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Neuer Rekord: Über 37 Millionen Menschen spielen regelmäßig Videospiele

In Deutschland spielen inzwischen etwa 6 von 10 Menschen im Alter zwischen 6 und 69 Jahren Videospiele – das entspricht 59 Prozent der Bevölkerung. Insgesamt ist die Zahl der Spielenden in den letzten Jahren deutlich angestiegen: Quer durch alle Altersgruppen greifen heute rund 37,5 Millionen Deutsche zu Controller, Tastatur oder Smartphone – so viele wie noch nie. Seit 2020 ist die Zahl der Gamer*innen um etwa 9 Prozent gestiegen. Das teilte der game – Verband der deutschen Games-Branche auf Grundlage von Daten des Meinungsforschungsinstituts YouGov mit.

Mehr Informationen auf dieser Website: https://www.mfg.de/newsdetail/4558-so-viele-deutsche-wie-nie-zuvor-spielen-games/

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Offenburg und Waldshut: Eröffnung von TechnoTheken in Kooperation mit dem VDI

In Kooperation mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) haben die Stadtbibliotheken Offenburg und Waldshut jeweils eine TechnoThek eröffnet. Die Initiative des VDI verfolgt das Ziel, Kinder und Jugendliche frühzeitig für Technik zu begeistern und ihnen einen praxisnahen Zugang zu den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu ermöglichen.

Mehr Informationen auf dieser Website: https://www.offenburg.de/de/detail/nachricht-seite/id/20623-die-stadtbibliothek-hat-jetzt-eine-technothek/

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StB Köln wurde für Förderprogramm „Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen“ ausgewählt

Im Mai 2025 ist das Förderprogramm „Übermorgen“ der Kulturstiftung des Bundes gestartet. Eine unabhängige Jury hat bundesweit 50 Kulturinstitutionen ausgewählt, darunter auch die Stadtbibliotheken in Frankfurt, Karlsruhe, Köln, Mannheim, Pankow, Rostock, Stuttgart sowie die Leipziger Städtischen Bibliotheken. Jede Bibliothek erhält 50.000 €, um Konzepte für offene Räume, digitale Angebote und gesellschaftliche Teilhabe zu entwickeln. Begleitet wird das Programm durch Zukunftsforen und Inspirationsreisen.

Mehr Informationen auf dieser Website https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/projekte/transformation_und_zukunft/detail/uebermorgen_neue_modelle_fuer_kulturinstitutionen.html

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KI-Recherche-Assistent für Bibliotheken

Die Bibliotheken der Schweizer Stadt Schaffhausen haben ihre Website um einen KI-Recherche-Assistenten erweitert. Der Chatbot SHAI durchsucht nicht nur den Bestand. Er gibt auch Auskunft über die Angebote der Bibliothek und kennt sich mit der Schaffhauser Geschichte aus. SHAI kann verschiedene Sprachen und auch Einfache Sprache.

Mehr Informationen auf der Website der Bibliothek https://bibliotheken-schaffhausen.ch/de/

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Essen: Stadtteilbibliothek Borbeck bekommt einen neuen Standort

Die Gestaltung der Bibliothek erfolgt unter Einbeziehung der Bürger*innen. Interessierte können am Montag, 7. Juli, um 17 Uhr in die Gerichtsstraße 20 in 45355 Essen kommen, um ihre Ideen einzubringen und gleichzeitig einen Einblick in die Baustelle zu erhalten. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

An dem Termin geht es um die Fragen: Was ist den Bürger*innen für die neue Stadtteilbibliothek wichtig? Wie können die einzelnen Räume für Kinder, Lernende, Lesende und Gruppen in Zukunft aussehen? Mit den gesammelten Ideen soll ein Ort entsteht, an dem gerne Zeit verbracht wird.

Seit den ersten Workshops mit Borbecker Bürger*innen und weiteren Interessierten Ende 2022 hat sich bereits viel getan: Der neue Standort der Stadtteilbibliothek Borbeck wurde festgelegt, und die Umbauarbeiten sind in vollem Gange.

Zusätzlich wird zudem zeitnah eine Online-Umfrage freigeschaltet.

Mehr Informationen auf dieser Website: https://www.essen.de/meldungen/pressemeldung_1570827.de.html

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100xDigital: Förderung für Zukunftsprojekte / 07.07.25

Die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) unterstützt mit ihrem Programm 100xDigital bundesweit 100 gemeinnützige Organisationen dabei, digitale Transformationsprozesse aktiv zu gestalten. Gefördert werden Qualifizierungsmaßnahmen, Beratungen, Vernetzungsangebote sowie die Umsetzung eigener Digitalisierungsprojekte mit bis zu 20.000 Euro. Bewerben können sich zivilgesellschaftliche Organisationen mit gemeinnützigem Status, wie zum Beispiel ehrenamtlich geführte Bibliotheken oder Bibliotheksfördervereine.
Das Verfahren ist zweistufig: Zunächst muss bis zum 7. Juli 2025 (12 Uhr) eine Interessenbekundung eingereicht werden. Anschließend werden 100 Organisationen ausgewählt, die dann bis zum 13. Oktober 2025 einen vollständigen Antrag einreichen können.

Mehr Information auf dieser Website: https://www.deutsche-stiftung-engagement-und-ehrenamt.de/foerderung/100xdigital/

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Düsseldorf: Stadtbibliothek nimmt Abschied von Dr. Kamp

Mehr als drei Jahrzehnte stand Dr. Norbert Kamp an der Spitze der Düsseldorfer Bibliotheken. Unter seiner Leitung erhielt Düsseldorf eine neue Zentralbibliothek, die 2023 als „Bibliothek des Jahres“ ausgezeichnet wurde – ein mit 20.000 Euro dotierter Preis, den der Deutsche Bibliotheksverband vergibt. Nun geht er in den Ruhestand.

Ein Thema, das Norbert Kamp besonders wichtig war und auch für seinen Nachfolger relevant bleiben wird, sind die erweiterten Öffnungszeiten der Büchereien an den Wochenenden. Derzeit haben drei Stadtteilbüchereien – Bilk, Eller und Unterbach – auch am Samstagnachmittag und Sonntag geöffnet. Schrittweise sollen weitere Standorte hinzukommen. Ab Oktober ist dies, vorbehaltlich der Entscheidung des Stadtrates, in Gerresheim und Wersten geplant.

Darüber hinaus setzte sich Kamp für den geplanten Ausbau der Stadtteilbüchereien zu Kulturzentren ein. Er ist überzeugt: „Die Bibliothek als Ort ist das, was Zukunft hat.“

Mehr Informationen auf dieser Website: https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/duesseldorf-norbert-kamp-nimmt-als-direktor-der-stadtbuechereien-abschied_aid-130201751

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Mönchengladbach: Auf dem Weg zur smarten Zentralbibliothek der Zukunft

Die Nutzung von Bibliotheken ändert sich ebenso wie die an sie gerichteten Erwartungen: vom Ausleihort zum öffentlichen Lernort, Vernetzungsraum und Treffpunkt. Weniger Medien als vielmehr Menschen stehen im Mittelpunkt. Der Wandel erfordert Anpassungen. Qualität und Bedarfsgerechtigkeit der räumlichen und technischen Infrastruktur sind dabei Schlüsselmomente. Wie gut das gelingen kann, zeigt der Umbau der Zentralbibliothek Mönchengladbach. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.

Hintergrund und Realisierung

Das Projekt „Zentralbibliothek der Zukunft zb+“ war mit der Sanierung, Modernisierung und Erweiterung der Bibliothek eines der zentralen Projekte des von Land, Bund und EU geförderten Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzepts „Soziale Stadt Gladbach & Westend“. Basis für den architektonischen Realisierungswettbewerb 2018 war das innovative Bibliothekskonzept „Offene Bibliothek – hybrider Lernort, innovativer Vernetzungsraum, (inter)kultureller Treffpunkt“. Der Wettbewerbssieger Schrammel Architekten hat ihm mit einem spannenden Entwurf zwischen Denkmalschutz und Modernität erfolgreich Raum gegeben. Nach dreijähriger Bauzeit konnte die Zentralbibliothek Carl Brandts Haus im Juni 2023 wiedereröffnet werden. Das Konzept „Zentralbibliothek der Zukunft zb+“ auf einer fast doppelt so großen Publikumsfläche (3.000 qm) mit komplexer Raumstruktur, vielfältigen analogen und digitalen Angeboten und Funktionsbeziehungen sowie geplantem Open-Library-Betrieb erfolgreich umzusetzen, war eine Herausforderung.

Anforderungen an die Nutzung

Dabei muss die Bibliothek heute ihre virtuellen und physischen Räume effektiv und effizient, auf die Bedarfe und Erwartungen der Nutzer*innen abgestimmt, bespielen. Für die Umsetzung ihres Konzeptes „Zentralbibliothek der Zukunft zb+: Offene Bibliothek – hybrider Lernort, innovativer Vernetzungsraum und (inter)kultureller Treffpunkt“ und einen erfolgreichen Betrieb muss die Bibliothek eine einfache, sichere Orientierung gewährleisten, eine intuitive, selbstständige Nutzung ermöglichen sowie die Sichtbarkeit und Vermittlung der Angebote (Wissen und Informationen, Medien, Veranstaltungen …) verbessern. Das gilt im Netz wie vor Ort. Dabei ist der Bibliothek wichtig, dass das „Look and Feel“ digital wie analog die Bibliothek und den roten Gestaltungsleitfaden eindeutig erkennen lässt.

Ziele der Gestaltung

In der gesamten Bibliothek geht es darum, alle Zielgruppen niederschwellig anzusprechen, Digitales mit Haptischem zu verbinden, im physischen Raum inspirierend und sichtbar zu inszenieren und einfach nutzbar zu machen, Besucher*innen Information, Interaktion, Inspiration, Kommunikation, Kollaboration und Partizipation zu ermöglichen. Nicht zuletzt ihr geändertes Aufgabenprofil – Programmarbeit spielt quantitativ und qualitativ eine viel größere Rolle als früher – und der geplante Open-Library-Betrieb erfordern eine Optimierung der Kundenorientierung und Kundenkommunikation.

Leit- und Orientierungssystem als Projektschwerpunkt

Die Entwicklung eines grafisch gestalteten, analogen Leit- und Orientierungssystems ist – nach Änderung – der Schwerpunkt des Projektes „Orientierung, Vermittlung, Zugang: Auf dem Weg zu einer smarten Zentralbibliothek der Zukunft“. Nur ein von Fachleuten professionell entwickeltes Leit- und Orientierungssystem, das die Perspektive der Bibliotheksbesucher*innen einnimmt und für ein breites Publikum leicht verständlich ist, kann niederschwelligen Zugang und selbstständige Nutzung der Bibliothek und ihrer Angebote ermöglichen. In einer hybriden Bibliothek muss dabei ganzheitlich digitale Orientierung mitgedacht werden. Seine Gestaltung kann nicht losgelöst vom Corporate Design der Bibliothek betrachtet werden. Mit seiner ästhetischen Funktion hat das System Einfluss auf die Wirkung des Raums, hat imagebildenden Charakter und ist somit Teil des Corporate Designs der Bibliothek.

Entwicklung des Systems

Das Leit- und Orientierungssystem wurde multiprofessionell von einer Kommunikationsdesign-Agentur, den Architekten und der Bibliothek entwickelt. Barrierefreiheit wurde dabei systematisch mitgedacht. Wo möglich, z.B. beim unterfahrbaren Tastplan, wurde auf Design for all gesetzt. Die Entwicklung erfolgte iterativ. Der Einsatz von Personas sollte dabei eine bestmögliche Orientierung für verschiedene Zielgruppen sicherstellen. Eine Rolle spielte auch das Wording, das aus Besuchendenperspektive geprüft und optimiert wurde, um leichte Verständlichkeit und niedrigschwelligen Zugang zu gewährleisten. Um die optimale Position und Größe der Leitsystemelemente festzulegen, hat der Kommunikationsdesigner ein digitales 3D-Modell exemplarischer Bibliotheksbereiche gebaut.

Wesentliche Leitsystemelemente

  • ein Tastplan im Windfang
  • Orientierungspläne, die auf allen Etagen analog und digital an zentraler Stelle informieren und orientieren, aber auch in Print-Medien verwendet werden können (z.B. im Flyer des Eröffnungsprogramms)
  • Informationstafeln am Anfang von Bereichen
  • Bezeichnungen der Bereiche/Räume und Angebote (Wände und Möbeloberflächen)
  • Beschriftungselemente für flexible Beschriftung
  • Regalbeschriftung

Regalbeschriftung

Bei der Regalbeschriftung geht die Bibliothek neue Wege: Sie integriert sie gestalterisch in das Leit- und Orientierungssystem. Eingesetzt werden Topschilder und Würfel aus Pappe, die Stirnseiten sind mit Folie beschriftet. Gezieltes Auffinden wird mit eindeutigen Regalnummern, Browsen mit Klartextbezeichnung auf der Stirnseite unterstützt. Die Schließzeit hat die Bibliothek unter anderem dazu genutzt, Kindermedien und Belletristik vollständig auf eine Klartextsystematik umzustellen. Transparente Fachbodenbeschriftungen können vom Bibliotheksteam per mobilem Drucker im Corporate Design realisiert werden.

Erweiterungen während des Projektverlaufs

Um ein dem Entwurf entsprechendes, optimales Ergebnis – sowohl im Hinblick auf die Funktionalität wie Ästhetik – zu garantieren, ergab sich im Projektverlauf die Notwendigkeit, die Überwachung der Montage und Begleitung der Abnahme mit in den Leistungsumfang des beauftragten Kommunikationsdesign-Büros aufzunehmen. Des Weiteren notwendig wurde eine Art Direktion für eine Wandillustration in den Kinderwelten, damit sich die illustrierte Wand, die kindgerecht zum Entdecken einladen soll, in den Gestaltungskosmos des Leit- und Orientierungssystems integriert. Im Vorfeld hat die Mönchengladbacher Illustratorin Ruth Zadow, die das Bild kreiert hat, Kinder beteiligt: In Wort und/oder Bild konnten sie ihre Ideen einreichen.

Erste Schritte digitaler Services

Erste Schritte zu einem digitalen Strategieprozess wurden dennoch mit einem verwaltungsintern moderierten Workshop mit einem Teil des Bibliotheksteams realisiert. Im ursprünglichen Antrag als Desiderate benannte digitale Services konnten in der Zwischenzeit bereits ohne externe Begleitung umgesetzt werden, z.B. eine 24/7-Online-Anmeldung (Selbstregistrierung) für Erwachsene und die Gebührenbezahlung mit ePayment. Weiter steht inzwischen ein Veranstaltungskalender auf der Bibliotheks-Website und im Webportal Arena zur Verfügung. Die digitale Transformation in der Bibliothek konnte also durchaus vorangetrieben werden. Nicht zuletzt aufgrund der großzügigen Landesförderung im Projekt „Die smarte Zentralbibliothek“ ist die modernisierte Zentralbibliothek technisch zukunftsfähig ausgestattet.

Digitale Besucherinformation und Ausblick

Ein erster Schritt Richtung digitale Besucherinformation, Erhöhung der Sichtbarkeit und besseren Vermittlung – Informationen, Medien, Veranstaltungen – sowie Orientierung konnte im Projekt „Auf dem Weg zur smarten Zentralbibliothek“ mit den Screens realisiert werden, für die Templates entwickelt wurden. Wirklich smart wird die Zentralbibliothek aber erst mit digitaler Indoor-Navigation, etwa über mobile Endgeräte wie Smartphones und/oder Tablets. Die steht auf der Agenda ebenso wie ein 3D-Modell, in dem man sich – wo immer man ist – digital durch die Bibliothek bewegen kann.

Klicken Sie auf das Bild, um noch mehr Fotos der ZB zu sehen:

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Fotos der ZB Mönchengladbach

Fazit

Aus Sicht der Stadtbibliothek hat das Projekt die zum jetzigen Zeitpunkt sinnvoll umzusetzenden Ziele vollständig erreicht. Das Leit- und Orientierungssystem ist unverzichtbar für den erfolgreichen, kundenzentrierten Betrieb der Zentralbibliothek als offene Bibliothek mit Öffnungszeiten ohne Bibliothekspersonal, als hybrider Lernort, innovativer Vernetzungsraum und (inter)kultureller Treffpunkt. Mit neuen Ansätzen wurde ein gestalterisch hochwertiges, innovatives, nachhaltiges, kundenorientiertes Ergebnis geschaffen. Die Lösung ist zudem wirtschaftlich mit begrenztem Budget zu realisieren.

(Stand: 2023)

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Leverkusen: Stadt schließt zwei Stadtteilbibliotheken

Aus Kostengründen wird die Stadt Leverkusen die beiden Stadtteilbibliotheken in Schlebusch und Opladen schließen. Dies soll voraussichtlich ab 2027/2028 umgesetzt werden, wenn zwei Mitarbeiterinnen in den Ruhestand treten. Derzeit sind die Bibliotheken an den Gymnasien Freiherr-vom-Stein in Schlebusch sowie Landrat-Lucas in Opladen untergebracht.

Die Schulbibliotheken werden weiterhin bestehen bleiben, aber nicht mehr öffentlich zugänglich sein. Stattdessen stehe künftig die Zentralbibliothek in Wiesdorf zur Verfügung. Der Bücherbestand soll „zielgruppenadäquat“ reduziert werden, wodurch zusätzliche Flächen entstehen, die von den Schulen genutzt werden können.

Mehr Informationen auf dieser Website: https://www.ksta.de/region/leverkusen/stadt-leverkusen/leverkusen-bibliotheken-schlebusch-und-opladen-sollen-schliessen-1045793

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Robotik kreativ einsetzen: Innovative Wege in der Stadtbibliothek Bergheim

Roboter, die durch die Bibliothek führen, Avatare auf Tablets, die Fragen beantworten – in Bergheim wird Robotik nicht als Zukunftsmusik, sondern als reale Unterstützung für Besucherinnen und Besucher gedacht. Das Projekt „Robotik kreativ einsetzen“ zeigt, wie Technologie und Kreativität zusammenkommen, um Serviceangebote in öffentlichen Einrichtungen neu zu denken. Dabei steht der Mensch stets im Mittelpunkt – nicht nur als Nutzer, sondern auch als Ideengeber. Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.

Projektstart und erste Entscheidungen

Im Sommer 2022 entwickelten die Stadtbibliothek Bergheim und die Fachabteilung „BM-Digital“ der Stadt Bergheim gemeinsam erste Ideen für ein Roboterprojekt. Parallel lief im benachbarten Rathaus bereits ein Versuch mit der Universität Köln zum Einsatz eines „Social-Robots“ für die digitalen Angebote der Stadt. Dort informiert der „Furhat“ Besucherinnen und Besucher des Rathauses und nimmt erste Anfragen entgegen.

Nach einer Marktanalyse entschied sich das Bibliotheksteam für den Serviceroboter TEMI und die Programmiersprache Plural.io der Firma HUMANIZING TECHNOLOGIES. Ergänzend bietet die Firma sogenannte Avatare an – digitale Begleiter, die gemeinsam mit den Robotern die Besucher durch die Bibliothek führen und mit zusätzlichen Informationen versorgen können.


Roboter und Avatare im Alltag

Insgesamt vier mobile Serviceassistenten – für jede Etage einer – unterstützen das Bergheimer Bibliotheksteam. Sie nehmen Besucherinnen und Besucher in Empfang, dienen als Orientierungshilfe und beantworten allgemeine Fragen. Ein integrierter Bildschirm ermöglicht es, Informationen visuell zu präsentieren und zu leiten. Ausgestattet mit Sensoren und Kameras bewegen sich die Roboter flüssig und sicher durch Räume und dynamische Umgebungen.

Auch bei Veranstaltungen wird TEMI verstärkt eingesetzt: Er begrüßt Gäste, begleitet sie vom Eingang zu den Veranstaltungsräumen und weist auf das Programm hin. Darüber hinaus kann er allgemeine Fragen beantworten, Inhalte und Aktionen bewerben und auch Feedback einholen. Dank der Funktion des autonomen Fahrens ist TEMI in der Lage, sich sicher im Raum zu bewegen – auch wenn Mitarbeitende einmal nicht direkt zur Verfügung stehen, um bei der Suche nach einem bestimmten Medium zu helfen.

Zusätzlich kommen sogenannte Avatare zum Einsatz, die auf an den Regalen befestigten Tablets installiert sind. Die Avatare selbst sind frei und individuell konfigurierbare „Software-Roboter“, die sich über einen Browser auf Tablets oder Smartphones darstellen lassen. Sie erkennen, ob eine Person vor ihnen steht, verfügen über Spracherkennung und Textausgabe und können über Schnittstellen sogar mit TEMI interagieren. Damit sollen zukünftig sein. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Darstellung der Avatare sind seizt Mai 2024 teilautomatische Führungen durch die Bibliothek oder auch Schulführungen möglich.

Gemeinsam sorgen die TEMIS und die Avatare bei Veranstaltungen, Führungen oder Workshops einen echten Mehrwert.


Die Workshops: Beteiligung und Austausch

Symposium als Auftaktveranstaltung

In enger Zusammenarbeit mit den Projektpartnern – ITQ aus Duisburg, Humanizing Technologies aus München und Dr. Roman Briker von der Universität Maastricht – wurden insgesamt sechs Kreativ-Workshops geplant. Ziel ist es, die Bergheimerinnen und Bergheimer einzubinden und gemeinsam kreative Ideen für weitere Einsatzmöglichkeiten zu entwickeln.

Den Auftakt bildete am 21. November 2023 das Symposium „Robotik kreativ einsetzen – Neue Service-Roboter in der Stadtbibliothek Bergheim“. Gemeinsam mit den Partnern stellte das Team das Projekt einer breiten Öffentlichkeit vor. Eingeladen waren Vertreter aus Lokalpolitik, Medien, Bildung und Forschung.

Einmal programmiert, sauste TEMI an diesem Abend gezielt zu den Getränken – nur gebremst durch virtuelle Wände und andere Hindernisse. „Keine Angst, der tut nichts“, stellte Bibliothekarin Christina Pantelidu ihren neuen flinken Kollegen vor. Seine digitale Begleitung „Holly“ – ein Avatar in Gestalt einer freundlichen Dame – lächelte vom großen Bildschirm herab und trat in Dialog mit den Teilnehmenden.


Team-Workshop zur Vorbereitung

„Es geht gar nicht darum, unsere menschlichen Mitarbeiter zu ersetzen“, erklärte die stellvertretende Leiterin Lisa Joos. „Diese hätten dann mehr Zeit für andere Aufgaben.“ Gerade bei Fragen zur Orientierung oder zur Mediensuche kann TEMI eine Unterstützung sein, wenn nicht immer jemand vor Ort ist.

Bereits vor dem Symposium hatte Dr. Roman Briker in einem Workshop alle Mitarbeitenden auf das Projekt eingestimmt. Neben vielen Ideen wurden auch Sorgen angesprochen – etwa die Sorge um Arbeitsplätze. Diese Ängste wurden ernst genommen und flossen in die Projektgestaltung mit ein.


Co-Creation-Workshop zur Ideenfindung

Am 23. Januar 2024 wurde die Workshop-Reihe mit einem „Co-Creation-Workshop“ fortgesetzt. Gemeinsam mit den Teilnehmenden und den Projektpartnern wurde eine Roadmap für eine sinnvolle und nachhaltige Integration der Robotik in die Stadtbibliothek Bergheim entwickelt.

Der Workshop richtete sich nicht nur an Technikbegeisterte – auch für das Bibliotheksteam selbst war das Thema Neuland. Ein Student des Studiengangs „Bibliothek und digitale Kommunikation“ berichtete: „Die Roboter müssen vor allen Dingen auch Spaß machen!“ – ein Impuls, der das Projekt weiter inspirierte.

In zwei Gruppen wurden kreative Ideen gesammelt, diskutiert und geclustert: von interner Unterstützung und Veranstaltungsbegleitung über mögliche Kooperationen mit Bildungspartnern bis hin zu spezifischen Angeboten für einzelne Zielgruppen.


Makeathon: Technik und Kreativität

Anfang Juli lud das Bibliotheksteam gemeinsam mit den Projektpartnern motivierte Studierende, Schüler und Interessierte ein, eigene Ideen umzusetzen. Beim MAKEATHON kamen neben TEMI und den Avataren auch Microcontroller, 3D-Drucker sowie handwerkliche Werkzeuge wie Sägen und Bohrmaschinen zum Einsatz.

Von Projekten zur automatisierten Texterkennung für das Scannen von Medien bis hin zur „Fotobox“ von Henrik Flamm und Johannes Hillesheim – mit zwölf Jahren der jüngste Teilnehmer – reichte die Bandbreite der Ideen. Ziel war es, kreative Lösungen zu entwickeln, nicht fertige Produkte.

Auch Studierende der FH Aachen-Jülich und der Hochschule Rhein-Waal nahmen teil. Selbst die Viertelfinals der EM hielten die Teilnehmenden nicht von ihrer Arbeit ab – die Übernachtung mit Frühstück in der Bibliothek sorgte für Festivalstimmung. Alle lobten die tolle Atmosphäre und das liebevoll organisierte Catering. Besonders beeindruckte die starke Kooperation in den Teams, die zu schnellen und effektiven Lösungsansätzen führte.


Workshops für Schulen

Im November wurden abschließend Workshops für Schulklassen durchgeführt. In 90-minütigen Einheiten erhielten Schülerinnen und Schüler eine spielerische Einführung in die Programmiersprache „Plural.io“ und den Umgang mit Avataren – mit schnellen Lernerfolgen. Die Bibliothek profitierte erneut von der Unterstützung der Firma ITQ, die nicht nur Referentinnen und Referenten stellte, sondern auch das didaktische Konzept entwickelte.


Ausblick: Neue Partnerschaften und Perspektiven

Die Stadtbibliothek bleibt in regem Austausch mit potenziellen Projektpartnern – etwa dem KI-Village Hürth und der Firma Robolutions. Gemeinsam werden neue Konzepte und technische Innovationen entwickelt, die auch den Einsatz von TEMI betreffen.

Demnächst erhält TEMI ein Software-Update sowie ein technisches Upgrade, um seine Rolle im Unterricht – beispielsweise bei Führungen mit Schulklassen – weiter auszubauen. So sollen neue Zielgruppen angesprochen und das Interesse an Robotik und KI nachhaltig gefördert werden. TEMI und die Avatare leisten dabei auch einen Beitrag zur Integrationsarbeit, indem sie Besucherinnen und Besucher in verschiedenen Sprachen empfangen und begleiten.

Ein zentrales Projektziel für 2025 ist die Einführung eines digitalen Leitsystems in der Stadtbibliothek. Roboter, Avatare und digitale Info-Screens sollen Hand in Hand auf allen vier Etagen für Orientierung und umfassenden Service sorgen. Zudem wird an einer direkten Anbindung an die Bibliothekssoftware BIBLIOTECAnext gearbeitet. So könnten Besucherinnen und Besucher zukünftig direkt über einen Avatar im Katalog recherchieren und von TEMI gezielt zum gesuchten Medium begleitet werden.

Das Team der Bibliothek und seine Kooperationspartner blicken einem spannenden und zukunftsweisenden Weg entgegen!

Kontakt:
Werner Wieczorek, Bibliotheksleitung
Stadtbibliothek Bergheim
Konrad-Adenauer-Platz 1
50126 Bergheim