Alle Artikel mit dem Schlagwort “Bibliothekspolitik

Bibliothekspolitik

Kommentare 2

Saarland: Mit der Bib-Card Saar Bibliotheken in acht Kommunen nutzen

Saarländer können mit einer Jahresgebühr von 20 Euro ab sofort das Angebot von acht Bibliotheken nutzen. Die Bibliotheken haben sich dafür in einem Verein zusammen geschlossen. Mit der Bib-Card Saar können sowohl Bücher entliehen als auch Online-Medien genutzt werden. Wer bereits die Gebühr einer Bücherei gezahlt hat, muss nur noch die Differenz begleichen. So lange die teilnehmenden Bibliotheken von Saarland-Bibliotheken e.V. nicht technisch vernetzt sind, benötigen die Kunden neben der Bib-Card Saar auch ihre örtliche Ausweiskarte. Gewünscht ist, dass weitere kommunale Büchereien sich dem Verein anschließen.

Quelle: Website Saarland Zeitung Online (16.02.2020), online unter https://www.sol.de/news/update/News-Update,448504/Saarland-Neue-Bibliotheken-Karte-ermoeglicht-Ausleihe-im-ganzen-Bundesland,447950

Kommentare 0

Österreich: Bibliotheken im Regierungsprogramm

Im neuen österreichischen Regierungsübereinkommen zwischen der ÖVP und den Grünen betreffen einige Abschnitte öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken, außerdem Archive, Dokumentationsstellen, Open Data, Open Access und Open Source. Im Programm sind folgende Themenbereiche geplant:

„…Flächendeckende Grundversorgung mit öffentlichen Bibliotheken,
Bekenntnis zur Bedeutung von öffentlichen Bibliotheken,
Entwicklung eines Masterplanes,
Unterstützung der Weiterbildung von (ehrenamtlichen) Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern,
Koordinierung der Bibliotheken bei der Anschaffung von Lizenzen,
Erweiterung der Öffnungszeiten (Sonntagsöffnung) der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB),
Kulturpass für Menschen mit finanziellen Engpässen in Anlehnung an das Konzept „Hunger auf Kunst und Kultur“ …“

Eine Zusammenfassung aller Punkte ist auch auf dem Blog von Monika Bargmann alias library mistress zu finden: http://library-mistress.blogspot.com/

Quelle: Newsletter Öffentliche Bibliotheken 1/2020 – Fachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen Tübingen

Kommentare 0

Politiker*innen für die Bibliothek gewinnen

Dieses Jahr sind Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen. Rita Kamm-Schuberth vom Bildungscampus der Stadt Nürnberg hält dies für einen guten Anlass bibliothekspolitische Interessen und Forderung zu formulieren und diese auf die politische Agenda zu bringen. In einem Artikel für das offene Bibliotheksjournal erklärt sie, wie man Kommunalpolitiker*innen mittels eines Drei-Stufen-Modells für die Bibliothek begeistert.

Das Modell von Kamm-Schuberth sieht vor, Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung zunächst zu informieren, dann zu involvieren und danach zu aktivieren. So werden sie zu Kennern, Fürsprechern und schließlich Handelnde für die Bibliothek. Nicht alle Stakeholder können Stufe drei erreichen. Kommunalpolitisches Kommunikationsmanagement braucht in erster Linie Zeit, aber auch das Fingerspitzengefühl zu erkennen, wer sich aktuell weiter für die Bibliothek begeistern lässt und wer nicht.

In einem strategischen Plan sollte die Bibliothek festlegen, wie sie inhaltliche Botschaften kurz und prägnant definieren und wann bzw. wie sie diese über ihre diversen Kommunikationskanäle verbreiten. Für die Stufe der Information bieten sich personalisierte Anschreiben mit Newslettern oder Flyern an. Mit Akteuren, die bereits involviert wurden, bieten sich Hintergrundgespräche, Teilnahme bei Anhörungen, Delegationsreisen, Expertenrunden sowie Podiumsdiskussionen evtl. in Kooperation mit Verbänden des Bibliothekswesens an.

Kommunalpolitiker*innen, die sich im Laufe der Zeit auf die Thematik eingelassen haben, könnten sich dann für die Bibliothek engagieren, indem sie Mitglied eines Beiratsgremiums werden, den Vorsitz des Freundeskreises übernehmen, öffentlich kundtun, dass sie selbst Bibliothekskunde sind, Kunden durch die Bibliothek führen oder in öffentlichen Lesungen für Kinder oder andere Zielgruppen aus ihren Lieblingsbüchern vorlesen. Werden diese Aktionen noch zusätzlich durch professionelles Marketing seitens der Bibliothek begleitet, kann aus einem individuell und strategisch konzipierten Kommunikationsmanagement zwischen öffentlichen Bibliotheken und Kommunalpolitikern eine echte Win-Win-Situation entstehen. Politisch neutrales, bzw. parteiübergreifendes Handeln, sollte seitens der Bibliothek stets bedacht werden.

Quelle: Kamm-Schuberth, Rita – „Kommunalpolitiker für Bibliotheksthemen begeistern: Kommunalpolitisches Kommunikationsmanagement für öffentliche Bibliotheken“ (09.12.19), Heft 4/2019 „o-bib : das offene Bibliotheksjournal, online verfügbar unter https://www.o-bib.de/article/view/5510/7942?fbclid=IwAR1vS5QzCSVPSYDU0RlyhiP5cJ9AKRBETsEbYeUIqealiflquIwOdWL-b2M