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Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie: Die Ist-Analyse der Bibliothek und des Umfelds

In unserer Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ erarbeiten die Teilnehmer*innen eine Bibliotheksstrategie für die nächsten Jahre. Über unseren Blog geben wir Ihnen in mehreren Beiträgen einen Einblick in die Themen dieser Veranstaltung und zeigen, welche Schritte bei der Konzepterstellung für Bibliotheken von Bedeutung sind.

Entscheidend für einen gelungenen Weg ist zunächst eine systematische Bestandsaufnahme der aktuellen Situation der Bibliothek. Dazu gehört die ausführliche Analyse der bisherigen Arbeit der Bibliothek und ihres Umfelds.

Den Status quo zu Beginn einer Strategie zu ermitteln ist extrem wichtig, weil er die Grundlage dafür bildet, wohin man überhaupt steuern will. Ohne ein klares Bild der Ausgangslage kann man weder realistische Ziele setzen noch sinnvolle Maßnahmen planen. Einige zentrale Punkte:

  1. Verständnis der aktuellen Situation: Man erkennt Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Das hilft, Prioritäten richtig zu setzen.
  2. Datenbasierte Entscheidungen: Statt auf Annahmen zu bauen, können Entscheidungen auf Fakten, Zahlen und belegbaren Beobachtungen beruhen.
  3. Ressourcenplanung: Wer weiß, was vorhanden ist – Personal, Budget, Infrastruktur, Kompetenzen – kann besser einschätzen, was machbar ist und wo externe Unterstützung nötig ist.
  4. Stakeholder-Kommunikation: Ein klarer Status quo erleichtert die Abstimmung mit Kolleg*innen, Leitung oder externen Partnern, weil alle die gleiche Ausgangsbasis sehen.
  5. Messbarkeit von Fortschritt: Wenn man weiß, wo man startet, lässt sich später besser beurteilen, ob die Strategie erfolgreich war und welche Wirkungen die Maßnahmen hatten.

Kurz gesagt: Der Status quo ist wie der Startpunkt auf einer Landkarte. Ohne ihn weiß man nicht, wie weit oder in welche Richtung man sich bewegen muss. Zudem läuft man Gefahr, dass die Strategie unrealistisch, ineffizient oder nicht akzeptiert wird.

Unterschieden wird in diesem Teil zwischen zwei Bereichen. Zum einen geht es um die Basisdaten der Bibliothek. Zum anderen wird das Umfeld der Bibliothek – die Kommune und ihre Besonderheiten – genauer beleuchtet.

Copyright Anne Jacobs

Die Basisdaten

Hinter den Basisdaten der Bibliothek verbergen sich viele Hinweise auf nötige Veränderungen, denen man anhand von Zahlen auf die Spur kommen kann. Hierzu ist es wichtig, die Zahlen nicht nur für sich zu betrachten, sondern in Bezug zueinander zu setzen. So sagt zum Beispiel die Bestandsgröße einer Sachgruppe alleine zunächst nicht viel aus. Wird diese Zahl ins Verhältnis zu den Ausleihen dieser Bestandsgruppe gesetzt, lässt sich eine Aussage über die Effizienz dieser Bestandsgruppe treffen. (Wie genau eine Effizienzanalyse funktioniert, zeigen wir in unserem Leitfaden.)

Gleiches gilt zum Beispiel auch bei für die Öffnungszeiten. Auch hier muss die Anzahl der Wochenöffnungsstunden in Relation zur Nutzung gesehen werden, um Aussagen zu künftig erforderlichen Öffnungszeiten treffen zu können. Analog dazu kann dieser Vergleich auch Bibliotheksübergreifend geschehen. Mit dem Bibliotheksmonitor des HBZ (Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW) haben die Bibliotheken ein starkes Instrument an der Hand,  um sich mit Bibliotheken vergleichbarer Größe zu messen.

Angemerkt sei an dieser Stelle, dass der genaue Blick auf die Zahlen manchmal durchaus schmerzhaft sein kann. Nichts desto trotz ist dieser Blick für ein funktionierendes Konzept unabdingbar und offenbart auch „Hidden Champions“- also gut laufende Bereiche, die einem vorher nicht so bewusst gewesen sind.

Das Umfeld

In jeder Kommune sind die Voraussetzungen für die Bibliothek unterschiedlich. Es gilt auch hier herauszufinden, welche Aufgaben die Bibliothek in der Kommune übernimmt. Daher wird an diesem Punkt der Blick von der bestehenden Bibliotheksarbeit gelöst und geschaut, was in der Kommune vorhanden ist.

Es lohnt sich die anderen Akteure in der Kommune zu betrachten und herauszufinden, wo Kooperationen ausgebaut bzw. aufgebaut werden können, wo sich Angebotslücken auftun oder Konkurrenzangebote vermieden werden können.

Zudem werden hier grundsätzliche Entwicklungen in den Blick genommen: Wächst meine Kommune oder wird sie kleiner? Habe ich eine Flächenkommune oder ist alles sehr zentral orientiert? Welche Altersstruktur gibt es? Was sind kommunale Problemfelder, die sich auch auf die Bibliothek auswirken könnten oder in ihr wiederspiegeln? Gibt es kommunale Entwicklungsschwerpunkte? Diese und weitere Fragen gilt es je nach Bedarf zu beantworten, um dann die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Bei dieser Arbeit knirschen einige Teilnehmer*innen zwischenzeitlich ganz schön mit den Zähnen. Schließlich ist und bleibt das Zusammentragen des Datenmaterials und dessen Auswertung, auch in einem begleiteten Strategieprozess, immer noch Fleißarbeit. 

Die Leistung, die zuvor erhobenen Daten ins Verhältnis zu setzen und ihre eigenen Daten mit den Daten der Kommune abzugleichen, erfordert einen geschärften Blick und führt leicht dazu, den roten Faden aus dem Blick zu verlieren. Hier hilft es, sich an folgenden Fragen zu orientieren: Welche Daten betreffen die Bibliothek? Und: Welche betreffen sie nicht?

(Der Beitrag ist in ähnlicher Form bereits am 26.07.2017 erschienen)

Über das Qualifizierungsprogramm „Den Roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“:
Strategisch denken und handeln und das Ziel vor Augen haben: Damit aus guten Ansätzen starke Bibliotheken werden, darf eines nicht fehlen, der rote Faden – die Bibliotheksstrategie! Mit diesem Weiterbildungsangebot der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken machen sich maximal zehn Bibliotheken auf den Weg und erarbeiten ihre eigene Bibliotheksstrategie für die nächsten Jahre. Die Verschriftlichung des Bibliothekskonzeptes erfolgt durch die Bibliotheksleitung und wird von der Fachstelle und einer Dozentin eng begleitet. Mehr als 40 NRW-Bibliotheken haben diese Fortbildung in den vergangenen bereits erfolgreich durchlaufen.

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Schreibwettbewerb: IFLA100 / 01.09.26

Wie könnten Bibliotheken in Zukunft aussehen? Dieser Frage widmet sich ein Kurzgeschichten-Wettbewerb, den die International Federation of Library Associations and Institutions anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums im Jahr 2027 (IFLA100) ausgeschrieben hat. Einsendeschluss ist der 1. September 2026. Zu gewinnen gibt es unter anderem ein Ticket für den IFLA World Library and Information Congress 2027 in London. Beiträge können auch auf Deutsch eingereicht werden: https://www.ifla-deutschland.de/2026/03/03/ifla100-wettbewerb-schreib-eine-science-fiction-kurzgeschichte-zum-thema-bibliotheken/

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Förderung wohnortnaher Digitalangebote für Ältere / 31.03.26

Im Rahmen des DigitalPakt Alter unterstützt die Commerzbank-Stiftung den Ausbau sogenannter Erfahrungsorte. Ziel ist es, älteren Menschen einen selbstbestimmten und sicheren Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen. Gefördert werden vor allem wohnortnahe Senioren-Internet-Initiativen mit Lern-, Übungs- und Beratungsangeboten zu digitalen Themen. Trägerorganisationen können sich mit niedrigschwelligen Formaten bewerben. Initiativen im städtischen Raum können ihre Anträge noch bis zum 31. März 2026 einreichen.

Mehr Informationen auf dieser Website https://www.digitalpakt-alter.de/digitalpakt-alter/unser-foerderprogramm/

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Auszeichnung „Bücherei des Jahres” für evangelische öffentliche Büchereien / 12.03.26

Vor gut einem Jahr startete die erste Jahresinitiative der evangelischen öffentlichen Büchereien in Deutschland. Sie wurde vom Evangelisches Literaturportal gemeinsam mit den Büchereifachstellen ins Leben gerufen. Im Rahmen der Initiative können sich Einrichtungen nun als „Bücherei des Jahres“ bewerben. Eine Online-Veranstaltung am 12. März 2026 informiert über Bewerbung, Kriterien und Ablauf. Die ausgezeichneten Büchereien werden am Tag der Bibliotheken, dem 24. Oktober 2026, bekannt gegeben.

Mehr Informationen und Anmeldung auf dieser Website https://www.eliport.de/fuer-buechereien/jahresinitiative

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Ausschreibung „Gütesiegel Buchkita“ 2026 / 31.05.26

Kindergärten und Kitas können sich auch in diesem Jahr wieder um das „Gütesiegel Buchkita“ bewerben. Ausgezeichnet werden Einrichtungen, die sich in besonderer Weise für frühkindliche Leseförderung engagieren. Bewerbungsschluss ist der 31. Mai 2026. Wer sich über das Bewerbungsverfahren informieren möchte, kann an einer Online-Veranstaltung am 25. März 2026 teilnehmen.

Mehr Informationen auf dieser Website: https://www.guetesiegel-buchkita.de/buchkita-werden/jetzt-bewerben.html

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Girls’Day und Boys’Day – auch Bibliotheken können mitmachen! / 23.04.26

Die Aktionstage Girls’Day und Boys’Day, in diesem Jahr am Donnerstag, 23. April 2026, sind Teil eines Programms zur beruflichen Orientierung. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler bei der Berufs- und Studienwahl zu unterstützen und sie dabei zu ermutigen, sich unabhängig von klassischen Rollenbildern zu entscheiden. Jugendliche ab Klasse 5 besuchen an diesem Tag Betriebe und Einrichtungen, darunter auch Bibliotheken, und begegnen dort beruflichen Vorbildern, die neue Perspektiven eröffnen.

Der Girls’Day richtet sich an Mädchen und stellt unter anderem IT, Naturwissenschaften und Technik in den Mittelpunkt. In Bibliotheken betrifft das insbesondere Arbeitsbereiche rund um Internet, EDV und technische Infrastruktur.

Beim Boys’Day stehen für Jungen vor allem Berufe und Studiengänge in Erziehung, Sozialwesen und Dienstleistung im Fokus. Bibliotheken sind hier ein passender Ort, etwa im Bereich Leseförderung und Veranstaltungsarbeit.

Nicht binäre junge Menschen, die sich nicht ausschließlich dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuordnen, können frei wählen, an welchem Angebot sie teilnehmen möchten.

Damit Bibliotheken von interessierten Schülerinnen und Schülern gefunden werden, ist eine offizielle Registrierung für die Aktionstage erforderlich. In NRW beteiligt sich zum Beispiel die Bibliothek in Hamm.

Mehr Informationen: https://www.boys-day.de/ und https://www.girls-day.de/

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Online-Seminar der dbv-Rechtskommission zum Thema Ju­gend­schutz in Bi­blio­the­ken / 26.03.26

Von Dark-Romance-Romanen bis hin zu Beständen aus der Zeit des Nationalsozialismus tauchen auf dem Buchmarkt und in größeren Bibliotheken immer wieder Titel auf, die das Potenzial haben, junge Menschen in ihrer Entwicklung zu beeinflussen oder zu beeinträchtigen. Für Bibliotheken ergeben sich daraus zahlreiche Fragen:

  • Ist es zulässig, solche Werke in den Bestand aufzunehmen?
  • Sollten sie gesondert aufgestellt werden?
  • Sind bei der Ausleihe besondere Maßnahmen erforderlich?
  • Wie weit gehen die Prüf- und Haftungspflichten der Bibliothek und ihres Personals?
  • Welche Vorgaben gelten im digitalen Raum, etwa bei der Onleihe oder bei der Bereitstellung von Digitalisaten?

Die Rechtskommission des Deutschen Bibliotheksverbands lädt am 26. März 2026 von 14:00 bis 15:00 Uhr zu einem Online-Seminar zum Thema Jugendschutz in Bibliotheken ein. Als Referent konnte Prof. Dr. jur. Marc Liesching von der HTWK Leipzig gewonnen werden, ein ausgewiesener Experte im Jugendschutzrecht. Das Webinar findet auf der Plattform Zoom statt, beginnt mit einem kurzen Impulsvortrag und bietet im Anschluss ausreichend Raum für Fragen.

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet und anschließend in der Rubrik „Jugendschutz in Bibliotheken“ veröffentlicht.

Die Teilnahme am Zoom-Meeting ist über folgenden Link möglich:

https://uni-konstanz-de.zoom.us/j/68855458257
Meeting-ID: 688 5545 8257

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„Super Searchers“: dpa und dbv starten im März Online-Trainings im Bereich Informationskompetenz

Wie lassen sich verlässliche Informationen im Netz schneller finden und bewerten? Das Programm „Super Searchers“ gibt darauf Antworten. Die ersten kostenfreien Online-Trainings starten am 18. März 2026.

Die dpa und der Deutscher Bibliotheksverband e.V. setzen das von Google initiierte Programm in Deutschland um. Es richtet sich an Bibliotheksmitarbeitende, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte, die ihr Wissen im Sinne eines Train-the-Trainer-Ansatzes weitergeben möchten.

Im Fokus stehen Suchsicherheit, Quellenbewertung, der Umgang mit Falschinformationen und aktuelle Entwicklungen rund um KI-gestützte Suchanwendungen. Neben Live-Webinaren erhalten die Teilnehmenden Materialien für eigene Schulungen.

Start ist am 18. März 2026. Weitere Informationen und Anmeldung auf dieser Website
https://www.dpa.com/de/super-searchers

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Broschüre: Freundeskreise und Fördervereine – Aktiv für gute Bibliotheken

Der Bundesverband der deutschen Bibliotheks-Freundeskreise hat eine Broschüre mit dem Titel „Freundeskreise und Fördervereine: Aktiv für gute Bibliotheken“ veröffentlicht. Diese richtet sich an Freundeskreise, Bibliotheken, Fachinstitutionen und -verbände, Unterhaltsträger sowie örtliche und überregionale Politik und Interessensvertretungen. Jedes Mitglied des BdB wird drei Exemplare der Broschüre erhalten. Weitere Exemplare können per E-Mail gegen eine Schutzgebühr von 2,50 zzgl. Versandkosten angefordert werden: info(at)bibliotheks-freundeskreise.de

Mehr Infos auf dieser Website: https://bibliotheks-freundeskreise.de/presse/publikationen/

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„Land.schafft.Demokratie – Vielfalt und Dialog in der Bibliothek“ wird fortgeführt: Neue Ausschreibung für 2026 ist gestartet!

Im Rahmen des Projektes „Land.schafft.Demokratie„, das seit 2023 sehr erfolgreich in insgesamt 40 kleineren Bibliotheken umgesetzt wurde, werden 2026 deutschlandweit wieder Bibliotheken in Orten mit einer Einwohner*innenzahl bis zu 50.000 dabei unterstützt, Formate zu Demokratie, Dialog und Vielfalt vor Ort durchzuführen. Das Projekt ist eine Kooperation der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und dem Deutschen Bibliotheksverband (dbv).

Bis zum 31. März 2026 können sich interessierte Bibliotheken bewerben. In diesem Jahr werden erstmals 20 Bibliotheken ins Programm aufgenommen. Nach Auswahl der neuen Projektbibliotheken werden diese ab Sommer gemeinsam mit der bpb passgenaue und niedrigschwellige Angebote zur Demokratieförderung in ihrer Bibliothek und für alle Altersklassen organisieren. Dazu gehören Diskussionsformate mit verschiedenen lokalen Akteuren, Argumentationstrainings oder Medienkompetenztrainings für alle Altersklassen, Lesungen sowie digitale Trainings als Schulungen für Bibliotheksmitarbeitende.

Das Bewerbungsformular sowie einen Infoflyer zum Projekt finden Sie im Anhang oder hier.  Am 11.3.26 um 10 Uhr sowie am 17.3.26 um 11 Uhr finden kurze digitale Info-Veranstaltungen statt, um das Programm vorzustellen und Fragen zu klären. Anmeldungen bitte unter: Land.schafft.demokratie@bpb.de