. Corona bedingt konnten jedoch nur acht Teilnehmer*innen zugelassen werden, so dass einige Interessenten auf eine Warteliste gesetzt wurden.

Die Workshops: Erst vor Ort dann online
Die Schreibwerkstatt war als Präsenzveranstaltung geplant. Ganz kurz vor Beginn wurde jedoch eine neue Corona-Schutzverordnung erlassen, sodass alle Veranstaltungen ab November in den virtuellen Raum verlegt werden mussten. Da Frau Karimé über einen sicheren Zugang bei Microsoft Teams verfügt, haben wir uns für diese Plattform entschieden

Zur Auftaktveranstaltung Ende Oktober konnten wir uns jedoch unter Einhaltung der AHA-Regeln noch persönlich im Bücherschiff treffen und kennenlernen. Frau Karimé hat die Kinder mit ihrer positiven Art, ihrer Spontanität und Erzählfreude sofort begeistert.

Danach ging die Schreibwerkstatt online weiter. Die Kinder waren nach dem ersten Treffen so Feuer und Flamme mit dem Schreiben weiterzumachen, was die beste Voraussetzung dafür war, sich auch online weiter zu treffen. Dies setzte jedoch eine große Bereitschaft und Einsatz bei den Eltern voraus, den Kindern die Teilnahme auch online möglich zu machen. Dazu mussten unter anderen bestimmte technische Voraussetzungen erfüllt werden. So waren ein PC, Laptop, Tablet oder Smartphone mit Lautsprecher, Kamera und Mikrofon sowie eine stabile Internetverbindung, das Herunterladen der Microsoft Teams App und ein regelmäßiger E-Mail-Kontakt für das Versenden der Teilnahmelinks und Hintergrundinformationen sowie für den Austausch von Dateien notwendig.

Die Kinder haben wie selbstverständlich online zusammengearbeitet. Sie waren flexibel und motiviert. Mehr und mehr haben die Kinder die Sitzungen mitgestaltet, deshalb gab es unter anderem Spontanlesungen, kleine Spiele mit Requisiten und es konnten Schreibübungswünsche erfüllt werden. Zwischendurch erhielten die Kinder von der Bibliothek auch Post mit Materialien für eine Collage oder Karteikarten für die Erstellung von Zeichnungen nach Hause. In ihrer Kreativität und Schreibfreude waren die Kinder während der Workshops kaum zu Pausen zu bewegen und in den Workshops sind immer wieder tolle Ergebnisse entstanden.

An der Abschlussveranstaltung im Anschluss an den letzten Workshop nahmen die Kinder mit ihren Familien teil. Dabei trugen die Kinder nacheinander zunächst live die vorab verfassten Gebrauchsanweisungen für ihre Geschichten vor. Frau Karimé zeigte im Anschluss daran die Videos mit Bildern der Kinder und den Tonaufnahmen der. Nach den Videos konnten die Kinder zu ihren Geschichten befragt werden. Dem Wunsch der Kinder entsprechend wurden die Eltern danach mit eingebunden, indem sie live innerhalb von zehn Minuten eine Geschichte zu vorher ausgesuchten Wörtern schrieben und anschließend vorlasen.

Fazit: Schreibfreude wecken funktioniert auch digital
Eine große Herausforderung war der Erlass einer neuen Corona-Schutzverordnung. Zwei Tage vor Beginn war klar, dass ab November alle Termine online durchgeführt werden mussten. Dazu wurden alle Eltern zunächst um ihre Zustimmung gebeten, weil es sich um eine sehr junge Zielgruppe handelte. Hilfreich wäre es gewesen, wenn wir als Bibliothek einen eigenen Zugang zu einer Online-Plattform gehabt hätten, um die virtuellen Workshops selber anlegen und organisieren zu können.

Dank des großen Einsatzes der Autorin und viel Support seitens der Bibliothek war das Projekt auch unter den schwierigen Umständen ein großer Erfolg. Andrea Karimé ist eine wunderbare Autorin, die Ihre Begeisterung für Sprache an die Kinder weitergibt. Mit viel Engagement hat sie sich um jedes Kind gekümmert und sowohl vor Ort als auch digital tolle Workshops und eine wunderbare Abschlusspräsentation gestaltet.

Die Premiere einer digitalen Durchführung war für die Autorin und die Bibliothek jedoch auch sehr arbeits- und zeitintensiv. Durch die gewonnenen Erfahrungen werden kommende Online-Projekte bestimmt einfacher durchzuführen sein. Leider ist eine Schreibwerkstatt im Onlineformat für die Altersgruppe sehr stark von der Initiative sowie von den technischen Voraussetzungen der Eltern. Um auch Kindern aus bildungsschwachen Elternhäusern die Teilnahme möglich zu ermöglichen, müsste noch viel mehr geschehen und die Anforderungen an Zeitumfänge und Ergebnisse flexibel angepasst werden.

Die digitale Dokumentation gestaltete sich zunächst als schwierig, da die Ergebnisse nicht wie sonst direkt vor Ort während der Workshops fotografiert werden konnten. Es kamen aber am Ende dann doch von sechs Kindern Texte und Bilder zusammen. Von vier Kindern liegt die Einwilligungserklärung zur Verwendung vor. Aus deren Bildern und Texten hat Frau Karimé Videos geschnitten, die bei der Abschlussveranstaltung gezeigt wurden und danach auf der Homepage und dem YouTube-Kanal der Bibliothek. Zusätzlich wurde eine DVD mit den Filmen erstellt und den Kindern als Weihnachtsgeschenk mit der Post geschickt.


Die Videos zur Schreibwerkstatt

https://www.youtube.com/watch?v=QGC9secXbcM&feature=youtu.be
https://www.youtube.com/watch?v=8lr-ljk_YgA&feature=youtu.be
https://youtu.be/2kq0rd-x9OU
https://www.youtube.com/watch?v=Ndb9Wf3zvMk&feature=youtu.be

Ansprechpartnerin:
Ricarda Gärtner
Stadtbetrieb Stadtbibliothek
214.6 Zentrale Kinder- und Jugendbibliothek-Bücherschiff
Kolpingstraße 8 
42103 Wuppertal 
E-Mail: ricarda.gaertner(at)stadt.wuppertal.de

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Gastbeitrag Herne: Stadtbibliothek goes digital

Viele Bibliotheken begreifen die Corona-Pandemie als Chance Neues auszuprobieren. Dorothé Schlautmann von der Stadtbibliothek Herne schildert in diesem Beitrag, wie durch viele kreative Ideen und in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur gute digitale Angebote entstanden sind, die auch nach der Pandemie weitergeführt werden können.

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen

(Aristoteles)

Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Jede Krise bringt aber auch Chancen mit sich. Herausforderungen sind eine Gelegenheit, die Segel anders zu setzen.

Die Stadtbibliothek Herne ist eine Großstadtbibliothek mit rund 210.000 Medieneinheiten. Das Bibliothekssystem besteht aus einer Zentralbibliothek, einer großen Bezirksbibliothek sowie der mobilen Junior-Fahrbibliothek.

In Herne sind durch viele kreative Ideen und in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur gute digitale Angebote entstanden, die auch nach der Pandemie weitergeführt werden können. Mit den neuen Inhalten setzt die Bibliothek einen Schwerpunkt im digitalen Bereich. Livestreams, Vorlesevideos und digitale Angebote für Schüler*innen rücken in den Fokus und erweitern das Profil der Bibliothek.

Märchen- und Wissenschafts-Show als Live-Stream auf Twitch

Der Alte Wartesaal im Bahnhof Herne ist ein Veranstaltungsort für junge Kultur. Zentral zwischen einem Schnellrestaurant und Gleis 2 gelegen, finden hier jährlich zahlreiche analoge Kulturveranstaltungen statt. Die Themenpalette reicht von Musik über Literatur bis hin zu Comedy. Zum Glück eignet sich das historische Gebäude mit dem sieben Meter hohen Tonnengewölbe auch exzellent als Streaming-Studio. Wo vor 100 Jahren noch die Bahnreisenden auf ihren Zug warteten, entstand nun eine Show-Kulisse erster Klasse.

Im Rahmen des Sommerleseclubs fand dort zum ersten Mal eine Veranstaltung der Stadtbibliothek im Livestream statt. Eine zauberhafte Märchenstunde in Kombination mit einer Sandmalerei-Show wurde via Livestream übertragen. Interessierte klickten auf einen Link, der am Veranstaltungstag mit Beginn des Events freigegeben wurde.

Die Künstlerin Svetlana Telbukh kreierte zu dem Märchen, das vorgelesen wurde, Motive auf feinstem Sand, der auf einer beleuchteten Glasplatte lag und auf eine Leinwand projiziert wurde. Von einem auf den nächsten Augenblick entstanden so neue Bilder – jedes voller Magie. Die Zuschauer tauchten in ein Spiel von Licht und Schatten und reisten durch die Märchenwelt. Musikalisch begleitet wurde das Event von einer jungen Herner Sängerin.

 Sandmal-Künstlerin Svetlana Telbukh (Copyright Fachbereich Kultur)

Die Veranstaltung ist auch ein schönes Beispiel für eine gut funktionierende interkommunale Kooperation, denn die Stadtbibliotheken Witten und Hattingen haben diese Veranstaltung als Mitglieder der Onleihe Ruhr unterstützt. Sie fand im Rahmen des Sommerleseclubs statt und verzeichnete 640 Aufrufe.

Auch eine Wissenschaftsshow mit dem Autor Aeneas Rooch fand als Live-Stream statt. Er zeigte, dass Physik sehr spannend sein kann. Unter dem Motto „Rubbel die Katz oder wie man Wasser biegt“ ging Rooch den Rätseln des Alltags auf den Grund und stellte Experimente zum Nachmachen vor. Auch dieses Event wurde von jungen Herner Musikern begleitet. Insgesamt 620 Aufrufe wurden bei der Aktion gezählt, die von den Mitarbeiterinnen der Herner Stadtbibliothek moderiert wurde.

Wissenschaftsjournalist Aeneas Rooch  (Copyright Fachbereich Kultur)

Beide Veranstaltungen wurden über die Plattform Twitch gestreamt. Das technische Team des Kulturzentrums Herne unterstützte die Stadtbibliothek dabei sowohl personell als auch durch technisches Equipment.

Vorteile des Livestream-Formats: In Zeiten ohne Pandemie kann neben der Präsenzveranstaltung zusätzlich auch eine digitale Übertragung angeboten werden. Das führt zu einer größeren Anzahl an Zuschauern, da auf diese Weise auch Menschen erreicht werden, die an Präsenzveranstaltungen nicht teilnehmen können. Darüber hinaus sind Flexibilität und örtliche Unabhängigkeit gewährleistet. Eine Interaktion ist via Chat möglich. Zudem kann das Event auch später noch online besucht werden. Ein großer Nachteil des Livestream-Formats ist allerdings, dass die besondere Atmosphäre einer Vor-Ort-Lesung im Stream verloren geht.

Eine Kombination aus Livestream mit Live-Veranstaltung wäre das ideale Veranstaltungsformat. Dies wird aus finanziellen Gründen nicht immer möglich sein, da technisches Equipment und auch zusätzliches Personal kostenintensiv sind. Hier bietet sich eine interkommunale Kooperation an.

Zukünftig werden mittels eines bibliothekseigenen YouTube-Kanals regelmäßige Livestream-Aktionen stattfinden.

Digitale Bibliothekseinführungen als Comic, Rally oder Tutorial

Da Pandemiezeiten keine Bibliothekseinführungen stattfinden können, hat eine Arbeitsgruppe der Stadtbibliothek Herne kreative und zielgruppengerechte Angebote für verschiedene Klassenstufen und Schulformen entwickelt. Die Planungsgrundlage war eine Edkimo-Umfrage bei den Herner Schulen.

Mit Bibliothekscomics, lustigen Bibliotheksrallyes, einem Katalog-Tutorial und Arbeitshilfen für die Oberstufe werden verschiedene Zielgruppen angesprochen. Darüber hinaus ergänzen ausleihbare Robotik-Themenkisten (Bee Bot, Blue Bot, Ozobot, Thymio) das Medienangebot.

Die Maskottchen Herni und Wannda nehmen Grundschulkinder mit auf eine lustige Reise durch die Stadtbibliothek. In Comicform werden Fragen rund um Ausleihe und Katalog beantwortet. 157 Zugriffe im Januar 2021 zeigen, dass die Bibliothekscomics bei der Zielgruppe gut ankommen.
(Foto: Copyright Stadtbibliothek Herne)


Als weiteres Angebot hat die Bibliothek eigene Apps zur spielerischen Bibliothekseinführung auf Basis von Learning-Apps entwickelt. Schüler*innen können mittels der Learning Apps auch eigene Parcours rund um die Bibliothek erstellen.

Aufgaben und Arbeitsblätter zur Nutzung des Munzinger Archivs und zum Zitieren von wissenschaftlichen Quellen richten sich an Schüler*innen der Oberstufe. Für die Klassenstufen 7 und 8 hat das Team ein Tutorial zum Katalog erstellt.

Diese digitalenTools werden Klassenführungen vor Ort nicht ersetzen, bieten aber dennoch einen zusätzlichen Service und sind eine gut funktionierende Alternative in Zeiten des Lockdowns.

Link zum Online-Angebot:

https://www.herne.de/Kultur-und-Freizeit/Kulturelle-Bildung/Stadtbibliothek/Digitale-Bibliothekseinf%C3%BChrung/

Das digitale Angebot wird kontinuierlich weiterentwickelt. Zukünftig berichten die Bibliotheksmaskottchen monatlich aus dem Bibliotheksalltag. Für Kindergartenkinder werden regelmäßig Ausmalbilder und Bilderrätsel auf die Website gestellt. Auch Video-Tutorials für Schulklassen sind geplant. Die Herner Schulen werden in die Weiterentwicklung mit einbezogen. Über Pressemitteilungen, Informationen für die Schulen und Social Media werden die Angebote dann im Frühjahr beworben.

Digitale Vorleseaktionen für Kinder

Zum Auftakt fand in Kooperation mit dem Deutschen Städtetag eine digitale Vorleseaktion zum bundesweiten Vorlesetag statt. Unter dem Motto „Bürgermeisterinnen und Bürgermeister lesen vor“ haben zwei Herner Bürgermeisterinnen für Kinder gelesen. Die Videos waren auf der Bibliotheks-Website und auf der Website des Deutschen Städtetages zu sehen.

Die Vorlesevideos werden jeweils im Vormonat für den Folgemonat produziert. Zielgruppen sind parallel zu den monatlichen analogen Angeboten Kinder ab 3 Jahren und ab 6 Jahren.

Im Januar 2021 wurde zum Beispiel jede Woche ein Abschnitt aus dem Buch „Der kleine Prinz“ auf der Website veröffentlicht. Die Vorleseaktion hatte im Januar 443 Zugriffe.
(Foto: Copyright StB Herne)


Im Dezember letzten Jahres haben Vorlesepaten an drei Adventswochenenden weihnachtliche Geschichten gelesen, die ein Herner Musiker mit Liedern begleitet hat. Insgesamt konnten für das weihnachtliche Vorlesen 778 Aufrufe verzeichnet werden – wohl auch Dank des Wiedererkennungswerts der Vorlesepaten.

Demnächst dürfen sich die kleinen Zuhörer*innen auf einen Hund freuen, der in die Vorleseaktion einbezogen wird. Dadurch werden sowohl die Kinder als auch die Vorleser noch mehr Spaß an der Aktion haben.

Offen ist noch, ob zukünftig Online-Lesungen neben den Vorleseaktionen vor Ort weitergeführt werden können.

Mit den digitalen Angeboten hat das Herner Team neue Wege ausprobiert, um ihren Kund*innen weiterhin einen umfassenden Service zu bieten, präsent zu bleiben und in Pandemiezeiten eine kulturelle Teilhabe zu sichern. Auch wenn digitale Formate nicht das analoge Kulturleben ersetzen, ergeben sich daraus Zukunftschancen.

Ansprechpartnerin:
Dorothé Schlautmann
Stadtbibliothek Herne
Tel. 02323 – 162793
dorothe.schlautmann@herne.de     

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„Neue“ Zentralbibliothek Paderborn überzeugt mit raumübergreifendem Konzept aus Lernraum, Treffpunkt und Inspiration

Im Zuge der Sanierung und Modernisierung des Gebäudes und der Ausstattung haben Stadt und Bibliothek in Paderborn die Chance genutzt, das Konzept der Zentralbibliothek funktional und gestalterisch optimal für heutige und künftige Nutzerbedürfnisse umzusetzen. Das Ergebnis überzeugt: Die raumübergreifenden Angebote Lernraum, Treffpunkt und Inspiration finden sich in der gesamten Umsetzung wieder. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken unterstützt. Einige Highlights der fast neuen Zentralbibliothek stellt dieser Bericht vor.

Die Zentralbibliothek Paderborn ist ein stark frequentierter Magnet am Rande der Innenstadt. Mit über 300.000 Besuchern ist die Bibliothek die meist genutzte Bildungseinrichtung Paderborns. 1976 wurde sie für Paderborn in der alten Domdechanei (erbaut 1676) konzipiert und realisiert und 1977 eröffnet. Das Gebäude ist unter Denkmalschutz gestellt und wunderschön gelegen, in einem historischen Umfeld, umgeben von Wasser. Ein kleiner Park, der Geißelsche Garten, führt zum Gebäude hin. Das Gebäude selber war allerdings dringend sanierungsbedürftig, die technische Ausstattung und das Mobiliar größtenteils veraltet, die Publikumsflächen in der jetzigen Gestaltung nicht optimal ausgenutzt.

Der Umbau in einem denkmalgeschützten Gebäude ist eine riesige Herausforderung. Diese Erfahrung hat auch die Stadtbibliothek Paderborn gemacht. Geschlossen werden sollte die Zentralbibliothek eigentlich nur von Ende Oktober 2019 bis Ende des Jahres. Leider wurden in dem Gebäude wesentlich mehr Schadstoffe gefunden, die umfangreich beseitigt werden mussten. Da sich die Sanierung der Bibliothek dadurch zeitlich sehr verzögert hat, wurde kurzfristig ein kleines Übergangsquartier in der Innenstadt aufgebaut. Allerdings konnten dort nur 100qm mit Medien bestückt werden. Nach Fertigstellung der Zentralbibliothek kam dann die Corona-Pandemie – so mussten unsere Kunden noch länger auf die neugestaltete Bibliothek warten.

Kreativetage mit Fokus auf Aufenthalt, Kommunikation und Interaktion
Nach dem Umbau bietet der Bereich #Be Inspired in der Zentralbibliothek, zusammen mit dem Bestand und den Angeboten aus Freizeit & Hobby, den Schwerpunkt für inspirierende und kreative Angebote in der Bibliothek. Ergänzend dazu gibt es technische Geräte, die vor dem Umbau in der gesamten Bibliothek verteilt waren.

Im Zuge der Neugestaltung der Zentralbibliothek ist nun eine Kreativetage geschaffen worden, die als zentrale Interaktionsfläche der Zentralbibliothek dient. Der Fokus liegt auf Aufenthalt, Kommunikation und Interaktion. Farbenfroh gestaltet hebt sich dieser Bereich vom Rest der Bibliothek ab. Platz ist geschaffen worden für Workshops und die tägliche Nutzung von technischen Angeboten wie 3D-Druck, HP-Sprout oder E-Piano.

Mehr Raum für Gaming
Auch Gaming spielt in der Zentralbibliothek nun eine größere Rolle. Hochwertige Gaming-PCs, VR-Angebote und analoge Spiele laden zum gemeinschaftlichen Spielen ein. Kooperationen mit den Jugendzentren vor Ort runden das Angebot ab.

Refill-Station und Fairverteiler fördern nachhaltigen Konsum
Viele Bereiche der Bibliothek haben ein eigenes Gesicht bekommen. So hat der Bereich Kochen und Backen nun den Charakter eines Speisezimmers. Neu ist auch die digitale Präsentation von Rezeptideen und Tipps zum nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln. An der Refill-Station können Kunden ihre eigenen Flaschen mit frischem Wasser auffüllen. Auch der Fairverteiler fördert nachhaltigen Konsum: Hier können Paderborner nicht mehr benötigte Lebensmittel anderen Paderbornern zur Verfügung stellen.

Flugsimulator: Analoges Training im virtuellen Umfeld
Im Bereich Körper & Geist gab es bisher nur das Angebot Medien aus den Bereichen Pädagogik, Psychologie, Philosophie und Medizin auszuleihen. Hinzugekommen sind nun Medien aus dem Bereich Sport und auch aktive Elemente wie Trimmräder, mit denen Bewegung während des Lesens oder Lernens möglich ist.

Die Medienpräsentation ist in den Hintergrund gerückt – wichtiger war hier die Gestaltung eines aktiven Bewegungsbereiches, auch durch den Einsatz eines Icaros-Aktiv-Gerätes. Bei dem Icaros handelt es sich um ein Fluggerät aus Metall und Aluminium. Das Gestell, i liegt, ist auf zwei Achsen beweglich: Grundsätzlich lässt sich so durch Gewichtsverlagerungen die Position in ein Virtual-Reality-Spiel übertragen. Analoges Training wird hier im virtuellen Umfeld angeboten. Als Kontrapunkt im Bereich Sport & Gesundheit hat die Stadtbibliothek einen Raum für Entspannung, Muße und Meditation geschaffen.

Lernraum Bibliothek mit mehr Arbeitsplätzen auch für Gruppen
In der Zentralbibliothek Paderborn gibt es ein Lerncafé, das ungezwungenes Lernen in Gemeinschaft erlaubt. Große Tische laden zum Lernen ein. Von den Kunden ist aber immer wieder gewünscht worden, dass weitere Arbeitsplätze angeboten werden, bei denen Lernen in Gruppen oder in Ruhe möglich ist. Daher gibt es nun Lernkabinen, mehr Lernarbeitsplätze (25) und ein treppenförmiges Möbelstück, auf dem Schulklassen sitzen und etwas über die Recherche in Datenbänken erfahren können.

Hinzugekommen ist auch ein Whiteboard-Raum, der kreatives Denken und Arbeiten in der Gruppe ermöglicht. Medien aus den klassischen Schulbereichen Naturwissenschaften, Sprache und Literatur ergänzen diesen Bereich.

Digitales Leit- und Orientierungssystem sorgt für Orientierung und Information
Die Wegeführung ist mit dem Umbau so gestaltet, dass die Kunden das doch recht unübersichtliche Gebäude problemlos erkunden können. Ein digitales Leit- und Orientierungssystem sorgt nun nicht nur für Orientierung, sondern dient auch als Informationssystem, um aktuelle Informationen (beispielsweise Hinweise zu Corona-Hygiene-Bestimmungen) optisch ansprechend zu präsentieren.

Fazit: Mit wenig Geld das Optimum erreicht
Bei der Umsetzung ging es in erster Linie darum, vorhandene Defizite auszuräumen und die Bibliothek zukunftsfähig zu machen. Leider sind in einem Bestandsgebäude auch die Möglichkeiten zur Umsetzung aller Kundenwünsche begrenzt. Auch die finanziellen Mittel waren eingeschränkt. Die Auswahl der Möbel erfolgte daher nicht nur nach modischen Trends, sondern vorwiegend nach langlebigen und nachhaltigen Aspekten – trotzdem sollten sie einladend und gemütlich sein.

Die bewusste Zonierung und Inszenierung der Themen spricht die unterschiedlichen Zielgruppen der Bibliothek an – die Kunden sind von dem Ergebnis begeistert, auch wenn Sie einige Bereiche aufgrund der Pandemie noch nicht uneingeschränkt nutzen können.

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Das Projekt „Lernraum“ in Solingen: Mehr Raum zum Austauschen, Arbeiten und Ausprobieren

Die Stadtbibliothek Solingen hat im Zuge des Projekts „Lernraum in der Stadtbibliothek Solingen“ die Bibliothek in thematische Bereiche gegliedert. Das Ergebnis ist eine Bibliothek, die seit März 2019 nun neben der Kinder- und Jugendbibliothek über die Bereiche lern/Raum, lese/Raum, licht/Raum und frei/Raum verfügt. In diesem Bericht geben uns die Beteiligten einen Einblick in das Projekt, das vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken unterstützt wurde.

Basis für die Umsetzung des Projekts war das 2017 entstandene Konzept „learn & work“. Kernpunkt des Konzeptes: die Informationskompetenz der Bibliothek zu erhalten, zu erweitern und den neuen technologischen Entwicklungen anzupassen und ihr vielfältiges multimediales Angebot nicht nur vorzuhalten und auf Nachfrage bereitzustellen, sondern ihre Kundinnen und Kunden auch zur Nutzung dieser Vielfalt anzuregen.

lern/Raum: Individuell lernen – gemeinsam arbeiten
Im lern/Raum befinden sich sämtliche Sachmedien für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 und für Erwachsene. An den Arbeitsplätzen kann allein oder in Gruppen gearbeitet werden. Hierfür stehen Trennwände sowie moderne Sitzmöbel zur Verfügung. Ferner gibt es zwei räumlich und akustisch abgeschirmte „Arbeitsstationen“: das so genannte Raum-in-Raum-System „The Hut“. Zentraler Punkt im lern/Raum ist ein frei verfügbarer Tablet-PC, an dem verschiedene Datenbanken und Apps sowie der Online-Katalog allen Besucherinnen und Besuchern frei zur Verfügung stehen. Außerdem gibt es zwei reine Office-Computer sowie mehrere Internetarbeitsplätze. Im gesamten Bereich ist WLAN frei verfügbar.

licht/Raum für Veranstaltungen und Besprechungen
Der angrenzende licht/Raum bietet im täglichen Betrieb weitere (Gruppen-) Arbeitsplätze. Daneben wird er stark für Veranstaltungen genutzt. Im Rahmen von Klassenführungen bietet der Lichtraum dank fest installierter Technik mit Beamer und Projektionsfläche den Start- und Endpunkt von Bibliotheksführungen. Er dient außerdem als Besprechungsraum, der mittels Raumteilern auch vom lern/Raum abgetrennt werden kann.

lese/Raum: Die Ruhezone der Bibliothek
Im lese/Raum mit Belletristik, Hörbüchern, Musik für Erwachsene und Lesegarten befindet sich die Ruhezone der Stadtbibliothek mit gemütlichen Sitzgruppen sowie dem Lesecafé mit den Zeitungs- und Zeitschriftenangebot.

frei/Raum: Digitale Erlebniswelt inklusive Café
Der Bereich mit den meisten neuen Angeboten ist der frei/Raum. Alle Angebote im frei/Raum können von jeder Besucherin und jedem Besucher benutzt werden, unabhängig davon, ob sie bzw. er einen Bibliotheksausweis besitzt. Im frei/Raum befindet sich das „co-working-space“ mit festinstallierten Laptops an modernen Arbeitstischen. Außerdem gibt es hier einen Gamingbereich mit verschiedenen Konsolen und den VR-Brillen HTC Vive sowie Playstation-VR. Ein Hingucker ist der sonic chair, der ein besonderes akustisches Erlebnis bietet.

Als weitere Neuerung befindet sich im frei/Raum auch das 3D-Angebot der Stadtbibliothek Solingen, und zwar ein Ultimaker 3D-Drucker inclusive Scanner, der von allen Interessierten genutzt werden kann. Im frei/Raum können die Besucher zudem Fotos, Negative und Dias digitalisieren. Gleiches ist mittels eines Plattenspielers mit Vinylschallplatten möglich. Zudem ist hier das Café (bisher: Internetcafé) mit dem bewährten Angebot an Warm- und Kaltgetränken, kleinen Snacks und Kuchen untergebracht.

Außerdem wurde die Ausstattung der Kinder- und Jugendbibliothek aus Projektmitteln sinnvoll und attraktiv erweitert. So kann der 32-Zoll-Touchtable-Tisch bei Führungen oder Projekten auch mobil eingesetzt werden. Ebenfalls angeschafft wurde ein iPad-Butler, so dass alle Besucher und Besucherinnen vor Ort iPads im freien WLAN zur Arbeit oder Freizeitgestaltung nutzen können. Der iPad-Butler versetzt die iPads nach ihrer Nutzung wieder in den Ursprungszustand. Kopfhörer zur Ausleihe stehen ebenfalls zur Verfügung.

Eröffnung bei „Nacht der Bibliotheken“
Die „neue“ Stadtbibliothek wurde der Öffentlichkeit in einer von den Medien ausführlich begleiteten Veranstaltung im Rahmen der „Nacht der Bibliotheken“ am 15.03.2019 präsentiert. Dazu hatte das Bibliotheksteam ein buntes Programm zusammengestellt. Ein DJ-Team legte gut gelaunt Musik auf, und die Besucher konnten an einer Rallye durch die Räume teilnehmen. Gut besucht war zudem der Vortrag von Holger Volland über den aktuellen Stand der künstlichen Intelligenz mit anschließender Diskussion.

Neue Räume ermöglichen breit gefächertes Veranstaltungsangebot
Im Folgenden eine Übersicht der bisher im Rahmen des Projekts „Lernraum in der Stadtbibliothek Solingen“ durchgeführten Veranstaltungen, Workshops und Projekten.

Für den Einsatz bei Workshops, Führungen und auch zur Unterstützung der Schulen innerhalb des Medienkompetenzrahmens hat die Stadtbibliothek Kooperationspartner wie das ZDI Zentrum BeST (Bergisches Schul- und Technikzentrum) gewonnen, die die Veranstaltungsarbeit im Bereich von Robotik und Programmierung bereichern. Zudem konnten auch Technologien wie Bee-Bots, Ozobots, iPads, Augmented Reality, Makey, Rasberry Pi oder Lego Mindstorms EV 3 angeschafft werden, die, je nach Altersklasse, in mehr oder weniger spielerischer Form eingesetzt werden. So wurden innerhalb des Projektes „Youth4Culture“ spielerisch Programmiergrundlagen mit Ozobots und Bee-Bots angeboten.

Des Weiteren bietet die Stadtbibliothek mit dem „Gaming Update“ eine Informations- und Spieleveranstaltung für Eltern an, um ihnen anhand aktueller Konsolenspiele, wie z. B. Fortnite oder Apex Legends, zu vermitteln, was die eigenen Kinder eigentlich so spielen.

Für Lehrkräfte werden Angebote ins Programm aufgenommen, mit denen sie Unterstützung für ihren Unterricht erhalten, z. B. der Workshop Biparcours mit entsprechenden Einsatzmöglichkeiten zur Vermittlung von unterschiedlichen Medienkompetenzen, wie Bedienen und Anwenden, Informieren und Recherchieren, Analysieren und Reflektieren sowie Produzieren und Präsentieren.

VR-Brillen, Games und Digitalisierungsgeräte stehen den Besucherinnen und Besuchern der Stadtbibliothek während der üblichen Öffnungszeiten kostenfrei zur Verfügung. Sofern Unterstützung benötigt wird, gibt es die vom Personal.

Für Schülerinnen und Schüler von drei Solingen Schulen wurden Projekte mit unterschiedlichen Zielsetzungen veranstaltet. Mit 23 Schülerinnen und Schülern des Technischen Berufskollegs wurden an fünf Tagen Bewerbungstrainings durchgeführt, in denen Situationen eines Assesstment Centers und sicheres Präsentieren geübt wurden. Schülerinnen und Schülern von zwei Förderschulen wurden in Workshops, die sich über mehrere Tage erstreckten, die Gefahren, die im Internet lauern, die Probleme im Kontext mit digitaler Gewalt sowie die Suchtgefahr bei Ego-Shooter-Games vergegenwärtigt.

In Raspberry Pi Workshops erhielten die Teilnehmer einen leichten Einstieg in die Programmierung oder konnten ihre vorhandenen Kenntnisse vertiefen. Sie lernten, wie man auf dem Rasberry Pi mit Python programmiert und Peripherie, wie Dioden, Sensoren und Kameras anschließt und anspricht. Daraus entstanden spannende Projekte. Die Teilnehmer erfuhren, wie man den Raspberry Pi auch zu Hause für verschiedene Aufgaben einsetzen kann, um sich das Leben zu erleichtern, z. B um eine Alarmanlage, einen Bewegungsmelder oder die Helligkeitssteuerung von Lampen zu bauen.

In einem Workshop wurde den Teilnehmern die Bedienung und die Arbeitsweise des 3D-Druckers so ausführlich näher gebracht, dass sie anschließend ein entsprechendes Gerät selbständig bedienen können.

Am Virtual-Reality-Tag wurden die VR-Brillen und -Games der Stadtbibliothek Solingen vorgeführt und konnten anschließend von den Besuchern ausführlich getestet werden.

Bemerkenswerte Beachtung fand ein Vortrag, der sich mit der Historie, dem Aufbau und der Funktionsweise von Podcast befasst hat.

Demonstrationen der Digitalisierungsmöglichkeiten von Schallplatten, Dias, Negativen und Fo-tos sind ebenfalls mehrfach angeboten worden.

Mit dem Brick-Art-Künstler „Cole Blaq“ fand für 10 bis 14-jährige ein Workshop mit dem Titel „Das gebaute Buch“ statt. Hier ging es darum, kreativ mit Legosteinen Objekte rund um das Thema „Bücher“ zu bauen.

Für Kinder im Alter von 8 bis 10 Jahren wurden MINT-Workshops veranstaltet in denen Ozobots programmiert wurden und mit iPads der Stadtbibliothek mittels des Webprogramms Ozoblocky per drag and drop verschiedene Befehle ausgewählt und beliebig aneinandergebaut werden konnten.

Mehrfach wurde der zweistündige Workshop „Lust auf Roboter? Lust auf Programmieren? Lust auf Lego?“ für Jugendliche ab Klasse 8 aller allgemeinbildenden Schulen angeboten. In diesem Workshop wurden Roboter gebaut und programmiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen standen dabei das gemeinschaftliche Erlebnis und selbständige Entdecken digitaler und elektrotechnischer Grundprinzipien.

Bei der Veranstaltung „Das Bananen Piano“ handelte es sich um einen eintägigen Workshop für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 12 Jahren in den Sommerferien. Mit einem Makey Makey Set wurden Bananen in Touchpads verwandelt, mit Bleistiften aufgemalte Controller zum Leben erweckt und den Teilnehmern gezeigt, wie sie selbst Geschicklichkeitsspiele programmieren können.

Die Veranstaltungen der Reihe „Kultur trifft Digital“ zeigten wie mit digitaler Sprache ein Spiel designt wird, gaben Einblicke ins Innere von Smartphone und Co. und erklärten, wie mit Tablets digitale Musik geschaffen werden kann.

Unter fachlicher Anleitung konnten Seniorinnen und Senioren in virtuelle Welten eintauchen. Sie testeten die Virtual Reality mit VR-Brillen, Kopfhörern und Spielcontrollern an den beiden Virtual-Reality-Stationen im frei/Raum. Erkundet werden können hier 50 verschiedene Welten, zum Beispiel eine Kunstausstellung, eine abenteuerliche Achterbahnfahrt oder ein hochaufgelöstes 3D-Satellitenbild der Erde.

Viel Beachtung fand ein Vortrag zur Medienerziehung der Autorin Andrea Daun mit dem Titel „Der digitale Tsunami“. Zielgruppe für diese Veranstaltung waren Erziehungsberechtigte und Pädagogen. Ausgehend von der These, dass wir rundum erreichbar, bespielbar und verführbar sind, um uns unterhalten zu lassen, sprach Frau Daun darüber, wieviel Digitalität in welchem Alter angebracht und sinnvoll ist, wann der Suchtfaktor am größten ist, wie Grenzen gesetzt werden können und ob Smartphone und Co. als Erziehungsmittel tauglich sind. Vor dem Vortrag wurde den Besuchern und allen Interessierten das digitale Medienangebot der Stadtbibliothek präsentiert.

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Stadtbibliothek Minden: COLLABS – das Medienlabor für Coding, Making und mehr

Bibliotheken als Digitales Kompetenzzentrum“ bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, sich auf neutralem Boden mit neuen technischen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Hier kann man sich informieren, wie Technik funktioniert. In Workshops und Einführungsveranstaltungen besteht die Möglichkeit, erste Erfahrungen im Umgang mit Geräten, Software und Apps zu sammeln. Die Stadtbibliothek Minden hat dazu ein Medienlabor eröffnet und kooperiert hier mit Vereinen, Institutionen und Einzelpersonen, um ein niedrigschwelliges und vielfältiges Veranstaltungsangebot zu ermöglichen. Die Ausstattung dieses neuen Raumes wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.

Von Beginn an stand fest: Das Medienlabor muss so konzipiert und ausgestattet sein, dass dort die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate stattfinden können. Deshalb war es wichtig, dass sowohl die Möbel als auch die Geräte eine flexible Umgestaltung des Raums erlauben. Statt eines Beamers mit Leinwand hat sich die Bibliothek daher für ein großes TV-Gerät auf einem Rollwagen entschieden. Zur neuen Ausstattung gehört ein ausfahrbarer Green Screen sowie Softboxen zum Ausleuchten. Statt fester PCs gibt es Tablets. Insgesamt entschied sich die Bibliothek für acht Geräte, so dass zum Beispiel bei einem Schulklassenworkshop 16 Teilnehmer*innen in Zweiergruppen kleine digitale Spiele entwickeln können.

Collabs TV-Wagen

Zur technischen Ausstattung gehört auch eine VR-Brille, die bereits in unterschiedlichen Kontexten eingesetzt wurde. Die Spieletester*innen (in Kooperation mit dem Spieleratgeber NRW) nutzen die Brille regelmäßig, um VR-Anwendungen zu testen. Außerdem wurde die Brille bereits auf Veranstaltungen wie der Nachtfrequenz (Nacht der Jugendkultur der LKJ) und dem Gamescamp on Tour (Jugendbarcamp zum Thema Digitale Spiele) als Anwendung vorgestellt und ausprobiert.

Seit Herbst 2019 fanden bereits eine Vielzahl von Veranstaltungen im neuen Medienlabor statt. In einem zweitägigen Programmierworkshop hat beispielsweise der Spieleentwickler Michael Schäfer von Spiderwork mit zehn Jugendlichen Games programmiert. Es gab zwei Kryptopartys mit dem Titel „Digitale Selbstverteidigung“, die in Kooperation mit dem freien Webentwicker Björn Hase von Tentakelfabrik stattfanden.

Zu den vielen weiteren Veranstaltungen in Kooperation mit anderen Projektpartnerinnen  zählen z.B. ein Cosplay-Workshop mit der Stiftung Digitale Spielekultur unter dem Bundesprojekt „Kultur macht stark“, ein Roboter-Wettbewerb mit dem ZDI-NRW, ein zweitägiges Fortbildungsangebot zum Thema Ethik & Games mit dem städtischen Fachbereich Jugendarbeit/Jugendschutz, sowie zwei Multiplikatorenfortbildungen für Bibliotheksmitarbeiterinnen, eine Roboter AG mit einer Mindener Schule und die Spieletester*innengruppe der Stadtbibliothek.

Zur Vermarktung des neuen Medienlabors hat die Stadtbibliothek statt einer klassischen Werbekampagne in Kooperation mit der lokalen (an die Stadt gekoppelten) Werbeagentur Com.on einen Partizipationsworkshop mit Akteurinnen des Medienlabors im Frühjahr 2020 umgesetzt. In diesem Workshop haben Workshop-Leiterinnen und Teilnehmerinnen aus anderen Veranstaltungen gemeinsam mit Mitarbeiterinnen der Werbefirma einen Namen und ein Logo sowie räumliche Konzeptionen für das Medienlabor entwickelt. Hierbei ist der neue Name des Medienlabors „COLLABS“ sowie folgendes Logo entstanden:

Logo Collabs

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Stadtbibliothek Bünde stärkt Kooperation mit Schulen dank digitaler Angebote

Digitale Medien begleiten den Menschen mittlerweile von Geburt an und spielen gerade im Jugendalter eine zentrale Rolle. Bildung ist ein entscheidender Schlüssel, um Heranwachsende am digitalen Wandel teilhaben zu lassen. Die erforderlichen Qualifikationen sollen ihnen bis zum Ende ihrer Schullaufbahn vermittelt werden. Ziel ist es, die Schüler zu einem sicheren, kreativen und verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu befähigen. Für viele Schulen klingt dies noch visionär. Bibliotheken sind daher der ideale Bildungspartner. Die Förderung von Medienkompetenz ist neben der Vermittlung von Informationen das Feld, auf dem Bibliotheken die Schulen als starke und effektive Kooperationspartner unterstützen können wie dieses Beispiel der Stadtbücherei Bünde zeigt. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken unterstützt.

Die Stadtbücherei Bünde ist im Mai 2018 in den Zuständigkeitsbereich des Schulverwaltungsamtes gewechselt. Diesen Vorteil hat die Bücherei genutzt, um die Kooperation mit den Schulen weiter auszubauen und durch neue digitale Angebote zu stärken. Projektpartner waren eine Grundschule und ein Gymnasium.

Zunächst musste in der Stadtbücherei eine Infrastruktur geschaffen werden, um neue Angebote sowie multimediale Klassenführungen anzubieten. Das vorhandene WLAN wurde ausgebaut, um in der gesamten Bücherei einen guten Internetempfang zu ermöglichen. Aus den Projektmitteln wurde ein Koffer mit 20 Tablets angeschafft.

Tablettkoffer und TV

Bei der Auswahl der Apps hat sich die Bücherei an der Ausstattung der Grundschule orientiert. Durch flexible Regale und einen mobilen Fernseher wurde eine große Fläche zum Präsentieren und Arbeiten geschaffen. Außerdem wurden Medien zu den verschiedenen Kompetenzbereichen des Kompetenzrahmens NRW angeschafft.

Medienkiste

Viele Angebote wurden im Zuge des Projekts einfach überarbeitet oder ergänzt. Bei Klassenführungen kommen Biparcours, Kahoot oder Mentimeter zum Einsatz.

Mit iPads ausgerüstet gehen die Schüler*innen der 2. Klasse auf Entdeckungsreise durch die Bücherei. Sie müssen Orte suchen, QR-Codes scannen und Fotos machen. Da die Kinder bereits mit den Tablets durch den Schulunterricht vertraut sind, funktionierte dieses Konzept problemlos.

Klassenführung Entdeckungsreise

Für die weiterführenden Schulen wurden eine zweistündige Unterrichtseinheit zum Thema Fake News entwickelt. Zusammen mit dem Gymnasium wurde das Angebot getestet und angepasst. Eine Umfrage mit Mentimeter diente als Diskussionseinstieg in das Thema. Zudem bekamen die Schüler*innen Prüfwerkzeuge zum Erkennen von Fake News an die Hand. In Zweiergruppen untersuchten sie Artikel und prüften Fakten.

Um die Angebote bekannt zu machen, hat die Stadtbücherei sich und ihre Angebote aktiv z. B. bei Fachschaftskonferenzen und Schulbesuchen vorgestellt. Zudem wurde das Infomaterial für die Lehrer überarbeitet.

Im Zuge des Projekts ergaben sich aber auch Hindernisse. Die Lehrkräfte hatten zwar Interesse an den Angeboten, sie konnten aber nur schwer aus ihrem festen Lehrplan ausbrechen. Eine weitere Schwierigkeit ist für einige Schulen der lange Anfahrtsweg bzw. Laufweg, sodass die Stadtbücherei Bünde zu den Schulen gefahren ist. Zudem ist die Terminfindung für die Büchereiführungen schwierig, da diese aufgrund der begrenzten Räumlichkeiten nur außerhalb der regulären der Öffnungszeiten stattfinden können.

Fazit: Mehr Sichtbarkeit und Verbindlichkeit
Die Stadtbücherei Bünde ist durch das Projekt mehr ins Bewusstsein der Schulen gerückt. Das Ergebnis: Die Bibliothek hat mit beiden örtlichen Gymnasien Kooperationsverträge geschlossen. Der Büchereibesuch ist nun verbindlich und wurde in den Lehrplan übernommen. Zudem unterstützt die Stadtbücherei eine Schule bei der Einrichtung eines Medialabs.

Über die Stadtbücherei Bünde:
Bünde ist eine Mittelstadt im Nordosten von NRW. Mit etwa 46.000 Einwohnern ist es die zweitgrößte Stadt im Kreis Herford. Die Stadtbücherei ist auf 333 qm in einer Zweigstelle der ehemaligen Landeszentralbank untergebracht. Die Bücherei verfügt über 4,67 Personalstellen und verzeichnet rund 51.000 Besuche im Jahr.

Ansprechpartner:
Ina Reßler
i.ressler@buende.de
Stadtbücherei Bünde
Eschstr. 50
32257 Bünde


Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor.

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„Nichts über uns ohne uns“ – Neusser Inklusionsprojekt setzt auf partizipativen Ansatz

Seit 2009 gilt in Deutschland die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Deutschland hat sich verpflichtet, die politische, wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen zu verwirklichen. Der Zugang zu Orten kultureller Darbietungen oder Dienstleistungen betont dabei ausdrücklich auch Bibliotheken. Diesem Ziel sieht sich auch die Stadtbibliothek Neuss verpflichtet und hat daher 2019 eine ganze Reihe von weiteren Bausteinen umgesetzt, die eine Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ermöglichen. Um den zentralen Grundsatz der UN-Konvention, der gleichzeitig auch als Projekttitel gewählt wurde, „Nichts über uns ohne uns!“ zu erfüllen, verfolgte das Projekt einen partizipativen Ansatz. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken unterstützt.

Die Ausgangssituation
Die Stadt Neuss hat rund 160.000 Einwohner*innen. Davon haben zirka 14.000 Personen eine anerkannte Schwerbehinderung nach SGB IX, das heißt der Grad der Behinderung beträgt mindestens 50 Prozent. Nicht statistisch erfasst werden Behinderungen mit einem geringeren Grad. Die Gesamtmenge der Menschen mit Behinderungen in der Gesamtbevölkerung wird demnach deutlich höher liegen als die erfassten ca. 9 Prozent. Der Stadtbibliothek Neuss ist nicht bekannt, wie groß der Anteil Schwerbehinderter/Behinderter an ihren Nutzern/Kunden ist. Insgesamt ist die Stadtbibliothek bislang weit entfernt von den Voraussetzungen für den Erhalt des Signets „Neuss barrierefrei“. So waren die Ein- und Ausgangstüren bis März 2019 nicht rollstuhlgerecht. Auch beim Fahrstuhl gibt es Handlungsbedarf: Dieser verfügt über keine Sprachausgabe.

Trotz dieser Einschränkungen bot die Bibliothek bereits Services an, die eine Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ermöglichen:

  • Für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen gibt es Bücher in Leichter Sprache, Bücher ohne Worte und Hörbücher. Der Bestand wurde u.a. mit Mitteln aus dem Landesprojekt „Leichte Sprache“ aus dem Jahr 2015 aufgebaut.
  • Hörbücher und Großdruckbücher für blinde und sehbehinderte Personen gibt sowie ein Medienangebot in der Onleihe.
  • Büchern sowie Filme für gehörlose und schwerhörige Menschen, die auch über OPAC zu finden sind und das Medienangebot der Onleihe.
  • In Zusammenarbeit mit Betroffenen wurde ein neuer Angebotsflyer der Bibliothek sowie ein Konzept für Führungen in Leichter Sprache entwickelt.
  • In Kooperation mit der Inklusionsbeauftragten der Stadt Neuss hat am 3. Mai 2018 erstmalig ein „Tag der Inklusion“ in der Stadtbibliothek Neuss stattgefunden, der durch den Bürgermeister eröffnet und in Gebärdensprache übersetzt wurde. Teilgenommen haben Fachkräfte aus Verbänden, Trägern, Vereinen für Menschen mit Behinderung und Vertreter*innen aus dem Integrationsrat und -amt sowie weitere Interessierte.

Projektbeschreibung und Projektziele
Die UN-Behindertenrechtskonvention – das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen – formuliert in Artikel 30 die Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport. Der Zugang zu Orten kultureller Darbietungen oder Dienstleistungen (§30, Absatz 1c) betont dabei ausdrücklich auch Bibliotheken. Diesem Ziel sieht sich die Stadtbibliothek Neuss verpflichtet.

Neben dem vorrangigen Ziel, die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an den Bibliotheksangeboten zu verbessern, sollten die 2018 neu konzipierten Services in Leichter Sprache verbessert werden. Unabdingbar war es dabei, die Sensibilität dieser Thematik bei den Bibliotheksmitarbeiter*innen zu schärfen.

Um den zentralen Grundsatz der UN-Konvention, der gleichzeitig auch als Projekttitel gewählt wurde, „Nichts über uns ohne uns!“ zu erfüllen, verfolgte das Projekt einen partizipativen Ansatz. Sowohl bei der Bedarfsanalyse als auch bei der Umsetzung der Projektbausteine hat die Bibliothek daher die Zielgruppe eingebunden. Dies gelang durch die Zusammenarbeit mit weiteren Kooperationspartnern wie der Sozialplanerin der Stadtverwaltung, der Inklusionsbeauftragten der Stadt Neuss, die „Gemeinnützigen Werkstätten Neuss“, die „Lebenshilfe Neuss“ sowie dem Gehörlosenverband Caritas und der Koordinierungs-, Kontakt- und Beratungsstelle („KoKoBe Neuss“). Für den Aufbau und die Pflege dieses inklusiven Netzwerks hat die Bibliothek erstmalig einen Inklusionsbeauftragten benannt.

Umsetzung
Es wurden ausschließlich Bausteine realisiert, bei denen die Zielgruppe bei der Umsetzung beteiligt werden konnte und die möglichst viele betroffene Personen erreichte.

Ausbau des Medienbestands
• Bücherkiste zum Thema Inklusion für Grundschulen. Die Kiste enthält überwiegend gedruckte Medien, die den Kindern das Wissen über verschiedene Behinderungen/Beeinträchtigungen möglichst anschaulich vermittelt sowie pädagogische Begleitmaterialien für Lehrer*innen.
• Der sehr kleine Bestand an Hörbüchern im DAISY-Format wurde ausgebaut. Zum Ausleihen und Abspielen der DAISY-Hörbücher wurden zwei DAISY-Player angeschafft, die DAISY-, MP3 und Audio-CDs abspielen können. Nach Rücksprache mit dem Sehbehinderten- und Blindenverein für den Rhein-Kreis Neuss besitzen nicht alle Betroffenen entsprechende Abspielgeräte, so dass die Bibliothek hier ein neues attraktives Angebot etabliert. Seit 2020 gibt es in regelmäßigen Abständen eine DAISY-Player-Sprechstunde.
• Der umfangreiche Bestand an Belletristik-Hörbüchern wurde um einen Bereich mit Hörbüchern zu Sachthemen erweitert. Damit wurde der Zugang zu Sachinformationen für sehbehinderte Personen ausgedehnt.
• Der Zeitschriftenbestand wurde um Abos erweitert, die die Belange behinderter Menschen thematisieren.

Hilfsmittel
• Es werden Bibliotheksausweise mit extra großer Schrift ausgegeben, die von der Zielgruppe als deutlich besser lesbar wahrgenommen werden.

Öffentlichkeits- und Veranstaltungsarbeit
Sowohl inhaltlich als auch finanziell handelte es sich hierbei um den größten Baustein des Projektes.
• Nach dem Erfolg des 1. Inklusionstages im Mai 2018 kam es zu einer Fortsetzung im Juni und Juli 2019. Neben einer Ausstellung gab es erstmalig auch eine Lesung für Schüler*innen mit Tobias Steinfeld und eine Lesung mit Sandra Roth.
• Neu etabliert wurde die monatlich stattfindende Veranstaltungsreihe „Lesen mit Hund“. Ein speziell ausgebildeter Therapiehund hilft Kindern und Erwachsenen mit Leseproblemen, ihre Scheu vor dem lauten Vorlesen zu überwinden.
• Das langjährig etablierte „Bilderbuch-Kino“ wurde um zwei Varianten erweitert: eine mit einem Gebärdendolmetscher und eine „ohne Worte“ mit musikalischer Untermalung.
• Spezielle Bibliothekseinführungen in einfacher Sprache
• Barrierefreier Relaunch der Homepage mit Unterstützung einer externen Agentur

Lesen mit Hund_Foto von Flyer

Copyright: Stadtbibliothek Neuss

Fortbildungen für alle Bibliotheksmitarbeiter*innen
Unabdingbar für die Akzeptanz im Bibliotheksteam und die langfristige Verankerung im Bibliotheksportfolio ist die Sensibilisierung der Beschäftigten. Daher fand in Zusammenarbeit mit der „Lebenshilfe Bonn“ ein ganztägiger Workshop zur Einführung in die Leichte Sprache. Zielsetzung war es, Veranstaltungen in einfacher Sprache zukünftig durch das Bibliothekspersonal umzusetzen.

Über das Projekt hinaus fanden parallel folgende weitere Maßnahmen statt:

  • Einbau einer barrierefreien Eingangstür während des laufenden Betriebs.
  • Der Veranstaltungsraum der Bibliothek wurde mit einer induktiven Höranlage ausgestattet.
  • Die Informationsplätze wurden mit mobilen Induktionsschleifen ausgestattet.
  • Eine Lupenleuchte sowie ein stark vergrößerndes Lesegerät wurden zur Vorortnutzung angeschafft.
  • Abtrennungsflächen in der Bibliothek, die aus Glas bestehen, wurden besser gekennzeichnet, der Fahrstuhl um taktile Beschriftungselemente ergänzt, Treppenstufen und Säulen markiert.
  • Autorenlesung im Rahmen des „Literarischen Sommers“ mit Einsatz einer Gebärdendolmetscherin.
  • Ein praxisnaher Inhouse-Workshop unter dem Motto „Demographie konkret – ein Perspektivwechsel“ wurde durch das Sozialamt der Stadt Neuss sowie weiterer Partner durchgeführt. Neben theoretischen Grundlagen zum Thema gab es ein praxisnahes Barrieretraining (Blinden- und Rollstuhlparcours) sowie eine Alterssimulation.
  • Ein ganztägiger Inhouse-Workshop mit Eeva Rantamo zum Thema „Leicht verständliche und respektvolle Kommunikation“ (Leichte und einfache Sprache) vertiefte die Inhalte.

Ausblick
Das Jahr 2019 war geprägt durch Maßnahmen zur gesellschaftlichen Teilhabe, speziell zur Verbesserung der Barrierefreiheit der Stadtbibliothek. Doch obwohl sich wirkliche Meilensteine realisieren ließen, ist die Thematik so umfassend, dass eine kontinuierliche Weiterentwicklung unabdingbar ist. Insgesamt ist das Thema Barrierefreiheit nun auch stärker im Bewusstsein des Bibliotheksteams verankert. Fest integriert in das Veranstaltungsprogramm der Stadtbibliothek ist die Reihe „Lesen mit Hund“. Das „Bilderbuchkino ohne Worte“ befindet sich wegen geringer Resonanz noch in der Testphase.

Für die Stadtbibliothek Neuss bleibt weiterhin die Erlangung des Signets „Neuss barrierefrei“ das Langzeitziel. Der Weg dorthin birgt jedoch noch größere bauliche Herausforderungen.

Alles Fotos: Copyright Stadtbibliothek Neuss

Ansprechpartnerin:
Claudia Büchel (M. LIS)
Bibliotheksleitung
Stadtbibliothek Neuss
Neumarkt 10
41460 Neuss

Telefon: 02131 90-4200
Telefax: 02131 90-2471
http:/www.stadtbibliothek-neuss.de
http:/www.facebook.com/bibneuss
http:/www.twitter.com/stbneuss
https:/www.instagram.com/stadtbibliothekneuss/
http:/www.onleihe.de/neuss

 

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Aus dem Leben eines Hörbuchs – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 4)

In vielen Öffentlichen Bibliotheken sind Comics Türöffner, Publikumsmagnet – und ständig ausgeliehen. Das ist wenig verwunderlich. Bieten sie doch mit ihrer unschlagbaren Mischung aus Wort und Bild niedrigschwellige Lese- und Schreibanlässe. Und das Tolle: Mit Tablet und App kann jeder Interessierte Comics ganz einfach selbst gestalten und seine eigenen Ideen zum Leben erwecken. In unserer Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ zeigen wir euch einen Comic, den die Kolleg*innen der Stadtbibliothek Herten mit einem Tablet aus unserem „Bildwelten“-Koffer erstellt haben.

Hörbuch Comic Herten als pdf

Der Comic „Aus dem Leben eines Hörbuchs“ ist im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „In 30 Tagen um die Welt – Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entstanden. In dem Projekt erhalten die teilnehmenden Bibliotheken einen themenspezifischen Medienkoffer mit Geräten, die sie 30 Tage lang nutzen können. In dieser Zeit lernen die Bibliotheksmitarbeiter*innen, wie die Geräte funktionieren und wie man sie einsetzen kann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Formate – von How-to-Filmen über Lichtmalereien bis hin zu Podcasts. Einige ausgewählte Ergebnisse stellen wir in dieser Blog-Reihe vor.

Langfristiges Ziel des Programms ist es, Angebote zur Förderung von Medienkompetenz zu entwickeln. Zunächst steht aber die eigene Praxis im Vordergrund – mit dem Ziel zu einem beliebigen Thema etwas konkret Sichtbares herzustellen. Auf Reise waren bisher der Koffer „Audiovisuelles Lernen“ zur Erstellung von Audio- und Videoproduktionen und der Koffer „Bildwelten und Lernen“ für die Themen Fotografie, digitales Zeichnen und Bildbearbeitung.

Seit Mai ist auch ein Koffer zum Thema Robotik und Programmieren unterwegs. Bibliotheken, die einen Einblick in das Programmieren mithilfe von Apps und Robotern bekommen möchten, können ihr Interesse per Mail Frau Lachmann oder Frau Göring mitteilen.

Bisher sind folgende Beiträge erschienen:

Unboxing: Stadtbibliothek Euskirchen packt aus – Start der Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“

Hilfe im Medien-Irrgarten – Blogreihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 2)

Malen mit Licht – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 3)

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Malen mit Licht – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 3)

In unserer Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ zeigen wir ein Beispiel der Stadtbücherei Hilden. Die Kolleg*innen haben mit der Digitalkamera aus dem Koffer „Bildwelten und Lernen“ unter anderem Lichtmalerei-Bilder erstellt. Die Kerze ist Teil einer Reihe von weihnachtlichen Motiven, die die Stadtbibliothek in der Adventszeit auf ihrer Facebookseite veröffentlicht hat.

Lichtmalerei ist im Grunde eine ganz normale Langzeitbelichtung, die sich mit einer Digitalkamera und Lichtquellen wie Taschenlampen oder Fingerlichtern relativ leicht auch in der Bibliothek umsetzen lässt. Es erfordert wohl etwas Fingerspitzengefühl, räumliches Vorstellungsvermögen, Zeit und einen Raum, der sich komplett abdunkeln lässt. Doch es lohnt sich auf jeden Fall. Denn das Malen mit Licht macht einfach eine Menge Spaß. Diese Erfahrung haben auch die Hildener Kolleg*innen gemacht.

Kofferprojekt_Medienprodukt_Hilden_Lichtkunst1

Die Lichtmalerei ist im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „In 30 Tagen um die Welt – Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entstanden. In dem Projekt erhalten die teilnehmenden Bibliotheken einen themenspezifischen Medienkoffer mit Geräten, die sie 30 Tage lang nutzen können. In dieser Zeit lernen die Bibliotheksmitarbeiter*innen, wie die Geräte funktionieren und wie man sie einsetzen kann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Formate – von How-to-Filmen über Lichtmalereien bis hin zu Podcasts. Einige ausgewählte Ergebnisse stellen wir in dieser Blog-Reihe vor.

Langfristiges Ziel des Programms ist es, Angebote zur Förderung von Medienkompetenz zu entwickeln. Zunächst steht aber die eigene Praxis im Vordergrund – mit dem Ziel zu einem beliebigen Thema etwas konkret Sichtbares herzustellen. Auf Reise waren bisher der Koffer „Audiovisuelles Lernen“ zur Erstellung von Audio- und Videoproduktionen und der Koffer „Bildwelten und Lernen“ für die Themen Fotografie, digitales Zeichnen und Bildbearbeitung.

Ab Mai wird der Koffer zum Thema Robotik und Programmieren auf die Reise geschickt. Bibliotheken, die einen Einblick in das Programmieren mithilfe von Apps und Robotern bekommen möchten, können ihr Interesse per Mail Frau Lachmann oder Frau Göring mitteilen.

Bisher sind folgende Beiträge erschienen:

Unboxing: Stadtbibliothek Euskirchen packt aus – Start der Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“

Hilfe im Medien-Irrgarten – Blogreihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 2)

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Hilfe im Medien-Irrgarten – Blogreihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 2)

In unserer Blog-Reihe Ergebnisse des Projekts „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ stellen wir euch das Ergebnis der Stadtbibliothek Dormagen vor. Der Film „Hilfe im Medien-Irrgarten“ zeigt sehr humorvoll, dass das freundliche Bibliothekspersonal einem immer gerne bei der richtigen Nutzung technischer Geräte hilft. Erkennt ihr euch da wieder?

https://youtu.be/7gqNWXouhVM

Der Film ist im Rahmen des Qualifizierungsprogramms „In 30 Tagen um die Welt – Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW entstanden. In dem Projekt erhalten die teilnehmenden Bibliotheken einen themenspezifischen Medienkoffer mit Geräten, die sie 30 Tage lang nutzen können. In dieser Zeit lernen die Bibliotheksmitarbeiter*innen, wie die Geräte funktionieren und wie man sie einsetzen kann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Formate – von How-to-Filmen über Lichtmalereien bis hin zu Podcasts. Einige ausgewählte Ergebnisse stellen wir in dieser Blog-Reihe vor.

Langfristiges Ziel des Programms ist es, Angebote zur Förderung von Medienkompetenz zu entwickeln. Zunächst steht aber die eigene Praxis im Vordergrund – mit dem Ziel zu einem beliebigen Thema etwas konkret Sichtbares herzustellen. Auf Reise waren bisher der Koffer „Audiovisuelles Lernen“ zur Erstellung von Audio- und Videoproduktionen und der Koffer „Bildwelten und Lernen“ für die Themen Fotografie, digitales Zeichnen und Bildbearbeitung.

Ab Mai wird der Koffer zum Thema Robotik und Programmieren auf die Reise geschickt. Bibliotheken, die einen Einblick in das Programmieren mithilfe von Apps und Robotern bekommen möchten, können ihr Interesse per Mail Frau Lachmann oder Frau Göring mitteilen.

Zu den anderen Beiträgen der Blog-Reihe:

Unboxing: Stadtbibliothek Euskirchen packt aus – Start der Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“

Malen mit Licht – Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ (Teil 3)

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Kurzratgeber zu Foto-, Zitat- und Urheberrecht

Rechtsanwalt Dr. Thomas Schwenke beabtwortet auf dem Marketingblog „PR-Doktor“ Fragen zu Foto-, Zitat- und Urheberrecht. Der Ratgeber beschäftigt sich u.a. mit Fragen wie „Wann sind fremde Inhalte urheberrechtlich geschützt?“ und „Dürfen Zeitungsartikel gescannt und auf die Webseite oder den Blog gestellt werden?“ sowie dem Recht am eigenen Bild.
Am Ende des Beitrags gibt es eine kurze Zusammenfassung der wesentlichen Regeln. Hier der Link zum Ratgeber: https://www.kerstin-hoffmann.de/pr-doktor/zitieren-verlinken-bildrechte-urheberrecht-strafen/

Quelle:
Dr. Schwenke Rechtskanzlei- „Lesetipp: Foto, Screenshot, Zitat, DSGVO: Was ist erlaubt? Wo drohen Strafen? – Der große Ratgeber Foto-, Zitat- und Urheberrecht“ (09.03.2020), online verfügbar unter: https://drschwenke.de/lesetipp-foto-screenshot-zitat-dsgvo-was-ist-erlaubt-wo-drohen-strafen/

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Corona-Krise: Stadtbüchereien Düsseldorf bieten kostenfreies Digital-Abo für Düsseldorfer an

Die Nachfrage nach der Nutzung der Angebote der onlineBibliothek und auch die Nachfrage nach den Bibliothekskarten ist wegen der aktuellen Schließung der Stadtbüchereien Düsseldorf enorm gestiegen. Da die Mitarbeiterinnen während der Schließungszeit keine Bibliothekskarten ausgeben können, wurde eine pragmatische Lösung gefunden: Die Stadtbüchereien Düsseldorf bieten nun für interessierte Düsseldorfer Bürgerinnen ein befristetes kostenfreies digitales Abo bis zum Ende der Schließungszeit an. Interessierte können sich per E-Mail unter stadtbuechereien@duesseldorf.de melden. Sie müssen dabei ihren Namen, die Anschrift und das Geburtsdatum angeben.

Ergänzung: Neben Düsseldorf gibt es noch eine Reihe weiterer Bibliotheken, die eine kostenlose Online-Registrierung ermöglichen. Archivalia bietet dazu eine gute Übersicht: https://archivalia.hypotheses.org/121667

Quelle: Website Stadt Düsseldorf: „Stadtbüchereien: Online-Anmeldung für interessierte Düsseldorfer ab sofort möglich“ (18.03.2020), online unter https://www.duesseldorf.de/leben-in-duesseldorf/informationen-zum-coronavirus/stadtbuechereien-online-anmeldung-fuer-interessierte-duesseldorfer-ab-sofort-moeglich.html

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Reporter ohne Grenzen eröffnet Bibliothek in Minecraft für zensierte Texte

Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat zum „Welttag gegen Internet-Zensur“ am 12. März im Computerspiel Minecraft eine Onlinebibliothek für zensierte Texte eröffnet. Die nach eigenen Angaben erste digitale Bibliothek innerhalb eines Computerspiels enthält Texte von verschiedenen Autoren, die in den eigenen Ländern zensiert werden – wie zum Beispiel Texte des im Oktober 2018 ermordeten saudi-arabischen Journalisten Jamal Khashoggi, der russischen Journalistin Yulia Berezovskaia, des vietnamesischen Autors Ngyuen Van Dai oder des getöteten Mexikaners Vavier Valdez.

https://youtu.be/uca5Fb9-VoU

Quelle: Webseite Futurezone – Technological News – „Bibliothek in Minecraft gibt Zugriff auf zensierte Texte“ (zuletzt aufgerufen am 16.03.2020), online verfügbar unter: https://futurezone.at/netzpolitik/bibliothek-in-minecraft-gibt-zugriff-auf-zensierte-texte/400781714

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Aus aktuellem Anlass: Fake News erkennen

Rund um das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 überschlagen sich derzeit die Meldungen. Ob in Rundfunk, Presse oder Sozialen Medien, nahezu jede Minute flimmern Meldungen über Ticker, Feeds und Messenger. Doch insbesondere stark emotionsgeladene und teilweise von Angst geprägte Situationen wie diese bergen häufig die Gefahr von Falschmeldungen und vor allem deren unkontrollierte Verbreitung.

Doch wie erkennt man Fake News?
Das Portal Klicksafe und die Bundeszentrale für Politische Bildung empfehlen folgende Schritte zur Einschätzung einer Quelle:

1. Überprüfen, wer hinter dem Inhalt steckt:
Wer ist der Autor? Gibt es von diesem Verfasser schon Nachrichten, die nicht der Wahrheit entsprechen?
– Auf jeder Internetseite muss es ein „Impressum“ geben. Im Impressum steht, wer für die Seite verantwortlich ist. Dort findet man auch den Namen und die Kontaktmöglichkeiten dieser Person. Wenn das Impressum auf der Internetseite fehlt oder nur ein Postfach im Ausland angegeben wird: Dann kann es sein, dass es sich um Fake News handelt.

2. Prüfen Sie die Nachricht:
– Finden Sie die Nachricht auf mehreren Internetseiten?
– Kommt die Nachricht vielleicht auch im Radio oder in der Zeitung?

3. Internetseiten, die Informationen über falsche Nachrichten sammeln:
mimikama.at
hoaxmap.org
faktenfinder.tagesschau.de

4. Prüfen Sie, ob das Bild zum Text gehört:
Bei Fake News werden oft Bilder veröffentlicht, die nicht zum Inhalt passen. Eine Rückwärts-Bildersuche über images.google.com oder www.tineye.com deckt auf, ob das Bild bereits in einem anderen Zusammenhang verwendet wurde.

5. Aktualität der Nachricht prüfen:
Über einen Filter in der Suchmaschine können Sie den Zeitraum der Ergebnisse einschränken, damit Ihnen nur die neuesten Informationen zu einem Thema angezeigt werden.

Und wie können Bibliotheken helfen?
Bibliotheken können Ihre Kunden z.B. über ihre eigenen Social-Media-Kanäle verstärkt auf die Gefahr von Fake News hinweisen. Sie können selber Tipps geben, wie man gefälschte Nachrichten erkennen kann oder auf Websites mit Tipps zum Erkennen von Fake News verweisen.

Mehr Informationen zum Thema Fake News auf Klicksafe:
https://www.klicksafe.de/themen/problematische-inhalte/fake-news/
oder auf der Seite der Bundeszentrale für Politische Bildung
https://www.bpb.de/politik/grundfragen/politik-einfach-fuer-alle/258073/fake-news

 

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Unboxing: Stadtbibliothek Euskirchen packt aus – Start der Blog-Reihe „Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“

2019 hat die Fachstelle das Qualifizierungsprogramm „In 30 Tagen um die Welt – Digitale Reisekoffer für Bibliotheken“ gestartet. In dem Projekt erhalten die teilnehmenden Bibliotheken einen themenspezifischen Medienkoffer mit Geräten, die sie 30 Tage lang nutzen können. In dieser Zeit sollen die Bibliotheksmitarbeiter*innen lernen, wie die Geräte funktionieren und wie man sie einsetzen kann. Entstanden sind ganz unterschiedliche Formate – von How-to-Filmen über Lichtmalereien bis hin zu Podcasts, von denen wir hier ausgewählte in einer Blog-Reihe vorstellen. Als erstes zeigen wir das Ergebnis der Stadtbibliothek Euskirchen. Die Mitarbeiterinnen haben einen so genannten Unboxing-Film erstellt.

https://www.youtube.com/watch?v=ChkKykZMUYM&feature=youtu.be

Langfristiges Ziel des Programms ist es, Angebote zur Förderung von Medienkompetenz zu entwickeln. Zunächst steht aber die eigene Praxis im Vordergrund – mit dem Ziel zu einem beliebigen Thema etwas konkret Sichtbares herzustellen. Auf Reise waren bisher der Koffer „Audiovisuelles Lernen“ zur Erstellung von Audio- und Videoproduktionen und der Koffer „Bildwelten und Lernen“ für die Themen Fotografie, digitales Zeichnen und Bildbearbeitung.

Ab Mai wird der Koffer zum Thema Robotik und Programmieren auf die Reise geschickt. Bibliotheken, die einen Einblick in das Programmieren mithilfe von Apps und Robotern bekommen möchten, können ihr Interesse per Mail Frau Lachmann oder Frau Göring mitteilen.

 

 

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Bibliotheken im Ausland – Oodi Helsinki (Teil 4)

Im Dezember 2018 wurde Oodi, die neue Filiale der Stadtbibliotheken in Helsinki eröffnet. Aufgrund ihrer Größe und der zentralen Lage, neben dem Bahnhof, wird sie häufig fälschlicherweise für die Zentralbibliothek gehalten, welche jedoch auch weiterhin die Pasila-Bibliothek sein wird. Passend zu unserem, zugegeben zufällig für August geplanten Besuch in Helsinki wurde Oodi kurz zuvor von der IFLA zur „Weltbesten Öffentlichen Bibliothek des Jahres 2019“ ernannt. Und wir konnten uns direkt einen Eindruck davon machen, warum das so ist.

Das vom finnischen Architekten-Team ALA entworfene Gebäude war in den vergangenen Jahren, seit Planung des Baubeginns bereits vielfach im Gespräch. An der Gestaltung der Bibliothek, so wurde auf der Public! 2018 in München während eines Vortrages berichtet, waren maßgeblich auch die Bürger*innen von Helsinki beteiligt, die durch Umfragen und Workshops die Idee einer Bibliothek der Zukunft mitentwickeln konnten. Projektbeginn des Ganzen war bereits im Jahr 2012.

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Außenansicht von der Parkseite aus auf die geschwungene Fassade von Oodi

Nun steht das neue Flaggschiff des Öffentlichen Bibliothekwesens mitten in Helsinki und verbindet den auf der einen Seite gelegenen Stadtkern mit dem auf der anderen Seite gelegenen Park. Die Fassade des Gebäudes zeichnet sich in der Gestaltung durch das für Finnland typische Fichtenholz aus und wird unterbrochen von großen geschwundenen Glasflächen, vor allem an den Eingängen und im Bereich des 2. Obergeschosses. Sobald es draußen dunkel und das Gebäude aus dem Inneren heraus beleuchtet wird, verstärkt diese Beleuchtung den eh schon vorhandenen skulpturalen Eindruck. Das Gestaltungselement Holz zieht sich auch im Inneren der Bibliothek weiter durch die Räumlichkeiten.

Betreten werden kann das Foyer sowohl von der Stadt-, als auch von der Parkseite aus. Das offen gestaltete Erdgeschoss beherbergt neben der Informationstheke der Bibliothek auch Theken einiger ihrer Kooperationspartner so z.B. des Bürgerservices „Helsinki-Info“ oder eine Anlaufstelle für EU-Informationen. Zudem findet der Nutzer hier eine gemütlich gestaltete Cafeteria/Restaurant, eine Küche in Welcher Kurse stattfinden können, einen Veranstaltungs- und sogar einen Kinosaal. Im, in der einen Spitze liegenden (hinteren) Gebäudeteil finden Betreuungsgruppen für Kinder einen Bereich, in dem gespielt werden kann.

 

Über die im Kern des Gebäudes liegende, imposante Wendeltreppe (oder auch über den Aufzug und Rolltreppen) gelangt der Nutzer in das erste Obergeschoss des rund 10.000 m² großen Gebäudes. Hier befinden sich die Flächen für alle Schaffenden und Kreativen. Der „Urban Workspace“ bietet auf einer großen Fläche Platz für einen Makerspace mit 3D-Druckern, Plottern, Overlock-Nähmaschinen oder auch Stickmaschinen. Es gibt abgetrennte Gruppen- und Einzelarbeitsräume. Diese können gegen eine Gebühr reserviert werden. Ansonsten ist die Nutzung der Bibliothek entgegen den meisten Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland kostenfrei. Neben den Arbeitsräumen gibt es hier auch mehrere schallisolierte Probenräume und Tonstudios für Musiker, was wie wir erfahren haben in Finnland völlig normal zu sein scheint. Man möchte auch Menschen, die finanziell weniger gut aufgestellt sind, die Möglichkeit geben ihre Musik aufzunehmen. Auch Instrumente können hier geliehen werden.

Ein wichtiges, räumliches Gestaltungselement im ersten Obergeschoss ist die Stufenlandschaft. Hier sitzen die Nutzer, lesen, hören Musik oder laden einfach ihre mobilen Endgeräte auf. Vor einer bepflanzten, grünen Wand, einem sogenannten vertikalen Garten stehen Loungemöbel zum Relaxen oder Lernen zur Verfügung.

Im zweiten Obergeschoss eröffnet sich dem Nutzer dann das, was am ehesten unserem Bild einer Öffentlichen Bibliothek entspricht: der sogenannte Lesehimmel. Hier sind auf einer großen lichtdurchfluteten Fläche etwa 100.000 Medien aufgestellt. Das klingt im ersten Moment nach viel und vollgestellt, wirkt aber ganz und gar nicht so. Die an sich sehr strukturierte Medienaufstellung wird regelmäßig von Sitzgruppen oder Sesseln unterbrochen, die auf eigens für Oodi gefertigten Teppichen stehen. Es gibt Pflanzbehälter, in welchen kleine Bäume stehen, die zusätzlich zu den großen Glasflächen dafür sorgen, dass eine Verbindung von Drinnen und Draußen hergestellt wird.

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Der Lesehimmel lädt zum schmökern und zum Aufenthalt ein.

Die Decke des zweiten Obergeschosses ist so gestaltet, dass sie sich immer wieder wölbt. In den Spitzen der Wölbungen befinden sich weitere Öffnungen die Tageslicht in den Raum hineinlassen.

Vor der Glasfassade Richtung Park und dem finnischen Parlament, auf welches man von hier oben blickt, befindet sich ein weiteres Lesecafé. Die Nutzer können die Getränke hier zu sich nehmen, mit in die Bibliothek oder bei gutem Wetter nach draußen auf die großflächige Dachterrasse.

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Ausblick Richtung Park durch die gebogen gestaltete Glasfront.

An beiden Enden des Gebäudes erhebt sich das Obergeschoss. Linksseitig über eine Treppe und eine Rampe aus Parkettholz, wo die Nutzer lesen können, welche aber auch gerne zum Toben genutzt wird. Auf der anderen Seite befindet sich die Kinderbibliothek. Während des Zeitpunkts unseres Besuches wurde dieser von einer Gruppe aus etwa 25 Müttern mit ihren Babys genutzt, die sich fröhlich auf dem Boden herumrollten. An der Fensterfassade daneben standen auf den gekennzeichneten Parkplätzen nebeneinander aufgereiht die Kinderwägen. Mit Ausnahme eines Kinderwagens der etwas näher an der Gruppe an einer Säule geparkt wurde, die als Schlafplatz für Kinder in ihren Kinderwägen gekennzeichnet ist. Unter der Erhöhung im Kinderbereich, auf welchem Bilderbuchtröge auf den Stufen stehen und sich oben ein Spielbereich befindet, befindet sich ein weiterer Veranstaltungsraum.

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Kinderwagenparkplätze und „Kinderschlafplatz“

Die Akustik auf dieser Etage ist ganz erstaunlich. Trotz der vielen Menschen, die sich hier aufhalten, kommunizieren, lesen oder spielen, entsteht nicht der Eindruck von Lärm. Dies könnte aber, wie man uns berichtete auch daran liegen, dass die Finnen sich generell in der Öffentlichkeit leiser unterhalten, als es bei uns der Fall ist. Wobei Oodi bei den durchschnittlich 10.000 Besuchern am Tag durchaus nicht nur von Finnen genutzt wird. Ein großer Teil der Besucher sind tatsächlich Bibliothekstouristen, so wie wir.


Weitere Beiträge dieser Reihe:

Bibliotheken im Ausland – Die Fachstelle auf Reisen (Teil 1)

Bibliotheken im Ausland – „School 7“ in Den Helder (Teil 2)

Bibliotheken im Ausland: Schiedam – die erste grüne Bibliothek der Niederlande (Teil 3)

Bibliotheken im Ausland – „Biblo Tøyen“ – für Erwachsene verboten (Teil 5)erwachseverboten-teil-5/

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Total digital: Filmdreh in Steinfurt

In der Stadtbücherei Steinfurt haben Schreib- und Filmwerkstätten bereits Tradition. In diesem Jahr bietet die Bibliothek aber ein ganz besonderes Filmprojekt an. „Von 0 auf Kino“ richtet sich an Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren. Ab Februar werden ein Filmemacher und ein Medienpädagoge gemeinsam mit den Jugendlichen einen Spielfilm von ca. 90 Minuten Länge produzieren, der am Ende im Steinfurter Kino uraufgeführt wird. Dabei lernen die Jugendliche alle Schritte vom Storyboard über Drehbuch und Filmdreh bis hin zu Schnitt, Ton und Bildbearbeitung.

Möglich wird die semiprofessionelle Umsetzung durch ein Budget von 10.000 Euro, die der Deutsche Bibliotheksverband, dbv, im Rahmen des Projektes „Total digital! Lesen und erzählen mit digitalen Medien“ bereitgestellt hat. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Quelle: Westfälische Nachrichten, Schippers, Klaus: „Filmdreh von O auf Kino“, (14.01.2020), online verfügbar unter: https://www.wn.de/Muensterland/Muensterland/4098019-Filmdreh-Von-0-auf-Kino-Budget-erlaubt-semiprofessionelle-Umsetzung

 

 

 

 

 

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37 Prozent der Bundesbürger scheitern bei der Internetrecherche

Informationssuche, Datenschutz und Technikfragen stellen viele Menschen in der digitalen Welt vor Probleme. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie anlässlich des ersten bundesweiten Digitaltags am 19. Juni 2020, wie die Initiative „Digital für alle“ mitteilt. Demnach erklärt zwar eine Dreiviertelmehrheit (74 Prozent), technische Geräte wie Smartphone oder Computer bedienen und nutzen zu können, aber jeder Vierte (23 Prozent) ist hilflos sobald Fehler oder unerwartete Ereignisse auftreten. Sechs von zehn Bundesbürgern (61 Prozent) finden online in der Regel die Informationen, die sie suchen. 37 Prozent gelingt das nicht. Wiederum 60 Prozent können Programme und Apps installieren, der übrige Teil (37 Prozent) scheitert daran.

Der Digitaltag wird getragen von der Initiative „Digital für alle“, einem Bündnis aus mehr als 20 Organisationen aus den Bereichen Zivilgesellschaft, Bildung und Kultur, Wohlfahrt, Wirtschaft, Wissenschaft und öffentliche Hand. Erklärtes Ziel ist die Förderung digitaler Teilhabe. Projektleiterin Hosenfeld: „Alle Menschen in Deutschland sollen in die Lage versetzt werden, sich selbstbewusst und selbstbestimmt in der digitalen Welt zu bewegen.“ Informationen und Hintergründe zur Initiative „Digital für alle“ sowie zum Digitaltag, den Aktionen und Beteiligungsmöglichkeiten gibt es unter www.digitaltag.eu.

Quelle: Website Digitaltag 2020 (zuletzt aufgerufen am 30.01.2020) https://digitaltag.eu/news/dritte-scheitert-internetrecherche 

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Online-Konferenz: „Inspiration, Identität und Inszenierung: Influencer & Medienpädagogik“

Zum Safer Internet Day 2020 veranstaltet das Initiativbüro „Gutes Aufwachsen mit Medien“ eine kostenlose Online-Konferenz zum Thema „Inspiration, Identität und Inszenierung: Influencer & Medienpädagogik“. Markus Gerstmann vom Servicebüro Jugendinformation gibt eine Einführung zu dem Unterschied von Influencern (engl. influence = Einfluss) in den Sozialen Netzwerken und „traditionellen“ Idolen. Es wird auch besprochen, welcher besondere Reiz und welche Herausforderungen diese Form der digitalen Alltagskultur birgt. Weitere Informationen und die Online-Anmeldung finden Sie auf der Webseite des Initiativbüro.

Quelle: Webseite des Initiativbüro „Gutes Aufwachsen mit Medien“ – „Online-Konferenz zum Safer Internet Day: „Inspiration, Identität und Inszenierung: Influencer & Medienpädagogik““ (zuletzt aufgerufen am 30.01.2020), online verfügbar unter: https://gutes-aufwachsen-mit-medien.de/weiterbilden/konferenz.cfm/key.548

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Lüdenscheid: Sanierung für mehr Barrierefreiheit

Die Stadt Lüdenscheid plant in diesem Jahr die Bücherei umfassend zu renovieren. Die Herstellung von Barrierefreiheit steht dabei im Mittelpunkt. Der Aufzug soll ausgetauscht und mit einer Sprachansage versehen werden. Ebenso sollen taktile Leitsysteme Menschen mit eingeschränkter Sehkraft helfen, sich in den Räumlichkeiten zurecht zu finden. Außerdem sollen barrierefreie Sanitäranlagen geschaffen werden.

Zu der Aufrüstung in Sachen Barrierearmut kommt eine Überprüfung und gegebenenfalls Instandsetzung der Lüftungsanlage. Büchereileiterin Dagmar Plümer gibt außerdem zu bedenken, dass die Leuchtmittel teils noch aus den 80er Jahren sind. Die Bezirksregierung Arnsberg hat eine Zuwendung in Höhe von 795.000 Euro bewilligt, um das Projekt zu unterstützen.

 

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Die neu gestaltete Kinderbibliothek (KiBi) in der Stadtbibliothek Aachen

 Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt die Neugestaltung der Kinderbibliothek in der Stadtbibliothek Aachen vor.

Nachdem für die Jugendlichen 2018 mit der youthfactory in der Stadtbibliothek Aachen ein eigener Ort geschaffen wurde, blieb der Raum für die Kinder (bis 12 Jahre) mit einigen Lücken zurück. Die KiBi musste neu aufgestellt werden, um veränderten Anforderungen in den verschiedensten Bereichen gerecht zu werden und für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.

Allgemeine Rahmenbedingungen

Das Aachener Bibliothekssystem umfasst neben einer Zentralbibliothek – bestehend aus Erwachsenenbibliothek, Musikbibliothek, Kinder- und Jugendbibliothek – weiterhin den Bücherbus FABIAN, zwei Stadtteilbibliotheken und vier Nebenstellen. Das bibliothekarische Programm der Bibliothek spricht  grundsätzlich Bürgerinnen und Bürger jeden Alters, aller sozialen Schichten und aller Bildungsgrade an.

AachenNach einer langjährigen stabilen Aufwärtsentwicklung sah sich die Stadtbibliothek Aachen mit zurückgehenden Ausleihen in ihren Einrichtungen konfrontiert. Dieser Trend konnte trotz aller bisher unternommenen Schritte zwar eindeutig verlangsamt, aber nicht umgekehrt werden. Dringend galt es daher, noch umfassendere Maßnahmen zu ergreifen, um die verlorenen Leser zurückzuholen, das vorhandene Leserpotenzial zu binden und verstärkt neue Kunden zu gewinnen
die Bibliothek hat den zuständigen Kulturausschuss detailliert über diese Lage informiert und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vorgestellt.

Eine dieser Maßnahmen betraf die Trennung von Kinder- und Jugendbibliothek:
Der Publikumsbereich der Stadtbibliothek Aachen zieht sich über 4 Etagen mit etwa 4100 Quadratmetern. Im Erdgeschoss befand sich die räumlich kombinierte Kinder- und Jugendbibliothek, aus der der Bereich für Jugendliche in einen eigenen räumlich getrennten Bereich – die youthfactory – 2018 umzog.

Zurück blieb eine „gerupfte“ Kinderbibliothek mit einigen Lücken.

Planung

Die Planungen für die KiBi begannen mit verschiedenen Dienstreisen und privaten Besichtigungen.

Dabei war zu bedenken: Die KiBi musste Platz abgeben, den sie an anderer Stelle mit der neuen youthfactory bereits dazu bekommen hatte und für Veranstaltungen einen Platz finden, da diese aus dem im Haus vorhandenen „Veranstaltungspavillon“ ausziehen sollten. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen, denn der schönste Bereich der KiBi, die Bilderbuchecke, bot sich zwar gemäß der Zielgruppe an, war aber aufgrund der großen Fenster mit Blick in den Lesegarten und der direkten Nähe zur Verbuchungstheke weder zu verdunkeln, noch ausreichend lärmschutzmäßig zu dämmen, um den kleinen, sehr beliebten Formaten wie Bilderbuchkinos ein ruhiges gemütliches Umfeld zu bieten.

Da die Sachbücher ohnehin umziehen mussten, wurde über ein Lerncenter nachgedacht, dass sich dann aber um die bereits vorhandenen PC-Arbeitsplätze gruppieren sollte. Der Zeitschriftenschrank war zu klobig, zu schäbig und eine attraktivere Präsentation der Zeitschriftenhefte war wünschenswert. Die Möblierung der Bilderbuchecke wies aufgrund der intensiven Nutzung nicht unerhebliche Gebrauchsspuren auf und besondere Formate wie Tiptoi brauchten eine eigene Präsentation.
Bei allen Überlegungen spielte auch der Lärmschutz aufgrund der unmittelbaren Nähe der KiBi zum Erwachsenenbereich eine Rolle.

Für die zahlreichen Kitas, mit denen die KiBi gut zusammenarbeitet, sollte eine Alternative zu den Themen-Medienboxen gefunden werden, für deren Abtransport in der Regel ein Auto nötig ist, was den Erzieherinnen nicht immer zur Verfügung steht.
Und da die „Großen“ in der youthfactory eine PS 4 zum Spielen zur Verfügung haben, sollte auch für die „Kleinen“ ein Angebot gemacht werden. Viele Fragen und Ideen – was jetzt noch fehlte, waren die nötigen Mittel.

Im November 2017 stellte die Stadtbibliothek Aachen einen Antrag auf Förderung bei der Bezirksregierung Düsseldorf und bekam ein positives Signal.

Im November 2017 stellte die Stadtbibliothek Aachen einen Antrag auf Förderung bei der Bezirksregierung Düsseldorf und bekam ein positives Signal.

Umsetzung

Der Zuwendungsbescheid kam Anfang Mai 2018 und die Arbeit begann.

Alle MitarbeiterInnen des Hauses wurden informiert und auf dem Laufenden gehalten durch die Vorstellung auf einer Dienstbesprechung und unzähligen e-mails. Viele waren auf ganz unterschiedliche Weise bei kleinen und großen Problemen und Arbeitsabläufen mit eingebunden.

AachenDie Kinder und ihre Begleitpersonen wurden nach und nach informiert über Beschilderungen und die Beratungsplätze vor Ort (Wo sind denn jetzt die Bücher
ab 10?…), denn über die Hälfte der Kinderbibliothek musste im laufenden Betrieb komplett umgeräumt werden.

Hinter den Kulissen wurden die Ausschreibungen vorbereitet und das Gebäudemanagement mit einbezogen. Nach verschiedenen Besprechungen, Sichtung von Katalogen und Diskussionen stand die Richtung fest:

  • Der Veranstaltungsbereich wurde in einem ruhigeren hinteren Bereich eingerichtet, mit einem hohen Regal zum Erwachsenenbereich abgetrennt und mit einer Bereichsinzenierung dekoriert.
  • Der gute alte Diaprojektor hat ausgedient und die Bilderbuchkinos werden mit moderner Technik vorgeführt.
  • Dabei erfüllte sich der zweite große Wunsch der Servicebereichsleiterin  – ein Podest.
  • Das Lerncenter wurde mit kleinen flexiblen Arbeitstischen ausgestattet, die sich leicht zu größeren Einheiten zusammen „rollen“ lassen.
  • Die Zeitschriftenhefte fanden ihren Platz mitten im Bereich der Erzählungen, wo sie erstaunlicherweise besser gesehen und gerne mitgenommen werden.
  • Für die Bilderbuchecke wurden neue Möbel angeschafft – bequeme Sitzbänke für die Erwachsenen, kleine Stühle für die Kinder, eine Bank rund um den vorhandenen Holzbaum, Bilderbuchregale für die Präsentation von Tiptoi-Büchern und eine Willkommensecke mit fremdsprachigen Bilderbüchern.Aachen
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  • Dringend benötigter Stauraum für Veranstaltungsmedien, Führungskisten und Pflege für die Kleinsten (Windeln, Feuchttücher, Tempos …) wurde im Veranstaltungsbereich und im Wickelraum geschaffen.
  • Der Medienbestand wurde überarbeitet und die Kinder freuten sich über viele Neuanschaffungen.
  • Mit einer Nintendo Switch können die Kinder jetzt in der KiBi spielen.
  • Eine Rucksackbibliothek wurde eingerichtet, sodass die Erzieherinnen Medien zu einzelnen Themen rückenfreundlich transportieren können.

 

Im September waren die Arbeiten der Mitarbeiterinnen der Abteilung so  abgeschlossen, dass die Handwerker Einzug halten konnten,  – da verunglückte der zuständige Architekt und musste innerhalb kürzester Zeit vertreten werden. Zum Glück wurde der Bitte um Verlängerung seitens der Bezirksregierung stattgegeben und der vertretende Architekt konnte das Projekt übernehmen und zu Ende bringen.

Die Eröffnungsfeier wurde vorbereitet und die Marketingabteilung lief zu Hochtouren auf. In einem lokalen Familienmagazin (KingKalli) und einem Monatsmagazin (Bad Aachen) erschien zunächst ein Presseartikel mit Foto. In Bad Aachen wurde eine Anzeige geschaltet.

Eröffnung

Zur offiziellen Eröffnung am 07.02.2019 erschien die lokale Presse, Radio (WDR, Antenne AC) und das WDR-Fernsehen, um zusammen mit der Kulturdezernentin Frau Schwier die neue gestaltete KiBi in Augenschein zu nehmen und sich zu freuen.

Mit dem Illustrator Silvio Neuendorf (Käpt’n Sharky), einer Candybar, Bastelaktionen und einem Glücksrad wurde mit vielen jungen Gästen gefeiert.

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Fazit

Am Ende eines langen Wegs steht neben einer sehr erfolgreichen youthfactory eine rundum erneuerte schöne KiBi  in der Stadtbibliothek Aachen.

Aachen extraViel Arbeit neben den weiterlaufenden Aufgaben und Routinetätigkeiten, die in einer erfolgreichen Kinder- und Jugendbibliothek so anfallen – ohne zusätzliches Personal und mit allen kleineren und größeren Problemen und Katastrophen, die sich durch ein Arbeitsjahr ziehen – und vor allem mit furchtlosen, kreativen, fleißigen MitarbeiterInnen, die ihre Zielgruppe lieben.

Bleibt zu wünschen, dass sich die kleinen und großen Gäste auch in den nächsten Jahren wohlfühlen in ihrer KiBi und ihrer youthfactory.

Doch zunächst: Herzlichen Glückwunsch – KiBi !

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Die Stadtbibliothek Aachen stellt sich vor:

Aachen ist eine Großstadt direkt an der Grenze zu Belgien und den Niederlanden. Mit knapp 250.000 Einwohnern ist Aachen eine der größten Städte im Regierungsbezirk Köln. Die Stadtbibliothek hat zwei Zweigstellen und vier Nebenstellen. Die Zentralbibliothek liegt zentral in der Stadt. Darüber hinaus unterhält die Stadtbibliothek einen Bücherbus mit 20 Haltestelle innerhalb der Stadt. Durch vergangene Projekte entwickelte sich die Stadtbibliothek in den letzten Jahren mehr und mehr zu einem Aufenthaltsort für die Nutzer der Stadt Aachen. Durch Kooperationen wie dem Kulturbus der Stadt Aachen und anderen ist ein abwechslungsreiches Veranstaltungsangebot entstanden. Neben Kinderveranstaltungen gibt es historisch – Informative Veranstaltungen, Führungen, Kreativworkshops und eine regelmäßige Besprechung des Buchkritikers Denis Schenk zu den neusten Veröffentlichungen der letzten Monate..

Ansprechpartnerin:

Birgit Schebben
Stadtbibliothek Aachen

Tel.: 0241/432 38904
Fax: 0241/432 38697
birgit.schebben[at]mail.aachen.de

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„Digital Kids“ in der Stadtbibliothek Paderborn

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u. a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das neue Angebot „Deine Inspiration“ in der Stadtbibliothek Paderborn vor.

Ausgangssituation

Die Stadtbibliothek Paderborn hat seit 2014 ihr Bibliothekskonzept umgestellt auf das dänische „4-Räume-Modell“. Die Stadtbibliothek hat daraus 3 Räume übernommen: Lernraum, Treffpunkt und Inspiration.
2014 hat die Stadtbibliothek als Erstes den Lernraum Bibliothek umgesetzt. Das Projekt war richtungsweisend für die weitere Entwicklung der Bibliothek. Mit einer Veranstaltungsreihe zum Thema „Treffpunkt Bibliothek“ und „Lernraum Bibliothek“ haben die Paderborner Kunden die neuen Angebote der Bibliothek sehr gut angenommen.

Seit mehr als 10 Jahren bietet die Stadtbibliothek Paderborn in der Kinder- und Computerbibliothek ein Experimentarium an. Im Experimentarium werden Kindern spielerisch naturwissenschaftliche Vorgänge vermittelt. Das Projekt „Digital Kids“ soll daran anknüpfend Kindern über Spielen, Tüfteln und vor allem Spaß ein Verständnis für die digitale Welt der Zukunft vermitteln.

Planung

Auch in der Stadtbibliothek Paderborn ist die Digitalisierung sowohl in internen Arbeitsabläufen als auch im Angebot für unsere Nutzer unabhängig vom Alter mittlerweile Alltag.

Doch ist der frühe Umgang mit digitalen Medien schädlich für Kinder? Oder eröffnet er neue Chancen im Bildungsbereich? Oder sollte gar das Prinzip gelten: Je früher, desto besser, um in der Zukunft bestehen zu können? Eins war für uns entscheidend: Wichtig bei der frühzeitigen Mediennutzung ist, dass Erwachsene die ersten Erfahrungen im Umgang mit Medien stets begleiten.

Aus diesen Überlegungen entwickelten wir das Konzept für unser Projekt “Digital Kids”.

Kindergartenkinder und Schüler der ersten und zweiten Klasse sollen spielerisch das Konzept des Codings erlernen: mit einfachen programmierbaren Robotern, wie BeeBots und Dash. Für die gleiche Zielgruppe werden analoge und digitale Medien verbunden über Angebote wie Bilderbuchapps auf Tablets, Tonie-Boxen und Tiptoi-Stiften. Der Medienbestand soll durch spezifische Kindermedien und Programmieranleitungen für Kids ergänzt und das Projekt zusätzlich durch verschiedene Veranstaltungen erweitert.

Realisierung des ProjektesLandesförderung 2018 in Bearbeitung

Zum Projektbeginn starteten wir mit der Anschaffung von Medien und den technischen Geräten. Dazu gehörten Roboter wie Dash, Dot, Cubetto und Beebot, interaktive Medienpakete wie Tiptoi, Bookii, Tonie-Boxen und Tonie-Figuren und Programmier-Lern-Hilfen wie Calliope Mini und MakeyMakey. Außerdem gab es neue Tablets mit Lern-Apps und dazu passenden Büchern. Die ersten praktischen Erfahrungen mit diesen neuen Dingen war für uns spannend, unterhaltsam und lehrreich.

Während dieser Phase des Kennenlernens entwickelten wir weitere Ideen zur Umsetzung im Alltag –Landesförderung 2018 in Bearbeitung zum Beispiel die Erweiterung von thematischen Teppichen für die Beebots.

Im zweiten Schritt wurde verschiedensten Zielgruppen in drei Workshops die Möglichkeit gegeben, das neue Angebot kennenzulernen und auszuprobieren.
Dazu wurde ein externes Expertenteam engagiert, die mit einem didaktisch ausgearbeitetem Konzept spannende und lehrreiche Nachmittage für Erzieherinnen, Lehrerinnen und Eltern mit Kindern durchführten. Alle hatten viel Spaß und hätten Cubetto und Beebot gerne sofort mit nach Hause genommen.

Der dritte und letzte Schritt war die praktische Umsetzung im Bibliotheksalltag. Kaum waren Tonieboxen, Beebots und Co. im Regal, waren sie auch schon weg.

Die Resonanz war überwältigend. Es mussten noch mehr Tonieboxen und Beebots nachgekauft werden. Die Umsetzung des regelmäßigen Veranstaltungsangebotes musste schnell realisiert werden. Seit dem wandern mit unserem Bibliotheksmaskottchen Mampfred nun Beebots und Bilderbuchapps in die Kooperations-Kitas. Mit dem #DigitalDienstag wurde ein wöchentliches Angebot für alle Interessierten ins Leben gerufen, bei dem immer wieder wechselnde Angebote von den Kindern entdeckt und genutzt werden können.Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Fazit

In der bisherigen Reflexion ist das Projekt “DigitalKids” ein voller Erfolg. Das anhaltende Interesse, sowohl an den Medien als auch den Veranstaltungen, bestärkt dies. Wir sind davon überzeugt, dass das Thema Digitalisierung schon für Kinder ab 4 Jahren mit attraktiven und altersgemäßen Angeboten und einer pädagogischen, spielerischen Anleitung sinnvoll ist.

Spaß bringt es für Kinder, Erwachsene und Bibliotheksmitarbeiter.


Die Stadtbibliothek Paderborn stellt sich vor:

Paderborn liegt nicht nur geografisch in der Mitte des Paderborner Landes, die mehr als 150.000 Einwohner zählende Universitätsstadt ist auch wirtschaftliches und kulturelles Zentrum eines Gebiets, das weit über die Grenzen des Paderborner Landes hinausreicht. Dank der enormen Entwicklung in den letzten Jahrzehnten zeigt sich Paderborn heute als lebendige, aber immer noch überschaubare Großstadt. Die Stadtbibliothek Paderborn ist in kommunaler Trägerschaft und hat 4 Standorte (Zentralbibliothek, Kinder- und Computerbibliothek, Schul- und Stadtteilbibliothek Elsen, Schul- und Stadtteilbibliothek Schloß Neuhaus). Mit über 110.000 Medien im Bestand und über 600 Veranstaltungen im Jahr 2018 im Jahr bietet die Stadtbibliothek ihren Nutzern ein umfassendes Angebot.

Ansprechpartner:
Katrin Stroth
Stadtbibliothek Paderborn
Am Rothoborn 1
33098 Paderborn
Tel. 05251-881166
k.stroth[at]paderborn.de

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„Platt, aber glücklich!“ – der Rote Faden 2018/2019 ist gesponnen

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung und Organisation von Fortbildungen. Dieser Beitrag wurde von dem Strategieberater Andreas Mittrowann geschrieben, der die vom Land Nordrhein-Westfalen finanzierte Fortbildung „den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ begleitet.

Mittrowann_Autorenfoto_19_10_08Am 24. und 25. September 2019 fand in Düsseldorf der Abschluss-Workshop für die Fortbildungsreihe „Den Roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ der Fachstelle für Öffentlichen Bibliotheken NRW in Kooperation mit dem ZBIW Köln statt. Die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus öffentlichen kommunalen und kirchlichen Bibliotheken konnten während des ersten Tages zunächst die Vermittlung ihrer fertiggestellten Bibliothekskonzeptionen an Entscheider, Partner oder die Öffentlichkeit üben und wurden dabei von den beiden erfahrenen Kommunikationstrainnerinnen Christiane Brockerhoff und Marion Creß unterstützt. Ziel war es, eine Präsentation innerhalb von 5 bis 7 Minuten zu den wesentlichen Inhalten der Strategie zu erarbeiten. In einem zweiten Schritt bestand die spannende Herausforderung darin, dieses Ergebnis dann in einer noch weiter komprimierten Version von zwei Minuten zu bündeln – immer mit dem Ziel, die wesentlichen Aussagen in einer überzeugenden Kombination aus Inhalten, Rhetorik und Körpersprache zu vermitteln. In ihrem Feedback hoben die Teilnehmer/innen besonders den wichtigen Übungseffekt und die praktischen Tipps durch die Trainerinnen hervor. Fazit: „Weniger ist mehr!“.

Am zweiten und letzten Tag stand dann der Abschluss mit den Strategie-Coaches Sonja Bluhm und Andreas Mittrowann im Mittelpunkt: Dabei ging es zunächst um ein letztes Feedback zu den erstellten Gesamtkonzeptionen und ihre „Highlights“ sowie um die nächsten Schritte: Welche Werkzeuge kann ich nutzen, um die Umsetzung der Konzeption zu einem nachhaltigen Erfolg zu gestalten? Zu den Antworten auf diese Frage zählten unter anderem die Tools „Road Map“ und „Kanban“. Im zweiten Teil standen dann erneut die Kurzpräsentationen der Teilnehmer/innen mit ihren Weiterentwicklungen vom Vortag im Mittelpunkt sowie das Feedback durch die Gruppe und die Coaches.

Besonders begeistert waren das Team der Fachstelle und die Coaches von der Qualität der erarbeiteten Konzepte, die unter anderem die wichtigen Bausteine Bibliotheksvision, Ist- und Umfeldanalyse sowie Handlungsfelder und Zielstellungen enthalten. Dabei kommt es nicht immer nur auf die Papierform an, sondern auch auf den inhaltlichen Klärungsprozess. So berichtete eine Bibliotheksleiterin begeistert, dass bereits vor Abgabe der Konzeption zwei Teilzeitstellen genehmigt worden seien, da sie selbst die künftige Ausrichtung der Bibliothek überzeugend habe darstellen können. Weitere Bibliotheken aus dem Teilnehmerkreis konnten bereits von erfolgreichen Präsentationen in den städtischen Gremien berichten

Und das Resümee auf die Workshop-Reihe insgesamt? „Dranbleiben lohnt sich!“ – so nur eine der zahlreichen Rückmeldungen aus dem Kreis der Teilnehmer/innen. „Sicherheit für die Argumentation“, „Team: motiviert“, „Rückhalt: positives Feedback in der Gruppe“ oder „Wir hatten Spaß und Pilgerbier“ sind nur einige weitere der erfreulichen Äußerungen zu dieser dritten Durchführung der Workshop-Serie. Besonders gefreut haben wir uns natürlich sowohl seitens der Fachstelle als auch der Coaches über die Aussage „Tolle Zusammenarbeit und Unterstützung in allen Phasen!“. Die Übergabe der Zertifikate und ein (alkoholfreier) Cocktail rundeten den Tag und die Serie ab. Besser als in dem Teilnehmer-Zitat „Platt, aber glücklich“ können wir es nicht zusammenfassen…

Die gute Nachricht zum Schluss: Auch 2020 wird es einen Roten Faden geben! Die Informationen dazu erhalten Sie demnächst auf diesem Blog und weiteren Kanälen. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

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Fortsetzung „Make IT 2018“- Mobiles Makerspace der Stadtbibliothek Greven

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das Konzept „Make IT“ der Stadtbibliothek Greven vor, in welchem es darum geht, Kinder spielerisch für Making und Programmieren zu begeistern.

Make IT 2018 ergänzt das Projekt aus 2017, dass sich vorrangig mit dem Einsatz von Digitalen Tools in Grundschulen beschäftigte. 2018 haben wir dieses Thema um Angebote für Kitas und weiterführende Schulen erweitert. So konnten in 2018 47 Workshops und Fortbildungen für Schülerinnen, für Lehrerinnen, Erzieherinnen und Kolleginnen aus anderen Bibliotheken durchgeführt werden.

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Logo des Make IT-Projekts

Neue Tools / Laptops und Tablets

Aus Projektmitteln wurden 2018 drei Thymiokoffer mit je sechs Wireless Thymios angeschafft, außerdem ein Koffer mit 12 Ozobot EVOs und zwei BeeBot-Sets incl. Ladestationen.
Alle Koffer werden an Schulen ausgeliehen. Zum Start testen Medienberater im Kreis Steinfurt die Tools mit Schülern. Sie haben vorhandene Konzepte geprüft und eigene Unterrichtsvorschläge für Schulen erstellt. Thymios werden für Schüler in der Sekundarstufe 1 empfohlen. Eine Anleitung ist online zu finden. Von den Konzepten profitiert die Stadtbibliothek bei Make IT – Tagen und bei Workshops. Geplant ist z.B. ein Lightpainting-Workshop im Rahmen des SommerLeseClubs mit Thymios.

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Neuer Laptops und Thymio-Roboter

Außerdem hat die Bibliothek mit Projektmitteln zwei Laptops und fünf iPads angeschafft. Mithilfe von Eigenmitteln wurden weitere fünf iPads gekauft. Mit den inzwischen vorhandenen vier Laptops und aktuell 17 Tablets können in der Stadtbibliothek größere Lerngruppen arbeiten und auch Sonderaktionen wie die Make IT-Tage oder Nacht der Bibliotheken stattfinden.

Fortbildung des Teams

Wenn wir über unser Make IT Projekt berichten oder angefragt werden, werden wir immer wieder gefragt, wie wir für die Fortbildung des Teams sorgen.
Unter anderem werden in kleineren und größeren Teamrunden regelmäßig neue Tools und Techniken vorgestellt.
Bei den vielen Workshops und Fortbildungen der Bibliothek sind immer Mitglieder des Teams dabei. So werden einzelne Kolleg*innen Experten für einzelne Tools und geben ihr Wissen an andere weiter.
Außerdem dürfen alle Mitarbeiter Tools und Tablets ausleihen, um Dinge Zuhause auszuprobieren oder um mit Kindern Aktionen durchzuführen (im Freundeskreis, in der Kita, Kindergeburtstag …).

Medienkompetenzrahmen und Nutzung von Apps

Alle Angebote der Bibliothek sind mit Hinweisen auf den neuen Medienkompetenzrahmen NRW (MKR) versehen. Zukünftig wird das mithilfe von Punkten erfolgen, welche jeweils in dem durch ein Angebot abgedeckten Kompetenzbereich im MKR dargestellt werden. Das erleichtert Schulen, die Bibliothek bei der Planung ihres Medienkonzeptes, welches in 2020 fertig gestellt sein muss, einzuplanen.
Bei der „Bepunktung“ ist zu unterscheiden, wie die Tools eingesetzt werden. Für das Beispiel Kahoot-Quiz kann man den Umgang mit Tablets schulen, wenn Schülerinnen ein vorbereitetes Quiz spielen (grüner Punkt). Wenn aber die Schülerinnen selbst ein Kahoot erstellen, sich dafür selbst anmelden, Quellen zur Recherche benennen und Bildrechte wahren können, werden mehr Lernziele erfüllt (abhängig von der Altersstufe).

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Der Medienkompetenzrahmen NRW mit entsprechend bepunkteten Kompetenzbereichen


Aktionen mit Schulklassen und Kita-Gruppen

In Greven haben sich Auftaktworkshops mit Klassen und Gruppen bewährt, in denen wir einen Roboter, eine App oder ein Programm mit der ganzen Klasse ausprobieren. Nach einer kurzen Einführung probieren die Schüler selbst wie es geht. So lernen Schüler und Lehrer den Einstieg in die Nutzung und können das Tool im Unterricht leichter einsetzen. Am Rande ist Zeit, Lehrern Tipps für das weitere Vorgehen zu geben.

Dieses wenden wir an für Robotiktools wie BeeBots, Ozobots, Thymios, für Apps z.B. im Bereich  StopMotion (Trickfilm), GreenScreen (von DoInk) sowie BIPARCOURS, Kahoot, LearningApps, QR-Code Rallyes usw.
Manche Apps wie GreenScreen-Apps lassen sich auf diese Weise mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nutzen. Alle lernen das Tool zunächst kennen und natürlich sind die späteren Anwendungen unterschiedlich. Beispiel: Foto von einem Kitakind, das auf einem Besen über die Stadt fliegt oder ein Abiturient dreht einen Erklärfilm zu Karl Marx.

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Fotos vor dem Greenscreen

 

Augustinusstunde als Versuchswerkstatt

Vor zwei Jahren hat das fußläufig nur fünf Minuten entfernte Gymnasium Augustinianum eine Differenzierungsstunde für Klasse 5 bis 7 eingeführt. Schülerinnen und Schüler (SuS) ohne Förderbedarf kommen seither zur Forderstunde in die Stadtbibliothek. Die zuständige Lehrerin formuliert in Abstimmung mit der Bibliothek Module zu digitalen Inhalten, zwischen denen die SuS wählen dürfen. Jedes Modul kann ca. 6 Unterrichtsstunden umfassen. Die SuS beschäftigen sich in Gruppen z.B. mit Kahoot, StopMotion, GreenScreen, LearningApps, Biparcours, Thymios, QR-Code-Rallyes etc. Dabei starten die meisten Module mit einer kurzen Anleitung. Anschließend arbeiten die Schülerinnen selbständig. Inzwischen gibt es Schüler-Experten für einzelne Module und diese wiederum leiten die „Neuen“ an.
In fast allen Modulen benötigen die SuS Wissen über den Umgang mit Bild- und Filmrechten. Dies wird regelmäßig thematisiert. Fertigkeiten, wie das Anmelden, Speichern, Exportieren und natürlich das kollaborative Arbeiten werden ebenfalls vermittelt. Regelmäßig werden die Ergebnisse- meistens Medienprodukte- im Plenum vorgeführt.
Da die SuS aus unterschiedlichen Klassen, der 5. bis 7. kommen, verbreiten sich die Kenntnisse schnell weiter. Die beteiligten Lehrer
innen wenden die gewonnen neuen Methoden inzwischen routiniert im sonstigen Unterricht an.
Für das Bibliotheksteam ist die Augustinusstunde ein Glücksfall. Ohne großen zeitlichen Druck konnten wir in diesen Stunden neue Tools mit Schülern ausprobieren, sie sicher Anwenden lernen und erkennen, was gut funktioniert und was sich verbessern lässt. Wir haben auch viel durch die Kreativität der Schüler dazu gelernt.

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Landesförderung 2018 in Bearbeitung

Lehrerinnen und Erzieherinnen: Fort- und Ausbildung

Für Lehrerinnen und Erzieherinnen gibt es viele unterschiedliche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten.
U. a. können sie neue Tools über in der Stadtbibliothek stattfindenden Auftaktworkshops kennenlernen. Häufig sind Lehrerinnen oder Bibliothekskolleginnen bei den Make IT -Tagen in der Bibliothek anwesend. Ende 2019 wird eine Delegation von 20 chinesischen Lehrern, welche zu Gast beim Zentrum für Lehrerbildung in Münster sind, zu einem der Aktionstage in die Bibliothek kommen. Darüber hinaus finden Informationsgespräche mit einzelnen Lehrern oder Schulleitungen zu Angeboten der Bibliothek statt.
An Fachtagen von Kitas und Schulen in Greven beteiligt sich die Bibliothek mit Workshops und Vorträgen. Möglichkeiten für Fortbildungen bestehen auch immer wieder in Verbindung mit Fachkonferenzen.

Als Referentin waren Sigrid Högemann und Dagmar Schnittker (StB Ibbenbüren) häufig bei Medientagen für Lehrer*innen der Medienberatung NRW aktiv.
Am 6. Juni 2019 hat im Rahmen einer Ringvorlesung #Lehrerbildung digital@kompetent an der Uni Münster ein Vortrag der Medienberaterin Katja Möhring zusammen mit Sigrid Högemann zum Thema „Praktische Umsetzung des Medienkompetenzrahmen in Grundschulen“ stattgefunden.
Seit zwei Jahren machen immer wieder Lehramtsstudenten ihr „Außerschulisches Praktikum“ in der Stadtbibliothek Greven. In ihrer Ausbildung spielen digitale Tools (noch) kaum eine Rolle. Deshalb ist das Make IT-Projekt für sie besonders interessant. Wir würden uns wünschen, dass viele Bibliotheken Lehramtsstudenten als Praktikanten annähmen. Das könnte die Verbindung von Schule und Bibliothek nachhaltig stärken (Anm. der Red.: Lehramtsstudenten leisten während des Bachelorstudiums ein mindestens vier­wöchiges – in der Regel außer­schulisches – Berufs­feldpraktikum ab. Sie werden in dieser Phase von Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung (ZfsLs) betreut. Wenn man einen Praktikumsplatz anbieten möchte, kann man sich in dafür bereitgestellten Datenbanken der ZfsLs eintragen lassen, aus welchen die Studenten dann auswählen können).


Außerschulische Workshops und Aktionstage

Die neuen Tools können in der Regel von Privatnutzern nicht ausgeliehen werden. Damit sie jedoch auch einen Zugang zu den Geräten haben, bietet die Stadtbibliothek Greven immer wieder offene Aktionen und Workshops an.
Einmal im Monat findet der Make IT – Tag statt. Mit  zwischen 70 und 200 Besuchern werden die sehr gut angenommen. Viele Erwachsene, insbesondere viele Väter kommen mit ihren Kindern oder um sich selbst zu informieren. Viele Eltern arbeiten selbst in technischen Berufen oder in der Lehre. Dadurch haben sich viele wertvolle neue Kontakte ergeben, aus welchen wiederum weitere Aktionen entstanden sind. Jugendliche helfen ehrenamtlich bei der Betreuung der Angebote an Make IT-Tagen.

Zwischen Oktober 2018 und April 2019 hat die 2. Offene Grevener Stadtmeisterschaft in Lego Mindstorms Sumowrestling stattgefunden.
In den Sommerferien 2018 betreute Uwe Dresemann zwei Workshops mit dem Calliope Mini („Bau dir ein Klavier“ / „Mathe-Wurfmaschine“). Die Teilnehmer konnten die Calliope anschließend vier Wochen ausleihen und selbst weiter experimentieren. Während des  SommerLeseClubs 2019 wird das Bibliotheksteam viele Make IT – Aktionen als Workshops anbieten und Stationen wie GreenScreen, Trickfilm und weitere Geräte und Angebote dauerhaft bereitstellen. Für besondere Ergebnisse wird es Lese-Oskars geben.

Fortbildung für Bibliothekskolleg*innen

Von Herbst 2018 bis Frühling 2019 hat die vom ZBIW organisierte Fortbildungsreihe „Medienpass NRW – Digitale Angebote Öffentlicher Bibliotheken“ mit den Referentinnen Eva Göring (Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW), Dagmar Schnittker (StB Ibbenbüren) und Sigrid Högemann (StB Greven) und einmal mit Kathrin Gade (Medienberatung NRW, LWL Münster) stattgefunden. Die Veranstaltung war so stark nachgefragt, dass anstatt der ursprünglichen geplanten einen Fortbildung fünf Termine stattgefunden haben; einmal in Münster, einmal in Ibbenbüren und drei Mal in Greven. Teilgenommen haben Kolleg*innen aus Bibliotheken aus ganz NRW.
Außerdem haben Besuche durch weitere Bibliotheksteams in Greven stattgefunden oder Beratung per Skype stattgefunden. Am Rande von Terminen ergaben sich viele weitere Gespräche zu dem Projekt.

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Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2019“

Der Erfolg des Projektes Make IT wurde im März 2019 auf dem Bibliothekskongress in Leipzig mit der Auszeichnung „Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2019“ gekrönt.
Der Preis wird von De Gruyter gestiftet und in Kooperation mit der Zeitschrift Bibliothek: Forschung und Praxis (BFP) und dem Netzwerk Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung verliehen.

Weitere Informationen / Links

Projekt Make IT
Beebots zum Ausleihen (der Stadtbibliothek Greven)
Ausleihboxen Ozobots der Stadtbibliothek Greven
Padlet – Informatik in der Grundschule – Ideen, Module, Materialien zusammengestellt von Katja Möhring, Medienberaterin im Kreis Steinfurt
Padlet – Ozobot, Robotik für Grundschulen – Alles rund um Ozobots, Tipps zum Einkauf, selbst erstelltes Unterrichtsmaterial, Projektideen und Hinweise vieler aus dem Netz …, zusammengestellt von Katja Möhring
Medienkompetenzrahmen NRW
Internettools für Schulen
Eine Tabelle mit Internettools für Schulen. Stand 3.2019
(PDF-Datei; 202,99 KB)
Robotiktools
Eine Tabelle mit Robotiktools, Preisen, Bezugsquellen. Stand 3.2019
(PDF-Datei; 124,92 KB)
• Bibliothek erhält Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2019
Prezi zum Projekt Make IT
Präsentation Make IT anlässlich der Preisverleihung für die Stadtbibliothek als „Zukunftgestalter in Bibliotheken in 2019“

Ausblick

Auch wenn die beiden Make IT – Projekte 2017 und 2018 abgeschlossen sind, wird uns das Thema weiter beschäftigen. Weitere Workshops und Fortbildungen sind geplant. Die Neukonzeption des SommerLeseClubs passt genau in unser Make IT_Konzept. Nach und nach werden wir ein „stationäres“ Makerspace aufbauen. Ein 3D-Drucker wurde im Frühjahr 2019 angeschafft. Ein nächstes großes Thema ist dabei die Ausweitung auf das Thema „Lebenslanges Lernen“.



Die Stadtbücherei Greven stellt sich vor:

Greven ist eine nördlich bei Münster gelegene Mittelstadt mit ca. 37.000 Einwohnern.
Die Stadtbibliothek Greven verfügt über 5 1/2 Personalstellen und verzeichnet rund 130.000 Besuche im Jahr.

Weitere Informationen auf der Webseite der Stadtbibliothek unter:
https://www.greven.net/bildung_soziales_generationen/bildung/stadtbibliothek/startseite.php
sowie auf der Facebook-Seite der Bibliothek unter:
https://www.facebook.com/StadtbibliothekGreven/
Ansprechpartnerin:
Sigrid Högemann
(Bibliotheksleitung)

Kirchstraße 3
48268 Greven

E-Mail: sigrid.hoegemann@stadt-greven.de

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Erfolgsstory Roter Faden – Bibliotheken sind (wieder) Thema!

Freudiges Stimmengewirr liegt in der Luft. Die hohen Außentemperaturen tun der Wiedersehensfreude keinen Abbruch. Aufeinander treffen zehn Bibliotheksleitungen, die in den ersten zwei Durchgängen an der Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ unter Federführung von Sonja Bluhm und der fachlichen Begleitung der Fachstelle teilnahmen. Es fühlt sich ein bisschen wie ein Klassentreffen an; ein Treffen mit dem Ziel einen Blick zurück zu werfen.

Was bewirkte das Bibliothekskonzept nach ein bis zwei Jahren in den Bibliotheken vor Ort? Wissend der Tatsache, dass konzeptionelle Arbeit anspruchsvoll und zeitaufwendig ist, stellt sich die Frage: Lohnt sich die Mühe?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage kann und wird es nicht geben. Im Folgenden sind drei Facetten beleuchtet, auf die sich ein Konzept konkret auswirkt.

fachlich

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Fachlich

In einem Punkt sind sich die meisten Anwesenden einig. Ein Konzept führte zu einer Professionalisierung. Nicht nur in der eigenen Arbeit, sondern auch in der Wahrnehmung von außen. Die Akzeptanz der Bibliothek ist Mancherorts „so hoch wie nie“. Andernorts ist der fachliche Inhalt der Konzeption so überzeugend, dass die Verwaltung die Bibliothek als Best-Practice Beispiel für andere Kultureinrichtungen heranzieht.

Auch der Eindruck in der Politik ändert sich. Auf Grundlage der Konzeption fordern Fraktionen eine zukunftsweisende Weiterentwicklung der Bibliothek.

Neue Bildungspartnerschaften und Veranstaltungsangebote entstehen, interne Abläufe neu gedacht. Dies führt dazu, dass die Bevölkerung ebenfalls auf die Veränderungen reagiert. Besucherzahlen und Ausleihzahlen steigen. Die Angebote der Bibliothek entwickeln sich so gut, dass die Nachfrage mit den vorhandenen Ressourcen nicht zu decken ist. Hier kann nun klar kommuniziert werden, was leistbar ist und wo das Angebot zwangsläufig Grenzen finden muss. „Es ist hilfreich, wenn die Kunden den Bedarf direkt an die Verwaltung herantragen“. So bleibt die Bibliothek in Bezug auf die notwendige Ausstattung präsent.

Die Entwicklungen von Kommune zu Kommune sind unterschiedlich. Aber eins ist geschafft – die Bibliothek ist (wieder) Thema!

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Persönlich

Nicht nur fachlich lassen sich Veränderungen feststellen. Vielmehr führt der Weg der Konzepterstellung auch zu persönlichen Erkenntnissen. Wie weit diese um sich greifen ist ebenfalls unterschiedlich. Sie reichen von der Frage „Bin ich hier eigentlich noch richtig?“ bis hin zu neuem Mut und offensivem Auftreten.

Die Frage „Bin ich hier eigentlich noch richtig?“ soll nicht als Platzhalter für eine Sinnkrise stehen. Sie bildet vielmehr die Realität in Klein- und Mittelstadt Bibliotheken ab. Denn meistens stellt sich beim Blick auf die Analysen heraus, dass das IST dem SOLL weit hinterherhinkt. In der Regel liegt dies nicht am mangelnden Engagement der Bibliotheksleitungen, sondern an der zögerlichen Investitionsbereitschaft von Kommunen für Ihre Bibliotheken. Unter der Gesamtschau der Rahmenbedingungen ist die aufgeworfene Frage mitunter also zu recht zu stellen.

Auf der anderen Seite liefert ein Konzept die nötige Sicherheit, um souverän aufzutreten. Das Vorbringen von schwierigen Themen fällt leichter, wenn fachlich fundierte Tatsachen im Hintergrund stehen. Dies erleichtert eine klare Position zu einem Thema, dass auch im Diskurs vertretbar ist.

„NEIN sagen“ spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Fast alle Anwesenden sind sich darüber einig, dass das „NEIN sagen“ ein schwieriger Lernprozess ist, den die Konzepterstellung klar begünstigt. Zu wissen, dass es mit den vorhandenen Ressourcen nicht möglich ist „Alles für Alle“ anzubieten wirkt entlastend. Das Wissen darüber, was möglich ist gibt Sicherheit.

Das oftmals vorhandene Bauchgefühl wird durch Zahlen und Fakten untermauert, die nicht ohne Weiteres wegzuwischen sind. Das führt dazu, Entscheidungsträger von der Sache zu überzeugen.

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Finanziell

Überzeugte Entscheidungsträger finden sich in so mancher „Roter Faden- Kommune“.

In der Konsequenz wirkt sich das auf die finanzielle Lage der Bibliothek aus. Durchsetzen von Stellenentfristungen, Realisierung von Nachbesetzungen und Höhergruppierungen sowie Einrichtung von neuen Stellen sind Ergebnisse daraus.

Auch angepasste Etas sind die Folge. Manche einmalig, andere dauerhaft. So hat eine Mittelstadt ihren Medienetat von 20.000€ auf 60.000€ verdreifacht! An anderer Stelle gibt es erstmalig einen eigenen Etat für Veranstaltungen. Anderswo wirbt die Konzeption großzügige Spenden für die Neumöblierung ein.

Die Mittel zur RFID-Einführung und Umsetzung von Neumöblierungskonzepten stehen anstandslos bereit. Es gibt sogar erste konkrete Ideen bei Neubaufragen und Standortwechseln.

Ohne Frage ist der gangbare Weg der Konzepterstellung nicht ohne Fleiß, Mühe und Anstrengung zu gehen.

Der Eingangsfrage „Lohnt sich die Mühe?“ steht am Ende jedoch ein klares und strahlendes JA der Anwesenden gegenüber!

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Dormagen: Digitale Kinderwelten

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das Projekt „Digitale Kinderwelten“ in der Stadtbibliothek Dormagen vor.

 

Ziel dieses Projektes war es, die Stadtbibliothek als innovative und moderne Dienstleisterin für die Grundschulen und Kindergärten zu etablieren. Dabei wurde unter anderem die Kinderbibliothek im Untergeschoss moderner und attraktiver gestaltet und mit neuen Medien ausgestattet. Außerdem sollte der Einsatz digitaler Medien, wie zum Beispiel Tablets oder Beamer, vorangebracht werden und vor allem die Chancen und Möglichkeiten der neuen Technik in den Vordergrund gestellt werden. Digitale Medien sollten als „Werkzeug“ genutzt werden, um bei der Umsetzung pädagogischer Ziele zu helfen.

 

Aktualisierung und Ausbau des Medienbestandes

Es erfolgte eine Aktualisierung und ein Ausbau des Medienbestandes an Apps, Büchern (u.a. TING, TipToi, Bookii) und Nonbooks (wie beispielsweise Tonies und Konsolenspiele).

 

 

Anschaffung digitaler Endgeräte 

Darüber wurden verschiedene digitale Endgeräte beschafft. Diese wurden zum einen vor Ort bei Schul- und Kindergartenführungen in der Bibliothek eingesetzt. Zum anderen konnten die Geräte von Schulen und Kindergärten, deren Personal an einem Fortbildungsangebot der Stadtbibliothek teilgenommen hat, ausgeliehen werden .

Die Stadtbibliothek hat bereits begonnen, in Kooperation mit einigen Kindertagesstäten und der Schulverwaltung modellhaft verschiedene Angebote zu entwickeln und stellt sie dann im Lauf des Jahres 2019 anderen interessierten Schulen und Kindergärten zur Verfügung. Oberstes Prinzip bei der Anschaffung und beim Einsatz digitaler Geräte war immer, dass sie nur als Mittel eingesetzt werden, um kreative Ideen im Bereich Medienkompetenz- sowie Lese- und Sprachförderung umzusetzen. Dabei wurde u.a. auf Ideen, die in den Büchern „Digital Genial“ sowie „Mit Medien kompetent und kreativ umgehen“ vorgestellt werden, zurückgegriffen.

Darüber hinaus soll nach und nach eine App-Bibliothek aufgebaut werden, in denen sowohl Apps aus den verschiedenen Bildungsbereichen als auch Apps zur Leseförderung gesammelt und auf den im Projekt gekauften Tablets zur Verfügung gestellt werden. Diese können dann sowohl von unseren Kooperationspartnern, den Vorlesepatinnen, sowie bei den verschiedenen Vorleseaktionen der Bibliothek eingesetzt werden.

 

Schulung

Darüber hinaus nahmen die Mitarbeiter*innen der Kindergärten und der Bibliothek an einer zweiteiligen Schulung in der Stadtbibliothek teil. Der Medienpädagoge Johannes Wentzel vom Verein Blickwechsel informierte sie über die Möglichkeiten, die die neuen Technologien für die tägliche Arbeit bieten.

 

In einem ersten Teil wurden überwiegend theoretische Grundlagen vermittelt. Darauf aufbauend konnten dann im zweiten Teil der Fortbildung verschiedene Medien und beispielhafte Anwendungen von den Teilnehmenden ausprobiert werden. Dabei wurde demonstriert, wie neue Medien und Technik sinnvoll in den Schul- und Kindergartenalltag integriert werden können. Der souveräne und kreative Umgang mit den neuen Medien ist nämlich die Voraussetzung dafür, die digitalen Medien in ein medienpädagogisches Gesamtkonzept einzubetten. Erst wenn man die Einsatzmöglichkeiten der neuen Medien genau kennt, kann man entscheiden, welche Angebote man einsetzen möchte. Ein Schwerpunkt des Projektes lag deshalb in der Qualifizierung des Personals (Bibliothek, Schulen, Kindertageseinrichtungen) und der Vermittlung von beispielhaften Einsatzmöglichkeiten verschiedener digitaler Geräte.

 

Fazit
Die im Rahmen des Projekts angeschafften Medien erfreuen sich großer Beliebtheit und werden (nicht nur) von Kindergärten sehr gut nachgefragt. Renner sind hier, wie in vielen anderen Bibliotheken auch, die Tonies, die uns förmlich aus der Hand gerissen werden…
Durch die gemeinsam mit einigen Kindergärten und Grundschulen mit viel Spaß durchgeführten Fortbildungen haben wir zum einen neue Kooperationspartner*innen gewinnen können, zum anderen die Bibliothek einmal mehr als Dienstleisterin im Bereich Neue Medien präsentieren können.
Demnächst werden auch verschiedene Medienkoffer mit digitalen Geräten und ergänzender Literatur für die Zielgruppe angeboten, die auch über unseren OPAC recherchierbar sein werden.

 


 

Die Stadtbibliothek Dormagen in Kürze

Dormagen ist eine Mittelstadt im Rheinland, gelegen zwischen Düsseldorf und Köln mit derzeit etwa 65.000 Einwohner*innen, Tendenz steigend.
Die Stadtbibliothek Dormagen ist in den vergangenen Jahren mehr und mehr zu einem Dritten Ort innerhalb Dormagens geworden, der den Einwohnerinnen und Einwohnern die Möglichkeit bietet, sich an einem nicht-kommerziellen und wohnortnahen Ort aufzuhalten, um dort unterstützt von unserem Personal zu arbeiten, zu lernen, sich zu informieren, digitale Medien auszuprobieren, zu schreiben, Veranstaltungen zu besuchen oder auch zu kommunizieren und zu relaxen. Sie bietet damit ein Ambiente, das von Menschen für bestimmte Aktivitäten offensichtlich gesucht wird. Als offenes interkulturelles und Generationen übergreifendes Angebot hat die Bibliothek dabei eine besondere Bedeutung innerhalb der Stadt Dormagen.

Die Stadtbibliothek Dormagen im Netz:
www.stadtbibliothek-dormagen.de
https://www.facebook.com/

https://www.instagram.com/stadtbibliothek_dormagen/

Ansprechpartnerin:
Claudia Schmidt
Stadtbibliothek Dormagen
Tel: +492133257211
E-Mail: claudia.schmidt@stadt-dormagen.de
Anschrift: Stadtbibliothek Dormagen – Marktplatz 1 – 41539 Dormagen

 

 

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Mein Weg in die Welt der Games – Erste Schritte auf unbekanntem Terrain

Wenn das Thema Gaming relevant wird, ist der Start schwer. Hier ein paar Tipps zu meinen ersten Schritten:

Selbst ein Gamer werden, ist das wirklich nötig?

Wer sich in das Thema Gaming einfinden will, muss nicht alle Konsolen und Spiele kennen (Die grundlegende Funktionalität der Konsolen sollte allerdings beherrscht werden). Um Angebote gezielt in den Bibliotheksalltag einfließen zu lassen, ist es wichtig zu verstehen was Nutzer am „Zocken“ reizt. Dazu ist ein wenig Zeitaufwand durch eigene Erfahrungen nötig. Wenn die Bibliothek einen Grundbestand an Spielen hat, ist hier ein guter Startpunkt. Dazu ein paar Tipps:

a) Spiele auswählen die Sie thematisch interessieren. Ich habe mich entschieden Pokemon Go zu spielen. Da es eines der großen Argumented Reality Spiele ist und ich die Serie aus meiner Kindheit kannte​, war das naheliegend. Wer einen Einstieg in die Thematik finden möchte, kann entweder durch die Spielebeschreibung oder durch Youtube-Videos von Mitschnitten anderer Spieler (Let’s Plays) einen ersten Einblick bekommen.  Hier ein Beispiel eines Let´s Play beim dem der klassische Einstieg gezeigt wird (Beobachtet den Chat an der Seite! 😉 ):

https://www.youtube.com/watch?v=T_jUvIP75Lg

b) Spiele auswählen die Freunde oder Verwandte spielen. Wenn keiner zu finden ist, fragen Sie evtl. Kollegen aus der Bibliothek oder Nutzer. Tipps von Anderen und der Austausch über das Spiel steigert den Spaß. 

c) Spiele auswählen die keine hohen Investitionen erfordern. Oft können Spiele in der eigenen Bibliothek getestet werden. So kann ein erster Eindruck vermittelt, die dauerhafte Spielerfahrung allerdings nicht erlebt werden. Es gibt ein großes Angebot an Spielen fürs Smartphone (wie bspw. Pokemon Go) oder für normale PCs (bspw. Browsergames wie Siedler) die kostenfrei sind. 

d) Spiele auswählen die kein Fachvokabular haben. Es gibt Spiele die für jede Figur verschiedene Attribute oder verschiedene Eigenschaften haben (z.B. League of Legends). Durch dieses Fachvokabular dauert die Einarbeitung sehr viel länger. Zu fast jedem Spiel gibt es Wikis oder Foren die bei einer vorab Information helfen können. Für den Anfang eignen sich Spiele, die wie Jump’n’Run Titel keine intensive Auseinandersetzung mit Charakteren, Strategien oder Mechaniken erfordern. Das ist aber kein Muss, es gilt weiterhin: Am besten gelingt es, wenn das eigene Interesse angesprochen wird. Die Grafik und das Thema sollte stimmen, damit es dauerhaft Spaß macht!

e) Sollten Konsolen im Umkreis vorhanden sein, kann hier getestet werden. Vorsicht, nicht jede Konsole ist für jeden Spieler die Richtige! Ich habe festgestellt, dass mir die Handhabung der klassischen Nintendo-Controller zu umständlich ist. Ich kann besser mit dem Controller der Playstation oder mit denen der Nintendo Wii spielen. Wenn Sie mit der falschen Konsole starten​​, ist das Zocken sehr mühsam und macht keinen Spaß. Ein kurzer Testlauf ist ratsam, bevor die Entscheidung für ein Spiel und damit für eine Konsole fällt.

Wieviel Zeit sollte investiert werden?

Es braucht Zeit bis durch regelmäßiges Spielen der Motivationsaspekt und Spaßfaktor erkannt wird und damit gearbeitet werden kann. Im Januar 2018 ist mein Selbstversuch gestartet und ich habe angefangen in meiner Freizeit in die Welt der Games einzusteigen. In den folgenden 6 Monaten habe ich Pokémon Go gespielt. Der Vorteil hier liegt darin, dass es auf den täglichen Wegen gespielt werden kann. Summoners War ist ebenfalls ein Spiel das immer gespielt werden kann. Dadurch ist es noch flexibler, weil keine Bewegung und GPS-Ortung nötig ist. Bei beiden Spielen habe ich nach der Anfangseuphorie gemerkt, dass ich mal eine Pause brauchte. Nach spätestens einer Woche täglichem Spielen habe ich wieder angefangen weil es mich in den Fingern gejuckt hat. 🙂 Trotz der Pausen kann ich jetzt eher nachvollziehen warum viele Gamer so viel Zeit in solche Spiele investieren.

Ein paar Gründe anhand der Beispiele von Pokemon Go und Summoners War:

  1. Es macht Spaß! Ich bin im Alltag nicht der Monsterjäger oder Kriegertyp, aber ja, es macht Spaß!
  2. Anfänglich kostet es nicht viel Zeit Erfolge zu erzielen, später wird weiter gespielt weil einen der Ehrgeiz gepackt hat.
  3. Die Geschichten und Erfahrungen im Spiel sind ähnlich wie im realen Leben: Es ist ein Gut das man nicht wegwerfen möchte. Manchmal ist man in Situationen in denen man aus seinen Fehlern gelernt hat und besser reagiert als vorher. Das sind Erfolgserlebnisse, die berechtigten Stolz hervorbringen.
  4. Die Multiplayerfunktion zeigt deutlich, dass man nicht alleine ist. In vielen Spielen gibt es Freundeslisten oder Gildensysteme, in denen Spieler sich gegenseitig unterstützen können. In Summoners War gibt es die Freunde und die Gilde. Sie unterstützen dich mit Attributen und werden dadurch selbst mit Attributen belohnt. Soziales Verhalten wird hier belohnt und in Gildenkämpfen Teamgeist gefördert. Häufiger springen die Mitspieler auch in das reale Leben. Bei Pokemon Go kann man auf der Straße angesprochen werden. In den Arenakämpfen trommeln die Spieler recht schnell auf dem  Bildschirm herum, dieses Verhalten erkennen andere Spieler schnell. Die ersten zwei Fragen sind dann häufig „Hast du die Arena gerade platt gemacht?“ oder „Welches Team?“. Die Vernetzung kann dann weitergehen oder die Wege trennen sich. Ein direkter Kontakt im Spiel ist seit Juni 2018 nur durch eine Weitergabe der eigenen Kennung möglich. Eine Chatfunktion gibt es nicht.
  5. Es hört sich seltsam an, aber es ist so: Die Monster, Spielfiguren und Charaktere wachsen einem ans Herz. Natürlich nicht jedes! Man verbringt Zeit mit Ihnen, kümmert sich um ihre Entwicklung und heilt ihre Wunden. Ähnlich wie bei einem Tamagotchi oder einer Puppe früher. Für einzelne Monster muss hart gearbeitet/gekämpft werden.

Wie viele Spiele sind nötig um einen Überblick zu erhalten?

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Mein erster Laserschwertkamp

Dauerhaft müssen nicht alle Spiele gespielt werden. Um auf dem Laufenden zu bleiben ist es wichtig,  interessiert zu sein und die Augen auf zu halten. Um einen umfangreicheren Überblick zu bekommen, kann ich alte Klassiker empfehlen wie bspw. Zelda oder auch Super Mario. Darüber hinaus bieten die AAA-Titel (Spiele die bei der Entwicklung ein besonders hohes Budget hatten) eine gute Orientierung. Was wichtig ist, wenn man einen engen Zeitplan hat: Mehr als ein Spiel spielen! Abwechslung in den Spielen bietet die Möglichkeit, sich auf die jeweilige eigene Gemütslage einzustellen. Ich habe festgestellt, dass ich nach einem anstrengenden Tag nicht mehr kämpfen möchte. Dann ist etwas entspannendes oder strategisches richtig.

Vernetzung in der Gaming Szene

Um auf dem neusten Stand zu bleiben, habe ich verschiedene Seiten auf Facebook geliked (Sehr hilfreich!). Besonders die Entwicklungen innerhalb der Gamingszene, rund um den Koalitionsvertrag war in diesem Zeitraum sehr spannend zu verfolgen. Unter meinen Quellen waren verschiedene Fachwebseiten und Facebook-Seiten: Gameswirtschaft, GamesMarkt, die GamesAcademy in Frankfurt und Berlin, der Deutsche Computerspielepreis und die Seiten der Gamescom. Diese Seiten bringen immer mehr Quellen und Informationen. Die Facebook Accounts laufen sehr gut und bieten viel Mehrwert.

Über die Facebookseite von GAME – Verband der deutschen Games-Branche wurde ich mit vielen neuen Informationen versorgt. Es wurden Persönlichkeiten aus der Gamingszene vorgestellt. Dazu zählen der Vorstand des Verbandes und andere Personen rund um das Fachgebiet Gaming. Die Facebookseiten und Profile sind gute Quellen für Informationen und aktuelle Entwicklungen. Ich war einfach so frei und habe diesen Personen Freundschaftsanfragen geschickt und es wurden fast alle angenommen! Die Gaming Szene ist sehr offen, wenn man den Kontakt sucht!​

​Wer im Team übernimmt das Thema Gaming?

Ich habe vor einer Zeit eine Unterhaltung zu dem Thema Freiwilligkeit als Voraussetzung für Gamification mit einer Bibliothekarin geführt. Sie hat die Freiwilligkeit als oberste Regel gesetzt. Zurückgeführt hat Sie dies auf eine der möglichen Definition des Spiels. Für ein Spiel ist nach Johan Huizinga (Kulturhistoriker und Verfasser einer der ersten Definitionen des „Spiels“) das freie Handeln die Grundlage. Wird es befohlen, ist es kein Spiel mehr. Besonders wenn die längere Einarbeitungsphase bevor steht ist Freiwilligkeit oberstes Gebot. Das Thema Gaming ist in vielen Bereichen so speziell, dass persönliches Engagement sehr wichtig ist. 

Wenn jemand im Team gefunden werden soll, der das Thema bearbeitet, ist ein Gamingabend mit allen Kollegen das einfachste Mittel. Wenn eine oder mehrere Personen Spaß an dem Thema entdecken und vielleicht ein besonderes Talent am Controller zeigen, hilft das sehr. Bei der Einarbeitung ist Talent enorm hilfreich und bringt auch später im Veranstaltungsalltag Glaubwürdigkeit innerhalb der Gamerszene. Wenn eine zweite Person im Team Interesse hat, ist es noch besser, da gegenseitige Unterstützung sehr hilfreich ist. Wichtig ist hierbei, dass alle Kollegen über Grundkenntnisse im Umgang mit Konsolen verfügen, sonst ist die Nachhaltigkeit nur begrenzt, wie Punkt 4 meiner Anfangsgründe erläutert.

Lernen und Gaming?!

In vielen Berichten und Umfragen bspw. „Monitor Digitale Bildung Schule“ der Bertelsmannstiftung, wird eines deutlich: Wenn es um die Digitalisierung in der Schule und die digitale Entwicklung der Kinder geht, ist das Engagement von Lehrern und Schulleitern entscheidend. Allerdings liegt bei vielen Lehrern die dauerhafte Nutzung von digitalen Medien im Unterricht bei gerade einmal 15%, da dieses Thema derzeit auch nur begrenzt in der Lehrerausbildung integriert ist. Das Zertifikat „Lehramt Plus #DigitaleBildung“ ist erst 2017 eingeführt worden. Dieses Defizit in der Lehrerausbildung kann in den meisten Fällen nur durch besonderes individuelles Engagement ausgeglichen werden. An dieser Stelle kann die Bibliothek als Wissensvermittler für die Lehrer als dauerhafter Kooperationspartner wirken. Fortbildungen für Lehrer zu digitalen Medien, Gamifizierung von Informationen und Lehrinhalten sind nur ein Anfang. Die eigenen Fortbildungen attraktiver zu gestalten und die Lernmotivation für die Wissensinhalte rund um die Bibliothek und Medien zu steigern, ist eines der grundlegenden Ziele moderner Bibliotheken. Das ist eine Bibliothek wie ich sie gerne sehen würde. Eine Bibliothek als Bildungsanbieter und Partner für alle Teile der Gesellschaft vor Ort!​

Dies ist ein Folgebeitrag in der Reihe „Mein Weg in die Welt der Games“.  Teil eins wurde zuvor unter dem Titel „Warum Gaming in Bibliotheken?“ veröffentlicht. In den nächsten Monaten startet unsere Fortbildungsreihe zum Thema Gaming, die besonders für Einsteiger sehr zu empfehlen ist!

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Mein Weg in die Welt der Games – Warum Gaming in Bibliotheken?

Als Bibliothekarin interessiert mich besonders unsere Nutzer für neue Wissensfelder zu begeistern und die Bibliotheken als Bildungsanbieter zu etablieren. Mit diesem Blogartikel zeige ich, dass die Welten von Lernen und Games nicht so weit voneinander entfernt sind wie viele denken. Mit Freude kulturelle Erfahrungen zu vermitteln ist hierbei eines der großen Ziele. Das andere Ziel ist mit Games gezielt die Medien und Informationskompetenz zu erweitern und neue innovative Lernmethoden zu entwickeln.

Dazu habe ich im Januar 2018 ein Einstieg in das Thema Gaming gewagt. Ich möchte meine Gründe und Erfahrungen in diesem Blogartikel ​festhalten und hoffe das es die ein oder anderen Kollegen dazu bewegt sich dem Thema gegenüber zu öffnen. Für alle interessierten gibt es eine Fortbildungsreihe die neben diesen Blogartikeln den Einstieg in das Thema erleichtert.

Meine persönliche „Gamer“-Biografie:

Mit 13 Jahren habe ich mit dem Simluationsspiel „Die Sims“ erste Schritte in der Gamingwelt gemacht. Der Spieler kann in verschiedene Rollen schlüpfen, Häuser bauen und das Leben der Sims (Spielfiguren) beeinflussen. Den Alltag neu zPOkemon Gou gestalten, einmal etwas auszuprobieren das man sich im realen Leben nicht vorstellen könnte, kann eine wirklich spaßige Herausforderung darstellen. Die neuste Version Sims 4 spiele ich ebenfalls, aber bei weitem nicht mehr so intensiv. Neben den Sims spiele ich erst seit ca. vier Jahren häufiger mal Mario Kart bei Freunden. Ich finde die Grafik von Spielen spannend. Selbst habe ich mich trotzdem nie als Gamer gesehen, sondern eher als Beobachterin oder Interessierte. Mit der Veröffentlichung von Pokemon Go kam 2016 das Thema im bibliothekarischen Kontext sehr häufig auf. Seit dem ließ es mich nicht mehr los. 

Warum Gaming in die Bibliotheken gehört

  1. In unserem Arbeitsschwerpunkt „Lebenslanges Lernen“ denken wir intensiv über die Möglichkeiten von Bibliotheken als Bildungsanbieter nach. Ein wichtiger Bereich dessen ist die Förderung von Lernmotivation. Für Bibliotheken ist das Thema Lernmotivation ein perfekter Anknüpfungspunkt. In der Schule gehört Lernen zum Alltag von Kindern. Leider besitzen Lehrer und Schulen nicht die finanziellen und zeitlichen Ressourcen um diesen Aspekt ausreichend zu würdigen. Bibliotheken können die Lernmotivation unterstützen und in Kooperationen mit Schulen die Lernentwicklung von Kinder fördern. Später mehr dazu!
    Ein Aspekt von Lernmotivation ist das Thema Gamification (Gamifizierung= spielerische Elemente im Unterricht einsetzen). Zur Gamification kam ich über das Lesen von Comics. In den klassischen workbooks im Englischunterricht werden Comicpanels genutzt um systematisch Wissen zu veranschaulichen.
  2. Durch die Entwürfe des Koalitionsvertrags (in dem Gaming thematisiert wurde), bekam die deutsche Gamingbranche neuen Aufwind. Digitale Spiele sind derzeit für die gesamte Kultur und Bildungsszene ein „Hot Topic“. Diese „Welle“ stellt eine große Chance für Bibliotheken dar. Das Thema und die gesamte Branche passt sehr gut zu Bibliotheken, als bspw. Veranstaltungsort und Kooperationspartner (Testumgebung) können Bibliotheken und Games sehr gut harmonieren. Der Deutsche Computerspielepreis oder der TOMMI Kinder-Softwarepreis sind gute Beispiele, wie Vernetzungseffekte mit der Games-Branche genutzt werden können.
  3. Jugendliche sind eine der schwierigeren Nutzergruppen für klassische Bibliotheken. Spiele und Konsolen können sich viele Jugendliche nicht leisten. Die Bibliothek stellt einen Ort, in dem der Freizeitspaß und das Lernen sehr gut harmonieren kann. In Jugendzentren zu Lernen ist oft nicht möglich, weil es an lautstarker Ablenkung nicht mangelt. In der Schule ist Lernspaß nur begrenzt und je nach Engagement der Lehrer möglich. Bibliotheken bieten einen Ort an dem Jugendliche unabhängig von Interessen fündig werden. Dazu gehört auch ein umfangreiches Gamingangebot. Jeder interessenskreis von Jugendlichen wird inzwischen durch Games abgedeckt. Von künstlerischen Spielen, über sportliche bishin zu Detektivspielen ist alles dabei.
  4. In den letzten Jahren wurde Gaming durch diese Entwicklungen zunehmend für Bibliotheken ein Thema. Es blieb bei vielen die Einzelveranstaltung und der Verleih von Spielen. Der dauerhafte Zugang und die Anzahl der Personen die mit Games arbeiten sind gering. Das Grundproblem ist altbekannt: Oft engagiert sich eine einzelne Person für das Thema. Wenn diese Kolleg*in eine neue Stelle antritt, bricht das Angebot auf unbestimmte Zeit weg. Wenn Gaming als ein gleichwertiges Angebot zählen soll, muss auch der dauerhaft Zugang gewährleistet sein. Nur dann wird das Angebot angenommen und dauerhaft genutzt.
  5. Der Bereich „Gaming und VR“ ist durch verschiedene geförderte Projekte in Bibliotheken fortgeschritten. Die Ergebnisse haben gezeigt, dass verschiedene Nutzergruppen reges Interesse daran haben. Große Projekte wie das Library Lab in Düsseldorf sprechen alle Nutzergruppen an und werden erfolgreich. Ohne die Förderung mit externen Geldern ist es im Rahmen kleinerer Veranstaltungen möglich erfolgreich Gamingangebote umzusetzen. Ein Beispiel hierfür ist, der VR Horror in Minden. Hier wurden durch eine Horrorveranstaltung vorrangig Erwachsene angesprochen (aufgrund der Altersfreigabe). Die Veranstaltung war sehr gut besucht.

     

  6. Ein abschließender und sechster Grund ist die Zielgruppe der Erwachsenen. Hier sind für den Freizeitbereich meist nur begrenzte Angebote zu finden, sieht man von klassischen Abendveranstaltungen ab. GAME, der Verband der deutschen Games Branche veröffentlichte das Durchschnittsalter der deutschen Gamer: 36,4 Jahre. ​Für den kontinuierlichen Anstieg seit mehreren Jahren ist unteranderem die Altersgruppe der 50+ Generation verantwortlich. ​Nicht nur Jugendliche, sondern auch Erwachsene sind Fans von Games und zocken gerne!

Teil zwei…

und meine Tipps zur Einarbeitung in das Thema kommen morgen, gleicher Blog gleiche Zeit. Ich hoffe ihr seid dabei! „Mein Weg in die Welt der Games – Erste Schritte auf unbekanntem Terrain“

 

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Kein Anschluss unter diesem Kabel oder: Wie man ohne W-Lan trotzdem Social Media macht!

Bereits in der Vereinbarung über die Teilnahme am Qualifizierungsprogramm „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“ vom August 2017 wird als ein Punkt, den die Kommune zu leisten hat, die Bereitstellung eines W-Lan für Bibliothekskunden (und somit auch für das Personal) gefordert. Unterschrieben haben den Vertrag drei Mitglieder des Kirchenvorstands. Soweit schön und gut! Noch besser, dass gerade jetzt die Vereinbarung zwischen der Stadt und dem lokalen Glasfaseranbieter geschlossen wurde, dass – obwohl die Innenstadt vom Glasfaserausbau ausgeschlossen ist – zumindest die Schulen und auch die Bücherei in den Genuss des Highspeed-Internets kommen sollen. So können wir den zweiten Anschluss für W-Lan und Social Media nutzen – perfekt! Gescher Kabel_19_04_12
Prompt wurden in der folgenden Beiratssitzung im November 2017 zusätzliche Mittel für die Ausgaben im Bereich „Telekommunikation“ bewilligt, die Kosten waren also schon mal gedeckt. Und tatsächlich wurde schon Anfang Februar 2018 ein berühmt-berüchtigtes orangefarbenes Kabel bis an die Bücherei gelegt. Juhu! Das klappt ja schneller als gedacht. Aber zu früh gefreut, denn leider kümmerte sich ab diesem Zeitpunkt keiner mehr um das arme Glasfaserkabel… Nachfragen der Stadt beim Anbieter brachten keine zufriedenstellende Auskunft, man vertröstete uns, dass irgendetwas nochüberprüft werden müsse…
Nebenbei war das Coachingprogramm schon in vollem Gange, die Fanpage bei Facebook war schon eingerichtet, im April folgte dann der Instagram-Account. Bis dato hatten wir uns auf den Net(z)working-Kurs konzentriert, doch nun sollte es richtig losgehen. Smartphones hatten wir alle, doch ohne W-Lan ist es schwierig, unsere Accounts auch mit Leben zu füllen. So blieb uns nichts anderes übrig, als teilweise unser privates mobiles Datenvolumen zu opfern… Oft wurde das Team auch auf dem Museumshof oder in der Innenstadt gesichtet – im Freifunk! Super war auch, dass eine Kollegin nur drei Gehminuten entfernt wohnt und uns ihren W-Lan-Schlüssel verraten hat – Not macht erfinderisch! Im Übrigen konnten alle Team-Fortbildungen dementsprechend nur in Stadtlohn stattfinden.
Dies konnte natürlich nicht die endgültige Lösung sein. Stefan Evertz hatte dann beim Leitungstreffen im November 2018 die Idee, sich doch mit einem alten Handy einen Hotspot einzurichten. Gesagt, getan! Ausrangiertes Smartphone, Billig-Tarif vom Aldi, Hotspot fertig! Hätten wir eigentlich früher drauf kommen können.
Und was ist aus dem Glasfaserkabel geworden? Das ist mittlerweile entfernt worden, denn extra für die Bücherei ist noch mal ein neues verlegt worden, auch wenn dafür rund um die Bücherei der Gehweg aufgebuddelt werden musste… Und tatsächlich ist der Glasfaseranschluss mittlerweile in Betrieb genommen worden und wir können nun endlich das W-Lan wie angedacht einrichten. Gut Ding will Weile haben!


Die Stadtbücherei St. Pankratius Gescher nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:
Rüdiger Lerche
Stadtbücherei St. Pankratius Gescher
Eschstraße 10
48712 Gescher

Die Stadtbücherei St. Pankratius im Netz:
Webseite: https://www.buecherei-gescher.de/startseite/
Facebook: https://www.facebook.com/buechereigescher


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:
Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten…
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise
Im Land der tausend Berge: Menden und Lüdenscheid auf #BibReise
Gestatten: Die Teams aus Stadtlohn und Gescher auf #BibReise

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Lehrjahre sind ja bekanntlich keine Herrenjahre

…eigentlich.

Unsere Auszubildene dürfte allerdings inzwischen festgestellt haben, dass eine Ausbildung als Fachangestellte für Medien und Informationsdienste durchaus auch spaßig sein kann. Gerade die Nutzung der sozialen Medien erfordert ein nicht unbeträchtliches Maß an Humor und auch Präsentationsfreudigkeit.

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Damit haben wir mit unserer Fiona praktisch den Hauptgewinn gezogen. Die macht auf gut sauerländisch gesagt: „Jeden Mist mit.“ Wenn Fiona im Bild ist, sind uns Likes und Herzchen sicher.

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Und wenn dann bei einer Neuanmeldung der neue Leser erfreut ausruft: „Ach, sie kenn ich ja, sie sind die von Facebook.“, dann wissen wir, dass uns die Verbindung von analoger und digitaler Welt wieder einmal gelungen ist.

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Die Stadtbibliothek Menden nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:
Veronika Czerwinski
Dorte-Hilleke-Bücherei Menden
Hauptstraße 48
58706 Menden

Die Stadtbücherei Menden im Netz:
Webseite: https://www.menden.de/leben-in-menden/kultur-bildung/buecherei/
Facebook: https://www.facebook.com/buecherei.menden/
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbuechereimenden/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:

Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
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Miniaturen

Der Sperber
Jugendliche im Alter von 12-16 Jahren nahmen an einem Fotomarathon teil. Aufgabe war es, in 3 Stunden Fotos zu 6 Themen zu machen – alleine oder in einer Gruppe – und diese Fotos nach den 3 Stunden in digitaler Form abzugeben. Aus den Ergebnissen wurde eine Fotoausstellung – ganz „analog“ – zusammengestellt, die in der Stadtbücherei gezeigt wurde. Zur Ausstellungseröffnung wurde geladen und es kamen die jugendlichen Fotografinnen und Fotografen mit Eltern, Geschwistern und Freunden. Ein einzelner Herr kam auch, und sein Gesicht war hier bekannt. Der „Sperber“! Ein professioneller Fotograf, der dem Instagram-Auftritt der Stadtbücherei folgt, gerne Herzchen schenkt und Kommentare hinterlässt. „Ich weiß jetzt leider Ihren Namen nicht, aber ich weiß, Sie sind der „Sperber“, wir kennen uns über Instagram!“. „Ja“, sagt er, „ich wollte mal die Menschen kennenlernen, die hinter Ihrem Instagram-Auftritt stehen“.
Auch das kann Social Media – über die virtuelle Welt Menschen in der realen Welt zusammenführen. Vielleicht startet noch ein gemeinsames Fotoprojekt von „Sperber“ und Stadtbücherei – angefragt hat der Greifvogel schon …

Das größte Kompliment

„Liebster Ort auf diesem Planeten“ !

Lüdenscheid_Instagram

Grüffelchen, Grüffelokind und Papa Phreak

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Herrlich! Das schreit doch nach einer Fortsetzung vom Grüffelo …
Sie sind Stammkunden in der Kinderbücherei – bessere Werbung für die Stadtbücherei können wir uns nicht wünschen! Und auf die kurze Nachfrage seitens Stadtbücherei im Kommentar, ob eventuell größere Körbe gewünscht seien, kommentiert Papa Phreak ganz pragmatisch: och, nehmen wir halt mehrere. Papa kann ja schleppen.


Die Stadtbücherei Lüdenscheid nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:

Dagmar Plümer
Stadtbücherei Lüdenscheid
Graf-Engelbert-Platz 6
58511 Lüdenscheid

Die Stadtbücherei Lüdenscheid im Netz:
Webseite: https://www.luedenscheid.de/luedenscheid_erleben/stadtbuecherei/sp_auto_398.php
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbuecherei_luedenscheid/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:
Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten… 
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise
Im Land der tausend Berge: Menden und Lüdenscheid auf #BibReise
Gestatten: Die Teams aus Stadtlohn und Gescher auf #BibReise
Aufbruchstimmung im Münsterland: Dorsten und Warendorf auf #BibReise

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Von „Tablet-Gedöns“ zu „Mach deinen Film“, „Digitale Werkstatt“ und „Voll APPgefahren“ – Ein Kooperationsprojekt aus dem Münsterland

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das Kooperationsprojekt „Storytelling“ von vier katholischen Öffentlichen Bibliotheken aus dem Münsterland vor. Beteiligt waren die Remigius Bücherei Borken, die Öffentliche Bücherei Geldern, die Öffentliche Bücherei Raesfeld und die Bücherei St. Lamberti Ochtrup. 


Vier Büchereien machen sich auf den Weg um Partner für die Förderung von Medienkompetenz zu werden

Wie können kleine Büchereien ihre Veranstaltungs- und Vermittlungsarbeit um digitale Formate erweitern?
Dieser Herausforderung haben sich vier katholische Öffentliche Büchereien aus dem ländlichen Raum gestellt. In mehreren Workshops wurden Grundkenntnisse zur Umsetzung des Digital Storytellings vermittelt, die Nutzung verschiedenster Apps für mögliche Veranstaltungen gezeigt, sowie theoretische Grundlagen zum Thema Medienpädagogik thematisiert. Im Anschluss daran entwickelten die Büchereien eigene Konzepte.
Hintergrund zu den Büchereien

Die Büchereien aus Borken, Geldern, Ochtrup und Raesfeld sind alle in katholischer Trägerschaft und übernehmen vertraglich geregelt zusätzlich die Funktion der Stadtbücherei. Die Personalstellen bewegen sich zwischen 1 VZÄ (Raesfeld) und 3,5 VZÄ (Borken). Allerdings werden die hauptamtlichen durch ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt. Aufgaben derer liegen vor allem in der Ausleihe und der Unterstützung der „klassischen“ Veranstaltungsarbeit – bspw. Basteln, Spielen und Lesen mit Kindern.

Zustandekommen des Projekts

Aufbauend auf Projekten der letzten vier Jahre – Lernort Bibliothek und Gaming in Bibliotheken – in denen es vorwiegend um Nutzung und Bedeutung von Sozialen Netzwerken und Lernerfahrungen von analogen und digitalen Spielen ging, sollte hier mit Digital Storytelling und Medienkompetenz-Partnerschaften ein weiterer Baustein Einzug in den Büchereialltag finden.

Durchführung

Mitarbeiter der Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW schulten die Bücherei-Mitarbeiter in vier Workshoptagen. Hier standen vor allem praktische Aspekte im Vordergrund. Neben grundsätzlicher Bedienung von Tablets wurde den Büchereimitarbeitern beigebracht, wie verschiedene Apps zu bedienen sind und welche grundsätzlichen Aspekte bei der Film-Arbeit (bspw. Beleuchtung, Film-Einstellungen und Schnitt-Techniken) zu beachten sind. Darüber hinaus wurden theoretische Grundlagen der Medienpädagogik vermittelt. Die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW beriet die Büchereien auch bei der Anschaffung der notwendigen Technik.

Von der Theorie in die Praxis

Danach entwickelten die Büchereien eigene Konzepte, wie sie das Gelernte in ihre jeweilige Büchereipraxis umsetzen können. Im gegenseitigen Austausch wurden vor allem Ferien-Workshops geplant, aber auch die alltägliche Nutzung von digitalen Elementen gerade bei Veranstaltungen mit Schulen und Kindergärten wurde erarbeitet. Die Büchereien stellten sich gegenseitig ihre Konzepte, Plakate und Flyer zur Verfügung, um voneinander zu profitieren.

Umsetzung Digital Storytelling

In allen vier Büchereien wurden im Rahmen eines Ferienprogramms mit Kindern erste Filme gedreht. Dabei konnten die Kinder teilweise entscheiden, ob Stop-Motion, Real-Filme oder Apps für andere Filmegenres genutzt werden sollten. Neben der kreativen Umsetzung eigener Ideen stand auch die Schulung in der Bedienung von Tablets und Apps im Mittelpunkt.
Dazu gibt es eine kleine Anekdote am Rande zu erzählen: In der Bücherei St. Lamberti in Ochtrup war der Trickfilm-Workshop bereits im Sommerferienprogramm terminiert. Am ersten Tag des Workshops waren jedoch die (einige Wochen vorher) bestellten iPads noch nicht eingetroffen. So wurde spontan improvisiert und mittels privater Android-Tablets die ersten Filmschnipsel erstellt. Im Laufe des Tages traf dann das Paket mit den iPads ein, von denen dann schnell vier eingerichtet wurden. So konnten alle Teilnehmer*innen am zweiten Drehtag den Filmschnitt am iPad durchführen.

 

 

 

Film-Projekte

In einer der Büchereien wurde in Zusammenarbeit mit einem Jugendtreff ein Imagefilm über den Ort erstellt. Die Bücherei stellte den Jugendlichen die Tablets zur Verfügung und gab Schulungen im Umgang mit Geräten und Apps. Die Kinder und Jugendlichen erstellten daraufhin mit Hilfestellung von Seiten der Bücherei eigenständig den Imagefilm über ihren Ortsteil.
Und weil auch Bibliotheksangestellte die Produktion von Filmen und Trailern üben müssen, bot sich ein Test während des Betriebsausflugs – auf dem Programm stand eine Stadtführung – mit den Ehrenamtlichen an. Im Vorfeld wurden einige markante, aber auch verborgene Stadthighlights fotografiert. Diese Fotos wurden von den drei Hauptamtlichen zu drei verschiedenen iMovie-Trailern verarbeitet und nach der Stadtführung beim gemütlichen Beieinandersitzen dem Team präsentiert. Welcher Film von welcher Mitarbeiterin erstellt wurde, war vom Team schnell erraten. So diente das Experiment nicht nur der allgemeinen Belustigung, sondern sorgte auch für Akzeptanz: „Jetzt wissen wir, was ihr auf Euren Fortbildungen so lernt und wofür man das nutzen kann“.

Da in Raesfeld schon seit einiger Zeit die Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus in Sachen Film und Gaming besteht, hat es sich angeboten, auch hier technische und- so Zeit war- auch personelle Ressourcen zu nutzen. So hatten in den letzten Monaten des Projekts die Praktikanten der Alexanderschule, welche in der Bücherei arbeiten wollten, die Gelegenheit, die Bücherei filmisch vorzustellen und sich an einer Führung zu versuchen. Dazu wurden verschiedene Sequenzen aufgenommen, die sie selbst zu einem Film zurecht “schneiden“ sollten. Dabei stellte sich heraus, dass sie Aspekte als wichtig empfanden, die der Bibliotheksleitung erst als drittes oder viertes nennenswert gewesen wären – und dass das „Schneiden“ mit dem iPad nichts für ungeduldige Pubertiere ist.

 

 

Digitale Werkstatt

Ein weiterer Ferien-Workshop stand unter dem Motto „Digitale Werkstatt“. Hier wurde Kindern und Jugendlichen erste Grundzüge des Programmierens nahe gebracht. Neben der Arbeit an Tablets wurden Robotik-Elemente mithilfe des Einsatzes von Bee Bots und Ozobots eingebracht.

Veranstaltungen

Im Rahmen der Veranstaltungsarbeit wurden klassische Lese-, Spiel- und Bastelveranstaltungen um digitale Aspekte erweitert. Beispielsweise in Form von digitalen Bilderbuchkinos. Teilweise wurden Apps einbezogen, um den Medienmix bei  Veranstaltungen um diesen Aspekt zu erweitern.
Als Beispiele seien hier genannt: Eine Veranstaltung zum Thema „Länder“ wurde um eine Atlas-App erweitert, bei der Kinder am Tablet Länder erkunden können. Bei einer Star Wars-Veranstaltung wurde ein Kahoot-Quiz erstellt, welches von den Kindern mittels der Tablets beantwortet wird.

Landesförderung 2017 in Bearbeitung

Atlas-App mit Materialien

 

Bücherei-Führungen

Auch die App Biparcours wird mittlerweile in allen Büchereien für die Führungen eingesetzt und ist inzwischen ein selbstverständlicher Bestandteil. Dies ist vor allem durch die Nutzung der zehn iPads auch bei Klassengruppen problemlos möglich.
Zusammen mit drei Lehrern einer Grundschule in Ochtrup wurde für Schüler*innen der 3. Klasse ein Biparcours entworfen, bei dem eine Mischung aus analoger Recherche in Büchern und Recherche im Internet mit Hilfe von Kindersuchmaschinen die Fragen beantwortet werden müssen.
Kurze Kahoot-Quizze wurden erstellt, die zur Einführung in die Büchereinutzung dienen. Bei Recherche-Trainings für Schüler kommen sie als Element zur Auflockerung zum Einsatz.

Landesförderung 2017 in Bearbeitung
Im Rahmen des landesweiten Projektes „Sprachschatz“ wurde in Ochtrup das Programm für Büchereiführungen mit Vorschulkindern umgestellt. Dabei wurde eine App (ähnlich Dalli-Klick) zum Foto-Raten in das Programm eingefügt.
Da in Borken schon Bee-bots vorhanden waren, konnte bereits in der Planungsphase des Projekts an die „Ritter-Recherche“ (Recherche-Einführung mit Sachbüchern, Lexika und Internet-Suchmaschinen) mit den 4. Klassen angeknüpft werden: Nach Bewältigung der drei Recherchestationen stellte sich der Bee-bot vor und sammelte die Ausrüstung von der Matte ein, „um Ritter zu werden“. Die Aufmerksamkeit der Kinder für den Bienenroboter war auch nach der anstrengenden Recherche-Übung sehr hoch, so dass die Klassen motiviert werden konnten, eine eigene Rittergeschichte zu schreiben und dazu fünf Bilder für die Bee-bot-Matte zu malen.
Bei einem weiteren Besuch in der Bücherei lasen die Kinder ihre Geschichte vor und programmierten den Bee-bot. Die gesammelten Geschichten und Bilder lagen anschließend in den Ferien für die Öffentlichkeit zum Lesen und Ausprobieren aus. So staunten manche Eltern und Großeltern nicht schlecht, was Ritter mit Robotern zu tun haben.

Partner für die Förderung von Medienkompetenz

Alle Büchereien planen verstärkt Partnerschaften einzugehen, um Schulen und Kindergärten ein kompetenter Partner im Bereich der Medienkompetenzförderung zu sein. Erste Planungen und Gespräche sind bereits umgesetzt. Die weitere Planung sowie  ggf. vertragliche Bildungspartnerschaften sind ein noch laufender Prozess.
In Ochtrup fand als Einführung dazu eine Fortbildung für das gesamte Lehrerkollegium einer örtlichen Grundschule statt, die von Büchereimitarbeitern durchgeführt wurde.

Fazit

Veranstaltungen in Zusammenhang mit Digital Storytelling und mit Programmier-Angeboten sind aufgrund der personellen Situation der beteiligten Büchereien vor allem als Ferien-Workshops umsetzbar und werden das Ferienangebot der Büchereien auch zukünftig erweitern.
Regelmäßige Angebote in den Alltag zu integrieren, hat vor allem im Bereich von Büchereiführungen und Einführungen in Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten gut funktioniert. Veranstaltungen für Kinder wurden um digitale Aspekte erweitert.
Durch das Projekt sind die vier Büchereien für die Zukunft gut aufgestellt und gerade für die Zusammenarbeit mit Schulen wird sich das Projekt auch langfristig auszahlen, zumal einige Teilkompetenzen des Kompetenzrahmens NRW damit abgedeckt werden können.
Die Ergebnisse der Workshops bei Youtube

Imagefilm über den Ort Geldern-Lüllingen

Ferien-Projekt der Öffentlichen Bücherei Geldern

Ferien-Projekt „Stop-Motion-Filme“ der Bücherei St. Lamberti Ochtrup

Ferien-Projekt der Remigius Bücherei Borken

Film von Ameer und Mohammed über die Öffentliche Bücherei Raesfeld


Die Bibliotheken stellen sich vor:

Remigius Bücherei Borken
Borken ist eine Mittelstadt mit ca. 42.000 Einwohnern im Westmünsterland nahe der niederländischen Grenze. Die Remigius Bücherei Borken ist eine in Trägerschaft der Kirchengemeinde Remigius befindliche Vertragsbücherei mit ca. 65.000 Besuchern jährlich. Das Team der Bibliothek besteht aus 5 Personen auf 3,5 Planstellen sowie 42 Ehrenamtlichen.

Öffentliche Bücherei Geldern
Geldern ist eine Mittelstadt mit ca. 34.000 Einwohnern im Niederrheingebiet. Die Öffentliche Bücherei Geldern befindet sich in Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde St. Maria Magdalena und ist ebenfalls eine Vertragsbücherei.
Sie verzeichnet etwa 36.000 Besuche jährlich. Das Team setzt sich aus 7 Personen auf 2,67 Stellen zusammen und wird durch 17 Ehrenamtliche unterstützt. 

Bücherei St. Lamberti Ochtrup
Ochtrup ist eine kleine Mittelstadt mit ca. 21.000 Einwohnern im nordwestlichen Münsterland im Grenzgebiet zu Niedersachsen. Die Bücherei St. Lamberti ist eine in Trägerschaft der Kirchengemeinde St. Lambertus befindliche Vertragsbücherei. Das Team besteht aus drei Personen auf zwei Planstellen und wird unterstützt durch 42 ehrenamtliche Mitarbeiter*innen.

Öffentliche Bücherei Raesfeld
Raesfeld ist eine Kleinstadt im Westmünsterland mit ca. 8.000 Einwohnern. Die Öffentliche Bücherei Raesfeld ist ebenfalls eine Vertragsbücherei in Trägerschaft einer katholischen Kirchengemeinde mit rund 22.500 Besuchen jährlich.
Es handelt sich um eine One Person Library, welche von 20 Ehrenamtlichen Unterstützung erfährt.

 

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Das alte Testament – eine Anekdote zu unserer Social-Media-Reise

In einer Bibliothek findet sich allerlei Kurioses. Leser lassen Sachen liegen oder legen etwas zwischen die Seiten unserer Bücher.
Daraus haben wir auf Facebook eine eigene Kategorie gemacht: #gefunden
Hier suchten schon eine Puppe, das ein oder andere Schmuckstück und sogar ein – ungenutztes- Kondom (ja, kein Scherz) seinen Besitzer.
Am 2. Januar 2019 landete dann allerdings etwas sehr seltenes in unserer Fundschublade: ein Testament. Und da sowas ja bekanntlich sehr wichtig ist, haben wir direkt bei Facebook einen Aufruf an den Besitzer gestartet. Unser Foto machte schnell die Runde und wir haben eine hohe Anzahl an Menschen erreicht. Aber leider haben wir (erstmal) nichts vom Besitzer gehört.

Rheine_Letzter Wille

Am 11. Januar erschien dann in der örtlichen Presse eine Bericht über uns und unsere SocialMedia-Auftritte. Der Reporter interessierte sich auch für unsere #gefunden-Posts und setzte das Bild des Testaments zum Artikel in die Zeitung. Und siehe da: die Besitzerin hat es in der Zeitung (also ganz Old-School) gesehen und sich riesig gefreut, da sie es schon als verloren geglaubt hatte. Sie hat es dann in der darauffolgenden Woche abgeholt.
Und dann fiel unserer Kolleginnen Monika ein, dass es vor Jahren schon einmal so einen Artikel über verlorene Dinge in der Bibliothek in der gab.

Rheine Zeitung

Wir haben ihn tatsächlich gefunden und natürlich auf Facebook veröffentlicht. #wiedergefunden.


Die Stadtbibliothek Rheine nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.

Ansprechpartner:
Elsbeth Wigger
Stadtbibliothek Rheine
Matthiasstraße 37
48431 Rheine

Die Stadtbibliothek Rheine im Netz:
Webseite: https://rheine-bibliothek.de/Aktuell
Facebook: https://www.facebook.com/StadtbibliothekRheine/
Instagram: https://www.instagram.com/stbrheine/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:
Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten…
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise
Im Land der tausend Berge: Menden und Lüdenscheid auf #BibReise
Gestatten: Die Teams aus Stadtlohn und Gescher auf #BibReise
Aufbruchstimmung im Münsterland: Dorsten und Warendorf auf #BibReise

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Jede Menge Reisebekanntschaften

Im Rahmen des Social Media Projekts wurde das Facebook Profil der Stadtbibliothek Wuppertal geschärft und weiterentwickelt. Zusätzlich wurde auf Instagram ein weiterer Social Media Kanal eröffnet, der sich innerhalb kurzer Zeit größter Beliebtheit erfreute. Beide Kanäle verzeichnen steigende Followerzahlen und sorgen innerhalb der Stadtverwaltung, in der Stadtgesellschaft und neuerdings auch über die Grenzen der Stadt und der Fachwelt hinaus für eine gesteigerte und positive Wahrnehmung der Bibliothek und der Menschen in ihr.
Sehr beliebt ist das Instagram-Format „Fun with Zeitschriftenextras“, das stereotype Erwartungen über Bibliotheksmenschen erfolgreich frustriert und Fachkolleginnen und –kollegen begeistert.

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Als Folge des Projekts eröffnete nach kollegialer Beratung im Herbst 2018 die Universitätsbibliothek Wuppertal einen eigenen Instagram-Account, um anlässlich des Tages der Bibliotheken am 24.10.18 mit uns einen gemeinsamen Instawalk zu veranstalten. Eine Jury kürte die besten Bilder für den ersten Wuppertaler Bibliothekskalender 2019. Die Zusammenarbeit der beiden Bibliotheken, aber auch mit Akteuren in der Stadt, zum Beispiel mit Wuppertal Marketing, erfuhr damit schönen Aufwind.

Wuppertal_Instagram2

Da Social Media lebensweltlich recht präsent ist, ergeben sich Kontakte auch gern zunächst informell. Eine Kollegin des Social Media Teams postete beispielsweise privat ein Foto der frisch sanierten Zentralbibliothek, das einem ihr bekannten Location Scout einer Kölner Fernsehproduktionsfirma ins Auge sprang.

Nachdem er sich unter dem Hashtag #stabiwupp weiter kundig gemacht hatte, nahm er den Kontakt auf, um die Bibliothek als möglichen Drehort zu besichtigen.

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Ob es jemals einen in der Bibliothek Wuppertal gedrehten Tatort geben wird, sei dahingestellt. Aber wir hatten einen klasse Termin und sind sehr gespannt, was sich aus diesem und all den anderen neuen Reisebekanntschaften weiter ergibt!


Die Stadtbibliothek Wuppertal nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“


Ansprechpartner:
Cordula Nötzelmann
Stadtbibliothek Wuppertal
Kolpingstraße 8
42103 Wuppertal

Die Stadtbibliothek Wuppertal im Netz:
Webseite: https://www.wuppertal.de/kultur-bildung/stadtbibliothek/index.php
Facebook: https://www.facebook.com/Stadtbibliothek.Wuppertal/
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbibliothekwuppertal/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:

Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten…
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise
Im Land der tausend Berge: Menden und Lüdenscheid auf #BibReise
Gestatten: Die Teams aus Stadtlohn und Gescher auf #BibReise
Aufbruchstimmung im Münsterland: Dorsten und Warendorf auf #BibReise

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Ab in die Tonne

Die Bücherei in Stadtlohn besitzt zusammen mit dem benachbarten Kindergarten keine Papiertonne, sondern einen Container, der wöchentlich geleert wird. Dieser Umstand ist sicherlich noch keine Geschichte wert, aber dieser Container verleitete uns zu unserem ersten Video auf Facebook und bescherte uns ein Teamerlebnis der besonderen Art.

Besagter Container steht praktischer Weise direkt vor dem Fenster, hinter dem unsere ausgeschiedenen und beim Flohmarkt nicht gewollten Bücher lagern. Diese Bücher dürfen zum Abschied einmal fliegen – zum Fenster hinaus direkt ins Altpapier. Das macht nicht nur den Büchern Spaß, sondern auch uns Mitarbeiterinnen. Das Bücherfliegen haben wir in einem Facebook-Post am 29. September 2017 festgehalten – was unser allererstes Video war und tatsächlich noch vor Start von Lernort Bibliothek.

 

[wpvideo OWJdCSm7]

Aber der Container hat uns noch ein weiteres Mal für ein Video inspiriert. Am Mittwoch, 23. Mai 2018, haben wir vier hauptamtlichen Mitarbeiterinnen uns um 14:00 Uhr verabredet, um unsere Idee vom letzten Teammeeting umzusetzen. Innerhalb einer halben Stunde wollten wir ein Video mit der App „Boomerang“ erstellen.

Erstes Problem:

„Wer filmt eigentlich? Wir müssen doch alle vier aufs Foto!“ Die Lösung kam gerade um die Ecke: eine Erzieherin vom benachbarten Kindergarten, die nicht dringend nach Hause musste und kurzerhand zur Kamerafrau ernannt wurde.

Zweites Problem:

„Wer geht jetzt da rein? Und wie?“ Zwei Freiwillige wurden schnell gefunden und ein Stuhl war auch in der Nähe. Nach kurzer Einweisung unserer Kamerafrau hieß es dann „Action!“. Und wow – ein Versuch, der saß! Da nimmt man doch zwei schmerzende Köpfe gerne in Kauf. Wir waren alle begeistert, haben uns vielmals bei der Erzieherin bedankt und hatten es tatsächlich in der uns zur Verfügung stehenden Zeit geschafft. Die Bücherei wurde pünktlich um 14:30 Uhr aufgesperrt und eine Kollegin konnte nach Oeding in die Zweigstelle fahren.

Drittes Problem:

„Wo ist das Video bei Boomerang?“ Speichert die App Videos nicht automatisch ab? Echt nicht?! Ich war kurz vorm Heulen! Ich hatte unser perfektes Video nicht abgespeichert und einfach die App geschlossen.

Viertes Problem:

„Wann können wir es wiederholen?“ Dazu sollte man wissen, dass wir vier uns nur mittwochs von 14:00 bis 14:30 Uhr regulär sehen und in den nächsten Wochen sollten wir alle abwechselnd im Urlaub sein. Also wurde die Kollegin in Oeding angerufen und gebeten, abends nochmal in Stadtlohn vorbeizuschauen. Was sie auch getan hat. Um 18:20 Uhr haben wir also unseren zweiten Versuch gestartet, mit einer neuen Kamerafrau und unter erschwerten Bedingungen. Der Container stand jetzt in der Sonne. Draußen waren es knapp 30 Grad und im Container? Aber unsere beiden Freiwilligen waren sehr tapfer!

Fünftes Problem:

„Das ist nicht so gut wie das Erste!“ Ich weiß nicht, wie viele Versuche wir unternommen haben, aber wir haben es nicht wieder so gut hinbekommen – was nicht an der Kamerafrau lag. Wie soll man auch ein doppeltes Kopfanstoßen auch nachstellen, das, was das erste Video so perfekt gemacht hat. Sechstes Problem: „Warum sind jetzt die Farben so komisch?“ Beim Abspeichern der Videos trat irgendwie ein Fehler bei den Farben auf, es war so scheckig. Nachdem es aber bereits kurz vor 19:00 Uhr war, wir absolut gefrustet waren und nur noch Feierabend haben wollten, beließen wir es dabei.

 

[wpvideo zTyqLxTv]

Letztendlich sieht der Post vom 22. Juni 2018 so aus, als hätten wir einen Filter darüber gelegt. Warum eigentlich erst einen Monat später? Daran kann ich mich wirklich nicht mehr erinnern…
Was genau wir gemacht haben und was uns letztendlich als Team wachsen ließ, das ist immer noch auf Facebook zu sehen


Die Öffentliche Bücherei St. Otger Stadtlohn nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:
Daniela Kies
Öffentliche Bücherei St. Otger
Dufkampstraße 33
48703 Stadtlohn

Die Öffentliche Bücherei St. Otger  im Netz:
Webseite: http://www.buecherei-stadtlohn.de/
Facebook: https://www.facebook.com/buechereistadtlohn
Instagram: https://www.instagram.com/buechereistadtlohn/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:

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Lost in Warendorf: Hasi sucht Baby

Das war unser erstes Socialmedia-AHA-Erlebnis: 2052 erreichte Personen und 233 Interaktionen für einen Facebook-Post und das kam so:
Irgendwann eines sommerlichen Nachmittags lag ein ziemlich dürrer, schmuddeliger aber fröhlich aussehender Schnuffeltuch-Hase ohne Anhang einsam in der Bücherei.

Ratlosigkeit unter der Belegschaft, was nun geschehen sollte. Rätselraten, wer zuletzt mit einem Kind samt Kinderwagen hier in der Stadtbücherei Warendorf zu Besuch war. Wir ahnten, dass es wohl zu einer unruhigen Eltern-Kind-Nacht kommen würde, wenn sich herausstellte, dass Hasi nicht da ist. Und dann haben wir ein Foto des langohrigen Gesellen gemacht und um 13.21 Uhr einen Aufruf gestartet per Facebook.

Warendorf1

In einer Geschwindigkeit bereitete sich das Hasenschicksal aus, dass wir nur so staunten. Es wurde ge-liked, geteilt und kommentiert. Eine Leserin identifizierte das Tier dann Aktenzeichenxy-mäßig und funkte eine Bekannte an und die wiederum dann irgendwann die Mutter vom Baby. Um 16:11 Uhr waren die Ermittlungen beendet: Baby Emma gehörte Schmuddelhase und die Omi holte das Getier ab. Die Babysitterin von Emma hatte den Hasen erkannt. Ende gut alles gut. Und das in rasendem Tempo von ca. 2,5 Stunden. WOW.
Das hatte uns ziemlich beeindruckt und ohne Facebook wäre Hasi irgendwann in der FindefuchsFundgrubenschachtel zwischen Postkarten, Handschuhen und Plastikbällen gelandet und hätte dort sein einsames Dasein gefristet. So konnten wir jedoch dieses grausame Schicksal abwenden. Und wenn Hasi nicht gestorben ist, dann lebt es doch wohl noch heute.

Warendorf2
Und die Moral von der Geschicht´: Unterschätz´ Socialmedia nicht!


Die Stadtbibliothek Warendorf nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:
Birgit Lücke
Stadtbücherei Warendorf
Kurze Kesselstr. 17
48231 Warendorf
Die Stadtbibliothek Warendorf im Netz:
Webseite: http://www.buecherei-warendorf.de/de/
Facebook: https://www.facebook.com/buecherei.warendorf
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbuecherei_warendorf/


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:
Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour! 
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise 
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten… 
An Ems und Wupper: Rheine und Wuppertal auf #BibReise 
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Stadtbücherei Hagen: Facebook, kein Geheimrezept außer dem Spaß aller Beteiligten

Ein Gastbeitrag von Markus Suplicki, Mitglied des Facebook-Teams der Stadtbücherei Hagen. Durch verschiedene Facebook Posts ist der Account der Stadtbücherei bei den meisten Bibliothekaren auf Facebook bereits bekannt und geschätzt. In diesem Beitrag geben die Kollegen einen Einblick in Ihre Facebook-Arbeit und ein paar Tipps für die Umsetzung. 

Die Stadtbücherei Hagen ist seit 2015 auf Facebook aktiv. Der Weg dorthin war langwierig und die Hindernisse nicht alle in unserem Einflussbereich. Klar war aber schon früh, dass ohne eine Präsenz in der Social-Media-Welt ein nicht unwirksames Bausteinchen für die Öffentlichkeitsarbeit der Bücherei fehlen würde. Social-Media-Kanäle – das sollte man sich immer wieder klar machen – haben ein großes Potential für Imagepflege und Werbung für die eigene Einrichtung. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Kommunikationskanal für die Bibliothek.

Social Media als Imagepflege

Unsere Aktivitäten auf Facebook legen mittlerweile ganz bewusst den Schwerpunkt auf die Imagepflege. Für gezielte inhaltliche Werbung (zumindest, wenn man nicht dafür bezahlt) oder die Vermittlung kurzfristiger Sachinformationen eignet sich unserer Meinung nach Facebook eher nicht, da man als Poster vollständig dem undurchsichtigen Newsfeed-Algorithmus Facebooks ausgeliefert ist und die Seite selten direkt aufgerufen wird.

Doch was bedeutet Imagepflege in diesem Zusammenhang? Uns ist wichtig klarzumachen, dass hinter der Institution Bibliothek Menschen stehen und uns nicht einfach nur als beliebige öffentliche Einrichtung zu präsentieren. Pressemitteilungen sind schon bei Google, der Webseite und auf den Online-Medien der Stadt nachzulesen, warum sie also nochmal in den News Feed pusten?

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Vonseiten der städtischen Pressestelle und der Bibliotheksleitung sind dem Team keine thematischen Einschränkungen auferlegt. Dennoch haben wir uns im Vorfeld Verhaltensregeln gegeben und verschriftlicht, damit auch neu hinzukommende Mitarbeiter*innen denselben Standard einhalten.

Abwechslungsreiche Mischung als Erfolgsfaktor

Was also hat sich für uns als besonders erfolgreich erwiesen?

Langeweile nicht.

Unter anderem wird ja auch die Verweildauer auf Postings im Newsfeed von Facebook überwacht. Darum sind wir überzeugt von überraschenden Einblicken, kurzen pointierten Texte – und nicht zuletzt auch von einem gewissen Maß an Selbstironie (möglichst, ohne dabei ins Alberne abzurutschen). Wobei letzteres mit Fingerspitzengefühl einhergehen muss, weil es potentiell zu Missverständnissen kommen kann. Dazu zählt auch: Bilder überzeugen. Oft ist der Text gar nicht so wichtig, solange das Bild interessant ist. Ideal wäre außerdem: Erzähle eine Geschichte um die Information herum.

Regelmäßig bewegte Bilder posten.

Da sich FaKamishiHäcebook – bisher mit mäßigem Erfolg – auch als YouTube-Ersatz profilieren möchte, werden Videoclips regelmäßig mit höherer Reichweite bedacht. Umgekehrt wird mit unterdurchschnittlicher Reichweite bestraft, wer YouTube-Videos teilt. Wir stellen unsere Clips an beiden Stellen ein und nutzen den ansonsten von uns bisher nicht beworbenen YouTube-Kanal, um Clips etwa auch auf unserer Webseite einzubinden. Thematisch gilt auch hier das Langeweile-Verbot. Wir setzen Videos etwa für eine laufende Reihe zur Vorstellung von Medienangeboten ein („Kamishi-Hä??“) oder zur originelleren Vermarktung ansonsten eher konventioneller Dinge (Geschenkgutscheine, wie langweilig! – außer, man macht eine Geschichte daraus …). Grundsätzlich gilt auch hier der alte radiojournalistische Grundsatz: Man darf über alles reden, nur nicht länger als 90 Sekunden …

Eigener Content hat Vorfahrt.

Die Bemerkung zu den Videos gilt leider auch für das Teilen von Beiträgen anderer Seiten. Das ist oft schade, denn es gibt immer wieder Postings aus anderen Bibliotheken, die unbedingt verbreitet werden müssten. Und irgendwie widerspricht es auch der Idee der Vernetzung. Unsere Erfahrung ist, geteilte Beiträge bekommen keine gute Reichweite. Das gilt sogar für das Teilen eigener Beiträge: Wir nutzen natürlich den Veranstaltungskalender von Facebook zur Ankündigung der “Highlights”, eine Bewerbung im Feed klappt aber nur, wenn man daraus einen eigenen Beitrag macht (Achtung: Langeweile-Verbot!)

Ihr seid alle Individuen!

Das Hagener Facebook-Team besteht aus fünf Kolleg*innen, die durch ihre unterschiedliche Herangehensweise Variation in die Beiträge bringen. Die Verantwortung wechselt wöchentlich, und grundsätzlich lässt das Team dem jeweiligen “commander in chief” freie Bahn. Dieses Modell entstand nach einigen Experimenten mit Verantwortlichkeiten über ein Zwischenmodell eines Redakteurs, der aus den Vorschlägen des Teams den Tagespost auszuwählen hatte. Da aber innerhalb des Teams Konsens über die grundsätzliche Herangehensweise herrscht (und auch Schnittmengen etwa im Sinn für Humor), bürgt dies für eine breite Palette an Themen bei gleichmäßigem Grundton der Seite.Jungs Hemden.PNG

Lerne von den Guten.

Vermutlich eine Selbstverständlichkeit. Regelmäßig Fragen an die Fans zu stellen, Umfragen, Selbstironie, “home stories” … Der Mix aus möglichst abwechslungsreichen Themen ist aus der Anwendung und Veränderung von Anregungen entstanden, die wir immer wieder aus anderen Bibliotheken aufnehmen. Die Anregung zu einem Clip mit Interviews mit Bibliotheksbesucher*innen beispielsweise verdanken wir der Stadtbücherei Erlangen.

Identifikation sorgt für Reaktion

Die Frage der strategischen Planung von Zeiten und Tagen für Postings haben wir uns bereits mehrfach gestellt. Wir haben immer wieder versucht, zurückliegende Beiträge daraufhin zu analysieren und bewusst mit unterschiedlichen Zeiten zu experimentieren. Das Ergebnis fasste eine Kollegin des Teams mit den Worten zusammen: “Es ist egal, wann wir posten, Hauptsache, wir posten überhaupt.” Und in der Tat ist es (in unserem Fall) weniger wichtig, wann ein Beitrag veröffentlicht wird, sondern, wer ihn sieht – und teilt. Ebenso ist weniger die Anzahl der eigenen Fans entscheidend, sondern die Reichweite der Beiträge und die Interaktionsrate. Ebenso wie die Vernetzung etwa mit lokalen Facebook-Gruppen der eigenen Stadt ist die Wichtigkeit regelmäßige direkter Ansprache kaum zu unterschätzen.

Leider gibt kein Erfolgsrezept. Sich langsam aber sicher eine große reaktionsfreudige Fanbasis aufzubauen, gelingt am besten, wenn das Team – auch nach außen sichtbar – hinter dem steht, was es macht. Das kann ziemlich mühselig sein, denn das Ganze ist ein sich selbst nur langsam verstärkender Prozess. Entscheidend ist aber, sich einem bestimmten erkennbaren Grundton anzunähern – wie der aussehen kann, hängt von vielen lokalen Faktoren ab und kann von dem one liner der Büchereien Wien bis zu ausführlichen kulturpolitischen Äußerungen reichen. Letztlich zählt die Identifikation der Macher und der Fans mit der eigenen Einrichtung. Trotz aller unguten Gefühle, die man gegenüber dem Einfluss des Facebook-WhatsApp-Instagram-Monopols auf die Öffentlichkeit hat: Darauf zu verzichten, bedeutet, auf Sichtbarkeit zu verzichten.

Inzwischen ist ebenfalls der Instagram-Kanal der Stadtbücherei erfolgreich gestartet! (Ergänzung vom 03.06.2019)


Die Hagener Stadtbücherei im Netz:

Webseite: https://www.hagen.de/stadtbuecherei
Facebook: https://www.facebook.com/stadtbuecherei.hagen/
YouTube: https://www.youtube.com/user/StadtbuechereiHagen
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbuecherei_hagen (noch inaktiv, startet in Kürze)

 

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Etwas fürs Herz

Als beim Leitungstreffen in Wuppertal die Idee entstand, für den nächsten Blogbeitrag der Fachstelle zur #bibreise über ein ganz besonderes Erlebnis zu berichten, sah ich vor meinem inneren Auge erst mal ein riesiges Fragezeichen. Für unsere Aktivitäten auf Facebook und Instagram gilt zwar #läuftbeiuns, aber DAS EREIGNIS gab es in meiner Wahrnehmung eigentlich nicht.

Das änderte sich an dem Tag, als Moritz kam!

Was es mit Moritz auf sich hat, hat unsere Kollegin Janine Tollkötter auf Facebook dokumentiert:

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Wie Ihr seht, war der Arbeitsplatz für Moritz liebevoll vorbereitet. Pünktlich um 11 Uhr trat unser kleiner Tagespraktikant seinen Dienst an. Und damit begann für alle Kolleginnen in den benachbarten Büros ein unvergesslicher Vormittag. Es war so herzerwärmend, Moritz und Janine einfach nur zuzuhören. Mir hat der Umgang der beiden miteinander auf jeden Fall für den ganzen Tag ein Lächeln ins Gesicht gezaubert! Aber es wurde definitiv nicht nur geplaudert, sondern die
Arbeit planmäßig erledigt, so dass sich Moritz um 13 Uhr in die wohlverdiente Mittagspause verabschieden konnte.
Dorsten2

Das Kamishibai mit Moritz war am Nachmittag war natürlich ein voller Erfolg. Etwas anderes habt Ihr sicher auch nicht erwartet. Aber die Geschichte war damit noch immer nicht zu Ende. Seht selbst:

Dorsten3

Natürlich hätten sich Moritz und Janine auch ohne Social Media getroffen, aber dann hätte niemand außerhalb unserer Büros von dieser wundervollen Begegnung erfahren, und das wäre sehr schade gewesen, oder?


Die Stadtbibliothek Dorsten nimmt am 7. Social Media-Qualifizierungsprogramm der Initiative „Lernort Bibliothek“ teil. Das Qualifizierungsprogramm steht unter dem Motto „Entwicklung einer Leitidee für Social Media“.


Ansprechpartner:
Birgitt Hülsken
Stadtbibliothek Dorsten
(Bildungszentrum Maria Lindenhof)
Im Werth 6
46282 Dorsten

Die Stadtbibliothek Dorsten im Netz:
Webseite: http://www.vhsundkultur-dorsten.de/stadtbibliothek/index.php
Facebook: https://www.facebook.com/stadtbibliothek.dorsten/
Instagram: https://www.instagram.com/stadtbibliothekdorsten/?hl=de


Weitere Informationen zum Qualifizierungsprogramm:

Leitidee für Social Media – die #Bibreise ist wieder on Tour!
Gelebte Utopien: Als Coachin bei der #BibReise
Was Sie noch nicht über öffentliche Bibliotheken wussten…
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Stadtbibliothek Essen: Angebote für Asylsuchende, Migrantinnen und Migranten

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das neue Angebot für Asylsuchende, Migrantinnen und Migranten der Stadtbibliothek Essen vor. Das Projekt besteht aus vier Säulen: Mitarbeiterqualifizierung, Medienerwerb, Führung und Sprachcafé.

Säule 1: Mitarbeiterqualifizierung

Elementare Voraussetzung für den Umgang mit der Zielgruppe der Asylsuchenden und Migrant/innen sind Kenntnisse über diese Zielgruppen. Die Stadtbibliothek hat es hier weitestgehend mit Menschen zu tun, deren Haltung, Verhaltensweisen, Hintergründe und Traditionen nicht bekannt sind. Das bedeutet, dass eine Qualifizierung bei allen Mitarbeiter/innen erforderlich ist, um zu sensibilisieren, um sie handlungsfähig zu machen und um Ängste und Vorurteile abzubauen.

Zu diesem Zweck wurde Herr Yilmaz Holtz-Ersahin als Dozent engagiert, der die Aufgabe hatte, in machbarer Gruppenstärke „interkulturelle Kompetenz“ zu vermitteln. Er ist Autor des Buches „Kurden in Deutschland: Zwischen Re-Ethnisierung und Beheimatung in der postmigrantischen Gesellschaft“. Außerdem ist er Bibliothekar in der Stadtbibliothek Duisburg, Lehrbeauftragter und Mitglied zahlreicher Fach-kommissionen im Rahmen der interkulturellen Bibliotheksarbeit. So war unser Dozent einerseits in der Lage, den Mitarbeiter/innen einerseits Ängste zu nehmen in dem Aufeinanderzugehen und ihnen andererseits lebenspraktische Verhaltensweisen der Zielgruppe verständlich zu machen. Die Mitarbeiter/innen waren begeistert, da die Darstellung des Dozenten sehr praxisnah und hilfreich war.

Säule 2: Medienerwerb

Mittels der Position Medien konnte der Bestand aus den ersten gemachten Erfahrungen ergänzt und erweitert werden. Vornehmlich wurden angeschafft: Prüfungstrainings Deutsch, Lernwortschätze, Bild- und Schulwörterbücher, Sprachmemos, Überblicke über Berufs- und Ausbildungsfelder sowie auch, um den Gedanken der weiterhin zur Heimat und deren Kultur bestehenden Verbindungen aufrecht zu erhalten, zweisprachige Ausgaben und originalsprachige Literatur.

Willkommen-Regal, © Klaus-Peter Böttger

Diese Neuanschaffungen wurden in einer gesonderten Statistikgruppe zur Nutzungsanalyse erfasst: Systemgruppenschlüssel 66 Willkommen. Der u.a. Auszug aus der Statistik über den Zeitraum eines Jahres (1.7.17-30.6.18) zeigt, dass dieses Angebot sehr gut angenommen wurde. Der Umsatz liegt über dem Durchschnitt.

Schlüssel 66Willkommen:
Bestand 1179     Ausleihen 6042     Nicht entliehen 306     Umsatz: 5,36

Die sekundären Auswirkungen auf den Gesamtbestand, d.h. bspw. erhöhte Ausleihzahlen in den Bereichen Sprache, einzelne Fremdsprachen, einfache Lektüren oder ausbildungs- und berufsorientierte Medien sind nicht eindeutig zuzuordnen, aber durchaus signifikant.

Säule 3: Führungen

Neben der Bestandserweiterung wurden Tablets beschafft, um die Führungen für die Zielgruppe anschaulich zu gestalten. Sie wurden mit Dokumenten auf Deutsch und den Fremdsprachen bespielt, die in Essen einheitlich als Standard vereinbart sind und so auch auf den interkulturellen und Integrations-Webseiten der Stadt Essen verwendet werden: Englisch, Französisch, Serbisch, Arabisch und Farsi.

Die Tablets werden unterstützend bei Führungen eingesetzt, um die Darstellungen der Mitarbeiter/innen zu unterstreichen bzw. in manchem Fall erst verständlich zu machen. Für diesen Zweck, d.h. das Aufspielen auf die Tablets ebenso wie auf die Website der Stadtbibliothek, wurden von den Mitarbeiter/innen, sieht man von der Satzung ab, Texte erarbeitet, die die Verfahrensweisen und Angebote der Stadtbibliothek einfach verständlich machen. Dabei wurde darauf geachtet, dass dies keine Standardeinführung wurde, sondern auf die Bedarfe der Zielgruppe ausgerichtet ist.

Säule 4: Sprachcafé

Zur Verortung des Sprachcafès wurden Möbel beschafft, die die Besonderheit des Raumes deutlich machen sollen, auch wenn es sich nicht um einen separaten Raum handelt. Dieser soll (fast) jederzeit während der Öffnungszeiten genutzt werden, ist aber in Zusammenarbeit mit den betreuenden Flüchtlingsorganisationen für bestimmte Zeiträume reserviert. Wichtig war es hierbei, dass dieser Bereich zwar als Besonderes zu erkennen ist, aber sich nicht von dem übrigen Bibliotheksgeschehen abschottet und auch gleichzeitig flexibel einsetzbar ist. Daher wurden rollbare Trennwände gewählt, die beschreibbar bzw. auch mit Plakaten bestückbar sind.

Rollbare Trennwände im Sprachcafé, © Klaus-Peter Böttger

Fazit

Die Gesamtresonanz auf dieses Projekt ist als befriedigend zu bewerten. Es ist von der Zielgruppe und den kooperierenden Organisationen angenommen worden. Es unterstützt und ergänzt die bisherigen Bemühungen der Bibliothek, Asylsuchenden und Flüchtigen die Bibliothek näher zu bringen, sie als Treffpunkt, Informationszentrum und Arbeitsort wahrnehmen zu lassen und sie für sich in Anspruch zu nehmen.Selbstkritisch ist anzumerken, ob ein Projekt dieser Art nicht hätte früher bewerkstelligt werden müssen, damit bereits vorzeitig dieses konzeptionelle Angebot hätte verankert werden können. Andererseits war es im Projektjahr 2016 erst einmal wichtig, Bestände überhaupt zur Verfügung stellen zu können. 

 


Ansprechpartner:Klaus-Peter Böttger
Direktor der Stadtbibliothek Essen
Hollestraße 3 (Gildehof)
45127 Essen
E-Mail: klaus-peter.boettger[at]stadtbibliothek.essen.de

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Bergneustadt

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Bergneustadt

Das Bündnis Bergneustadt besteht aus drei Institutionen. Insgesamt fünf Personen arbeiten an dem Projekt Sprachschatz und gestalten es für Bergneustadt.

a) Stadtbücherei Bergneustadt

Wir sind eine kleine Stadtbücherei mit ca. 18.000 Medieneinheiten, 1,34 Personalstellen und 30 Öffnungsstunden. Seit zwei Jahren befindet sich die Stadtbücherei in einem Haus mit der Grundschule in Bergneustadt. Zahlreiche Aktionen zum Thema Sprach- und Leseförderung wie z.B. Lesetraining, Schülercenter, Büchereiführerschein, Bilderbuchpreis, Lesestart, Sommer- und JuniorLeseClub, Vorlesestunden, Ferienspaß, diverse Klassenführungen, Rallyes u.v.m. werden seit vielen Jahren in der Stadtbücherei angeboten. Die Zusammenarbeit mit allen Kindertagesstätten vor Ort ist sehr intensiv.

In unserer Bücherei begegnen wir – vor allen Dingen seit dem örtlichen Zusammenschluss mit der Grundschule – vielen Kindern mit Migrationshintergrund. Einige sprechen ein akzentfreies Deutsch, viele andere sprechen weder Deutsch noch können sie sich in ihrer Muttersprache einwandfrei artikulieren.

Das Projekt bedeutet eine große Herausforderung für uns, da es in diesem kleinen Betrieb definitiv „on top“ passieren muss. Eigentlich gibt es keine personellen Kapazitäten! Aber es passt hervorragend in unsere Zielsetzung, stellt die Stadtbücherei in einen positiven Kontext und zeigt, dass Büchereien mehr bieten als bloße Ausleihe. Außerdem gibt es uns die Möglichkeit, digitale Medien finanziert und deren Anwendung in Schulungen mit Medienpädagogen genau erklärt zu bekommen.

b) Johanniter Kindertagesstätte Talstrasse

Die KiTa Talstrasse ist mit 80 Plätzen für Kinder von 2-6 Jahren die zweitgrößte KiTa  in Bergneustadt. In vier Gruppen werden die Kinder von insgesamt 18 Fachkräften betreut. Neben drei Gruppen- und Nebenräumen steht für die Waldgruppe ein Aufenthaltswagen zur Verfügung, der sich auf einem Außengelände befindet.

Ein großer Anteil der Kinder kommt aus Familien mit Migrationshintergrund. Zudem gibt es einige Familien, die an der Armutsgrenze leben. Diesen Kindern soll eine Perspektive eröffnet werden und auf diesem Weg in Begleitung integrativ gefördert werden.

Dazu gehören auch der Besuch der Bücherei und der Umgang mit Medien. Da Partizipation einen hohen Stellenwert bei den Johannitern hat, kann dieses Projekt den Kindern helfen schneller integriert zu werden.

Der Kindergarten hat sich die spezielle Förderung von Kindern in diesen Altersgruppen zur Aufgabe gemacht. Dazu gehören Bewegungsförderung, Förderung der Feinmotorik und nicht zuletzt auch die Sprachförderung.

Die Zusammenarbeit mit der Stadtbücherei ist seit vielen Jahren sehr eng. Die beiden Institutionen liegen fußläufig beieinander. So kann auf kurzem Weg vieles geklärt werden und die Kinder entwickeln eine enge Bindung zur Bücherei.

c) Kommunales Integrationszentrum Oberbergischer Kreis

Viele Menschen, die im Oberbergischen Kreis leben, verfügen über Zuwanderungserfahrung und bereichern seit vielen Generationen die gesellschaftliche Entwicklung in sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht.

Das Kommunale Integrationszentrum des Oberbergischen Kreises kann somit auf eine lange Integrationstradition vor Ort und auf einen großen Erfahrungsschatz im Zusammenleben und Arbeiten mit zugewanderten Menschen zurückgreifen.

Die Mitarbeiter*innen im KI sind auf aktuelle Fragen des interkulturellen Zusammenlebens und der Integration von Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft fachlich spezialisiert. Wir setzen uns im gesamten Kreisgebiet dafür ein, dass Integration im Sinne von Chancengleichheit und Teilhabe sowie das Zusammenleben in Vielfalt gelingen.

Darüber hinaus ist es uns ein großes Anliegen Kinder in ihrer Mehrsprachigkeit zu fördern und Mehrsprachigkeit als Ressource zu sichern.

Was ist unser Ziel – weshalb haben wir uns beworben?

Jede Institution innerhalb unseres Bündnisses arbeitet an dem Ziel, Kinder in ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen. Die Bevölkerung von Bergneustadt besteht zu 42 % aus Menschen, die einen Migrationshintergrund haben. Der Anteil der Eltern mit niedriger formaler Bildung ist in Bergneustadt sehr hoch und die Deutschkenntnisse der Kinder mit Migrationshintergrund werden insgesamt schlecht bewertet. Die Chancen dieser Kinder müssen daher verbessert werden und sie sollen die Möglichkeit erhalten intensiver am alltäglichen gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dafür ist eine frühe sprachliche Förderung unumgänglich.

Diese Faktoren waren ausschlaggebend für die Bewerbung an dem Projekt „Sprachschatz“. Die Förderung von Sprache in Kombination mit digitalen Medien erschien uns sowohl sinnvoll als auch nach ganz viel Spaß für die Kinder. Dieses Projekt ist genau der richtige Weg, um die Kinder dort abzuholen, wo sie sich begeistern lassen und sie an digitale Medien in einem sinnvollen Kontext heran zu führen.

Integration durch Bildung – das Ganze bitte mit hohem Spaßfaktor! Das klingt nach einem System, das funktionieren könnte!

Schwerpunkt – Vorgehensweise – Erfahrungen

Als das Bündnis Bergneustadt die Zusage bekam an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen war die Freude bei allen Beteiligten riesig groß! Die Auftaktveranstaltung in Essen lieferte uns einiges an Hintergrundwissen. Durch die Beteiligung an den unterschiedlichen Workshops erkannten wir die große Themenvielfalt der digitalen Medienlandschaft. Verstärkt wurde diese Freude durch die erste Qualifizierungsrunde, die nur drei Wochen nach der Auftaktveranstaltung stattfand: Es ist einfach unglaublich, wie viele Möglichkeiten es gibt mit den unterschiedlichsten Medien zu arbeiten!

Während der folgenden, monatlich stattfindenden, Bündnistreffen wurden diese Möglichkeiten analysiert, bewertet, ausprobiert und teilweise wieder verworfen. Es wurden immer wieder neue Ziele definiert, um dann irgendwann festzustellen, dass es für uns nur ein großes Ziel gibt: die Sprachförderung. Diese soll mit digitalen Medien erreicht werden und Mehrsprachigkeit beinhalten.

Im Februar 2018 fand die zweite Qualifizierungsrunde statt; leider mit nur drei Bündnisteilnehmern statt. Wir ließen uns wieder von Vorschlägen des projekteigenen Medienpädagogen Tom Birke begeistern. Aber erneut kamen Zweifel auf: vieles erschien uns zu schwierig, einiges zu umfangreich oder zu wenig sprachbezogen. Trotzdem wollten wir die Theorie endlich in die Praxis umsetzen und entwickelten einen Projektdurchlauf, der aus vielen unterschiedlichen Modulen bestand.

Die Kinder der Sprachfördergruppe hatten fünf Tage die Möglichkeit, die Bücherei kennenzulernen. Sie durften mit Tablets und Kameras fotografieren, bekamen ein Bilderbuchkino geboten und spielten die einzelnen Szenen des Buches „Papa kann fast alles“ nach. Dabei filmten sie sich gegenseitig. Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen waren mit Begeisterung bei der Sache! Innerhalb von einer Woche hatten die Kinder ein breites Medienangebot kennengelernt und ausprobiert.

Aber rechtfertigt der sprachliche Erfolg diesen extrem hohen Personalaufwand? Wir kamen zu dem Ergebnis, dass dieses Konzept nicht nachhaltig funktionieren kann, da es sowohl für eine kleine Stadtbücherei als auch für eine kleine KiTa zu personalintensiv ist. Neben der Personalkapazität kommt erschwerend hinzu das nur der Freifunk der Schule als WLAN genutzt werden kann. Mit der WLAN Situation ist intensive Arbeit mit dem Tablet und die verschiedene Arbeiten mit dem Kreativtonie nur mit erheblichem zeitlichen Aufwand umzusetzen. Es stellte sich schließlich heraus, dass die Konzepte, wenn sie dauerhaft funktionieren sollen, möglichst einfach gestaltet sein müssen. Auch weitere Institutionen sollen diese ohne großen Aufwand übernehmen können. Für Bibliotheken kann es zusätzlich sinnvoll sein, dieses Konzept mit mehreren KiTas durchzuführen. Nur so kann eine flächendeckende Sprachförderung möglich gemacht werden.

Dabei kam uns tatsächlich der Gedanke, ob die Sprachförderung auf der Basis von Wimmel- und Bilderbüchern nicht tatsächlich am einfachsten, schnellsten, preiswertesten wäre.

Im nächsten Durchgang ist geplant, dass die Module innerhalb eines Jahres mit der Sprachfördergruppe umgesetzt werden können. Die Kinder werden 5-6 Mal in die Stadtbücherei kommen und dürfen unterschiedliche Medien ausprobieren. Anschließend nehmen sie diese mit in die KiTa, um sie dort selbstständig zu nutzen und zusätzlich anderen erklären zu können. Die Sprachförderung erfolgt durch gezielte Kommunikation, in der Medien gezeigt und ausprobiert und Begriffe erklärt werden. Im nächsten Schritt sollen die Kinder ihr Wissen weitergeben: Sie sind die „Experten“ und kommunizieren mit ihren Freunden unter Verwendung der zuvor erlernten Begriffe. Auf diese Weise probieren sie vom Buch bis zum Tablet die unterschiedlichsten Medien aus und müssen (wollen!) im Anschluss darüber kommunizieren!

 


Ansprechpartner Bündnis Bergneustadt:

Brigitta Wenzel
Stadtbücherei Bergneustadt
Goethestr. 13
51702 Bergneustadt
E-Mail: info[at]stadtbuecherei-bergneustadt.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

Sprachschatz_Logo_Farbe_17_12_13Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Krefeld

Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

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Touch & Learn – neue digitale Angebote der Stadtbibliothek Hattingen

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das neue Angebot „Touch & Learn“ in der Stadtbibliothek Hattingen vor. Weiterlesen

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Instagram in der Münchner Stadtbibliothek: Vermittlung von Menschen und Orten

Ein Gastbeitrag von Katrin Schuster, Münchner Stadtbibliothek. Sie arbeitete 10 Jahre als freie Journalistin im Bereich Kultur und Medien und verantwortet seit 2015 die Digitale Kommunikation. Sie betreut Website, Blog und die Social-Media-Auftritte der Münchner Stadtbibliothek.

An sozialen Netzwerken faszinieren mich nicht nur die interkulturellen Brücken, die zu schlagen sie im Stande sind, sondern auch ihre Diversität als solche. „Social Media“ ist als Bezeichnung nicht verkehrt; doch der Begriff unterschlägt die großen strukturellen (und damit eben auch diskursiven) Unterschiede der verschiedenen kommunikativen Tools. Solche Differenzen stellen ein ums andere Mal die Grundlage der digitalen Kommunikation der Münchner Stadtbibliothek dar.

Mobil mit Herz und in Bild

In Sachen Instagram war die Sache also recht schnell klar: Instagram hat als erstes soziales Netzwerk die Desktop-Version quasi abgeschafft und war folglich nur mobil bedienbar. Diese Struktur habe ich beim Wort genommen und den Kanal selbst mobilisiert, indem ich ihn ‚ausgewildert‘ habe. Seit November 2016 ist er innerhalb der Institution auf der Reise: von einer Mitarbeiterin zur nächsten, von einer Abteilung in die andere, von den eServices zur Kommission Medienpädagogik zu den FaMI-Azubis zur Leitung der Monacensia im Hildebrandhaus.

Ein weiteres wichtiges Merkmal von Instagram ist die weitgehende Freundlichkeit, die dort herrscht. Auch das hat eine strukturelle Ursache: Instagram-Beiträge lassen sich nicht teilen, zumindest nicht ohne zusätzliche Apps; Instagram selbst bietet diese Möglichkeit schlichtweg nicht. Zustimmung muss sich dort also anders äußern – entweder durch ein „Like“ (Instagrams Symbol dafür ist ein Herz) oder einen Kommentar.

Öffentliche Bibliothek, Bibliothekar*innen in der Öffentlichkeit

Ein Social Network ohne Sharing-Funktion? Was zunächst widersinnig klingt, hat zumindest eine positive Folge: Auf Instagram gibt es quasi keine Shitstorms und überhaupt wenig böse Worte. Das war ein weiteres wichtiges Argument für die Take-Over-Strategie: Auf Instagram können Menschen, die mit Social Media noch keinerlei Erfahrung gemacht haben, gut erste, durchaus auch mal unbedachte Schritte im Community-Web machen, ohne dass sie sich gleich vor Trollen, Hatern und politisch kritischen Kommentaren fürchten muss. Als Einstieg in die digitale Öffentlichkeitsarbeit, gleichsam als Schulungstool, ist Instagram meiner Meinung nach besser als jedes andere Netzwerk geeignet. Wer verstehen will, wie digitale Kundenkommunikation heute funktioniert – und ich finde, das müssen Bibliothekarinnen und Bibliothekare –, der muss selbst an dieser neuen dialogischen und partizipativen Öffentlichkeit teilhaben. Man muss mitmachen, um zu begreifen, was da vor sich geht, und genau diese Möglichkeit wollte ich meinen Kolleginnen und Kollegen schnell und unkompliziert bieten.

Von Anfängen und Selbstläufern

Die ersten Take-Overs musste ich, wenig überraschend, selbst organisieren, indem ich einzelne Kolleginnen oder Teams direkt ansprach. Doch das hat sich längst geändert: Der Übernahme-Kalender ist aktuell bis Herbst 2019 ausgebucht. Besonders gefreut hat es mich, als eine Kollegin aus der Abteilung Finanzen und Rechnungswesen fragte, ob sie nicht auch einmal … Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet! Obwohl ich damit wohl hätte rechnen müssen, denn längst hat sich herumgesprochen, dass solch ein Take-Over nicht nur Spaß macht, sondern auch ein gewisses Change Management in Teams initialisieren kann, indem es bislang ungeahnte Stärken und Schwächen offenbart. Einen Monat lang einen Social-Media-Kanal zu bespielen, setzt so manche Hierarchie außer Kraft und zieht andere Strukturen durch Teams, weil plötzlich Ressourcen wie Kreativität und Organisation anders gedacht und eingesetzt werden müssen. Da entdeckt man oft völlig neue Talente, an sich selbst wie an anderen.

Und nachhaltig ist die Aktion auch: Nicht wenige der Teilnehmenden eröffnen später einen eigenen Instagram-Kanal oder engagieren sich für unsere anderen Social-Media-Auftritte. Mindestens gewachsen ist das Verständnis für meine Arbeit, die anfangs von einigen Kolleginnen und Kollegen durchaus kritisch gesehen wurde. Wer einmal bei einem Take-Over mitgemacht hat, begreift zweifellos besser, warum das wichtig ist und dass man das eben nicht nebenbei betreiben kann.

Neue Kulturgüter

In meinem Blog-Profil steht, dass ich als Kind Bibliothekarin oder Journalistin werden wollte, mich zunächst für Letzteres entschied, um schließlich doch in einer Bibliothek zu landen. Mir kommt das tatsächlich konsequent vor. Ich habe zwar nicht Bibliothekswesen studiert, aber im Grunde, so glaube ich, mache ich einen ähnlichen Job wie die Bibliothekarinnen und Bibliothekare in unserem Haus: Ich vermittle Bestand – auch wenn damit in meinem Fall nicht Bücher oder andere Medien gemeint sind, sondern Menschen und Orte. Und das ist der Bestand, der mit der fortschreitenden Digitalisierung kultureller Güter immer wichtiger werden wird – für Bibliotheken, aber auch für andere Kulturinstitutionen.


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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Krefeld

Das Pilotprojekt „Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ ist im Oktober 2017 gestartet. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und der Landesweiten Koordinierungsstelle Kommunale Integrationszentren (LaKI). In den nächsten Monaten werden verschiedene Gastbeiträge veröffentlicht, in denen die Bündnisse sich und Ihre aktuelle Arbeit im Projekt vorstellen werden. Als zweites stellt das Bündnis Krefeld seine Arbeit vor und einen Ausblick auf das nächste Jahr geben. Im Februar wird das nächste Bündnis folgen. Mit dem Abschluss des Projekts in 2020 werden die Konzepte der Bündnisse und die Ergebnisse der Evaluation für den Einsatz in der Fläche aufbereitet und in Form eines Abschlussberichts veröffentlicht.

Sprachschatz Bündnis Krefeld

Das Projekt Sprachschatz begann für mich persönlich im Jahr 2017 mehr oder weniger in dem Moment, als ich die Zusage für meine Stelle in der Mediothek Krefeld erhielt. Denn schon kurz danach schrieb mir meine neue Chefin eine liebe Willkommens-Mail, in der sie unter anderem fragte, ob ich bereit wäre am Projekt teilzunehmen. Nachdem ich mir die Informationen angesehen hatte, war ich gleich begeistert, denn multimedial, multilingual und kreativ mit KiTa-Kindern zu arbeiten klang nach einer spannenden Kombination.

Für mich bedeutete das nun, dass ich ab dem ersten Arbeitstag in Krefeld im Projektteam mitarbeiten durfte. Unser Projektteam ist relativ groß, aus verschiedenen Fachrichtungen die sich sehr gut ergänzen. Zum einen die fabelhaften und gut organisierten Erzieherinnen aus der KiTa Kuhleshütte, die sprachlich begabten Mitarbeiter*innen des kommunalen Integrationszentrums (KI) und das Sprachschatz-Team der Mediothek. Bei uns in der Mediothek sind das Katja Wiefel (Bibliothekspädagogin), Petra Düro-Förster (Leiterin der Kinderbücherei), Simon Hoffmann (stellvertretender Bibliotheksleiter), Conny Klähn, Holger Reiners (Techniker im Team) und meine Wenigkeit, Annika Siever.

Unterstützt werden wir dabei  unteranderem von den Mitarbeitern der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken NRW, Medienpädagogen und unserem Kooperations-Coach Frau Ditscheid.

Viele Menschen – ein Team wächst.

Wir mussten uns erstmal alle kennenlernen und die ersten Schritte in Richtung Kooperation gehen. Dass dabei nicht immer alles rund läuft, ist kein Wunder. Alle beteiligten Personen und auch die Institutionen arbeiten verschieden, sodass zuerst ein gemeinsamer Nenner gefunden werden musste.

Das war auch zunächst nicht so leicht, denn das Projekt „Sprachschatz“ bietet sehr viel Freiraum für Ideen und hat nur sehr wenige Einschränkungen. Es gibt so gut wie keine praktischen Detailvorgaben, das heißt, einen Organisationsrahmen und Grundsätze für unsere Arbeit haben wir uns erst einmal selbst geschaffen.

In den ersten Meetings haben wir uns darauf geeinigt, zunächst eine Art „Testphase“ zu starten. Dazu legten wir mehrere, ca. monatlich stattfindende, Termine fest, an denen wir mit einer Gruppe von Kindern arbeiten wollten. Ganz bewusst wählten wir hierfür nicht die Vorschulkinder, da es für diese Altersgruppe bereits viel Programm allgemein und auch schon Aktionen gemeinsam mit der Mediothek gibt. Wir suchten uns also die „mittleren“ Kinder (Altersgruppe der Vier- bis Fünfjährigen) aus.

Der Gedanke war, die KiTa-Kinder an den festgelegten Terminen mit einem Koffer voller Medien, Geräte oder Materialien zu besuchen, um Verschiedenes spielerisch auszuprobieren bzw. zu erlernen. Dabei wollten wir auch sehen, welche Medien überhaupt interessant für die Kinder sind.

Wir haben uns natürlich neben unserem tollen Koffer auch noch was ganz besonderes für die Kinder ausgedacht: unsere Kollegin Frau Düro-Förster hat extra für den Sprachschatz zwei Lieder gedichtet, die wir auf bekannte Melodien am Anfang und Ende jedes Termins gesungen haben, um gewohntes und neues zu verbinden. Daher stammt auch der Name der Kindergruppe der KiTa „Sprachschatzfinder-Medienkinder“, mit der wir zusammenarbeiten.

Sprachschatzfinder-Medienkinder: Sprache und digitale Medien schließen sich nicht gegenseitig aus

Unsere Ziele

Mit dem Projekt wollen wir den Kindern Möglichkeiten geben, sich auf vielfältige, multimediale und multilinguale Weise eigenständig weiterzuentwickeln. Dazu gehört vor allem kreativ sinnvolles Arbeiten sowohl mit digitalen, als auch analogen Medien in einem spielerischen Rahmen. Damit möchten wir einen gesellschaftlichen Beitrag leisten, um Medienkompetenz, soziale Fähigkeiten, kreatives Interesse, Sprachgefühl und -vielfalt bei den Kindern zu stärken. Dazu gehört aber auch, dass wir Eltern über diese Themen informieren und dafür sensibilisieren wollen.

Eine Idee wächst zu einem Schmetterling

Zunächst begannen wir mit interaktiven Büchern (Tiptoi und Carlsen Clever), bei denen die Kinder in Kleingruppen von jeweils einem Erwachsenen betreut, mit Tiptoi-Stift und Smartphone-App zum Buch spielen durften. Dabei hatten die Kinder zwar Spaß, doch der Ablauf war noch relativ chaotisch, da die Gruppenverteilung nicht gut und der Rahmen nicht geeignet war, um eine Wohlfühl-Atmosphäre zu bieten.

Der zweite Termin mit dem Thema „Fotografieren“ wurde daher etwas strukturierter geplant und war für die Kinder ein gelungenes Erlebnis. Jedoch fehlte noch immer ein roter Faden.

Daher beschlossen wir den Ansatz zu verändern, was uns letztendlich zum Erfolg führte. Wir nahmen uns ein Thema vor („Die kleine Raupe Nimmersatt“), das wir längerfristig auf verschiedenen medialen und sprachlichen Ebenen mit den Kindern bearbeiten wollten. Das Modul, das wir erarbeiteten, dehnte sich über zwei unserer monatlichen Termine und mehrere kleinere wöchentlich stattfindende Aktionen aus. Beim ersten Termin wurde das Thema zunächst auf analoger Ebene mit dem Fokus auf Sprachbildung bearbeitet. Hierzu gehörten z.B. Fantasiereisen, gemeinsames Lesen des Bilderbuchs (in verschiedenen Sprachen), kreative Aspekte (Schmetterlinge malen, Raupen kneten etc.), eine Schminkaktion oder die Zubereitung eines eigenen Obstsalats. Beim zweiten Termin konnten die Kinder einen eigenen Stop-Motion-Film über die Raupe Nimmersatt erstellen. Auch weitere digitale Aspekte, wie z.B. digitales Malen auf dem Tablet oder Fotografieren mit dem Smartphone waren Bestandteile weiterer Aktionen. Ziel dabei war es, gleichzeitig Medienkompetenz zu fördern und geeignete Sprachanlässe zu geben.

Am Ende feierten wir mit den Kindern ein grandioses Abschlussfest mit Tanz, mehrsprachigem Gesang, Knabbereien und natürlich dem selbstgemachten Stop-Motion-Film.

Der Abschied fiel sehr schwer, da nun im neuen KiTa Jahr eine neue Gruppe gebildet wird, die ein ähnliches Modul erleben darf. Auch die Kinder waren traurig, dass die Sprachschatzfinder-AG vorbei ist. Ein Mädchen hat sogar geweint und war nur damit zu trösten, dass sie uns ja auch in der Mediothek besuchen kommen kann.

Auf dem Sommerfest der KiTa Kuhleshütte waren wir dann nochmal mit unserem Bookbike zu Besuch und haben einige unserer Sprachschatz-Kinder wiedergetroffen.

Das Gerüst steht, jetzt wird ausgebaut!

Im nächsten Planungsabschnitt wollen wir dann auch noch einmal die Eltern stärker von Anfang an mit einbinden, um über Mediennutzung, Medienerziehung und Sprachbildung zu informieren. Ein Elternnachmittag fand zwar schon statt, doch es gibt diesbezüglich noch deutlich mehr Möglichkeiten die Eltern auch in die Sprachschatzfinder-AG miteinzubeziehen.

Wir starten also mit einer guten Basis und vielen Möglichkeiten das Konzept im Detail zu verbessern in die nächste aktive Phase und freuen uns schon riesig auf die neuen Sprachschatzfinder.

Was wir innerhalb des Projekts noch machen, ist hier auf dem Blog der Fachstelle oder auch auf unserem Blog nachzulesen.

Annika Siever
Mediothek Krefeld



Ansprechpartner Bündnis Krefeld:

Simon Hoffmann
Mediothek Krefeld
Theaterplatz 2
47798 Krefeld
E-Mail: simon.hoffmann[at]krefeld.de

Weitere Blogbeiträge zum Projekt „Sprachschatz- Bibliothek und Kita Hand in Hand“:

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Projekt „Sprachschatz“: Die Bündnisse stellen sich vor! – Bündnis Ochtrup

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Ziele und Pflege (Teil 2)

Projekt „Sprachschatz“: So geht Kooperation – Merkmale und Phasen (Teil 1)

Projekt „Sprachschatz“: Medienkompetenz und Sprachförderung – Kinder beim Aufwachsen mit Medien gestalten

Projekt „Sprachschatz“: Trickfilm als Element der alltagsintegrierten Sprachförderung für fast alle Altersklassen

Projekt „Sprachschatz“: Sprachbildung, Mehrsprachigkeit, Medienbildung und Medienkompetenz

„Sprachschatz – Bibliothek und KiTa Hand in Hand“ – 2017-2019 Auftakt zum Pilotprojekt

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„Deine Inspiration“ in der Stadtbibliothek Paderborn

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt die Entwicklung Öffentlicher Bibliotheken u.a. durch die finanzielle Förderung von innovativen Projekten. Die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW stellt in lockerer Reihenfolge interessante Praxisbeispiele aus verschiedenen Förderprogrammen in Form von Gastbeiträgen auf ihrem Blog vor. Der vorliegende Beitrag stellt das neue Angebot „Deine Inspiration“ in der Stadtbibliothek Paderborn vor.

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Newcomer Inbound Programm 2021 / 30.08.21

Vom 26. bis 28. Oktober 2021 können sechs Nachwuchskolleginnen und –kollegen aus deutschen Bibliotheks- und Informationseinrichtungen am „Newcomer Inbound Programm 2021“ und am Bibliothekskongress in Bern teilnehmen. Ziel des Programms ist es, den Nachwuchs in der persönlichen und fachlichen Weiterbildung zu unterstützen. Anmeldeschluss ist der 30. August 2021.

Weitere Informationen zu der Ausschreibung sind hier zu finden: https://media02.culturebase.org/data/docs-bideutschland/Aufruf%20und%20Bewerbungsformular%20Newcomer%20Inbound%20Programm%20BII%20Bibliosuisse.pdf  

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Call for Papers für das 6. Forum Bibliothekspädagogik 2022 / 03.09.2021

Am 17. Januar 2022 findet das 6. Forum Bibliothekspädagogik statt. Das Forum steht unter dem Motto „Bibliothekspädagogik – Mehr als nur ein Marketingbegriff“ und richtet sich an Fachpersonal aus Informationseinrichtungen. Organisiert wird das Forum von Studierenden der Hochschule der Medien Stuttgart, der Stadtbibliothek Stuttgart sowie dem Berufsverband Information Bibliothek e.V.

Bis zum 3. September 2021 können Projekte und Veranstaltungen mit den Zielgruppen „Erwachsene“, „Management“ oder „Wissenschaftliche Bibliotheken“ eingereicht werden. Vorgaben zur Einreichung sind hier zu finden: https://forumbibliothekspaedagogik.wordpress.com/6-forum-bibliothekspaedagogik-mehr-als-nur-ein-marketingbegriff/call-for-papers/

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Bewerbungsschluss für den MALIS-Studiengang / 31.07.2021

Die Studieninteressierten des berufsbegleitenden Mastenstudiengangs „Bibliotheks- und Informationswissenschaften“ (MALIS) an der TH Köln haben noch bis zum 31.07.2021 die Möglichkeit sich für die Jahrgang 2022 zu bewerben.

Alle weiteren Informationen zum Studiengang sind hier zu finden: http://www.malis.th-koeln.de

Darüber hinaus kann man sich für einzelne Module des Studiengangs über das ZBIW anmelden: https://www.th-koeln.de/weiterbildung/malis-module_5878.php

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69. Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen zu Gast in Sonderburg / Dänemark

Die 69. Fachkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland findet in der dänischen Nachbarstadt Sonderburg statt. Am öffentlichen Tag am 20. September 2021 sind alle interessierten Fachkolleginnen und Fachkollegen herzlich zur Fortbildung und zum Informationsaustausch eingeladen. Das Thema der Veranstaltung lautet „Chance statt (Corona)- Krise“. Die Einladung, Anmeldehinweise und das Programm für den 20. September sind jetzt auf der Homepage der Fachstellenkonferenz zu finden: https://www.fachstellen.de/seminare-der-fachkonferenz. Die Anmeldung kann bis zum 30. August 2021 erfolgen.

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Interaktive Geschichten mit Twine entwickeln

Das Netzwerk Bibliothek hat ein neues Video veröffentlicht. Die Expertin Kathrin Joswig erklärt in ihrem Tutorial, wie man in der Bibliothek kreative Workshops mit dem Text Adventure „Twine“ anbieten kann. Twine führt Kinder und Jugendliche ans Programmieren und digitales Storytelling heran.

Quelle: Netzwerk Bibliothek: „Interaktive Geschichten mit Twine entwickeln“ (07.07.2021)

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Mitschnitt der Online-Konferenz des dbv zu digitalen Angeboten

Wie können medienpädagogische Workshops für Kinder und Jugendliche in den digitalen Raum übertragen werden? Das Initiativbüro „Gutes Aufwachsen mit Medien“ hat im April Expert*innen des Netzwerks Bibliothek Medienbildung des Deutschen Bibliotheksverbandes e.V. (dbv) zum Erfahrungsaustausch und Diskutieren eingeladen. Der Mitschnitt der Beiträge ist nun online

https://www.gutes-aufwachsen-mit-medien.de/informieren/article.cfm/aus.2/key.3713

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#Buchpreisbloggen

Zwanzig Buchpreisblogger und Buchpreisbloggerinnen, zwanzig Bücher: Ab dem 24. August stellen 20 Influencerinnen und Influencer die nominierten Romane des  Deutschen Buchpreises vor. Sie lesen und diskutieren jeweils eines der Bücher, bieten Hintergrundinformationen sowie kritische Debattenbeiträge zu den Titeln. Mehr dazu unter https://www.boersenblatt.net/news/boersenverein/deutscher-buchpreis-20-literaturbegeisterte-influencerinnen-184471

Quelle: InfoDigital Juli 2021 der Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen Stuttgart

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Düsseldorf: Erste Einblicke in die neue Zentralbibliothek

Vor der offiziellen Eröffnung der neuen Zentralbibliothek in Düsseldorf am Konrad-Adenauer-Platz (KAP 1) wurde dem Oberbürgermeister der Stadt sowie der Presse Einblick gewährt. Die neue Bibliothek präsentiert sich auf zwei Ebenen mit jeweils 4.000 qm, hohen Decken, niedrigen Regalen (max. 1,5 Meter) sowie einem großen Café für 70 Personen und einem Dachgarten. Die Kinderbibliothek wird mit 1.000 qm drei Mal so groß sein wie am alten Standort. Auch die technische Ausstattung soll den Ansprüchen der Kunden gerecht werden: Das WLAN soll 600 Nutzern ermöglichen parallel zu streamen und es stehen 600 Arbeitsplätze mit über 60 PCs bereit. Der offizielle Eröffnungstermin für die neue Zentralbibliothek ist der 8. November 2021. Insofern die Corona-Pandemie den Plänen nicht in die Quere kommt, werden für 2022 eine Million Besucher*innen erwartet. Unter dem in der Quelle angegebenen Link können Sie Bilder der neuen Zentralbibliothek (aktuell noch ohne Möbel) einsehen.

Quelle: RP online: „Die neue Stadtbibliothek ist unten laut und oben leise“ (06.07.2021)

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Neuer Podcast des SWR stellt Kinderbücher vor

Der neue Podcast „Limonadenbaum“ der Literaturredaktion des SWR bietet eine gute Orientierung für Eltern im großen Kinderbuchdschungel. Alle zwei Wochen stellen die Literaturredakteurinnen Anja Höfer und Theresa Hübner Kinderbücher zu einem bestimmten Thema vor. Neben den Büchern sind auch Hörspiele dabei und es ist Platz für Themen, die Kinderbuchfans bewegen: Wie gehen wir mit problematischer Sprache in Klassikern um? Welche Kinderbücher finden Eltern toll, Kinder aber gar nicht? Welche Sprache können Dreijährige schon verstehen, womit sind sie noch überfordert? Der Podcast ist auf allen gängigen Podcast-Portalen und auch über die SWR-Homepage verfügbar ist.? Link zum Podcast