Fast 40 Jahre prägte seine Vorgängerin Kathrin Ludwig die Stadtbücherei Wermelskirchen. Jetzt hat Tobias Jatzen die Leitung der Bücherei übernommen. Die Rheinische Post führte ein Interview mit ihm. Darin erzählt er unter anderem, dass er die Bibliothek stärker als modernen Aufenthalts- und Begegnungsort weiterentwickeln möchte. Geplant sind unter anderem mehr Angebote für Jugendliche, neue Veranstaltungsformate sowie eine stärkere Ausrichtung auf digitale und kreative Angebote. Außerdem soll die Bücherei weiterhin als „Dritter Ort“ funktionieren, also nicht nur als Ausleihstelle für Medien, sondern auch als Treffpunkt für Lernen, Austausch und Freizeit. Das gesamte Interview auf der Website der RP https://rp-online.de/nrw/staedte/wermelskirchen/buecherei-wermelskirchen-das-plant-der-neue-leiter_aid-147474301
Essen: Datum für Eröffnung der neuen Zentralbibliothek steht
Die neue Zentralbibliothek in Essen entsteht mitten in der Innenstadt am Markt und soll am 24. Oktober 2026 eröffnet werden. Zur Eröffnung plant die Stadt ein großes Fest. Noch wird jedoch intensiv an dem Gebäude gearbeitet. Die frühere Buchhandlung am Markt 5/6 wurde vom Eigentümer nach den Vorgaben der Stadt umgebaut und um ein zusätzliches Geschoss erweitert. Seit dem 1. Oktober 2025 liegt das Gebäude in städtischer Hand, seither läuft der weitere Innenausbau.
Im Untergeschoss wurde bereits eine Rollregalanlage installiert, die Platz für rund 80.000 Medien bietet. Seit Dezember werden Elektrik und Datentechnik ausgebaut. Im Februar wurde das Kühlmodul der Klimaanlage auf dem Dach montiert. Seit März fertigen Tischler die Möbel für die verschiedenen Bereiche und Aufenthaltszonen an. Parallel dazu wird die Fassade gestaltet. Außerdem entstehen eine externe Rückgabe mit Sortieranlage sowie Theken für das Café und weitere Serviceangebote.
Mehr Informationen auf dieser Website https://www.radioessen.de/artikel/neue-bibliothek-in-essen-soll-gemuetliches-wohnzimmer-werden-2643180
Menden: WDR berichtet über Neueröffnung der Bibliothek
Am Mittwoch, 6. Mai 2026 öffnete die Dorte-Hilleke-Stadtbibliothek Menden an ihrem neuen Standort zum ersten Mal ihre Türen. Die Bibliothek ist in den vergangenen Wochen aus dem Alten Rathaus in den Neubau an der Unnaer Straße umgezogen. Dort erwartet die Besucherinnen und Besucher eine moderne Bibliothek, aber auch einen Ort zum Entdecken, Erleben und Wohlfühlen.
Der neue Standort ermöglicht nicht nur einen barrierefreien Zugang über die Aufzüge. Es gibt auch viele Arbeitsplätze und die verschiedenen Leseecken laden zudem zum entspannten Schmökern ein. Auch der WDR war vor Ort und berichtet: https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-suedwestfalen/neue-bibliothek-in-menden-oeffnet-100.html
Kampagnenmaterialien für den Tag der offenen Gesellschaft 2026 / 20.06.26
Am 20. Juni 2026 findet der 10. Tag der Offenen Gesellschaft statt – diesmal unter dem Motto „Treffpunkt offline“. Bibliotheken sind eingeladen, sich mit eigenen Aktionen zu beteiligen und damit ein sichtbares Zeichen für Demokratie, Offenheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Vielfalt und Freiheit zu setzen.
Zur Unterstützung stellt die Initiative „Offene Gesellschaft“ Materialien wie Plakate und Social-Media-Grafiken als Download bereit. Weitere Informationen gibt es unter tag-der-offenen-gesellschaft.de.
vbnw: Neue Rahmenvereinbarung zur Zusammenarbeit von Bibliotheken und Schulen unterzeichnet
Nach über 20 Jahren wurde die Rahmenvereinbarung zum Ganztag grundlegend erneuert und von den Ministerien für Schule, Kultur und Familie sowie dem vbnw unterzeichnet. Die Vereinbarung definiert Bibliotheken – sowohl öffentliche als auch schulische – als unverzichtbare Partner im Ganztag. Sie bietet die rechtliche und strategische Grundlage, um Kooperationen vor Ort verbindlicher und professioneller zu gestalten. Im Dokument wird zudem auch der Aufbau einer landesweiten Beratungsstelle für schulbibliothekarisches Personal befürwortet.
Mehr Informationen auf dieser Website https://www.bibliotheken-nrw.de/meilenstein-fuer-die-bildung-neue-rahmenvereinbarung-zum-ganztag-unterzeichnet/
TechnoTheken: Technikförderung in Bibliotheken
Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) unterstützt gemeinsam mit Bibliotheken das Projekt „TechnoTheken“. Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen einen einfachen Zugang zu technischem Wissen zu ermöglichen.
Gefördert werden der Aufbau und die Ausstattung von Technikbereichen in Bibliotheken, in denen MINT-Medien, Experimentierangebote und praktische Anwendungen gebündelt werden. Antragsberechtigt sind Bibliotheken als außerschulische Lernorte, die mit regionalen VDI-Partnern zusammenarbeiten.
Mehr Informationen auf dieser Website https://www.vdi.de/netzwerke-aktivitaeten/nachwuchsaktivitaeten/technotheken
Umgang mit umstrittenen Medien: Tipps und Links zu Materialien
Bibliotheken stehen für freien Zugang zu Informationen und Meinungsvielfalt. Gleichzeitig geraten sie immer wieder in Situationen, in denen diese Grundsätze auf die Probe gestellt werden. Buchanschaffungswünsche zu politisch, religiös, medizinisch oder ideologisch aufgeladenen Titeln, Diskussionen über Publikationen aus extremistischen Verlagen oder kritische Nachfragen von Nutzerinnen und Nutzern gehören inzwischen auch in vielen öffentlichen Bibliotheken zum Alltag.
Für Bibliotheken bedeutet das eine Gratwanderung. Einerseits sind sie Orte der Informationsfreiheit und sollen unterschiedliche Perspektiven zugänglich machen. Andererseits tragen sie Verantwortung für demokratische Werte und müssen sorgfältig abwägen, welche Medien sie in ihren Bestand aufnehmen und wie sie mit kontroversen Inhalten umgehen.
Gerade deshalb ist es hilfreich, sich im Team frühzeitig mit solchen Fragen auseinanderzusetzen und klare Kriterien für Entscheidungen zu entwickeln. In diesem Beitrag geben wir Tipps und Links zu weiteren Materialien.
Wenn Buchwünsche schwierig werden
Anschaffungsvorschläge von Nutzerinnen und Nutzern sind grundsätzlich willkommen. Sie helfen Bibliotheken, ihre Bestände bedarfsorientiert weiterzuentwickeln. Trotzdem kann oder sollte nicht jeder Vorschlag automatisch umgesetzt werden.
Bibliotheken orientieren sich bei der Auswahl von Medien in der Regel an festgelegten Kriterien, etwa:
- Relevanz für die Zielgruppen der Bibliothek
- Qualität und Einordnung des Inhalts
- Aktualität und Nachfrage
- Ausgewogenheit des Bestands
- Einordnung in das Sammlungskonzept der Bibliothek
In manchen Fällen kommen auch zusätzliche Aspekte hinzu, etwa wenn ein Titel aus einem extremistischen Umfeld stammt, gezielt Desinformation verbreitet oder ausschließlich propagandistische Zwecke verfolgt.
Dann kann eine Bibliothek entscheiden, den Titel nicht anzuschaffen. Wichtig ist dabei eine transparente und sachliche Kommunikation.
Praxisbox
Viele Mitarbeitende empfinden es als unangenehm, Buchwünsche abzulehnen. Im Team abgestimmte neutrale Formulierungen können helfen.
Beispiel
„Wir orientieren uns bei der Medienauswahl an unserem Bestandskonzept und an der Nachfrage unserer Nutzerinnen und Nutzer. Nach sorgfältiger Prüfung haben wir uns entschieden, den vorgeschlagenen Titel nicht anzuschaffen.“
Wichtig ist, dass solche Entscheidungen nicht spontan getroffen werden, sondern auf klaren und im Team abgestimmten Kriterien beruhen.
Umstrittene Werke im Bestand
Nicht immer geht es um eine Neuanschaffung. Manche kontroversen Titel befinden sich bereits im Bestand oder werden bewusst aufgenommen, um gesellschaftliche Entwicklungen dokumentieren zu können.
Bibliotheken verfolgen hier häufig ein Prinzip: Sammeln und einordnen.
Das bedeutet, dass problematische Inhalte nicht unkommentiert präsentiert werden, sondern in einen Kontext gestellt werden können. Beispiele dafür sind:
- Ergänzende Literatur mit kritischer Perspektive
- Thematische Medienausstellungen
- Veranstaltungen oder Diskussionsformate
- Hinweise auf weiterführende Informationen
Gerade bei extremistischen oder rechtspopulistischen Publikationen stellt sich oft die Frage, ob sie Teil des Bestandes sein sollten. Manche Bibliotheken entscheiden sich dafür, solche Titel aufzunehmen, wenn sie für Forschung, politische Bildung oder gesellschaftliche Debatten relevant sind. Andere verzichten bewusst darauf.
Entscheidend ist, dass diese Entscheidungen reflektiert getroffen werden und mit dem bibliothekarischen Auftrag vereinbar sind.
Vorbereitung hilft im Konfliktfall
Kontroversen entstehen häufig nicht erst bei der Anschaffung eines Mediums, sondern im Gespräch mit Nutzerinnen und Nutzern oder in öffentlichen Debatten.
Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein. Hilfreich sind zum Beispiel:
- Ein schriftlich festgelegtes Bestandskonzept
- Klare Zuständigkeiten für schwierige Entscheidungen
- Schulungen oder Leitfäden für den Umgang mit Konfliktsituationen
Auch eine gute Krisenkommunikation kann helfen, schwierige Situationen zu bewältigen. Sie sorgt dafür, dass Bibliotheken auch unter Druck sachlich und transparent reagieren können.
Weiterführende Links
Die folgenden Materialien bieten vertiefende Informationen und praktische Unterstützung:
- Deutscher Bibliotheksverband: Leitfaden Krisenkommunikation in Bibliotheken
- Deutscher Bibliotheksverband: Umstrittene Medien in Bibliotheken
- Bibliothek & Information Deutschland (BID): Positionspapier zu umstrittenen Werken
- Präambel des BID: Ethische Grundsätze von Bibliothek & Information Deutschland (BID) – Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände e. V.
- Hintergrundartikel der Bundeszentrale für politische Bildung: Was liest der rechte Rand? Der Bücherschrank
- Bachelorarbeit zum Thema Umgang mit rechtsextremen Medien in Bibliotheken: Kontroverse Literatur der Neuen Rechten in den Beständen öffentlicher Bibliotheken in Deutschland.
- Beitrag im Deutschlandfunk Kultur zur Debatte um rechtspopulistische Bücher in Bibliotheken: Im Zweifel für die Meinungsfreiheit
- Vorlage Nr. 151 für die Sitzung der Deputation für Kultur in Bremen: Umgang der Stadtbibliothek Bremen mit Publikationen aus rechten Verlagen
- Das Praxishandbuch „Medien an den Rändern“ behandelt z.B. auch Literatur aus dem Bereich Esoterik
- Bachelorarbeit „Bibliothekarische Neutralität“: Zur Idee der Neutralität in der Geschichte Öffentlicher Bibliotheken in Deutschland
- ZHB Luzern (Schweiz): Policy Problematische Medien an der ZHB Luzern
- Triggerwarnung – Können Bücher wirklich gefährlich werden?: In diesem ARD-Podcast wird das Für und Wider von Triggerwarnung in Büchern diskutiert. Er geht dabei auch der Frage nach, ob die Freiheit der Kunst dadurch in Gefahr ist.
- verdi: Handreichung: Wenn Bibliotheken zur Zielscheibe werden: Die Publikation informiert über arbeits- und dienstrechtliche Rahmenbedingungen, gibt Hinweise zum Umgang mit Drohungen, Beleidigungen und Vandalismus und stellt Unterstützungsangebote sowie präventive Handlungsmöglichkeiten vor.
EU-Förderung für Stadtentwicklung / 15.06.26
Im Rahmen der European Urban Initiative hat die EU einen neuen Förderaufruf für innovative Stadtentwicklungsprojekte gestartet. Gefördert werden experimentelle Ansätze zu zentralen urbanen Herausforderungen wie Klimaschutz, sozialer Inklusion, Wohnen, Sicherheit und Digitalisierung. Bibliotheken können sich als zentrale Innovationsorte einbringen, etwa durch digitale Teilhabeprojekte, neue Formen sozialer Begegnung, klimaresiliente Räume oder datenbasierte Services.
Die Förderung kann bis zu 2 Millionen Euro betragen, bei einer Kofinanzierung von maximal 80 Prozent. Bewerben können sich Städte ab 25.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, die als federführende Partner in einem Konsortium auftreten.
Unterstützung bietet die Nationale Kontaktstelle beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung mit Beratungsangeboten zum Antragsprozess. Bewerbungen sind bis zum 15. Juni 2026 möglich.
Mehr Informationen auf dieser Website https://www.urban-initiative.eu/calls-proposals/fourth-call-proposals-innovative-actions
Bundeszentrale für politische Bildung: Digitale Trainings im Programm Land.schafft.Demokratie / 09.06.-16.07.
Vortrag: Das TikTok-Universum der (extremen) Rechten, Anne-Frank Bildungsstätte
In den sozialen Medien gewinnen extrem rechte Akteur*innen zunehmend an Einfluss. Sie nutzen kreative, manchmal sehr offensichtliche, manchmal sehr subtile Methoden, um ihre Ideologien zu verbreiten und junge Menschen zu erreichen. Im Fokus der extremen Rechten steht TikTok, die unter Jugendlichen beliebteste Plattform. Hier hat sich seit Jahren ein mediales Paralleluniversum rechter bis extrem rechter Accounts her-ausgebildet, das auf die Meinungsbildung nicht nur der jungen Menschen einen maß-geblichen Einfluss hat.
Am 9.6. von 10-12 ODER 15.6. von 10-12 Uhr
Antirassismus – eine Einführung mit A. Mendel, Autorin
Was ist denn eigentlich alles Rassismus? Und wo kann er vorkommen? Rassismus ist nicht immer offensichtlich. Manchmal sind es auch wir selber, die rassistisch sozialisiert sind. Viele Menschen tun sich schwer damit, rassistische Äußerungen oder Inhalte im Gespräch oder in Medien zu erkennen und zu benennen. Im digitalen Training sind Sie eingeladen, alte Strukturen und Denkweisen hinter sich zu lassen. Die Referentin erläutert anhand von vielen Beispielen aus Sprache und Bildsprache im Alltag, wie Sie Rassismus erkennen. Im praktischen Teil üben Sie in Gruppen, wie wir Rassismus er-kennen, benennen und begegnen.
Am 2. Juli von 10-12 Uhr oder 5. August von 10-12 Uhr
Stammtischparolen in der Bibliothek: Ein Argumentationstraining für Bibliotheks-mitarbeitende mit M. Müller, Politikwissenschaftler
Was kann man gegen sexistische, ausländerfeindliche, homophobe oder antisemitische Parolen, gegen diskriminierende und sachlich falsche Beiträge tun? Welche Verantwortung habe ich als Bibliotheksmitarbeiter*in? Warum sollten und dürfen wir die Diskussion nicht scheuen und wo liegen die Grenzen der Auseinandersetzung? Genau das wollen wir herausfinden und erproben, handlungs- und praxisorientiert, unter Einbezug von Beispielen aus Ihrer eigenen Erfahrungswelt. Während der Arbeit in der Bibliothek begegnen uns immer wieder Vorurteile und Stammtischparolen. Meist treffen sie uns unerwartet, sorgen für Unsicherheit und Sprachlosigkeit. Ein Argumentationstraining unterstützt Sie dabei, Strategien zu erproben und Handlungskompetenzen auf-zubauen, um künftig selbstsicherer aufzutreten, beleidigende und menschenfeindliche Aussagen zu markieren und klare Grenzen zu formulieren. Das Training baut auf Ihren eigenen Erlebnissen im Berufsalltag auf und verbindet analytische Elemente mit praktischen Erprobungsphasen im Rollenspiel.
Am 16. Juli von 17-20 Uhr oder 21. August von 9-12 Uhr
Anmeldungen ab sofort per Mail an land.schafft.demokratie@bpb.de.
Oberhausen: Neue Leitung für die Stadtbibliothek
Susanne Grimberg hat zum 1. April 2026 die Position als Leitung der Stadtbibliothek Oberhausen übernommen. Den Bereich Bert-Brecht-Bildungszentrum führt sie nun gemeinsam mit Frau Dr. Gesa Reisz im Rahmen einer kooperativen Bereichsleitung. Sie folgt auf Diana Bengel, die in den Ruhestand verabschiedet wurde.
Mit Susanne Grimberg gewinnt die Stadt Oberhausen eine erfahrene Bibliotheksfachfrau mit langjähriger Expertise im öffentlichen Bibliothekswesen. Sie war über zwei Jahrzehnte bei der Stadtbücherei Bochum tätig und verfügt über umfassende Leitungserfahrung. In Bochum verantwortete sie unter anderem die Koordination der Zweigstellen, zuletzt war sie Leiterin der Zentralbücherei.
Mit ihrem Wechsel nach Oberhausen übernimmt Susanne Grimberg die Verantwortung für die Weiterentwicklung der Stadtbibliothek als modernen Bildungs- und Begegnungsort innerhalb des Bert-Brecht-Bildungszentrums. Gemeinsam mit Dr. Gesa Reisz, Bereichsleiterin und Leiterin der Volkshochschule, wird sie die strategische Weiterentwicklung des Hauses als vernetztes Bildungszentrum vorantreiben und die Zusammenarbeit der verschiedenen Bereiche weiter stärken.




