Susanne Grimberg hat zum 1. April 2026 die Position als Leitung der Stadtbibliothek Oberhausen übernommen. Den Bereich Bert-Brecht-Bildungszentrum führt sie nun gemeinsam mit Frau Dr. Gesa Reisz im Rahmen einer kooperativen Bereichsleitung. Sie folgt auf Diana Bengel, die in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Mit Susanne Grimberg gewinnt die Stadt Oberhausen eine erfahrene Bibliotheksfachfrau mit langjähriger Expertise im öffentlichen Bibliothekswesen. Sie war über zwei Jahrzehnte bei der Stadtbücherei Bochum tätig und verfügt über umfassende Leitungserfahrung. In Bochum verantwortete sie unter anderem die Koordination der Zweigstellen, zuletzt war sie Leiterin der Zentralbücherei.
Mit ihrem Wechsel nach Oberhausen übernimmt Susanne Grimberg die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Stadtbibliothek als modernen Bildungs- und Begegnungsort innerhalb des Bert-Brecht-Bildungszentrums. Gemeinsam mit Dr. Gesa Reisz, Bereichsleiterin und Leiterin der Volkshochschule, wird sie die strategische Weiterentwicklung des Hauses als vernetztes Bildungszentrum vorantreiben und die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche weiter stärken.
Der Hidden Movers Award ist der Bildungspreis der Deloitte-Stiftung. Ausgezeichnet werden jedes Jahr noch wenig bekannte, aber besonders wirkungsvolle Bildungsinitiativen, die junge Menschen in Deutschland stärken – vor allem im Bereich digitale Bildung.
Gesucht werden kreative Projekte für junge Menschen ab der weiterführenden Schule bis etwa 30 Jahre. Im Fokus stehen Vorhaben, die digitale Zukunftskompetenzen fördern, etwa Informations-, Medien- und Datenkompetenz sowie einen reflektierten Umgang mit KI.
Der Preis richtet sich ausdrücklich an Projekte, die bislang eher im Kleinen wirken, aber das Potenzial haben, digitale Bildung in Deutschland nachhaltig zu verbessern und weiter zu wachsen.
Das Open-Source-Projekt ReUseMe richtet sich an Einrichtungen mit 3D-Druckern, zum Beispiel Bibliotheken. Ziel ist es, ein Netzwerk aufzubauen, das Abfall reduziert und gemeinschaftliche Nutzung fördert. Herzstück sind kleine Taschen-Tauschstationen, die sich per 3D-Druck herstellen lassen. Darüber können Einkaufstaschen geteilt statt immer wieder neu gekauft werden.
Die notwendigen Druckdateien sowie ein Handbuch stehen kostenlos zum Download bereit. Einrichtungen, die eine solche Station betreiben, können ihren Standort zudem in eine Online-Karte eintragen. Weitere Infos unter taschenstation.de.
In einem Online-Seminar der dbv-Rechtskommission am 26. März 2026 drehte sich alles um den Jugendschutz in Bibliotheken. Marc Liesching von der HTWK Leipzig, einer der profiliertesten Experten im Jugendschutzrecht, erläuterte die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen anschaulich anhand von Beispielen wie Dark Romance und nationalsozialistischer Literatur. Die Aufzeichnung des Seminars ist inzwischen online auf der Website des dbv verfügbar: https://www.bibliotheksverband.de/jugendschutz-bibliotheken
Willkommen zu unserem #DesignDienstag. In dieser Reihe schaut unsere Innenarchitektin Anja Thimm genauer hin und nimmt Gestaltung in Bibliotheken ganz praktisch in den Blick. Diesmal geht es um Kinderbibliotheken. Gut gestaltet, sind es Erfahrungsräume, in denen Neugier, Selbstständigkeit und Lesefreude wachsen.
Kindgerechte Möblierung als Grundlage
Die Möblierung prägt, wie der Raum genutzt wird. Niedrige, robuste und kindgerechte Möbel sind dabei zentral. Unterschiedliche Sitzhöhen, weiche Elemente wie Kissen oder Podeste und kleine Rückzugsorte schaffen Vielfalt. Breite Sitzflächen oder Sofas ermöglichen gemeinsames Lesen von Kindern und Erwachsenen. Tische und Sitzgruppen laden zum Spielen ein.
Wichtig ist, dass Möbel nicht nur funktional sind, sondern zum Entdecken anregen. Gleichzeitig braucht es Flexibilität. Mobile Regale oder Büchertröge auf Rollen ermöglichen es, Flächen schnell umzunutzen – etwa für Gruppen oder Veranstaltungen direkt im Kinderbereich.
Erreichbarkeit und Präsentation von Medien
Kinder müssen Medien selbstständig erreichen können. Niedrige Regale (ca. 80–120 cm, je nach Altersgruppe) unterstützen das und verbessern gleichzeitig die Sichtachsen im Raum. Das erleichtert Orientierung und auch die Aufsicht.
Eine frontale Präsentation auf Augenhöhe erhöht die Aufmerksamkeit. Besonders Bilderbücher sollten in Trögen präsentiert werden, sodass Kinder sie selbst durchsehen können. Gerade bei jüngere Kindern erfolgt die Auswahl über das Cover, nicht über den Titel.
Lage im Gebäude
Die Position der Kinderbibliothek beeinflusst ihre Nutzung. Ein gut sichtbarer Bereich im Eingangs- oder Erdgeschoss wirkt einladend und senkt Hemmschwellen.
Gleichzeitig braucht es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Zugänglichkeit und Sicherheit. Die Nähe zu Ausgängen oder Treppen kann für kleinere Kinder problematisch sein. Auch Nutzungskonflikte sollten bedacht werden: Ein ausreichender Abstand zu ruhigen Arbeitsbereichen ist sinnvoll.
Praktisch ist die Nähe zu Sanitärbereichen, idealerweise mit kindgerechter Ausstattung. Ergänzend können ruhige Rückzugsorte für Familien entstehen, etwa Sitzmöglichkeiten zum Stillen.
Akustik mitdenken
Geräusche gehören zum Kinderbereich dazu. Ohne akustische Maßnahmen kann es schnell unangenehm werden. Harte Oberflächen verstärken den Lärm und können schnell zu einer belastenden Geräuschkulisse führen.
Weiche Materialien dämpfen Geräusche. Sitzpodeste sollten zum Beispiel mit Teppichböden bezogen sein und möglichst nicht von innen hohl. Insgesamt helfen akustisch wirksame Materialien wie Teppiche, Vorhänge, Polstermöbel oder spezielle Wandpaneele den Schall zu dämpfen. Eine gute Geräuschkulisse trägt wesentlich zur Aufenthaltsqualität bei – für Kinder, Begleitpersonen und Mitarbeitende.
Gestaltung gibt Orientierung und Identität
Gestaltung gibt dem Raum Identität und unterstützt die Orientierung. Farben, grafische Elemente oder thematische Zonen können dabei helfen. Wichtig ist, dass diese Elemente klar eingesetzt werden und nicht überladen wirken.
Wiederkehrende Farbcodes können Medienbereiche oder Altersgruppen kennzeichnen. Entscheidend ist, dass Gestaltung und Orientierung zusammen gedacht werden – nicht als Dekoration, sondern als funktionaler Bestandteil des Raums.
Fazit: Funktion trifft Atmosphäre
Eine gut gestaltete Kinderbibliothek verbindet Funktionalität mit Atmosphäre. Sie ermöglicht eigenständige Nutzung, bietet Orientierung und lässt gleichzeitig Raum für Entdeckung. Wenn diese Aspekte zusammenspielen, entsteht ein Ort, der Kinder ernst nimmt und zum Verweilen einlädt.
Beispiele aus NRW
Zahlreiche Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen zeigen, dass es viele gute Lösungen gibt. Hier ein paar Beispiele:
Duisburg
Im Stadtfenster in Duisburg besteht die Kinderbibliothek aus verschiedenen Häusern, die nach Altersklassen gestaffelt und dementsprechend gestaltet sind.
Düren
In Düren gibt es für Kinder viele verschiedene Spielelemente zu entdecken. Einige sind schon älter – andere hochmodern, wie die interaktive, digitale Spielfläche. Durch Vorhänge kann ein Veranstaltungsbereich abgetrennt werden und auch ein großer Tisch für kreative Angebote steht zur Verfügung.
Essen-Huttrop
In der Stadtteilbibliothek in Essen-Huttrop tauchen Kinder in ihre eigene Welt ein. Im Bilderbuchrondell können sie Medien in Ruhe lesen und entdecken. Speziell gestaltete Aufenthaltsbereiche bieten auch älteren Kindern Rückzugsmöglichkeiten.
Gütersloh
In der Liz-Mohn-Kinderbibliothek in Gütersloh können die Kinder im Bilderbuchpool in Geschichten aus den um den Pool herum präsentierten Bilderbüchern abtauchen, oder sich im Außenbereich in verschiedenen Sitzmöglichkeiten zurückziehen. Das Thema Natur und Baum ist in der Gestaltung raumprägend, sodass die offene Galerie im Obergeschoss aus mehreren Waben besteht, die Vogelnestern ähneln.
Hürth
In der Stadtbücherei Hürth liegen die meisten Aufenthaltsbereiche entlang der Außenwände. Ein Bauwagen zum Lesen und Spielen bildet als zentrales Element die Ausnahme. Die Bilderbuchtröge im Raum sind mobil und lassen sich für Veranstaltungen flexibel verschieben.
Kamp-Lintfort
In der Mediathek Kamp-Lintfort können die Kinder ein richtiges Klettergerüst erklimmen und dessen Netz zum Chillen oder Lesen nutzen. In den niedrig gehaltenen Regalen wird mit Schrägböden auf Augenhöhe der Kinder auf viel Frontalpräsentation geachtet. Auch in Bilderbuchtrögen, sie teilweise in Sitzmöbel integriert wurden, können sie Kinder nach spannenden Buchcovern stöbern.
Mönchengladbach
In der Stadtbibliothek Mönchengladbach gibt es im Kinderbereich viel Platz für Bewegung: Auf einer Fläche mit Turnmatten und an einer Kletterwand können sich Kinder aktiv austoben.
Velbert
Die Kinderbibliothek der Stadtbücherei Velbert ist nicht nur kindgerecht gestaltet, sie erzählt auch eine Geschichte: die der beiden Bibliotheksmaskottchen Polli und Olli. Der Raum greift dieses Motiv konsequent auf. Neben der von einer Grafikerin gestalteten Wandgestaltung findet sich ein von der Decke hängender „fliegender Koffer“, in dem Polli und Olli sitzen, sowie ein Vier-Jahreszeiten-Baum.
Für ältere Kinder schließt sich mit dem „Drachenwald“ ein eigener Bereich an. Dort ist unter anderem eine große, organisch geformte Sitzlandschaft in ein Podest integriert, die zum Verweilen und Zurückziehen einlädt.
Autorin
Anja Thimm studierte Innenarchitektur an der Hochschule Trier. Nach ihrem Abschluss und einem Ausflug in die Welt der Büroplanung gehört sie seit 2016 zum Team der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW und berät Bibliotheken zu den Themen Bau und Einrichtung. Ebenfalls seit 2016 ist sie Mitglied der Facharbeitsgruppe Bau und Einrichtung der Fachstellenkonferenz der Bibliotheksfachstellen in Deutschland.
Im neuen Netzwerk für Bildung und Kultur haben sich 14 öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken aus dem Rhein-Sieg-Kreis zusammengeschlossen. Ziel ist es, eine Brücke über alle Lebensphasen hinweg – vom ersten Lesen bis zur Forschung – zu schaffen.
Die beteiligten Bibliotheken sind bereits seit einiger Zeit miteinander vernetzt und haben dabei viele Gemeinsamkeiten festgestellt. Gleichzeitig bringt jede Einrichtung ihr eigenes Profil und ihre jeweiligen Schwerpunkte ein. Künftig sollen die Angebote stärker aufeinander abgestimmt, Kooperationen bei Schulungen und Veranstaltungen ausgebaut, der bibliothekarische Nachwuchs durch regionale Ausbildungsinitiativen gefördert und ein gemeinsamer Kulturkalender entwickelt werden.
Bei einem ersten Treffen an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg kamen die Bibliotheksleitungen ins Gespräch. Die teilnehmenden Einrichtungen präsentierten sich an kleinen Infoständen mit Flyern, Fotos und Materialien und gaben Einblicke in ihre Angebote. Dazu gehörten unter anderem Großdruckbücher für ältere Menschen in Bad Honnef, Robotik-Workshops in Rheinbach, Rollenspielveranstaltungen in Sankt Augustin sowie ein Sprachcafé für Deutschlernende in Eitorf.
Die neue Ausgabe ist da – und kommt im frischen Design daher. Aber auch inhaltlich gibt es Neues zu entdecken. Ab sofort fgibt es in jedem Heft eine Infografik mit spannenden Fakten zum Schwerpunktthema. Neu ist auch der „Hausbesuch“, bei dem wir Bibliotheken aus ganz NRW kurz vorstellen.
Im Fokus dieser Ausgabe steht das Thema „Führung“. Dafür haben wir u. a. mit Anna Jörissen und Anna Reehuis gesprochen, die die Stadtbibliothek Ahaus gemeinsam leiten. Außerdem geben Claudia Jostwerner (Senne Bücherei Hövelhof) und Jochen Johannsen (RWTH Aachen Universitätsbibliothek) Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Und: Wir schauen uns verschiedene Führungsansätze genauer an – von agil (mit Sven Strobel, TIB Hannover) bis partizipativ (mit Anja Flicker, Stadtbibliothek Köln).
Schreiben Sie uns gerne, wie Ihnen das Heft gefällt: prolibris@bibliotheken-nrw.de
Jetzt anmelden. Für unsere Fortbildung „Veranstaltungen in Öffentlichen Bibliotheken barrierefrei gestalten“ am 05. Mai von 10 bis 17 Uhr in der Zentralbibliothek Düsseldorf sind noch Plätze frei.
Folgende Themen stehen im Mittelpunkt: » Probleme und Strategien der Inklusion und Zugänglichkeit » Physische Barrierefreiheit » Sprachlich-kommunikative Barrierefreiheit » Technische Barrierefreiheit » Barrierefreiheit der Webangebote » Gemeinschaftliche Planung von inklusiven, barrierefreien Veranstaltungen » Inklusive Öffentlichkeitsarbeit
Am Ende des Seminars » kennen Sie Möglichkeiten, wie Sie Ihre Veranstaltungen barrierefrei gestalten können, » können Sie die Herausforderungen der Inklusion für verschiedene Kund*innengruppen erläutern, » können Sie Strategien entwickeln, wie sich diese Probleme alltagstauglich lösen lassen.
Nach der Corona-Pandemie haben sich öffentliche Bibliotheken wieder deutlich als Aufenthaltsorte für junge Menschen etabliert. Darauf weist eine aktuelle Studie des Deutscher Bibliotheksverband für Baden-Württemberg hin. Gleichzeitig stehen viele Einrichtungen unter starkem Druck: Rund 80 Prozent sind von teils erheblichen kommunalen Sparmaßnahmen betroffen. Etwa jede zweite Bibliothek muss Stellen abbauen oder kann offene Positionen nicht nachbesetzen. Das hat spürbare Folgen – geringere Medienetats, weniger Veranstaltungen und vor allem eingeschränkte Öffnungszeiten, wie sie etwa auch in der Stadtbibliothek Stuttgart zu beobachten sind.
Das neue Fortbildungsprogramm für das zweite Halbjahr 2026, das wir in Kooperation mit dem ZBIW der TH Köln anbieten, ist erschienen. Es stehen 15 verschiedene Themen auf der Agenda.
Freuen Sie sich auf neue Impulse zu Demokratieförderung, Leseförderung und Medienkompetenz, zu inklusiven und queerfreundlichen Angeboten, zur nutzer*innenorientierten Gestaltung von Räumen, Kooperationen und Bestandsentwicklung sowie zu Gaming und spielerischen Lernformaten.
Das Fortbildungsprogramm für Öffentliche Bibliotheken NRW ist Teil der Landesförderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft NRW und ist für die Beschäftigten aus Öffentlichen Bibliotheken in NRW kostenfrei.