Am ersten Sonntag jedes Monats findet der Digital Independence Day (DID) beziehungsweise Digitale Unabhängigkeitstag (DUT) statt. Die Aktion möchte Menschen dazu ermutigen, von großen Plattformen wie Google, Meta Platforms, Amazon oder Microsoft zu freien, lokalen oder weniger problematischen Alternativen zu wechseln.
Rund um diesen Tag gibt es in vielen Städten Deutschlands und auch online kostenlose Workshops, sogenannte Wechselcafés und weitere Veranstaltungen. Organisiert werden sie überwiegend von ehrenamtlichen Initiativen und zivilgesellschaftlichen Gruppen.
Alle aktuellen Termine sowie praktische „Wechselrezepte“ für zu Hause sind auf der Aktionsseite zu finden: https://di.day. In den sozialen Medien lassen sich unter den Hashtags #DIDit und #DUTgemacht bereits zahlreiche Erfahrungsberichte und Diskussionen von Menschen verfolgen, die den Umstieg planen, gerade umsetzen oder bereits vollzogen haben.
Die Idee zum Digital Independence Day stammt von dem Autor Marc-Uwe Kling. Inzwischen wird das Projekt von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen getragen und von der Initiative Save Social – Networks For Democracy koordiniert. Unterstützt wird es unter anderem vom Chaos Computer Club.
Für Bibliotheken könnte der Aktionstag ebenfalls interessant sein – etwa als Anlass für eigene Workshops, Beratungsangebote oder Informationsveranstaltungen rund um digitale Selbstbestimmung.
Mit dem Tool #DDBstudio der Deutschen Digitalen Bibliothek können Kulturinstitutionen in ganz Deutschland kostenlos virtuelle Ausstellungen erstellen. Die Plattform bietet eine datensparsame und sichere Alternative zu kommerziellen Angeboten.
Die fertigen Ausstellungen werden auf dem Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek im Bereich „Virtuelle Ausstellungen“ veröffentlicht und sind dort für die Öffentlichkeit zugänglich.
Die Stadtbibliothek Aachen hat im Eingangsbereich einen Puzzle-Tauschtisch eingerichtet. Ein kurzer Hinweis – „Puzzle-Tausch-Tisch“ – erklärt das Prinzip. Besucherinnen und Besucher können dort Puzzles ablegen oder mitnehmen. Manche werden direkt vor Ort geöffnet, sodass alle, die vorbeikommen, ein paar Teile mitlegen können. Das Angebot wird gut genutzt.
Wenn ein Puzzle fertig ist, wird das Ergebnis fotografiert und später in einer Social-Media-Slideshow gezeigt. Zusätzlich gab es in Kooperation mit dem Deutscher Puzzleverein einen Puzzletreff in der Bibliothek, der ebenfalls auf große Resonanz gestoßen ist.
Erfahrungsgemäß erhält die Bibliothek nach entsprechenden Aufrufen viele Puzzle-Spenden. Die meisten sind sogar vollständig. Sie werden allerdings vorher nicht nachgezählt und können ausschließlich getauscht werden. Eine Ausleihe von Puzzles bietet die Bibliothek selbst nicht an.. https://www.instagram.com/p/C53sUOgvCJi/
Die Kampagne „Machmamit!“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung stellt eine interaktive Mitmach-Karte bereit, auf der bereits mehr als 9.000 Orte der Kulturellen Bildung verzeichnet sind, darunter auch zahlreiche Bibliotheken. Das Angebot wurde nun erweitert: Neben stationären Einrichtungen können ab sofort auch digitale sowie mobile Orte eingetragen werden. Mit einem kostenfreien Eintrag lassen sich Angebote für Kinder, Jugendliche und Fachkräfte sichtbar machen und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen: https://www.machmamit.de/
In unserer Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ erarbeiten die Teilnehmer*innen eine Bibliotheksstrategie für die nächsten Jahre. Über unseren Blog geben wir Ihnen in mehreren Beiträgen einen Einblick in die Themen dieser Veranstaltung und zeigen, welche Schritte bei der Konzepterstellung für Bibliotheken von Bedeutung sind.
Entscheidend für einen gelungenen Weg ist zunächst eine systematische Bestandsaufnahme der aktuellen Situation der Bibliothek. Dazu gehört die ausführliche Analyse der bisherigen Arbeit der Bibliothek und ihres Umfelds.
Den Status quo zu Beginn einer Strategie zu ermitteln ist extrem wichtig, weil er die Grundlage dafür bildet, wohin man überhaupt steuern will. Ohne ein klares Bild der Ausgangslage kann man weder realistische Ziele setzen noch sinnvolle Maßnahmen planen. Einige zentrale Punkte:
Verständnis der aktuellen Situation: Man erkennt Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Das hilft, Prioritäten richtig zu setzen.
Datenbasierte Entscheidungen: Statt auf Annahmen zu bauen, können Entscheidungen auf Fakten, Zahlen und belegbaren Beobachtungen beruhen.
Ressourcenplanung: Wer weiß, was vorhanden ist – Personal, Budget, Infrastruktur, Kompetenzen – kann besser einschätzen, was machbar ist und wo externe Unterstützung nötig ist.
Stakeholder-Kommunikation: Ein klarer Status quo erleichtert die Abstimmung mit Kolleg*innen, Leitung oder externen Partnern, weil alle die gleiche Ausgangsbasis sehen.
Messbarkeit von Fortschritt: Wenn man weiß, wo man startet, lässt sich später besser beurteilen, ob die Strategie erfolgreich war und welche Wirkungen die Maßnahmen hatten.
Kurz gesagt: Der Status quo ist wie der Startpunkt auf einer Landkarte. Ohne ihn weiß man nicht, wie weit oder in welche Richtung man sich bewegen muss. Zudem läuft man Gefahr, dass die Strategie unrealistisch, ineffizient oder nicht akzeptiert wird.
Unterschieden wird in diesem Teil zwischen zwei Bereichen. Zum einen geht es um die Basisdaten der Bibliothek. Zum anderen wird das Umfeld der Bibliothek – die Kommune und ihre Besonderheiten – genauer beleuchtet.
Copyright Anne Jacobs
Die Basisdaten
Hinter den Basisdaten der Bibliothek verbergen sich viele Hinweise auf nötige Veränderungen, denen man anhand von Zahlen auf die Spur kommen kann. Hierzu ist es wichtig, die Zahlen nicht nur für sich zu betrachten, sondern in Bezug zueinander zu setzen. So sagt zum Beispiel die Bestandsgröße einer Sachgruppe alleine zunächst nicht viel aus. Wird diese Zahl ins Verhältnis zu den Ausleihen dieser Bestandsgruppe gesetzt, lässt sich eine Aussage über die Effizienz dieser Bestandsgruppe treffen. (Wie genau eine Effizienzanalyse funktioniert, zeigen wir in unserem Leitfaden.)
Gleiches gilt zum Beispiel auch bei für die Öffnungszeiten. Auch hier muss die Anzahl der Wochenöffnungsstunden in Relation zur Nutzung gesehen werden, um Aussagen zu künftig erforderlichen Öffnungszeiten treffen zu können. Analog dazu kann dieser Vergleich auch Bibliotheksübergreifend geschehen. Mit dem Bibliotheksmonitor des HBZ (Hochschulbibliothekszentrum des Landes NRW) haben die Bibliotheken ein starkes Instrument an der Hand, um sich mit Bibliotheken vergleichbarer Größe zu messen.
Angemerkt sei an dieser Stelle, dass der genaue Blick auf die Zahlen manchmal durchaus schmerzhaft sein kann. Nichts desto trotz ist dieser Blick für ein funktionierendes Konzept unabdingbar und offenbart auch „Hidden Champions“- also gut laufende Bereiche, die einem vorher nicht so bewusst gewesen sind.
Das Umfeld
In jeder Kommune sind die Voraussetzungen für die Bibliothek unterschiedlich. Es gilt auch hier herauszufinden, welche Aufgaben die Bibliothek in der Kommune übernimmt. Daher wird an diesem Punkt der Blick von der bestehenden Bibliotheksarbeit gelöst und geschaut, was in der Kommune vorhanden ist.
Es lohnt sich die anderen Akteure in der Kommune zu betrachten und herauszufinden, wo Kooperationen ausgebaut bzw. aufgebaut werden können, wo sich Angebotslücken auftun oder Konkurrenzangebote vermieden werden können.
Zudem werden hier grundsätzliche Entwicklungen in den Blick genommen: Wächst meine Kommune oder wird sie kleiner? Habe ich eine Flächenkommune oder ist alles sehr zentral orientiert? Welche Altersstruktur gibt es? Was sind kommunale Problemfelder, die sich auch auf die Bibliothek auswirken könnten oder in ihr wiederspiegeln? Gibt es kommunale Entwicklungsschwerpunkte? Diese und weitere Fragen gilt es je nach Bedarf zu beantworten, um dann die richtigen Schlüsse zu ziehen.
Bei dieser Arbeit knirschen einige Teilnehmer*innen zwischenzeitlich ganz schön mit den Zähnen. Schließlich ist und bleibt das Zusammentragen des Datenmaterials und dessen Auswertung, auch in einem begleiteten Strategieprozess, immer noch Fleißarbeit.
Die Leistung, die zuvor erhobenen Daten ins Verhältnis zu setzen und ihre eigenen Daten mit den Daten der Kommune abzugleichen, erfordert einen geschärften Blick und führt leicht dazu, den roten Faden aus dem Blick zu verlieren. Hier hilft es, sich an folgenden Fragen zu orientieren: Welche Daten betreffen die Bibliothek? Und: Welche betreffen sie nicht?
(Der Beitrag ist in ähnlicher Form bereits am 26.07.2017 erschienen)
Über das Qualifizierungsprogramm „Den Roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“: Strategisch denken und handeln und das Ziel vor Augen haben: Damit aus guten Ansätzen starke Bibliotheken werden, darf eines nicht fehlen, der rote Faden – die Bibliotheksstrategie! Mit diesem Weiterbildungsangebot der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken machen sich maximal zehn Bibliotheken auf den Weg und erarbeiten ihre eigene Bibliotheksstrategie für die nächsten Jahre. Die Verschriftlichung des Bibliothekskonzeptes erfolgt durch die Bibliotheksleitung und wird von der Fachstelle und einer Dozentin eng begleitet. Mehr als 40 NRW-Bibliotheken haben diese Fortbildung in den vergangenen bereits erfolgreich durchlaufen.
Wie könnten Bibliotheken in Zukunft aussehen? Dieser Frage widmet sich ein Kurzgeschichten-Wettbewerb, den die International Federation of Library Associations and Institutions anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums im Jahr 2027 (IFLA100) ausgeschrieben hat. Einsendeschluss ist der 1. September 2026. Zu gewinnen gibt es unter anderem ein Ticket für den IFLA World Library and Information Congress 2027 in London. Beiträge können auch auf Deutsch eingereicht werden: https://www.ifla-deutschland.de/2026/03/03/ifla100-wettbewerb-schreib-eine-science-fiction-kurzgeschichte-zum-thema-bibliotheken/
Im Rahmen des DigitalPakt Alter unterstützt die Commerzbank-Stiftung den Ausbau sogenannter Erfahrungsorte. Ziel ist es, älteren Menschen einen selbstbestimmten und sicheren Zugang zur digitalen Welt zu ermöglichen. Gefördert werden vor allem wohnortnahe Senioren-Internet-Initiativen mit Lern-, Übungs- und Beratungsangeboten zu digitalen Themen. Trägerorganisationen können sich mit niedrigschwelligen Formaten bewerben. Initiativen im städtischen Raum können ihre Anträge noch bis zum 31. März 2026 einreichen.
Vor gut einem Jahr startete die erste Jahresinitiative der evangelischen öffentlichen Büchereien in Deutschland. Sie wurde vom Evangelisches Literaturportal gemeinsam mit den Büchereifachstellen ins Leben gerufen. Im Rahmen der Initiative können sich Einrichtungen nun als „Bücherei des Jahres“ bewerben. Eine Online-Veranstaltung am 12. März 2026 informiert über Bewerbung, Kriterien und Ablauf. Die ausgezeichneten Büchereien werden am Tag der Bibliotheken, dem 24. Oktober 2026, bekannt gegeben.
Kindergärten und Kitas können sich auch in diesem Jahr wieder um das „Gütesiegel Buchkita“ bewerben. Ausgezeichnet werden Einrichtungen, die sich in besonderer Weise für frühkindliche Leseförderung engagieren. Bewerbungsschluss ist der 31. Mai 2026. Wer sich über das Bewerbungsverfahren informieren möchte, kann an einer Online-Veranstaltung am 25. März 2026 teilnehmen.
Die Aktionstage Girls’Day und Boys’Day, in diesem Jahr am Donnerstag, 23. April 2026, sind Teil eines Programms zur beruflichen Orientierung. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler bei der Berufs- und Studienwahl zu unterstützen und sie dabei zu ermutigen, sich unabhängig von klassischen Rollenbildern zu entscheiden. Jugendliche ab Klasse 5 besuchen an diesem Tag Betriebe und Einrichtungen, darunter auch Bibliotheken, und begegnen dort beruflichen Vorbildern, die neue Perspektiven eröffnen.
Der Girls’Day richtet sich an Mädchen und stellt unter anderem IT, Naturwissenschaften und Technik in den Mittelpunkt. In Bibliotheken betrifft das insbesondere Arbeitsbereiche rund um Internet, EDV und technische Infrastruktur.
Beim Boys’Day stehen für Jungen vor allem Berufe und Studiengänge in Erziehung, Sozialwesen und Dienstleistung im Fokus. Bibliotheken sind hier ein passender Ort, etwa im Bereich Leseförderung und Veranstaltungsarbeit.
Nicht binäre junge Menschen, die sich nicht ausschließlich dem männlichen oder weiblichen Geschlecht zuordnen, können frei wählen, an welchem Angebot sie teilnehmen möchten.
Damit Bibliotheken von interessierten Schülerinnen und Schülern gefunden werden, ist eine offizielle Registrierung für die Aktionstage erforderlich. In NRW beteiligt sich zum Beispiel die Bibliothek in Hamm.