Für ihren Einsatz im Bereich der frühkindlichen Leseförderung werden in diesem Jahr 83 Kindergärten und -tagesstätten mit dem Gütesiegel Buchkita geehrt – davon 19 in NRW. Das Gütesiegel ist für drei Jahre gültig. 216 Kindergärten und Kindertagesstätten aus ganz Deutschland hatten sich in diesem Jahr für das Gütesiegel beworben. Die Preisverleihung findet in diesem Jahr am Freitag, den 20. Oktober 2023, auf der Frankfurter Buchmesse statt. Mehr Informationen zu den Preisträgern unter https://www.guetesiegel-buchkita.de/preisvergabe-2023/preistraeger-2023
Nachhaltigkeit: Das Instrument der Gemeinwohl-Bilanzierung
Wie können Bibliotheken kontrollieren, ob sie wirklich nachhaltig handeln? Das Instrument der Gemeinwohl-Bilanzierung kann hier hilfreich sein. Sie lässt sich als Instrument der sozialen, ökologischen und demokratischen Organisationsentwicklung verstehen, das gleichzeitig den Beitrag einer Organisation zum Gemeinwohl sichtbar und bewertbar machen soll. Die Gemeinwohl-Bilanz orientiert sich an den Verfassungswerten Menschenwürde, Solidarität und Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit, Transparenz und Mitbestimmung, die in vielen demokratischen Verfassungen festgehalten sind.
Mehr Informationen unter https://www.b-u-b.de/detail/gemeinwohl-bilanzierung
Rheda-Wiedenbrück: Bibliothek stellt Jugendbücher im Mitmach-Format Karaoke-Lesen vor
Die Stadtbibliothek hat im Gymnasium zusammen mit dem Literaturvermittler Frank Sommer von „eventilator“ (Berlin) aktuelle Jugendbücher für jeweils zwei 8. Klassen vorgestellt. Beim Mitmach-Format Karaoke-Lesen werden Schülerinnen und Schüler durch spontanes
Lesen von ausgewählten Textstellen aktiv beteiligt.
Quelle: https://www.facebook.com/StadtbibliothekRhedaWiedenbrueck
ChatGPT: Erfahrungsbericht und praktische Tipps zum Einsatz in Bibliotheken
Daniel Wittke, Betreiberin von „Bibliothek online“, zeigt in einem BUB-Artikel die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von ChatGPT im bibliothekarischen Arbeitsalltag. Der Chatbot kann beispielsweise bei Pressemitteilungen, Social Media, Übersetzungen, Kundensupport, Buchempfehlungen, Buchzusammenfassungen oder Katalogisierung unterstützen. https://www.b-u-b.de/detail/wie-chatgpt-bibliotheken-veraendert
Essen: Neueröffnung der Stadtteilbibliothek Huttrop
Die Stadtteilbibliothek in Essen-Huttrop ist nach drei Jahren Umbauzeit in einer ehemaligen Aldi-Filiale neueröffnet worden. In der Bibliothek wurde das Konzept des Dritten Orts umgesetzt. Neben den vielen verschiedenen Sitzmöglichkeiten gibt es eine Theke für Getränke und den Austausch mit den Bibliotheksmitarbeitern, eine Gaming-Ecke und eine kleine Bühne, die sowohl als Sitzecke, als auch als reguläre Bühne benutzt werden kann. Außerdem gibt es einen Makerspace. Alle Regale mit Medien stehen fast ausschließlich an der Wand, ganz nach dem Motto „Die Bücher machen Platz für die Menschen.“ Mit dem neuen Angebot der Selbstausleihe sollen die Mitarbeiter entlastet werden und Zeit bekommen, sich mit den Kunden zu unterhalten und auszutauschen. Mehr Informationen unter https://www.radioessen.de/artikel/bibliothek-in-essen-kehrt-nach-jahren-zurueck-1735876.html
Neuss: Eröffnung der Bibliothek der Dinge
In Neuss ist die Bibliothek der Dinge eröffnet worden. In der LeihBar können sich Interessierte jetzt 43 Sachen ausleihen, Outdoor-Spiele, die sie in der Regel nur kurz benötigen. Dazu gehören Spiele, Werkzeug oder andere Alltagsgegenstände. Insgesamt sind die Artikel in drei Kategorien eingeteilt: „Do it yourself&Freizeit“, „Spiele&Sport“, „Werkzeuge, Haushalt&Garten“. Mehr zur neuen LeihBar unter https://www.news894.de/artikel/die-bibliothek-der-dinge-in-neuss-wird-eroeffnet-1753978.html
Soest: Bibliothek wird Open Library
Die Stadtbücherei Soest hat ihre Öffnungszeiten erheblich ausgeweitet. Seit Anfang September können Nutzerinnen und Nutzer nicht nur 41 Stunden, sondern 56 Stunden pro Woche die Angebote der Bibliothek nutzen. Möglich macht dies der Start des Projekts „Open Library“.
Die technischen Voraussetzungen für die Open Library haben Georgios Filaktoglou von der Abteilung Immobilienwirtschaft und Peter Bäcker von der Arbeitsgruppe IT der Stadt geschaffen. Wer außerhalb der Servicezeiten in die Bücherei möchte, benötigt in jedem Fall einen der neuen Nutzerausweise. Diese Kärtchen verfügen über elektronische Chips, mit denen sich die Außentüren öffnen lassen. Ein Sicherheitsdienst sorgt bei der Schließung dafür, dass niemand im Gebäude verbleibt. Zusätzlich gibt es Überwachungskameras in den Räumen der Bibliothek.
Mehr Informationen unter https://www.soest.de/news/news-detail/stadtbuecherei-soest-erweitert-ihre-oeffnungszeiten-als-open-library-auf-56-wochenstunden
dbv-Seminar „Bibliothekarisches Bestandsmanagement im digitalen Zeitalter“ / 13.10.23
Die aktuelle Situation Öffentlicher Bibliotheken ist angesichts des weltweiten, digitalen Wandels durch Veränderungen in der Nutzung ihrer Medienbestände gekennzeichnet. Welche Handlungsoptionen haben Bibliotheken vor diesem Hintergrund? Welche Rolle soll der Medienbestand im Kontext von Megatrends wie Individualisierung und Veränderung der Wissenskultur noch spielen? Lösen Veranstaltungen und Virtual Reality die klassische Informationsvermittlung ab?
In einem Online-Seminar der dbv-Sektionen 3A, 3B und 6 am 13.10.2023 wird Referent Andreas Mittrowann unterschiedliche Aspekte bibliothekarischen Bestandsmanagements im digitalen Zeitalter beleuchten. Eine Teilnahme ist ohne Anmeldung über Zoom möglich. Mehr Informationen unter https://www.bibliotheksverband.de/tradition-neu-gedacht-bibliothekarisches-bestandsmanagement-im-digitalen-zeitalter
Schweden: Wieder mehr Geld für gedruckte Lehrmittel in Schulen
In einem Zeitungsartikel hat die schwedische Bildungsministerin angekündigt mehr Geld für gedruckte Lehrmittel zur Verfügung zu stellen. Ein physisches Buch habe Vorteile, die nach Ansicht des Bildungsministeriums kein Tablet ersetzen kann. Deshalb investiere die Regierung jetzt in gedruckte Lehrmittel.
Quelle: https://blog.digithek.ch/die-digitalisierung-in-den-schwedischen-schulen-war-ein-experiment/
Wuppertal: Fuchsbau als Beispiel für Bürgerbeteiligung und Stadtteilkulturarbeit
In der Stadtteilbibliothek Wuppertal-Vohwinkel wurde 2021 mit Unterstützung durch Projektmittel des Landes Nordrhein-Westfalen ein multifunktioneller Raum für Veranstaltungen konzipiert und eingerichtet, der auch von Vereinen genutzt werden kann. Der Fuchsbau genießt eine hohe Akzeptanz im Stadtteil. Wie wichtig dabei ein stimmiges standortbezogenes Konzept ist, zeigt dieser Bericht.
Die Stadtteilbibliothek Vohwinkel hat sich in den vergangenen Jahren durch ein vielfältiges Veranstaltungsangebot und kostenlose Ferienprogramme mit jährlich rund 36.000 Besuchern zu einem beliebten Treffpunkt im Stadtteil entwickelt. Obwohl der Standort zu den drei flächenmäßig größten Stadtteilbibliotheken des Wuppertaler Bibliothekssystems gehört, benötigte die Bibliothek einen neuen separaten Veranstaltungsraum für Lesungen, Bastelaktionen oder Kursangebote. Die Bibliotheksbesucher*innen wünschten sich zunehmend „mehr Raum“ für die vielfältigen Angebote und Aktivitäten. Dies ergab eine Umfeldanalyse, die im Rahmen einer umfassenden Strategieentwicklung im Jahre 2020 entstand[1].
Gefunden wurde die Möglichkeit einer räumlichen Erweiterung innerhalb des denkmalgeschützten historischen Rathausgebäudes. Der Raum im oberen Stock des Vohwinkeler Rathauses wurde zu einem Multifunktionsraum umgebaut, den die Bibliothek für die Veranstaltungsarbeit nutzen kann und der gleichzeitig den Menschen im Stadtteil offensteht und sie zur Vernetzung vor Ort einlädt. Der Veranstaltungsraum kann von Gruppen kostenfrei etwa für Workshops, Stricktreffs oder zum Feiern von Kindergeburtstagen gebucht werden.
Ausgestattet ist dieser Raum mit flexiblen Einrichtungsgegenständen – zum Beispiel mit Sitzmöbeln, die auch zum Bauen und Spielen verwendet werden können. So ermöglicht er unterschiedliche Nutzungsszenarien und hebt sich dennoch deutlich von rein zweckmäßigen Einrichtungslösungen ab.

Die offizielle Eröffnung fand im März 2022 unter großem öffentlichem Interesse statt. Vertreter*innen aus Kultur und Politik, die lokale Presse sowie Netzwerkpartner*innen, Kitas und Schulklassen nahmen an der Eröffnungsfeier teil und zeigten von Anfang an große Verbundenheit mit dem neu geschaffenen Ort.
Der Fuchs sorgt für lokale Identität
Die Verbundenheit der Vohwinkler*innen liegt auch am besonderen Konzept. Denn Namensgeber des „Fuchsbaus“ ist das schlaue Wappentier des Stadtteils. Der Vohwinkler Fuchs bietet ein hohes Identifikationspotenzial für alle Bevölkerungsgruppen im Stadtteil, gleich welcher Herkunft. Damit ist es gelungen, die Stadtteilbibliothek mit ihrem erweiterten Raumangebot als Ort der lokalen Identität im Bewusstsein der Community zu verankern.
Die Stadtbibliothek Wuppertal setzt daher das Motto „der Fuchs hat ein neues Zuhause“ sowohl bei der räumlichen Konzeption als auch bei der Markenbildung und Öffentlichkeitsarbeit konsequent um. Das gesamte Farbkonzept des Raumes, die Wandgestaltung sowie thematisch passende Ausstattungsaccessoires greifen das Thema auf.

Malwettbewerb sorgte im Vorfeld für Aufmerksamkeit
Für die Wandgestaltung im Fuchsbau initiierte die Stadtbibliothek ein Beteiligungsformat in Form eines Malwettbewerbs. So erhielten die Kinder vor Ort die Möglichkeit, mit selbst gemalten Bildern und Collagen rund um das Vohwinkler Wappentier den Raum aktiv mitzugestalten.
Mit dem Malwettbewerb wurde gezielt ein kooperatives Instrument gewählt, das kulturelle oder sprachliche Hürden ausschließt, um die große migrantische Community und die vielen Kinder im Vor- und Grundschulalter nicht auszuschließen, auf die sich die Stadtteilbibliothek Vohwinkel im Rahmen der eigenen Profilschärfung fokussiert.
Aus den sechs Gewinnerbildern entstand eine Lichtinstallation, die seither den Veranstaltungsraum der Stadtteilbibliothek schmückt. Um alle eingereichten Beiträge angemessen zu würdigen, fasste die Bibliothek alle rund dreihundert eingereichten Kunstwerke zu einem Bilderbuch zusammen.

Fuchsbau als gelungenes Beispiel für Bürgerbeteiligung und Stadtteilkulturarbeit
Als ein gelungenes Beispiel für Bürgerbeteiligung und Stadtteilkulturarbeit wurde der Fuchsbau nach seiner Eröffnung von den Vertreter*innen der Presse sowie den kommunalen Entscheidungsträger*innen gewürdigt. Genutzt wird der Raum seither täglich sowohl für die bibliothekarische Veranstaltungsarbeit als auch durch externe Anspruchsgruppen aus dem Stadtteil.
Somit steht der Vohwinkler Fuchsbau exemplarisch für das Potenzial und die Aufgabe Öffentlicher Bibliotheken, sich noch stärker als relevante und die Gemeinschaft stärkende Orte zu positionieren.
[1] Qualifizierungsmaßnahme „Strategieentwicklung für Stadtteilbibliotheken“ gefördert und initiiert durch die Fachstelle für Öffentliche Bibliotheken NRW




