Die Fachstelle für öffentliche Bibliotheken NRW lädt alle Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen ein, am neuen Projekt BibliotheksExkursionenNRW teilzunehmen. Im Rahmen der DigitiativeNRW bietet dieses Projekt die Möglichkeit, sich unter Fachkolleginnen und -kollegen auszutauschen, Einblicke in die Arbeit anderer Bibliotheken zu gewinnen und Ihre eigenen Best Practices zu präsentieren.
Warum sollten Sie teilnehmen?
Austausch und Lernen: Als Gastgeber haben Sie die Chance, Ihre Bibliothek vorzustellen und gleichzeitig von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
Innovationen entdecken: Sehen Sie, wie andere Bibliotheken Herausforderungen meistern und welche innovativen Ansätze sie verfolgen.
Netzwerk aufbauen: Nutzen Sie die Exkursionen, um wertvolle Kontakte zu knüpfen und sich innerhalb der Fachgemeinschaft zu vernetzen.
Teilnahmevoraussetzung
Eine Teilnahme ist nur möglich, wenn Ihre Bibliothek auch bereit ist, selbst Besuche anzubieten. Dies stellt sicher, dass alle Beteiligten aktiv zum Wissenstransfer und Austausch beitragen.
So melden Sie sich an
Besuchen Sie unsere Plattform BibliotheksExkursionenNRW:
Die Stadtbibliothek Essen hat im Jahr 2023 einen entscheidenden Meilenstein in ihrer Weiterentwicklung erreicht. Unter dem Leitgedanken, ein moderner und lebendiger Ort für Lesen, Lernen und Austausch zu bleiben, wurde gemeinsam mit Mitarbeitenden, Bürger*innen und externen Berater*innen ein umfassender strategischer Entwicklungsprozess auf den Weg gebracht. Ziel war es, die Bibliothek langfristig als zeitgemäßen Bildungs- und Begegnungsort für alle in Essen lebenden Menschen zu gestalten.Das Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Landesförderung für Öffentliche Bibliotheken gefördert.
Vision und Zielsetzungen: Der Gesamtprozess im Überblick
Ausgehend von einer bereits vorliegenden Zukunftsvision wurden kurz-, mittel- und langfristige Ziele sowie konkrete Maßnahmen für das Gesamtsystem der Stadtbibliothek Essen definiert. Im Zentrum standen dabei:
Die Berücksichtigung veränderter Bedürfnisse der Bürger*innen
Die Weiterentwicklung der Bibliothek als Ort des lebenslangen Lernens
Die Erarbeitung einer zukunftsweisenden Bibliothekskonzeption mit konkreten Umsetzungsschritten.
Diese Gesamtkonzeption umfasste zentrale Themenbereiche wie die Zusammenarbeit zwischen Zentral- und Stadtteilbibliotheken, interne Organisation und Personalentwicklung, den Umgang mit analogen und digitalen Medien, Öffnungszeiten, Kooperationen sowie die Kommunikation nach innen und außen.
Prozessgestaltung: Beteiligung, Transparenz und Teamarbeit
Ein zentrales Anliegen war die breite Beteiligung aller Mitarbeitenden sowie die Einbindung von Bürgerinnen und Kooperationspartnern. Dies diente nicht nur der Akzeptanz, sondern stärkte auch die gemeinsame Verantwortung für die Umsetzung der Vision. Externe Beraterinnen begleiteten den Prozess mit einem kontinuierlichen Projektmanagement und stellten sicher, dass Entwicklung und Umsetzung Hand in Hand gingen.
Projektbausteine im Detail
Im Laufe des Jahres wurden verschiedene Projektbausteine erarbeitet und umgesetzt, darunter:
Profilbildung und Schwerpunktsetzung für die einzelnen Bibliotheksstandorte (Ziel- und Zielgruppendefinition, Profilierung, Design-Thinking): Planungs- und Organisationsworkshop (Kick-Off-Meeting), Zusammenstellung von Daten/Umfeldanalyse, Beteiligungsworkshops mit den Mitarbeitenden, Kreativ-Workshops mit Bürger*innen in der Zentralbibliothek, Dialogforen Stadtteilbibliotheken (Profilbildung), Interviews mit Schlüsselakteuren und Stakeholdern, Zielentwicklungsworkshops, Planung der Schwerpunktmaßnahmen
Aufgaben und Zusammenarbeit der Zentralbibliothek mit den Stadtteilbibliotheken: Begleitung der internen Abstimmungsprozesse hinsichtlich der Zusammenarbeit von Zentralbibliothek und der Stadtteilbibliotheken, Schnittstellenmanagement etc., Umsetzung der Profilierung der Stadtteilbibliotheken
Interne Organisation und Personalentwicklung: Arbeitsgruppe »Prozessgestaltung, Durchführung einer anonymen Online-Befragung aller Mitarbeitenden zu Optimierungspotenzialen der Ablauforganisation, Auswertung und Zusammenführung SWOT-Analyse (Berater), anonyme Online-Befragung durch die Berater, Erarbeitung von Zielstellungen und eine Umsetzungsplanes gemeinsam mit dem Team (Workshop), Überarbeitung der Organisationsstruktur, Entwicklung eines angepassten Stellenplans und entsprechender Arbeitsplatzbeschreibungen sowie einer Fortbildungskonzeption (Workshop)
Ressourcenmanagement: Fachliche Begutachtung des Geschäftsgangs Medien, Erarbeitung von Empfehlungen zur effizienteren Gestaltung der Einarbeitungsprozesse (Folierung, Signierung, Datenimport etc.), Prüfung von Möglichkeiten zum Outsourcing, Prüfung von technischen Optionen (Erweiterung der Zahlungsmodalitäten, Online-Anmeldung, verbesserte Selbstbedienungsfunktionen), Empfehlungen zur Kundenkommunikation
Medienkonzepte und Angebotsgestaltung: Analyse des Bestandsprofils anhand der vorliegenden Daten, u.a. Effizienzauswertung der einzelnen Bestandsgruppen, nach Möglichkeit Vergleich mit anderen Bibliotheken, Entwicklung von Zielen für eine neues Bestands- und Wissensvermittlungskonzeptes, Entwicklung eines mehrdimensionalen Bestands- und Wissensvermittlungskonzeptes: Physische Medien, digitale Medien, Wissens-Events, Lernen mit den Händen (MINT, Makerspaces, Repair-Cafés)
Öffnungszeiten und Open Library, Sonntagsöffnung: Entwicklung einer Gesamtkonzeption Open Library, Analyse der Aufbau- und Ablauforganisation und Benennung des Personaleinsatzes für die Sonntagsöffnung
Networking und Kooperation mit anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen: Workshops zur Analyse der Kooperationsstrukturen mit Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie lokalen Akteuren auf Stadtteilebene (Stakeholder- Analysen)
Kommunikationsstrategie(interne und externe Kommunikation): Workshop-Serie »Interne und externe Kommunikation planen und durchführen«
Bündelung aller Ergebnisse in einer Gesamtkonzeption für die Stadtbibliothek Essen: In der Bibliothekskonzeption werden die Ergebnisse aller Teilprozesse gebündelt. Im Laufe des Prozesses wird die Gliederung der Bibliothekskonzeption im Dialog der Verantwortlichen der Stadtbibliothek Essen mit den externen Beratern erarbeitet.
Realisierte Meilensteine 2023
April 2023: Arbeitsgruppen „Kommunikation“ und „Öffnung & Zugänge“ In diesen Gruppen wurde eine systematische Stärken-Schwächen-Analyse durchgeführt und gemeinsam mit Mitarbeitenden und Kund*innen zukünftige Chancen und Risiken identifiziert. 1. Analyse der Ist-Situation: a) Über welche Stärken verfügt die Stadtbibliothek Essen im jeweiligen Arbeitsbereich? b) Welche Schwächen sind zu benennen?
2. Blick in die Zukunft: a) Welche Chancen sind für die Zukunft zu benennen? b) Welche Risiken sind zu beachten?
3. Ableiten erster Handlungsbedarfe aus der Analyse: a) Erarbeitung kurz-, mittel- und langfristiger Zielsetzungen sowie entsprechender Maßnahmen. b) Die Ergebnisse wurden dem Ziel- und Maßnahmenkatalog hinzugefügt.
Viel Engagement und Diskussionen gab es bei der Erarbeitung der unterschiedlichen Zielsetzungen sowie geeigneter Maßnahmen. (Copyright Fotos: Anja Flicker).
Mai 2023: Strategische Abstimmungen In zwei Sitzungen fanden Abstimmungen zwischen dem Führungsteam der Stadtbibliothek sowie den Berater*innen zur Koordinierung der Gesamtergebnisse sowie zur Gestaltung des Strategiekonzeptes statt. Aus dem Zielkatalog wurden insgesamt neun Oberziele abgeleitet.
Juni 2023: Präsentation der Zwischenergebnisse Die bisherigen Ergebnisse wurden dem Geschäftsbereichsleiter Jugend, Bildung und Kultur, Herrn Muchtar Al Ghusain, vorgestellt.
Juli bis Oktober 2023: Entwicklung des Strategiekonzepts Die Berater*innen erarbeiteten ein umfassendes Strategiekonzept, das in enger Abstimmung mit der Bibliotheksleitung entstand.
November 2023: Abschluss und Übergabe Am 3. November 2023 wurde das fertige Strategiekonzept an die Stadtbibliothek Essen übergeben – ein Meilenstein auf dem Weg in die bibliothekarische Zukunft.
Fazit: Gemeinsam Zukunft gestalten
Der Entwicklungsprozess der Stadtbibliothek Essen zeigt eindrucksvoll, wie mit partizipativen Methoden, klarer Zielorientierung und professioneller Prozessbegleitung eine zukunftsfähige Bibliothekskonzeption entstehen kann. 2023 war ein Jahr intensiver Zusammenarbeit, kreativer Ideenfindung und strategischer Weichenstellung. Die Ergebnisse bieten eine stabile Grundlage für die nächsten Schritte – auf dem Weg zur Bibliothek der Zukunft.
Unter Koordination der Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW, dem ZBIW und der Medienpädagogin Janina Wiegand entwickelten Mitarbeiter:innen aus 14 nordrhein-westfälische Bibliotheken ein mobiles Escape Game zum Thema „Gaming“ für die Zielgruppen Jugendliche und Erwachsene. Mit dem Spiel sollen Jugendliche auf spannende Angebote in den Bibliotheken aufmerksam gemacht werden. Der Spielspaß und die Unterhaltung stehen bei diesem Format im Vordergrund. Das Spiel ist nun für alle zugänglich. Auf folgender Taskcards erhalten Sie Zugriff auf die Spielanleitung und Spielmaterialien. https://brd.taskcards.app/…
„Dritte Orte“ in ländlichen Räumen sind wichtiger denn je. Mit der neuen Ausschreibung einer Konzeptphase hat die Landesregierung 2023 die Voraussetzungen für weitere Dritte Orte in Nordrhein-Westfalen geschaffen. Aus rund 120 Bewerbungen von Vereinen, Initiativen, Ehrenamtlichen, Kommunen und Gemeinden wurden 28 Projekte für die erste Förderphase ab April 2024 ausgewählt. 25 Projekte bewarben sich mit ausführlichen Konzeptpapieren für die Umsetzungsförderung, von denen jetzt 21 von einer Fachjury als qualifiziert bestätigt wurden. Als einzige Bibliothek bekommt die Bücherei St. Martinus Stommeln in Pulheim weitere 450.000 Euro. Mehr Informationen auf dieser Website: https://www.rundschau-online.de/region/rhein-erft/pulheim/pulheim-buecherei-stommeln-erhaelt-450-000-euro-1008891
Das Deutsche Kinderhilfswerk hat eine neue Runde des pädagogischen Projekts „Medienquiz“ auf seiner Webseite www.kindersache.de gestartet. Das medienpädagogische Angebot richtet sich in einfacher Sprache vor allem an Kinder und Jugendliche zwischen acht und 16 Jahren, die beim Lesen und Schreiben besondere Unterstützung benötigen. Das Projekt wird in Kooperation mit Einrichtungen für geflüchtete Kinder in Deutschland sowie zahlreichen öffentlichen Bibliotheken im ganzen Land umgesetzt. Der Aktionszeitraum läuft noch bis zum 30. Juni 2025: https://www.kindersache.de/projekt-medienquiz
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) bietet die „Innenstadt-Ratgeber“ an. Die Reihe richtet sich an Kommunen, die Wirtschaft und Stadtplanerinnen. Die Ratgeber geben praktische Tipps zur Entwicklung von Innenstädten. Themen sind zum Beispiel der Umgang mit leerstehenden Großimmobilien, die Bedeutung von öffentlichen Freiräumen und neue Formen der Zusammenarbeit: https://www.bmwsb.bund.de/Webs/BMWSB/DE/themen/stadt-wohnen/beirat-innenstadt/beirat-innenstadt-node.html
Der Bundesverband der deutschen Bibliotheks-Freundeskreise e.V. (BdB) veranstaltet am Mittwoch, 07.05.25, 18:00 bis 19:30 Uhr ein Webinar zum Thema „Mit vereinten Kräften mehr erreichen. Das Webinar wird via Zoom veranstaltet. Die Teilnahme ist kostenlos.
Inhalte:
Warum brauchen Bibliotheken Freundeskreise?
Freundeskreisgründung praktisch – wie packe ich das an
Rechtliche Grundlagen, Satzung, Gemeinnützigkeit, Notarielles, Zeitplan etc.
Gründungsmitglieder finden
Finanzierung, Budget, Sponsoring, Fördermittel
Praxisberichte aus Freundeskreisen über die Gründung sowie beispielhafte erfolgreiche Aktionen z.B. Leseförderung, Flohmarkt, Interessenvertretung für die Bibliothek
Im April 2025 hat der neu gewählte Bundesvorstand für 2025-2028 das Amt übernommen. Antje Theise, Direktorin der Universitätsbibliothek Rostock, wurde zur neuen Bundesvorsitzenden des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) gewählt. Sie folgt auf Volker Heller, Generaldirektor der Zentral- und Landesbibliothek Berlin, der den Verband von 2022 bis 2025 geleitet hat. An der Wahl beteiligten sich Vertreter*innen von über 2.000 Mitgliedsbibliotheken. Für die Amtszeit 2025 bis 2028 wurden zudem je drei Vertreter*innen der wissenschaftlichen und Öffentlichen Bibliotheken in den Bundesvorstand gewählt. Nicht mehr im Vorstand vertreten ist Petra Büning, Leiterin der Fachstelle für öffentliche Bibliotheken NRW. Mehr Informationen zum neuen Vorstand auf der Website des dbv: https://www.bibliotheksverband.de/gremien#Bundesvorstand
Das Projekt „Leselöwe Lino“ der Stadtbücherei Pulheim verfolgt das Ziel, Kindern frühzeitig den Zugang zu Büchern zu ermöglichen. Im Mittelpunkt steht das Stofftier Lino, das Kindertagesstätten besucht und auch Familien zu Hause begleitet. Die Projektidee sieht vor, dass Lino nur einschlafen kann, wenn ihm vorgelesen wird – ein spielerischer Ansatz, um Kinder mit dem Vorlesen vertraut zu machen.
Ein zentrales Element des Projekts ist die Einbindung der Eltern, die dazu angeregt werden, sich aktiv am Leseprozess ihrer Kinder zu beteiligen. Die Stadtbücherei berichtet von einer positiven Resonanz: Sowohl Einrichtungen als auch Familien schildern erfreuliche Erfahrungen im Umgang mit dem Leselöwen.
„Leselöwe Lino“ war zudem unter den zehn nominierten Projekten für den Deutschen Lesepreis in der Kategorie kommunales Engagement.