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Bibliotheksmanagement

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Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie

Haben Sie schon einen Blick in unser Fortbildungsprogramm für das 2. Halbjahr geworfen, welches wir in Kooperation mit dem ZBIW anbieten?  Dort werden Sie auf Frau Bluhm als Dozentin der Fortbildung „Den roten Faden finden – Wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ stoßen. Wer mehr über die Fortbildung erfahren möchte, dem sei das nachfolgende Interview ans Herz gelegt.

Sonja Bluhm, Trainerin der Fortbildung

Sonja Bluhm, Trainerin in der Fortbildung

Fachstelle: Hallo Frau Bluhm, was machen Sie beruflich?

Sonja Bluhm: Als Diplom-Bibliothekarin, Gruppenpädagogin und Business Coach arbeite ich freiberuflich in der Erwachsenenbildung. Meine Hauptzielgruppe sind Bibliotheken und Fachstellen, aber auch Einzelpersonen und Non-Profit-Organisationen.

Meine Arbeit umfasst drei Themenfelder:

  1. Coaching & Beratung, z.B. von Bibliotheksteams
  2. Bibliothek & Literatur, z.B. Fortbildungen zum Bestandsmanagement oder Literaturgesprächskreisen
  3. Kommunikation & Didaktik, z.B. Train-the-Trainer-Kurse-für Fachstellenmitarbeiter.

Fachstelle: Frau Bluhm, Sie sind im Rahmen der Fortbildung „Den roten Faden finden – wir entwickeln eine Bibliotheksstrategie“ als Trainerin tätig. Worum geht es da?

Sonja Bluhm: Bei diesem Projekt geht es darum, dass Bibliotheken Handwerkszeug erhalten, mit dem sie ein individuelles Konzept für die eigene Bibliothek entwickeln können. Grundlage hierfür sind einerseits die Gegebenheiten vor Ort, die Mithilfe von Umfeldanalyse und Bibliotheksstatistik ermittelt werden. Und andererseits Visionen und Vorstellungen zur Bibliothek von morgen, die in messbare Ziele übersetzt werden.

Fachstelle: Was möchten Sie gemeinsam mit den Bibliotheken erreichen?

Sonja Bluhm: Die zahlreichen Veränderungen in Gesellschaft, Medienlandschaft und Bibliothekswelt erfordern von Bibliotheken Mut, Weitblick, Kreativität, Geduld und Ausdauer. Und dafür braucht es eine Strategie. Mein Ziel ist es, dass die teilnehmenden Bibliotheken sich ihrer Stärken bewusst werden und die Herausforderungen der nächsten Jahre mutig und selbstbewusst angehen können. Mir ist wichtig, dass sie zukunftsfähig bleiben bzw. werden und in ihrer Kommune fest verankert sind.

Fachstelle: Welche Bibliotheken sollten sich für diese Fortbildung bewerben?

Sonja Bluhm: Zielgruppe dieses Projekts sind die kleinen, hauptamtlich geleiteten Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen. Für jede dieser Bibliotheken macht es Sinn, Überlegungen zur Ausrichtung ihrer Einrichtung anzustellen. Wer sind jetzt und in den nächsten Jahren unsere Hauptzielgruppen? Mit welchen Angeboten können wir sie erreichen? Welche Einrichtungen vor Ort können wir als Kooperationspartner gewinnen? Wie stecken wir uns realistische Ziele? Welche Handlungsfelder möchten wir bespielen, welche nicht? Diese und weitere Fragen sind für jede Bibliothek interessant, die Planungssicherheit erreichen und ihre Zukunft aktiv mitgestalten will.

Fachstelle: Was verbindet Sie persönlich mit Bibliotheken?

Sonja Bluhm: Ehrlich gesagt kann ich mir eine Welt ohne Bibliothek überhaupt nicht vorstellen. Schon als Kind habe ich Unmengen von Medien aus der Gemeindebibliothek nach Hause geschleppt. Im Studium war die Bibliothek ein Lernort aber auch Rückzugsort für mich. Heute stürmen meine Kinder begeistert die Bibliothek und wir kommen nie unter zwei großen Taschen nach Hause.

Mir ist wichtig, dass die wichtigen Funktionen von Bibliotheken (Leselust wecken, Lesen fördern, lebenslanges Lernen begleiten, Ort für Freizeit, Bildung und Kultur, Medienvermittlung usw.) fest in unserer Gesellschaft verankert sind.

Die Bevölkerung muss durch attraktive Angebote noch mehr zur Bibliotheksnutzung verführt werden, die Träger und Verantwortlichen müssen den unbezahlbaren Wert erkennen und die notwendigen Ressourcen bereitstellen. Die Bibliotheksteams müssen sich weiterentwickeln und bereit für Veränderungen sein. Daran arbeite ich und diese Arbeit mit den Bibliotheken macht mir viel Freude.

Schön ist es, wenn diese Arbeit Früchte trägt, wie z.B. bei einem ähnlichen Projekt in Rheinland-Pfalz im letzten Jahr für ehrenamtlich geführte Bibliotheken. Ein Drittel der teilnehmenden Bibliotheken erreichte bereits während der Projektphase räumliche Verbesserungen für ihre Bibliothek. Andere konnten Ziele, die schon lange geplant waren, aber nie verwirklicht wurden, umsetzen. Wieder andere schafften es erstmals mit einem großen Artikel in die örtliche Presse und konnten die Bevölkerung wachrütteln.

Und trotz der vielen zusätzlichen Arbeit, die die Konzepterstellung mit sich brachte, waren alle der Meinung, dass sie einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft gehen konnten.

Fachstelle: Vielen Dank für das nette Gespräch! Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

 

Wenn Sie jetzt neugierig auf die Fortbildung geworden sind freuen wir uns auf Ihre Anmeldung über das ZBIW bis zum 30.09.2016. Und wenn Sie noch Fragen haben – sprechen Sie uns einfach an!

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Schweden: Nationale Bibliotheksstrategie – 1. Bericht liegt vor

Im letzten Jahr wurde der Schwedische Nationalbibliothek, die Königliche Bibliothek zu Stockholm (Kungliga Biblioteket) der Auftrag erteilt, eine nationale Bibliotheksstrategie zu entwickeln.
Erik Fichtelius, Koordinator des Vorhabens hat nun den ersten Bericht zur Bibliotheksstrategie vorgelegt. Der Bericht ist in 10 Themenbereichen gegliedert und stellt vor allem die aktuelle Lage der schwedischen Bibliotheken dar.

Die Themenbereiche sind:

  1. Teilhabe und Bibliotheksräume
  2. Medien und digitale Verfügbarkeit
  3. Strukturen und Kooperation
  4. Stadt und Land
  5. Infrastruktur und das Bibliothekssystem
  6. Die Rolle des bibliothekarischen Berufs und seine Voraussetzungen
  7. Höhere Bildung und Forschung
  8. Sammelauftrag
  9. Schulbibliotheken
  10. ALLE! („zu den Forderungen des Bibliotheksgesetzes nach der Zugänglichkeit von Bibliotheksangeboten für alle“)

Neben dem Bericht wurden drei Filme veröffentlicht, die die Rollen und Aufgaben der Öffentlichen Bibliotheken, Hochschulbibliotheken und Schulbibliotheken in Schweden darstellen.

Die Entwicklung der Bibliotheksstrategie wird öffentlich finanziert und umfasst alle Bibliothekstypen. Anfang 2019 soll die Entwicklung beendet worden sein und die Strategie veröffentlicht werden.

Der Bericht auf Schwedisch findet sich hier.

Der Film zu den Öffentlichen Bibliotheken ist hier zu finden.

Der Film zu den Schulbibliotheken ist hier zu finden.

Der Film zu den Hochschulbibliotheken ist hier zu finden.

Weitere Informationen: Bibliotheksportal

Quelle: dbv-Newsletter Nr. 70 2016 (19. Mai)

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IFLA: Strategieplan 2016-2021

Der Strategieplan der IFLA für die nächsten fünf Jahre ist ab sofort online einzusehen. Der Plan weist sowohl die Ziele, als auch die strategische Ausrichtung der IFLA aus. Hauptthemen sind:

  • Bibliotheken in der Gesellschaft
  • Information und Wissen
  • Kulturelles Erbe
  • Kapazitätsaufbau

Zukünftige Projekte, Initiativen und Aktivitäten werden in den nächsten Jahren von diesen Thematiken direkt beeinflusst werden.

Zum Strategieplan auf Deutsch.

Quelle: Bibliotheksportal

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BuB: eine Bibliotheksstrategie für Deutschland nötig

BuB hat auf seiner Homepage einen Bericht über die Veranstaltung „Ohne Strategie in die Zukunft?“ vom 104. Bibliothekartag veröffentlicht. Darin wird von allen Vertretern eine gesamtstaatliche Koordinierung zur Qualitätsoptimierung für Deutschland angemahnt, so wie andere europäische Länder es erfolgreich vormachen.

Zum Artikel: http://b-u-b.de/deutschland-braucht-eine-nationale-bibliotheksstrategie/

Quelle: http://www.bib-info.de/verband/publikationen/aktuell.html?tx_ttnews[tt_news]=3094&cHash=01f6a134b0

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Neues Strategiepapier für Bibliotheken in den Niederlanden

Das ‚Sectorinstituut Openbare Bibliotheken SIOB‘ beauftragte eine ex­terne Kommission ein Strategiepapier zu Perspektiven der bibliothekari­sche Arbeit im Jahr 2025 zu erstellen. Veröffentlicht wurde das Papier im Januar 2014 unter dem Titel: „Bibliotheek van de toekomst: knooppunt voor kennis, contact en cultuur“. Darin sieht die Kommission die zukünftige Rolle der Bibliothek als Forum für Wissen, Kontakt und Kultur. Ihrer Funktion als ‚public third place‘, kommt in dieser Vision eine zentrale Bedeutung zu. Beschrieben werden kann die zukünftige Arbeitsweise nach diesem Strategiepapier mit den Worten: „Van collectie tot connectie“:

  • Menschen mit Wissen verbinden;
  • Verbindungen zwischen Menschen fördern;
  • Verbindungen mit und innerhalb der Gemeinschaft stimulieren;
  • Informationsquellen miteinander verbinden

Mehr Informationen: http://www.siob.nl/media/documents/SIOB_boek_1-5_22_01.pdf

Quelle: http://www.bibliotheksportal.de/service/nachrichten/einzelansicht/article/niederlande-neues-strategiepapier-zur-zukunft-der-bibliothek.html

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Finnish Public Library Policy 2015

Das finnische Erziehungsministerium hat die nationalen strategischen Schwerpunktsetzungen für Öffentliche Bibliotheken in der „Finnish Public Library Policy 2015“ veröffentlicht. Die Veröffentlichung knüpft an den Bibliotheksentwicklungsplan von 2006-2010 und die Empfehlungen aus der Bibliotheksstrategie 2010 an. Die neuen Leitlinien stellen die Bibliothek als Grundversorgungsinstrument der Bildung heraus.

„Die Broschüre weist auch auf, dass zukünftige Nutzer-Generationen darüber entscheiden werden, wie und ob Bibliotheken zukünftig als Orte genutzt und gebraucht werden und in welcher Form sie sich entsprechend den technologischen und ge-sellschaftlichen Änderungen anpassen müssen. Regionale Bibliotheksaktivitäten, die Aktualisierung des Bibliotheksgesetzes, die Entwicklung der öffentlichen Finanzierung und der Mehrwert, der durch die öffentlich finanzierten Bibliotheksangebote für die Gesellschaft geschaffen wird, werden aufgeführt.“

Zum Download der Broschüre (in Englisch):
http://www.minedu.fi/export/sites/default/OPM/Julkaisut/2009/liitteet/opm31.pdf

Quelle: dbv-Newsletter International 2010/05-06