Unsere Kollegin Karin Lachmann ist in ihrem Sabbathalbjahr auf dem nördlichsten Abschnitt des europäischen Fernwanderwegs E1 unterwegs. Als Bibliothekarin interessiert sie sich dabei auch für Bibliotheken in anderen Ländern und dafür, wie sie gestaltet und ausgestattet sind. Auf den norwegischen Lofoten hat sie zwei Bibliotheken besucht und schildert hier ihre Eindrücke.
Svolvaer: Bibliothek mit langer Geschichte
Auf meiner Wanderung über die Lofoten durfte natürlich auch ein Bibliotheksbesuch nicht fehlen. Mein Weg führte mich nach Svolvær, der größten Stadt der Inselgruppe. Obwohl die Bibliothek eher klein ist, hat sie mich mit einigen Besonderheiten überrascht.
Besonders aufgefallen sind mir drei Dinge. Zum einen die gelungene Kombination aus moderner Technik und zeitgemäßer Ausstattung mit vielen liebevoll ausgewählten Vintage-Möbeln. Das schafft eine angenehme Atmosphäre und erinnerte mich ein wenig an die Stadtbücherei Menden.
Spannend war auch ein Blick in den historischen Bereich der Bibliothek. Dort ist dokumentiert, dass die Bibliothek bereits vor rund 100 Jahren bis 20 Uhr geöffnet hatte. Lange Öffnungszeiten sind hier also keine neue Entwicklung.
Am meisten beeindruckt hat mich jedoch die Bibliothek der Dinge. Ausgeliehen werden kann alles, was man für Aktivitäten in der Natur benötigt: Gummistiefel, Isomatten, Zelte, Wanderstöcke, Skier oder Skateboards. Das zeigt sehr schön, wie sich das Angebot einer Bibliothek an den Bedürfnissen ihrer Region und ihrer Nutzerinnen und Nutzer orientiert.












Leknes: „Die schönste Bibliothek der Welt“
Meine zweite Bibliotheksstation auf den Lofoten war die Bibliothek in Leknes. Gleich am Empfang fällt ein leuchtender Schriftzug ins Auge: „Die schönste Bibliothek der Welt“. Das ist zwar mit einem Augenzwinkern gemeint, aber die Bibliothek hat durchaus einiges zu bieten.
Wie schon in Svolvær ist sie Teil eines Kulturzentrums. Bibliothek, Kino, Theater und Restaurant gehen fließend ineinander über und schaffen einen lebendigen Treffpunkt. Besonders gut gefallen haben mir der großzügige Makerspace und die vielen gemütlichen Aufenthaltsbereiche.
Eine Idee fand ich besonders sympathisch: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter präsentiert eigene Buchempfehlungen. Schließlich sind Geschmäcker verschieden und genau das macht persönliche Empfehlungen oft so interessant.















